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201526 · Antrag

Umbenennung der Viktoriabrücke in Guido-Westerwelle-Brücke

Nummer
201526
Art
Antrag
Veröffentlicht
03.08.2020
Letzte Änderung
18.09.2026
  1. Einreichung erledigt · 03.08.2020
  2. Terminierung erledigt
  3. Sitzung erledigt · zuletzt 08.02.2022

Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →

  1. Sitzung der Bezirksvertretung Bonn 08.02.2022 Entscheidung federführend
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 65,8 KB Öffnen ↗

Untergeordnet

  1. 201526-02 ST Umbenennung der Viktoriabrücke in Guido-Westerwelle-Brücke
  2. 201526-03 AA Umbenennung der Viktoriabrücke in Guido-Westerwelle-Brücke Antrag zur Vorlage 201526
  3. 201526-1 ST Umbenennung der Viktoriabrücke in Guido-Westerwelle-Brücke

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Antrag
öffentlich
201526
Antragsteller/in:
Elmar Conrads-Hassel
Werner Hümmrich
FDP-Fraktion
31.07.2020 gez. Poppe-Reiners
Umbenennung der Viktoriabrücke in Guido-
Westerwelle-Brücke
Beratungsfolge
Bezirksvertretung Bonn 25.08.2020 Entscheidung
Inhalt des Antrags
Die Viktoriabrücke wird nach den Umbaumaßnahmen in Guido-Westerwelle-
Brücke umbenannt.
Begründung
Guido Westerwelle war ein liberaler Politiker aus Bonn. Im März 2016 erlag er
den Folgen seiner Leukämieerkrankung. Seine rheinische Lebenslust hatte er
bis zuletzt nicht verloren.
Geboren in Bad Honnef und aufgewachsen in Bonn, absolvierte er am Ernst-
Moritz-Arndt Gymnasium Bonn sein Abitur und blieb der Stadt auch während
seines Studiums der Rechtswissenschaften an der Rheinischen Friedrich-
Wilhelms-Universität treu. Nach Abschluss seines erfolgreichen Studiums ließ
er sich als Anwalt in der Kanzlei seines Vaters in der Heerstraße in der Bonner
Altstadt nieder.
Politik war seine große Leidenschaft, die er zum Beruf machte. Er war ein
Politiker, der polarisierte und gegenüber den politischen Gegnern in der Sache
austeilte, aber auch einstecken konnte. Westerwelle genoss ein hohes
Ansehen bei den Bonner Bürgerinnen und Bürgern und auch über
Parteigrenzen hinweg. Seine steile, politische Karriere begann in Bonn – als
Gründungsmitglied der Jungen Liberalen, dessen Vorsitzender er bis 1988 war
und späterer Vorsitzender der FDP Bonn. Von 1994 bis 2001 war erSeite 1 von 3

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Generalsekretär der Bundespartei. 2001 wurde er zum Parteivorsitzenden
gewählt und blieb in dieser Position bis 2011. Von 1996 bis 2013 war er
Mitglied des Deutschen Bundestages und von 2006 bis 2009
Fraktionsvorsitzender der FDP im Deutschen Bundestag und
Oppositionsführer. Er war von Oktober 2009 bis Dezember 2013
Bundesminister des Auswärtigen und von Oktober 2009 bis Mai 2011
Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland.
Trotz der wachsenden Aufgaben auf nationaler und internationaler Ebene blieb
er seiner Heimatstadt ein Leben lang eng verbunden. Sein Herz hing an Bonn.
Bonn blieb für ihn zeitlebens seine Heimat.
Neben seiner Leidenschaft für die Politik schlug sein Herz für die Kunst. Das
merkte man auch in seinem Einsatz für das August-Macke-Haus am Fuße der
Viktoriabrücke. Schließlich ist es einer Initiative von Guido Westerwelle zu
verdanken, dass das Museum, einst Wohnhaus des Malers August Macke, im
Jahr 2010 Bundesmittel in Höhe von 500.000 Euro für die Sanierung und
weitere 3,5 Mio. EUR für den Erweiterungsbau erhalten hat.
Guido Westerwelle war ein Brückenbauer. Für seine Verdienste um die
deutsch-polnischen Beziehungen wurde Westerwelle 2013 in Warschau mit
dem Kommandeurskreuz mit Stern ausgezeichnet. Westerwelle imponierte der
Freiheitswillen des polnischen Volkes, der eine unentbehrliche Rolle bei der
Wiedervereinigung Europas gespielt habe. Er wusste um die Bedeutung des
Verhältnisses beider Staaten, das ständiger Pflege bedurfte. Denn der Zweite
Weltkrieg, der durch den Überfall Nazi-Deutschlands ausgelöst wurde,
markierte insgesamt einen tiefen Einschnitt für die deutsch-polnischen
Beziehungen. Das Verhältnis beider Länder war in den Nachkriegsjahren und
darüber hinaus - bis 1990 - durch die Grenzstreitigkeiten um die Oder-Neiße-
Linie und die Vertriebenenpolitik belastet. Nicht nach Paris oder Washington,
sondern nach Warschau führte ihn seine erste Auslandsreise als
Außenminister. Viele waren davon überrascht. Doch für ihn war das kein Zufall,
sondern ein Anliegen.
Ebenso hat er sich für die Vertiefung der Beziehungen zu den anderen
osteuropäischen Nachbarn eingesetzt. Die Beziehungen zwischen den
östlichen und westlichen EU-Mitgliedern müssten die gleiche Qualität erreichenSeite 2 von 3

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wie die zwischen Deutschland und Frankreich. Davon war Westerwelle
überzeugt. Westerwelle verstand sich als Versöhner, Brückenbauer und
Verfechter der Europäischen Integration.
Die Viktoriabrücke verbindet West- und Nordstadt. Guido Westerwelle ist
unweit von ihr entfernt aufgewachsen und hat zuletzt in der Bornheimer Straße
gewohnt. Am Fuße der Brücke befindet sich das August-Macke-Haus, für das
er sich so sehr eingesetzt hat.
Durch die umfangreiche Sanierung erhält die Brücke einen völlig neuen
Charakter. Daher bietet sich der Zeitpunkt zur Umbenennung nach Abschluss
der Modernisierungsarbeiten an.
Die Viktoriabrücke ist keine Straße mit Hausadressen. Eine Umbenennung
würde daher keinen Aufwand bei Stadt oder Anliegern auslösen.
Um die Verdienste Guido Westerwelles für die Stadt Bonn zu würdigen, bitten
wir herzlich alle Fraktionen um Unterstützung des Antrags.
Anlage/n
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Datenstand: 03.11.2026, 01:38 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de