← Vorlagen

201693 · Dringlichkeitsentscheidung OB

Einleitung des Vergabeverfahrens "Kunsttransport zur Ausstellung Walter Swennen"

Nummer
201693
Art
Dringlichkeitsentscheidung OB
Veröffentlicht
02.10.2020
Letzte Änderung
18.09.2026
  1. Sitzung noch nicht verknüpft Genehmigung
  2. Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe 10.03.2021 Genehmigung
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 80,5 KB Öffnen ↗

Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.

Text anzeigen (7.966 Zeichen)
Dringlichkeitsentscheidung OB
öffentlich
201693
Der Oberbürgermeister
Federführung:
41 Kulturamt
Dezernat:
Dez. IV
Einleitung des Vergabeverfahrens "Kunsttransport
zur Ausstellung Walter Swennen"
Beratungsfolge
Bau- und Vergabeausschuss Genehmigung
Begründung der Dringlichkeit:
Als Ausführungszeitraum für die Maßnahme ist Dezember 2020 bis Juni 2021
vorgesehen. Um dies zu gewährleisten, muss der Auftrag im November 2020
erteilt werden. Hierzu ist es erforderlich, dass die Leistung spätestens Ende
Oktober/Anfang November 2020 ausgeschrieben wird. Da vorher kein
politisches Gremium mehr tagt, muss die Entscheidung wegen Dringlichkeit
erfolgen.
Beschlussvorschlag
Die nachstehende Dringlichkeitsentscheidung des Stadtdirektors in Vertretung
des Oberbürgermeisters wird genehmigt.
Dringlichkeitsentscheidung gem. § 60 GO NW
Der Einleitung des Vergabeverfahrens zur Maßnahme "Kunsttransport zur
Ausstellung Walter Swennen" wird zugestimmt.
Begründung
Das Kunstmuseum Bonn zeigt im Zeitraum 18. März bis 13. Juni 2021 die
Ausstellung Walter Swennen. Die Ausstellung zeigt voraussichtlich 65 Werke
des Künstlers aus dem Bereich Malerei. Die Leihgaben kommen aus Belgien,
den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und Deutschland.
Der Kunsttransport zur Ausstellung soll Ende Oktober 2020 beschränkt
ausgeschrieben werden. Zur Angebotsabgabe können aus folgenden Gründen
nur 4 Firmen aufgefordert werden:
Ein Kunsttransport kann nach seiner Eigenart nur von einem beschränkten
Kreis von Unternehmen in geeigneter Weise ausgeführt werden, da hierzu
außergewöhnliche Fachkunde oder Leistungsfähigkeit oder Zuverlässigkeit
erforderlich ist. Ein Kunsttransport birgt im Wesentlichen drei Risiken:
klimatische Gefahren, Gefahren durch Bewegung (Stöße, Vibration usw.) und
Sicherheitsrisiken. Es ist die Aufgabe des Transportunternehmens, diese
Risiken weitestgehend zu minimieren. Hierzu sind außergewöhnliche
Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit notwendig.Seite 1 von 4

Seite 2
Fachkunde: Der Umgang mit Kunstwerken verlangt zunächst hohe
konservatorische Kenntnisse, denn die Mitarbeiter des Transportunternehmens
müssen die Kunstwerke anfassen, festhalten, tragen, bewegen, verpacken.
Kunstwerke sind empfindlich: Arbeiten auf Papier müssen vor Licht geschützt
werden, Ölgemälde mit feinen Craquelés vertragen keine Erschütterungen und
Temperaturschwankungen, da sich Farbpartikel ablösen können. Das Handling
solcher Objekte verlangt deshalb nicht nur Fachkunde sondern auch
Besondere Leistungsfähigkeit in Form von besonderen Transportvorrichtungen
und –materialien wie z.B. Klimakisten für Gemälde oder Transportrahmen.
Diese müssen chemisch unbedenklich, stabil und individuell auf Maß
angefertigt sein. Diese besondere Leistungsfähigkeit spiegelt sich auch in dem
Einsatz eines luftgefederten, klimatisierten, mit Alarmanlage und ABS sowie
elektronischer Wegfahrsperre und zwei Fahrern versehenen Kraftfahrzeugs
aus, die zum notwendigen Standard gehören. Der besondere Innenaufbau der
Kunsttransportfahrzeuge zum Festsetzen der verpackten Kunstwerke durch
Spanngurte und Stangen ist notwendig, um das Kulturgut sicher zu
transportieren. Die Fahrzeuge müssen zudem mit einer leistungsstarken
Hebebühne ausgestattet sein, die das Be- und Entladen von hohen Gewichten
garantiert.
Zuverlässigkeit: Diese wird sowohl vom Personal als auch in Bezug auf
Sicherheitsanforderungen und Terminfahrten verlangt.
Diese besonderen Anforderungen machen deutlich, dass nicht jede Spedition
geeignet ist, Kunsttransporte durchzuführen und haben zu einer Spezialisierung
geführt. Für Kunsttransporte, wie sie das Ausmaß der Wechselausstellungen
im Kunstmuseum Bonn i.d.R. erfordern, kommen nur 4 Fach- bzw.
Kunsttransport-Speditionen in Betracht.
Die Finanzierung erfolgt aus dem für die Wechselausstellung vorgesehenen
Budget.
Als weitere Information über den Künstler und die Ausstellung ist folgender
Kurztext angefügt:
Das Kunstmuseum Bonn plant zusammen mit dem Kunstmuseum Den Haag
und dem Kunst Museum Winterthur die deutschlandweit erste große
Museumsausstellung des 1946 in Brüssel geborenen Malers Walter Swennen,
der bislang vor allem in Belgien gewürdigt wurde und dort als Künstler
hochgeehrt ist.
Von Beginn an bilden Malerei und Text im Werk dieses Künstlers, der in den
1960er-Jahren zunächst als Dichter der Beatnik-Generation im Kreis der
Brüsseler Bohème um Marcel Broodthaers bekannt wurde und sich erst in den
frühen 1980er-Jahren der Malerei zuwandte, eine untrennbare, immer aber
paradoxe Einheit.
Im Mittelpunkt seines Schaffens steht die Überzeugung, dass das, was das Bild
als scheinbar lesbares Motiv zeigt, nie identisch mit dem Bild selbst ist und
doch beide Ebenen stets so ineinander verwoben sind, dass sie sich nicht
voneinander trennen lassen. Auf der Suche nach einer Form der Malerei, die
jede Form von Eindeutigkeit unterläuft, schöpft Swennen aus einem breiten
Motivfundus, der Comics und Kinderspielzeug ebenso umfasst wie Literatur,
Lexika, Werbung, Surrealismus und Pop-Art. In der Regel dient dabei ein
gestisch, abstrakt expressiver, sehr malerischer Bildgrund als Träger für eherSeite 2 von 4

