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201420-02 · Mitteilungsvorlage

Auswirkungen der Corona-Krise auf das Bonner Bildungssystem

Nummer
201420-02
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
13.04.2021
Letzte Änderung
19.09.2026
  1. Sitzung des Integrationsrates 05.05.2021 Kenntnisnahme
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  1. 201420 Auswirkungen der Corona-Krise auf das Bonner Bildungssystem

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Mitteilungsvorlage
öffentlich
201420-02
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
Stabsstelle Integration
Dezernat:
Dez. OB
Auswirkungen der Corona-Krise auf das Bonner
Bildungssystem
Beratungsfolge
Integrationsrat 05.05.2021 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Durch Beschluss des Antrags DS201420 hat der Integrationsrat der Wahl-
periode 2014-2020 die Verwaltung in seiner letzten Sitzung am 12. August
2020 um Informationen über Entwicklungen und Auswirkungen der Corona-
Krise auf das Bonner Bildungssystem gebeten. Die Verwaltung berichtet dem
neuen, am 25.2.2021 konstituierten Integrationsrat wie folgt:
Teilstellungnahme der Ämter 40, 50 und 51
Die nachstehende Stellungnahme der Verwaltung legt bei der Beantwortung
einen besonderen Fokus auf die Situation von Kindern mit Behinderung (I) und
für Kinder, die Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepakt (II) beziehen:
Zu I.
Eltern von Kindern mit Behinderung sind durch Schulschließungen und not-
wendige Teilschließungen wegen Quarantäne-Maßnahmen oder fehlender
Lehrkräfte in besonderem Maße betroffen.
Insbesondere im Frühjahr 2020 und in der gegenwärtigen Phase der Schul-
schließungen stellte und stellt die Betreuung der Kinder über den gesamten
Tag für die Eltern eine große Herausforderung dar, da die Kinder die Tages-
struktur, die der Schulbesuch bietet besonders vermissen. Im gleichen Zeit-
raum konnten bzw. können auch therapeutische Maßnahmen nicht im per-
sönlichen Kontakt oder nur eingeschränkt durchgeführt werden. Die Kinder
bedürfen auch zuhause einer intensiven Betreuung, sodass die Eltern in den
meisten Fällen nicht parallel andere Dinge erledigen können (wie z.B. home-
office).
Eine besondere Herausforderung für alle Beteiligten stellt der Transport zur
Schule dar, wenn Kinder keine Mund-Nase-Bedeckung tragen können. Ein
Transport im Schülerspezialverkehr ist zwar auch ohne Mund-Nase BedeckungSeite 1 von 16
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zulässig, aber aufgrund der dann einzuhaltenden Abstandsregeln in regulären
Fahrten in der Regel nicht möglich. Hier sind in Bonn soweit erforderlich und im
Einzelfall möglich, individuelle Lösungen durch Einzeltransporte eingerichtet.
Freizeitmaßnahmen und außerschulische Betreuungsmaßnahmen für Kinder
mit Behinderung werden vom Land NRW seit einigen Monaten gesondert
gefördert. Leider konnten durch die Schulen selbst und die in den Schulen
tätigen Träger aufgrund des Fachkräftemangels und der durch die Pandemie
bedingten extrem hohen Belastung des vorhandenen Personals kurzfristig
keine zusätzlichen Maßnahmen angeboten werden. Sonstige Freizeitmaßnah-
men sind für Kinder mit Behinderung aufgrund des individuellen Unter-
stützungsbedarfes nicht in dem Umfang verfügbar, wie für Kinder ohne
Behinderung.
Eine wichtige Unterstützung für die Familien stellen die Integrationsassistenzen
dar, die einen Teil der Schülerinnen und Schüler beim Besuch von Schule und
Angeboten des Offenen Ganztags begleiten.
Die Leistungsanbieter der Integrationsassistenzen haben bereits im März 2020
die Eltern durch verschiedene Maßnahmen unterstützt, zum Beispiel durch:
 Angebote zur Aufrechterhaltung einer Struktur (Tages-, Wochen- und
Lernstruktur),
 Einsatz von Integrationsassistenzen für Ferienbetreuungsangebote,
 Unterstützung von Eltern und Schülerinnen und Schülern über Skype,
Mail, Post, Telefon,
 Anregungen/ Durchführung von Bastelarbeiten und Kreativbeschäf-
tigungen
 Anleitung zu Sport- und Bewegungsangeboten für die Schülerinnen
und Schüler.
Seit April 2020 wurde es im Einzelfall ermöglicht, dass Integrationsassistenzen
auch persönlich zuhause das Lernen unterstützen konnten, hierzu war noch ein
gesonderter Antrag der Eltern erforderlich. Es konnte bei ca. 50 Anträgen
insgesamt in 26 Fällen Unterstützung gewährt werden. Seit den Herbstferien
wird auf eine separate Antragstellung für die Integrationsassistenz im Distanz-
unterricht verzichtet. Die Integrationsassistenz kann unter Einhaltung der
Infektionsschutzmaßnahmen auch im elterlichen Haushalt oder in der Schule
erfolgen.Seite 2 von 16
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Zu II.
Aus Sicht der Servicestelle „Bildungs- und Teilhabepaket“ des Amtes für
Soziales und Wohnen lassen sich mit Blick auf die eingehenden Anträge keine
wesentlichen negativen Auswirkungen der Corona-Krise feststellen.
Der vereinfachte Zugang zur Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II)
sowie zur Sozialhilfe (SGB XII) wurde zunächst bis zum 31. Dezember 2021
verlängert. Dies entlastet Bürgerinnen und Bürger bei der Antragstellung und
die Verwaltung ist nach wie vor bemüht, die Aufgaben schnell und unbürokra-
tisch zu erledigen.
Teilstellungnahme des Amtes 51
Die Kitas haben während des ersten Shutdowns in unterschiedlicher Weise
Kontakt zu den Kindern und ihren Familien gehalten und hatten gut im Blick,
wie es den Kindern ging. Dazu gehörte auch, dass Familien, die z.B. nicht so
gut Deutsch sprechen, die Maßnahmen zu Corona und die Hintergründe
erläutert wurden. Kinder, bei denen das Kindeswohl gefährdet schien, wurden
in die Notbetreuung aufgenommen.
