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201026 · Beschlussvorlage

Fortsetzung betriebliches Mobilitätsmanagement „Jobwärts“

Nummer
201026
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
22.07.2020
Letzte Änderung
18.09.2026
  1. Sitzung des Hauptausschusses 27.08.2020 Empfehlung
  2. Sitzung des Rates 01.09.2020 Entscheidung federführend
  3. Sitzung des Unterausschusses für Digitalisierung und Organisation 25.03.2021 Anhörung
  4. Sitzung des Ausschusses für Planung, Verkehr und Denkmalschutz 26.08.2020 Empfehlung
  5. Sitzung noch nicht verknüpft Unterausschuss Organisation und Personal Anhörung
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Beschlussvorlage
öffentlich
201026
Der Oberbürgermeister
Federführung:
61 Stadtplanungsamt
Dezernat:
Dez. III
Fortsetzung betriebliches Mobilitätsmanagement
„Jobwärts“
Beratungsfolge
Ausschuss für Planung, Verkehr und
Denkmalschutz
26.08.2020 Empfehlung
Hauptausschuss 27.08.2020 Empfehlung
Rat 01.09.2020 Entscheidung
Beschlussvorschlag
1. Die Verwaltung wird beauftragt, das Ende 2020 auslaufende Lead-City
Förderprojekt Betriebliches Mobilitätsmanagement „Jobwärts“ für die
Jahre 2021/ 2022 gemeinsam mit dem Rhein-Sieg-Kreis fortzuführen.
2. Die für dieses Programm eingerichteten und bis zum 31.12.2020
befristeten 3 Vollzeitstellen werden bis zum 31.12.2022 verlängert.
3. Die stellenplanmäßigen Voraussetzungen werden jetzt nachlaufend in
der Stellenplanfortschreibung 2021/2022 geschaffen. Aufgrund der
Befristung des Projektes werden sie mit einem k.w.-Vermerk versehen.
4. Die Personal- und Sachkosten werden bis 30.6.2021 größtenteils durch
Fördermittel des BMU gedeckt. Die darüber hinaus erforderlichen
Eigenanteile der Personal- und Sachkosten für die Jahre 2021 und 2022
werden im Haushalt 2021/2022 bereitgestellt.
5. Die Verwaltung wird beauftragt, sich zur Teil-Finanzierung des
Programms um weitere Fördermittel intensiv zu bemühen.
6. Die Verwaltung wird ermächtigt, die abgeschlossene
Kooperationsvereinbarung zur Programmdurchführung und zur
Deckung der Personal- und Sachkosten zu verlängern und dahingehend
abzuändern, dass die nach Auslaufen der Förderung durch das BMU
und abzüglich der Beiträge teilnehmender Arbeitgeber sowie ggf.
weiterer Förderung verbleibenden Kosten zu gleichen Teilen durch die
Stadt Bonn und den Rhein Sieg-Kreis gedeckt werden. Die
entsprechende Erklärung des Rhein-Sieg-Kreises ist Voraussetzung
dieses Beschlusses.Seite 1 von 16

Seite 2
7. Unabhängig von Zif. 2 wird die Verwaltung ermächtigt, die derzeit zur
Programmdurchführung bestehenden Anstellungsverträge und die
Kooperationsvereinbarung mit den aktuellen Projektpartnern
entsprechend der aufgrund der Pandemielage gewährten Verlängerung
der bisherigen Förderung durch das BMU bis 30.06.2021 zeitlich zu
verlängern.
Begründung
Gemäß Ratsbeschluss vom 28.03.2019 (DS 1910691) wurde die Verwaltung
beauftragt, das Projekt „Betriebliches Mobilitätsmanagement“ als Teil-Projekt
der Bundesförderung „Lead City“ gemeinsam mit den Kooperationspartnern
Rhein-Sieg-Kreis und Zukunftsnetz Mobilität NRW beim VRS durchzuführen.
Es wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare
Sicherheit (BMU) bis zum 31. Dezember 2020 gefördert.
Ziel des JOBWÄRTS-Mobilitätsmanagement-Programms ist es, in der Region
Bonn/Rhein-Sieg eine nachhaltige und funktionierende Mobilitätsentwicklung zu
fördern. Kernziel ist es dabei, den Modal Split in der Region Bonn/Rhein-Sieg in
den Verkehrsspitzenzeiten zugunsten des Umweltverbundes zu verändern und
Fahrten mit dem MIV zu vermeiden.
Dies wird z.B. durch den Umstieg auf alternative Verkehrsmittel, die Bündelung
von Kfz-Fahrten sowie die zeitliche Verschiebung von Fahrten auf
Nebenverkehrszeiten erreicht. Positive Wirkungen auf die Schadstoffbelastung
im Innenstadtbereich sowie den Klimaschutz, sind damit verbunden. Das
JOBWÄRTS-Programm ergänzt somit den ingenieurtechnischen Ansatz der
Infrastruktur- und Verkehrsplanung. Die Mobilität und Wege der Berufspendler
stehen im Fokus.
Um die genannten Ziele zur erreichen, wirkt das JOBWÄRTS-Programm
gemeinsam mit den (großen) Arbeitgebern der Region Bonn/Rhein-Sieg mittels
attraktiver Angebote und Anreize sowie einer zielgruppenspezifischen
Kommunikation auf die Veränderung des Mobilitätsverhaltens der Beschäftigten
ein. Hierfür werden die Arbeitgebenden besonders eingebunden, da gerade
diese ein erhebliches Interesse daran haben, dass ihre Beschäftigten den
Arbeitsplatz gut und mit akzeptablem Zeitaufwand erreichen. Die
konzeptionellen Grundlagen des JOBWÄRTS-Programms wurden bereits Mitte
2017 von der Bundesstadt Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Zukunftsnetz
NRW/VRS erstellt. Die konkrete Umsetzung des Konzepts folgt dem Beispiel
des bereits langjährig etablierten betrieblichen Mobilitätsmanagements in der
niederländischen Region Süd-Limburg mit Maastricht (Zuid-Limburg
Bereikbaar, früher „Maastricht Bereikbaar“) als Zentrum.
Allgemeiner Sachstand
Seit Oktober 2019 sind die drei Vollzeitstellen des JOBWÄRTS-
Programmbüros besetzt. Das Programmbüro ist organisatorisch in das
Stadtplanungsamt der Bundesstadt Bonn, Abteilung Mobilität und Verkehr,
Sachgebiet Mobilitätsmanagement/Nahmobilität/Radverkehr, eingebunden.Seite 2 von 16

