201084 · Beschlussvorlage
„Bonn 4 Future – Wir fürs Klima“ – Konzept zum Mitwirkungsprozess
Kerndaten
- Nummer
- 201084
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 20.07.2023
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Rates Entscheidung federführend
- Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und Lokale Agenda Entscheidung federführend
- Sitzung des Beirates Bürgerbeteiligung Anregung
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz Empfehlung
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Beschlussvorlage öffentlich 201084 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 56 Amt für Umwelt-, Verbraucherschutz und Lokale Agenda Dezernat: Dez. III „Bonn 4 Future – Wir fürs Klima“ – Konzept zum Mitwirkungsprozess Beratungsfolge Beirat Bürgerbeteiligung 19.06.2020 Anregung Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und Lokale Agenda 25.06.2020 Entscheidung Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz 18.08.2020 Empfehlung Rat 01.09.2020 Entscheidung Begründung der Dringlichkeit: Aufgrund des Beschlusses des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und Lokale Agenda haben Antragsteller und Verwaltung gemeinsam das Konzept erarbeitet. Dieses komplexe Konzept bedurfte einer kontinuierlichen Abstimmung verwaltungsintern, mit den Antragstellern und unter den Antragstellern selbst. Da diese ehrenamtlich neben dem Beruf am Konzept gearbeitet haben, war zudem eine kurzfristige Abstimmung und Reaktion nicht immer möglich. Erschwert wurde die gemeinsame Arbeit am Konzept zudem durch die Corona-Krise. Vor dem Hintergrund der Beschlüsse zum Klimanotstand (DS 1912774) und des Beschlusses zur Klimaneutralität 2035 (DS 1912579) ist es essentiell, dass mit dem im Konzept beschriebenen Mitwirkungsprozess möglichst zeitnah begonnen werden kann. Fundamentaler Bestandteil des Konzeptes ist, dass die Ergebnisse aus den Veranstaltungen des Mitwirkungsprozesses in die Umsetzung der oben genannten Beschlüsse einfließen können. Beschlussvorschlag Anmerkung: Der Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und Lokale Agenda hat die Entscheidungskompetenz für den Beschlusspunkt eins. Die Beschlusspunkte zwei und drei liegen in der Entscheidungskompetenz des Rates. 1. Dem vorgelegten Beteiligungskonzept wird zugestimmt. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, mit Bonn im Wandel e.V. einen Kooperationsvertrag zur Umsetzung des Konzeptes mit einer Laufzeit bis Ende 2022 abzuschließen. 3. Die erforderlichen Mittel zur Umsetzung des Konzeptes für das Jahr 2020 werden aus dem laufenden Haushalt gedeckt. Die erforderlichen Sachmittel für die Jahre 2021 und 2022 in Höhe von 669.300€ werdenSeite 1 von 46 Seite 2 im Haushalt 2021/2022 bereitgestellt. Es wird angestrebt, diese Summe unter Ausnutzung von Fördermöglichkeiten zu reduzieren. Begründung Am 4. März 2020 hat der Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und Lokale Agenda den Bürgerantrag „Wir fürs Klima – Mitwirkungsprozess zur Klimaneutralen Transformation der Stadt“ (200292) beschlossen und die Verwaltung beauftragt, gemeinsam mit den Antragstellern einen Vorschlag zur Beschlussfassung eines Beteiligungskonzeptes zu erarbeiten. Das entsprechende Konzept mit Zeit- und Finanzierungsplan ist als externes Dokument beigefügt. Der Beschlussvorschlag erstreckt sich auf die Phasen 1 und 2 des Konzeptes; er beinhaltet nicht die Durchführung von Projekten in den sog. Klimaquartieren. Über eine mögliche Weiterführung des Prozesses wird erst nach Abschluss und Evaluation der Phasen 1 und 2 entschieden. Die Beteiligung der und die Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern zur Erreichung der Klimaschutzziele wird in aktuellen politischen Beschlüssen aufgegriffen, u.a.: • 200016 Klimanotstand und Umsetzung Klimamaßnahmen • 190232 Unsere Stadt wird 2035 klimaneutral • 190248 Umsetzung Klimamaßnahmen Auch der Klimaschutzbeirat als beratendes Expertengremium empfiehlt in seiner Kommentierung des Maßnahmenpaketes zum Klimanotstand eine langfristig angelegte Beteiligung und Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger (200016-3). Die Initiatoren Bonn im Wandel e.V. und Klimawache Bonn sind mit ihrem Bürgerinnenantrag und Konzept aktiv auf Verwaltung und Politik zugegangen. Als Kooperationspartner der Verwaltung im Prozess „Bonn4Future“ fungiert für die Initiatoren Bonn im Wandel e.V. Bonn im Wandel e.V. übernimmt dabei nicht selbst die gesamte Umsetzung, sondern hat eine koordinierende Rolle inne. Leistungspakete im Rahmen der Durchführung der konkreten Beteiligungsmaßnahmen werden durch den Kooperationspartner an Dritte vergeben. In dem zu schließenden Kooperationsvertrag sind weitere Detailfragen zu regeln, z.B. vergaberechtliche Fragen und Details zu den Verantwortlichkeiten im Prozess. Bonn im Wandel e.V. hat sich als zentraler Akteur für Nachhaltigkeit und Transformation in Bonn etabliert. Er ist vor Ort stark vernetzt und AnlaufstelleSeite 2 von 46 Seite 3 für engagierte Menschen, zahlreiche Initiativen und Projekte, die sich Klimaschutz und Nachhaltigkeit vor Ort widmen. Als Kooperationspartner der Stadt bringt der Verein sowohl die Fachkenntnis als auch die für den Prozess zwingend notwendige Kenntnis und Verankerung in der „Szene“ mit in den Mitwirkungsprozess ein. Seitens der Verwaltung ist für die Projektlaufzeit eine Projektbeauftragte bzw. ein Projektbeauftragter zu benennen. Für die Umsetzung des Projektes in den Jahren 2021 und 2022 entsteht hierfür voraussichtlich ein personeller Mehrbedarf im Umfang einer halben Stelle. Die Einrichtung und Etatisierung der Stelle wird gesondert im Rahmen der Stellenplanfortschreibung 2021/2022 beschlossen. In diesem Zusammenhang wird auch der Stellenwert festgelegt. Der Gesamtprozess mit seiner engen Verzahnung zwischen zivilgesellschaftlichen Akteuren, Verwaltung und Politik zur Bewältigung des Klimanotstands und zur Erreichung von Klimaneutralität hat bundesweit Vorbildcharakter. Finanzielle Auswirkungen: Produktgruppe 1.01.03 Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung Verwaltungsführung 1.02.00.01.03.05 Repräsentation und Bürgerbeteiligung Investive Kosten der Maßnahme Betrag Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen Einzahlungen Investiver Finanzsaldo Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten Betrag Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen / Aufwendungen 49.700,-€ 102000103 2020 Einzahlungen / Erträge Haushaltsbelastung jährlich Anlage/nSeite 3 von 46 Seite 4 1 Bonn4Future Mitwirkungskonzept (öffentlich)Seite 4 von 46 “Bonn for Future - Wir fürs Klima” Komplexes Mitwirkungsverfahren gemäß den Leitlinien der Stadt Bonn Zum Ratsbeschluss “Bonn wird klimaneutral bis spätestens 2035” “Das Jahr 2020 wird uns nicht nur als Jahr der Corona-Krise in Erinnerung bleiben. Wir werden uns vielleicht auch daran erinnern, dass es das Jahr der Klimakrise war” (Prof. Dr. Niko Froitzheim, Universität Bonn, im April 2020) Vielleicht erinnern wir uns aber auch an das Jahr 2020, weil das der Auftakt eines spannenden Veränderungsprozesses war, in dem wir gemeinsam begonnen haben, die Klimakrise zu bewältigen.Seite 5 von 46 1 Impressum An diesem Konzept haben mitgearbeitet: Konzeptersteller*innen aus der Zivilgesellschaft Dr. Gesa Maschkowski, Vorstand Bonn im Wandel e.V. Andreas Rüther, Bereich Digitales Bonn im Wandel e.V. Paul Corrales, Projektleitung Velowerft Bonn im Wandel e.V. Daniela Baum, Bonn im Wandel e.V. Lukas Falkner, freier Mitarbeiter Bonn im Wandel e.V. Rainer Jung, Klimawache Bonn Dr. Karl-Eugen Huthmacher, Bürgernetzwerk In Kooperation mit der Stadt Bonn Dirk Lahmann, Koordinierungsstelle Bürgerbeteiligung Joachim Helbig, Leitung Leitstelle Klimaschutz Marion Wilde, Leitstelle Klimaschutz Beratung und Mitarbeit: Matthias Brunk, Unternehmensberater Dr. Christian Kemper, Facilitator, inbetweener.eu Michael Lobeck, Promediare Nils Zierath, Kommunikation auf Augenhöhe Anne Berg, Beraterin für Gemeinwohlökonomie Lange & Zepp Redaktionsbüro für zukunftsfähige Mobilität & Gesellschaft Alexander Fröde, Organisationsberater Fotos und Illustrationen: S.7: Lukas Schodnicki, alle übrigen: Gesa Maschkowski. Prozessgrafiken: Matthias Brunk, Gesa MaschkowskiSeite 6 von 46 2 Gliederung Gliederung 2 Zusammenfassung 4 Einleitung 6 1. Zielsetzung des Gesamtprojekts 9 1.1 Themen der Beteiligung 9 1.2 Ziel der Beteiligung: 10 1.3 Erfassung und Berücksichtigung der Ideen, Anregungen und Vorschläge 10 1.4 Festigung der Akzeptanz 10 2. Rahmenbedingungen 11 2.1 Es gibt keine Alternative zum Projekt Klimaneutralität 11 2.2 Es gibt keine sinnvolle Alternative zur Mitwirkung der Bürger*innen 12 2.3 Vorfestlegungen (z.B. rechtlicher Rahmen, Beschlüsse) 12 2.4 Konfliktlagen 13 3. Festlegung Projektbeauftragte 14 4. Auswahl / Ansprache der zu Beteiligenden; Zielgruppen 14 4.1 Barrierefreie Prozessgestaltung 15 5. Prozessgrundlagen 15 5.1 Prozessmodell 16 5.2 Prozessübersicht 18 6. Prozessgestaltung 19 6.1 Vorphase: Aufbau von Team und Gremien 19 6.2 Projektkoordination fortlaufend 19 6.3 Aktionsformate 20 Klimatag für Bürger*innen 20 Klimaforum I - Klimaneutral 2035 21 Alle sechs Monate in Folge: Klimaforum II und weitere 21 Interaktion auf bonn-macht-mit.de 22 6.4 Keimzellen der Veränderung fördern: 22 6.5 Digitale “Bonner Nachhaltigkeitsplattform” (Arbeitstitel) 23 6.6 Wie wird die Kommunikation speziell mit der/an die Öffentlichkeit gestaltet? 