Allen Kitas wurde angeboten, dass die Kinder, deren Familien in einer wirt-
schaftlich prekären Situation sind, mit einem Lunchpaket versorgt werden. Das
Angebot wurde kaum nachgefragt. „Robin Good“, der Familienfonds von
Caritas und Diakonie, hat Familien in akuten Notlagen- unabhängig von
Nationalität, Geschlecht oder Religionszugehörigkeit – mit Lebensmittel-
gutscheinen unterstützt. Dazu heißt es auf deren Internet-Seite: „Unsere
Gutschein-Corona-Sofort-Hilfe „überLEBENSMITTEL – ROBIN GOOD hilft
Familien in Not“ hat enorme und beeindruckende Nachfrage ausgelöst. Dank
der Aktion Mensch und weiterer großzügiger Spender konnten wir bis heute
1.500 Bonner Kinder und 900 Erwachsene mit Lebensmittelgutscheinen im
Wert von ca. 90.000 € unterstützen.“
Nach dem ersten Lockdown ließen sich noch keine Aussagen zu den Auswir-
kungen der Corona-Pandemie auf die Entwicklung der Kinder machen. Dazu
war es noch zu früh.
Damals gab es folgende Beobachtungen in städtischen Kitas, die allerdings
keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit haben:
Die Sorge der Kitas, dass Kinder bei der Rückkehr neu eingewöhnt werden
müssten, bestätigte sich nicht. Auch wurde in der Regel keine Verunsicherung
und Angst - ausgelöst durch Corona - bei den Kindern festgestellt. Sowohl
Kinder als auch Fachkräfte waren froh, den Alltag wieder gemeinsam ver-
bringen zu können. Das derzeitige, sehr starre System der vorgeschriebenen
Gruppensettings haben die Kinder ohne Problem angenommen. Mehrere Kita-
Leitungen aus unterschiedlichen Sozialräumen berichteten, dass sie den
Eindruck hätten, dass den Kindern die Zeit mit den Eltern gutgetan habe und
sie deutliche Fortschritte in der Entwicklung gemacht hätten.Seite 3 von 16
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Auch jetzt im eingeschränkten Pandemiebetrieb halten die Einrichtungen so gut
es geht Kontakt zu den Familien. Die Nutzung der Betreuung ist in den Kitas
sehr unterschiedlich. In manchen Einrichtungen werden derzeit (Stand:
12/2020) 10%, in anderen 70% der Kinder betreut.
Zwischenzeitlich dauern die Beschränkungen so lange an, dass man sich
grundsätzlich Gedanken darübermachen muss, welche Folgen für die Per-
sönlichkeitsentwicklung aller Kinder möglich sind.
Die Bildungsangebote der Internationalen Begegnungsstätte des Amtes für
Kinder, Jugend und Familie sind unterschiedlich stark von den Maßnahmen zur
Reduzierung des Infektionsgeschehens betroffen. Während des ersten und nun
auch wieder während des zweiten Lockdowns waren und sind alle Präsens-
angebote untersagt und dürfen nicht stattfinden. Von Mitte Mai bis zu den
Sommerferien und ab Ende der Sommerferien durften Bildungsangebote mit
Einschränkungen durchgeführt werden. Während der Sommerferien war es
möglich ein reduziertes Ferienangebot für einige wenige anzubieten. Zur
Wahrung der Mindestabstände musste bei allen Angeboten die Anzahl der
Teilnehmer*innen auf etwa die Hälfte bzw. maximal 8 Personen begrenzt
werden. Bei gleichbleibender hoher oder steigender Nachfrage konnte und
kann somit vielen Kindern quer durch alle Altersstufen kein entsprechendes
Förderangebot gemacht werden.
Inzwischen finden vier Kurse für Jugendliche aus den Abschlussklassen digital
statt.
Die Dozenten*innen der Internationalen Begegnungsstätte berichteten von
wahrnehmbaren größeren Lerndefiziten bei den Kindern und Jugendlichen. Die
Sorge der Eltern spiegeln diese wider. So berichten Eltern mit Migrations-
hintergrund über eine Überforderung bei der Begleitung ihrer Kinder in der
derzeitigen Schulphase.
Angebote der (Offenen) Jugendarbeit waren ebenfalls kaum planbar und
mussten häufig flexibel angepasst werden. Trotz des hohen Einsatzes der
pädagogischen Fachkräfte führten die pandemiebedingten Einschränkungen
teilweise zum Kontaktverlust zu den Besucherinnen und Besuchern der
Angebote.
Angesichts der Kontaktbeschränkungen als Maßnahme gegen die Corona-
Pandemie, war und ist die Jugendarbeit gefordert, sich flexibel an die aktuelle
Situation anzupassen. Dabei gingen die Möglichkeiten von einem vollständigen
Verbot von Präsenzangeboten bis hin zu Angeboten für kleine Gruppen mit 5,
10, 20 oder 30 Teilnehmenden. Um jungen Menschen weiterhin Unterstützung
bieten zu können, waren sowohl eine Anpassung der Angebotsformen als auch
neue fachliche Herangehensweisen notwendig. Digitale Angebote wurden
ebenso wie kontaktarme entwickelt. Die Kreativität reichte dabei von Kreativ-
Paketen für zu Hause über digitale Kontaktangebote bis hin zu Sportangeboten
per Live-Stream.