Seite 3
Hierfür konnte in der Mobilität und in Nachhaltigkeitsthemen erfahrenes
Personal gewonnen werden, welches seine Kenntnisse auch bei anderen
Mobilitätsthemen gewinnbringend einbringen kann und die Abteilung duch die
bei diesem Programm gemachten Erfahrungen im betrieblichen
Mobilitätsmanagement zukünftig in verschiedenen Bereichen beratend
unterstützen wird. Für die externe, fachliche Beratung des Programms für die
gesamte Laufzeit wurde das Büro Moovis (Rob Schaap) beauftragt.
An der JOBWÄRTS-Auftaktveranstaltung im Post-Tower (Zentrale der
Deutsche Post DHL Group) am 09. Oktober 2019 nahmen über 130 Personen
teil. Sie repräsentieren über 50 Unternehmen, die fast 70.000
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Region Bonn/Rhein-Sieg
beschäftigen. Eingeladen zu dieser Veranstaltung waren über 250
Unternehmen.
Eine herausgehobene Rolle spielten dabei
die Initialpartner
 Bundesstadt Bonn
 Rhein-Sieg-Kreis
 Verkehrsverbund Rhein-Sieg/Zukunftsnetz Mobilität NRW,
die Stakeholder
 Stadtwerke Bonn
 Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft
 Regionalverkehr Köln GmbH
 Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg
 Einzelhandelsverband Bonn Rhein-Sieg Euskirchen e. V.
 Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club (ADFC)
und die sogenannten „Vorreiter“ (Arbeitgebende, die von Beginn an
teilnehmen)
 Deutsche Post DHL Group
 Deutsche Telekom AG
 Universitätsklinikum Bonn
 Universität Bonn
Bisher wurden u.a. folgende Schritte erfolgreich abgeschlossen:
 Ein Lenkungskreis, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der
Arbeitgebenden, der Stakeholder und der drei Initialpartner, wurde ins
Leben gerufen.
 Aktuell nehmen 16 große Arbeitgebende am JOBWÄRTS-Programm
teil. Diese vertreten bereits insgesamt mehr als 50.000 Beschäftigte.
 Bei weiteren Arbeitgebern fanden und finden Kennenlerngespräche
statt.
 Das Datenschutzkonzept für die Mobilitätsanalysen wurde durch eine
Anwaltskanzlei erarbeitet. Bis März 2020 stimmten alle Arbeitgebenden
dem vorgelegten Datenschutzkonzept zu.Seite 3 von 16

Seite 4
 Dem durch eine Kanzlei erstellten Memorandum zur beihilferechtlichen
Prüfung des JOBWÄRTS-Maßnahmenportfolios wurde durch das BMU
zugestimmt und die entsprechenden Fördermittel freigegeben.
 Daraufhin konnten folgende Maßnahmen und Anreizangebote vergeben
werden:
- Agentur für Markenarbeit (Marketingkonzept-Erstellung und Roll-Out).
- BikeCitizens (Fahrradroutenplaner und In-App Motivations-
kampagne).
- Made4it (Mobilitätsanalysetool und Buchungstool für die
Mobilitäts-Testwochen).
- Swapfiets (Fahrräder für die Mobilitäts-Testwochen).
- Cycle Center (Pedelecs und Falträder für die für die Mobilitäts-
Testwochen),.
e-Mobil Center (E-Roller für die für die Mobilitäts-Testwochen).
 Weitere Anreizangebote im Bereich Ridepooling und ÖPNV Nutzung
werden derzeit noch erarbeitet.
Nach dem Inkrafttreten der drastischen Einschränkungen zur Bekämpfung der
Verbreitung des Sars-CoV-2-Virus am 16. März 2020 haben die Initialpartner,
der Lenkungskreis, die teilnehmenden Arbeitgebenden und die Auftragnehmer
entschieden, den Roll-Out der Mobilitäts-Testwochen und der
Mobilitätsanalysen zu verschieben.
Die Partner des JOBWÄRTS-Programms beabsichtigen die Programminhalte
dynamisch an die durch die COVID-19-Pandemie veränderten Bedingungen
anzupassen. Am 29.06.2020 wurden bei den ersten vier Arbeitgebern, dem
Rhein-Sieg-Kreis, der Bundesstadt Bonn, der Stadt Troisdorf und den SWB die
Mobilitätstestwochen gestartet. Die Mitarbeitenden erhalten kostenfrei
Pedelecs, Fahrräder und teilweise Tickets für Bus und Bahn, um persönliche
Erfahrungen mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln auf ihrem täglichen Weg
zur Arbeit zu machen. Im Vier-Wochen Rhythmus werden diese Angebote bei
den weiteren teilnehmenden Arbeitgebenden angeboten.
Die Corona bedingten Änderungen und Verzögerungen wirken unmittelbar auf
die Bewertung der Vorhaben des JOBWÄRTS-Programms in 2020. Aus diesem
Grund wurde der Fördergeber BMU um die Möglichkeit gebeten, dass bisher
bis Ende 2020 befristete Förderprojekt nach 2021 verlängern zu können.
Daraufhin hat das BMU mit Schreiben vom 13.05.2020 zugesagt, die
Förderung bis zum 30.06.2021 zu verlängern. Die entsprechenden Unterlagen,
wie z.B. der geänderte Finanzierungsplan, sind bis zum 30.10.2020
einzureichen.
Fortführung des JOBWÄRTS-Programms
Innerhalb Deutschlands sind keine Erfahrungen oder Evaluierungsberichte
bekannt, die ein betriebliches Mobilitätsmanagement-Programm in der
Größenordnung wie JOBWÄRTS einfach.besser.pendeln. bewertet haben.
Die Erfahrungen in der niederländischen Region Süd-Limburg und dem
belgischen Antwerpen zeigen, dass sich die positiven Wirkungen erst
mittelfristig nach ca. 3 Jahren einstellen.Seite 4 von 16

