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201447 · Mitteilungsvorlage

Prüfaufträge zum Nahverkehrsangebot in Bonn – Mitteilungsvorlage zu DS 1811546

Nummer
201447
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
28.07.2020
Letzte Änderung
18.09.2026
  1. Sitzung des Rates 07.09.2020 Kenntnisnahme
  2. Sitzung der Bezirksvertretung Beuel 11.08.2020 Kenntnisnahme
  3. Sitzung der Bezirksvertretung Hardtberg 25.08.2020 Kenntnisnahme
  4. Sondersitzung der Bezirksvertretung Bonn 06.10.2020 Kenntnisnahme
  5. Sitzung des Ausschusses für Planung, Verkehr und Denkmalschutz 03.09.2020 Kenntnisnahme
  6. Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg 07.10.2020 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
201447
Der Oberbürgermeister
Federführung:
61 Stadtplanungsamt
Dezernat:
Dez. III
Prüfaufträge zum Nahverkehrsangebot in Bonn –
Mitteilungsvorlage zu DS 1811546
Beratungsfolge
Bezirksvertretung Beuel 11.08.2020 Kenntnisnahme
Bezirksvertretung Hardtberg 25.08.2020 Kenntnisnahme
Bezirksvertretung Bonn 25.08.2020 Kenntnisnahme
Bezirksvertretung Bad Godesberg 25.08.2020 Kenntnisnahme
Ausschuss für Planung, Verkehr und
Denkmalschutz
26.08.2020 Kenntnisnahme
Rat 01.09.2020 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Die Verwaltung wurde zusätzlich zu den zum Fahrplanwechsel Dezember 2018
beschlossenen Veränderungen im ÖPNV-Leistungsangebot mit mehreren
Prüfungen beauftragt, deren Bearbeitung aufgrund des Förderprogramms Lead
City sowie der nicht ausreichenden Stellenbesetzung im Stadtplanungsamt (vgl.
DS 200107) zunächst zurückgestellt wurde. Die Nummerierung der
Prüfaufträge wurde aus der Vorlage 1811546EB12 übernommen.
Zu 10) Die Verwaltung wurde beauftragt, zur Verbesserung der Busanbindung
zwischen Lengsdorf und Duisdorf und in die Bonner Innenstadt die Führung der
Linie 606 oder 607 nach der Haltestelle Kollegienweg über den Ortsteil
Lengsdorf mit den Haltestellen Provinzialstraße – In der Grächt – Agentur für
Arbeit bis zur Haltestelle Köslinstraße statt über den Schieffelingsweg mit den
Haltestellen Im Feldpütz und Carl-Schurz-Straße zu prüfen.
Der Stadtteil Lengsdorf ist derzeit über die im 20-Minuten-Takt verkehrende
Buslinie 605 mit Duisdorf und der Bonner Innenstadt verbunden.
Die Buslinien 606 und 607 führen aus Richtung Innenstadt im überlagerten 10-
Minuten-Takt über den Schieffelingsweg nach Duisdorf. Über die
Provinzialstraße (zwischen Schieffelingsweg und Villemombler Straße) führt
derzeit keine Buslinie.
Die Einhaltung dieses 10-Minuten-Takts der beiden Linien ist aus
Attraktivitätsgründen unbedingt beizubehalten und wäre weiterhin nur möglich,
wenn beide Linienführungen geändert und entsprechend die Haltestellen „Im
Feldpütz“ sowie „Carl-Schurz-Straße“ entfallen würden. Ein Linienweg über die
Provinzialstraße wäre zudem ca. 900 Meter länger als die Linienführung über
den Schieffelingsweg, was eine Verlängerung der Fahrzeit von etwa zwei
Minuten bei einer zugrunde gelegten Durchschnittsgeschwindigkeit von 30
km/h bewirken würde.
Die Haltestelle „Provinzialstraße“ könnte dabei mit der vorgeschlagenen
Streckenführung nur in Richtung Innenstadt angefahren werden. In RichtungSeite 1 von 7

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Duisdorf bzw. Brüser Berg müsste die Haltestelle weiter nördlich verlegt
werden, was eine zusätzliche Infrastrukturinvestition und die Wegnahme von
Parkplätzen auf Höhe der Adresse Provinzialstraße 50 bedeutet. Hingegen
könnte ein barrierefreier Ausbau im Zuge einer Verlegung der Haltestelle
nachgeholt werden.
