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201159 · Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich

Bürgerantrag: Erhalt von Grünflächen und Baumbestand in der Schloßallee

Nummer
201159
Art
Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich
Veröffentlicht
09.07.2020
Letzte Änderung
18.09.2026
  1. Einreichung erledigt · 09.07.2020
  2. Terminierung erledigt
  3. Sitzung erledigt · zuletzt 25.08.2020

Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →

  1. Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg 25.08.2020 Entscheidung federführend
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Untergeordnet

  1. 201159-1 ST Bürgerantrag: Erhalt von Grünflächen und Baumbestand in der Schloßallee

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Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich
öffentlich
201159
Der Oberbürgermeister
Federführung:
Bürgerbüro/Bürgerbeteiligung/Ombudsstelle
Dezernat:
Dez. OB
11.06.2020
Bürgerantrag: Erhalt von Grünflächen und
Baumbestand in der Schloßallee
Beratungsfolge
Bezirksvertretung Bad Godesberg 25.08.2020 Entscheidung
Inhalt des Bürgerantrages
Beantragt wird der Erhalt von Grünflächen und des Baumbestandes in der
Schloßallee in Bad Godesberg.
Einzelheiten zur Begründung ergeben sich aus dem beigefügten Online-
Bürgerantrag.
Anlage/n
1 Bürgerantrag - komplett (nichtöffentlich)
2 Bürgerantrag (öffentlich)Seite 1 von 5

Bürgerantrag Online
Datum
11.06.2020
Anrede Vorname Nachname
Straße Hausnummer
Postleitzahl Ort
Telefon E-Mail
Betreff
Erhalt von Grünflächen und Baumbestand in der Schloßallee
Seite 1 von4
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Artikel-Nr.: KFAS_01_002
ID=KFAS_01_002
PHD9mZQp
11.06.20 20:30Seite 2 von 5

