201702 · Dringlichkeitsentscheidung OB
Neuabschluss eines Fördervertrags zur Fortführung des Programms "Job Coach" in der Trägerschaft der Evangelischen Jugendhilfe Godesheim gGmbH
Kerndaten
- Nummer
- 201702
- Art
- Dringlichkeitsentscheidung OB
- Veröffentlicht
- 28.09.2020
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Rates (konstituierende Sitzung) Genehmigung
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Dringlichkeitsentscheidung OB öffentlich 201702 Der Oberbürgermeister Federführung: 51 Amt für Kinder, Jugend und Familie Dezernat: Dez. V Neuabschluss eines Fördervertrags zur Fortführung des Programms "Job Coach" in der Trägerschaft der Evangelischen Jugendhilfe Godesheim gGmbH Beratungsfolge Rat 05.11.2020 Genehmigung Begründung der Dringlichkeit: Da der bisher gültige Fördervertrag zum 31.07.2020 durch den Träger gekündigt wurde, ist der Abschluss eines neuen Fördervertrages ab 01.08.2020 erforderlich. Aufgrund der Vertragsverhandlungen konnte die entsprechende Vorlage erst jetzt erstellt werden, so dass eine rechtzeitige Einbringung in den Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie am 12.08.2020 nicht mehr möglich war. Beschlussvorschlag Die nachstehende Dringlichkeitsentscheidung des Stadtdirektors in Vertretung des Oberbürgermeisters wird genehmigt. Dringlichkeitsentscheidung gem. § 60 GO NW Die Verwaltung wird beauftragt: 1. einen neuen Vertrag mit der Evangelischen Jugendhilfe Godesheim gGmbH zur Fortführung des Programms „Job Coach“ bis zum 31.12.2022 fortzuführen und das Programm finanziell zu fördern, 2. das Programm „Job Coach“ weiterhin in das aktuelle Projekt „Förderung der Ausbildungsreife“ der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss, Übergang Schule - Beruf“ einzubinden, 3. einen Zuschuss in Höhe von höchstens 379.596,00 Euro aus Mitteln der Jugendhilfe pro Haushaltsjahr zur Verfügung zu stellen: 2020 158.165,00 Euro (August bis Dezember) 2021 379.596,00 Euro 2022 379.596,00 Euro Die erforderlichen Mittel sind im Haushaltsplan für das Jahr 2020 sowie in den Anmeldungen des Amtes 51 zum Haushalt 2021/2022ff. enthalten.Seite 1 von 26 Seite 2 Die Bewilligung des Zuschusses für die Jahre 2021 und 2022 steht unter dem Vorbehalt der Einstellung der notwendigen Mittel sowie der Genehmigung des jeweiligen Haushaltes durch die Bezirksregierung Köln. 4. Die Finanzierung des Projektes Job Coach durch die Bundesstadt Bonn verlängert sich - unter den vereinbarten Bedingungen - bis zum 31.07.2023 für den Fall, dass eine Beendigung der Maßnahme zum Ende der Förderlaufzeit (31.12.2022) erfolgen soll, um den Teilnehmern*innen dennoch bis zum Schuljahresende die Angebotsfortführung gewährleisten zu können. Begründung Der Abschluss eines neuen Fördervertrages mit der Evangelischen Jugendhilfe Godesheim gGmbH für das Programm Job Coach ab dem 1.8.2020 ist notwendig, da der Träger den bis zum 31.12.2020 gültigen Vertrag fristgerecht vorzeitig zum 31.7.2020 (Ende des Schuljahres) gekündigt hat. Die Kündigung begründete der Träger mit der nicht mehr auskömmlichen, vereinbarten Förderhöhe. Gleichzeitig hat er deutlich gemacht, mit einer angepassten, bedarfsgerechten Förderung das Angebot fortsetzen zu wollen. Die Verwaltung hat die finanzielle Forderung des Trägers geprüft und kommt zu dem Ergebnis, dass diese wirtschaftlich angemessen und nachvollziehbar ist. Zu den Hintergründen und Erfahrungen zum Programm Job Coach der Evangelischen Jugendhilfe Godesheim gGmbH wird auf die Drucksache Nr. 1811089 verwiesen. Die aktuellen Zahlen der aktuellen Vertragslaufzeit werden im Folgenden dargestellt. Ausführlich können sie dem beigefügten Sachbericht entnommen werden. Im Jahr 2011 wurde das Job Coach-Programm der Evangelischen Jugendhilfe Godesheim gGmbH entsprechend des Ratsbeschlusses vom 01.03.2011 (vgl. Drucksachen-Nr. 1110387) vertraglich in das regionale Übergangsnetzwerk und dessen Projekt „Förderung der Ausbildungsreife“ eingebunden. Das Projekt „Förderung der Ausbildungsreife“ richtet sich an Schülerinnen und Schüler mit individuellem Förderbedarf. Durch eine intensive Zusammenarbeit von Lehrkräften, Berufsberatern und sozialpädagogischen Fachkräften sollen im Rahmen der so genannten „Entwicklungskonferenzen“ und durch den Einsatz von „Entwicklungsplänen“ geeignete Hilfen für diejenigen Schülerinnen und Schüler bereitgestellt werden, bei denen nach einer gemeinsamen Einschätzung große Schwierigkeiten beim Übergang in den Beruf absehbar sind. Ziel ist es, Jugendliche, die ohne eine besondere Förderung die Ausbildungsreife am Ende der Sekundarstufe I voraussichtlich nicht erreichen, bereits ab Ende der Klasse 8 individuell und kontinuierlich zu unterstützen. Seitdem werden insgesamt 80 Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 10 pro Schuljahr aus allen Bonner Hauptschulen ganzjährig durch die Job Coaches betreut, begleitet und gefördert. Die Zuweisung von betreuungsbedürftigen Schülerinnen und Schülern erfolgt nach entsprechender Beratung in den Schulen und wird durch die Beratungsstelle für Jugendberufshilfe gesteuert. Die Job Coaches unterstützen und betreuen dieSeite 2 von 26 Seite 3 einzelnen Schülerinnen und Schüler daraufhin nach Maßgabe eines auf die individuelle Situation abgestimmten Entwicklungsplanes. Die Zusammenarbeit zwischen Job Coach und der Beratungsstelle für Jugendberufshilfe hat sich ausgezeichnet durch: direkte Vermittlung von Schülerinnen und Schülern in das Job Coach- Programm, sobald ein Teilnehmerplatz frei wurde, eine durchgängige Teilnehmerzahl von 80 Jugendlichen im Programm, inhaltliche Abstimmung der individuellen Entwicklungsplanung, Einbeziehung der Job Coaches in die Entwicklungskonferenzen eine geregelte und abgestimmte Übergabe der Entlassschüler*innen in die jeweilige Anschlussperspektive und regelmäßigen Austausch auf Fachkräfteebene und durch gemeinsame Dienstbesprechungen. Zum 31.07.2019 haben insgesamt 87 Schülerinnen und Schüler am Job Coach-Programm teilgenommen. 50 Schüler*innen befanden sich in Klasse 9, 35 in Klasse 10 und 2 in Nachbetreuung. Zum Schuljahresende haben 34 Schülerinnen und Schüler die Schule verlassen. Davon konnten 13 in eine Ausbildung, 18 an eine Berufsfachschule und 2 in eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme vermittelt werden. 1 Person wurde in die Jugendwerkstatt übernommen. Alle der durch Job Coach betreuten Entlassschüler*innen verließen die Schule mit einem Schulabschluss: 13 erreichten die Fachoberschulreife und 19 den erweiterten Hauptschulabschluss. Angesichts der oben beschriebenen Inhalte und Wirkungen wird die Fortführung und Erweiterung der Maßnahme auf 100 Teilnehmerplätze befürwortet. In den letzten Jahren überstieg der Bedarf bereits die zur Verfügung stehenden Teilnehmer*innenplätze. Insbesondere nun auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wird ein weiter erhöhter Bedarf und eine eventuelle Erweiterung auf weitere Schulen gesehen. Die zusätzlichen Teilnehmer*innenplätze werden wie bereits üblich in enger Abstimmung zwischen der städtischen Beratungsstelle für Jugendberufshilfe, dem Projekt Job Coach und der jeweiligen Schule vergeben. Die Finanzierung des Projektes erfolgt aus Mitteln der Jugendhilfe. Die erforderlichen Mittel sind im Haushaltsplan 2020 sowie den Haushaltsanmeldungen 2021/2022 ff. enthalten. Grundlage der Berechnung bildet ein pauschales monatliches Leistungsentgelt von 316,33 Euro pro Teilnehmer*in (316,33 Euro X 100 Plätze X 12 Monate = 379.596,00 Euro jährlich). Die Verwaltung schlägt daher vor, dem Träger möglichst lange Planungssicherheit zu verschaffen und das Projekt bis zum Ende des kommenden Doppelhaushalts mit der Option der Verlängerung bis zum EndeSeite 3 von 26 Seite 4 des Schuljahres 2022/2023 fortzuführen. Die Umstellung auf die grundsätzlich auf das Kalenderjahr bezogene Förderung erfolgt mit Blick auf die Veranschlagung der Mittel bezogen auf ein Haushaltsjahr. 