200936 · Dringlichkeitsentscheidung OB
„Smart Cities – Made in Germany“ – Die Bewerbung der Bundesstadt Bonn (2. Staffelaufruf)
Kerndaten
- Nummer
- 200936
- Art
- Dringlichkeitsentscheidung OB
- Veröffentlicht
- 20.05.2020
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Rates Genehmigung
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
Volltext
Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.
Text anzeigen (9.782 Zeichen)
Dringlichkeitsentscheidung OB öffentlich 200936 Der Oberbürgermeister Federführung: 10 Personal- und Organisationsamt Dezernat: Dez. I „Smart Cities – Made in Germany“ – Die Bewerbung der Bundesstadt Bonn (2. Staffelaufruf) Beratungsfolge Rat 18.06.2020 Genehmigung Begründung der Dringlichkeit: Die Frist zur Einreichung des Förderantrags ist der 20.05.2020 24 Uhr. Mit dem Förderantrag musste ursprünglich ein Ratsbeschluss vorgelegt werden. Aufgrund der Corona-Pandemie hat der Fördergeber eine Sonderregelung geschaffen, wonach Dringlichkeits- bzw. Eilbeschlüsse einen Ratsbeschluss vorläufig ersetzen können, ein Ratsbeschluss müsste dann bis zum 31.07.2020 24 Uhr nachgereicht werden. Damit besteht aktuell eine Dringlichkeit für diese Entscheidung, der Rat bzw. der Hauptausschuss werden nachfolgend befasst. Der Förderaufruf ist vom Februar 2020. Entsprechend fiel die Erarbeitungszeit für den Antrag mit der Corona-Pandemie zusammen, die insbesondere auch in den mit der Antragstellung befassten städtischen Organisationseinheiten massiv Ressourcen gebunden hat und weiterhin bindet. Die Erarbeitung des umfangreichen Förderantrags konnte daher erst kurzfristig vor Abgabeschluss abgeschlossen werden, sodass eine Befassung der städtischen Gremien vor Fristablauf nicht mehr möglich ist. Beschlussvorschlag Die Bundesstadt Bonn beteiligt sich an dem vom BMI ausgelobten Wettbewerb „Smart Cities – Made in Germany“. Eine Smart City Bonn soll auch im Zuge der digitalen Transformation lebens- und liebenswert bleiben. Das Projekt bezieht sich auf das gesamte Stadtgebiet. Für Bonn wird ein Modellprojekt angestrebt, in dem Stadtentwicklung und Digitalisierung gemeinsam unter enger Einbindung der Bürgerschaft und Stakeholder in einem transparenten und partizipativen Verfahren diskutiert und gestaltet werden sollen. Die in der „Smart City Charta“ des Bundes definierten Ziele und Leitlinien werden ausdrücklich unterstützt und dem Verfahren zugrundegelegt. "Smart City" wird dabei als übergreifendes Projekt verstanden, das die Digitalisierung mit allen ihren Wirkungen integrativ betrachtet. Angestrebt wird zudem ein enger Austausch mit anderen Smart Cities, dem Fördergeber und weiteren Externen, um dem Modellvorhaben entsprechend voneinander und miteinander zu lernen. Bei einem möglichen Bonner Projektvolumen im Rahmen des Wettbewerbs „Smart Cities made in Germany“ von 14,095 Mio. Euro in den kommenden 7 Jahren hat die Stadt einen Eigenanteil von 10 % zu tragen. Der notwendige Eigenanteil in Höhe von maximal 37.500 Euro für das Startjahr 2020 wird überplanmäßig aus dem gesamtstädtischen Haushalt bereitgestellt. Für die JahreSeite 1 von 4 Seite 2 2021 ff. werden die Mittel im Rahmen der zukünftigen Haushaltsplanung etatisiert. Begründung Der Rat hatte in seiner Sitzung vom 15.5.2019 (siehe Drucksachen-Nummer 1911436) die Bewerbung zur ersten von fünf Staffeln des vom BMI ausgelobten Wettbewerb „Smart Cities – Made in Germany“ beschlossen. Die Bewerbung im Jahr 2019 basierte auf den vom Rat beschlossenen