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201573 · Mitteilungsvorlage

Anpassung von Linienführungen und Fahrplänen der Linien 630 und 631

Nummer
201573
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
11.08.2020
Letzte Änderung
18.09.2026
  1. Sondersitzung der Bezirksvertretung Bonn 06.10.2020 Kenntnisnahme
  2. Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg 07.10.2020 Kenntnisnahme
  3. Sitzung der Bezirksvertretung Hardtberg 25.08.2020 Kenntnisnahme
  4. Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr 11.03.2021 Kenntnisnahme
  5. Sitzung des Ausschusses für Planung, Verkehr und Denkmalschutz 03.09.2020 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
201573
Der Oberbürgermeister
Federführung:
61 Stadtplanungsamt
Dezernat:
Dez. III
Anpassung von Linienführungen und Fahrplänen
der Linien 630 und 631
Beratungsfolge
Bezirksvertretung Bonn 25.08.2020 Kenntnisnahme
Bezirksvertretung Bad Godesberg 25.08.2020 Kenntnisnahme
Bezirksvertretung Hardtberg 25.08.2020 Kenntnisnahme
Ausschuss für Planung, Verkehr und
Denkmalschutz
26.08.2020 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Mit Beschluss des Ausschusses für Planung, Verkehr und Denkmalschutz vom
12.02.2020 wurde die Verwaltung mit verschiedenen Prüfungen beauftragt, für
die folgend die Ergebnisse vorgelegt werden (vgl. DS 190483-2 AA).
Zu 1) Die Verwaltung wurde mit der Prüfung beauftragt, ob mit einer Trennung
der beiden Langläuferlinien 630 und 631 die Verbindungen verlässlicher
gemacht werden können.
Die Verwaltung empfiehlt eine Trennung der Linie 630 an der Haltestelle
Uniklinikum Süd und hat hierzu den politischen Gremien einen
Beschlussvorschlag vorgelegt (DS 201445).
Für die Linie 631 wurden bereits mehrere Maßnahmen zur Busbeschleunigung
beschlossen (vgl. DS 190442). Unter anderem wird zum 01.01.2021 ein
Ingenieur im Tiefbauamt eingestellt, der für die Planung von ÖPNV-
Vorrangschaltungen an Lichtsignalanlagen zuständig sein wird. Die Folgen
dieser sowie der anderen politisch beschlossenen
Beschleunigungsmaßnahmen sollen zunächst abgewartet und evaluiert
werden, bevor eine Trennung der Linie 631 diskutiert wird. Grundsätzlich stellt
ein langer Linienweg kein Problem dar, wenn dem Bus keine Hindernisse, z.B.
durch den ruhenden MIV, im Weg sind. Eine grundsätzlich ÖPNV-freundliche
Politik trägt zu einer Verbesserung der Situation bei.
Zu 2) Die Verwaltung wurde gebeten zu prüfen, ob die Linie 630 ab der
Haltestelle Quiriniusplatz über Friesdorf (Klufterplatz) und dann durch die
Unterführung an der Martin-Luther-Allee weiter zur Haltestelle UN-Campus
geführt werden soll. Außerdem soll die Linie auf einen 15/30-Minuten-Takt
umgestellt werden.Seite 1 von 4