23.09.2020 / 28.09.2020 gez. i.V. Fuchs gez. Schröder Datum Stadtdirektor Stadtverordnete/r Finanzielle Auswirkungen: August bis Dezember 2020 Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung 1.06.05 Sonst. Leistungen zur Förderung junger Menschen u. Familien 1.06.05.05 Jugendsozialarbeit Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten Betrag Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen / Aufwendungen 158.165,00 151000605/ 73.1000 2020 Einzahlungen / Erträge Haushaltsbelastung jährlich 158.165,00 2021 Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung 1.06.05 Sonst. Leistungen zur Förderung junger Menschen u. Familien 1.06.05.05 Jugendsozialarbeit Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten Betrag Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen / Aufwendungen 379.596,00 151000605/ 73.1000 2021 Einzahlungen / Erträge Haushaltsbelastung jährlich 379.596,00 2022 Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung 1.06.05 Sonst. Leistungen zur Förderung junger Menschen 1.06.05.05 JugendsozialarbeitSeite 4 von 26 Seite 5 und Familien Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten Betrag Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen / Aufwendungen 379.596,00 151000605/ 73.1000 2022 Einzahlungen / Erträge Haushaltsbelastung jährlich 379.596,00 Anlage/n 1 Anlage DE Neuabschluss eines Fördervertrages JobCoach (öffentlich)Seite 5 von 26 JOBCOACH-PROGRAMM ÜBERGANGSMANAGEMENT SCHULE – BERUF ERFAHRUNGSBERICHT FÜR DAS SCHULJAHR 2018/2019 Seite 6 von 26 INHALTSVERZEICHNIS 1. EINLEITUNG ........................................................................................ 05 2. WICHTIGE THEMEN IN DER ZUSAMMENARBEIT .................................. 06 2.1 SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER ............................................................................................ 06 2.2 ELTERN .................................................................................................................................... 09 2.3 SCHULEN ................................................................................................................................. 10 2.4 BETRIEBE ................................................................................................................................. 12 2.5 AGENTUR FÜR ARBEIT ............................................................................................................ 12 2.6 ARMUT ..................................................................................................................................... 13 3. DAS KONZEPT ................................................................................................. 16 3.1 ZIELSETZUNG, KOSTENTRÄGER UND TEILNEHMENDE SCHULEN ....................................... 16 3.2 DIE EINBETTUNG IN DAS PROJEKT „FÖRDERUNG DER AUSBILDUNGSREIFE“ ..................... 17 3.3 DER BETREUUNGSVERLAUF ............................................................................................................... 18 4. DIE ARBEITSSCHWERPUNKTE .......................................................................... 22 4.1 FALLBEISPIEL B: ENGAGEMENT UND ZUVERLÄSSIGKEIT KÖNNEN WICHTIGER SEIN ALS SCHULNOTEN ................................................................................................. 22 4.2 FALLBEISPIEL A: AUCH DER BESTE RAT KANN INS LEERE LAUFEN ..................... 24 4.3 FALLBEISPIEL C: EINE GUTE PERSPEKTIVE AUCH OHNE ABSCHLUSS ................ 26 5. ZAHLEN UND FAKTEN ..................................................................................... 28 5.1 VERTEILUNG DER TEILNEHMENDEN IM SCHULJAHR ZU SCHULEN .................................... 28 5.2 STRUKTUR DER TEILNEHMENDEN NACH KLASSEN .............................................................. 29 5.3 VERMITTLUNG IM SCHULJAHR 2018/2019 ............................................................................ 30 5.4 ERREICHTE SCHULABSCHLÜSSE ............................................................................................ 31 5.5 STRUKTUR DER TEILNEHMENDEN ZUM JAHRESENDE ......................................................... 32 6. ZUSAMMENARBEIT MIT INSTITUTIONEN ......................................................... 33 7. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK ............................................................. 35 ABKÜRZUNGEN ............................................................................................... 38Seite 7 von 26 1. EINLEITUNG Jobcoach kann auf ein erfolgreiches Schuljahr 2018/2019 zurückblicken. Die pädagogischen Fachkräfte unterstützten in diesem Zeitraum 87 Schülerinnen und Schüler (SuS). Bei den meisten von ihnen konnten sie wertvolle Im- pulse zur Berufsorientierung und relevante Unterstützung bei der Entwicklung der Ausbil- dungsreife leisten. In diesem Schuljahr konnten 13 von 34 SuS in Klasse 10 in Ausbildungen vermittelt werden. Bildquelle: mesh auf unsplash.com 1. Einleitung Erfahrungsbericht für das Schuljahr 2018/19 | 05Seite 8 von 26 06 | | 07 In den folgenden Ausführungen erhalten Sie einen Überblick über die wichtigen Themen in der Zusammenarbeit mit verschiedenen Perso- nengruppen. Elementare Kompetenzen, die für die Ausbildungsreife und die Anforderun- gen des Ausbildungsmarktes erforderlich sind, müssen von einem Gros der SuS kleinschrittig erlernt und gemeinsam mithilfe der Jobcoaches erprobt ZHUGHQ'D]XJHK¸UHQXɋDGLH%HI¦KLJXQJGHU6X6]XU(LJHQVW¦QGLJNHLWXQG Kommunikationsfähigkeit oder das Einüben von Computer-Grundkenntnis- sen. Darüber hinaus ist ersichtlich, dass sich die Deutschkenntnisse (sprach- lich und grammatikalisch) einer Mehrzahl der SuS im mangelhaften Bereich EHȴQGHQ XQG ZLU EHL XQVHUHU =LHOJUXSSH HLQH 9HUVFKOHFKWHUXQJ LQ GLHVHP Bereich beobachten. Diese Einschränkungen werden im Rahmen einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Schüler*in und Jobcoach in den Blick genommen und ein geeignetes Vorgehen wird erarbeitet und gemeinsam abgestimmt. Zudem hat sich gezeigt, dass die Vorstellungen der Schüler*innen über die Bedingungen und Möglichkeiten des Ausbildungsmarktes oft nicht mit der Realität übereinstimmen. Jobcoach leistet diesbezüglich Aufklärungsarbeit und gleicht wertschätzend und sensibel die jeweiligen Ressourcen eines*einer Schüler*in methodisch mit den faktischen Chancen ab. Das Thematisieren der Selbstwahrnehmung und deren Widerspruch zum erlebbaren Leistungsver- mögen der SuS ist nach wie vor eine zentrale Aufgabe der Arbeit von Jobcoach. Bei einigen SuS wurde im letzten Schuljahr ersichtlich, dass diese mit fami- liären bzw. persönlichen Problemen belastet waren, die den Fortschritt in der Berufsorientierung massiv beeinträchtigten und zudem den Verantwor- tungsbereich der Jugendlichen deutlich überschritten haben. Dazu gehörten 2. WICHTIGE THEMEN IN DER ZUSAMMENARBEIT 2.1 SCHÜLERINNEN UUND SCHÜLER Zu Beginn der Jobcoach-Begleitung steht das Herstellen einer Beziehung zwischen Schüler*in und Jobcoach-Fachkraft. Die Entwicklung eines Mitwir- kungswillens ist anfänglich ebenfalls sehr wichtig. Bereits bei diesen ersten 6FKULWWHQLQGHU%HJOHLWXQJZLUGK¦XȴJGHU:LGHUVSUXFKGHXWOLFKGDVV6X6 zwar gerne teilnehmen möchten, dabei aber nur wenig von der notwendigen Mitwirkungsbereitschaft aufweisen, die für die Berufsorientierung sehr wichtig LVW(UNHQQEDUZLUGGLHV]ɋ%GDUDQGDVV)UHL]HLWDNWLYLW¦WHQGHU7HLOQDKPHDQ Terminen im Büro vorgezogen werden. Die Jobcoach-Begleitung ist bei den teilnehmenden Schüler*innen nach wie vor beliebt und wird überwiegend positiv angenommen und genutzt. Viele SuS sind daran interessiert, während der Phase ihrer Berufsorientierung eine verlässliche Unterstützung an der Seite zu haben. Die Arbeit des vergangenen Schuljahres