Seite 5
Während der Corona-Einschränkungen ist eine massive Veränderung der
Mobilität insbesondere der Beschäftigten zu beobachten. Die Verkehrsanteile
im MIV und ÖPNV sind drastisch zurückgegangen. Im Gegensatz ist der Anteil
des Radverkehrs deutlich gestiegen. Viele Arbeitgebenden stellen ihr
Kommunikationsverhalten um und nutzen die Möglichkeiten von Video-
/Telefonkonferenzen für ihren Geschäftsbetrieb sowie Home-Office für ihre
Beschäftigten. Daher ist eine verlässliche Datengrundlage kaum zu erkennen
und eine belastbare Wirkungsmessung wird in diesem Jahr voraussichtlich
nicht durchführbar sein.
Jedoch liegt in diesen Veränderungen für Jobwärts die große Chance die o.g.
Mobilitäts-/Arbeitsveränderungen auszuwerten und den Austausch über
positive Erfahrungen mit den genutzten Angeboten unter den
Programmteilnehmern einzuleiten. Gemeinsam mit den Stakeholdern können
dabei durch das Aufzeigen von z.B. Best Practice Beispielen weitere positive
Veränderungen bei den Arbeitgebenden initiiert werden.
Somit besteht gerade im betrieblichen Mobilitätsmanagement zum jetzigen
Zeitpunkt die Möglichkeit, das Mobilitätsverhalten für die nächsten Jahre
nachhaltig zu verändern. Der äußerst erfolgreiche Start und die große
Bereitschaft der Arbeitgebenden mit über 50.000 Beschäftigten zeigt das große
Interesse und Potenzial eine Verhaltensänderung in der Mobilität
herbeizuführen. Es besteht jetzt die große Chance, durch die Fortsetzung der
oben geschilderten Maßnahmen das Verkehrsverhalten in der Region
Bonn/Rhein-Sieg in den nächsten Jahren nachhaltig zu verändern.
Klimaschutz, Luftverbesserung, Verkehrsvermeidung oder gar Verhinderung
von Verkehrstaus sind möglich. Hinsichtlich der bevorstehenden
Großbaustellen in der Region besitzt man einen Hebel, um sich darauf mit
Weitblick vorzubereiten.
Das Engagement und die Bereitschaft der o.g. Arbeitgeber sich im Sinne ihrer
Mitarbeiter zu beteiligen sind das sichere Indiz, dass Handlungsbedarf besteht.
Die Verwaltung der Bundesstadt Bonn empfiehlt daher dringend diese
Anfangserfolge zu einer nachhaltigen Erfolgsgeschichte weiterzuentwickeln.
Der Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises hat bereits am 23.06.2020 die
Fortsetzung des Programm Jobwärts bis zum 31.12.2022 beschlossen. Die
entsprechende Beschlussvorlage ist als Anlage beigefügt. Auf Grund der
angespannten Haushaltslage der Bundesstadt Bonn ist es gelungen, die
Haushaltsansätze noch einmal zu reduzieren. Diese Reduzierung konnte nicht
mehr rechtzeitig in die Beschlussvorlagen des Rhein-Sieg-Kreises eingearbeitet
werden. Daher weichen die Kostenansätze von dieser Beschlussvorlage ab.
Der bisherige Partner Zukunftsnetz Mobilität NRW beim VRS steht für die
Fortsetzung in finanzieller Hinsicht nicht mehr als Partner zur Verfügung. Das
Zukunftsnetz Mobilität NRW beim VRS hat sich intensiv bei der Erarbeitung der
Projektskizze eingebracht und alle weiteren Schritte begleitet. Die weitere
Unterstützung bei der Suche nach Fördermöglichkeiten, insbesondere beim
Land NRW, wurde zugesagt. Hierdurch konnten bereits erste Gespräche mit
dem Verkehrsministerium NRW geführt werden.Seite 5 von 16