In den Angeboten der Jugendsozialarbeit (Beratungsstelle für Jugend-
berufshilfe und Straßensozialarbeit) hatten ähnliche Einschränkungen wie
oben bereits beschrieben ebenfalls erhebliche Auswirkungen auf die Beratung
und Unterstützung junger Menschen mit sozialen Benachteiligungen oderSeite 4 von 16
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individuellen Beeinträchtigungen. Die gewohnten und eingeübten Beratungs-
settings konnten hier über lange Zeiträume nicht genutzt werden. Beratungen
mussten per Telefon oder in digitaler Form erfolgen. Hierdurch kam es zu einer
deutlichen Verlangsamung des Beratungsprozesses und Minderung von Lern-
effekten durch sehr erschwertes oder teilweise unmögliches gemeinsames
Arbeiten an Dokumenten (Bewerbungsschreiben etc.). Bei jungen Menschen,
bei denen keine telefonischen oder digitalen Kontaktmöglichkeiten bestanden,
kam es unweigerlich zu Kontaktverlusten. Wenn Beratungen technisch möglich
waren, dann sank oftmals der erreichbare Komplexitätsgrad der Zusammen-
arbeit erheblich.
Die besonderen Auswirkungen auf die Zielgruppe zeigen sich unter anderem
auch darin, dass in den Angeboten der Jugendsozialarbeit ein höherer Bera-
tungsbedarf festzustellen ist. Mit zunehmender Dauer der Maßnahmen zur
Eindämmung der Corona-Pandemie stieg das Beratungsaufkommen wieder an.
Daher kann vermutet werden, dass zum einen inzwischen passende Zugänge
entwickelt werden konnten. Andererseits ist dies ein weiterer Hinweis auf die
negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie.
Kinder sind in besonderer Weise Leidtragende der Pandemie. Sie schützen
Erwachsene, während sie selbst weniger gefährdet sind zu erkranken. Sie
passen sich bereitwillig und vertrauensvoll den Gegebenheiten an. Grundsätz-
lich kann derzeit nur vermutet werden, welche Folgen die Pandemie für Kinder
bezogen auf ihre Entwicklung haben wird, auch wenn diese aktuell vielleicht gar
nicht sichtbar werden.
Wenn man sich vorstellt, dass ein Jahr Pandemie im Leben eines 5-jährigen
Kindes 10 Jahre im Leben eines 50-jährigen Menschen bedeuten, wird klar, wie
einschneidend die Einschränkungen für Kinder sind- zumal junge Kinder noch
nicht über die Fähigkeit verfügen, zu erkennen, dass es sich um einen sehr
kleinen zeitlichen Ausschnitt ihres Lebens handelt. Für sie ist die Pandemie ihr
Leben.
Kinder müssen derzeit ihre originären Bedürfnisse nach Kontakt, Spiel mit
anderen, Bewegung, Spontaneität etc. über einen langen Zeitraum weitgehend
unterdrücken. Der Hirnforscher Gerald Hüther geht davon aus, dass die Gefahr
besteht, dass Kinder den Zugang zu diesen Bedürfnissen verlieren und diese
gar nicht mehr wahrnehmen. Da Kinder sehr anpassungsfähig sind, fügen sie
sich in die Situation.
Als professionelle Begleiter*innen in Kita, offener Jugendarbeit und OGS
braucht es Wissen über die Auswirkungen der Pandemie bei Kindern, ein
hohes Maß an Selbstreflektion (Stichwort: eigene Ängste) sowie an Sensibilität
gegenüber dem, was die Kinder zeigen. Ggfs. bedarf es auch zusätzlichen
Fachwissens, um nach der Pandemie zu einer Aufarbeitung beitragen zu
können.
Auch die Ängste und der Druck der Eltern (Soll ich mein Kind zuhause
betreuen? Wie sieht meine berufliche Zukunft aus? …) wirkt sich auf die Kinder,
aber auch auf das Verhältnis zwischen Eltern und Kita, aus. Wenn hier
Spannungen entstehen, bekommen Kinder leicht das Gefühl, zwischen den
Stühlen zu sitzen oder sich sogar an den Konflikten Schuld zu sein.Seite 5 von 16
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Kinder in besonderen Lebenslagen sind nicht nur in ihrer Persönlichkeitsent-
wicklung bedroht, sondern auch in ihren Bildungschancen. Das betrifft auch
den Bereich der Sprache. Inwieweit dies in Kita und Schule aufzuholen ist,
bleibt abzuwarten.
Bei älteren Jugendlichen zeigen sich bereits erste Auswirkungen auf den
Übergang Schule-Beruf. Die beschränkten Beratungs- und Unterstützungs-
angebote sowie der Wegfall von Praktika schränken gerade bei benachteiligten
jungen Menschen die berufliche Orientierung ein. Damit drohen diesen jungen
Menschen auch langfristige Folgen und Nachteile.
Teilstellungnahme der Ludwig-van-Beethoven-Musikschule Bonn
Seit Beginn der Corona-Krise haben sich die Lehrkräfte und auch die
Schülerinnen und Schüler der Ludwig-van-Beethoven-Musikschule auf
Distanzunterricht vorbereiten. In den Lockdowns konnte der Unterricht
überwiegend auf Distanzunterricht umgestellt werden:
So fand vom 16.12.2020 bis 13.03.2021 ausschließlich Distanzunterricht statt,
und die Schülerinnen und Schüler wurden überwiegend per Videotelefonie
unterrichtet. Aktuell, also seit 15.03.2021, wird teilweise wieder präsent
unterrichtet.
Auch wenn der Distanzunterricht weitgehend problemfrei läuft, stellen sich
dennoch Probleme dar:
 An der LvBM gibt es Schüler*innen, denen die technischen Voraus-
setzungen zum Distanzunterricht fehlen. Aufgrund des Homescoolings
waren zwar die meisten Schüler*innen gezwungen, technisch aufzu-
rüsten, dennoch bleiben Schüler*innen, denen nicht ausreichend
Technik zur Verfügung stehen, um beim Distanzunterricht per Video-
telefonie teilnehmen zu können.
 Die LvBM kooperiert mit allgemeinbildenden Schulen und Kindertages-
stätten. Über Kooperationsmodelle, wie Jekits, werden eine Vielzahl von
Schüler*innen aus bildungsfernen Familien und Familien mit Migrations-
hintergrund erreicht, die nicht ohne weiteres eine klassische Musik-
schulausbildung wahrnehmen würden oder sich Unterricht an einer
Musikschule finanziell nicht leisten könnten. Wir stellen fest, dass wir
nicht alle unsere Schüler*innen aus den Kooperationen erreichen.