hat gezeigt, dass die Motivation GHU 6FK¾OHU LQQHQ VLFK HLJHQLQLWLDWLY XQG HQJDJLHUW PLW LKUHU EHUXȵLFKHQ Perspektive auseinander zu setzen, unterschiedlich ist und mitunter sehr schwankend verläuft. Bei einem Großteil der SuS ist entwicklungsbedingt zu EHREDFKWHQGDVVGDV'XUFKKDOWHYHUP¸JHQ ]ɋ%Z¦KUHQGHLQHV3UDNWLNXPV oder in der Bewerbungsphase) unzureichend ist und den Prozess der Be- rufsorientierung erschwert. Kompetenzen, wie das zuverlässige Einhalten von Absprachen, das Wahr- nehmen von Terminen sowie die Präsentationsfähigkeiten und Umgangs- IRUPHQ GHU 6X6 VLQG K¦XȴJ QXU HLQJHVFKU¦QNW YRUKDQGHQ XQG ZHUGHQ LP Einzelkontakt kontinuierlich besprochen und eingeübt. Die SuS benötigen im individuellen Begleitungsprozess zunehmend ein hohes Maß der Ansprache, Motivation und Hilfestellungen ‚um in die Spur‘ zu kommen sowie sich neben ihren schulischen Leistungen, familiären Erfordernissen und Problemen auf GLH%HUXIVȴQGXQJ]XIRNXVVLHUHQ Bildquelle: Sam Balye auf unsplash.comSeite 9 von 26 08 | | 09 2.2 ELTERN Der überwiegende Teil der Familien, aus denen die teilnehmenden SuS stammen, hat einen migrantischen Hintergrund. Die deutschen Sprach- NHQQWQLVVHGHU(OWHUQVLQGHUIDKUXQJVJHP¦¡K¦XȴJGHȴ]LW¦U(LQ$XVWDXVFK zwischen den Eltern der teilnehmenden SuS und den Jobcoaches wird durch die hohen Sprachbarrieren sehr beeinträchtigt. Schüler*innen müssen dann oft als Übersetzende zwischen Fachkraft und ihren Eltern fungieren, damit ¾EHUKDXSW HLQH .RPPXQLNDWLRQ VWDWWȴQGHQ NDQQ 'LHVHU 8PVWDQG ELUJW gleich mehrere Probleme: Einerseits gelingt die im Konzept verankerte Eltern- arbeit der Jobcoaches in manchen Fällen nicht so, wie es wünschenswert Z¦UH $QGHUHUVHLWV IHKOHQ GHQ EHWURHQHQ (OWHUQ GLH K¦XȴJ HLQHQ XQXP- stößlichen Abiturwunsch für ihre Kinder haben, ausreichende Kenntnisse über das deutsche Bildungssystem und die Möglichkeiten, die dieses für die SuS unabhängig vom Schulabschluss beinhalten kann. Ausbildungen werden von den Eltern oftmals abgelehnt und die freie Berufswahl der SuS durch die elterlichen Vorstellungen eingeschränkt. Die Fachkräfte müssen hierbei (kultur-)sensibel zwischen den Vorstellungen der SuS und Eltern sowie den realistischen Möglichkeiten auf dem Ausbildungsmarkt vermitteln und Auf- klärungsarbeit leisten. So unterschiedlich wie die religiöse Orientierung oder Herkunft ist auch der sozioökonomische Status der Eltern der SuS. Für einige der SuS ist es eine +HUDXVIRUGHUXQJLQGHU)LQGXQJHLQHUEHUXȵLFKHQ3HUVSHNWLYHHLQHQ*HZLQQ für sich zu erkennen. Diese Jugendlichen bekommen es zu Hause nicht vor- JHOHEWGDVVVLFK$UEHLWRGHU$XVELOGXQJȈORKQWȆ]ɋ%ZHQQVLFK6R]LDOOHLVWXQJHQ und der Verdienst von Arbeit nur unwesentlich unterscheiden. Die Jobcoaches fungieren somit auch als Rollenvorbilder für die Jugendlichen und unterstüt- zen die SuS darin, eine andere Perspektive einnehmen zu können. Im letzten Abschnitt der Einleitung (2.6 Armut) wird auf diesen Aspekt nochmals geson- dert eingegangen. Eine andere Schwierigkeit in der Zusammenarbeit mit einigen Familien stellen die hohen Anforderungen an die familiäre Unterstützung dar, die Eltern an ihre Töchter und Söhne richten. Die Jugendlichen übersetzen bei Terminen, versorgen jüngere Geschwister oder sind in häusliche Arbeiten eingebunden. Sowohl die zeitliche Einbindung als auch die Übernahme von Verantwortung vor allem existenzielle Nöte wie der ungeklärte Aufenthaltsstatus von Ange- K¸ULJHQ RGHU GHQ 6FK¾OHU LQQHQ VHOEVW VRZLH IDPLOL¦UH .RQȵLNWH XQGRGHU ȴQDQ]LHOOH6RUJHQ'LH-REFRDFKHVIXQJLHUWHQKLHUEHLQLFKWQXUDOV([SHUWLQ- QHQ LQ GHU %HUXIVZHJHEHJOHLWXQJ VRQGHUQ XQWHUVW¾W]WHQ GLH EHWURHQHQ Schüler*innen durch Vermittlung zu helfenden Stellen, Eltern- und Angehöri- genarbeit und nicht zuletzt als verlässliche Ansprechpartnerinnen. Im vergangenen Projektzeitraum ist zudem deutlich geworden, dass es für die von uns begleiteten SuS im Laufe der Zeit schwieriger geworden ist, eine 3UDNWLNXPVVWHOOH]XȴQGHQ(LQHP¸JOLFKH8UVDFKHKLHUI¾ULVWHLQHUVHLWVGDVV das unzuverlässige Verhalten einzelner SuS bei Praxisstellen zur zukünftigen Ablehnung weiterer Praktika seitens der Betriebe führten. Andererseits sind YLHOH6FK¾OHU LQQHQDXVNXOWXUHOOHQ*U¾QGHQ ]ɋ%EHL0¦GFKHQ+HLPZHJQXU bei Tageslicht erlaubt) oder zu geringen Kenntnissen über das Stadtgebiet und ÖPNV-Netz nicht in der Lage, weitere Fahrwege für ein Praktikum auf sich zu nehmen (Bad Godesberg – Bonn Innenstadt). Andererseits gibt es DEHUDXFKJXWH(UIDKUXQJHQ]ɋ%GDVVVLFKDXVJXWDXVJHZ¦KOWHQXQGRGHU zusätzlichen freiwilligen Praktika erhöhte Chancen auf dem Ausbildungs- markt ergeben können. Das Thema Armut in strukturell benachteiligten Familien ist in der Arbeit von Jobcoach immer wieder präsent und wird im letzten Abschnitt nochmal gesondert beschrieben. 'LHVSH]LȴVFKHQ3UREOHPHLQGHU$UEHLWPLWPLJUDQWLVFKHQ-XJHQGOLFKHQ 78 von 87 SuS) beziehen sich mehrheitlich auf die Arbeit mit Herkunftsfamilien und sind daher im nächsten Abschnitt beschrieben. 2. Wichtige Themen in der Zusammenarbeit Erfahrungsbericht für das Schuljahr 2018/19Seite 10 von 26 10 | | 11 'HU6FKXODOOWDJELUJWYLHOHVWUXNWXUHOOH+LQGHUQLVVH]ɋ%GDVXQWHUVFKLHGOLFKH Bereitstellen (können) von Räumlichkeiten für die regelmäßigen Sprechstun- den oder geringe zeitliche Kapazitäten der Lehrkräfte für den fachlichen $XVWDXVFK'LHVHVLQGGXUFKYLHOI¦OWLJH9HUSȵLFKWXQJHQJHEXQGHQXQGVHKHQ sich dann mit einer weiteren Zusatzaufgabe konfrontiert, die Jobcoaches in den Schulalltag zu integrieren. Wichtige Informationen wie tagesaktuelle Veränderungen (Stundenausfälle, Vertretungen, Raumänderungen) können nicht immer rechtzeitig von den Schulen zu den Jobcoaches weitergegeben werden, sodass es zu Störungen des Unterrichts und Missverständnissen in der Kommunikation kommen kann. Hinsichtlich dieser Problematik wird deutlich, wie wichtig der gute Austausch und ein grundsätzlich vertrauensvoller Umgang zwischen Schulen und Jobcoach sind. Bei schulisch sehr schwachen Schüler*innen sind in Einzelfällen sehr wohl- wollende Benotungen festzustellen. Führt dies aus Sicht der Jobcoaches zu HLQHPXQJ¾QVWLJHQ(LQȵXVVDXIGLH6HOEVWZDKUQHKPXQJGHU6FK¾OHU LQQHQ oder auch dazu, dass Zugangsvoraussetzung für bestimmte Anschlussmaß- nahmen dann nicht erfüllt sind, suchen die Jobcoaches im Einzelfall das Ge- spräch mit Lehrer*innen, um auf diese Problematik aufmerksam zu machen. für die Familie sorgt dafür, dass sie sich so nicht ausreichend auf ihre Schul- laufbahn, die Inhalte aus dem Unterricht und ihre eigene Entwicklung konzen- trieren können. In der Elternarbeit versuchen wir, den Eltern diese Auswirkun- gen klar zu machen und tragfähige Kompromisse im Sinne der Jugendlichen ]XȴQGHQ Daneben ist der Eindruck entstanden, dass einige Eltern der SuS mehr Interesse an einer Jobcoach-Begleitung haben als der*die Schüler*in selbst. (LQLJH(OWHUQWHLOHP¸FKWHQ]ɋ%DQGHQ(LQ]HOWHUPLQHQLP%¾URSDUWL]LSLHUHQ um einen Einblick in die Arbeit zu erhalten und ihre Vorstellungen für die $XVELOGXQJVZDKOLKUHU.LQGHUHLQȵLH¡HQ]XODVVHQ'LHVNDQQGHQ)RUWVFKULWW GHU$XVELOGXQJVUHLIHKHPPHQGDGLHEHWURHQHQ6X6ZHQLJHUHLJHQVW¦QGLJH und selbstwirksame Erfahrungen machen können – dies gilt auch für die Anreise zum Büro, die von einem Teil der Eltern durch das Bringen mit dem Auto vorgenommen wird. Die Entwicklung einer eigenständigen Mobilität der SuS im Stadtgebiet kann durch die gut gemeinte Hilfestellung der Eltern oft erschwert werden. In der Summe hat sich aber gezeigt, dass das Miteinbeziehen der Eltern in die $UEHLW GHU -REFRDFKHV ¾EHUZLHJHQG HLQHQ SRVLWLYHQ (HNW DXI GHQ 9HUODXI des Begleitungsprozesses und damit letztlich auf das Ziel der Ausbildungs- UHLIHXQGGHU6FKDXQJHLQHU$QVFKOXVVSHUVSHNWLYHGHU6X6KDW0LWGLHVHU 0D¡QDKPH NDQQ ]ɋ% PDQJHOQGHV 9HUWUDXHQ GHU (OWHUQ LQ GLH -REFRDFK Begleitung wirksam ausgeräumt werden. 