201490-1 ST · Stellungnahme der Verwaltung
Zustand des Baumbestandes in der Stadt Bonn
Kerndaten
- Nummer
- 201490-1 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 17.08.2020
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz Kenntnisnahme
Dateien
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Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 201490-1 ST Der Oberbürgermeister Federführung: 68 Amt für Stadtgrün Dezernat: Dez. III Zustand des Baumbestandes in der Stadt Bonn Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz 18.08.2020 Kenntnisnahme Inhalt der Stellungnahme: 1. Welche Gründe sieht die Verwaltung für den erneut frühen Laubabwurf zahlreicher städtischer Bäume entlang der Straßen und in den öffentlichen Parkanlagen? In erster Linie sind vom Laubabwurf Linden betroffen. Auf Grund des Befalls mit der roten Spinnmilbe werden die Blätter erst silbrig und gelb, bevor die Bäume sie zum Selbstschutz abwerfen. Die Symptome beginnen in der Regel im unteren Kronenbereich. Je nach Standort und Genetik kann die Ausbreitung/Auswirkung von Baum zu Baum sehr unterschiedlich sein. Dieses Bild ist der Verwaltung bereits seit über 20 Jahren in besonders heißen Sommern bekannt. Die Erfahrung zeigt, dass auch wenn eine Schwächung der Bäume stattfindet, deren Leben entgegen des Bildes, welches sich einem Laien bietet, nicht in Gefahr ist. Gleiches ist seit vielen Jahren bei der Rosskastanie mit der Miniermotte zu beobachten. Auch hier schützt sich der Baum durch den vorzeitigen Abwurf der Blätter. Auch dies ist entgegen des optischen Erscheinungsbilds für den Baum unproblematisch. 2. Da die Bäume auf Versorgung durch das Grundwasser angewiesen sind: Welche Informationen liegen der Verwaltung über die Entwicklung der Grundwasserstände im Stadtgebiet allgemein, besonders aber im Rheingraben auf den dortigen unterschiedlichen Terrassen vor? Haben sie sich wegen Trockenheit abgesenkt? Die Bäume ziehen, wie im GA-Artikel korrekt beschrieben, das Wasser zwar aus tieferen Bodenschichten, jedoch bedeutet dies nicht automatisch, dass die Wurzeln bis ins Grundwasser reichen. An vielen Stellen lag in den vergangen Jahren der Grundwasserstand zwischen 10 und 15 m. Eine Tiefe, die idR. nicht durchwurzelt wird. Dies ist vor allem bei Straßenbäumen, welche in einem verdichteten Umfeld wachsen, der Fall. Die aktuelle Entwicklung der Grundwasserstände liegen Amt 68 nicht vor. Nach wie vor stehen THW und Feuerwehr zur Bewässerung bereit. Diese werden genau wie in den Vorjahren, wenn die Temperaturen über längere Zeit über 30 °C steigen und wenig bis kein Niederschlag fällt, zum Einsatz kommen. Bereits in den vergangenen Jahren hat die Verwaltung darauf aufmerksamSeite 1 von 2 Seite 2 gemacht, dass eine Wässerung alter Bäume nicht zielführend ist, da die Baumscheiben mit großen Wurzeln mit statischer Funktion durchwurzelt sind und somit kein Wasser zu den außenliegenden Feinwurzeln gelangt, welche die Funktion der Wasseraufnahme besitzen. Somit ist nur das Wässern von jungen und mittelalten Bäumen sinnvoll, welche noch Feinwurzeln innerhalb der Baumscheibe besitzen. Jungbäume benötigen in o.g Hitzeperioden bei gleichzeitiger Trockenheit bis zu zwei Mal pro Woche ca. 100 l Wasser. Da der Boden durch die Hitze, aber auch durch Fremdnutzung sehr hart wird, empfiehlt das Amt für Stadtgrün die Erde erst etwas anzufeuchten und dann nachzugießen. Somit kann das Wasser nicht ohne in den Boden einzusickern verlaufen. Die Mitarbeiter*innen des Amtes für Stadtgrün sind bei solchen Witterungsverläufen vermehrt mit Wasserwagen im Einsatz. 3. Erfolgt zum Erkenntnisgewinn eine Zusammenarbeit mit anderen öffentlichen Einrichtungen wie Fakultäten der Uni Bonn oder Einrichtungen der Landwirtschaft? Es gibt einen regelmäßigen Austausch zu den Themen Baumgesundheit, Wässerung, Auswirkungen der Klimaentwicklung auf Bäume etc. innerhalb von Arbeitsgruppen zwischen den Städten, wie z.B. der GALK (Gartenamtsleiterkonferenz) sowie den Baumgutachtern. Hier werden u.a. auch Listen mit klimatoleranten Bäumen auf Grund der Erfahrungen und von Versuchen in verschiedenen Städten erarbeitet. Ebenso steht die Verwaltung in regem Austausch mit renommierten Forschungseinrichtungen zum Thema „Klimabäume“, wie z. B. der LWG (Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau), welche grade in den Bereichen Stadtgrün, Klimabäume und Urbanes Grün seit vielen Jahren forschen und sehr gute Ergebnisse und Perspektiven liefern. Einige dieser klimatoleranteren Baumarten werden in Bonn schon seit fast 10 Jahren angepflanzt und seit 2019 auch in größerem Umfang als „Zukunftsbaum-Projekt“ auf dem Nordfriedhof etabliert. 4. Sind diese vorliegenden Erkenntnisse ausreichend oder müssen zusätzliche Untersuchungs- und Beobachtungsmöglichkeiten geschaffen werden? Es liegen ausreichende Erkenntnisse und entsprechende Maßnahmen vor. Diese werden stetig weiterentwickelt und optimiert. Weiterhin erfolgt eine ständige Kontrolle der städtischen Bäume durch Baumkontrolleure. Hierbei werden ‚Problembäume‘, wie u.a. nicht klimatolerante und schädlingsanfällige Arten, besonders intensiv beobachtet. Die Ergebnisse sämtlicher Baumkontrollen werden nahezu tagesaktuell im Baumkataster hinterlegt. Durch dieses Monitoring ist sichergestellt, dass die Verwaltung stets über den Zustand der Bäume informiert ist und sinnvolle Maßnahmen bei Bedarf einleiten kann. Anlage/n KeineSeite 2 von 2
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 01:36 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de