 Den Präsenzunterricht in den Kooperations-Kitas musste bereits Anfang
November eingestellt werden. Das Distanzangebot wurde von den über
200 Kindern nur zum Teil angenommen. Daher sind wir gezwungen,
das Unterrichtsangebot in den Kitas teilweise einzustellen.
 Neben dem Instrumental- und Gesangsunterricht stellt das
Ensembleangebot, wie Orchester-, Band- oder Chorarbeit, einen
wesentlichen Bestandteil der musikalischen Ausbildung dar: In diesen
Ensembles treffen sich Kinder und Jugendliche zum gemeinsames
Musizieren. Gemeinsame Ensembleproben und Konzerte sind wichtigSeite 6 von 16
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für die Motivation und die künstlerische Entwicklung der Schülerinnen
und Schüler.
Seit Beginn der Corona-Krise findet die Ensemblearbeit - wenn über-
haupt - nur sehr reduziert und unter hohen Auflagen statt. Mit dem
jetzigen Lockdown mussten die Ensemblearbeit ganz eingestellt
werden. Hinzu kommt die Befürchtung, dass langjährigen Ensembles
die Corona-Krise nicht überleben könnten.
 Der Wettbewerb Jugend Musiziert findet traditionell in der ersten
Jahreshälfte statt. Dabei handelt es sich um einen deutschlandweiten
Schülerwettbewerb, der über mehrere Runden ausgetragen wird. Den
Abschluss bildet der Bundeswettbewerb. Wer einen Bundespreis
gewinnt, kann sich zu den besten Musikern seines Alters zählen. Nicht
selten entschließen sich Bundespreisträger für ein Musikstudium – so
auch Schüler*innen der LvBM. Somit ist der Wettbewerb Jugend
Musiziert für die Förderung und Motivation von begabten und hoch-
begabten Kindern und Jugendlichen sehr relevant.
Im vergangenen Jahr ist der Wettbewerb abgesagt worden. In diesem
Jahr haben die Organisatoren den Regionalwettbewerb mit dem
Landeswettbewerb verschmolzen und den gesamten Wettbewerb auf
ein digitales Format umgestellt. Alle Teilnehmer*innen mussten ein
eigens produziertes Video ihrer Wettbewerbsbeiträge einreichen.
Die Jurierung fand in der dritten Märzwoche statt. Entgegen der
ursprünglichen Erwartung, verzeichnet die LvBM zahlreiche gute und
sehr gute Wettbewerbsergebnisse ihrer Schüler*Innen. Allerdings hatten
sich im Vorfeld mehrere Ensembles gegen eine aktive Teilnahme
entschieden.
Viele Schüler*innen und Lehrkräfte waren mit der Produktion der Videos
vor große Schwierigkeiten gestellt worden, da weder Equipment noch
Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden konnten, bzw. gestellt
werden durften.
Die Unklarheit über eine mögliche Absage sowie über Zeitpunkt und
Format des Wettbewerbs führte zu starker Anspannung und teilweise
Demotivation bei den Lehrkräften ebenso wie bei den teilnehmenden
Schüler*innen.
 An der LvBM wird der Unterricht zu etwa 25 % von Honorarkräften
übernommen. Bisher konnte den Honorarkräften trotz Lockdowns das
Honorar gezahlt werden. Dennoch ist die Unsicherheit bei vielen
Honorarkräften groß: Aufgrund der Freiberuflichkeit besteht keine
Absicherung und viele unserer Honorarkräfte arbeiten neben ihrer
Lehrtätigkeit künstlerisch. Konzert- oder Auftrittsgelegenheiten sind seit
Beginn der Corona-Krise überwiegend ausgefallen.
Es gibt bereits Honorarkräfte im Kollegium, die sich u.a. aufgrund der
unsicheren Arbeitsverhältnisse für eine andere Tätigkeit entschieden
haben. Inwieweit sich diese Entwicklung mittelfristig negativ auf den
Unterrichtsbetrieb auswirkt kann jetzt noch nicht abgeschätzt werden.Seite 7 von 16
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Teilstellungnahme der Stadtbibliothek
 Funktion der Stadtbibliothek als Teil des Bonner Bildungssystems in
„normalen“ Zeiten:
Die Stadtbibliothek Bonn ist als Öffentliche Bibliothek sowohl eine Kultur-
als auch eine Bildungseinrichtung. Der Bonner Bevölkerung stehen in
pandemiefreien Zeiten zahlreiche informelle Bildungsangebote an allen
neun Standorten der Stadtbibliothek sowie digital zur Verfügung.
Gewichtung, Nutzung und Zielgruppen der jeweiligen Angebote variieren je
nach Standort und Bibliotheksgröße:
Angebote zur Informationsversorgung:
Verleih- und Vor-Ort-Nutzung des umfangreichen multimedialen Medien-
bestandes inklusive Bestellmöglichkeit analoger Medien;
zahlreiche digitale Angeboten wie lizensierte Datenbanken und eMedien
Angebote zur Vermittlung von Informations- und Medienkompetenz:
Auskunftsdienst/Beratung, Katalogeinführungen, Rechercheschulungen,
Bibliotheksführungen (beispielsweise für Schulklassen, Teilnehmende an
Deutsch-Sprachkursen), Einführungen in die Digitale Bibliothek, technische
Hilfestellung bei der eBibliothek, Gaming etc.
Angebote zur Leseförderung:
Bilderbuchkinos, Vorlesestunden (auch mehrsprachig), Lesepatenaktionen,
Autorenlesungen, Klassenführungen, Schmökerstunden mit Bastelaktionen
etc.
Angebote zur Förderung des lebenslangen Lernens:
Bereitstellung von Räumlichkeiten (inklusive Lese- und Arbeitsplätze), die
konzentriertes Arbeiten ermöglichen; als Lernort für Gruppen genauso wie
für Einzelpersonen
Angebot attraktiver Aufenthalts- und Kommunikationsräume:
Einrichtung der Bibliotheksräumlichkeiten als Aufenthaltsort, attraktiver
Treffpunkt und Veranstaltungsort für kulturelle Veranstaltungen, Tagungen,
Leseförderprojekte etc.