2.3 SCHULEN Die gute Zusammenarbeit mit den Schulen ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit von Jobcoach. Nach einem weiteren Jahr der Zusammenarbeit mit den verschiedenen Hauptschulen wird erneut deut- lich, dass die Kooperation zwischen Lehrkräften und Jobcoaches das gute *HOLQJHQ GHU %HUXIVZHJHEHJOHLWXQJ PD¡JHEOLFK EHHLQȵXVVHQ NDQQ 'LHVHV Zusammenwirken macht ein Kernelement der Jobcoach-Arbeit aus. Insgesamt ist die Bereitschaft der Schulen zur Zusammenarbeit hoch. Die Organisations- strukturen der vier Bonner Hauptschulen sind sehr unterschiedlich und erfordern viel Flexibilität seitens der Fachkräfte von Jobcoach. 2. Wichtige Themen in der Zusammenarbeit Erfahrungsbericht für das Schuljahr 2018/19Seite 11 von 26 12 | | 13 2.6 ARMUT Verhältnisse relativer Armut in den Familien der teilnehmenden SuS werden im Jobcoach-Programm seit Jahren beobachtet. Diese haben einen enormen (LQȵXVVDXIGLH7HLOKDEHP¸JOLFKNHLWHQXQG3HUVSHNWLYHQDXIGHP$UEHLWV- markt, was im Folgenden verdeutlicht wird. Der sozioökonomische Status der Eltern, die sich oftmals in keinem oder in SUHN¦UHQ %HVFK¦IWLJXQJVYHUK¦OWQLVVHQ EHȴQGHQ ZLUNW VLFK PDVVLY DXI GLH Bildungs- und Teilhabechancen der SuS aus. Schüler*innen mit arbeitslosen Eltern leben oftmals mit dem Vorbild, dass Arbeit sich nicht lohnt. Bestätigt I¾KOHQVLHVLFKXɋDGXUFKGHQ8PVWDQGGDVV7HLOHGHU$XVELOGXQJVYHUJ¾WXQJ mit dem Regelbedarf verrechnet werden. Ohne entsprechende Vorerfahrun- JHQGHU(OWHUQIHKOWLKQHQGDQQK¦XȴJGDV:LVVHQZLHPDQHLQ9RUVWHOOXQJV- gespräch führt, sich situationsangemessen kleidet oder Bewerbungsunterla- gen erstellt. 'LHPHLVWHQ3UREOHPHHQWVSULQJHQGHPQDFKȴQDQ]LHOOHQXQGGDPLWH[LVWHQ- ziellen Sorgen der Familien und deren Kindern. Diese Sorgen und Nöte werden EHVRQGHUVJHSU¦JWGXUFKGLHVFKZLHULJH:RKQVLWXDWLRQYLHOHU)DPLOLHQ]ɋ% in Asylbewerber*innen-Unterkünften oder in entsprechenden Quartieren der Stadt. Teilnehmende Schüler*innen leben mit ihren Familien oft auf engem Raum in Gebieten am Stadtrand. Ihnen fehlt so nicht nur ein eigenes Zimmer und/oder ein Zugang zu einem PC und Internet. Auch diese Ortsrandlage bringt weitere Nachteile. $XVGHUȴQDQ]LHOOEHODVWHWHQ*HVDPWVLWXDWLRQOHLWHWVLFK]XGHPDEGDVVGLH notwendigen Mittel für Bücher, Schulmaterial, Nachhilfe und sonstige schuli- sche Fördermaßnahmen fehlen. Auch außerschulische Lernprozesse wie die Teilnahme an Musik- oder Tanzunterricht, einem Sportverein oder Aktivitäten zur kulturellen Teilhabe sind unter den gegebenen monetären Voraussetzun- gen meist nicht umsetzbar. Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabe-Paket sind NRPSOL]LHUWLQGHU%HDQWUDJXQJXQGI¾UHLQH9ROOȴQDQ]LHUXQJGHUJHQDQQWHQ $QJHERWHLɋGɋ5QLFKWDXVUHLFKHQGΔQVEHVRQGHUHGHUKRKH%HGDUIDQ1DFK- hilfe im Einzelsetting kann durch BuT-Mittel nicht gedeckt werden. Diese beschriebenen Probleme wirken sich zudem sowohl auf die Möglich- keiten der Kommunikation (kein Handyguthaben) außerhalb der Schulsprech- stunden als auch auf die Mobilität im Stadtgebiet (kein Schüler-Ticket) aus. 2.4 BETRIEBE Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, stellen wir fest, dass es zunehmend VFKZLHULJHU ZLUG JHHLJQHWH 3UDNWLNXPVSO¦W]H EHL %HWULHEHQ ]X ȴQGHQ 'LH KRKHQ $QVSU¾FKH DQ GDV $UEHLWVYHUKDOWHQ ]ɋ% ]HLWOLFKH )OH[LELOLW¦W LP Schichtdienst oder in Handwerksberufen) bilden für unsere SuS eine hohe Hürde und müssen erst erlernt werden. Die Bereitschaft, einen vermeintlich „anstrengenden“ Ausbildungsberuf im Anschluss an ein Praktikum erlernen zu wollen, muss sehr mühsam erarbeitet werden. Eine Schwierigkeit ist immer öfter, dass viele Unternehmen zunehmend Online-Bewerbungsverfahren mit Vorauswahltests einsetzen, welche einer- seits viel Zeit zur gemeinsamen Bearbeitung in Anspruch nehmen und an- dererseits inhaltlich eine hohe Schwelle bedeuten und die SuS in ihren Aus- wahlmöglichkeiten einschränken. Andererseits haben wir immer wieder Betriebe, welche kontinuierlich Prakti- kant*innen aufnehmen – trotz der Vorurteile, mit denen Hauptschüler*innen oftmals zu kämpfen haben und an denen Bewerbungsverfahren vermutlich RIWVFKHLWHUQ+LHUHUOHEHQ6X62HQKHLWXQG:HUWVFK¦W]XQJGLHVLHEHLGHU erfolgreichen Absolvierung ihrer Praktika sehr unterstützen. 2.5 AGENTUR FÜR ARRBEIT Die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit hat sich als unterstützend erwiesen und ist sehr positiv. Die Teilnahme der Berufsberatenden an den UHJHOP¦¡LJ VWDWWȴQGHQGHQ (QWZLFNOXQJVNRQIHUHQ]HQ LQ GHQ 6FKXOHQ LVW HLQ KLOIUHLFKHV $UEHLWVPLWWHO 'LH %HUXIVEHUDWHQGHQ ]HLJHQ VLFK VWHWV RHQ I¾U den Austausch mit den am Prozess beteiligten Akteur*innen. Die zeitnahe und verlässliche Initiierung bzw. Umsetzung von gezielten Förderungen oder Testungen sind hierbei das Ergebnis. Eine größere Präsenz der Reha-Berater*innen, die in der Regel nicht an den Konferenzen teilnehmen können und auch nur selten an der Schule eine Sprechstunde anbieten, wäre wünschenswert. 2. Wichtige Themen in der Zusammenarbeit Erfahrungsbericht für das Schuljahr 2018/19Seite 12 von 26 14 | | 15 Jobcoach begegnet dieser komplexen Problematik mit materieller Unter- VW¾W]XQJI¾UDOOHWHLOQHKPHQGHQ6X6]ɋ%GHU)LQDQ]LHUXQJXQGGHP%HUHLW- stellen von: Pass- und Bewerbungsfotos Bewerbungsunterlagen Zudem können im Rahmen des Jobcoach-Programms im Einzelfall weitere materielle Sachwerte zur Verfügung gestellt werden: Arbeitsschuhe, die für bestimmte Praktikumsstellen Voraussetzung sind Fahrkarten für den ÖPNV (Vorstellungsgespräche, Termine bei Jobcoach, Probearbeiten etc.) Begleitung zu wichtigen, schwer zu erreichenden oder weiter entfernten Terminen mit dem Auto Kostenlose Nachhilfe und Einzelförderung durch Ehrenamtler*innen (vergl. dazu das Kapitel zur Zusammenarbeit mit den Institutionen) Mittel für Impfungen, Atteste, Erste-Hilfe-Kurse, Führungszeugnisse, die für manche Praktikumsstellen Voraussetzung sind Bücher zum Leseverstehen Computerkurse in den Jobcoach-Räumlichkeiten Ohne diese Unterstützung wären es den teilnehmenden SuS aufgrund ihrer gesellschaftlich benachteiligten Lage mitunter nicht möglich, den Anforde- rungen des Ausbildungsmarktes gerecht zu werden. Mit der materiellen Förderung erhöhen sich ihre Chancen, einen Zugang zu Ausbildungs- und Weiterbildungsangeboten zu erhalten und eine tragfähige Zukunftsperspek- tive zu entwickeln. Bildquelle: Scott Webb auf unsplash.com 2. Wichtige Themen in der ZusammenarbeitSeite 13 von 26 3. DAS KONZEPT 3.1 ZIELSETZUNG, KOOSTENTRÄGER UNDD TEILNNEHMENDEE SCHULEN Jobcoach betreut mit 3,2 pädagogischen Fachkräften gleichzeitig bis zu 80 SuS, bei denen ohne die sozialpädagogische Maßnahme mit Schwierigkeiten beim Übergang von der Schule ins Berufsleben zu rechnen wäre. Die Betreuung ȴQGHWDQDOOHQ%RQQHU+DXSWVFKXOHQVWDWW Da das Jobcoach-Programm präventiv arbeitet, werden im Programm aus- VFKOLH¡OLFK6X6EHJOHLWHWGLHQRFKVFKXOSȵLFKWLJVLQG'LH%HJOHLWXQJVROODP Ende der 8. Klasse bzw. spätestens im vorletzten Schulbesuchsjahr beginnen. 'DV3URMHNW-REFRDFKȴQDQ]LHUWVLFKDXV0LWWHOQGHV$PWHVI¾U.LQGHU-XJHQG und Familie. Das Amt ist aber nicht nur Geldgeber: Die seit vielen Jahren enge XQGHHNWLYH=XVDPPHQDUEHLWPLWGHU-XJHQGEHUXIVKLOIHGHU6WDGW%RQQLVW ein wichtiger Baustein für unsere erfolgreiche Arbeit. Ziel des Jobcoach-Programms ist die Sicherung und Verbesserung der Ausbil- dungsfähigkeit solcher SuS, für die aufgrund ihrer bisherigen Schullaufbahn zu erwarten ist, dass sie die Herausforderungen am Übergang von der Schule LQGHQ%HUXIQLFKWDXVHLJHQHU.UDIWHUIROJUHLFKEHZ¦OWLJHQN¸QQHQ+¦XȴJLVW kein oder nur ein schwacher Hauptschulabschluss zu erwarten und entspre- chend gering sind die Chancen dieser SuS, auf dem Ausbildungsmarkt einen Ausbildungsplatz zu erhalten und an dem vorhandenen Angebot teilzuhaben. 9LHOHGHU6X6]HLJHQHLQSDVVLYYHUZHLJHUQGHV9HUKDOWHQXQGNRPPHQK¦XȴJ aus sog. bildungs- bzw. arbeitsfernen Milieus. Jobcoach betreut diese SuS mit der Intention, eine passgenaue individualisierte Vermittlung zum Ende der Schulzeit zu erreichen. 