201080 · Mitteilungsvorlage
Diskussionspapier zur Evaluation der Leitlinien Bürgerbeteiligung
Kerndaten
- Nummer
- 201080
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 05.06.2020
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Beirates Bürgerbeteiligung Kenntnisnahme
Dateien
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Mitteilungsvorlage öffentlich 201080 Der Oberbürgermeister Federführung: Bürgerbüro/Bürgerbeteiligung/Ombudsstelle Dezernat: Dez. OB Diskussionspapier zur Evaluation der Leitlinien Bürgerbeteiligung Beratungsfolge Beirat Bürgerbeteiligung 19.06.2020 Kenntnisnahme Mitteilung: In der Sitzung des Beirats Bürgerbeteiligung vom 15.05.2020 haben die beiden Autoren der Studie zur „Evaluation von Beteiligungsprozessen in der Stadt Bonn“, Professor Dr. Claus-C. Wiegandt und Michael Lobeck, ihre Ergebnisse vorgestellt. Sie stellten konkret die folgenden fünf Befunde vor, aus denen sie wiederum fünf Vorschläge abgeleitet haben: 1. Repräsentativität/Selektivität 2. Aufwand/Nutzen 3. Reichweite/Beteiligungsgegenstand 4. Vertrauensverlust/Haltung 5. Öffentlichkeitsarbeit/Bürgernähe Die Handreichung, die den Beiratsmitgliedern in der vergangenen Sitzung als Tischvorlage ausgeteilt wurde, ist im Anhang beigefügt. Ebenfalls beigefügt ist ein Diskussionspapier mit den wichtigsten Thesen der Studie, welches als Grundlage für die gemeinsame Diskussion in der nächsten Sitzung des Beirats genutzt werden kann. Anlage/n 1 Diskussionspapier Evaluation von Beteiligungsprozessen in der Stadt Bonn (öffentlich) 2 Evaluation Beteiligungsprozesse Bonn_Handreichung zur Präsentation (öffentlich)Seite 1 von 12 Diskussionspapier: Handlungsempfehlungen aus der Studie „Evaluation von Beteiligungsprozessen in der Stadt Bonn“ Handlungsempfehlungen zu den Leitlinien Bürgerbeteiligung 1. Ansprechende Gestaltung der Leitlinien und weiterer Veröffentlichung Die Leitlinien Bürgerbeteiligung sowie alle weiteren Veröffentlichungen(Vorhabenliste, Flyer etc.) sollen überarbeitet werden um deren Lektüre und Verständnis zu erleichtern. Dazu gehören eine bürgernahe Sprache sowie eine redaktionelle und gestalterische/grafische Aufarbeitung der Veröffentlichungen 2. Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Koordinierungsstelle Bürgerbeteiligung und den einzelnen Fachämtern. Die Abstimmung zwischen der Koordinierungsstelle Bürgerbeteiligung und den einzelnen Fachämtern soll verbessert werden um effizienter vorgehen zu können. 3. Rolle des Beirats Bürgerbeteiligung schärfen Der Beirat soll sich stärker in der Rolle des Wächters der Verfahren sehen. Er soll alle zwei Jahre einen Beteiligungsbericht herausgeben, in dem er auf die Entwicklungen der Bürgerbeteiligungsprozesse im Berichtszeitraum eingeht. 4. Beteiligungskonzepte durch spezifische Projektgruppen stärken Ergänzend zum Beirat Bürgerbeteiligung sollen in einzelnen Fällen projektspezifische Begleitgruppen eingerichtet werden, die eine angemessene Einbindung fachlich geeigneter und spezifisch betroffener Bürgerinnen und Bürger ermöglichen. In solchen Projektgruppen, die in einigen untersuchten Referenzstädten ebenfalls temporär gebildet werden, können Ausschussmitglieder und Mitglieder des Beirates beratend mitwirken. 5. Beratung der Bürgerschaft durch die Koordinierungsstelle Die Beratung der Bürgerinnen und Bürger zu den Möglichkeiten und Grenzen der Beteiligung in Stadtentwicklungsprozessen durch die Koordinierungsstelle soll ausgebaut werden. Handlungsempfehlungen zur zukünftigen Evaluation von Beteiligung und Leitlinien 1. Evaluierung einzelner Maßnahmen bzw. Beteiligungsveranstaltungen mithilfe von Fragebögen Einzelne Maßnahmen, z.B. eine einzelne Informationsveranstaltung, sollen zukünftig mittels standardisierter Fragebögen evaluiert werden. 