Seite 6
Kosten bei 3 Stellen ohne Förderung Bund/Land
Für die nächsten Jahre werden folgende Kosten für Personal, Beratung und
Durchführung der Mobilitätskampagnen veranschlagt:
2021 2022
1.234.000 € 1.197.000 €
Personal (3 VZÄ) 245.000 € 250.000 €
Mögl. Einnahmen durch
Zuschüsse Arbeitgeber 200.000 € 300.000 €
(ca. 5.000€/Teilnehmer)
Fördermittelübertragung
Lead City ca. 500.000 €
Anteil Rhein-Sieg-Kreis 267.000 € 448.500 €
Verbleibender Anteil Stadt Bonn 267.000 € 448.500€
Die teilnehmenden Arbeitgeber zahlen gemäß den Teilnahmebedingungen
einen Zuschuss von 10 €/je Mitarbeitenden jedoch maximal einen Höchstbetrag
von 5.000 € pro Jahr.
Die vom BMU, wie oben dargestellt, zugestimmte, pandemiebedingte
Verlängerung des Förderprojektes nach 2021 wird ebenfalls zu einer
Entlastung der Haushaltsansätze führen. Die exakte Höhe kann zum jetzigen
Zeitpunkt noch nicht beziffert werden und wurde erst einmal mit 500.000 €
veranschlagt. Davon werden in der ersten Hälfte des Jahres 2021
Personalkosten in Höhe von voraussichtlich 85.000 € durch das BMU
gefördert.
Zur teilweisen Refinanzierung sucht die Verwaltung neben der
pandemiebedingten Verlängerung von „Lead City“ bereits nach neuen
Fördermöglichkeiten auf europäischer Ebene, beim Bund und dem Land
Nordrhein-Westfalen.
Insgesamt bestehen Fördermöglichkeiten, zumindest für Teile des Projektes.
Andererseits sind Förderprogramme oftmals kurzfristig und dann mit
beschränkter Dauer angelegt, so dass sich immer wieder die Frage nach dem
Aufbau, den verfügbaren Haushaltsmitteln und dem notwendigen Personal zur
Programmumsetzung stellt. Daher ist es angesichts der grundsätzlichen
positiven Ansätze des Programms sinnvoll, eine Verlängerung um 2 Jahre zu
beschließen und dann, wo möglich, Förderungen zu akquirieren.
Finanzielle Auswirkungen:
Produktgruppe Produktgruppenbezeich
nung
Produkt Produktbezeichnung
1.12.07 Verkehrsplanung 1.12.07.01/6102001 Lead CitySeite 6 von 16

Seite 7
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten 2021
Betrag Finanzstelle
/ FiPos
Veranschlagt
in
Noch
bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
1.234.000 € 1.234.000 €
davon
Sachaufwand
989.000 € 161001207 /
73.1000
989.000 €Von 61 auszufüllen
davon Personalauf-
wand bei 3 Stellen
245.000 € 161001207 /
70.1000
245.000 €85.000 € aus
Fördermittelübertragung
80.000 €
Erstattung RSK
80.000 €
Gesamthaushalt
Einzahlungen /
Erträge
Beiträge teilnehmende
Arbeitgeber
200.000 €
Fördermittelübertragung
Lead City
500.000 €
Erstattung
Projektpartner RSK
267.000 €
Haushaltsbelastung
jährlich
267.000 €
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten 2022
Betrag Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
1.197.000 € 1.197.000 €
davon
Sachaufwand
947.000 € 161001207 /
73.1000
947.000 €Von 61
auszufüllen
davon Personalauf-
wand bei 3 Stellen
250.000 € 161001207 /
70.1000
250.000 €125.000 €
Erstattung RSK
125.000 €
Gesamthaushalt
Einzahlungen /
Erträge
Beiträge teilnehmende
Arbeitgeber
300.000 €
Erstattung
Projektpartner RSK
448.500 €
Haushaltsbelastung
jährlich
448.500 €Seite 7 von 16

Seite 8
Anlage/n
1 Beschlussvorlage des Rhein-Sieg-Kreises zur Verlängerung Jobwärts
(öffentlich)Seite 8 von 16

RHEIN-SIEG-KREIS A N L A G E
DER LANDRAT zu TO.-Pkt.
01.4 Fachbereich Verkehr und Mobilität 04.06.2020
B e s c h l u s s v o r l a g e
für den
öffentlichen Sitzungsteil
Gremium Datum Zuständigkeit
Ausschuss für Planung und Verkehr 16.06.2020 Vorberatung
Finanzausschuss 17.06.2020 Vorberatung
Kreisausschuss 22.06.2020 Vorberatung
Kreistag 23.06.2020 Entscheidung
Tagesordnungs-
Punkt Lead City Bonn / Betriebliches Mobilitätsmanagement
in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis
JOBWÄRTS - einfach.besser.pendeln
Beschlussvorschlag:
Der Kreistag fasst folgenden Beschluss:
1. Die Verwaltung wird beauftragt, das Projekt „JOBWÄRTS einfach.besser.pendeln.
(Betriebliches Mobilitätsmanagement) zunächst für die Jahre 2021 und 2022
gemeinsam mit der Bundesstadt Bonn fortzuführen.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, die abgeschlossene Kooperationsvereinbarung zur
Programmdurchführung und zur Deckung der Personal- und Sachkosten
dahingehend abzuändern, dass die nach Auslaufen der Förderung durch das BMU
verbleibenden Kosten zu gleichen Teilen durch die Bundesstadt Bonn und den Rhein
Sieg-Kreis gedeckt werden.
3. Die Verwaltung wird weiterhin beauftragt, zusammen mit der Bundesstadt Bonn und
dem Zukunftsnetz Mobilität NRW über eine Anschlussförderung mit dem Bund, dem
Land Nordrhein-Westfalen oder auch anderen Fördergeber zu verhandeln.
4. Die Verwaltung wird beauftragt, in den Haushaltsplanentwurf 2021 / 2022 den
absehbaren Mittelbedarf von 417.000, - € in 2021 und 583.050, - € in 2022
aufzunehmen.
5. Die Verwaltung wird beauftragt, über den Projektfortschritt zu berichten.
Vorbemerkungen:
Der Ausschuss für Planung und Verkehr wurde in seiner Sitzung am 18.09.2018 über die
Chancen und Möglichkeiten des „Betrieblichen Mobilitätsmanagement“ (BMM) innerhalb des
Gesamtprojektes „Modellstadt zur Verbesserung der Luftqualität“ (Lead-City Bonn) informiert.
Maßnahmendetails und die die beabsichtigte Vorgehensweise wurde dem Ausschuss für
Planung und Verkehr in der Sondersitzung am 06.02.2019 vorgestellt. Der Kreistag fasste am
28.03.2019 folgenden Beschluss:Seite 9 von 16