24 Vorphase: Entwicklung Bildungs- und Kommunikationskonzept, Ausbau des Netzwerkes (2020) 25 Phase 1: Ansprache von Multiplikator*innen und Netzwerken (2021) 25 Phase 2: Fokus auf der Ansprache einer breiten Öffentlichkeit (2021-22) 26 Phase 3: Klimaquartiere (2023) (nicht Bestandteil des Konzeptes) 26 Einbeziehen schwer erreichbarer Gruppen 26 6.7 Vorklärung von Verantwortlichkeiten, Zuständigkeiten und Rollen 26 6.8 Evaluationsphase: Evaluierung von Prozessen und Ergebnissen 27 6.9 Anbahnung von Transfer und Partizipation auf Stadtteilebene 28Seite 7 von 46 3 7. Umgang mit den Ergebnissen des Beteiligungsprozesses 28 8. Dokumentation, Auswertung und Reflexion 29 8.1 Prozessbegleitende Dokumentation und Auswertung 29 8.2 Auswertungskriterien und Indikatoren 29 8.3 Reflexion / Lernprozess aus Erfahrungen 29 9. Zeitrahmen und Finanzierung 30 9.1 Kosten für Beteiligung 30 9.3 Wann soll das Beteiligungsverfahren beginnen? Wann ist es abgeschlossen? 34 10. Anhang: Akteure, Beteiligte und Unterstützer*innen 35 10.1 Die Initiator*innen 35 10.2 Gesprächspartner im Vorfeld der Konzepterstellung 36 10.3 Unterstützerkreis (Stand 2.6.2020) 36 10.4. Absichtserklärung Frau Prof. Dr. Hörschelmann 37 10.5 Absichtserklärung Alanus Hochschule 39 10.6 Prozessdesign im Überblick 41Seite 8 von 46 4 Zusammenfassung “Beteiligung setzt darauf, miteinander zu reden statt gegeneinander” (Norbert Stamm 2020)1 Wenn Bürgerinnen und Bürger, Stadtverwaltung und Politik gemeinsam nach guten Lösungen suchen, dann können sie viel erreichen. In Bonn gibt es gute Beispiele2,3. Dazu gehört der Ratsbeschluss: Bonn wird spätestens bis 2035 klimaneutral. Wir sind dankbar für diese Entwicklungen zum Wohle der Stadt und unserer Kinder. Die Frage wie Bonn klimaneutral wird, können wir nur gemeinsam beantworten. Daher rufen wir einen Mitwirkungsprozess mit Vorbildcharakter ins Leben: “Bonn4Future - Wir fürs Klima”. Eine konstruktive Zusammenarbeit ist die Basis für gute Pläne und handfeste Ergebnisse. Dafür gibt es in Bonn ein großes Potential: Dieses Konzept, das Sie in Ihren Händen halten ist das Ergebnis einer solchen guten Zusammenarbeit. Worum geht es? In Bonn wurden weitreichende Beschlüsse getroffen und Konzepte entwickelt, um die Klimakrise einzudämmen und hohe Folgekosten zu vermeiden. Die zentralen Fragen sind: ● Wie werden aus guten Beschlüssen gute Umsetzungsprozesse? ● Und wie begeistert man die vielfältige Bonner Stadtgesellschaft für die Mitgestaltung der klimaneutralen Stadt? Das schlagen wir vor: Die Bonner Bürger*innen erfahren, warum es so wichtig und sinnvoll ist, dass Bonn bis 2035 klimaneutral wird. Sie bekommen die Chance, diesen Weg aktiv mitzugestalten. Die Kernelemente dieses Mitwirkungs-Prozesses sind: ● Klimaforen mit zufällig ausgewählten Bonner Bürger*innen sowie Expert*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik. Hier werden Langfriststrategien erarbeitet, aber auch Empfehlungen zu kurz- und mittelfristigen Schritten. Umsetzungsvorschläge werden diskutiert. ● Die Veranstaltungen werden begleitet von einer motivierenden Kommunikationsstrategie. Dafür nutzen und erweitern wir vorhandene Netzwerke. ● Auf einer digitalen Plattform werden Akteur*innen und Projekte sichtbar. ● Motor für alle Aktivitäten ist ein kontinuierlich arbeitendes professionelles Bonn4Future-Team. Es bringt die vielfältigen Akteure zusammen, ermöglicht Kooperation und Zusammenarbeit und die Umsetzung der Kommunikations- und Mitwirkungsformate. Das Team arbeitet eng mit der Verwaltung zusammen. 1https://www.nachhaltigkeit.augsburg.de/fileadmin/nachhaltigkeit/data/Agendazeitungen/Augsburger_ Agendazeitung_52_Sommer_2020.pdf 2 https://www.bonn.de/themen-entdecken/uno-internationales/bonner-nachhaltigkeitsstrategie.php 3Zum Beispiel der Beschluss zum Klimanotstand oder der Änderungsantrag der Koalition zum Maßnahmenpaket Klimaschutz,Seite 9 von 46 5 ● Ein vielfältig zusammengesetzter Bonn4Future-Beirat begleitet, berät und evaluiert. ● Der Unterstützerkreis mit derzeit 50 Vertreter*innen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft wie CSR-Zentrum der IHK, Bürgerstiftung, Parents-, Fridays- und Scientists4Future wird kontinuierlich erweitert. ● Evaluation: Das Geographische Institut der Universität Bonn und die Alanus Hochschule haben ihr Interesse an Kooperation und wissenschaftlicher Begleitung bekundet (Siehe Absichtserklärungen in 10.4, 10.5). Erfolgsfaktor ist die gute Zusammenarbeit aller Akteur*innen schon im Vorfeld. Dazu gehört eine gute Kooperation mit der Verwaltung und eine enge Verzahnung mit politischen Prozessen. Hauptaufgabe von Bonn im Wandel e.V. ist die koordinierende Rolle. Das Bonn4Future-Projektteam schafft die Voraussetzungen für einen konstruktiven und wirkungsvollen Beteiligungs- und Kommunikationsprozess in mehreren Phasen (siehe Zeitplan). Kosten: Bei Bonn4Future handelt es sich um einen stadtweiten Mitwirkungsprozess. Er muss vielen unterschiedlichen Menschen ermöglichen, zu einem komplexen Thema wie Klimaneutralität handlungs- und entscheidungsfähig zu werden und das über mehrere Jahre. Das ist aufwändiger als üblich. Um eine Kosten- und Wirkungskontrolle zu ermöglichen schlagen wir eine Durchführung in 2 Phasen vor, zwischen denen eine Evaluation und ggf. Anpassung des Prozesses stattfindet (s. Aufwandsschätzung in Kapitel 9).Seite 10 von 46 6 Einleitung Die Herausforderung Niemand will ernsthaft unsere Lebensgrundlagen auf der Erde gefährden. Dennoch überlasten wir sie (s. Abb. Planetarische Grenzen). Nun müssen wir uns entscheiden: Wollen wir eine der größten Krisen dieser Zeit, nämlich die Klimakrise, eindämmen oder lassen wir der Krise ihren Lauf? “Nicht-Handeln” ist mit höchster Wahrscheinlichkeit lebensbedrohlich.4 Es verursacht jetzt schon hohe Folgekosten. Diese sind höher als die Kosten, um die Krise zu vermeiden5. Die Klimakrise und die Erkenntnis, dass wir unsere Lebensgrundlagen gefährden, führte auf internationaler Ebene zum Pariser Klimaabkommen und den globalen nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals). In Bonn wurden dafür eine kommunale Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet und richtungsweisende Beschlüsse zum Klimaschutz gefasst. Vom Wissen zum Handeln: Bausteine für den Wandel zur klimaneutralen Stadt Die gute Nachricht ist: Wir fangen nicht von vorne an. Zu den Bausteinen, die uns helfen, das Wissen und die Entschlüsse mit Leben zu füllen gehören: 4 Rockström et al. (2009), Steffen et al. (2015). Weltklimarat IPCC. 5https://www.pik-potsdam.de/aktuelles/pressemitteilungen/klimakosten-sind-am-geringsten-wenn-die-erwaermung-auf-2degc- begrenzt-wirdSeite 11 von 46 7 ● politischer Willen: Die Politik hat mit der Bonner Nachhaltigkeitsstrategie6 und den Beschlüssen zum Klimaschutz7 über alle Parteien hinweg Entscheidungen getroffen ● gute Erfahrungen bei der Kooperation zwischen Stadt und Zivilgesellschaft, zum Beispiel bei der Fairen Woche, dem Agrikulturfestival oder “Bonn blüht und summt” ● eine Landschaft der Nachhaltigkeitsinitiativen und -organisationen, von internationalen und lokalen Umwelt- und Eine-Welt-Organisationen bis hin zu lokalen Klima-, Nachhaltigkeits- und Ernährungs-Initiativen und der “for-Future”-Bewegung ● Netzwerke und Multiplikator*innen wie Forum Zukunft, Volkshochschule Bonn und Alte VHS, bonnsustainabilityportal.de, bonner-netzwerk.org, bonnimwandel.de ● professionelle Agenturen und Berater*innen für Beteiligungs- und Transformations- Prozesse ● Wissenschaft: Mit der Universität Bonn, der UN-Universität, dem Deutschen Institut für Entwicklungspolitik, der Alanus Hochschule, der Hochschule Bonn/Rhein-Sieg haben wir umfangreiche wissenschaftliche Expertise ● Wirtschaft wie das CSR Zentrum der IHK, das Center for Social Entrepreneurship CESEB, der Köln/Bonner Kreis zu Gemeinwohlökonomie, den Entrepreneurs for Future oder auch das ZOE - Institut für zukunftsfähige Ökonomien Der Prozess “Bonn4Future - Wir fürs Klima” möchte diese Potentiale nutzen und im Sinne einer kooperativen und nachhaltigen Stadtentwicklung zusammenführen8. Unsere Werte und Arbeitsprinzipien Die Basis für eine gute und wirkungsvolle Zusammenarbeit ist eine Umgangskultur, die von Respekt und transparenten Werten getragen wird. Das Team von Bonn4Future hat daher Arbeitsprinzipien formuliert um eine hohe Prozessqualität sicherzustellen: 6 https://www.bonn.de/themen-entdecken/uno-internationales/bonner-nachhaltigkeitsstrategie.php 7 https://www.bonn.sitzung-online.de/public/to020?5&TOLFDNR=91 8 Dialogprozess “Nachhaltige Stadt” https://www.nachhaltigkeitsrat.de/projekte/dialog-nachhaltige- stadt/Seite 12 von 46 8 Wer hat am Vorkonzept mitgearbeitet? Die Qualität der Planung ist entscheidend für den weiteren Prozess. Denn die Ziele des Prozesses sind anspruchsvoll und die Erwartung von Politik und Zivilgesellschaft hoch. Seit November 2019 haben die Initiator*innen Bonn im Wandel e.V. und Klimawache Bonn Gespräche mit vielen Akteur*innen geführt (siehe Anhang). Dieses Konzept ● wurde von erfahrenen, professionellen Berater*innen aus den Bereichen Bürgerbeteiligung, Facilitation, Projektmanagement und Kommunikation mitverfasst. ● wurde zu einem frühen Zeitpunkt mit der Verwaltung und politischen Vertreter*innen diskutiert und gemeinsam fertiggestellt. So konnten wir schon im Vorfeld des Beteiligungsprozesses eine professionelle Koordination und ein hohes Planungsniveau sicherstellen9. Sämtliche Vorarbeiten sind ehrenamtlich geleistet worden. Eine Liste der Initiator*innen und Berater*innen, die pro bono an diesem 9Für künftige Prozesse in diesem Umfang wäre eine “unabhängige Beratungsstelle für Bürgerbeteiligung im Rahmen einer bürgerschaftlich getragenen Struktur” erforderlich, so wie dies in den Bonner Leitlinien Bürgerbeteiligung vorgesehen ist (S.12) https://www.bonn.de/medien-global/rat- und-ausschuesse/Leitlinien_Buergerbeteiligung_Bonn.pdfSeite 13 von 46 9 Konzept mitgewirkt haben sowie der Gesprächspartner*innen findet sich ebenfalls im Anhang. Grenzen ● Das Team Bonn4Future bringt viele Partner in dieses Verfahren mit ein. Die Ansprache von schwer erreichbaren Bevölkerungsgruppen liegt uns besonders am Herzen10. Sie kann aber aus Kapazitätsgründen erst erfolgen, wenn finanzielle Ressourcen bereitstehen. ● Der Budgetplan beruht auf sorgfältigen Schätzungen. Die hängen allerdings von Rahmenbedingungen ab, die wir zu diesem Zeitpunkt nur begrenzt kennen. ● D ● er Prozess stellt auch die Stadtverwaltung vor zusätzliche Aufgaben, insbesondere, wenn es darum geht, ämterübergreifend Maßnahmen zur Klimaneutralität zu koordinieren. Die verwaltungsinterne Abstimmung ist nicht Gegenstand dieses Konzepts. ● “Bonn4Future - Wir fürs Klima” unterstützt Mitwirkung und Engagement. Es ersetzt keine klassischen Werbekampagnen für einzelne Handlungsbereiche wie erneuerbare Energien oder Mobilität. 