201349 · Mitteilungsvorlage
Förderprogramm chance.natur „Natur- und Kulturlandschaft zwischen Siebengebirge und Sieg“
Kerndaten
- Nummer
- 201349
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 29.07.2020
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz Kenntnisnahme
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
Volltext
Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.
Text anzeigen (6.220 Zeichen)
Mitteilungsvorlage öffentlich 201349 Der Oberbürgermeister Federführung: 56 Amt für Umwelt-, Verbraucherschutz und Lokale Agenda Dezernat: Dez. III Förderprogramm chance.natur „Natur- und Kulturlandschaft zwischen Siebengebirge und Sieg“ Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz 18.08.2020 Kenntnisnahme Mitteilung: Das Naturschutzgroßprojekt chance7 ist Bestandteil des Bundesförderprogramms „chance.natur“ des Bundesamtes für Naturschutz. Im November 2011 entschied der Hauptausschuss der Bundesstadt Bonn die Teilnahme am Förderprogramm chance.natur „Natur- und Kulturlandschaft zwischen Siebengebirge und Sieg“ (Ds.-Nr. 1112932EB4) und die Bewilligung des Chance 7-Förderantrags durch die Bezirksregierung Köln erfolgte im April 2015 (vgl. Ds-Nr. 1413147). In der Bundesstadt Bonn wird damit seit 2015 bis voraussichtlich 2025 innerhalb der insgesamt ca. 11.300 Hektar großen Förderkulisse zwischen dem Siebengebirge und der Oberen Sieg vor allem extensiv genutztes artenreiches Grünland, Weinbergsbrachen, Obstwiesen sowie die natürliche Waldentwicklung gefördert. Der überregionale Charakter des Naturschutzprojekt-Biotopverbundsystems wird durch die Bonner Flächen weiter gestärkt. Ziel des Projektes ist es, nahtlos an die Biotopverbundsysteme im Rhein-Sieg-Kreis anzuknüpfen und so Lebensräume für bundesweit bedeutsame Arten zu erhalten und zu optimieren. Kerngebiet Kohlkaul Bereits in den DS-Nr. 1812226 und 1911012 wurde über die Grunderwerbsabsichten innerhalb der Entwicklungsräume des Naturschutzprojektes Chance 7 berichtet. Der Rat der Stadt Bonn beschloss am 27.09.2018, das im Rhein-Sieg-Kreis ansässige Projektbüro Chance 7 zu beauftragen, Grundstücksverhandlungen aufzunehmen, damit die Stadt Bonn Eigentümerin der Flächen wird. Im Zuge der Verhandlungen hat die Stadt Bonn in 2019 drei Flächen im Naturschutzgebiet Kohlkaul, Bereich Nasswiesen und Bruchwald, in Holzlar erworben. Als Maßnahmen werden hier lebensraumtypische Gehölze gefördert sowie Horst- und Höhlenbäume und Alt- und Totholz erhalten. Derzeit bestehen Angebote zum Grunderwerb von zwei Flächen im Naturschutzgebiet Kohlkaul (Nasswiesen und Bruchwald) in Holzlar mit einer Gesamtgröße von ca. 3,29 ha. Amt 03 stimmt derzeit eine Beschlussvorlage für diesen Ankauf ab. Die Vertragsbeurkundung wird sobald wie möglich im Anschluss an die Beschlussfassung im August erfolgen. Im Bereich Pützchen - Saure Wiesen wird auf den meisten Bestandsflächen bereits Vertragsnaturschutz (Schaffung Extensives Grünland/Feuchtgrünland, Schaffung von Saumstrukturen mit Kleingehölzen) umgesetzt. Das Projektbüro befindet sich zurzeit in Vertragsverhandlungen mit weiteren EigentümernSeite 1 von 3 Seite 2 landwirtschaftlicher Flächen in den Sauren Wiesen (Gemarkung Beuel, Flure 54-56). Für die Umsetzung der Projektziele, insbesondere zur Entwicklung von Feuchtwiesen als Lebensraum von Ameisenbläulingen, Sumpfschrecke und Wiesenbrütern, ist eine gemeinsame differenzierte Bewirtschaftung der