„1. Die Verwaltung wird beauftragt, das Projekt „Betriebliches Mobilitätsmanagement“
zusammen mit der Stadt Bonn, dem VRS und dem Zukunftsnetz Mobilität NRW
schnellstmöglich für die Dauer des Förderzeitraumes umzusetzen.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, über den Projektfortschritt zu berichten.
3. Die Verwaltung wird beauftragt, zusammen mit dem VRS, dem Zukunftsnetz Mobilität NRW
und der Stadt Bonn über die Fortführung des Projektes mit dem Bund in Verhandlungen zu
treten.“
Darüber hinaus beschloss der Kreistag in seiner Sitzung am 08.10.2019:
„Der Rhein-Sieg-Kreis nimmt in der Rolle als Arbeitgeber an dem Programm „Betriebliches
Mobilitätsmanagement“ teil, insbesondere auch, um durch eine systematische Analyse zu
ermitteln, welche Maßnahmen für den Rhein-Sieg-Kreis als Arbeitgeber geeignet wären, die
Mitarbeiter zur Radnutzung für die Fahrten von und zur Arbeitsstätte zu motivieren.“
Ebenfalls wurde am 08.10.2019 im Rahmen des „Maßnahmenprogramm 2025 des Rhein-Sieg-
Kreises für den Klimaschutz“ u.a. als Maßnahme aufgeführt:
„Der Kreis soll Unternehmen gezielt beraten und unterstützen, damit deren Mitarbeiter und
Mitarbeiterinnen ihre Wege innerhalb des Umweltverbundes zurücklegen und weniger auf das
eigene Auto angewiesen sind.“
Bereits im Oktober 2017 wurden die Arbeiten für die Institutionalisierung eines BMM für den
Raum Bonn / Rhein-Sieg aufgenommen. Auslöser hierfür waren zum einen die bereits
bestehenden Überlastungserscheinungen vor allem auf den Hauptverkehrsachsen des
Individualverkehrs morgens nach Bonn und nachmittags entgegengesetzt sowie die
bevorstehenden, absehbaren Einschränkungen der Verkehrsinfrastruktur. In den kommenden
Jahren stehen massive Baumaßnahmen an, die mit einer Verringerung der Kapazität der
Straßen- und Schieneninfrastruktur in der Region Bonn/Rhein-Sieg einhergehen und die
Verkehrsprobleme der Region nochmal verstärken werden. Die Erstellung einer Projektskizze
zum BMM wurde von der Grundidee geleitet, dass den zu befürchtenden
Überlastungserscheinungen im Straßenverkehr oder im Extremfall einem Verkehrskollaps nicht
mit einer Großmaßnahme, sondern mit einem Maßnahmenpaket begegnet werden kann, um den
Anteil des motorisierten Individualverkehrs (MIV) am Modal Split zu verringern. Auf der
Grundlage dieser Projektskizze wurde dann das sog. Projekt 3 „Betriebliches
Mobilitätsmanagement in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis“ innerhalb des Bundesprojektes zur
„Modellstadt zur Verbesserung der Luftqualität (Lead-City Bonn)“ im Frühjahr 2019 vom
Ministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) als Förderprojekt anerkannt.
Denn eine Reduzierung des MIV bedeutet auch eine Verringerung der Stickoxid-Belastung
insbesondere in Bonn. Am 12.07.2019 wurde die Projektvereinbarung (vgl. Anhang 1) zwischen
der Bundesstadt Bonn, dem Zukunftsnetz Mobilität NRW und dem Rhein-Sieg-Kreis auf der
Grundlage der 95%igen Förderung von 2.036 Mio. € durch das BMU mit der Mindestlaufzeit bis
zum 31.12.2020 unterzeichnet. Die verbleibenden 5% teilen sich die drei Initialpartner.
Anschließend trat der Rhein-Sieg-Kreis auch als Arbeitgeber dem Projekt bei (vgl. Anhang 2
Teilnahmevereinbarung, Anhang 3 Kooperationserklärung).
Um das BMM in der Region und die Ziele des Programms zu etablieren wurde hierfür der griffige
Slogan „JOBWÄRTS einfach.besser.pendeln.“ entwickelt. Der medienwirksame Startschuss
fand am 09.10.2019 mit über 130 Teilnehmern im Post-Tower in Bonn statt.
Erläuterungen:
JOBWÄRTS einfach.besser.pendeln. bedarf einer intensiven Kooperation, Koordination und
Kommunikation zwischen den kommunalen Akteuren auf der einen und den Arbeitgebern und
wichtigen städtischen sowie regionalen Stakeholdern auf der anderen Seite. Zur professionellen
Wahrnehmung dieser Aufgaben wurde ein Programmbüro eingerichtet. Seit Oktober 2019 sind
die drei Vollzeitstellen des JOBWÄRTS-Teams besetzt. Die Arbeitsgruppe ist organisatorisch inSeite 10 von 16