1. Zielsetzung des Gesamtprojekts “Letztlich entscheidet der Stadtrat? Ja. Aber: diese Entscheidungen sollen gut sein, gut vorbereitet sein und gut akzeptiert werden. Dazu ist das Mitwirken vieler (deren Wissen, aber auch deren Lernzuwachs) wünschenswert” (Norbert Stamm)11. 1.1 Themen der Beteiligung Das Thema der Beteiligung ist die Umgestaltung von Bonn als klimaneutrale Stadt bis spätestens 2035. Der Rat der Stadt Bonn hat dazu im Jahr 2019 weitreichende Beschlüsse gefasst12 . ● Am 4. Juli wurde der Klimanotstand ausgerufen. Der Rat folgte damit Bürger- anträgen u.a. der Fridays for Future, Parents for Future und Klimawache Bonn. ● Am 7. November 2019 hat der Rat beschlossen, dass Bonn spätestens bis zum Jahr 2035 klimaneutral wird. Die Umsetzung des Klimanotstandes und der Klimaneutralität sind große gesamtstädtische Vorhaben. Sie erfordern eine wegweisende Zukunftsplanung und binden die Ressourcen der Stadt auf viele Jahre. Laut Leitlinien der Bürgerbeteiligung ist bei solchen Vorhaben eine komplexe Bürgerbeteiligung erforderlich. 10 Z.B. Menschen mit geringem Bildungsstand, schlechten Deutschkenntnissen, körperlichen oder psychischen Einschränkungen, aber auch alte Menschen, Kinder und Jugendliche 11 Norbert Stamm (2020) https://www.nachhaltigkeit.augsburg.de/fileadmin/nachhaltigkeit/data/Agendazeitungen/Augsburger_A gendazeitung_52_Sommer_2020.pdf 12 12.12.2019: Leitbild der Stadt Bonn zur Klimaschutz und Klimaanpassung https://www.bonn.sitzung-online.de/public/vo020?24&VOLFDNR=296&refresh=falseSeite 14 von 46 10 1.2 Ziel der Beteiligung: Bonn4Future ist weit mehr als ein Beteiligungsprozess. Er etabliert eine Kultur der Kooperation13 und wirkt der Frontenbildung innerhalb der Stadtgesellschaft entgegen. “Bonn4Future – Wir fürs Klima" ist der Weg, auf den wir zurückblicken, wenn wir alle Hebel in Bewegung gesetzt haben und Bonn 2035 klimaneutral ist. Es soll ein Prozess werden, von dem die Verantwortlichen der Stadt und viele Bürger*innen sagen: Es war ein guter Prozess und er hat wirklich etwas gebracht. Nicht nur Stadtverwaltung und Politik, sondern alle Akteur*innen haben die Herausforderung verstanden. Sie wissen, was zu tun ist und ergreifen wirkungsvolle Maßnahmen. Die Ziele im Einzelnen: 1. Alle Beteiligten erfahren, was die Klimakrise bedeutet, dass sie gebraucht werden, um die Weichen richtig zu stellen und was sie tun können, damit die Veränderung zur klimaneutralen Stadt gelingt und die Potentiale genutzt werden können. 2. Der Prozess macht Mut, fördert Zusammenhalt, Lernen und Engagement in der Gesellschaft. Der Prozess ermutigt und unterstützt die Stadt und ihre Bürger*innen, gemeinsam neue Wege zu gehen für ein nachhaltiges und wertschätzendes Leben in Bonn: Für uns, für andere Menschen und die Natur, deren Teil wir sind. 3. Diskussionen und Austausch unterstützen Politik und Verwaltung bei der Entwicklung von tragfähigen Maßnahmen. 4. Durch transparente Information und gegenseitigen Austausch erfahren die Maßnahmen der Stadt zum Klimaschutz mehr Verständnis und Akzeptanz. 1.3 Erfassung und Berücksichtigung der Ideen, Anregungen und Vorschläge Ideen und Anregungen der Beteiligten fließen an vielen Stellen dieses Projektes ein: ● In den Bürger*innen Visions- und Aktionsplan (Veranstaltung 1) ● In das Zukunftsbild, das im Rahmen des ersten Klimaforums entwickelt wird (Klimaforum 1) und die Diskussion über Klimaschutz-Maßnahmen ● In die Umsetzung, indem erfolgversprechende Initiativen unterstützt werden ● Neue Initiativen werden auf der Nachhaltigkeitsplattform sichtbar ● Entscheidend ist, dass wir nicht nur ein Klimaforum durchführen, sondern eine Folge von Klimaforen. Nur durch einen kontinuierlichen begleitenden Beteiligungsprozess können wir gemeinsam lernen: Was ist gelungen, was nicht? Und was können wir ändern, damit der Prozess besser läuft? 1.4 Festigung der Akzeptanz Die Akzeptanz der Beteiligungsformate ist abhängig von mehreren Aspekten: 13 Siehe Kodex Kooperative Stadt https://urbane-liga.de/wpfiles/wp- content/uploads/2019/12/UL_Kodex_A3_Web.pdfSeite 15 von 46 11 ● Arbeit auf Augenhöhe (siehe Qualitätskriterien in den Leitlinien Bürgerbeteiligung) ● Sichtbare Erfolge: Wir gehen davon aus, dass im Rahmen des Mitwirkungsprozesses Empfehlungen, Initiativen und Projekte entstehen. Sie brauchen die Unterstützung von Politik und Verwaltung. Deshalb ist die frühestmögliche Einbindung der politischen Entscheidungsträger*innen von größter Bedeutung. ● Entscheidend ist auch eine gute Kommunikationsstrategie (siehe Punkt 7+8), die Erfolge sichtbar macht. Ein Bestandteil davon ist die interaktive digitale Nachhaltigkeitsplattform. ● Die Vielfalt der Akteur*innen wird auf mehreren Ebenen sichergestellt: Im Beirat, im Unterstützerkreis, aber auch auf der Nachhaltigkeitsplattform. Eine Akteursanalyse und -ansprache sorgt für die gezielte Ausweitung des Unterstützernetzwerks. ● Die zentrale Koordinationsstelle, die ansprechbar ist und flexibel auf Anforderungen reagieren kann. 2. Rahmenbedingungen “Bonn4Future - Wir fürs Klima” ist der Beteiligungsprozess für den Beschluss “Bonn wird spätestens bis 2035 klimaneutral”, der vom Rat am 07.11.2019 verabschiedet wurde. Die Projektskizze für den Beteiligungsprozess wurde als Bürgerantrag eingereicht. Seit Februar 2020 ist sie öffentlich einsehbar unter https://bonnimwandel.de/b4f. Am 04.03.2020 wurde der Bürgerantrag vom Ausschuss für Bürgerbeteiligung mit großer Mehrheit positiv unterstützt. Die Projektskizze wurde außerdem mit Gremien, Initiativen und Unternehmen diskutiert, zuletzt am 10. und 11.5.2020 in zwei öffentlichen Webinaren mit über 40 Teilnehmer*innen. Aktuell unterstützen 50 Initiativen, Gruppen, Unternehmen und Organisationen den Prozess ideell, siehe www.bonn-for-future.de Anders als bei herkömmlichen Beteiligungsverfahren geht es in diesem Prozess nicht nur um Beteiligung, sondern um die aktive Mitgestaltung einer klimaneutralen Stadt durch möglichst viele Akteur*innen und gesellschaftliche Gruppierungen. 2.1 Es gibt keine Alternative zum Projekt Klimaneutralität Das Klimaschutzabkommen von Paris ist völkerrechtlich verbindlich für die Bundesrepublik Deutschland. Nichthandeln wird teurer: Die Kosten der Klimakrise sind am niedrigsten, wenn wir schnell handeln und damit die globale Erwärmung auf höchstens 2 Grad Celsius (gegenüber vorindustrieller Zeit) begrenzen. Danach sind die Kosten zur Eindämmung von Schäden höher, als die Kosten zur Vermeidung von Schäden. Es ist also auch wirtschaftlich sinnvoll, jetzt zu handeln.14 14https://www.pik-potsdam.de/aktuelles/pressemitteilungen/klimakosten-sind-am-geringsten-wenn-die-erwaermung-auf-2degc- begrenzt-wirdSeite 16 von 46 12 Wenn die Stadt Bonn im Jahr 2035 klimaneutral sein soll, dann bedingt dies auch für Bonn im Durchschnitt eine ca. 7%-ige CO2-Einsparung pro Jahr15. Die bisherigen Einsparungen in Bonn liegen rein rechnerisch im Durchschnitt deutlich niedriger, nämlich bei etwa 1% CO2- Emissionen umgerechnet pro Jahr, zieht man die Zahlen der Bonner CO2-Bilanzierung zu Rate, die Berechnungen auf pro-Kopf Basis vornimmt16. Ein erwartetes Ergebnis des Beteiligungsprozesses ist daher die Klärung der Frage, wie wir Klimaneutralität erreichen wollen und was wir genau darunter verstehen. Sicher ist auch: Das Projekt gelingt nur, wenn die Stadt Bonn und ihre Bürger*innen, die Wirtschaft und weitere Akteure dazu einen Beitrag leisten. 2.2 Es gibt keine sinnvolle Alternative zur Mitwirkung der Bürger*innen Zu einer umfassenden Beteiligung der Stadtgesellschaft bei der Transformation der Stadt gibt es keine Alternative. Im Gegenteil: es gibt Risiken einer Nichtbeteiligung. ● In der Mitwirkung der Bürger*innen liegt die große Chance, allen Beteiligten, Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Bürger*innen zu einem Zeitpunkt, an dem gemeinsames Gestalten noch möglich ist, eine Stimme zu geben und Lösungen zu entwickeln, die eine möglichst breite Unterstützung finden. ● Die Dringlichkeit des Problems und die Angemessenheit von Maßnahmen lassen sich nur durch Beteiligung und Dialog vermitteln. ● Bürger*innen brauchen die Möglichkeit, Entscheidungen nachvollziehen zu können. ● Es könnten wichtige Maßnahmen unterlassen werden, aus Sorge, dass die Bürger*innen sie vielleicht nicht mittragen, obwohl das vielleicht gar nicht der Fall ist. ● Die Klimakrise und ihre Folgen verursachen Ängste und Sorgen. Dies kann dazu führen, dass sich das soziale Klima in der Stadt verschärft, Abgrenzung, Verteilungs- oder Machtkämpfe zunehmen. Foren des Austausches und des Gesprächs verbessern den Zusammenhalt, die Handlungsfähigkeit und damit auch die Resilienz einer Stadt und ihrer Bürger*innen. ● Die Mitwirkung von Bürger*innen verschiebt nicht die politischen Verantwortlichkeiten. Der Rat setzt in eigener Verantwortung den rechtlichen und finanziellen Rahmen. Bürger*innen-Mitwirkung kann auf diesem Weg aber Orientierung geben. 