Bei einer solchen Linienwegänderung der o.g. Buslinien wären somit zwei
bereits barrierefrei ausgebaute Haltestellen am Schieffelingsweg für die
Buslinien 606/607 nicht mehr zu nutzen, wodurch zusätzliche Fußwege zu den
nächstgelegenen Haltestellen Kollegienweg (290 m von Im Feldpütz) und
Köslinstraße (400 m von Carl-Schurz-Straße) bzw. Agentur für Arbeit (400 m
von Carl-Schurz-Straße) entstehen würden. Dadurch entstünde besonders ein
Nachteil für die Personen, die in den Straßen Im Ringelsacker, Glockenstraße,
Augustinusstraße sowie in der Gellertstraße wohnen. Zudem liegt die
Grundschule Ludwig-Richter-Schule am Schieffelingsweg. Eine solche
Verschlechterung der Erschließungsqualität kann die Verwaltung nicht
befürworten.
Zur Verbesserung der Anbindung Lengsdorfs kann ggfls. eine
Linienwegänderung der SB 69 vorgeschlagen werden (vgl. Punkt 11).
Die Verwaltung empfiehlt aus den oben angeführten Gründen, die
derzeitigen Linienführungen der Buslinien 606 und 607 im jetzigen
Zustand mit Führung über den Schieffelingsweg zu belassen.
Zu 11) Die Verwaltung wurde mit der Prüfung beauftragt, zur Verbesserung der
Busanbindung zwischen Lengsdorf und Brüser Berg und in die Bonner
Innenstadt die Linie SB 69 nach der Haltestelle Kollegienweg über den Ortsteil
Lengsdorf mit den Haltestellen Provinzialstraße – An der Ziegelei – Auf dem
Kirchbüchel – Basketsring zu führen. Dabei würden die Haltestellen Im
Feldpütz, Carl-Schurz-Straße, Edith-Stein-Anlage, Goerdelerstraße und
Geschwister-Scholl-Straße entfallen.
Eine Linienwegänderung der SB 69 wird Gegenstand einer Beschlussvorlage,
die den Gremien in einer der nächsten Sitzungen vorgelegt wird.
Zu 12) Die Verwaltung wurde beauftragt zu prüfen, ob die Buslinien 605, 606,
607, 611 und 614 zur Verbesserung der Fahrgastkapazitäten mit Gelenkbussen
betrieben werden können.
Derzeit werden die Buslinien 605, 606, 607 und 611 mit Standardbussen mit
einer Fahrgastkapazität von 70 Plätzen betrieben. Zwischenzeitlich wurde ein
Ratsbeschluss gefasst, laut dem die Linie 614 sukzessive auf einen
Gelenkbuseinsatz umgestellt wird (vgl. DS 1812863).
Der durchschnittliche Besetzungsgrad im ÖPNV sollte während der
Spitzenstunde 65 % und während der 20-Minuten-Spitze 80 % nicht
überschreiten. Diese Werte werden laut Querschnittserhebung 2019 besonders
häufig auf den Linien 605, 606 und 607 überschritten, sodass mindestens zur
Hauptverkehrszeit ein Gelenkbuseinsatz gerechtfertigt ist.
Allerdings ist derzeit ein Gelenkbuseinsatz aus den folgenden Gründen nicht
möglich:
Auf dem Busbetriebshof in Friesdorf ist kein Platz für weitere zusätzlich
angeschaffte Gelenkbusse vorhanden. Laut Angaben der SWB können derzeit
maximal noch fünf Standardbusse durch Gelenkbusse ersetzt werden. Zur
Kapazitätserweiterung und Umgestaltung des Betriebshofs, auch im Hinblick
auf den zukünftigen Einsatz von Elektrobussen, finden bereits Überlegungen
der SWB statt.Seite 2 von 7

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Auf dem Linienweg der 605 ist die Kurve an der Brungsgasse/Estermannstraße
zu eng für die Schleppkurve eines Gelenkbusses. Um einen Gelenkbuseinsatz
zu ermöglichen, müssen Parkmöglichkeiten in diesem Bereich entfernt sowie
Fahrbahnmarkierungen optimiert werden. Zusätzlich müssten sechs
Gelenkbusse beschafft werden.