 Bildungsangebote der Stadtbibliothek während der Corona-Krise:
Nach einer achtwöchigen Vollschließung aller Einrichtungen der
Stadtbibliothek von Mitte März bis Mitte Mai 2020 sind die Zentralbibliothek
und die Zweigstellen sukzessive wieder für einige Wochen geöffnet
worden, allerdings ausschließlich zur Ausleihe und Rückgabe von Medien
vor Ort. Ab 20. November 2020 sind die hauptamtlichen Zweigstellen
wieder vollständig für die Medienausleihe geschlossen worden und ab
Mitte Dezember auch wieder alle anderen Einrichtungen der
Stadtbibliothek.
Seit Anfang Februar 2021 war die Abholung bestellter Medien
ausschließlich in der Zentralbibliothek möglich. Ab Anfang März 2021 ist
der Abholservice über die Zentralbibliothek hinaus auf die Zweigstellen
ausgeweitet worden. Davon ausgenommen waren nur die
Stadtteilbibliothek Endenich sowie die Stadtteilbibliothek Brüser Berg. Die
Stadtteilbibliothek Brüser Berg ist – unabhängig von der jeweiligen
Coronalage – derzeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.Seite 8 von 16
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Der Abholservice konnte bereits eine Woche später, ab 9. März,
aufgrund einer neuen Beschlusslage eingestellt werden zugunsten einer
Öffnung der Räumlichkeiten der Zentralbibliothek und der Zweigstellen
ausschließlich für die Ausleihe und Rückgabe von Medien. Davon
ausgenommen waren die Stadtteilbibliotheken Endenich und Brüser
Berg. Eine Woche später, ab 16. März, ist auch die Stadtteilbibliothek
Endenich wieder geöffnet worden.
Es ist davon auszugehen, dass aufgrund der seit 29. März gültigen
neuen Coronaschutzverordnung NRW und der in Bonn ab 31. März
greifenden Corona-Notbremse in Kürze wieder eine neue Situation bzgl.
der zulässigen und umsetzbaren Bibliotheksangebote entstehen wird.
Die bereits vor der Coronapandemie vorhandenen digitalen Angebote
sind selbstverständlich weiterhin nutzbar. Erweitert wurden diese um
einen telefonischen Auskunfts- und Beratungsdienst sowie die
Möglichkeit der Online-Anmeldung bzw. postalischen Anmeldung sowie
Online-Bezahlung.
Alle weiteren Angebote (s. oben) sind bis auf Weiteres eingestellt
worden.
 Auswirkungen:
Das Angebot der Medienausleihe wurde 2020 während der Wochen, in
denen die Ausleihe überhaupt möglich war, sowohl in der Zentralbibliothek
als auch in den Zweigstellen sehr rege und von vielen ausdrücklich dank-
bar in Anspruch genommen (sowohl analog als auch digital).
Insgesamt sind 2020 über 1 Mio. Medien (analog) ausgeliehen worden und
damit „nur“ 30% weniger als 2019. Die Nutzung der Onleihe (=Ausleihe
von eMedien) hat im Vergleich zu 2019 dagegen zugenommen.
Gesamtsystem Stadtbibliothek
Bonn
2019 2020
Medienbestand (analog) 332.330 326.167
Entleihungen analoge Medien 1.424.698 1.002.240
durch Entleiher/in
- bis 6 Jahre 87.530 60.190
- 7 – 10 Jahre 128.251 93.841
- 11 – 14 Jahre 98.961 65.586
- 15 – 18 Jahre 56.161 39.585
eMedien 18.924 18.738
Entleihungen eMedien 141.016 170.445Seite 9 von 16
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Der Rückgang der Ausleihzahlen hinsichtlich des Kinder- und Jugend-
medienbestandes (analog) sowie der Brettspiele während der Corona-
pandemie ist geringer als der Rückgang der Ausleihzahlen in vielen
anderen Medienbereichen.
Auch hinsichtlich der Ausleihe der eMedien ist erfreulich, dass gerade die
Titel aus den Bereichen „Schule & Lernen“ sowie „Kinderbibliothek“ im
Vergleich zu anderen Bestandsbereichen einen besonders hohen
Ausleihzuwachs verzeichnen konnten.
Belegbar ist zudem, dass die Kundinnen und Kunden pro Ausleihvorgang
durchschnittlich mehr Medien mit nach Hause genommen haben als zuvor
üblich.
Ob sich das Ausleihverhalten weiterer Kundengruppen wie beispielsweise
Migranten oder sozial benachteiligten Menschen infolge der Corona-
situation geändert hat, lässt sich statistisch nicht feststellen.
Durch den Wegfall aller weiteren Angebote wie Vorlesestunden, Lese-
patenaktionen, Klassenführungen, Bibliothekseinführungen für Migranten
etc. entfallen jedoch leider seit Monaten genau die Aktionen, die insbe-
sondere diese Benutzergruppen überhaupt erst an die Bibliothek heran-
führen und die oft vorhandene Hemmschwelle nehmen, Bibliotheksange-
bote für sich zu entdecken und zu nutzen.
So dürfte sich beispielsweise hinsichtlich der Lesekompetenzen die Kluft
vergrößern zwischen sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen und
anderen, die ohnehin regelmäßig mit ihren Eltern in die Bibliothek gehen
und denen auch regelmäßig zu Hause vorgelesen wird.
Der Rückgang der Neuanmeldungen im Jahr 2020 um 56% im Vergleich
zu 2019 wird als Bestätigung dieser Annahmen gewertet.
Zudem benachteiligt der Ausfall der Bibliothek als Lernort inklusive Lese-
und Arbeitsplätze insbesondere diejenigen überproportional, die aufgrund
ihrer Wohnverhältnisse ganz besonders stark darauf angewiesen sind, mit
der Bibliothek einen Ort zur Verfügung zu haben, der ihnen konzentriertes
Arbeiten allein oder in Lerngruppen ermöglicht.