3.2 DIE EINBETTUNG IN DAS PROJEKT „FÖRDERUNG DERR AUSBILDUNGSRREIFE“ Ziel des Konzeptes „Förderung der Ausbildungsreife“ ist es, mit einem frühen prophylaktischen Ansatz eine Förderstruktur zu etablieren, die individuell, bedarfsgerecht, strukturiert, konsequent und „eng“ an der*dem Schüler*in Wirkung entfaltet. Jobcoach betreut SuS in Phase I der im Kooperationsver- trag „Übergang Schule – Beruf“ festgehaltenen Phasen zur Förderung der Aus- bildungsreife. Dabei wird unser institutionelles Fachwissen aus dem Bereich GHU-XJHQGKLOIHVFKRQEHLGHUΔGHQWLȴ]LHUXQJGHV)¸UGHUEHGDUIVXQGEHLGHU Erstellung des Förderplans genutzt. Durch eine frühe Betreuung wird eine an den individuellen Interessen und Stärken orientierte Vermittlung nach Beendigung der Schulzeit erreicht und im Idealfall so ein Bezug von Leis- tungen nach dem SGB II perspektivisch vermieden. Jugendliche sollen Hilfe ]XU %HUXIVȴQGXQJ HUKDOWHQ LKUH $XVELOGXQJVUHLIH VROO JHI¸UGHUW XQG GDPLW EHVWP¸JOLFKH%HGLQJXQJHQ]XP6WDUWLQGLH$UEHLWVZHOWJHVFKDHQZHUGHQ Die Koordination der Förderung liegt bei der Jugendberufshilfe. Die Auswahl, welche SuS eine Unterstützung durch das Projekt Jobcoach erhalten, wird von GHU-XJHQGEHUXIVKLOIHGHQ/HKUNU¦IWHQXQG-REFRDFKJHPHLQVDPJHWURHQ Jobcoach wird nach Durchführung der Potenzialanalyse tätig. Vor dem Ein- VWLHJLQGHQ$UEHLWVSUR]HVVGXUFK-REFRDFKȴQGHWHLQΔQIRUPDWLRQVJHVSU¦FK mit den Lehrkräften statt, in dem der*die Jugendliche mit seinen*ihren Stär- ken und Schwächen sowie der angedachten Unterstützung besprochen wird. Der individuelle Unterstützungsbedarf der SuS wird in einem Entwicklungs- plan festgehalten. Jobcoach betreut die SuS auf der Grundlage dieses Plans. Dieser kann angepasst werden, wenn sich im Rahmen der Betreuung neue Ziele ergeben. Um die Ausbildungsreife zu fördern, sind bestimmte persönliche (individu- elle) Einstellungen bzw. Verhaltensweisen unabdingbar, die eine große Anzahl von SuS zu Beginn des Programms nicht oder nur unzureichend ausgeprägt aufweisen. 16 | | 17 Erfahrungsbericht für das Schuljahr 2018/19Seite 14 von 26 Die Intensität der Betreuung ist an den Bedürfnissen der SuS ausgerichtet. An folgendem Leitfaden zum Jobcoach-Prozess orientieren sich die Mitarbei- tenden in ihrer Tätigkeit: Um eine umfassende, intensive und transparente Beratung zu gewährleis- ten, ist der Jobcoach-Prozess inhaltlich und im zeitlichen Ablauf eindeutig strukturiert. Dabei gilt es, möglichst alle Prozessschritte und Ziele unter der Maßgabe des Verhaltens der SuS umzusetzen. Zunächst versucht die Jobcoach-Fachkraft eine ungestörte Gesprächsatmo- sphäre mit der erforderlichen Empathie herzustellen. Dabei wirkt er*sie auf die aktive Teilnahme und die Entwicklung der Gesprächskompetenz der SuS HLQ'HUHQ%HȴQGOLFKNHLWHQZHUGHQGXUFKJ¦QJLJEHREDFKWHWXQGEHL%HGDUI UHȵHNWLHUW'LH6X6N¸QQHQPLWHLJHQHQ9RUVWHOOXQJHQXQG:¾QVFKHQMHGHU- ]HLWDXIGHQ9HUODXI(LQȵXVVQHKPHQ Um die Fähigkeit zur Selbstinformation als Arbeitsgrundlage zu stärken, lernen die SuS nicht nur die entscheidenden Medien zur Berufserkundung und -wahl kennen, sondern sie auch selbstständig zu nutzen. Es folgt die Auswertung bisheriger berufsbezogener Eindrücke aus dem sozi- alen Umfeld unter Einbezug der evtl. Berufspraxis und der seitens der Schule HUVWHOOWHQ3RWHQ]LDODQDO\VHXQGGHV3HUV¸QOLFKNHLWVSURȴOV'LHLP9HUIDKUHQ durchgeführten Neigungstests und eine Stärken-Schwächen–Bilanz bilden die Grundlage für weitere Verhaltensanalysen und -auswirkungen, die mit den SuS erörtert werden. Die SuS werden ermutigt, ihre bisherigen Berufswünsche zu benennen, die Gründe zu erläutern und kommen mit dem Anspruch an eine realistische Perspektive in Kontakt. Vorschläge zur Berufswahl von außen (Elternhaus, Verwandten- und Freundeskreis) werden berücksichtigt. Die SuS erstellen eine Liste der für sie interessanten Berufe, deren Berufs- ELOGHUVLHEHDUEHLWHQ'DEHL¾EHQVLH7H[WYHUVW¦QGQLVEHQXW]HQ)DFKEHJULH XQG)UHPGZ¸UWHU'LHVHUP¸JOLFKWEHUHLWVNO¦UHQGH6FKULWWH]XUΔGHQWLȴNDWLRQ mit den typischen Tätigkeitsmerkmalen oder zu deren Ablehnung, so dass eine Rangbildung bei den Berufswünschen erfolgt. Die benannten Berufe werden auf ihre Voraussetzungen bezüglich schulischer und persönlicher Hierzu gehören insbesondere: Regelmäßige Teilnahme/mit Zu- und Absagen von Terminen, Bereitschaft zu Terminen im Büro Zuverlässigkeit in der Einhaltung von Absprachen Selbstständiges zielgerichtetes Handeln Selbstsicherheit/Selbstpräsentation. An diesen sogenannten Softskills muss in der ersten Betreuungsphase des Jobcoach-Prozesses intensiv gearbeitet werden. Auf dieser Grundlage lassen sich anschließend weitere Kompetenzen entwickeln. 3.3 DER BETREUUNGSSVERLAUF Die Teilnahme am Jobcoach-Programm beginnt mit der schriftlichen Anmel- GXQJGHU GHV6FK¾OHU LQGXUFKGLH(OWHUQΔP9RUIHOGȴQGHWHLQΔQIRWHUPLQ mit der*dem Schüler*in und in manchen Fällen auch mit den Eltern statt. Dieser dient dazu, die Motivation zur Mitarbeit mit SuS (und Eltern) zu klä- ren. Jobcoach setzt voraus, dass der*die Teilnehmende an einer Teilnahme interessiert ist und motiviert mitarbeitet. Bei fehlender Motivation kann die Teilnahme von Seiten des Trägers beendet werden. Auch der*die Schüler*in hat die Möglichkeit, die Teilnahme in begründeten Fällen zu beenden. In der Regel endet die Teilnahme mit der Vermittlung in eine Ausbildung oder eine andere weiterführende Maßnahme. Die Teilnahme kann in Einzelfällen auch über die Vermittlung hinaus weitergeführt werden, wenn zu erwarten ist, dass dies der*dem Schüler*in nachhaltig bei der Bewältigung des Übergangs von der Schule zur Berufswelt helfen kann. In diesem Fall kann der*die Schü- ler*in bis zu einem halben Jahr nach Beendigung der Schule begleitet werden. 18 | | 19 3. Das Konzept Erfahrungsbericht für das Schuljahr 2018/19Seite 15 von 26 Einzelne Ablaufphasen können nach individuellen Bedarfen von SuS variiert, DQJHSDVVWRGHUZLHGHUKROWZHUGHQXP'Hȴ]LWHDXI]XDUEHLWHQXQG9HUKDOWHQ zu optimieren. .RPSHWHQ]HQ¾EHUSU¾IWXQGPLWGHQYRUKDQGHQHQ6X63URȴOHQYHUJOLFKHQ Spätestens hier sollen SuS zu realistischen Einschätzungen ihrer Berufswahl kommen. Dabei werden auch die große Bedeutung von Zeugnisnoten und die Auswirkungen von Praktika auf Personalentscheidende in Unternehmen verdeutlicht. Der Jobcoach unterstützt die SuS bedeutend bei der Vorbereitung und Aus- wertung von Schulpraktika, damit für das Praktikum ein guter Verlauf initiiert und die Wirkung auf den angestrebten Beruf verstanden wird. Die Bestäti- gung oder Ablehnung eines Berufswunsches konkretisiert sich mit den Pra- xisphasen. In der Elternarbeit steht ein Austausch über die erarbeiteten Ergebnisse im Mittelpunkt. Von den Eltern und anderen Seiten – insbesondere Lehrkräfte, %HUXIVEHUDWHQGHȂLVWHLQH6WHOOXQJQDKPHE]Z%HVW¦WLJXQJGHUEHUXȵLFKHQ Vorstellungen erforderlich. Zum Bewerbungsverfahren auf einen Ausbildungsberuf, den Besuch eines %HUXIVNROOHJV RGHU DXFK ]XU $XIQDKPH HLQHV EHUXȵLFKHQ )¸UGHUSURJUDP- mes ist eine hohe Aktivität und tiefere Einsicht in die eigene Person gefragt. Die SuS nehmen die Ausbildungsstellensuche auf, analysieren die Ausschrei- bungen und bewerben sich auf weitgehend passgenaue Ausbildungsstellen oder Bildungsgänge. Sie werden in die Lage versetzt, einen Lebenslauf zu schreiben und – meist unter großen Anstrengungen – das Bewerbungsanschreiben zu verfassen. Sie erstellen dazu unter Anleitung der Jobcoaches sehr sorgfältig die erfor- derlichen Bewerbungsunterlagen mit einem Deckblatt und Bewerbungsfoto, Zeugnissen und Praktikumsbeurteilungen sowie eventuell weiteren Teilnah- mebescheinigungen und Urkunden. Die SuS werden gezielt auf Vorstellungsgespräche vorbereitet, in denen sie dann auch in der Lage sein sollten, ihre bisherigen Leistungen und eigenen Vorstellungen schlüssig darzustellen und auf das Unternehmen und den konkreten Beruf einzugehen. Bildquelle: Ben Mullins auf unsplash.com20 | 3. Das Konzept Erfahrungsbericht für das Schuljahr 2018/19Seite 16 von 26 Die Darstellung der Arbeits- und Aufgabenschwerpunkte der Jobcoaches erfolgt exemplarisch anhand der Schilderung einiger Fallbeispiele, bei denen die typischen Fragen und Betreuungsbedarfe der von uns be- treuten Jugendlichen deutlich werden. 