Auf den Linienwegen der 606 und 607 entstehen an der Pfarrer-Byns-
Straße/Euskirchener Straße durch auf Kipp parkende Fahrzeuge direkt vor der
Einmündung Behinderungen. Diese Problematik kann durch die Wegnahme
von zwei Parkplätzen auf Kipp gelöst werden. Auf dem Linienweg durch die
Frongasse, Brahmsstraße und Alfred-Bucherer-Straße sind die Kurven zu eng
für einen Begegnungsverkehr mit Gelenkbussen, weshalb in diesem Bereich
eine Aufweitung der Kurven- und Kreuzungsbereiche oder alternativ die
Einrichtung einer für den ÖPNV beschleunigten Lichtsignalanlage notwendig
wäre. Auf der Alfred-Bucherer-Straße ist die Aufweitung des
Straßenquerschnitts für einen Gelenkbuseinsatz notwendig. Zusätzlich müssten
je Linie sieben Gelenkbusse beschafft werden.
Auf dem Linienweg der 611 sind mehrere Kurvenbereiche untauglich für einen
Gelenkbuseinsatz. Dies betrifft insbesondere die alten Ortskerne in Muffendorf
und Plittersdorf, aber auch Abschnitte in Lessenich sowie Bad Godesberg-
Villenviertel. Somit müsste die Linienführung der 611 angepasst werden.
Zusätzlich müssten neun Gelenkbusse beschafft werden.
Die Verwaltung empfiehlt eine sukzessive Umstellung auf Gelenkbusse aller
Hauptlinien, um dem weiter zu erwartenden Fahrgastzuwachs gerecht zu
werden.
Aufgrund der oben aufgeführten Gründe ist ein Gelenkbuseinsatz erst
nach Erweiterung der Kapazitäten im Busbetriebshof sowie nach
baulichen Anpassungen auf den Linienwegen oder Linienwegänderungen
möglich und wird daher derzeit nicht empfohlen.
Zu 13) Die Verwaltung wurde beauftragt zu prüfen, ob und wie die
Leistungsfähigkeit der Linie 630 verbessert werden kann. Dazu sollte eine
Aufgliederung der Linie in drei Teillinien geprüft werden: 13.1) die Buslinie 630
fährt unverändert zwischen Tannenbusch und Uniklinikum Nord; 13.2) eine
zusätzliche Buslinie 630a übernimmt die Kapazität von Uniklinikum Nord bis
UN-Campus; 13.3) eine weitere Linie übernimmt die Kapazität von UN-Campus
durch das Bundesviertel über die Südbrücke nach Beuel.
Auf der Linie 630 summieren sich derzeit, hauptsächlich wegen der Länge der
Linie, die Verspätungen zum Ende des jeweiligen Kurses beträchtlich. Die Linie
630 wurde auch deswegen erneut Thema eines weiteren Prüfauftrags im
Planungsausschuss am 12.02.2020 (vgl. DS 190483-2 AA). Die Ergebnisse der
verschiedenen Prüfaufträge werden in einer gesonderten Vorlage zur Trennung
der Linie 630 den politischen Gremien zur Beschlussfassung vorgelegt.
Zu 14) Die Verwaltung wurde gebeten, stadtweit zu prüfen und vorzuschlagen,
ob und welche Zubringerlinien zu bzw. Anbindungen von bestehenden Linien
an schienengebundenen Haltepunkten sinnvoll den Nutzwert und die
Attraktivität des ÖPNV verbessern.
Im Stadtgebiet bestehen neun DB-Haltepunkte und 62 Haltestellen im Stadt-
und Straßenbahnnetz. An drei Haltestellen sind ein Stadt- und
Straßenbahnangebot mit dem DB-Angebot verknüpft. Die Mehrheit der
Haltestellen (59 %) werden bereits durch Buslinien bedient, darunter sieben der
neun DB-Haltestellen. Die zwei DB-Haltepunkte Bonn-Oberkassel (RB) sowieSeite 3 von 7

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Bonn-Helmholtzstraße (S23) befinden sich 400 Meter bzw. 550 Meter in
Fußwegentfernung zur nächsten Umsteigemöglichkeit zu Linienbussen.
