200829 · Mitteilungsvorlage
Entwicklung der Baurechtschaffung und Wohnungsneubautätigkeit in 2019
Kerndaten
- Nummer
- 200829
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 09.06.2020
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Planung, Verkehr und Denkmalschutz Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration, Gesundheit und Wohnen Kenntnisnahme
- Sitzung des Rates Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage öffentlich 200829 Der Oberbürgermeister Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Entwicklung der Baurechtschaffung und Wohnungsneubautätigkeit in 2019 Beratungsfolge Rat 18.06.2020 Kenntnisnahme Ausschuss für Planung, Verkehr und Denkmalschutz 24.06.2020 Kenntnisnahme Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz 18.08.2020 Kenntnisnahme Ausschuss für Soziales, Migration, Gesundheit und Wohnen 19.08.2020 Kenntnisnahme Mitteilung: Der Rat der Stadt Bonn hatte am 30.3.2017 der Einrichtung von 10,75 Stellen im Dezernat III zur Wohnflächen- und Baulandaktivierung zugestimmt (DS.-Nr. 1710731). Die Maßnahme erfolgte mit der Zielsetzung, die Anzahl der parallel bearbeiteten Bebauungsplanverfahren zu steigern und damit die Zahl der Wohneinheiten, für die jährlich Baurecht durch Bauleitplanung geschaffen wird, zu erhöhen. Vor diesem Hintergrund stellte die Verwaltung in 2019 die jüngere Entwicklung und die absehbare Perspektive der Baurechtschaffung durch Bebauungspläne (Betrachtungszeitraum: 2017 bis 2024) und der Wohnungs- und Wohngebäudeneubautätigkeit vor (DS.-Nr. 190504). Der nun vorliegende Bericht setzt die Berichterstattung des Vorjahres fort und ergänzt diese um weitere Indikatoren und einen erweiterten Betrachtungszeitraum. Dabei werden auch die wesentlichen Gründe dafür erläutert, dass die jährlich erreichten und erreichbaren Zahlen Schwankungen aufweisen. Auf Grund der hohen Bedeutung der Entwicklung des Wohnungsmarktes in Bonn werden ausführlich die Wohnneubautätigkeiten in 2019 und die Entwicklung der Fertigstellungszahlen seit 2011 erläutert. So weisen die Zahlen für 2019 nach dem deutlichen Einbruch der Baufertigstellungen in 2018 (656 Wohneinheiten) nun mit über 1.400 Wohneinheiten die höchste Fertigstellungsrate der letzten 9 Jahre auf. Der Bericht zeigt, dass auch die Zahlen der Baufertigstellungen deutlichen jährlichen Schwankungen unterliegen. Einflussfaktoren sind dabei neben den Schwankungen in der Baurechtschaffung, die den entsprechenden Genehmigungen zeitlich vorausläuft, auch Veränderungen auf den Wohnungsmärkten bei Angebot und Nachfrage oder auch in der Struktur der fertiggestellten Wohnungen. Bei vergleichbarer Marktentwicklung kann man jedoch unterstellen, dass sich eine Verstetigung in den Zahlen der Baurechtschaffung (z.B. durch die vorgenommene Personalaufstockung) mitSeite 1 von 21 Seite 2 der entsprechenden Zeitverzögerung auch bei den Baufertigstellungen niederschlägt. Anlage/n 1 Bericht Baufertigstellungen 2019 (öffentlich)Seite 2 von 21 Amt 61 Mai 2020 Entwicklung der Baurechtschaffung und Wohnungsneubautätigkeit in Bonn in 2019Seite 3 von 21 Inhaltsverzeichnis 1. Hintergrund ......................................................................................................................... 1 2. Schaffung von Baurecht ...................................................................................................... 1 3. Wohngebäudebestand und Bautätigkeit in Bonn (Stichtag: 31.12.2019) .......................... 4 3.1. Fertiggestellte Neubauwohnungen nach Jahren ............................................................ 5 3.2. Fertiggestellte Neubauwohnungen nach Wohnungsgröße ............................................ 6 3.3. Fertiggestellte Neubauwohnungen nach Stadtbezirken................................................. 7 3.4. Bauintensität in den Stadtbezirken ................................................................................. 8 3.5. Fertiggestellte geförderte Wohnungen .......................................................................... 9 3.6. Fertiggestellte Wohngebäude nach Gebäudetyp ......................................................... 10 3.7. Fertiggestellte Wohngebäude nach Anzahl der Wohneinheiten .................................. 11 3.8. Fertiggestellte Wohngebäude nach Anzahl der Vollgeschosse .................................... 12 3.9. Fertiggestellte Wohngebäude nach Wohnfläche ......................................................... 14 4. Ausblick auf Bautätigkeiten in 2020 ................................................................................. 15 5. Fazit ................................................................................................................................... 