4. DIE ARBEITSSCHWERPUNKTE 4.1 FALLBEISPIEL B: ENGAGEMENT UND ZZUVERLÄSSIGKEIT KKÖNNEEN WICHTIGGER SEIN ALS SCHULNOTEEN Dieses Fallbeispiel zeigt auf, dass nicht nur gute schulische Leistungen den Weg in eine Berufsausbildung ebnen können, sondern dass auch Engagement und Zuverlässigkeit entscheidende Faktoren sein können. Darüber hinaus wird deutlich, dass auch SuS mit guten persönlichen Voraussetzungen auf die sozialpädagogische Begleitung von Jobcoach angewiesen sind, um die komplexen Anforderungen der Berufsorientierung bewältigen zu können. Die Schülerin B. kommt 2014 mit ihren Eltern und ihren drei jüngeren Geschwistern von Russland nach Deutschland. In der 9. Klasse erhält sie mit 15 Jahren die Unterstützung durch eine Jobcoach-Fachkraft. In den Haupt- fächern liegen ihre schulischen Leistungen im ausreichenden Bereich. Schon zu Beginn der Jobcoach-Begleitung stellt sich heraus, dass B. sehr eigenständig ist. Sie hält sich an Absprachen und erscheint stets pünktlich zu Terminen. Bei der Praktikumssuche hat sie ein gutes Gefühl dafür, was für sie realistisch ist und entschließt sich zu einem Schülerpraktikum bei einem Augenarzt als Medizinische Fachangestellte. Hier erhält sie durch ihr hilfsbe- reites Wesen und ihre umsichtige Art, zu sehen wo Arbeit anfällt, sehr gute Bewertungen. Zudem ist sie sehr ehrgeizig und scheint zu wissen, dass sie ihre mittelmäßigen Noten durch Fleiß und Zuverlässigkeit ausgleichen kann. Ihr zweites Praktikum absolviert sie bei einem Zahnarzt als Zahnmedizinische Fachangestellte. Auch dieses Praktikum läuft sehr gut. Da sie sich unsicher LVWLQZHOFKHP%HUHLFKVLHVLFKEHUXȵLFKHQWZLFNHOQP¸FKWHHQWVFKOLH¡WVLH VLFK ]X HLQHP IUHLZLOOLJHQ 3UDNWLNXP LQ GHU 3ȵHJH Z¦KUHQG GHU 6FKXOIHULHQ und schaut sich alle Abteilungen an. Dabei nutzt sie das Unterstützungsangebot der Jobcoaches umfänglich, lässt sich in den Bewerbungsphasen beraten und nimmt Vorschläge an. Sie macht Z¦KUHQG GHV JHVDPWHQ %HUDWXQJVSUR]HVVHV HLQHQ UHȵHNWLHUWHQ (LQGUXFN und verhält sich entscheidungsfreudig. Da sie sich nach ihren verschiedenen Praktika noch immer unsicher und zudem neugierig auf weitere Berufsfelder ist, entschließt sie sich zu einem weiteren freiwilligen Praktikum während der Schulzeit am Nachmittag im Verkauf. Nachdem sie durch die unterschiedli- chen Praxiseinsätze viele verschiedene Bereiche kennengelernt hat, festigt sich ihr Wunsch, eine Ausbildung als Zahnmedizinische Fachangestellte zu absolvieren. B. erreicht einen ausreichenden Hauptschulabschluss und be- wirbt sich bei verschiedenen Zahnarztpraxen um eine Ausbildung. Innerhalb kurzer Zeit wird sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, leistet Probe- arbeit und erhält prompt einen Ausbildungsvertrag. Da B.s Eltern nur wenig Deutsch sprechen, können sie ihrer Tochter bei den Ausbildungsvorbereitungen nur eingeschränkt zur Seite stehen. B. erhält bei der Durchsicht des Vertrags die Unterstützung ihrer Jobcoach-Begleitung. Dabei fällt auf, dass der Ausbildungsvertrag in einer Zusatzvereinbarung die Androhung einer Konventionalstrafe bei vorzeitigem Abbruch der Ausbil- dung beinhaltet. Die Recherche ergibt, dass diese Klausel in einem Ausbil- dungsvertrag unzulässig ist. Nach längerer Überlegung, Gesprächen mit der Jobcoach-Begleitung und in Rücksprache mit ihren Eltern entschließt sich B. dazu, diesen Vertrag nicht zu unterzeichnen und den Ausbildungsplatz nicht anzutreten. Glücklicherweise erfolgt auch auf eine andere ihrer Bewerbungen ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch. Sie erhält auch dort das Angebot einer Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten. B.s Engagement, zusätzliche freiwillige Praktika zu absolvieren sowie die Eigenständigkeit und Zuverlässigkeit wurden von dem Zahnarzt als wichtige Faktoren für eine erfolgreiche Ausbildung anerkannt. Ihre Noten allein waren EHLGHU$XVZDKOHLQHU$XV]XELOGHQGHQRHQVLFKWOLFKQLFKWDXVVFKODJJHEHQG Aufgrund B.s schulischer Schwierigkeiten wurden mithilfe von Jobcoach aus- bildungsbegleitende Hilfen über die Agentur für Arbeit installiert. B.s per- sönliche Ressourcen konnten durch die Begleitung einer Jobcoach-Fachkraft gefördert und gefestigt werden. Sie wurde im Begleitungsprozess zuneh- mend sicherer und sich ihrer Möglichkeiten bewusster. Zudem konnte sich B. bei den kleinen ‚Stolperfallen‘ im Bewerbungsprozess auf die Hilfe und den Rat ihrer Jobcoach-Ansprechpartnerin verlassen. 22 | | 23 Erfahrungsbericht für das Schuljahr 2018/19Seite 17 von 26 Ihr erstes Praktikum in der 9. Klasse absolviert sie wunschgemäß in einer Bäckerei als Bäckereifachverkäuferin. A. wird nach dem Praktikum, für das sie eine sehr gute Bewertung erhält, eine Ausbildung in diesem Betrieb in Aussicht gestellt. A. lehnt dies mit der Begründung ab, die Tätigkeit sei ihr zu anstrengend. Eine ähnliche Erfahrung macht sie im zweiten Praktikum in GHU.ODVVHDOV.LQGHUSȵHJHULQLQHLQHU%RQQHU.LQGHUWDJHVVW¦WWH'LHVH bescheinigt A. gute Eignung – A. entscheidet aus ähnlichen Gründen wie jenen aus dem 1. Praktikum dagegen, sich weiterhin mit der Annäherung an das Berufsbild zu beschäftigen. Die Dringlichkeit der Berufsorientierung, die in der 10. Klasse ansteht, ist A. durch den Jobcoach zunächst nicht ausreichend zu vermitteln. Erst sehr spät äußert A. den Wunsch, den Tätigkeitsbereich einer Pharmazeutisch- Kaufmännischen Angestellten in einer Apotheke kennenlernen zu wollen. Mithilfe von Jobcoach bewirbt sie sich für ein dreitägiges freiwilliges Praktikum in den Weihnachtsferien in einer Apotheke. Auch in diesem Praktikum ist die Rückmeldung seitens der Praxisstelle positiv. A. ist begeistert und kann sich den Beruf der PKA gut vorstellen. Gemeinsam mit ihrer Jobcoach-Begleitung schickt sie fünf Bewerbungen ab. Parallel bewirbt sich A. zur Sicherheit als „Plan B“ an einem Berufskolleg für die zweijährige Berufsfachschule für Gesundheit und Soziales (Abschluss Fachhochschulreife) und erhält eine Zusage. A. kann in zwei Apotheken Probetage absolvieren und erhält am Ende das Angebot eines Ausbildungsplatzes. A.s Mutter steht einer Ausbildung weiterhin kritisch gegenüber, da sie den weiteren schulischen Werdegang ihrer Tochter zum Abitur präferieren würde. Um ihre Unterstützung zu sichern, wird sie in einem gemeinsamen Gespräch mit A., der zuständigen Apothekerin und der Jobcoach-Begleitung über die 5DKPHQEHGLQJXQJHQGHU$XVELOGXQJ]XU3.$DXIJHNO¦UW ȴQDQ]LHOOH$VSHNWH und Konditionen wie Urlaubstage und zusätzliche Angebote spielen hierbei die größte Rolle). Sie stimmt der Ausbildung als PKA jedoch zu. Zwischenzeitlich hat A. unter großen Anstrengungen eine mittelmäßige Fachoberschulreife mit GHU4XDOLȴNDWLRQ]XUJ\PQDVLDOHQ2EHUVWXIHHUKDOWHQ$HUK¦OWHLQHQ$XV- bildungsvertrag. Alle erforderlichen Formalia werden mithilfe von Jobcoach erledigt und A. startet mit der Ausbildung. 