Grundsätzlich ist eine Verknüpfung zwischen schienen- und
straßengebundenem Personennahverkehr an möglichst vielen Haltepunkten
sinnvoll. Allerdings sollte dies auch zu Fahrzeitgewinnen für die Fahrgäste
führen. Zudem ist es aus wirtschaftlichen Gründen nicht zweckmäßig, jede
schienengebundene Haltestelle an den Busverkehr anzuschließen, wenn eine
Umsteigemöglichkeit ein oder zwei Haltepunkte früher oder später im
Linienverlauf besteht. Beispielsweise müssen die im Umfeld des Bonner
Hauptbahnhofs liegenden schienengebundenen Haltepunkte im Stadtbahnnetz
keine Umsteigemöglichkeit zu Bussen bieten, da diese bereits am Bonner
Hauptbahnhof besteht.
Da der SPNV in der Regel pünktlicher und zuverlässiger funktioniert als Busse,
sollten Busse als Zubringer zum SPNV fungieren. Somit wurde für jede
schienengebundene Haltestelle geprüft, in welcher fußläufiger Entfernung eine
Busanbindung besteht, oder ob die nächste oder übernächste Haltestelle im
Linienverlauf als Umsteigemöglichkeit genutzt werden kann. Mindestens eines
der Kriterien trifft auf alle 68 Haltestellen zu.
Die Verknüpfung von Bus und Bahn wird bei jeder Linienweganpassung
im Rahmen der jährlichen Fortschreibung des Nahverkehrsplans
berücksichtigt und nach Möglichkeit weiter optimiert. Die Verwaltung
erachtet das Stadt- und Straßenbahnnetz derzeit als ausreichend mit dem
Bonner Busnetz verknüpft.
Zu 15) Die Verwaltung wurde mit der Prüfung beauftragt, ob und welche
Buslinien als reine innerörtliche Verbindungslinien, eventuell betrieben mit
elektrischen Kleinbussen, ergänzt werden sollen.
Das Linienbusnetz in Bonn zeichnet sich durch eine hohe Zahl an
Durchmesser- und Radialverbindungen über die Bonner Innenstadt aus. Zudem
ist das Haltestellennetz sehr dicht und es bestehen zumeist gute
Umsteigemöglichkeiten durch die hohe Taktfolge. Somit sieht die Verwaltung
wegen des grundsätzlich guten ÖPNV-Angebots derzeit kurzfristig keinen
Handlungsbedarf für die Einrichtung zusätzlicher innerörtlicher
Busverbindungslinien.
Kleinbusse oder kleine elektrische Busse haben nur wenige Sitzplätze, wären
in der Anschaffung aber deutlich günstiger. Zudem sind sie aufgrund ihrer
Größe wendiger und somit flexibler im Straßennetz einzusetzen. Der Betrieb
einer Kleinbuslinie liegt allerdings in einer ähnlichen Größenordnung wie bei
Solo- oder Gelenkbussen, da der Fahrer genauso viel kostet und die jährlich
anfallenden Fixkosten sowie variablen Kosten eines Kleinbusses zwar geringer
ausfallen, jedoch in den Gesamtbetriebskosten nicht den entscheidenden
Kostenfaktor darstellen. Zudem können Kleinbusse mit ihren bis zu 21 Plätzen
und damit deutlich weniger Fahrgastkapazitäten nicht flexibel als
Ersatzfahrzeuge bei Engpässen auf anderen Linien eingesetzt werden.
Die Verwaltung wird die technische Entwicklung in Zusammenarbeit mit
der SWB kontinuierlich beobachten und zukünftige Optionen bei der
jährlichen Fortschreibung des NVP berücksichtigen. Die Untersuchung zu
möglichen innerörtlichen Verbindungslinien könnte im Rahmen einer
generellen Überarbeitung des NVP geprüft werden.