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Die Verwaltung hat hierzu bereits Stellung bezogen (vgl. DS 190483-1ST): Die
vorgeschlagene Linienführung führt zu einem ca. 3,5 km längeren Linienweg
sowie einer zusätzlichen Fahrzeit von ca. 10 Minuten, sodass sich selbst bei
einer mehreren Minuten dauernden Schrankenschließung am Bahnübergang
Ollenhauer Straße außer in Ausnahmefällen keine Fahrzeitvorteile ergeben. Ein
längerer Linienweg wäre hingegen für die Pendler*innen zwischen UN-Campus
und Venusberg unattraktiv.
Der Stadtteil Friesdorf ist durch die im überlagerten 10-Minuten-Takt
verkehrenden Linien 612 und 614 an den Bahnhof Bad Godesberg sowie an
die Stadtbahnhaltestelle Wurzerstraße angebunden, die SPNV-Haltepunkte
UN-Campus sowie Bonn Hauptbahnhof können mit nur einem Umstieg erreicht
werden. Ebenfalls fährt die Linie 631 im 30-Minuten-Takt durch den Stadtteil.
Somit ist Friesdorf aus Sicht der Verwaltung gut angebunden. Eine weitere
Feinerschließung des Stadtteils, zum Beispiel mit Kleinbussen, könnte im
Rahmen einer generellen Überarbeitung des NVP geprüft werden.
Die Linie 630 verkehrt zwischen den Haltestellen Uniklinikum Süd und
Agnetendorfer Straße durchgängig im 30-Minuten-Takt, zu den Schulanfangs-
und Schulendzeiten verdichtet sich der Takt durch den Einsatz zahlreicher
Verstärkerfahrten auf einen 15-Minuten-Takt. Diese Verstärkerfahrten sind
allerdings nur zwischen den Haltestellen Uniklinikum Süd und Agnetendorfer
Straße eingerichtet. Die Linie verläuft dort auf nahezu allen Teilstrecken parallel
zu anderen Linien, wodurch sich zusätzlich kürzere überlagerte Taktfolgen
ergeben. Unter anderem besteht ein überlagerter 15-Minuten-Takt zur Linie 631
in Endenich. Grundsätzlich ist eine dichte Taktfolge aus Attraktivitätsgründen
wünschenswert, jedoch sieht die Verwaltung diese derzeit aufgrund der
vergleichsweise geringen Fahrgastnachfrage (durchschnittlich ca. 19 %
Auslastung an Wochentagen laut Querschnittserhebung 2019) sowie aus
wirtschaftlichen Gründen nicht gerechtfertigt. Die zusätzlichen Kosten für die
beschriebene Taktverdichtung (ohne Berücksichtigung einer Taktverdichtung
am Wochenende) würden sich auf ca. 1.080.000 € jährlich belaufen, außerdem
müssten mindestens zwei zusätzliche Busse beschafft werden.
Wenn die Politik die Trennung der Linie 630 (vgl. DS 201445) am Uniklinikum
Süd beschließt, wird die Fahrtenlage der neuen Teillinie auf die Abfahrtszeiten
der Züge am Haltepunkt UN-Campus abgestimmt. Eine dichtere Taktfolge auf
dieser Teillinie kann im Rahmen der jährlichen Fortschreibung des
Nahverkehrsplans zum Fahrplanwechsel 2021 geprüft werden.
Zu 3) Die Verwaltung wurde gebeten zu prüfen, ob die Linie 631 zwischen den
Haltestellen Endenich Nord und Robert-Schuman-Platz in der
Hauptverkehrszeit einen 15-Minuten-Takt erhalten soll.
Die Linie 631 verläuft auf nahezu allen Teilstrecken parallel zu anderen Linien,
wodurch sich kürzere überlagerte Taktfolgen ergeben. Unter anderem besteht
ein überlagerter 15-Minuten-Takt zur Linie 630 in Endenich. Für die Einführung
eines 15-Minuten-Takts zwischen Robert-Schuman-Platz und Endenich Nord
müssten bei Beibehaltung der heutigen Abfahrtszeiten vier zusätzliche Kurse
eingesetzt werden und somit neue Busse beschafft werden. Die zusätzlichen
Betriebskosten für die beschriebene Taktverdichtung würden sich auf ca.
440.000 € jährlich belaufen.
Generell ist eine dichte Taktfolge aus Attraktivitätsgründen wünschenswert,
jedoch sieht die Verwaltung diese derzeit aufgrund der vergleichsweise
geringen Fahrgastnachfrage (durchschnittlich ca. 18 % Auslastung anSeite 2 von 4