2.3 Vorfestlegungen (z.B. rechtlicher Rahmen, Beschlüsse) Zentrale Beschlüsse zum Thema Klimaschutz und Klimaneutralität Allris 200016 Beschluss: Klimanotstand und Umsetzung Klimamaßnahmen https://www.bonn.sitzung-online.de/public/to020?TOLFDNR=12795 Allris 200016 Beschlussvorlage: Klimanotstand und Umsetzung Klimamaßnahmen 15 AG Ziele des Klimaschutzbeirates Bonn: Klimaschutz in Bonn auf der Basis des Pariser Schutzziels. Präsentation vom 13.11.2019 16 https://www.bonn.de/medien-global/amt-56/klimaschutz/CO2-Bilanz-Bonn-2016.pdfSeite 17 von 46 13 https://www.bonn.sitzung-online.de/vo020?VOLFDNR=3915&refresh=false Kommentierung des Klimaschutzbeirates zu Beschlussvorlage 200016: https://www.bonn.sitzung-online.de/vo020?VOLFDNR=4808&refresh=false Allris 190871 Mitteilungsvorlage der Verwaltung zur Umsetzung der Klimamaßnahmen (Kenntnisnahme durch den Rat am 12.12.2019) https://www.bonn.sitzung-online.de/public/vo020?3&VOLFDNR=3138&refresh=false BoRis-DS 190232: Unsere Stadt wird bis 2030 klimaneutral (geändert beschlossen für 2035 in der Ratssitzung im November 2019) https://www.bonn.sitzung-online.de/public/to020?5&TOLFDNR=91 BoRis-DS 190255: Emissionsminderung von Treibhausgasen Antrag CSU, FDP, Grüne https://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/pdf/19/1912773.pdf https://www.bonn.sitzung-online.de/public/vo020?3&VOLFDNR=525&refresh=false BoRis-DS 190116: Beitritt zum Konvent der Bürgermeister für Klima und Energie https://www.bonn.sitzung-online.de/public/vo020?27&VOLFDNR=301&refresh=false https://www.bonn.sitzung- online.de/public/wicket/resource/org.apache.wicket.Application/pdf:anl1678!1 Leitbild der Stadt Bonn zur Klimaschutz und Klimaanpassung https://www.bonn.sitzung-online.de/public/vo020?24&VOLFDNR=296&refresh=false https://www.bonn.sitzung-online.de/public/to020?11&TOLFDNR=4339 Energiepolitisches Arbeitsprogramm im Rahmen des European Energy Awards https://www.bonn.sitzung-online.de/public/vo020?30&VOLFDNR=2429&refresh=false 2.4 Konfliktlagen Mit der Einrichtung der Leitstelle Klimaschutz, der Gründung der Bonner Energieagentur, der Vergabe eines integrierten Klimaschutzkonzeptes und der Einrichtung eines Klimaschutzbeirats hat Bonn wichtige Schritte in Richtung Klimaschutz unternommen. Auch an hochwertigen Veranstaltungen und Konferenzen zur Klima- und Umwelt-Thematik mangelt es nicht. Das hat aber nicht ausgereicht, um die notwendigen Maßnahmen mit entsprechender Priorität und Finanzierung zu versehen. Es ist davon auszugehen, dass viele Menschen in Bonn das Problem überhaupt nicht einschätzen können. Dass vielen Bürger*innen ● weder das Ausmaß noch die Folgen der Klimakrise für Bonn bewusst sind, ● nicht bekannt ist, dass Bonn bis 2035 klimaneutral werden möchte, ● nicht ausreichend bekannt ist, welche Maßnahmen sich bereits in Planung oder Umsetzung befinden ● auch nicht klar ist, in welchem Ausmaß die Stadt, aber auch ihr Leben sich verändern muss, wenn wir diese Ziele erreichen wollen, zu denen Deutschland sich im Rahmen des Pariser Klimaabkommens verpflichtet hat. Diese Situation erlaubt keine angemessene Reaktion auf die Klimakrise, im Gegenteil: sie sorgt für Verunsicherung und Konflikte. Das Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit ist gesellschaftlich hoch aufgeladen. Es gibt Ängste, Sorgen und auch gegenläufige Interessen. Konfliktlagen kristallisieren sich beispielsweise im Verkehrsbereich heraus, aber auch bei der Frage, welche Rolle Nachhaltigkeit bei Projekten der Stadtentwicklung spielen soll, wie zum Beispiel imSeite 18 von 46 14 Viktoriaviertel. All dies macht es dringend erforderlich, den Klimaschutz als übergreifendes Projekt gemeinsam in einem positiv erlebten, inklusiven, professionell durchgeführten Prozess mit der gesamten Stadtgesellschaft zu entwickeln: Als Ziel, dem sich alle Akteure verpflichtet fühlen. Benötigt werden Foren, in denen Ziele, Maßnahmen und Interessengegensätze zu einem möglichst frühen Zeitpunkt diskutiert werden können. 3. Festlegung Projektbeauftragte Für das Bonn4Future Koordinationsteam: Für die Startphase: Dr. Gesa Maschkowski, Vorstand Bonn im Wandel e.V. und Andreas Rüther, IT Bonn im Wandel e.V. Für die Stadt Bonn, Leitstelle Klimaschutz: Für die Startphase des Prozesses: Marion Wilde, marion.wilde@bonn.de, Tel. 0228 77 5752 Die Verfasser gehen davon aus, dass in den Hochphasen des Prozesses ein Stellenanteil von 50 % einer Vollzeitstelle für die interne Koordination und die Zusammenarbeit mit dem Bonn4Future-Team notwendig ist. 4. Auswahl / Ansprache der zu Beteiligenden; Zielgruppen Für einen echten, demokratischen Veränderungsprozess in diesem Umfang braucht man alle Bürger*innen der Stadt. Hierzu braucht es eine Informations- und Bildungsoffensive, vergleichbar mit den Kommunikationsmaßnahmen zur Corona-Krise. Die Finanzierung einer solchen Kampagne würde die Mittel der Stadt sprengen. Wir gehen daher stufenweise vor und setzen auf Multiplikator- und Schneeballeffekte. Wir öffnen schrittweise den Kreis der Zielgruppen von Multiplikator*innen und engagierten Bürger*innen hin zu breiten Bevölkerungsschichten. ● Im Unterstützerkreis aber auch beim Klimatag für engagierte Bürger*innen werden die “Frontrunner”, also die bereits Engagierten, angesprochen. Sie verfügen alle über ihre eigenen Netzwerke und Zielgruppen. Gemeinsam mit diesen Akteur*innen entwickeln wir einen Prozess, um mehr und mehr Akteur*innen für den Prozess zu gewinnen. Das Unterstützernetzwerk wird Schritt für Schritt ausgebaut, um gezielt auch benachteiligte Gruppen anzusprechen, dies ist ein eigenes Arbeitspaket. ● In den Klimaforen werden mindestens 100 Bürger*innen zufällig ausgewählt. Hinzu kommen Vertreter*innen der Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und der organisierten Zivilgesellschaft.Seite 19 von 46 15 ● Wenn der Prozess nach einer positiven Evaluation in die Stadtteile geht, ist eine Akteursanalyse entscheidend für den Erfolg. Meinungsführer*innen und Vertreter*innen aller Gruppierungen werden angesprochen und gebeten, den Prozess mit ihren Netzwerken zu unterstützen. ● Sektorbezogen, zum Beispiel im Bereich Energie, Verkehr und Ernährung, sollten Vertreter*innen der umliegenden Kommunen zur Mitwirkung eingeladen werden. 4.1 Barrierefreie Prozessgestaltung Folgende Maßnahmen werden zur barrierefreien Gestaltung des Prozesses ergriffen ● Zusammenarbeit mit Vertreter*innen von Migrantenorganisationen und Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen ● Kinderbetreuung bei Großveranstaltungen soweit möglich ● Kommunikation in verständlicher Sprache nach dem Hamburger Kommunikationsmodell. Angestrebt wird auch die Übersetzung wichtiger Inhalte in andere Sprachen wie leichte Sprache oder Gebärdendolmetscher. Dies wird maßgeblich davon abhängen, ob es gelingt dafür zusätzliche Ressourcen zu akquirieren. ● Diversität von Veranstaltungs- und Aktionsformaten: Präsenz- und Onlineformate (z.B. Webinare) ● Bei Präsenzveranstaltungen: barrierefreier Zugang zu Veranstaltungsräumlichkeiten, gute ÖPNV-Anbindung der Veranstaltungsorte, wenn möglich Live-Streaming Außerdem legen wir Wert darauf, dass alle Veranstaltungen nachhaltig organisiert werden, in Orientierung an einschlägigen Leitfäden. 4.2 Einbindung schwer erreichbarer Zielgruppen Schwer erreichbare Zielgruppen können am besten an ihren Wohn- oder Arbeitsorten angesprochen werden. Nach der erfolgreichen Evaluation der ersten Projektphase, werden Mitwirkungskonzepte auf Quartiersebene angebahnt. Hier sollten, falls vorhanden, die lokalen Quartiersmanagements einbezogen werden. Siehe auch Kapitel 4.1 Unterstützerkreis, Multiplikator- und Schneeballeffekte.Seite 20 von 46 16 5. Prozessgrundlagen „Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht.“ (Vaclav Havel) Gegenstand dieses Vorschlages ist ein stufenförmiges, langfristig angelegtes Konzept der Mitwirkung und Ermächtigung zum Handeln. Ziel ist die Gestaltung eines kontinuierlichen Veränderungsprozesses, der ● schon im Vorfeld von vielen Menschen und Gruppierungen mitgetragen wird ● Transparenz schafft ● Ideen generiert ● Vernetzung ermöglicht ● Akteursgruppen aktiviert ● als Katalysator für eine Vielzahl von zentralen und dezentralen Veränderungsschritten wirkt. 