201680 · Beschlussvorlage
Umsetzung Evaluation Bürgerbeteiligung
Kerndaten
- Nummer
- 201680
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 10.09.2020
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Beirates Bürgerbeteiligung Anregung
- Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger Empfehlung
- Sitzung des Hauptausschusses Entscheidung federführend
- Sitzung des Hauptausschusses Empfehlung
Dateien
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Beschlussvorlage öffentlich 201680 Der Oberbürgermeister Federführung: Bürgerbüro/Bürgerbeteiligung/Ombudsstelle Dezernat: Dez. OB Umsetzung Evaluation Bürgerbeteiligung Beratungsfolge Beirat Bürgerbeteiligung 18.09.2020 Anregung Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und Lokale Agenda Empfehlung Hauptausschuss Entscheidung Begründung der Dringlichkeit: Die verwaltungsinterne Abstimmung konnte nicht rechtzeitig abgeschlossen werden. Der Beirat Bürgerbeteiligung wünscht eine Diskussion der Vorlage noch in der bisherigen Zusammensetzung. Die letzte Sitzung des Beirats ist für den 18.09.2020 terminiert, eine Beratung an diesem Termin ist damit dringlich. Beschlussvorschlag Der Beirat Bürgerbeteiligung regt folgende konkrete Handlungsempfehlungen aus der Evaluation der Leitlinien Bürgerbeteiligung zur Umsetzung an: 1. Ausweitung der Arbeit der Koordinierungsstelle Bürgerbeteiligung in den Bereichen Kommunikation mit der Stadtgesellschaft, Beratung und Zusammenarbeit mit Multiplikatoren. Hierfür ist in der Koordinierungsstelle Bürgerbeteiligung eine weitere Stelle einzurichten. 2. Die Kinder- und Jugendbeteiligung ist der Koordinierungsstelle Bürgerbeteiligung anzugliedern und auf eine ganze Stelle zu erweitern. Finanzmittel für die Arbeit der Kinder- und Jugendpartizipation sind bereitzustellen. 3. Es wird eine Verwaltungsvorschrift erstellt, in der die Anforderungen aus den Leitlinien Bürgerbeteiligung an die Verwaltung konkret zu benennen sind. 4. Professionelle und zeitgemäße Neugestaltung aller Print-Produkte einschl. Versionen in einfacher Sprache. Hierfür sind zusätzliche Finanzmittel bereitzustellen. 5. Bei allen Präsenzveranstaltungen zur Bürgerinformation oder Bürgerbeteiligung werden verpflichtend Feedbackbögen eingesetzt. 6. Bei allen Onlinebeteiligungen wird eine Feedbackoption zum Verfahren eingerichtet.Seite 1 von 4 Seite 2 Begründung Der vorstehende Beschlussvorschlag sowie die nachfolgende Begründung gehen zurück auf die Ergebnisse der Arbeitsgruppe Evaluation des Beirats Bürgerbeteiligung: Der Beirat Bürgerbeteiligung nimmt die im März 2020 vorgelegte Evaluation der Leitlinien Bürgerbeteiligung zur Kenntnis und begrüßt, dass im Ergebnis die Leitlinien Bürgerbeteiligung insgesamt einen guten Rahmen für die Partizipation in Bonn bieten. Die wissenschaftliche Untersuchung zeigt aber auch, dass die Umsetzung der Leitlinien Bürgerbeteiligung ausbaufähig ist. Insbesondere das Phänomen des sog. Beteiligungsparadoxons, also die immer geringer werdende Möglichkeit einer mitgestaltenden Bürgerbeteiligung je weiter ein Projekt fortschreitet, die Bürger eine konkrete Betroffenheit aber erst erkennen, wenn quasi der „Bagger rollt“, führt zum Thema Frühzeitigkeit und zur Frage der grundsätzlichen Haltung von Verwaltung und Politik zur Bürgerbeteiligung. Hierzu stellt der Beirat fest, dass sich auch sechs Jahre nach Verabschiedung der Leitlinien Bürgerbeteiligung weiterhin Handlungsbedarfe ergeben. Der Beirat sieht die oben beschriebenen Maßnahmen auch darum als wichtig an, um die bestehenden Konflikte und das nach wie vor vorhandene Misstrauen, das zum Teil in der Stadtgesellschaft zwischen Politik, Bürgerinnen und Bürgern und der Verwaltung herrscht, zu minimieren. Dies umso mehr, weil in den nächsten Jahren in Bonn wichtige Projekte zur Stadtentwicklung/Mobilität/Verkehr anstehen, bei denen mit Konflikten zu rechnen ist. Für eine gute Beteiligung bedarf es auf allen Seiten einer Haltung, die auf ein Zuhören und ein Verstehen der anderen Akteure ausgerichtet ist. Nur eine solche Haltung schafft für alle Beteiligten die Voraussetzungen, Kompromisse zu schließen im Sinne einer gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung, die die verschiedenen Interessen im Blick behält und immer wieder berücksichtigt – auch wenn sie sich bei Entscheidungen über einzelne Interessen hinwegsetzen muss. Dabei ist Transparenz – so weitgehend wie irgend möglich – eine zwingende Voraussetzung. Der Beirat teilt die Einschätzung aus der Evaluationsstudie, dass eine frühzeitige Einbindung der Bürgerinnen und Bürger dazu beitragen kann, die Vorbehalte und kritischen Einstellungen aus der Bürgerschaft zu reduzieren, weil es häufig nicht nur um eine Sache selbst geht, sondern auch um den Eindruck, dass Entscheidungen intransparent und hinter