Überdies sind die Einrichtungen der Stadtbibliothek für viele Kinder gerade
aus bildungsfernen Familien der tägliche Aufenthaltsort, an dem sie sich
außerhalb der Schulzeiten mit ihren Freunden treffen.
Je länger aufgrund der Corona-Infektionslage diese immensen Einschrän-
kungen der Bibliotheksnutzung aufrechterhalten werden müssen, desto
gravierender dürften sich diese negativen Folgen mittel- und langfristig
auswirken.
Teilstellungnahme der Volkshochschule
Situation Integrationskurse/berufsbezogene Deutschkurse (IK/DEUFÖ)
Lockdown März bis Juni 2020
 Die VHS musste sämtliche Kurse unterbrechen. Es konnte auf Grund der
Kurzfristigkeit, der verzögerten Klarstellung der RahmenbedingungenSeite 10 von 16
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durch das BAMF und der fehlenden technischen Ausstattung bei den
Teilnehmenden kein virtuelles Klassenzimmer angeboten werden.
 Ersatzangebote in Form von BAMF-finanzierten Online-Tutorien, die ein
selbständiges Lernen der Teilnehmenden im Lernportal www.vhs-
lernportal.de ermöglichten, wurde für alle Klassen angeboten. Die
Teilnahme an dem Angebot war freiwillig. Ca. 60% der Teilnehmenden hat
diese Angebote wahrgenommen.
 Die Kurse wurden nach dem Ende des ersten Lockdowns schnellstmöglich
wiederaufgenommen, wobei die Gruppen Vorrang hatten, die sich gegen
Ende des Kurses befanden.
 Nach Wiederaufnahme konnten zwei Tendenzen beobachtet werden: Zum
einen kehrten im Bereich der Berufssprachkurse ca. 30 % der Teilneh-
menden nicht wieder in den Unterricht zurück. Die Gründe dafür können
nicht ermittelt werden. Zum anderen hat die lange Pause auch bei denen,
die die Überbrückungsangebote wahrgenommen hatten, zu einem Ab-
sinken des Sprachstandes in allen vier Fertigkeiten (Hören, Lesen,
Sprechen, Schreiben) geführt. Eine notwendige und sinnvolle Erhöhung
der zur Verfügung stehenden Stunden durch das BAMF erfolgte nicht. Die
Kenntnisverluste konnten damit nicht kompensiert werden.
 Nach Ende der Sommerferien liefen alle Kurse regulär in Präsenzform wie
ursprünglich im ursprünglich geplanten Umfang weiter.
Lockdown November
 Die Integrations- und Berufssprachkurse waren vom „Lockdown light“ im
November nicht betroffen. Dennoch sank die Anwesenheit in allen Kursen
deutlich ab. Dies lag an fehlender Kinderbetreuung, Quarantänefällen und
auch daran, dass viele Teilnehmenden hinsichtlich ihrer Gesundheit un-
sicher und ängstlich waren. Der Unterricht in gut durchlüfteten und damit
kalten Räumen führte zudem zu einem gestiegenen Krankenstand.
 Die Gruppen und die Dozierenden wurden im November durch Schulungen
und technische Unterstützung auf einen eventuellen Wechsel ins virtuelle
Klassenzimmer vorbereitet. Gleichwohl zeichnete sich zunächst ab, dass
nicht alle Gruppen auf Online-Unterricht würden umsteigen können, da das
BAMF die Träger verpflichtet hat, den Teilnehmenden bei Bedarf eine
entsprechende technische Ausstattung zur Verfügung zu stellen. Im
Gegensatz zu den Schulen erhalten die Träger hierfür aber keine aus-
reichende finanzielle Unterstützung. Gleichwohl hat die VHS eine größere
Anzahl von Chromebooks bestellt, von denen erst ein Teil geliefert werden
konnte (Engpässe).
Lockdown DezemberSeite 11 von 16
Seite 12
 Das BAMF hat seine Regelungen für den Umstieg auf das„virtuelle
Klassenzimmer“ inzwischen flexibler gestaltet, so dass für alle Gruppen ein
Umstieg möglich war. Lediglich bei einigen der Gruppen ist dies aber
pädagogisch nicht sinnvoll, z. B. weil sie sich kurz vor der Prüfung be-
fanden oder unmittelbar nach Beginn des Kurses. Diese Gruppen befinden
sich weiterhin in Online-Tutorien. Ein Großteil der Gruppen ist aber im
virtuellen Klassenzimmer und erhält in gleichem Umfang Unterricht wie in
der Präsenzform. Lediglich in einer mit BAMF und Arbeitsagentur durch-
geführten Kombimaßnahme für jüngere Erwachsene (Arbeit plus unter-
stützender Sprachunterricht) ist der Sprachunterricht momentan ausge-
setzt; die Teilnehmenden gehen nur ihrer Arbeit nach. Der Deutsch-
unterricht wird hier erst nach Ende des Lockdowns wiederaufgenommen.
 Durch verzögerte Abstimmung und Unklarheiten in der Corona-Schutz-
verordnung ist die Durchführung von Prüfungen z.T. nicht möglich.
Dadurch verzögert sich der Abschluss von Kursen.
Ausblick
 In den Anfragen bei der VHS zeigt sich aber eine inzwischen verstärkte
Nachfrage nach Kursen. Da die Träger mit kleineren Kursstärken arbeiten,
ist zu erwarten, dass die Nachfrage anhalten wird, zumal sich die Zahl der
Kursträger in Bonn in den letzten Monaten reduziert hat. Eine Beratung
und Anmeldung von Teilnehmenden ist momentan nur sehr eingeschränkt
möglich, da Einstufungstest nicht online durchgeführt werden dürfen. Es
könnten nur Teilnehmende postalisch angemeldet werden, die bereits
Einstufungstests absolviert haben (Integrationskurse) oder über ein
aktuelles Zertifikat (berufsbezogene Deutschkurse) verfügen. Dies ist nur
bei sehr wenigen Personen der Fall. Daher ist nach Aufhebung des
Lockdowns eine große Anzahl von Personen zu erwarten, die sich an-
melden wollen und beraten werden müssen. Da dies unter den Hygiene-
auflagen zeitaufwändig ist (kleinere Gruppen in Einstufungstests, kleinere
Gruppen zur Verringerung der Wartezeiten), ist zu erwarten, dass es zu
längeren Wartezeiten für Anmeldetermine kommt.