Seite 3
zeichnerisch entwickelte Motive, deren Bedeutung durch in das Bild
eingebrachte Satz- und Wortfragmente sowie durch die stets relevanten Bildtitel
soweit erweitert wird, bis jeder Entschlüsselungsversuch in eine neue
Rätselhaftigkeit führt.
Trotz seiner strukturellen Bedeutung für die jüngere Malereigeschichte ist
Swennens inzwischen mehr als 600 Arbeiten umfassendes Œuvre erst spät
gewürdigt worden. Dabei ist neben der frühen Ausstellung im Palais des Beaux
Arts in Brüssel (1986) und der Schau im MUHKA, Antwerpen (1994),
insbesondere die Retrospektivausstellung im Wiels Centre D´Art Contemporain,
Brüssel, im Jahre 2013 zu nennen. Außerhalb Belgiens gab es nur wenige
Ausstellungen, darunter zwei kleinere Präsentationen im Kunstverein Freiburg
(2011) und dem Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf
(2013).
Die Ausstellung im Kunstmuseum Bonn umfasst rund 65 Gemälde von den
frühen 1980er-Jahren bis heute, die den faszinierenden und sehr
eigenständigen Weg dieses Künstlers beispielhaft zeigen. Innerhalb der
Programmatik des Hauses ordnet die Schau sich ein in einen breiten Horizont
zentraler monografischer Malereiausstellungen, die das Kunstmuseum Bonn in
den letzten Jahren erarbeitet hat. Zu nennen sind hier unter anderem Raoul de
Keyser (2009), Laura Owens (2011), David Reed (2012), Albert Oehlen (2012),
Andreas Schulze (2014), Frank Auerbach (2015), Susanne Paesler (2016),
Thomas Huber (2016), Gerhard Richter (2017), Karin Kneffel (2017), Thomas
Scheibitz (2018) und Hans Hartung (2018).
Besondere Bedeutung kommt dem Projekt nicht zuletzt dadurch zu, dass es
gemeinschaftlich mit den Museen in Winterthur (Schweiz) und Den Haag
(Niederlande) entwickelt wurde. Mit dieser Tournee öffnen die drei Häuser
damit auch auf europäischer Ebene den Blick auf das Werk Walter Swennens.
Der begleitende Katalog enthält Abbildungen aller in den Ausstellungen
gezeigten Arbeiten und darüber hinaus Essays von Stephan Berg, Konrad
Bitterli (Winterthur) und Daniel Koep (Den Haag).
29.09.2020 /
02.10.2020
gez. i.V. Fuchs gez. Freitag
Datum Stadtdirektor Ausschussvorsitzender
Vergabeart
öffentlich offen (EU) 4 aufgeforderte Firmen
x beschränkt nichtoffen (EU) mit öffentlichem
Teilnahmewettbewerb
Freihändig bzw.
Verhandlungsvergabe Verhandlungsverfahren (EU) Abweichung von der
vorgeschriebenen Vergabeart
Vergabekennzahl Vergabe-/Vertragsordnung Ausführungszeitraum Schätzkosten brutto
41-355371 VOB x UVgO VgV Dezember 2020 bis
Juni 2021
32.000 €
Produktgruppennummer Produktgruppenbezeichnung Sachkonto
(konsumtiv) /
Finanzposition
(investiv)
CO-Kontierung
(konsumtiv) /
Finanzstelle
(investiv)Seite 3 von 4

Seite 4
04.09 Kunstmuseum 528000 4130258
Verpflichtungsermächtigungen Verwendung von
Haushaltsresten
Mittel
ja x nein ja x nein freigegeben x vorgesehen
Anlage/n
KeineSeite 4 von 4

Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.

bonn.social/@biz ↗
Im ALLRIS öffnen ↗

Datenstand: 02.11.2026, 20:58 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de