5.1 Prozessmodell Der Prozess “Bonn4Future - Wir fürs Klima” setzt an den Qualitätsstandards der Leitlinien Bürgerbeteiligung der Stadt Bonn an und entwickelt sie weiter. Wir verlassen die konfrontative Situation, in der Bürger*innen Forderungen stellen und “die Stadt” sie umsetzen muss. Stattdessen gestalten wir einen Prozess des Lernens und der Zusammenarbeit. Veränderungs- und Lernprozesse brauchen Zeit und durchlaufen verschiedene Phasen. In unserem Projekt nutzen wir das Modell der Veränderung “Theorie U”17 . Sie wurde von Wissenschaftler*innen am Massachusetts Institut for Technology (MIT) entwickelt und auch in Institutionen und Unternehmen erprobt (s. Abb. Theorie U). Demnach besteht Veränderung aus einem Prozess mit verschiedenen Schritten: 1. Beobachten/Wahrnehmen: ein klarer Blick auf die Situation ohne Wertung 2. Voneinander Lernen durch echtes Zuhören: Innovative Ansätze kennen lernen 3. Vision: Spüren, was zu tun ist 4. Planen: Ideen entwickeln 5. Erproben und Ausprobieren 6. Lernen und Professionalisieren 17 Das MIT ist der Thinktank, an dem auch 1972 der erste Bericht zu den Grenzen des Wachstums entstand. Seit gut 15 Jahren untersucht das Team um den Ökonomen Prof. Dr. Otto Scharmer Veränderungsprozesse in unternehmerischen und gesellschaftlichen Kontexten. Auf dieser Basis wurde die “Theorie U” entwickelt. Sie wird am Presencing Institut gelehrt und u.a. in Massive Open Online Courses (MOOC) unterrichtet. https://www.presencing.org/ Es existieren weitere Ansätze, um komplexe stadtweite Veränderungsprozesse zu gestalten, etwa die Transition Management Theorie oder das Konzept “Three Horizons”.Seite 21 von 46 17 Wofür brauchen wir ein Modell der Veränderung? Viele Maßnahmen folgen der “Aufklärungs-Illusion”. Sie setzen ganz am Ende des Veränderungsprozesses an: Den Menschen wird erklärt, was sie tun sollen. Die Annahme dahinter ist: “Wenn man den Menschen lange genug erklärt, was zu tun ist, dann tun sie es auch”. Diese Hoffnung ist trügerisch. Denn trotz steigendem Umweltbewusstsein nimmt der unser CO2-Fußabdruck nicht wesentlich ab. Das liegt an Rahmenbedingungen, die nachhaltiges Handeln schwer machen18. Es liegt aber auch an der fehlenden Mitwirkung an diesem Veränderungsprozess. Veränderungsmodelle wie Theorie U ermöglichen die Gestaltung von wirkungsvollen kollektiven Veränderungsprozessen. Menschen, gleich welcher Herkunft, Alter oder Bildungsschicht bekommen die Möglichkeit - das Problem zu erkennen - von anderen zu lernen - zu spüren was entstehen möchte und was sie dazu beitragen können - mit anderen Ideen zu entwickeln und zu testen und diese auch umzusetzen Diese Erkenntnisse nutzen wir, um sowohl einzelne Veranstaltungen als auch den gesamten Beteiligungsprozess zu planen. 18 Maschkowski (2020) https://www.bzfe.de/_data/files/eif_2001_planetary_health_diet.pdfSeite 22 von 46 18 5.2 Prozessübersicht Erläuterung ● Konzeptionsphase (grün): Das Bonn4Future-Team entwickelt eine Prozess-Skizze, stellt den Bürgerantrag und erarbeitet einen Umsetzungsvorschlag (dieses Dokument) in Kooperation mit der Verwaltung der Stadt Bonn. ● Politischer Prozess (gelb): Einbindung des Rates der Stadt Bonn, politische Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Beteiligungsprozess, Austausch von Informationen und Impulsen sowie Verknüpfung von Entscheidungsprozessen. ● Auftrag (gelb): Entscheidung des Rates der Stadt Bonn ● Aufbau von Team und Gremien (blau): Besetzung der Rollen, die für den Start der Aktivitäten im Gesamtprozess und den Teilprozessen benötigt werden ● Koordinierendes Projektteam (gelb-orange-rot): Dieses Team bildet den Motor des Projekts. Hauptverantwortlichkeiten: Steuerung des Gesamtprozesses, Vernetzung und Community Management, Identifizieren und Ausräumen von Prozesshindernissen, Sicherstellen von Informationsflüssen, Auswertungen und Verknüpfungen der Prozessschritte, Austausch mit Entscheidungsträgern, mit der Verwaltung der Stadt Bonn, dem Unterstützerkreis und dem Beirat. ● Beirat (hellblau): Setzt sich zusammen aus Vertreter*innen von Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und ggf. weiterer Interessengruppen. Sorgt fürSeite 23 von 46 19 Orientierung, achtet auf die Einbettung des Gesamtprozesses in weitere Zusammenhänge und berät das Projektteam. ● Aktionsformate und Arbeitspakete (rot): Dies sind die zentralen Bausteine des Beteiligungsprozesses, um die Ziele des Gesamtvorhabens zu erreichen. > Siehe nächstes Kapitel (Prozessgestaltung) ● Kommunikation und Bildung inklusive digitale Nachhaltigkeits-Plattform (rot): Ausbau eines Kommunikationsnetzwerks, Training von Multiplikator*innen, Ansprache der Bevölkerung ● Unterstützergruppen und ihre Aktivitäten (grün): Die grünen Kreise repräsentieren Klimaschutz-Initiativen, z.B. Aktionen von Individuen, Vereinsaktivitäten oder auch große unternehmerische Initiativen. Diese Initiativen werden über die Plattform des Wandels bekannt gemacht, vernetzt und unterstützt. ● Evaluation (gelb): Der Beirat beauftragt eine Evaluation des Gesamtprozesses unter den Aspekten Zielerreichung und Wirksamkeit. ● Anbahnung der Klimaquartiere (dunkelblau): Transfer und Übersetzung der Ergebnisse, Ideen und Impulse auf der Stadtteilebene. Ziel ist ein Netzwerk aus gemeinsam und voneinander lernenden Stadtteilen, die sich ganz konkret und vor Ort auf den Weg machen, ihr Stadtteil zukunftsfähig zu gestalten. 6. Prozessgestaltung Der gesamte Prozess folgt den in der Einleitung genannten Grundprinzipien: Unabhängigkeit, Wertschätzung, Ergebnisoffenheit, Überparteilichkeit. 6.1 Vorphase: Aufbau von Team und Gremien Ziel dieser Phase: Schärfung von Aufgaben und Arbeitsweise, Ausschreibung von Stellen, Aufbau einer passenden internen Projektstruktur Ergebnis: Alle Teammitglieder sind qualifiziert, eingearbeitet Es gibt einen guten Modus und produktive Verfahren der Zusammenarbeit intern und extern. Etablierung eines Beirates: Er übernimmt Beratung, Evaluierung und Monitoring des in diesem Konzept skizzierten Prozesses und wird professionell moderiert. 6.2 Projektkoordination fortlaufend ● Motor des Prozesses, Koordination von Planung und Umsetzung, Mobilisierung, Projektmanagement, notwendige Anpassungen erkennen & kommunizieren ● Verbindendes Element aller Arbeitspakete, interne Kommunikation, Verknüpfung von Aktivitäten der einzelnen Projektbausteine ● Verbindendes Element nach außen, Vernetzung von Akteursgruppen ● Kontinuierlicher Austausch mit Entscheidungsträgern, der Verwaltung der Stadt Bonn und dem Beirat ● Projektadministration & Finanzcontrolling ● Unterstützung und Beratung von InitiativenSeite 24 von 46 20 6.3 Aktionsformate Klimatag für Bürger*innen Spüren - Planen - Fokussieren Zielgruppe: Interessierte Bürger*innen und Multiplikator*innen. Format: Es handelt sich um eine Tagesveranstaltung in zwei Teilen. Vormittags gibt es Impulsvorträge und Möglichkeiten zum Austausch. Die Teilnehmenden entwickeln ein Verständnis für Herausforderung und Chancen (Wahrnehmen und Zuhören). Am Nachmittag gibt es Arbeitsphasen in Gruppen um zentrale Maßnahmen zu diskutieren (Planen). Sie überlegen auch, wie man neue Zielgruppen erreichen kann (Schneeballeffekt). Ergebnisse: 1. Verständnis von den Herausforderungen und Lösungsansätzen sowie die Grundlage eines guten Miteinanders. 2. Der Klimavisions- und Aktionsplan der Bürger*innen mit in den wichtigsten Handlungsfeldern, zu den Fragen: ● Was haben wir schon? ● Was brauchen wir noch? ● Was brauchen wir nicht mehr? ● Was könnte, was sollte die Stadt tun, was könnten und sollten die Unternehmen, die Bürger*innen, andere und was sollten wir gemeinsam tun? 3. Ideen und Strategien: Wie können wir Bonn4Future so organisieren, dass wir im Mainstream ankommen? Die hier entwickelten Vorschläge fließen in das Kommunikationskonzept ein.Seite 25 von 46 21 Klimaforum I - Klimaneutral 2035 Vision - Inspiration - Planen Die Klimaforen sind Höhepunkte des Mitwirkungs- und Veränderungsprozesses. Sie ermöglichen das Reflektieren und Planen: Wo wollen wir hin? Sind wir auf dem richtigen Weg? Zielgruppe: Dieses Format bringt unterschiedliche Akteur*innen zusammen: Stadt und Rat, Vertreter*innen von Initiativen, Bürger*innen, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, insgesamt ca. 200- 250 Personen. Um eine möglichst hohe Vielfalt sicher zu stellen, werden mindestens 100 Bürger*innen zufällig eingeladen. Es handelt sich um eine Zufallsauswahl, die die Vielfalt der Stadtgesellschaft abbildet. Es handelt sich wie beim Klimatag um zwei halbe Tage, die erfahrungsgemäß am besten auf zwei aufeinanderfolgende Tage verteilt werden. Format und Inhalte: Multi-Stakeholder-Forum mit verschiedenen Phasen19: ● Wertfreies Betrachten: Impulse von Seiten der Stadt, der Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft sowie von Klima-Aktivist*innen. ● Inspiration: Gute Beispiele in unserer und anderen Städten. ● Vision / Backcasting: Arbeit in Kleingruppen zu Zielen und Maßnahmen in unterschiedlichen Handlungsfeldern. Wo wollen wir hin? Was muss die Stadt tun? Was die Zivilgesellschaft? Und wo können wir zusammenarbeiten? ● Blick auf ausgewählte Maßnahmen der Stadt: Was müsste passieren, damit sie erfolgreich werden? Ergebnis: ● Ein gemeinsames Verständnis für die Herausforderungen. ● Positive Vision: Die Teilnehmer*innen entwickeln ein vielfältiges Bild von einem klimaneutralen Bonn mit Handlungsansätzen auf allen gesellschaftlichen Ebenen, nicht nur der Stadt. ● Die Stadt bekommt Orientierung und Unterstützung bei der Weiterentwicklung der Klimaschutz-Maßnahmenkataloge. ● Bürger*innen verstehen städtische Prozesse und wie Politik/Verwaltung/Beteiligung verzahnt sind. ● Eine Stimmung des Aufbruchs, neue Kontakte und Projektideen entstehen. Alle sechs Monate in Folge: Klimaforum II und weitere 19 Basierend auf dem Modell der Veränderung nach Theorie U (s.o.).Seite 26 von 46 22 Eine einzige gute Veranstaltung reicht nicht aus, um Veränderungsprozesse zu gestalten. Daher werden alle sechs Monate neue Klimaforen organisiert, um Lernen und die Zusammenarbeit zu verstetigen. Sie ermöglichen eine Rückschau und das Würdigen von Erfolgen, Fortschritten und Misserfolgen, aber auch den Austausch von neuen Entwicklungen. Die Ziele der Foren werden mit Unterstützung des Beirates und des Unterstützerkreises erarbeitet. Es ist auch möglich, dass sie thematische Schwerpunkte haben wie zum Beispiel Mobilität, Ernährung, Energie. Für die Verbreitung der Ergebnisse sorgt ein gutes Kommunikationskonzept und die neue Nachhaltigkeitsplattform. Interaktion auf bonn-macht-mit.de Das Portal für Bonner Bürgerbeteiligung “Bonn Macht mit!” wird als interaktive Beteiligungsplattform in den Prozess einbezogen. Bürger*innen können sich bei konkreten Veranstaltungsformaten oder prozessbegleitend online mit Ideen und Diskussionsbeiträgen beteiligen. 