 Obwohl die Unsicherheit unter den Honorarkräften aufgrund zweier
Lockdowns im Jahr 2020 groß war, ist dennoch ist die Kontinuität
gewährleistet. Es hat bis jetzt noch keine große Abwanderung in andere
Beschäftigungsbereiche stattgefunden. Die Lehrkräfte sind methodisch
didaktisch auf digitalen Unterricht vorbereitet, je nach digitaler Vor-
erfahrung unterschiedlich gut. Die Volkshochschule hat im Verbund mit
Volkshochschulen des Umlandes ein umfangreiches Qualifizierungsan-
gebot in diesem Bereich entwickelt. Die VHS Bonn hat den Honorarkräften
finanziellen Ausgleich für entgangenes Honorar aus Mitteln des SodEG
gezahlt. Die überraschende Erhöhung der Honorare im durch das BAMF
im Dezember 2020 von 35 € auf 41 € entlastet die Honorarkräfte und setzt
ein deutliches Signal. Die Auswirkungen auf die Trägerlandschaft müssenSeite 12 von 16
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abgewartet werden.
 Insgesamt führt die kurzfristige Veröffentlichung der Corona-Schutzver-
ordnungen jeweils freitags dazu, dass erheblicher organisatorischer
Aufwand entsteht, um die Teilnehmenden und Kursleitenden hinsichtlich
der folgenden Woche zu informieren. Diese fortwährende Kurzfristigkeit
erhöht bei Teilnehmenden und Kursleitenden die Unsicherheit über den
weiteren Kursverlauf.
 Die fehlende Kinderbetreuung durch die Schließung von Schulen und
Kindergärten führt vor allem bei Müttern dazu, dass sie Lernangebote, egal
ob offline oder online, nicht oder nicht optimal wahrnehmen können.
 In der Pandemiezeit konnte ein Pilotprojekt zur Integration in den ersten
Arbeitsmarkt durchgeführt werden. In Kooperation von dpdhl, Arbeits-
verwaltung und VHS wurden 16 Teilnehmende in einem dpdhl-spezifischen
Sprachkurs auf die Arbeit vorbereitet, 8 Teilnehmende sind inzwischen in
ein festes tarifgebundenes Arbeitsverhältnis bei dpdhl übernommen. Das
Projekt wird fortgesetzt.
Teilstellungnahme des Stadtarchivs und der Gedenkstätte
Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek inkl. der Gedenkstätte befinden sich
zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate in einem Lockdown, das heißt, die
Einrichtungen sind für das Publikum geschlossen. Damit können die vielfältigen
Bildungsangebote zur Bonner Stadtgeschichte allgemein wie insbesondere zur
Geschichte Bonns in der Zeit des Nationalsozialismus nicht wahrgenommen
werden. Auch persönliche Recherchen in den Einrichtungen sind derzeit nicht
möglich. Allerdings sind die Kolleginnen und Kollegen sehr wohl im Dienst.
Schriftliche und telefonische Anfragen werden weiterhin vollumfänglich
beantwortet.
Während der „Lockerungen“ im Sommer und Herbst des vergangenen Jahres
waren Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek mit reduzierten Zeiten und
eingeschränkterem Service für die Besucherinnen und Besucher geöffnet.
Teilstellungnahme der Stabsstelle Integration
Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Einwanderungsgeschichte und
natürlich für Geflüchtete hat die lang andauernde Corona-Pandemie bezüglich
ihrer Bildungssituation gravierende Auswirkungen. Dies gilt insbesondere für
Familien und für Einzelpersonen, die auf öffentliche Bildungseinrichtungen
angewiesen sind und an die sich die zahlreichen Formate ergänzender
Bildungsangebote und Projekte von Verbänden, Vereinen, Initiativen und
insgesamt einem hohen Einsatz Ehrenamtlicher richten - mit Unterstützung und
Nachhilfe bei den Schulaufgaben und bei Prüfungsvorbereitungen, mit
Lernförderung (auch zweisprachig), diversen Formaten der Sprachförderung
und Sprachbildung, darunter zahlreichen niederschwelligen Angeboten auchSeite 13 von 16
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zum praktischen Anwenden der deutschen Sprache, mit kultureller Bildung,
Elternkursen, mit Freizeit-, Ferien- und Begegnungsangeboten verschiedenster
Bildungsinhalte und vielem mehr. Alle diese Aktivitäten und Bemühungen
können Schulen, Kitas und sonstige Einrichtungen und Institutionen natürlich
nicht ersetzen, sind aber schon in „normalen“ Zeiten wesentliche Ergänzung
und Unterstützung für geflüchtete und eingewanderte Familien.
In beiden Lockdowns und im Lockdown light konnten nur wenige unter-
stützende Angebote aufrechterhalten werden, da auch in den gelockerten
Phasen zwischendurch die Hygiene- und Abstandsregeln dies gar nicht
zuließen, auch mangels geeigneter Räume und trotz aller Kreativität, die
verbunden mit der Einhaltung der Corona-Regeln erfreulicherweise an den Tag
gelegt wurde.