das Stadtplanungsamt der Bundesstadt Bonn, Abteilung Mobilität und Verkehr, Sachgebiet
Mobilitätsmanagement/Nahmobilität/Radverkehr, eingebunden. Für die externe, fachliche
Beratung des Programms und die Projektsteuerung für die gesamte Laufzeit wurde das Büro
Moovis beauftragt.
Ziele / Nutzen / angestrebte Ergebnisse / Arbeitsschritte
Ziel von JOBWÄRTS einfach.besser.pendeln. für den Raum Bonn/Rhein-Sieg ist es, eine
nachhaltige und funktionierende Mobilitätsentwicklung zu fördern und den Modal Split in der
Region in den Verkehrsspitzenzeiten um mindestens 5 bis 10 Prozent zugunsten des
Umweltverbundes zu verändern oder im Idealfall 10 Prozent der Fahrten mit dem MIV zu
vermeiden. Dies soll z.B. durch den Umstieg auf alternative Verkehrsmittel, die Bündelung von
Kfz-Fahrten sowie die zeitliche Verschiebung von Fahrten auf Nebenverkehrszeiten erreicht
werden. Positive Wirkungen auf die Schadstoffbelastung im Innenstadtbereich, gerade im
Hinblick auf ein drohendes Diesel-Fahrverbot, sowie den Klimaschutz und die Reduzierung von
Verkehrsstaus, wären damit verbunden. Gerade die COVID-19-Pandemie zeigt eindrucksvoll,
dass auch Verkehrsvermeidung möglich ist, wenngleich die sonstigen Auswirkungen der Krise
auf das öffentliche Leben insgesamt fatal sind.
Im Rahmen des BMM-Programms JOBWÄRTS einfach.besser.pendeln. soll gemeinsam
zunächst mit den größeren Arbeitgebern in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis das
Mobilitätsverhalten der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen durch attraktive Angebote und eine
zielgruppenspezifische Kommunikation beeinflusst werden. Hierfür werden die Arbeitgeber
besonders eingebunden, da gerade diese ein erhebliches Interesse daran haben, dass ihre
Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz gut und mit akzeptablem Zeitaufwand erreichen. Im BMM-
Programm JOBWÄRTS einfach.besser.pendeln. wird die Verkehrsnachfrage bei den
teilnehmenden Unternehmen erhoben, zusammengeführt und analysiert. Anschließend erhalten
die Betriebe eine Beratung zu Potenzialen und Handlungsmöglichkeiten. Die Mobilität und die
Wege der Berufspendler stehen im Fokus.
Konkrete Maßnahmen sind jeweils arbeitgeberspezifisch z.B.
- Mobilitätsanalysen
- Mobilitäts-Testwochen, u.a. mit kostenlosen Testangeboten z.B. Pedelec-Leihe, ÖPNV-
Ticket oder Zugang zu Car- oder Bike-Sharing.
- Kaufprämien und Rabatte für Mitarbeiter, wenn sie sich ein Pedelec anschaffen.
- Kaufrabatte für Mitarbeiter, wenn sie zum ersten Mal ein ÖPNV-Jahresticket kaufen
- Rabatte für Mitarbeiter, wenn sie sich an Car- oder Bike-Sharing beteiligen
- Beratung mit den Arbeitgebern und Konzeption von Initiativen über die Möglichkeiten von
Mobile Working
- Beratung mit den Arbeitgebern und Konzeption von Initiativen über die Möglichkeiten
eines Parkraummanagements
Erfolge und Teilnehmer
Im Rahmen des Förderprojektes wurden umfangreiche und detaillierte Arbeiten bewältigt, für die
es keine Vorbilder in Deutschland gab. Im Rahmen von JOBWÄRTS einfach.besser.pendeln.
wurden erstmals alle rechtlichen, datenschutzrechtlichen, haftungsrechtlichen sowie steuerliche
Fragestellungen mit Fachanwälten geklärt und durch Gutachten abgesichert:
Datenschutzkonzept mit klaren Ausführungen für die Mobilitätsanalysen im Vor- und
Nachlauf
Abstimmung mit allen Datenschutzbeauftragten der (bisher) beteiligten Arbeitgebern
Memorandum zur beihilferechtlichen Prüfung des gesamten JOBWÄRTS-Seite 11 von 16

Maßnahmenportfolios
Abstimmung aller Ergebnisse mit dem Fördergeber BMU
Parallel zu den rechtlichen Prüfungen und Gutachten wurden die organisatorischen
Rahmenbedingungen geschaffen:
Besetzung des Programmbüros
Etablierung des Lenkungskreises
Anschließend erfolgte dann die erfolgreiche Ausschreibung und Vergabe von Maßnahmen und
Anreizangebote:
Agentur für Markenarbeit (Marketingkonzept-Erstellung und Roll-Out)
BikeCitizens (Fahrradroutenplaner und In-App Motivations-kampagne)
Made4it (Mobilitätsanalysetool und Buchungstool für die Mobilitäts-Testwochen)
Swapfiets (Fahrräder für die Mobilitäts-Testwochen)
Cycle Center (Pedelecs und Falträder für die Mobilitäts-Testwochen)
e-Mobil Center (E-Roller für die Mobilitäts-Testwochen)
Die rechtliche und steuerrechtliche Begutachtung für mögliche Anreizangebote im Bereich
Ridepooling und ÖPNV Nutzung befindet sich immer noch in der Prüfung.
Teilnehmer
Mit dem Startschuss des Förderprojektes wurde sofort mit der Akquise von Arbeitgebern als
Teilnehmer begonnen. Die Programmteilnehmer bei JOBWÄRTS einfach.besser.pendeln.
setzen sich mit Stand Juni 2020 wie folgt zusammen:
die Initialpartner
Bundesstadt Bonn,
Rhein-Sieg-Kreis,
Verkehrsverbund Rhein-Sieg/Zukunftsnetz Mobilität NRW,
die Stakeholder
Stadtwerke Bonn,
Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft,
Regionalverkehr Köln GmbH,
Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg,
Einzelhandelsverband Bonn Rhein-Sieg Euskirchen e. V.,
Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club
die sogenannten Vorreiter (Arbeitgeber, die von Beginn an teilnehmen)
Deutsche Post DHL Group,
Deutsche Telekom AG,
Universitätsklinikum Bonn,
Universität Bonn
die inzwischen beigetretenen Arbeitgeber
Bechtle IT Systemhaus
Deutsche Welle
DAAD
Fraunhofer Institut Schloss Birlinghoven
Friedrich-Ebert-Stiftung
GFO-Kliniken BonnSeite 12 von 16