6.4 Keimzellen der Veränderung fördern: Anschub von neuen Klimaschutz-Initiativen und Projekten Es gab schon viele gute Prozesse und Beteiligungsformate in Bonn.20 Diese Formate bleiben folgenlos, wenn es keine Anschlussmaßnahmen gibt, um sie weiterzuentwickeln. Es ist auch nicht zu erwarten, dass Bürger*innen ohne jegliche Unterstützung in der Lage sind, Initiativen auszubauen und weiter zu entwickeln. Bonn4Future setzt an dieser Stelle an und möchte für ausgewählte und erfolgversprechende Initiativen eine Anschub-Unterstützung sicherstellen, zum Beispiel mit ● Moderationsunterstützung, Prozessbegleitung und ggf. Workshops zu guter Teamarbeit, produktiven Entscheidungs- und Arbeitsverfahren ● Redaktionelle Unterstützung z.B. zur Nutzung der Nachhaltigkeitsplattform. ● ggf. Beratung zu Finanzierungsmöglichkeiten. ● Jour Fixe mit Peer-Coaching. Die Auswahl der Initiativen könnte durch den Beirat erfolgen. Die Unterstützungsleistung muss nicht allein vom Bonn4Future-Team erbracht werden. Es gibt bereits andere Akteur*innen, die hier aktiv sind, zum Beispiel die Alanus Hochschule, CESEB, Unity Effect, Lokale Agenda Büro der Stadt, VHS Bonn, TraFo Bonn. Die Leistung vom Bonn4Future-Team wird auch hier daraus bestehen, dass Akteur*innen, die es schon gibt, gemeinsam an einem Strang ziehen (Community Management), sowie die Entwicklung von bedarfsgerechten Workshops für Klimaschutz-Initiativen (s.o.). 20 Zum Beispiel den Prozess Zukunftsstadt Bonn 2030 mit 250 zufällig ausgewählten Bürger*innen (s. https://www.bonn-macht-mit.de/dialog/zukunftsstadt-bonn).Seite 27 von 46 23 6.5 Digitale “Bonner Nachhaltigkeitsplattform” (Arbeitstitel) Die “Bonner Nachhaltigkeitsplattform” bündelt Informationen und Angebote zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie und zu den SDGs, zur Klimaneutralität und zur Bürgerbeteiligung. Sie erlaubt die kokreative Entwicklung qualitativ hochwertiger Inhalte, das heißt die Interaktion von Bürger*innen mit Redaktion. Es werden Synergien zu bestehenden Portalen hergestellt (bonn.de, bonn-macht-mit.de, bonnsustainabilityportal.de, bonner-netzwerk.org und weitere). Schon laufende Gespräche mit Stellen in der Verwaltung und den genannten Akteuren werden intensiviert und eng in den Prozess verzahnt: ● Vorphase (2020): Konzeption und Abstimmung mit relevanten Akteuren ● Phase 1 (2020/2021): Ansprache und Aktivierung von interessierten Bürger*innen und Multiplikator*innen, z.B. Verwaltungsmitarbeiter*innen, Aktive in Organisationen ● Phase 2 (2021/22): Ansprache einer breiten Öffentlichkeit durch zielgruppenspezifische und zugängliche Formate Besonderes Merkmal der Plattform ist der enge Community-Bezug. Aufbauend auf dem großen “Bonn im Wandel”-Netzwerk, ermöglichen wir es in Phase 1 unterschiedlichen Akteuren und Initiativen die Plattform zu bespielen und für eine gute und zugängliche Außenkommunikation zu nutzen. Der kokreative Redaktionsansatz ermöglicht einer breiten Community die Ergänzung von Inhalten bei gleichzeitiger Qualitätskontrolle durch die zentrale Bonn4Future Redaktion. In Phase 2 liegt der Schwerpunkt auf der Zugänglichkeit für unterschiedliche Zielgruppen. Es werden gezielt themenferne Zielgruppen angesprochen und zum Mitmachen aktiviert (vgl. 6.6 Kommunikationskonzept). Die besondere Herausforderung liegt in der Abstimmung der Anforderungen und Konzeption mit unterschiedlichen Akteuren (Beirat), der Integration in die bestehende Landschaft von Portalen z.B. per technischen Schnittstellen und dem Anspruch kokreativ an Inhalten arbeiten zu können. Es werden folgende technische Lösungen erarbeitet: ● Terminkalender (filterbar) ● Übersichtskarte über bürgerschaftlich organisierte Initiativen, Gruppen und andere relevante Organisationen (filterbar) ● Gruppenbasierte Redaktionstools und Rechteverwaltung ● Newsletter für verschiedene Zielgruppen ● Schnittstellen zu bestehenden Portalen Es werden folgende nicht-technische Lösungen erarbeitet: ● Koordination und Abstimmung mit Kooperationspartnern (Beirat)Seite 28 von 46 24 ● Konzeption, Design und agile Projektplanung ● Kriterien für die Aufnahme von Organisationen ● Hilfeseiten und Leitfäden ● Code of Conduct & Community Richtlinien 6.6 Wie wird die Kommunikation speziell mit der/an die Öffentlichkeit gestaltet? Bonn im Wandel hat schon viele Menschen für gute Projekte begeistert, sei es die solidarische Landwirtschaft, VeloWerft, Repair Cafés, Initiative Ernährungsrat oder für verschiedene Großveranstaltungen. Denn wir kommunizieren konkret, ermutigend und aktivierend. Diese Erfahrungen nutzen wir für den Aufbau eines großen Kommunikationsnetzwerkes. Dabei es gibt schon viele Akteur*innen. Dazu gehört der Agenda Newsletter der Stadt, das Bonn Sustainability Portal, die Bonner Zeitungslandschaft und auch Bonn im Wandel. Mit vielen Akteur*innen und einem guten Kommunikationskonzept können wir es schaffen, Hoffnungslosigkeit und Lethargie zu überwinden und viele Menschen zu erreichen. Die zentralen Ziele des Bildungs- und Kommunikationskonzepts rund um ein klimaneutrales Bonn sind: ● Ziel 1: Jede*r in Bonn möchte Klimaneutralität erreichen ● Ziel 2: Jede*r in Bonn möchte mitmachen Diese umfangreichen Ziele können nur stufenweise erreicht werden. Mit jeder Stufe wird ein größeres Publikum erreicht: ● Vorphase (2020): Ausarbeitung eines zielgruppengerechten Bildungs- und Kommunikationskonzeptes und Ausbau des Kommunikationsnetzwerkes ● Phase 1 (2020/2021): Gezielte Ansprache ausgewählter Gruppierungen. ● Phase 2 (2021/22): Fokus auf der Ansprache einer breiten Öffentlichkeit, mit Hilfe eines breiten Kommunikations-Netzwerks, unterstützt durch die Nachhaltigkeitsplattform, Beteiligungsformate, Aktivitäten der Zivilgesellschaft ● Phase 3 (2022/23) Transfer in die Stadtteile (noch nicht Bestandteil des Projektes)Seite 29 von 46 25 In Phase 1 werden Multiplikator*innen und Partner gewonnen und die Grundlagen dafür gelegt, dass in der zweiten Phase eine breite Bonner Öffentlichkeit erreicht werden kann. Das Kommunikationsteam sorgt dafür, dass die unterschiedlichen Aktionsformate und - termine bekannt gemacht werden. Die Veranstaltungen werden (multi-)medial aufbereitet und die Ergebnisse leicht verständlich öffentlich zugänglich gemacht. Die Nachhaltigkeitsplattform (s.o.) dient als zentrale Ressource sowohl für die Multiplikator*innen als auch für die breite Bevölkerung. Vorphase: Entwicklung Bildungs- und Kommunikationskonzept, Ausbau des Netzwerkes (2020) ● Definieren von Zielen + Zielgruppen, übergeordnete Narrative, Botschaften und Kanälen. ● Konzeption der Bildungsformate für Multiplikator*innen ● Aufbau des stadtweiten Netzwerks von Multiplikator*innen und Partnern Phase 1: Ansprache von Multiplikator*innen und Netzwerken (2021) ● Kommunikationstrainings für Multiplikator*innen ● Gewinnung von Klimabotschafter*innen, bekannten Persönlichkeiten, die sich aktiv für Klimaschutz einsetzen ● Bündelung von Informationen und guten Beispielen auf der Nachhaltigkeitsplattform ○ Motivierende Beiträge zu guten Beispielen für den Klimaschutz (z.B. “Helden der Nachhaltigkeit”) ○ OrganisationsprofileSeite 30 von 46 26 ○ Terminkalender Phase 2: Fokus auf der Ansprache einer breiten Öffentlichkeit (2021-22) ● Umsetzung des in Phase 1 erarbeiteten Kommunikationskonzepts gemeinsam mit den gewonnenen Partnern ● Kontinuierliche Kommunikation über den Projektverlauf und Mitmach-Möglichkeiten z.B. auf Social Media-Kanälen, Newslettern, Webinaren und Veranstaltungen ● Kommunikations-Beratung von neuen Projekten/Initiativen Phase 3: Klimaquartiere (2023) (nicht Bestandteil des Konzeptes) Phase 3 beschreibt das Vorgehen in Klimaquartieren. Dies ist nicht Bestandteil des Konzeptes. Einbeziehen schwer erreichbarer Gruppen Das Einbeziehen schwer erreichbarer Gruppen wird folgendermaßen gewährleistet ● Netzwerkaufbau und Zusammenarbeit mit entsprechenden Organisationen. In diesem Kontext werden wir prüfen, ob es möglich ist, diesen Netzwerkaufbau und die Konzeptionsphase durch die Aktion Mensch mit Hilfe einer Förderung unterstützen zu lassen. ● Partizipatives Kommunikationskonzept (s.o.) Einbindung von Partner*innen und Unterstützer*innen bei der Bekanntmachung. ● Wir prüfen auch, ob es möglich ist, eine Förderung zu bekommen, um zentrale Texte in leichte Sprache bzw. in Gebärdensprache übersetzen zu lassen. ● Zufallsauswahl der Bürger*innen in den Klimaforen. ● Modellquartiere (noch nicht Bestandteil dieses Konzepts): Eine zentrale Erfolgsstrategie ist eine gute Akteursanalyse, vom Fußballverein bis zu den Schulen, und die gezielte Ansprache der unterschiedlichen Gruppierung und Meinungsführer*innen im Quartier. 6.7 Vorklärung von Verantwortlichkeiten, Zuständigkeiten und Rollen Wie ist der Prozess der Bürgerbeteiligung in das kommunale Geschehen eingebettet? ● Das Fachamt 56 benennt die/den Projektverantwortliche(n) und unterstützt Bonn im Wandel e.V. dabei, den Mitwirkungsprozess zu planen und umzusetzen. ● Die Prozess-Zentrale ist das Bonn4Future-Team (orange). Hier wird die Arbeit professionell fortgesetzt, die Bonn im Wandel und Klimawache gemeinsam mit der Verwaltung begonnen haben, nämlich die kontinuierliche Planung und Weiterentwicklung des Mitwirkungsprozesses in Kooperation und Zusammenarbeit mit vielen Akteur*innen (Community- und Projekt-Management).Seite 31 von 46 27 ● Die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Bonn im Wandel e.V. wird in einem Kooperationsvertrag geregelt. Das federführende Amt stellt für den Zeitraum des Prozesses eine*n Projektbeauftragte*n zur Verfügung (orange). ● Das Bonn4Future-Team setzt nicht selbst alle Arbeitspakete um. Seine besondere Leistung besteht darin, in Kooperation mit den Partner*innen für eine erfolgreiche Umsetzung aller Arbeitspakete zu sorgen. Dafür werden bestimmte Leistungen an externe Auftragnehmer*innen vergeben, zum Beispiel die Großveranstaltungen (dunkelblau). ● Die Koordinierungsstelle Bürgerbeteiligung ist in die Planung und Durchführung der Beteiligungen eingebunden. ● Der Beirat Bürgerbeteiligung sollte Teil des Bonn4Future-Beirates sein. Der Klimaschutzbeirat der Stadt könnte ebenfalls auf diese Weise in Beratung und Kommunikation eingebunden sein. Weitere Mitglieder werden von Stadt und Zivilgesellschaft gemeinsam benannt. ● Der Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und Lokale Agenda sowie weitere Gremien wie der Ausschuss für Umwelt- und Verbraucherschutz werden bedarfsweise über Mitteilungsvorlagen informiert. 