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Wochentagen laut Querschnittserhebung 2019) sowie aus wirtschaftlichen
Gründen nicht gerechtfertigt.
Zu 4) Die Verwaltung sollte den Einsatz von Kleinbussen zur Verbesserung der
Feinanbindung der Wohngebiete von Kessenich, Dottendorf, Friesdorf und des
Bahnhofs UN-Campus untersuchen.
Das Linienbusnetz in Bonn zeichnet sich durch eine hohe Zahl an
Durchmesser- und Radialverbindungen über die Bonner Innenstadt aus. Zudem
ist das Haltestellennetz sehr dicht und es bestehen zumeist gute
Umsteigemöglichkeiten durch die hohe Taktfolge. Somit sieht die Verwaltung
wegen des grundsätzlich guten ÖPNV-Angebots derzeit kurzfristig keinen
Handlungsbedarf für die Einrichtung zusätzlicher innerörtlicher
Busverbindungslinien.
Kleinbusse oder kleine elektrische Busse haben nur wenige Sitzplätze, wären
in der Anschaffung aber deutlich günstiger. Zudem sind sie aufgrund ihrer
Größe wendiger und somit flexibler im Straßennetz einzusetzen. Der Betrieb
einer Kleinbuslinie liegt allerdings in einer ähnlichen Größenordnung wie bei
Solo- oder Gelenkbussen, da der Fahrer genauso viel kostet und die jährlich
anfallenden Fixkosten sowie variablen Kosten eines Kleinbusses zwar geringer
ausfallen, jedoch in den Gesamtbetriebskosten nicht den entscheidenden
Kostenfaktor darstellen. Zudem können Kleinbusse mit ihren bis zu 21 Plätzen
und damit deutlich weniger Fahrgastkapazitäten nicht flexibel als
Ersatzfahrzeuge bei Engpässen auf anderen Linien eingesetzt werden.
Die Verwaltung wird die technische Entwicklung in Zusammenarbeit mit der
SWB kontinuierlich beobachten und zukünftige Optionen bei der jährlichen
Fortschreibung des Nahverkehrsplans (NVP) berücksichtigen. Die
Untersuchung zu möglichen innerörtlichen Verbindungslinien könnte im
Rahmen einer generellen Überarbeitung des NVP geprüft werden.
Zu 5) Die Verwaltung wurde beauftragt mitzuteilen, welche weiteren Buslinien
auf einen Gelenkbusbetrieb umgestellt werden sollen.
Derzeit werden die Hauptbuslinien 605, 606, 607, 611 und 613 sowie – mit
Ausnahme der 633 und einigen Kursen der SB 55 – alle übrigen Linien mit
Standardbussen mit einer Fahrgastkapazität von 70 Plätzen betrieben. Die
Hauptlinie 614 wird nach Ratsbeschluss (vgl. DS 1812863) bereits sukzessive
auf einen Gelenkbuseinsatz umgestellt.
Der durchschnittliche Besetzungsgrad im ÖPNV sollte während der
Spitzenstunde 65 % und während der 20-Minuten-Spitze 80 % nicht
überschreiten. Diese Werte werden laut Querschnittserhebung 2019 besonders
häufig auf den Linien 605, 606 und 607 überschritten, sodass mindestens zur
Hauptverkehrszeit ein Gelenkbuseinsatz gerechtfertigt ist.
Allerdings ist derzeit ein Gelenkbuseinsatz aus den folgenden Gründen nicht
möglich:
Auf dem Busbetriebshof in Friesdorf ist kein Platz für die Anschaffung mehrerer
zusätzlicher Gelenkbusse vorhanden. Laut Angaben der SWB können derzeit
maximal noch fünf Standardbusse durch Gelenkbusse ersetzt werden. Zur
Kapazitätserweiterung und Umgestaltung des Betriebshofs, auch im Hinblick
auf den zukünftigen Einsatz von Elektrobussen, finden bereits Überlegungen
der SWB statt.
Auf dem Linienweg der 605 ist die Kurve an der Brungsgasse/Estermannstraße
zu eng für die Schleppkurve eines Gelenkbusses. Um einen GelenkbuseinsatzSeite 3 von 4

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zu ermöglichen, müssen Parkmöglichkeiten in diesem Bereich entfernt sowie
Fahrbahnmarkierungen optimiert werden. Zusätzlich müssten sechs
Gelenkbusse beschafft werden.
Auf den Linienwegen der 606 und 607 entstehen an der Pfarrer-Byns-
Straße/Euskirchener Straße durch auf Kipp parkende Fahrzeuge direkt vor der
Einmündung Behinderungen. Diese Problematik kann durch die Wegnahme
von zwei Parkplätzen auf Kipp gelöst werden. Auf dem Linienweg durch die
Frongasse, Brahmsstraße und Alfred-Bucherer-Straße sind die Kurven zu eng
für einen Begegnungsverkehr mit Gelenkbussen, weshalb in diesem Bereich
eine Aufweitung der Kurven- und Kreuzungsbereiche oder alternativ die
Einrichtung einer für den ÖPNV beschleunigten Lichtsignalanlage notwendig
wäre. Auf der Alfred-Bucherer-Straße ist die Aufweitung des
Straßenquerschnitts für einen Gelenkbuseinsatz notwendig. Zusätzlich müssten
je Linie sieben Gelenkbusse beschafft werden.
Auf dem Linienweg der 611 sind mehrere Kurvenbereiche untauglich für einen
Gelenkbuseinsatz. Dies betrifft insbesondere die alten Ortskerne in Muffendorf
und Plittersdorf, aber auch Abschnitte in Lessenich sowie Bad Godesberg-
Villenviertel. Somit müsste die Linienführung der 611 angepasst werden.
Zusätzlich müssten neun Gelenkbusse beschafft werden.
Die Verwaltung empfiehlt eine sukzessive Umstellung auf Gelenkbusse aller
Hauptlinien, um dem weiter zu erwartenden Fahrgastzuwachs gerecht zu
werden.
Aufgrund der oben aufgeführten Gründe ist ein Gelenkbuseinsatz erst nach
Erweiterung der Kapazitäten im Busbetriebshof sowie baulichen Anpassungen
auf den Linienwegen oder Linienwegänderungen möglich und wird daher
derzeit nicht empfohlen.
Anlage/n
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Datenstand: 03.11.2026, 00:51 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de