Zu 16) Die Verwaltung wurde mit der Prüfung der Einrichtung einer
Schnellbuslinie zwischen Röttgen – Ückesdorf – Lengsdorf – Endenich –
Innenstadt beauftragt.Seite 4 von 7

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Zurzeit ist der Stadtteil Röttgen über die im 20-Minuten-Takt verkehrende Linie
603 direkt an den Hauptbahnhof angebunden, die zur Hauptverkehrszeit
(zwischen 6 und 9 Uhr sowie 12 und 18 Uhr) im Schnitt nur zu 31,7 %
ausgelastet ist. Für die Strecke über Ippendorf/Poppelsdorf inklusive 18
angefahrener Haltestellen bis zur Haltestelle Colmantstraße/Hauptbahnhof
benötigt der Bus circa 23 Minuten. Die vorgeschlagene Führung der
Schnellbuslinie über Lengsdorf/Endenich würde keinen Reisezeitgewinn
gegenüber der Linie 603 zwischen den Haltestellen Schloßplatz und
Hauptbahnhof bedeuten. Die Stadtteile Ückesdorf, Lengsdorf sowie Endenich
können jeweils mit einem Umstieg unter zumutbaren Umsteigezeiten erreicht
werden.
Der Stadtteil Ückesdorf ist ausreichend mit der Buslinie 604 an die Innenstadt
angebunden. Zur besseren Anbindung des Stadtteils Lengsdorf wird eine
Linienwegänderung der SB 69 in einer Beschlussvorlage vorgeschlagen (sh.
Punkt 11, DS-Nr. wird nachgereicht). Auch der Stadtteil Endenich ist derzeit
sehr gut angebunden.
Schnellbuslinien sind vorrangig als Ergänzungsangebot zu sehen,
beispielsweise um in Spitzenverkehrszeiten Hauptbuslinien zu entlasten oder
dort, wo z.B. kein schienengebundener ÖPNV bzw. SPNV besteht (z.B. SB 55
als Vorläufer zu einer geplanten Stadtbahn Niederkassel). Dabei binden sie
Kapazitäten im Bereich der Fahrzeuge sowie Fahrer*innen, bieten jedoch nicht
zwangsläufig eine Angebotsverbesserung. Zudem stehen Schnellbusse, sofern
sie nicht auf eigenen Busspuren verkehren, ebenfalls häufig im Stau mit dem
Individualverkehr.
Die Verwaltung empfiehlt, die oben beschriebene Schnellbuslinie nicht
einzurichten, und weiterhin das grundliegende Busangebot attraktiv,
pünktlich und zuverlässig zu gestalten bzw. hinsichtlich dieser Ziele zu
optimieren.
Zu 17) Die Verwaltung wurde mit der Prüfung der Einrichtung einer
Schnellbuslinie zwischen Siegburg und Bonn Hbf beauftragt.
Zur Hauptverkehrszeit verkehrt die Linie 66 im 10-Minuten-Takt zwischen Bonn
und Siegburg Hauptbahnhof und benötigt 24 Minuten für diese Teilstrecke. Dies
wäre ohne eigene Busspur mit einem Schnellbus selbst bei deutlich weniger
angefahrenen Haltestellen nicht in derselben Zeit machbar, da selbst mit einer
direkten Verbindung ohne Halte und Stopps an Lichtsignalanlagen bei einer
angenommenen Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 km/h insgesamt knapp
25 Minuten benötigt würden.
Zudem sind Schnellbuslinien vorrangig als Zusatzangebot dort einzurichten, wo
kein Schienenverkehr besteht. Diese Schnellbuslinie würde in direkte
Konkurrenz zum bereits bestehenden Schienenangebot mit der Linie 66 treten,
wäre aber gleichzeitig unattraktiver. Außerdem sollten die vorhandenen
Buskapazitäten sinnvoller an anderen Stellen eingesetzt werden.
Ab 2023 ist zudem laut Ratsbeschluss ein überlagerter 5-Minuten-Takt auf den
Stadtbahnlinien 66 und 67 geplant (vgl. DS 1911567), was eine
Attraktivitätssteigerung das Stadtbahnverkehrs bedeutet.