6.8 Evaluationsphase: Evaluierung von Prozessen und Ergebnissen Das Institut für Geographie der Universität Bonn hat zugesagt, den Prozess Bonn4Future wissenschaftlich zu begleiten. Ein Letter of Intent liegt vor (Anhang).Seite 32 von 46 28 6.9 Anbahnung von Transfer und Partizipation auf Stadtteilebene Während der 2. Phase in Jahr 2022 sollen die ersten Arbeiten begonnen werden, um Modell-Klimaquartiere in Bonn zu identifizieren und die Beteiligung und Mitwirkung dort vorzubereiten. Stadtteilkonzepte sind besonders vielversprechend, da wir hier die Menschen am besten erreichen können. Beginnend mit ein bis zwei Modellquartieren sollen Schritt für Schritt Bonner Stadtteile eingeladen werden, sich auf den Weg zu einem zukunftsfähigen und nachhaltigen Viertel zu begeben. Die Prozessbegleitung erfordert die Präsenz von Moderator*innen vor Ort für mindestens zwei Jahre. Die Erfahrungen aus den ersten ein bis zwei Modellstadtteilen dienen zur Qualifikation und Ausbildung von Transformationsbegleiter*innen für weitere Stadtteile. Die Prozesse werden von Wissenschaftler*innen begleitend evaluiert. So entsteht ein Netzwerk aus lernenden Stadtteilen, deren Erfahrungen wiederum in die stadtweiten Klimaforen einfließen können. Wir gehen davon aus, dass es möglich ist, gemeinsam mit der Stadt Bundesmittel für die Realisierung der Klimaquartiere zu beantragen. 7. Umgang mit den Ergebnissen des Beteiligungsprozesses Wie werden die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses in den politischen Entscheidungsprozess eingespeist? Eines der größten Probleme von Mitwirkungsprozessen ist die mangelnde Diskussion der erarbeiteten Vorschläge, Ideen und Empfehlungen im politischen Raum, insbesondere in den Stadtparlamenten und ihren Ausschüssen. Mit den folgenden Maßnahmen wollen wir sicherstellen, dass die Impulse und Ideen der Bürgerschaft bei der politischen Entscheidungsfindung berücksichtigt werden können: ● Das Konzept wurde schon vor Einreichen der ersten Prozess-Skizze als Bürgerantrag mit Politiker*innen und Verwaltung diskutiert. ● Diesen Dialog wollen wir fortsetzen: Ein eigenes Arbeitspaket ist der kontinuierliche Austausch mit allen Parteien. ● An den Klimaforen wirkt die Politik aktiv mit. ● Die Ergebnisse werden für die politische Entscheidungsfindung aufbereitet. ● Die Wiederholungen der Klimaforen ermöglichen einen “Umsetzungscheck”Seite 33 von 46 29 Außerdem können beispielsweise öffentliche Gesprächsrunden mit den im Rat vertretenen Parteien geführt werden, um herauszufinden, welche Maßnahmen aus den Klimaforen Aussicht auf politische Unterstützung und damit Realisierung haben. Wie werden die Ergebnisse des Entscheidungsprozesses an die Beteiligten Einwohner und Einwohnerinnen und an die Öffentlichkeit kommuniziert? Das Kommunikationsteam begleitet alle Veranstaltungen und kommuniziert die Ergebnisse an die Öffentlichkeit und relevante Akteursgruppen. Bonn-macht-mit.de ist die zentrale Online-Ressource für die Dokumentation des Prozesses im engeren Sinne. Die Nachhaltigkeitsplattform bündelt stadtweite Aktivitäten in den Bereichen Nachhaltigkeit und bürgerschaftliches Engagement, einschließlich der Projekte, Initiativen und Veranstaltungen, die im Rahmen des Bonn4Future Prozesses entstehen. Siehe auch Kapitel 6.5 / 6.6. 8. Dokumentation, Auswertung und Reflexion 8.1 Prozessbegleitende Dokumentation und Auswertung Die Dokumentation und Auswertung ist ein eigenes Arbeitspaket. Sie erfolgt kontinuierlich prozessbegleitend, wird gesteuert von einem zentralen Redaktionsteam und mit Unterstützung von beteiligten Gruppen (siehe auch Kommunikationsstrategie in Kapitel 6.6). 8.2 Auswertungskriterien und Indikatoren Gemäß der Leitlinien Bürgerbeteiligung wird der Beirat für Bürgerbeteiligung zu Rate gezogen um Auswertungskriterien und Indikatoren zu definieren, die Wirksamkeit und Erfolg des Prozesses sichtbar machen. Diese werden dann beim Start des Prozesses gemeinsam mit dem Bonn4Future-Beirat und dem externen Evaluationsteam operationalisiert. 8.3 Reflexion / Lernprozess aus Erfahrungen Die Reflexion der Erfahrungen und das Lernen sind integraler Bestandteil des Prozessdesigns. Sie werden ermöglicht durch: ● Den Ansatz der Theorie U, die den Teilnehmer*innen die Möglichkeit eröffnet Erfahrungen zu reflektieren, ● die Wiederholung der Klima-Foren, die eine Reflexion des Prozesses erlauben, ● den Bonn4Future Beirat, aber auch den Unterstützerkreis ● die Einbindung einer prozessbegleitenden externen wissenschaftlichen Evaluation. ● regelmäßige Begleitung durch Moderator*innen, die Räume für Reflexion, Lernen und Verbesserung schaffen.Seite 34 von 46 30 9. Zeitrahmen und Finanzierung 9.1 Kosten für Beteiligung Die Initiator*innen haben in den vergangen sechs Monaten in Abstimmung mit vielen Akteur*innen, der Politik und Verwaltung einen Mitwirkungsprozess entwickelt. Nun geht es um die professionelle Umsetzung. Die Abschätzung von Aufwand und Sachmitteln ist allerdings deutlich komplexer als bei klar definierten Verfahren. Denn wir gestalten einen interaktiven Prozess. Die Feinplanung der Mittel erfolgt nach Beauftragung durch Bonn im Wandel e.V. in Abstimmung mit der Verwaltung. Hauptaufgabe von Bonn im Wandel e.V. ist die koordinierende Rolle. Das innere Team organisiert den Prozess, hört zu und schafft den Rahmen, dass die Menschen gut zusammenarbeiten können. Damit erbringt Bonn im Wandel eine Dienstleistung an der Stadtgesellschaft in Kooperation mit der Verwaltung. Dann gibt es Leistungspakete, die vergeben werden. Bonn im Wandel e.V. sorgt dafür, dass sie gut gelingen. Projektzentrale - der Motor des Prozesses Entscheidend für einen stadtweiten Beteiligungsprozess ist eine präsente, ansprechbare und wirkungsvolle Projektzentrale, denn der Prozess ist interaktiv. Es ist entscheidend, dass Impulse aus der Bevölkerung und aus der Politik in die Verfahren einfließen können. Derzeit gehen wir von einem schlagkräftigen kleinen Team aus, das eng zusammenarbeitet. ● 2mal 0,5 Stellen: Projekt-Steuerung und Umsetzung, Netzwerkarbeit, dazu: Prozess-Planung, -Begleitung und Umsetzung der Veranstaltung in Zusammenarbeit mit Dienstleistern, Netzwerk vergrößern, Kommunikation mit Verwaltung, Partnern, Beirat, Unterstützerkreis Politik und Wissenschaft. ● Kommunikationszentrale: 2mal 0,5 Stellen Kommunikation digital und offline intern: Berichterstattung und Öffentlichkeitsarbeit in Zusammenarbeit mit Verwaltung und Honorarkräften, Ausbau des Kommunikationsnetzwerks, gezielte Ansprache von Akteurs- und Bevölkerungsgruppen, Kommunikationstrainings. ● Um den Mittelansatz zu reduzieren empfehlen wir ⅓-Personal-Stelle für Finanzadministration und Fundraising ● Teamaufbau und Projekt-Begleitung: Bonn im Wandel e.V. stellt sicher, dass diese Stellen sorgfältig ausgeschrieben und besetzt werden, dass die Verantwortlichen eingearbeitet werden und Ansprechpartner für strategische, fachliche Fragen, Feedback, Verbesserungen und Konfliktmanagement haben. Dafür veranschlagen wir 5 % des Projektbudgets ● Bürokosten, Anschaffungen, Mieten, Desktop-Support und Reisekosten liegen unter 10 % des Gesamtvolumens Alle weiteren Leistungen werden vergeben ● Moderation und Coaching: Auf allen Ebenen im Projekt ist gute und wirkungsvolle Zusammenarbeit nötig, nicht nur in den Klimaforen, sondern auch im Team, imSeite 35 von 46 31 Beirat, im Unterstützerkreis in Initiativen. Ein Moderator*innenpool unterstützt die Einführung von wirkungsvollen Arbeits- und Kooperationsprozessen, Konfliktmanagement und kontinuierliches Lernen der Beteiligten. ● In Phase 1 des Kommunikationskonzeptes ist vorgesehen, dass wir Workshops für Kooperationspartner organisieren zu Klimawandel-Kommunikation und Veränderungsprozessen. Wir veranschlagen rund 8000 Euro für 4 Workshops. ● Kostenschätzungen für Bürger-Klimatage und die großen Klimaforen bewegen sich zwischen 5000-10.000 Euro pro Klimatag und 25.000-50.000 Euro pro Klimaforum. Das erste Klimaforum sollte aufwändiger gestaltet sein. Nachfolgende können kleiner und auch themenspezifisch geplant werden. ● Evaluation sollte ein integraler Bestandteil des Prozesses sein. Es wäre allerdings der einzige Posten, der eingespart werden könnte, ohne den Gesamtprozess zu gefährden. Für die Abstimmung und Feinplanung mit dem federführenden Amt, werden von Seiten der Verwaltung Personalkapazität benötigt. Wir gehen von einem Bedarf im Umfang einer 0,5 Stelle aus. Die folgende Tabelle enthält eine Aufwandsschätzung bei Vollfinanzierung des Projektes durch die Stadt. Die Kosten liegen höher als zum Beispiel bei der Planungszelle für die Bonner Bäderlandschaft. Das hat folgende Gründe: ● Das Thema ist umfangreicher, es betrifft nicht nur einzelne Stadtteile, sondern die gesamte Stadt. ● Das Thema ist dringlicher, es geht um die Eindämmung und den Umgang mit einer lebensbedrohlichen Krise. ● Der Prozess dauert nicht nur wenige Monate. sondern perspektivisch zwei Jahre (und