Vorlagen (siehe Drucksachen- Nummer 1711808) zur Organisation und Inhalte der Agenda „Digitale Verwaltung“ sowie zur Weiterentwicklung die Verwaltung (siehe Drucksachen-Nummer 1910681). In erster Linie wurde hier aufgezeigt, dass die digitale Transformation in Bonn über die Digitalisierung der Verwaltung hinaus die digitale Stadtgesellschaft im Blick hat und daher in einem „Smart City Ansatz“ fortentwickelt wird, der sich an der „Smart City Charta“ der „Nationalen Dialogplattform Smart Cities“ des BBSR orientieren soll (siehe Anlage). Was bedeutet das konkret? Die Bonner Digitalisierungsstrategie orientiert sich hiernach in einem nachhaltigen und integrierten Ansatz an den stadt(entwicklungs)politischen Zielen, wird partizipativ und kontinuierlich weiterentwickelt und berücksichtigt in einer gemeinsamen Entwicklung (Co- Creation) alle gesellschaftlichen Akteure. Eine „Smart City“, so die Charta des Bundes, ist inklusiv und vielfältig, wettbewerbsfähig und innovativ sowie sicher und raumgebend. Vor allem aber ist und bleibt sie lebenswert und handlungsfähig mit dem Fokus auf nutzerorientierte Umsetzungen. Dies kann die Zukunft Bonns in zentralen Werten, Zielen und Investitionen unterstützen helfen. Die Bewerbung zum ersten Staffelaufruf im Jahr 2019 war nicht erfolgreich. Die Bundesstadt Bonn greift mit dem Aufruf für die zweite Staffel erneut die Chance für die Platzierung für einen Wettbewerbsbeitrag auf. Auch die erneute Bewerbung ist die konsequente Weiterentwicklung der bisherigen vom Rat beschlossenen Maßnahmen. Der Verwaltungsvorstand hat die Vision entwickelt, dass Bonn bis 2025 eine der führenden Smart Cities in NRW werden soll und notwendige gesamtstädtische Steuerungsgremien etabliert. Kommunen erhalten für die förderfähigen Kosten Zuschüsse in Höhe von 65% oder bis zu 90% im Falle kommunaler Haushaltsnotlage. Als Kommune in der Haushaltssicherung kann die Bundesstadt Bonn insofern von einer 90%igen Förderung bei erfolgreicher Teilnahme ausgehen. Die im Folgenden nur kurz beschriebene Bewerbung setzt diesen Weg auf der Grundlage der mehrjährigen Vorarbeiten und eines hohen Beteiligungsanspruches weiter fort. Das Projekt ist im Förderantrag wie folgt zusammengefasst:"Nachhaltige Stadtentwicklung braucht gute Daten und Informationen. Zusätzlich braucht es eine informierte Debatte der Stadtgesellschaft um das Gemeinwohl. Wo wollen wir hin? Wie lassen sich legitime Eigeninteressen und Gemeinwohl in Einklang bringen? Um ins Gespräch zu kommen, braucht es Vertrauen. Das lässt sich am besten beim gemeinsamen Arbeiten an wichtigen Projekten erlernen. Die Stadt Bonn nutzt eine Nachhaltigkeitsstrategie mit Zielen und Indikatoren, die regelmäßig evaluiert werden. Damit sich die Stadtgesellschaft diesen Prozess aneignen und stärker gestalten kann, starten wir einen Prozess.Seite 2 von 4 Seite 3Die Stadt garantiert den Rahmen. Mit vielfältigen Formaten (Open Space, Design Thinking, Peer-to-Peer, Reallabore usw.). Gemeinsam werden Ziele weiterentwickelt, Ideen und Konzepte erarbeitet und begonnen. Das nennen wir „BonnLabore“. Sie sind auf Dauer angelegt. Gemeinsam wird auch eine Grundlage für eine nachhaltige Gestaltung geschaffen: gute Daten und Informationen. Open Data nicht nur von der Stadt, sondern von allen. Open Innovation der Unternehmen, Citizen Science von Bürgerinnen und Bürgern. Zugänglich nicht nur für Profis, sondern für alle. Für Alltag, Arbeit, Bildung, Kultur, Politisches Engagement. Das