Homeschooling, digitales Lernen und ähnliches sind für viele Menschen mit
Einwanderungs- oder Fluchtgeschichte gar nicht oder nur schwer möglich. Es
fehlt an verlässlichem WLAN, an PCs und Tablets, an Ausstattung mit Druckern
und Druckerpatronen, an genügend solcher Ressourcen für mehrere Kinder
bzw. Jugendliche bzw. Erwachsene in den Familien und oft fehlen Eltern auch
die Kenntnisse, um ihre Kinder dabei zu unterstützen. Das gilt zum einen für die
(sehr unterschiedlichen) Vorgehensweisen der Schulen (Aufgabenstellungen,
Strukturierung der Aufgaben, Kommunikation insgesamt), zum anderen für den
sicheren Umgang mit und die notwendigen Kenntnisse für PC oder Tablet
(Programme, Tools usw.). Hinzu kommt, dass, wer nicht selbst das Schul-
system in Deutschland durchlaufen hat, sich eben oft auch nicht sicher darin
bewegen kann. Im Familienalltag in einer Pandemie gleichzeitig das Lernen der
Kinder und Jugendlichen zu strukturieren, zu organisieren und im Blick zu
behalten hat in den letzten Monaten selbst in Familien mit rundum guter
Ausstattung und guten Vorkenntnissen an ihre Grenzen gebracht. Für
geflüchtete und eingewanderte Familien gilt außerdem, dass ein erheblicher
Teil (natürlich nicht alle) keinen ausreichenden Wohnraum haben. Gerade bei
Familien mit vielen Kindern ist es dann kaum noch möglich, eine Tagesstruktur
zuhause zu organisieren, bei der Erwachsene, Kinder und Jugendliche Platz für
ihre jeweiligen Bedürfnisse haben.
Schon vor der Pandemie haben viele Kinder und Jugendliche an ergänzenden,
externen Angeboten teilgenommen. Dort werden Aufgabenstellungen und
Erwartungen der Schulen erklärt, es wird bei den Hausaufgaben geholfen,
Lernschritte besprochen, Nachhilfe in einzelnen Schulfächern gegeben und
gezielte Unterstützung vor Prüfungen geleistet, es wird angespornt und
ermutigt, vom Grundschulkind bis zum/zur Azubi oder Studierenden. Manchmal
sind diese Aktivitäten mit Freizeitangeboten gekoppelt oder beides folgt
aufeinander, beispielsweise das Spielen und der Sport nach den Hausauf-
gaben. Alles das sind wichtige Tagesstrukturen für Kinder, Jugendliche und
Familien. Sie fördern Zugehörigkeit und Gemeinschaftsgefühl und gebenSeite 14 von 16
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Sicherheit. Das zeigt auch das immer große Interesse an derartigen Projekten
und Angeboten in den Schulferien.
In hohem Maße sind hier stets Einrichtungen, Vereine, Projekte und unendlich
viele Ehrenamtliche aktiv gewesen. In der Corona-Pandemie haben sich
Ehrenamtliche in allen Lockerungsphasen Coronaregeln-konform um Fort-
setzung, etwa online, bemüht. Aber von allergrößter Bedeutung ist, dass alle
diese Angebote - sobald es die Pandemieentwicklung erlaubt - wieder be-
ginnen können.
Viele Kinder und Jugendliche haben ja die Lücken aus dem ersten Lockdown
2020 gar nicht aufholen können, und auch nicht alle danach weiter entstan-
denen Lücken. Besonders wichtig ist da die Unterstützung für Geflüchtete, und
hier insbesondere für die in Wohnheimen und Wohnungen lebenden, die nur
zum Teil sicheres WLAN, keine oder kaum PC-Arbeitsplätze haben und wegen
der Pandemie auch nur wenig Unterstützung durch ehrenamtliche Helfer:innen.
Neben Kindern und Jugendlichen sind aber auch geflüchtete oder eingewan-
derte Erwachsene stark betroffen von den Auswirkungen der Corona-Pan-
demie. Der Spracherwerb Deutsch und der Erhalt des bereits erreichten
Sprachstandes haben stark gelitten. Integrationskurse oder andere Sprach-
fördermaßnahmen haben je nach Pandemie-Phase eingeschränkt, online oder
gar nicht stattgefunden. Frauen mit Kindern konnten mangels Kinderbetreuung
an Kursen oder anderen Sprachförderangeboten noch weniger teilnehmen.
Auch für das so wichtige praktische Anwenden des Deutschen im Alltag war
wenig Gelegenheit. Insofern müssen auch viele Erwachsene beim
Spracherwerb Deutsch wieder aufholen - ob für Schule, Berufskolleg,
Ausbildung, Studium oder Arbeit. Nicht wenige treibt die Sorge um, dass auf
diese Pandemie-bedingten Lücken nach Corona schnell keine Rücksicht mehr
genommen wird und leiden unter dem Druck, die Leistungen „danach“ nicht
schnell genug erbringen zu können.
Aus Sicht der Stabsstelle müssen - sobald es die Pandemie- bzw. Impfent-
wicklung zulässt - die am stärksten betroffenen Personengruppen intensive
Unterstützung bekommen. Einrichtungen, Organisationen und Akteur:innen
werden dringend gebraucht werden, damit Familien und Einzelpersonen die
Pandemie und ihre auch psychischen Auswirkungen überwinden können und
die Bildungsbenachteiligung wieder abgebaut werden kann. Denn die
entstandenen Lücken schließen sich nicht von allein – und auch die Schulen
und Bildungseinrichtungen werden dies alles nicht allein leisten können. Die
Engagementbereitschaft Ehrenamtlicher wird hoffentlich groß sein, aber
Unterstützung, Koordination und einen ausdrücklichen Umgang der An-
erkennung brauchen.
Einrichtungen in allen Stadtbezirken müssen ihre Räume für Ehrenamtliche und
für Bildungsaktivitäten und Projekte öffnen, damit Kinder, Jugendliche undSeite 15 von 16
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Erwachsene ermutigt und begleitet werden können, wieder Anschluss zu
finden. Für das digitale Lernen ist ganz praktische Unterstützung weiter not-
wendig, wie manche diese bereits anbieten (Beratung zum Umgang mit PC
oder Tablet, Aushändigen von gebrauchten, aufgearbeiteten Laptops, Angebot
des Ausdruckens von Schulmaterialien, Einführung in zusätzliche, kinder- und
jugendgerechte Lernprogramme u.v.m).
Auch Ferienangebote, die Freizeit, Gemeinschaft und Spaß vermitteln und
behutsam mit Lernen verbinden, werden dringend notwendig sein.
Anlage/n
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Datenstand: 02.11.2026, 20:19 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de