verschlossenen Türen frühzeitig getroffen werden und damit Beteiligung wirkungslos bleiben muss. Die Beispiele Kaiserstr./Cityring, die Randbebauung Melbbad, der Masterplan Bundesviertel oder die Nachverdichtung Eltviller Str. zeigen, dass es bisher nicht immer gelingt, das Mitsprachebedürfnis der Bürgerinnen und Bürger in allen Fällen frühzeitig richtig einzuschätzen und in den Verfahren zu berücksichtigen. Hier ist im Besonderen die Verwaltung aufgefordert, das Thema Bürgerbeteiligung in ihrer Vorbereitung von Vorhaben sensibler zu handhaben und proaktiv die Politik auf sich möglicherweise ergebende Konfliktlinien hinzuweisen. In diesem Zusammenhang regt der Beirat an, die bereits mit denSeite 2 von 4 Seite 3 Leitlinien Bürgerbeteiligung beschlossene Erarbeitung einer Verwaltungsvorschrift umzusetzen. Der Beirat Bürgerbeteiligung stimmt dem Ergebnis der Untersuchung zu, dass in den bisherigen Verfahren der Bürgerbeteiligung nicht alle Zielgruppen in ausreichendem Maße erreicht wurden und empfiehlt, die Kommunikation vor allem mit der Stadtgesellschaft zu verbessern und die Leitlinien Bürgerbeteiligung wie auch die einzelnen Beteiligungsverfahren redaktionell und gestalterisch – analog wie digital – noch übersichtlicher, noch nachvollziehbarer, noch bürgerfreundlicher in der Sprache und noch zielgruppengerechter darzustellen. Hier sollten noch stärker als bisher die Themen „Erwartungshaltung der Bürgerinnen und Bürger“ und „Grenzen der Beteiligung“ zur Sprache kommen. Darüber hinaus ist ein proaktives Zugehen auf schwierig zu erreichende Zielgruppen und eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit Multiplikatoren durch die Koordinierungsstelle Bürgerbeteiligung notwendig. Einen besonderen Stellenwert muss zukünftig die Kinder- und Jugendbeteiligung haben, die in die Koordinierungsstelle Bürgerbeteiligung integriert werden sollte. Die Beratung zu Fragen der Bürgerbeteiligung durch die Koordinierungsstelle Bürgerbeteiligung ist auszubauen. Hierfür sind zusätzliche personelle und finanzielle Ressourcen notwendig. Um eine Grundlage für eine Evaluation der Bürgerbeteiligung in Bonn zu haben regt der Beirat Bürgerbeteiligung an, in einem ersten Schritt verpflichtend bei allen Präsenzveranstaltungen Feedbackbögen einzusetzen. Ein Entwurf für einen Feedbackbogen ist dieser Vorlage beigefügt. Die Rückläufe werden von der Koordinierungsstelle Bürgerbeteiligung ausgewertet und die Ergebnisse dem Beirat Bürgerbeteiligung und den federführenden Fachämtern in geeigneter Form mitgeteilt. Eine Feedbackoption wird auch bei allen Onlineverfahren eingerichtet. Anlage/n 1 Fragebogen Bürgerbeteiligung Bonn (öffentlich)Seite 3 von 4 Bürgerbeteiligung Bonn Fragebogen für Teilnehmerinnen und Teilnehmer Die Stadt Bonn versucht die Verfahren der Bürgerbeteiligung kontinuierlich zu verbessern. Damit dies gelingen kann freuen wir uns über Ihre Mithilfe. Bitte kreuzen Sie an, wie sehr Sie jeder der folgenden Aussagen zustimmen oder wie sehr Sie diese ablehnen oder ob Sie dazu keine Aussage machen können: stimme überhaupt nicht zu (1) stimme eher nicht zu (2) weder noch (3) stimme eher zu (4) stimme voll und ganz zu (5) kann ich nicht sagen (6) a) Mir wurde das Ziel der heutigen Veranstaltung zu Beginn klar ○ ○ ○ ○ ○ ○ b) Ich bekam neue Informationen oder lernte neue Argumente kennen ○ ○ ○ ○ ○ ○ c) Die Informationen waren ausreichend und verständlich ○ ○ ○ ○ ○ ○ d) Mir wurde klar, was mit den Ergebnissen des heutigen Abends passiert ○ ○ ○ ○ ○ ○ e) Ich konnte mein Wissen und meine Ansichten heute Abend einbringen ○ ○ ○ ○ ○ ○ f) Ich bin mit dem Ablauf der heutigen Veranstaltung zufrieden ○ ○ ○ ○ ○ ○ g) Es wurde sachlich diskutiert ○ ○ ○ ○ ○ ○ h) Die Zeit für die Diskussion war ausreichend ○ ○ ○ ○ ○ ○ i) Ich habe im Verlauf der heutigen Veranstaltung neue Erkenntnisse gewonnen, die meine bisherige Meinung beeinflusst haben ○ ○ ○ ○ ○ ○ j) Meine Teilnahme an der Veranstaltung hat sich für mich gelohnt ○ ○ ○ ○ ○ ○ Nehmen Sie heute zum ersten Mal an einer Bürgerbeteiligungsveranstaltung teil? Ja ○ Nein ○ Warum nehmen Sie an der heutigen Veranstaltung teil? Mehrfachnennungen sind möglich ○ Ich bin allgemein an dem Projekt interessiert ○ Ich bin persönlich von dem Projekt betroffen ○ Ich bin Vertreter/in einer Interessengruppe ○ Aus einem anderen Grund (bitte eintragen): ________________________________________________________ ___________________________________________________________________________________________________________ Stadt Bonn, Koordinierungsstelle Bürgerbeteiligung, Altes Rathaus, 53111 Bonn, buergerbeteiligung@bonn.de Möchten Sie uns noch etwas mitteilen? Vielen Dank für Ihre Teilnahme!Seite 4 von 4
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 17:12 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de