nennen wir Urban Data Platform." Leitlinie der Bonner Bewerbung ist die Erkenntnis, dass Digitalisierung nur erfolgreich gelingen kann, wenn Menschen ausreichend qualifiziert bzw. „digital mündig“ sind und dabei eine systematische Beteiligung möglichst breiter Zielgruppen möglich ist. Dies deckt sich mit der Anforderung des BMI- Wettbewerbs, wonach hiermit Test- und Experimentierfelder gefördert werden sollen, um für deutsche Kommunen auf regionaler, gesamtstädtischer und Quartiers-Ebene beispielhafte und übertragbare Lösungen im Zeitalter der Digitalisierung zu finden. Diese Herausforderung betrifft sowohl verwaltungsinterne Prozesse wie auch die gesamte Stadtgesellschaft. Daher ist es sinnvoll, die bestehenden Teil- Digitalisierungsstrategien in einer Smart City - Strategie zu bündeln und mit zusätzlichen Ressourcen einen umfassenden Prozess auszurollen, um gemeinwohlorientierte Digitalisierung innerhalb und außerhalb der Verwaltung voranzutreiben. Die Bewerbung der Bundesstadt Bonn betont die vom Rat im Februar 2019 verabschiedete Nachhaltigkeitsstrategie (DS-Nr. 1812770EB8) und die darin enthaltenen 6 Themenfelder mit ihren strategischen Zielen als Leitbilder für die Entwicklung der Stadt. Wesentliche Herausforderung ist eine sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltige Gestaltung des Wachstums. Viele Akteure stehen bei einer umfassenden Digitalisierung noch am Anfang. Die digitale Inklusion schwächerer Gruppen ist besondere Herausforderung der Stadt. Die Bundesstadt Bonn bewirbt sich für die Förderphasen A (Strategieentwicklung, Dauer max. 2 Jahre) und B (Projektumsetzung, Dauer max. 5 Jahre) des Förderaufrufs. Eine Bewerbung nur für die Phase A ist nicht möglich. In Förderphase A soll die fachübergreifende Smart City-Strategie erarbeitet werden. Diese soll die bestehenden bzw. gerade in Erarbeitung befindlichen strategischen Ansätze vervollständigen bzw. abrunden. Dazu gehört auch, in den verschiedenen Handlungsfelder Digitalisierungsprojekte zu identifizieren und die Umsetzungsschritte und Verantwortlichkeiten zu identifizieren. Bestandteil des Förderantrags in dieser Phase A ist entsprechend insbesondere die Beantragung von finanziellen und personellen Ressourcen für diesen Prozess. Vorab sollen in Phase A konkrete Maßnahmen zum Aufbau einer Urban Data Platform gegangen werden. In Förderphase B, vom Volumen her bedeutend umfangreicher als Phase A, sollen neben allgemeinen Mitteln zur Umsetzung der Strategie insbesondere Mittel für die BonnLabore und weiteren Ausbauschritte für die Urban Data Platform beantragt werden. Weiteres Vorgehen Auch wenn der BMI-Wettbewerb als Katalysator der Bonner Smart City Strategie und deren Projekte wirkt, so dient diese Phase der Fokussierung und Weiterentwicklung der bisherigen Ansätze. Der Wettbewerbsbeitrag soll insofern auch in dem Fall, dass Bonn erneut nicht gefördert werden kann, weiter Handlungs- und Leitlinie sein. Die Verwaltung beabsichtigt insofern, die StrategieSeite 3 von 4 Seite 4 „Smart City Bonn“ und deren Projekte auch losgelöst vom Wettbewerb zu verfolgen und wird im Rahmen der kommenden Haushaltsberatungen Vorschläge zu deren Umsetzung einzubringen. 20.05.20 / 20.05.20 gez. Sridharan gez. Freitag Datum Oberbürgermeister Stadtverordneter Anlage/n KeineSeite 4 von 4
Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.
bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 23:50 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de