Ihr Antrag
Bürgerantrag gemäß § 24 GO NRW
Erhalt von Grünflächen und Baumbestand in der Schloßallee
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Sridharan,
Wir beantragen den Erhalt der bestehenden Grünanlage und des wertvollen Baumbestandes auf dem Baugrund
und in der Schloßallee mit ihrer wesentlichen bioklimatischen Bedeutung für den Ortskern von Mehlem (vgl.
Klimaanalysekarte 2016). Die Einzelheiten des Antrags sind nachstehend dargelegt.
Begründung:
Bei dem Baugrundstück handelt es sich um den letzten Rest des Parks, der einst zur Villa Friede gehörte. Die Villa
Friede ist in den letzten Jahren durch einen privaten Investor denkmalgerecht saniert und ergänzt worden und
wurde zu einem Ort der Kunst und der Besinnung entwickelt, der sich großer Beliebtheit erfreut und Gäste von
weither anlockt. Sie ist ein Schmuckstück für Mehlem und strahlt eine friedliche Ruhe aus. Der Park neben der
Villa mit dem historischen und gesunden Baumbestand ergänzt in natürlicher Weise dieses Ensemble, er ist ein
bedeutender Teil der - im Wortsinne "gewachsenen" - Identität von Mehlem. Eine Rodung der Bäume und eine
Bebauung bis unmittelbar an die Villa Friede heran würde dieses städtebauliche Kleinod unwiederbringlich
zerstören.
Wir wissen, dass es notwendig ist, zusätzlichen Wohnraum in Bonn – und auch in Mehlem – zu schaffen. Wir
wissen aber auch, dass der durch den allgemeinen Klimawandel verursachte Anstieg von Hitze und Trockenheit
in den Sommermonaten nicht unverantwortlich verstärkt werden darf durch eine Bebauung, die die klimatischen
Folgen nicht berücksichtigt, sondern das Klima zusätzlich schädigt.
Die Stadt Bonn hat im Jahr 2019 den Klimanotstand ausgerufen und damit bekräftigt, dass Klimaschutz im
kommunalen Handeln höchste Priorität haben muss.
Die Klimaanalysekarte von 2016 weist die Schlossallee mit ihrem hohen Baumbestand als Teil einer
Kaltluftleitbahn von oberen Rheinterrasse (Wachtberg) über Lannesdorf bis zum Rhein aus, das von Bebauung
freigehalten werden sollte. Die Kaltluft aus der Eifel wird durch die Vertiefungen der beiden Bäche (Mehlemer
Bach und Wittgesbach) zwischen den beiden Bergrücken des Rodderbergs und des Heiderhofs zum Rhein
geleitet. Eine weitere Ausbremsung und Verwirbelung der Frischluftzufuhr durch weitere massive Bebauung und
Reduzierung der Grünflächen würde sich für das örtliche Klima äußerst schädlich auswirken:
Der Temperaturunterschied zwischen der oberen Rheinterrasse und der Bebauung in Mehlem beträgt 4 Grad, im
Bereich der Kaltluftschneise, um die es hier geht, ist er noch größer.
Die hohen, dicht belaubten Großbäume auf dem Grundstück und in der Schloßallee sind als Teil der
Kaltluftschneise für das Großklima und das lokale Klima in Mehlem von allergrößter Bedeutung. Sie sorgen für
den Sauerstoffgehalt der Atemluft in der durch Schadstoffe stark belasteten Ortsmitte von Mehlem. Durch das
überlagerte Blattwerk der großen dichten Kronen produzieren die Großbäume bis zu 80mal mehr Sauerstoff als
die Standfläche der Bäume. Bei Wegfall der ca. 20 Großbäume und großflächiger Versiegelung des Areals entfällt
diese Wohlfahrtswirkung vollständig und die Durchschnittstemperatur in Mehlem würde drastisch ansteigen.
Deshalb sind der Erhalt und Schutz der Bäume von allergrößter Wichtigkeit
Die Planung der umfangreichen Baumaßnahmen an der Schloßallee wurde aber bisher offenbar vollkommen
ohne Berücksichtigung der Folgen für das Klima in Mehlem durchgeführt.
Wir beantragen daher,
Erhalt der klimarelevanten West-Ost-Kaltluftschneise von der oberen Rheinkante über Lannesdorf zur Ortsmitte
Mehlem durch den Park und die Schloss-Allee bis zum Rhein – entsprechend den Empfehlungen des
Klimaanalyseplans ZURES der Stadt Bonn.
Dies schließt den Erhalt und die Sicherung des Baumbestands östlich und südlich der Villa Friede als letztem Rest
des ehemaligen zum Hotel Friede gehörenden Parks sowie der baumbestandenen „Uteallee“ in jetziger Form ein.
Erhalt und Sicherung der öffentlichen Parkanlage an der Ecke Schloßallee – Mainzer Straße (Spatzenbrunnen-
Park) einschließlich des Baumbestandes, auch wenn dieser mit Krone und Wurzelwerk in die Baufläche
hineinragt.
Erhalt und Sicherung aller Alleebäume längs der Schloßallee durch die erforderlichen Schutzmaßnahmen:
Sicherung der Mindestabstandsfläche = Kronentraufe + 5m, Schutzzäune, Wurzelbehandlung, Bewässerung +
Kontrolle. Die Bewahrung der Wasserspeicher der Alleebäume durch ausreichende Bauabstände und Pflege ist
unerlässlich, da die Bäume sonst innerhalb weniger Jahre vertrocknen werden (vgl. Entwicklung der
Straßenbäume in der Gernotstraße). Ohne den Baumbestand würde die Atemluft nicht mehr gefiltert, der
Schatten würde wegfallen und in Anbetracht der großflächigen Versiegelung würde sich die
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Durchschnittstemperatur im Mehlemer Zentrum deutlich erhöhen.
Erhalt eines unbebauten Korridors zwischen der Villa Friede und dem zukünftigen Baukomplex zur Sicherung
von Frischluftzirkulation und Wasserhaushalt für die Grünzone mit den Bestandsbäumen. Eine spätere
Ersatzbepflanzung wäre nach aktueller Auskunft der Stadt Bonn auf dem Gelände wegen der großflächigen
Tiefgarage nicht mehr möglich. Damit gehen auch die Baumstandflächen der ca. 20 Großbäume für immer
verloren.
Reduzierung des Überschwemmungs-Schadensrisikos für die Umgebung: Das Plangebiet liegt teilweise im
Überschwemmungsgebiet des Rheins und des Mehlemer Baches. Die Wurzeln der großen alten Bäume sorgen
für den Wasserhaushalt des Bodens und bieten einen natürlichen Hochwasserschutz. Die großflächige
Tiefgarage würde ein hydrologisches Hindernis im Überschwemmungsgebiet bilden und die Baukörper der
überirdischen Gebäude würde die Hochwasserkontrolle erschweren.
Nur durch vollständige Berücksichtigung unseres Antrags kann die Stadt Bonn im Baugebiet der ehemaligen
jugoslawischen Botschaft glaubhaft zeigen, dass das eigene Ziel „Klimaschutz als höchste Priorität im
kommunalen Handeln“ konsequent verfolgt wird.
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Datenstand: 02.11.2026, 21:49 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de