4.2 FALLBEISPIEL A: AUCH DER BESTE RATT KANN INS LEERE LAUFEENN Dieses Fallbeispiel zeigt auf, dass Jobcoach trotz engmaschiger Begleitung XQG%HUDWXQJGHU6FK¾OHULQVRZLHGHU0XWWHURHQVLFKWOLFKQLFKWYHUPLWWHOQ konnte, dass eine Ausbildung zur Pharmazeutisch-Kaufmännischen Assisten- WLQGLHEHVVHUH&KDQFHI¾ULKUHEHUXȵLFKH=XNXQIWK¦WWHVHLQN¸QQHQDOVGHU von der Mutter angestrebte akademische Weg. Jobcoach-Fachkräfte können viel tun, um einen realistischen Abgleich von Möglichkeiten und Vorstellungen der SuS vorzunehmen, erforderliche Schritte zur Verwirklichung von Berufs- Z¾QVFKHQLQGLH:HJH]XOHLWHQXQGHLQHQSRVLWLYHQ(LQȵXVVDXIGLHYRUKDQ- denen Ressourcen der SuS zu nehmen. Ob die jungen Menschen und ihre Eltern diesen Ratschlägen aber folgen, entzieht sich dem Handlungsspiel- raum unserer Fachkräfte. A. ist 16 Jahre alt. Sie ist im Sommer 2015 von Syrien mit ihrer Mutter und zwei älteren Brüdern nach Bonn gekommen, ihr Vater und ihre Schwester sind im Ausland verblieben. Zwischen dem Aufenthalt in der Grundschule in Syrien und der Internationalen Vorbereitungsklasse an einer Bonner Real- schule lagen ca. 1,5 Jahre, in denen A. keine Schule besuchte. Als die Beglei- tung durch Jobcoach beginnt, ist A. seit 2017 Schülerin in einer Regelklasse im 9. Schuljahr einer Bonner Hauptschule. A.s Mutter ist gelernte Schneiderin und hat in Deutschland keine Beschäf- tigung. Darüber hinaus verfügt sie nur über wenige soziale Kontakte und spricht sehr wenig Deutsch. A. ist ein sehr freundliches und verträumtes 0¦GFKHQΔKUHVFKXOLVFKHQ/HLVWXQJHQEHȴQGHQVLFKLPPLWWOHUHQ%HUHLFK mit Aussicht auf die Fachoberschulreife. A.s Mutter äußert den Wunsch, dass ihre Tochter auf jeden Fall das Abitur machen solle. Die Berufsorientierung verläuft eine Zeit lang ohne nennenswerte Ergebnisse: A. ist realistischen Berufsperspektiven gegenüber sehr wählerisch und schließt die meisten 2SWLRQHQI¾UVLFKDXVGDNOHLQHUH'HWDLOVLKUHU9RUVWHOOXQJHLQHUEHUXȵLFKHQ Tätigkeit nicht entsprechen. 24 | | 25 4. Die Arbeitsschwerpunkte Erfahrungsbericht für das Schuljahr 2018/19Seite 18 von 26 Mit Hilfe von Jobcoach bewirbt er sich bei einem Karosseriebetrieb und kann dort ein Praktikum als Karosseriebauer machen. Zu Beginn des Praktikums hat C. Anlaufschwierigkeiten, verspätet sich gelegentlich morgens und benötigt viel Motivation der Jobcoach-Begleitung, um durchzuhalten. Nach dem vier- ten Tag wird das Praktikum seitens des Betriebs beendet. Als Grund für den Abbruch wird C. und der Jobcoach-Fachkraft mitgeteilt, C. habe ohne Abspra- FKH]XIU¾KGHQ%HWULHEYHUODVVHQ1RWJHGUXQJHQVXFKWXQGȴQGHWHUPLWKLOIH seiner Begleitung ein Praktikum als Verkäufer in einem großen Supermarkt. Dieses Praktikum läuft gut. Die klaren Anweisungen im Praktikum kann C. gut umsetzen, sodass er hier eine gute Bewertung erhält. In der Schule hat C. weiterhin Schwierigkeiten mit den Leistungsanforderun- gen. C.s Mutter ist sehr besorgt aufgrund der Situation ihres Sohnes. Für die Mutter ist es sehr schwer zu akzeptieren, dass seine Noten für einen +DXSWVFKXODEVFKOXVV QLFKW DXVUHLFKHQ N¸QQWHQ (V ȴQGHQ YLHOH *HVSU¦FKH zwischen C.s Mutter und der Jobcoach-Begleitung statt, um sie mit den Möglichkeiten vertraut zu machen, die ihrem Sohn mit einem Abgangszeug- QLVRHQVWHKHQ &VFKDWGLH.ODVVHWDWV¦FKOLFKQLFKWXQGHUK¦OWHLQ$EJDQJV]HXJQLV'D er handwerklich interessiert ist, wird mit seinem Einverständnis über seine Jobcoach-Begleitung ein Kontakt zur Jugendwerkstatt hergestellt. Da C.s Mutter aber weiterhin skeptisch ist, wird über die Jobcoach-Fachkraft ein ge- meinsamer Termin in der Jugendwerkstatt vereinbart. C.s Mutter ist nach dem Gespräch mit den Mitarbeiter*innen und dem Besuch der Räumlichkeiten der Jugendwerkstatt von der Planung überzeugt und stimmt einer Teilnahme ihres Sohnes zu. C. wird im Bereich der Fahrradtechnik aufgenommen und erhält somit die Chan- ce, seinen Hauptschulabschluss zu erreichen. C. kommt dort gut an und kann sich in dem niederschwelligen Rahmen der Jugendwerkstatt gut integrieren. Nach einer Woche bricht A. die Ausbildung plötzlich ab. Die Apothekerin ist verärgert. Nicht nur, dass ihre Bemühungen umsonst waren, sie muss sich nun im bereits begonnenen Ausbildungsjahr um eine Nachbesetzung des Ausbildungsplatzes kümmern. A. meldet zurück, dass sie sich in den ersten Tagen der Ausbildung umentschieden habe, doch lieber weiter zur Schule gehen zu wollen. Die Ausbildung sei ihr zu anstrengend gewesen und habe doch nicht ihrer anfänglichen Vorstellung entsprochen. Entgegen der Absprache mit der Jobcoach-Begleitung hatte sie den Schulplatz am Berufs- kolleg vor Beginn der Ausbildung nicht abgesagt und diesen etwas verspätet angetreten. Nach dem 1. Quartal an der Berufsfachschule des Berufskollegs wird Jobcoach von der zuständigen sozialpädagogischen Fachkraft des Be- rufskollegs mitgeteilt, dass A. den Anforderungen des Bildungsgangs nicht JHZDFKVHQLVWGLH.ODVVHQLFKWVFKDHQZLUGXQGGDV%HUXIVNROOHJPLWJUR¡HU Wahrscheinlichkeit daher wird verlassen müssen. 4.3 FALLBEISPIEL C: EINE GUTE PERSPEKTIIVE AUCH OHNE AABSCHLUSS Anhand des Beispiels von C. wird ersichtlich, dass trotz sozialpädagogischer Unterstützung nicht alle Probleme gelöst werden können, die Hauptschü- ler*innen bewältigen müssen. Umso wichtiger sind daher Angebote wie das der Jugendwerkstatt, welches C. trotz seiner problematischen Situation einen Anschluss bieten konnte. Ohne die Jobcoach-Begleitung wäre in C.s Fall der Weg in eine weitere Bildungsmöglichkeit aufgrund der Unkenntnis über die Angebote für SuS mit Abgangszeugnis sicher erschwert und die Beantra- gung von Sozialleistungen damit sehr wahrscheinlich gewesen. C. migrierte 2015 mit seiner Mutter und seinen zwei älteren Geschwistern von Tschetschenien nach Deutschland. Zu C.s Vater besteht kein Kontakt. C. ist ein sehr schüchterner und in sich gekehrter Junge. In der 9. Klasse beginnt die Begleitung durch Jobcoach. Seine schulischen Leistungen sind im ausreichenden bis mangelhaften Bereich. Er beteiligt sich sowohl am Unterricht als auch am Schulleben nur wenig. Im Laufe der Berufsorientierung stellt sich heraus, dass C. sich gerne im handwerklichen Bereich erproben möchte. 26 | | 27 4. Die Arbeitsschwerpunkte Erfahrungsbericht für das Schuljahr 2018/19Seite 19 von 26 AUGUST MACKE 19* SuS ST. HEDWIG 24 SuS JOHANNES RAU 26 SuS 18* SuS * Davon 1 NB 5. ZAHLEN UND FAKTEN 5.1 VERTEILUNG DER TEILNEHMENDENN IM SCCHHULJAHR ZU SCHULENN Die nachfolgenden statistischen Angaben beziehen sich auf den Zeitraum vom 1. August 2018 bis zum 31. Juli 2019. In dieser Zeit haben insgesamt 87 Schülerinnen und Schüler am Jobcoach-Programm teilgenommen. 78 SuS hatten einen Migrationshintergrund. Das Geschlechterverhältnis war mit 44 weiblichen Teilnehmerinnen im Ver- gleich zu 43 männlichen Teilnehmern sehr ausgeglichen. Am Programm teilgenommen haben die 4 Bonner Hauptschulen. Die 80 Be- treuungsplätze wurden den Schulen möglichst gleichmäßig angeboten (ca. 20 Plätze pro Schule). Dieses Jahr verließen nur 7 SuS das Programm aus unterschiedlichen Grün- den (Umzug, Missverständnisse über den Umfang der Jobcoach-Begleitung; .ROOLVLRQ]ɋ%PLW)X¡EDOO7UDLQLQJ]XKRKH8Q]XYHUO¦VVLJNHLWHWF 5.2 STRUKTUR DER TEEILNEHMENDEN NNACH KKLLASSEN Von den 87 Schülerinnen und Schülern befanden sich zum Schuljahresende 2018/2019 50 SuS in Klasse 9, 35 in Klasse 10, 2 wurden nachbetreut. 87 SuS 5 0 * 3 5 * * 2 * 3 vorzeitig ausgeschieden **2 Abgänge (1 Ausbildung, 1 Jugendwerkstatt) 10. Klasse Nachbetreut9. Klasse | 29 Erfahrungsbericht für das Schuljahr 2018/19Seite 20 von 26 13 Ausbildung 18 Berufsfachschule 1 Jugendwerkstatt 2 BVB 5.3 VERMITTLLUNG IM SCCHUULLJAHR 22018/22019 Zum Schuljahreswechsel haben 34 SuS, die am Jobcoach-Programm teilgenommen haben, nach der 10. Klasse die Schule verlassen. Hier- von konnten 13 in eine Ausbildung vermittelt werden. Das ist erneut ein sehr gutes Ergebnis. Eine Beson- derheit war, dass eine Schülerin der 9. Klasse in einem Blumenladen ein so gutes Praktikum als Floristin ge- macht hat, dass ihr dort sofort eine Ausbildung angeboten wurde. Die Schülerin entschied sich daraufhin, die Schule nach der 9. Klasse zu ver- lassen und begann die Ausbildung. 18 SuS wechselten auf ein Berufs- kolleg, da sie die für eine Ausbildung erforderliche Ausbildungsreife noch nicht erlangt haben. Hier wurde im Vorfeld erarbeitet, welches Berufs- kolleg „das Richtige“ ist, damit es zu dem angestrebten Beruf passt und zur Berufsvorbereitung wirklich sinnvoll ist. 2 Schüler wechselten in eine BvB, 1 Schüler entschied sich, nach der 9. Klasse die Schule zu ver- lassen und wechselte in die Jugend- werkstatt. 5.4 ERREICHTE SCHULABSCHLÜSSE In diesem Jahr musste kein*e Schüler*in die Schule ohne Schulabschluss verlassen. 