2. Dokumentation aller Vorhaben auf der Plattform Bonn-macht-mit.de Auf der Plattform Bonn-macht-mit.de werden die Beteiligungsvorhaben inklusive einer Dokumentation aller dazugehörigen Maßnahmen und Auswertungen dargestellt und langfristig als Archiv genutzt. 3. „Bonn-Umfrage“ einmal im Jahr In einer (jährlichen) stadtweiten Umfrage sollen die Bonnerinnen und Bonner nach ihren Einschätzungen zum generellen Zustand der Bürgerbeteiligung befragt werden.Seite 2 von 12 Evaluation von Beteiligung in der Stadt Bonn Diskussion im Beirat Bürgerbeteiligung der Stadt Bonn Freitag, 15. Mai 2020 Michael Lobeck und Prof. Dr. Claus-C. WiegandtSeite 3 von 12 Basis für folgende Aussagen • Interviews mit 17 beteiligten Personen in Bonn • Interviews mit 5 Expert*innen in WI, DA, HD, MA und DO • Interviews mit 3 externen Expert*innen • Auswertung der Fachliteratur 2Seite 4 von 12 5 Befunde, 5 Vorschläge 1. Repräsentativität/Selektivität 2. Aufwand/Nutzen 3. Reichweite/Beteiligungsgegenstand 4. Vertrauensverlust/Haltung 5. Öffentlichkeitsarbeit/Bürgernähe 3Seite 5 von 12 1. Repräsentativität/Selektivität Befunde • Nicht alle Bevölkerungsgruppen beteiligen sich Anders ausgedrückt: • Beteiligung ist selektiv („sozial“, Betroffenheit) Vorschläge • Dilemma kaum auflösbar • Multiplikatorbeteiligung • Einladungen an Bonner Bürger*innen – repräsentativer Querschnitt • Formate ausprobieren – Feste, 8erRat, TownHall, ... 4Seite 6 von 12 2. Aufwand/Mühen Befunde • Beteiligungsaufwand in einzelnen Fällen hoch • Beteiligung (noch) nicht selbstverständlich Anders ausgedrückt: • Zeit, Kosten, Nutzen bei einzelnen Verfahren umstritten Vorschläge • Auswahl von Vorhaben für Beteiligungsprozesse kritisch prüfen • Gutes Handwerk bei Beteiligung • Erwartungsmanagement • Entwicklung standardisierter Module 5Seite 7 von 12 3. Reichweite/Beteiligungsgegenstand Befunde • Schwierige Festlegung: „Grundsatzentscheidung für eine Maßnahme“ („ob?“) oder „Ausgestaltung einer Maßnahme („wie?“) Anders ausgedrückt: • Abgrenzung „politische Diskussion“ und „fachliche Beteiligung“ erforderlich Vorschläge • Trennen zwischen „politischer Diskussion“ und „fachlicher Beteiligung“ • Forum für „politische Diskussionen“ schaffen – als Beratungs- und Reflexionsformat für den Rat und die Stadtgesellschaft 6Seite 8 von 12 4. Vertrauensverlust/Haltung Befunde • Vertrauen in Verwaltungs- und politisches Handeln fehlt häufig • Vertrauen in die Bürgerschaft fehlt oft Anders ausgedrückt: • Leitlinien „nur“ formales Regelwerk für Spielregeln Vorschläge • Andere Haltung bei allen Akteuren erforderlich (Beteiligung selbstverständlich) • Respektvoller Umgang miteinander in den Verfahren • Ressourcen für gemeinsame gute Veranstaltungen 7Seite 9 von 12 5. Öffentlichkeitsarbeit/Bürgernähe Befunde • Sprache und Gestaltung unzureichend Anders ausgedrückt: • Experten zu weit vom Bürger entfernt Vorschläge • Bürgernahe Sprache • Mehr redaktionelle und graphische Aufbereitung (Info-Materialien) • „Vor Ort“-Veranstaltungen 8Seite 10 von 12 Vorschläge für Evaluierung • Standardisierte Fragebögen für einzelne Maßnahmen • Dokumentation aller Vorhaben auf öffentlicher, ansprechend gestalteter Plattform (bonn-macht-mit als leistungsfähiges Archiv) • Beteiligungsberichte alle zwei bis drei Jahre (Beirat) • „Bonn-Umfrage“ einmal im Jahr • Mehr direkte Gespräche zwischen Politik und Verwaltung (nicht nur schriftlicher Austausch) 9Seite 11 von 12 Kontakt Prof. Dr. Claus-C. Wiegandt wiegandt@uni-bonn.de Michael Lobeck lobeck@promediare.de 10Seite 12 von 12
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 17:59 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de