Stadt Troisdorf
Stadtwerke Bonn
Studierendenwerk Bonn
Bundesstadt Bonn (als Arbeitgeber)
Kreisverwaltung Siegburg (als Arbeitgeber)
die in sogenannten Kennenlerngesprächen informierten und interessierten Arbeitgeber
BMU Bonn (als Arbeitgeber)
Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit
Bundeswehr
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Aktuelle Entwicklungen
Nach dem Inkrafttreten der drastischen Einschränkungen zur Bekämpfung der Verbreitung des
Sars-CoV-2-Virus am 16. März 2020 haben die Initialpartner, der Lenkungskreis, die
teilnehmenden Arbeitgeber und die Auftragnehmer entschieden, den Roll-Out der Mobilitäts-
Testwochen und der Mobilitätsanalysen auf zunächst Mitte Juni 2020 zu verschieben.
Die Partner des JOBWÄRTS-Programms beabsichtigen die Programminhalte dynamisch an die
durch die COVID-19-Pandemie veränderten Bedingungen anzupassen. Sobald das
Gesundheitsrisiko gesunken ist, die Einschränkungen die Durchführung ermöglichen und die
beteiligten Unternehmen zustimmen, wird das JOBWÄRTS-Programm fortgesetzt.
Diese Änderungen wirken unmittelbar auf die Bewertung der Vorhaben des JOBWÄRTS-
Programms in 2020. Aus diesem Grund erklärte der Fördergeber BMU das bisher bis Ende 2020
befristete Förderprojekt des BMU bis zum 30.06.2021 zu verlängern.
Die ersten Mobilitätswochen starten am 29. und 30. Juni (Dauer jeweils 1 Monat) bei der
Stadtverwaltung Bonn, der Kreisverwaltung des Rhein-Sieg-Kreises, der Stadtverwaltung
Troisdorf und bei der Verwaltung der SWB.
Erfolgsaussichten des JOBWÄRTS-Programms
Innerhalb Deutschlands sind keine Erfahrungen oder Evaluierungsberichte bekannt, die ein
betriebliches Mobilitätsmanagement-Programm in der Größenordnung wie JOBWÄRTS
einfach.besser.pendeln. bewertet haben. Die Erfahrungen in der niederländischen Region Süd-
Limburg und dem belgischen Antwerpen zeigen, dass sich die positiven Wirkungen erst
mittelfristig nach ca. 3 Jahren einstellen.
Ausgelöst durch die COVID-19-Pandemie war eine massive Veränderung im Verkehrsverhalten
insbesondere der Beschäftigten zu beobachten. Die Verkehrsanteile im MIV und im ÖPNV
gingen anfangs drastisch zurück, mittlerweile erhöht sich der MIV-Anteil wieder, wohingegen der
ÖV immer noch Fahrgastverluste zu beklagen hat. Im Gegensatz dazu ist der Anteil des
Radverkehrs deutlich gestiegen, wobei man nicht genau weiß, welchen Anteil das gute Wetter
insbesondere im April ausgemacht hat. Viele Arbeitgeber stellen ihr Kommunikationsverhalten
um und nutzen die Möglichkeiten von Video-/Telefonkonferenzen für ihren Geschäftsbetrieb
sowie Home-Office und mobiles Arbeiten für ihre Beschäftigten. Eine verlässliche, aktuelle
Datengrundlage liegt momentan nicht vor und auch die bevorstehenden Entwicklungen in 2020
und auch darüber hinaus sind kaum zu prognostizieren. Dies wiederum macht eine belastbare
Wirkungsmessung in diesem Jahr voraussichtlich unmöglich.Seite 13 von 16