13 SuS erreichten die Fachoberschulreife und 19 den erweiterten Hauptschulabschluss. Die besseren Schulabschlüsse führen wir auch darauf zurück, dass wir im letzten Jahr regelmäßige Einzelnachhilfe durch Ehren- amtler*innen in unseren Räumlichkeiten zur Verfügung stellen konnten. Durch die Einzelfallbegleitung der Jobcoaches und die in- tensive Beschäftigung mit den angestrebten Berufsbildern konnten passgenaue Berufe für jede*n Einzelne*n erarbei- tet werden und so die Arbeit erfolgreich beendet werden. August-Macke-HS Karl-Simrock-HS St. Hedwig-HS Johannes-Rau-HS FOR 2 3 2 6 Klasse 10 3 4 5 7 Klasse 9 1 1 7 5 14 8 30 | | 31 5. Zahlen und Fakten Erfahrungsbericht für das Schuljahr 2018/19Seite 21 von 26 5.5 STRUKTUR DER TEEILNEHMENDEN ZZUM JAAHHRESENDE Im Dezember 2019 wurden 83 Jugendliche betreut. Es wurden im Dezember drei SuS zusätzlich aufgenommen und mit der Begleitung begonnen, da abzusehen ist, dass im Januar 2020 drei SuS ausscheiden werden (Umzug, Schulwechsel). Der Bedarf ist nach wie vor sehr hoch. Durch die langjährige Tätigkeit der Jobcoaches an den Schulen haben sich die Vorteile von deren Betreuung unter den SuS herumgesprochen. Dadurch hat sich eine hohe Akzeptanz für das Programm entwickelt, sodass die SuS überwiegend gerne daran teilnehmen. Im Dezember 2019 waren 38 SuS in der Klasse 10, 45 in Klasse 9. Das bedeu- tet, dass diese SchülerInnen auch im kommenden Schuljahr dringend auf Be- gleitung angewiesen sind, damit der Übergang Schule – Beruf gelingen kann. AUGUST MACKE 1 0 1 1 21 SuS JOHANNES RAU 1 5 8 23 SuS ST. HEDWIG 1 3 1 1 24 SuS KARL SIMROCK 7 8 15 SuS Die verbindliche und systematische Zusammenarbeit mit zahlreichen Institu- tionen stellt einen wichtigen Wirkfaktor der Arbeit von Jobcoach dar. Einerseits erhalten die Mitarbeitenden dadurch wertvolle Einblicke in das Bild, welches andere Akteur*innen von den Stärken und Bedarfen der Jugendlichen haben. Außerdem besteht nur so die Möglichkeit, die Bemühungen um die Zielgruppe möglichst gut miteinander abzustimmen und in Einklang zu bringen. Beides trägt zur möglichst passgenauen Förderung und Vermittlung der jungen Men- schen bei. Hervorzuheben ist dabei die gute Zusammenarbeit mit der Jugend- berufshilfe als Grundlage für unsere gelingende Zusammenarbeit. 6. ZUSAMMENARBEIT MIT INSTITUTIONEN SCHULISCHE UNTERSTÜTZUNG DANKK EHRENAMTLICHEN EENGAGEMENTS Aufgrund der guten Erfahrungen haben wir im Berichtszeitraum die Zusammenarbeit mit dem Verein „Studenten bilden Schüler e.V.“ sowie der „Freiwilligenagentur Bonn“ intensiviert. Die Vermittlung von Ehren- amtler*innen, die in den Büroräumen von Jobcoach Einzelnachhilfen an- ELHWHQȴQGHW]XYHUO¦VVLJVWDWWΔP%HULFKWV]HLWUDXPZDUGLH'LFKWHGHU Ehrenamtler*innen so hoch wie nie zuvor. Diese individuelle Unterstützung der schulischen Leistungen ist für die MXQJHQ 0HQVFKHQ GLH GDYRQ SURȴWLHUHQ HLQH VHKU ZLFKWLJH (UJ¦Q]XQJ neben der eigentlichen Berufswegebegleitung durch die Jobcoaches. SuS N¸QQHQVRLKUH6FKXOQRWHQYHUEHVVHUQXQGGDPLWHHNWLYGLH&KDQFHQ DXI HLQHQ JXWHQ 6FKXODEVFKOXVV XQG HLQH JXWH EHUXȵLFKH 3HUVSHNWLYH erhöhen. Neben dieser Tatsache sind die ehrenamtlichen Nachhilfelehrer*innen für GLHWHLOQHKPHQGHQ6X6HUZDFKVHQH5ROOHQYRUELOGHUVRZRKOLQEHUXȵLFKHU Hinsicht als auch bezüglich personeller Kompetenzen wie Zuverlässigkeit, 3¾QNWOLFKNHLWXQGDQJHPHVVHQHUK¸ȵLFKHU8PJDQJVIRUPHQ 10. Klasse9. Klasse | 3332 | 5. Zahlen und FaktenSeite 22 von 26 Mit folgenden Institutionen konnte die Zusammenarbeit fortgesetzt und auch aufgenommen werden: Bonner Hauptschulen: August-Macke-Schule St. Hedwig-Schule Johannes-Rau-Schule Karl-Simrock-Schule Jugendberufshilfe AK Jugendberufshilfe Praktikums-/Ausbildungsbetriebe Berufsberatung der Arbeitsagentur/Reha-Beratung Berufskollegs: Friedrich-List-Berufskolleg Heinrich-Hertz-Europakolleg Ludwig-Erhard-Berufskolleg Robert-Wetzlar-Berufskolleg Berufskolleg Bonn-Duisdorf Bildungsträger: Caritas (Jugendwerkstatt und Schulwerkstatt) DAA (BVB) Vesbe (BVB, BVB – Pro) AsA – Ausbildung statt Abschiebung e.V. Jugendmigrationsdienst Bad Godesberg Heimstatt e.V. Bonn INTRA (Gemeinnützige Bonner Gesellschaft zur Förderung der gesellschaftlichen Integration und Rehabilitation behinderter Menschen mbH) Internationale Begegnungsstätte Freiwilligenagentur Bonn Studenten bilden Schüler e.V. Im Schuljahr 2018/2019 haben die 4 pädagogischen Fachkräfte von Jobcoach 87 SuS kennengelernt und dabei Einblicke in 87 Biographien gewonnen. Die besondere Herausforderung besteht immer wieder aufs Neue darin, sich in der konkreten Jobcoach-Arbeit auf die eigentlichen Aufträge der Förderung GHU$XVELOGXQJVUHLIHXQGEHUXȵLFKH3HUVSHNWLYNO¦UXQJ]XNRQ]HQWULHUHQ In den zurückliegenden Schuljahren mussten wir immer wieder feststellen, dass die Berufserkundung und persönliche Erprobung von möglichen Be- rufsfeldern durch die jetzige Regelung zu Praktika nicht zufriedenstellend gewährleistet wird. Wir sind daher dazu übergegangen, den jungen Menschen verstärkt freiwillige und individuell planbare Praktika in den Ferien und in der unterrichtsfreien Zeit nahezulegen, um weitere Berufsfelder auszuprobieren und sich für eine Ausbildung zu empfehlen. Die guten Erfolge hierbei bestär- ken uns in dem Vorgehen. Nach wie vor gibt es einige Hürden in Bewerbungsverfahren, die für unsere Kli- ent*innen besondere Herausforderungen darstellen: Dazu gehören persön- liche Bewerbungsgespräche ebenso wie kurze Eignungstest, die bei Online- Bewerbungsverfahren eingebaut sind. Die ehrenamtliche Unterstützung durch eine Personalagentur kommt sowohl den SuS als auch uns hierbei sehr zugute. Durch die wirklich sehr gute Erfahrungen mit den ehrenamtlichen Nachhilfe- lehrer*innen wollen wir im nächsten Schuljahr versuchen, die sprachlichen Barrieren in der Zusammenarbeit mit vielen Eltern mit Unterstützung von ehrenamtlichen Übersetzer*innen zumindest punktuell zu überwinden. Zusammen mit diesen möchten wir Informationsabende über das bundes- deutsche Bildungs- und Ausbildungssystem gestalten, sodass mehr Eltern HLQHQ JXWHQ EHUEOLFN ¾EHU GLH GLHUHQ]LHUWHQ 0¸JOLFKNHLWHQ LKUHU .LQGHU erhalten. Abschließend ist hervorzuheben, dass die intensive persönliche Betreuung mit vielen 1:1-Kontakten, die im Jobcoach-Programm vorgesehen sind, auch im Schuljahr 2019/2020 eine Besonderheit darstellt. Die SuS haben die Mög- lichkeit, über den Begleitungszeitraum eine verlässliche Beziehung zu einer erwachsenen Person entwickeln zu können. Neben der eher praktischen Unterstützung bei der Praktikums- und Ausbildungsstellensuche stärken 7. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK | 3534 | 6. Zusammenarbeit mit InstitutionenSeite 23 von 26 Jobcoach-Fachkräfte im Rahmen der individuellen Begleitung die persönlichen Fähig- und Fertigkeiten der SuS und leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit – auch in Zukunft. Für uns steht fest: Der Bedarf junger Menschen nach Unterstützung bei ihrer EHUXȵLFKHQ2ULHQWLHUXQJXQGQDFK%HJOHLWXQJEHLPEHUJDQJDXVGHU6FKXOH in Ausbildung oder weiterführende Maßnahmen ist weiterhin groß und wird tendenziell eher mehr als weniger. Wir werden uns weiterhin engagiert und kompetent dieser Aufgabe stellen. Dorothee Serrano Mundorf Team Jobcoach Susanne Heyd Fachbereichsleitung Projekte und Kooperationen 36 | 7. Zusammenfassung und AusblickSeite 24 von 26 ABKÜRZUNGEN AK Arbeitskreis AVK Ausbildungsvorbereitungsklasse BK Berufskolleg BVB Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme BuT Bildungs- und Teilhabepaket EQ (LQVWLHJVTXDOLȴ]LHUXQJȂ/DQJ]HLWSUDNWLNXPGDVLQHLQH$XVELOGXQJ mündet FOR Fachoberschulreife FSJ Freiwilliges Soziales Jahr StuBos Koordinatorinnen und Koordinatoren für Berufs- und Studienorientierung SuS Schülerinnen und Schüler 38 | | 39Seite 25 von 26 |Seite 26 von 26
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 18:16 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de