Aus diesen Gründen empfiehlt die Verwaltung keine Einrichtung einer
Schnellbuslinie zwischen Bonn Hauptbahnhof und Siegburg
Hauptbahnhof.
Zu 18) Die Verwaltung wurde mit der Prüfung der Einrichtung einer Haltestelle
auf der L 16 auf Höhe des Beueler Stadttors in beide Fahrtrichtungen
beauftragt.Seite 5 von 7

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Die nächstgelegene Stadtbahnhaltestelle gemessen vom Knotenpunkt
Niederkasseler Straße/Königswinterer Straße – St. Augustiner Straße
(Geokoordinaten 50.744029, 7.122489) ist die Adelheidisstr. mit 500 m
Fußentfernung. Die nächsten Bushaltestellen sind die Rheindorfer Straße
sowie der Beueler Bahnhofsplatz mit jeweils 450 m Entfernung.
Derzeit werden die Schnellbuslinie SB 55 und die Buslinie 551 über die
Niederkasseler Straße und somit über die genannte Kreuzung geführt. Ein
zusätzlicher Halt würde trotz Verlangsamung der Buslinien eine
Attraktivitätssteigerung durch die Angebotsstärkung in Richtung Niederkassel
sowie Innenstadt bedeuten. Außerdem wurde 2019 an der Niederkasseler
Straße auf Höhe des Beueler Stadttors ein neues Wohnbauprojekt
fertiggestellt, was eine Angebotserweiterung erforderlich macht.
Die L 16 weist starken Kfz-Verkehr auf, weswegen die Einrichtung eines
Haltekaps nicht möglich ist. Somit wird die Einrichtung einer Haltebucht
bevorzugt.
Die Verwaltung sieht die Notwendigkeit der Einrichtung einer Haltestelle
auf der L 16 auf Höhe des Beueler Stadttors in beide Fahrtrichtungen. Da
sich die L 16 in der Baulast des Landesbetriebs Straßen NRW befindet,
wird sich die Verwaltung mit dem Landesbetrieb über die Möglichkeit und
Lage von zusätzlichen Haltestellen abstimmen.
Zu 19) Die Verwaltung wurde gebeten zu erreichen, dass die Linie 66 nicht
mehr über die Südbrücke Richtung Bad Honnef, sondern nach Bad Godesberg
Stadthalle geführt wird. Der Bad Honnefer Ast könnte mit dem Bornheimer Ast
(Linie 68) zusammengeführt werden.
Momentan ist die Linie 66 die einzige direkte Verbindung zwischen der Bonner
Innenstadt und Königswinter bzw. Bad Honnef. In der Hauptverkehrszeit fahren
lediglich alle 20 Minuten Züge von/nach Bad Honnef. Bad Godesberg hingegen
ist bereits durch mehrere Buslinien, den SPNV sowie die Stadtbahn
hervorragend mit der Bonner Innenstadt verbunden.
Dieser Prüfauftrag wurde aber auch von einem Ratsbeschluss (vgl. DS
1911567) überholt, der einen überlagerten 5-Minuten-Takt der Linien 66 und 67
ab dem Jahr 2023 zum Inhalt hat. Dadurch wird Bad Godesberg durch die Linie
67 noch regelmäßiger mittels Stadtbahn angebunden sein sowie eine direkte
Verbindung zum ICE-Bahnhof Siegburg erhalten.
Aus den genannten Gründen empfiehlt die Verwaltung keine Änderung
der derzeitigen Linienführung bis zur geplanten Taktverdichtung im Jahr
2023.
Zu 20) Die Verwaltung wurde mit der Einrichtung einer Ringbuslinie 637 mit
Kleinbussen beauftragt.
Die Linie 637 besteht seit dem Fahrplanwechsel August 2019 als eine mit
Kleinbussen betriebene Ringlinie, die in einem 30-Minuten-Takt abwechselnd
im und gegen den Uhrzeigersinn den im Auftrag beschriebenen Linienweg
befährt.
Somit wurde dieser Auftrag in der Zwischenzeit umgesetzt.
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KeineSeite 7 von 7

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Datenstand: 02.11.2026, 19:06 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de