mehr), vorausgesetzt, er wird nach dem ersten Jahr positiv evaluiert. ● Es entsteht eine digitale Nachhaltigkeitsplattform, die auch nach dem Prozess weiterbetrieben wird. Sie wird Bonns zentrale Online-Ressource für nachhaltige Initiativen, Projekte und Veranstaltungen. Sie bündelt positive Beispiele und ist in allen Aktionsfeldern des Prozesses tief integriert. In der Kostenübersicht ist mit der Nachhaltigkeits-Plattform auch eine Position enthalten, deren Umsetzung nicht von Amt 56 federführend verantwortet wird. Die Entstehung dieser Nachhaltigkeitsplattform liegt auch im Interesse anderer Ämter. Hier gibt es Schnittmengen, die noch ausdifferenziert und im Kooperationsvertrag bestimmt werden müssen.Seite 36 von 46 32 Finanzierung, Einsparungsmöglichkeiten und Drittmittel Mit dem Mittelansatz ist es möglich, ein Team aufzusetzen, das als Motor des Prozesses permanent versucht die beste Dienstleistung für die Stadtgesellschaft zu entwickeln. Bei den Personalkosten ist daher keine Kostenreduktion möglich ohne Reduktion der Leistungen. Für die Finanzverwaltung und die Einwerbung von Drittmitteln sehen wir eine Person mit 15 WStd vor, die Vergabeverfahren koordiniert und in der Lage ist weitere Fördermittel zu erschließen bzw. ein Crowdfunding durchzuführen. Für die Einwerbung von Drittmitteln eignen sich besonders klar umrissene Arbeitspakete, wie die Klimaforen, die Bürger-Klimatage oder die Plattform. Gelingt dies, dann reduzieren sich die Projektmittel der Stadt.Seite 37 von 46 33 Das gleiche gilt für Einsparung durch Kooperation und Sponsoring: Bei Veranstaltungen, Räumlichkeiten, Bürofläche für das Projektteam. Es lassen sich Einsparungen vornehmen, wenn zum Beispiel Räumlichkeiten kostenfrei gestellt werden. Dieses Potential lässt sich zum Zeitpunkt der Konzeptentwicklung nicht abschätzen, wird aber systematisch geprüft. Für die dauerhafte Deckung der Betriebskosten der Online-Plattform wird ein Unterstützerkreis aufgebaut21. Zusätzlich Projektbausteinen durch Drittmittel: Bonn im Wandel e. V. hat Erfahrung mit der Akquise und ordnungsgemäßen Abrechnung von Drittmitteln, zum Beispiel das BMU-geförderte Projekt Velowerft. In Vorgesprächen z.B. mit den örtlichen Hochschulen, der Universität und der Alanus Hochschule, wurde deutlich, dass es großes Interesse gibt den Mitwirkungs-Prozess zu unterstützen, sei es personell oder durch die gemeinsame Beantragung weiterer Mittel. Hier gäbe es das Potential den Prozess um weitere interessante Projektbausteine zu ergänzen, zum Beispiel durch Citizen Science, z.B. wenn Bürger*innen selbst aktiv werden um Klima-Indikatoren zu messen. 21 Ähnliche Finanzierungsmodelle gibt es auch in anderen Städten, https://www.lifeguide- augsburg.de/ueber-unsSeite 38 von 46 34 9.3 Wann soll das Beteiligungsverfahren beginnen? Wann ist es abgeschlossen? Vorphase: Der Prozess beginnt bei Beauftragung mit Einrichtung des Projektteams und der Gremien im Herbst 2020. In dieser Phase werden das Netzwerk weiter ausgebaut, die Feinplanung vorgenommen, die Veranstaltungen vorbereitet und die Arbeiten an der Online- Plattform begonnen. Phase 1: Im Jahr 2021 gibt es 3 große Kommunikationsformate, den Bürger-Klimatag und die beiden Klimaforen, begleitet von der Entwicklung einer aktivierenden Kommunikationsstrategie und dem Training von Netzwerkpartnern. Diese Phase schließt mit einer Evaluation ab. Phase 2: Ein Beteiligungsprozess in dieser Dimension, sollte nach positiver Evaluation mindestens 2 Jahre andauern. Nur so ist möglich, dass es uns gelingt ein starkes Kommunikationsnetzwerk aufzubauen und auch breite Bevölkerungsschichten anzusprechen und einen Transfer in die Stadtteile anzubahnen. Ausblick Phase 3: Die Klimaquartiere (siehe 6.9) könnten mit Drittmittel finanziert werden. Hier gibt es gute Chancen, gemeinsam mit der Stadt Bundesmittel zu beantragen. Eine Planung des weiteren Beteiligungsprozesses über 2022 hinaus kann jedoch erst nach Abschluss der Phase 1 und 2 erfolgen.Seite 39 von 46 35 10. Anhang: Akteure, Beteiligte und Unterstützer*innen "Jenseits von Richtig und Falsch ist ein Garten – dort werden wir zusammenfinden." (Rumi) 10.1 Die Initiator*innen Über Bonn im Wandel e. V. Bonn im Wandel e. V. ist die Transition Town Initiative von Bonn. Der gemeinnützige Verein versteht sich als Ideen- und Projektlabor für eine faire und enkeltaugliche Stadt. Zu den Stadtwandelprojekten, die Bonn im Wandel initiiert hat gehören die „Solidarische Landwirtschaft Bonn/Rhein Sieg“, die über 400 Menschen mit regionalen Lebensmitteln versorgt, die Lastenradprojekte VeloWerft und Bolle Bonn, die Offene Werkstatt mit RepairCafé, Gemeinschaftsgärten, "Bonn blüht und summt", das Netzwerk Essbare Stadt, Großveranstaltungen mit über 500 Menschen, Stadtwandelnews und die Website www.bonnimwandel.de. Bonn im Wandel ist Mitglied der nationalen und internationalen Transition-Town-Bewegung. Im Zentrum dieser Bewegung steht ein klarer Blick auf die Situation der Erde, eine positive Vision von unserem Leben in der Stadt, die Überzeugung, dass Menschen das Gute wollen und dass man zusammen mehr erreicht als allein. Diese guten Erfahrungen und Projekte gilt es nun zu skalieren. Dafür wurde 2019 TraFo Bonn gegründet – die Transformationsakademie von Bonn. Über die Klimawache Bonn Die Klimawache Bonn organisiert seit Februar 2019 unter den Schlagworten „demonstrieren – informieren – vernetzen“ monatlich Veranstaltungen zu Klimaschutzthemen. Sie versteht sich als Plattform, um den Klimawandel und den notwendigen Klimaschutz näher an die Bürger*innen heranzubringen. Die Klimawache war Mitinitiatorin des Bürgerantrags „Klimanotstand“. Ansprechpartner*innen: ● Dr. Gesa Maschkowski, Vorstand von Bonn im Wandel e. V., Wissenschaftsredakteurin, Transition Trainerin und Moderator*in. ● Andreas Rüther, Webentwickler und Verantwortlicher für den Bereich Digitales von Bonn im Wandel e.V. ● Rainer Jung, Mathematiker, Mitgründer und Geschäftsführer eines Bonner IT- Unternehmens. Seit 2018 aktiv in Klimaschutzfragen und Mitgründer der Bonner Klimawache Bonn. ● Dr. Karl Eugen Huthmacher, Ministerialdirektor a. D., bürgernetzwerk.de, Vorstandsmitglied bei Germanwatch e.V., Experte für Nachhaltigkeit in Unternehmen, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft Kontakt: info@bonnimwandel.deSeite 40 von 46 36 10.2 Gesprächspartner im Vorfeld der Konzepterstellung Die ersten Ideen und Grundüberlegungen für den vorgeschlagenen Beteiligungsprozess wurden seit November 2019 Vorfeld mit vielen Bonner Gruppierungen und Stakeholdern diskutiert und kokreativ entwickelt. In der Erkundungsphase haben wir über 20 Gespräche und Präsentationen durchgeführt: ● Expert*innen für Bürgerbeteiligung und Prozessgestaltung in Bonn und anderen Städten, u.a. Kollektiv von Morgen, Marburg, Alexander Fröde, ● Gruppen des Bonner Klimanetz wie Fridays4Future, Parents4Future, Psychologist4Future, ADFC, Attac, Greenpeace, Oekozentrum, BUND ● Bürgerstiftung Bonn ● CSR Zentrum der IHK ● Klimaschutzbeirat der Stadt Bonn ● Koordinationsstelle Bürgerbeteiligung ● Mehr Demokratie e.V. ● Germanwatch e.V. ● sowie Vertreter*innen von Parteien ● Universität Bonn, Institut für Geographie ● Generalanzeiger Bonn ● Alanus Hochschule 10.3 Unterstützerkreis (Stand 2.6.2020) ● Abenteuer Lernen e.V. ● ADFC Bonn / Rhein-Sieg ● Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft ● Alte VHS & rhizom e.V. ● Arbeitskreis Bonn der Gemeinwohlökonomie-Regionalgruppe Köln-Bonn ● Attac Lokalgruppe Bonn ● Attac Regionalgruppe Rhein-Sieg ● Ausbildung statt Abschiebung e.V. ● Bonnections Initiative ● Bonner Netzwerk für Entwicklung – Verantwortung, Gerechtigkeit, Zukunft ● Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), Kreisgruppe Bonn ● Bürger.Bad.Godesberg e.V. ● BürgerEnergie Rhein-Sieg eG ● Bürgerinitiative für die Erhaltung des Messdorfer Feldes ● Bürgerinitiative Moratorium Planungen A565 ● Bürgerstiftung Bonn ● Centre for Social Entrepreneurship Bonn (CESEB) ● Climate Reality Project ● CSR-Kompetenzzentrum der IHK Bonn/Rhein-Sieg ● Extinction Rebellion Bonn ● Facilitators for Future ● FEMNET e.V. ● Forum Stadt Bau Kultur Bonn e.V. ● Fridays for Future BonnSeite 41 von 46 37 ● Germanwatch e.V. ● GreenDrinks Bonn ● Imperative Art GmbH ● Initiative Landschaftsschutz Im Wingert (LIW) ● kippdata informationstechnologie GmbH ● kommunare GbR ● Kulturbar Beuel ● Lange & Zepp, kooperatives Redaktionsbüro ● Nils Zierath. Kommunikation auf Augenhöhe ● Ökozentrum Bonn e.V. ● ONE WORLD PROJECT e. V. ● Parents for Future Bonn ● Psychologists for Future Bonn ● Radentscheid Bonn ● Referat für Ökologie AStA Universität Bonn ● Scientist for Future Köln/Bonn ● Service Civil International (SCI) - Deutscher Zweig e.V. ● Slow Food Bonn ● SoLaWi Bonn/Rhein-Sieg e.V. ● Textwiese ● Verkehrsclub Deutschland (VCD), Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg/Ahr ● Verkehrsforum Bonner Bürgerinitiativen ● Wissenschaftsladen Bonn e.V. ● Zero Waste Bonn ● ZOE. Institut für zukunftsfähige Ökonomien ● Zukunftsfähiges Bonn e. V. 10.4. Absichtserklärung Frau Prof. Dr. Hörschelmann Frau Prof. Hörschelmann wird im August 2020 an das Institut für Geographie, der Universität Bonn berufen. Sie ist an einer Zusammenarbeit mit Bonn4Future sehr interessiert. Sie untersucht u.a. in dem EU-Projekt Naturvation https://naturvation.eu, wie Naturverbindung Innovation in Städten fördern kann.Seite 42 von 46 38Seite 43 von 46 39 10.5 Absichtserklärung Alanus HochschuleSeite 44 von 46 40Seite 45 von 46 41 10.6 Prozessdesign im ÜberblickSeite 46 von 46
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 21:49 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de