Zudem ist noch nicht abzusehen, welche Lockerungen der Beschränkungen im Rahmen der
Bekämpfung des Sars-CoV-2 Virus kommen und wann diese Lockerungen eintreten werden.
Jedoch liegt in diesen Veränderungen für JOBWÄRTS einfach.besser.pendeln. die Chance, die
o.g. Mobilitäts-/Arbeitsveränderungen zu erfassen, zu bewerten und den Austausch über positive
Erfahrungen mit den genutzten Angeboten unter den Programmteilnehmern einzuleiten.
Gemeinsam mit den Stakeholdern können dabei durch das Aufzeigen von z.B. Best-Practice-
Beispielen weitere positive Veränderungen bei den Arbeitgebern und ihren Beschäftigten initiiert
werden.
Es besteht jetzt die große Chance, durch die Fortsetzung der oben geschilderten Maßnahmen
(vgl. hierzu auch: Anhang 5 Budgeteinschätzung für die Einzelmaßnahmen im JOBWÄRTS-
Programm 2021 – 2025) das Verkehrsverhalten in der Region Bonn/Rhein-Sieg in den nächsten
Jahren nachhaltig zu verändern. Klimaschutz, Luftverbesserung, Verkehrsvermeidung oder gar
Verhinderung von Verkehrstaus sind möglich. Hinsichtlich der bevorstehenden Großbaustellen in
der Region besitzt man einen Hebel, um sich darauf mit Weitblick vorzubereiten.
Das Engagement und die Bereitschaft der o.g. Arbeitgebern sich im Sinne Ihrer Mitarbeiter zu
beteiligen sind das sichere Indiz, dass Handlungsbedarf besteht. Durch die unterzeichnete
Teilnahmevereinbarung und der damit verbundenen Kooperationserklärung (vgl. Anhang 2 u. 3)
bekennen sie sich zu den Zielen von JOBWÄRTS einfach.besser.pendeln. und verpflichten
sich, im Programm mitzuarbeiten (vgl. hierzu Anhang 2: S. 3 Initialpartner, S. 4 teilnehmende
Arbeitgeber, S. 5 Stakeholder).
Vor allem aber müssen weitere Arbeitgeber diesem Programm beitreten, um JOBWÄRTS
einfach.besser.pendeln zu einem Erfolgsmodell werden zu lassen. Denn wenn keine weiteren
Arbeitgeber dem Programm beitreten ist es gescheitert und kann beendet werden, sobald die
Mobilitätswochen bei den beigetretenen Arbeitgebern abgeschlossen sind.
Kosten
Für die kommenden zwei Jahre werden folgende Kosten für Personal, Beratung und
Durchführung der Mobilitätskampagnen veranschlagt:
2021 2022
Gesamtkosten 1.532.800 € 1.466.100 €
Mögl. Einnahmen durch Beiträge 200.000 € 300.000 €
(ca. 5.000 €/Arbeitgeber)
Übertrag BMU Fördergelder 500.000 € 0 €
Anteil Rhein-Sieg-Kreis 417.000 € 583.050 €
Anteil Stadt Bonn 417.000 € 583.050 €
(vgl. Anhang 5 Budgeteinschätzung für die Einzelmaßnahmen im JOBWÄRTS-Programm 2021–
2022)
Bei den (bisher) teilnehmenden Arbeitgebern ist eindeutig zu erkennen, dass diese fast alle ihren
Standort im Stadtgebiet Bonn haben. Auf der anderen Seite stammt rd. die Hälfte der 140.000
täglich einpendelnden Berufstätigen aus dem Rhein-Sieg-Kreis. Vor diesem Hintergrund wäre
eine Kostenteilung begründbar.
Wie oben bereits ausgeführt, werden aktuell die Gespräche mit dem derzeitigen Fördergeber
BMU über eine weitere Förderung geführt. Zur teilweisen Refinanzierung wird die Verwaltung in
Abstimmung mit der Stadt Bonn aber auch nach neuen Förderungsmöglichkeiten auf
europäischer Ebene, beim Bund und dem Land Nordrhein-Westfalen suchen.Seite 14 von 16

Der bisherige Partner Zukunftsnetz Mobilität NRW beim VRS steht für die Fortsetzung in
finanzieller Hinsicht nicht mehr als Partner zur Verfügung. Das Zukunftsnetz Mobilität NRW beim
VRS hat sich intensiv bei der Erarbeitung der Projektskizze eingebracht und alle weiteren Schritte
begleitet. Ursprünglich war eine finanzielle Beteiligung im Förderprojekt nicht vorgesehen. Das
Zukunftsnetz Mobilität NRW beim VRS wird sich weiter mit Know-how einbringen, sich aber auch
bei der finanziellen Unterstützung von neuen Projekten in NRW engagieren. Die weitere
Unterstützung bei der Suche nach Fördermöglichkeiten, insbesondere beim Land NRW, wurde
zugesagt. Hierdurch konnten bereits erste Gespräche mit dem Verkehrsministerium NRW geführt
werden. Zeitnah werden weitere Förderunterlagen eingereicht. Eine konkrete Aussage über Art
und die mögliche Höhe einer Förderung kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht gegeben werden.
Über das Beratungsergebnis in der Sitzung des Ausschusses für Planung und Verkehr am
16.06.2020, des Finanzausschusses am 17.06.2020 und des Kreisausschusses am 22.06.2020
wird mündlich berichtet.
(Landrat)
Anhang 1: Projektvereinbarung vom 12.07.2019
Anhang 2: Teilnahmevereinbarung für Arbeitgeber
Anhang 3: Kooperationserklärung
Anhang 4: Schreiben des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Anhang 5: Budgeteinschätzung JOBWÄRTS-Programm 2021 – 2022
Haushalt:Seite 15 von 16

I. Haushaltsmittel sind veranschlagt bei: 0.90.30
(Produktnr. bzw.Projektnr.)
II. Ressourcenverbrauch (nur soweit nicht in Haushaltsplanung berücksichtigt):
Personal:
Vollzeitäquivalente
p.a.
Personalbedarf
Personaleinsparung
Finanzen:
konsumtiv in €
pro Jahr(sofern dauerhaft)
bzw. pro Projekt
Aufwendungen
Personalaufwand
Transferaufwand
sonstiger Aufwand
Abschreibungen
Erträge
(negatives
Vorzeichen) Saldo
Zeitraum
(ab… )
(von…bis…)
Gesamt:
investiv in €
pro Maßnahme
Auszahlungen
Einzahlungen
(negatives
Vorzeichen) Saldo
Umsetzungs-
zeitraum
(von…bis…)
Baumaßnahmen/ Beschaffung
Grunderwerb
Gesamt
Deckung ist innerhalb des Budgets gegeben
Die Bereitstellung zusätzlicher Mittel ist erforderlichSeite 16 von 16

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Datenstand: 03.11.2026, 10:02 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de