201686-1 ST · Stellungnahme der Verwaltung
Gesundheitsgefährung von BesucherInnen und MitarbeiterInnen städtischer Museen durch Schad- und Giftstoffen in Exponaten
Kerndaten
- Nummer
- 201686-1 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 25.11.2020
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
Beratungsfolge
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Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 201686-1 ST Die Oberbürgermeisterin Federführung: 41 Kulturamt Dezernat: Dez. IV Gesundheitsgefährung von BesucherInnen und MitarbeiterInnen städtischer Museen durch Schad- und Giftstoffen in Exponaten Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz Kenntnisnahme Kulturausschuss Kenntnisnahme Rat Kenntnisnahme Zu 1. Das Risiko, dass die Gesundheit von Besucher*innen und Mitarbeiter*innen durch in Exponaten verarbeitete Schad- und Giftstoffe gefährdet wird, ist als gering einzustufen. Die meisten giftigen Pigmente dürfen nicht mehr hergestellt und verwendet werden. Aber auch wenn sie früher einmal verwendet wurden, liegen sie in den Gemälden in gebundener Form vor. Das Bindemittel, in dem die Pigmente angerührt wurden (z.B. Öl, Acryl, Gummi- Arabicum, Kunstharz, Leim), ist schon lange getrocknet und hat die Pigmente mit eingebunden. Sie liegen somit nicht mehr als Stäube vor, die beim Verarbeiten und Einatmen gesundheitsgefährdend sein können. Das gleiche gilt für Kunstharze (z.B. Polyester) und Kunststoffe (z.B. Polyurethan). Nachdem die Kleber abgebunden und alle Lösungsmittel verdunstet sind, stellen sie keine Gefahr mehr dar. Wie auch Herr Scheidemann beschreibt, müssen bei der Verarbeitung umfangreiche Schutzvorkehrungen getroffen werden. Aber nach Abschluss der Arbeiten können die Kunststoffe ohne Gesundheitsgefährdung benutzt werden. Alltagsbeispiele für diese Kunststoffe sind z.B. Wohnmobilaufbauten (Glasfaserverstärkte Polyester), Autositze oder Schuhsohlen (Polyurethanverbindungen). Zu 2. Da die im Kunstmuseum befindlichen Gemälde keine Schadstoffe ausdünsten, wird kein Präventionskonzept benötigt. Die wenigen Skulpturen aus der Sammlung des Museums, in denen Schadstoffe enthalten sein könnten, wurden immer in Vitrinen präsentiert (z.B. von Joseph Beuys „Zinkkiste mit Schwefel überzogen“ oder „Das Schweigen“ verzinkte Filmrollen, die Essigsäure abspalten können), so dass auch hier kein Präventionskonzept erforderlich ist. Zu 3. Die Schadstoffproblematik ist einer von vielen Faktoren, die bei der Anschaffung von Kunstwerken eine Rolle spielen. Im Kunstmuseum befandenSeite 1 von 2 Seite 2 sich über viele Jahre Kunstwerke, die Blei enthalten (Werke von Anselm Kiefer und Markus Lüpertz). Da die Besucher Objekte prinzipiell nicht berühren dürfen, bestand für Besucher beim Betrachten keine Gefahr. Beim Auf- oder Abbau wurden jeweils geeignete Schutzvorkehrungen getroffen (Handschuhe, zum Teil auch Atemmasken). Als Alltagsbeispiel wäre hier ein Dach mit Blei zu nennen: nur der Dachdecker muss bei der Bearbeitung Schutzvorkehrungen treffen. Ein ähnliches Kunstwerk wie im Interview mit Christian Scheidemann beschrieben, von Rebecca Horn, welches Quecksilber enthält, war auch im Kunstmuseum zu sehen. Bevor es aufgebaut werden konnte, wurden Gutachten über die Dichtigkeit des Kunstwerkes eingeholt. Da von diesem Kunstwerk keinerlei Gefahr - etwa durch Quecksilberdämpfe - ausging, konnte es über 10 Jahre lang in der Ausstellung präsentiert werden. Zu 4. Nein, dazu gab es keinen Anlass. Anlage/n KeineSeite 2 von 2
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