bislang zersplitterten Flächen unabdingbar. Der Grunderwerb schafft hierzu die Voraussetzungen. Im näheren Umfeld besitzt die Stadt Bonn bereits einige Grundstücke und kann mit dem Erwerb den eigenen Grundbesitz im Naturschutzgebiet arrondieren. Bei positivem Verlauf der Verhandlungen sind, je nach Kaufpreishöhe, Beschlüsse der politischen Gremien für den Ankauf der Flächen einzuholen. Ende April 2020 wurde eine städtische Fläche am Teufelsbach in Pützchen als eigenfinanzierte Maßnahme durch eine zusätzliche Anpflanzung von 200 m² Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) aus der Nachzucht von Naturraumsaatgut der Biologischen Station Bonn aufgewertet. Des Weiteren plant das Projektbüro derzeit die Aufstellung einer Ansitzwarte für Greifvögel in den feuchten Grünlandbrachen und Mähweiden in Kohlkaul. Kerngebiet Ennert Das Kerngebiet Ennert wird von großflächigen und strukturreichen Wäldern mit ihren Quellen und Fließgewässern und durch Sonderbiotope – Fels- und Steilhänge, Blockschutthalden, magere Grünländer – geprägt. Für den Entwicklungsraum leiten sich folgende spezifische Entwicklungsziele ab: Erhaltung und Optimierung der Stieleichen-Hainbuchenwälder auf trockenwarmen und feuchtfrischen Standorten Erhaltung und Entwicklung der Schlucht- und Blockschuttwälder der ehemaligen Steinbruchflächen durch Zurückdrängung der Robinie Erhaltung und Erweiterung von wärmeliebenden Fels- und Blockschutt- und Hangstandorten durch Freistellung und Pflege Optimierung der Felsstandorte Besucherlenkung Optimierung der Stillgewässer als Amphibienlebensräume und Nahrungshabitat Erhaltung und Optimierung natürlicher Buchenwaldgesellschaften. Im Stadtbezirk Beuel in den Bereichen Rauchlochweg, Kuckstein und Rabenlay wurden bereits Gehölzmaßnahmen (Baumfällungen und Entbuschungen) durchgeführt. Das Ziel ist die Herstellung und Optimierung der Lebensräume für wärmeliebende Arten der (halb-) offenen Landschaften wie z.B. Mauereidechse und Erdeule. Des Weiteren ist vorgesehen, entlang der A 59 – Steinbruch Stingenberg und entlang des Rauchlochweges - einen mit Schafen und Ziegen beweideten, licht bewaldeten, breiten Waldsaum zu entwickeln und zu erhalten, welcher als Biotopverbundachse Richtung Siebengebirge für wärmeliebende Arten fungiert. Die Beweidung soll 2021, ggfls. mit einer Probebeweidung im 2. Halbjahr 2020 zur nachhaltigen Offenhaltung der wärmebegünstigten Bereiche etabliert werden. Im Vorfeld sollen am Stingenbergsteinbruch ein fester, wilddurchlässiger Elektrozaun, am Rauchlochweg ein mobiler Elektrozaun und auf den Flächen Tränken in Form von Mörtelwannen installiert werden. Am Rauchlochweg ist ein mobiles Weidezelt als Unterstand für die Tiere vorgesehen, während im Stingenbergsteinbruch Überhälterbäume als Unterstand fungieren können. Die Maßnahmen wurden mit dem VeterinäramtSeite 2 von 3 Seite 3 der Stadt Bonn bereits abgestimmt. Die geplanten Maßnahmen entsprechen den Geboten für das Naturschutzgebiet Ennert im Landschaftsplan Ennert. Die Untere Naturschutzbehörde beabsichtigt, die naturschutzrechtliche Befreiung gemäß § 67 Abs. 1 Ziffer 1 – überwiegendes öffentliches Interesse – zu erteilen. Die Beratung im Naturschutzbeirat erfolgt zuvor. Anlage/n KeineSeite 3 von 3
Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.
bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 20:08 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de