17Seite 4 von 21 1 1. Hintergrund Die Verwaltung stellt die Entwicklung der Baurechtschaffung durch Bebauungspläne und der Wohnungsneubautätigkeit in 2019 dar. Der Bericht umfasst eine Erläuterung der Fertigstellungszahlen von Wohngebäuden und Wohnungen seit 2011, sowie eine Analyse der aktuellen (Bestands-) Situation auf dem Wohnungsmarkt. Die hohe Bedeutung der Entwicklung des Bonner Wohnungsmarktes wird durch die Bevölkerungsvorausberechnung des Landesbetriebs Information und Technik Nordrhein-Westfalen verdeutlicht. Die Statistiker und Statistikerinnen prognostizieren einen Anstieg der Bonner Bevölkerung bis 2040 um ca. 12 % auf knapp 365.000 Einwohner1. Gleichzeitig weist Bonn einen angespannten Wohnungsmarkt mit steigenden Mieten und Kaufpreisen sowie weniger, für den Wohnungsbau geeigneter, Flächen auf. Der Bestand an öffentlich gefördertem Wohnraum mit Mietpreis- und Belegungsbindungen ist in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Gerade für Haushalte mit geringen und mittleren Einkommen wird die Versorgung mit angemessenem, bezahlbarem Wohnraum immer schwieriger. 2. Schaffung von Baurecht Zwischen 2016 und 2019 wurden in Bonn 46 Bebauungspläne erstmalig aufgestellt, geändert oder aufgehoben. Die nachfolgenden Grafiken stellen dar, in welchem Umfang zwischen 2016 und 2019 Baurecht für Wohnungen bzw. sonstige bauliche Nutzungen geschaffen wurde. Der Prognosezeitraum für die nächsten Jahre umfasst den Zeitraum bis 2024 und wird fortlaufend um neue Projekte ergänzt. In den Jahren 2013 bis 2016 konnte Baurecht für durchschnittlich etwa 250 Wohneinheiten pro Jahr durch Bebauungsplanverfahren geschaffen werden. Um diese Anzahl zu erhöhen, wurde 2017 eine Aufstockung der Zahl der Stellen im Planungs- und Umweltdezernat beschlossen (siehe Ds.-Nr. 1710731). Nachdem die Anzahl der durch Bebauungsplanverfahren neu begründeten Wohneinheiten 2017 bei 1.856 Wohneinheiten lag, war für die Folgejahre ein Rückgang auf 688 (2018) bzw. 180 (2019) Wohneinheiten zu verzeichnen. Diese Entwicklungen verdeutlichen, dass die diesbezügliche „Produktivität“ von vielen Faktoren abhängt und zu starken Schwankungen der Ergebnisse auf 1 https://www.landesdatenbank.nrw.de/link/statistikTabellen/12421Seite 5 von 21 2 Jahresbasis führt. Dies bestätigt sich auch durch die für die Folgejahre prognostizierte Zunahme der Baurechtschaffung. Für 2020 liegt diese bei 455, für 2021 bei 1.872 Wohneinheiten. Wie viele Wohneinheiten aus abgeschlossenen Bebauungsplanverfahren resultieren, lässt sich erst bei Bauantragsstellung erfassen. Eine systematische Erfassung und statistische Auswertung, auf welcher Genehmigungsgrundlage die einzelnen Wohneinheiten errichtet wurden (z.B. nach § 34 BauGB; „jüngere Bebauungspläne“; Bebauungspläne, welche bereits länger in Kraft sind) erfolgt nicht. Eine Aussage, wie viele Wohneinheiten im Jahr 2019 auf Grundlage von neuen (in 2017, 2018 oder 2019 in Kraft getretenen) Bebauungsplänen genehmigt wurden, lässt sich also nicht treffen. Abbildung 1: Erreichte bzw. zu erwartende Baurechtschaffung für Wohneinheiten Abbildung 2: Erreichte bzw. zu erwartende Geschossfläche für Nicht-Wohnnutzungen (in qm) durch Bebauungsplanverfahren Bei der Entwicklung der Anzahl der aus Bebauungsplanverfahren resultierenden Wohneinheiten spielen insbesondere die folgenden, einschränkenden Gesichtspunkte eine Rolle: Die Komplexität von Verfahren zur Aufstellung von Bebauungsplänen nimmt stetig zu, so dass Verfahren, deren Abschluss für ein bestimmtes Jahr kalkuliert wird, nicht selten durch 321 1.856 688 180 455 1.872 1.071 382 289 0 200 400 600 800 1.000 1.200 1.400 1.600 1.800 2.000 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 15.155 83.300 108.600 9.600 61.700 241.000 125.600 10.001 0 50.000 100.000 150.000 200.000 250.000 300.000 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023Seite 6 von 21 3 Verzögerungen im Planungsablauf erst im Folgejahr oder sogar noch später zur Rechtskraft gebracht werden können. Die Ergebnisse von 2017 sind insoweit zum Teil als Resultat einer Bugwelle der Vorjahre zu erklären. In gleicher Weise hat sich der Abschluss verschiedener Verfahren, der für 2019 bzw. 2020 vorgesehen war, nach 2020 bzw. 2021 verschoben. Dies betrifft z.B. die Bebauungsplanverfahren „Am Vogelsang“ (300 Wohneinheiten in 2020 statt 2019), „An den Lappenstrünken“ (350 WE in 2021 statt 2020) oder „Wohnpark II“ (420 WE in 2021 statt 2020). Die wohnbauliche Entwicklung findet schwerpunktmäßig als Innenentwicklung statt. Im Innenbereich steht für Baugebiete jedoch naturgemäß kein großer Raum zur Verfügung, sodass eine hohe Anzahl an Wohneinheiten in den einzelnen Verfahren zunehmend schwierig zu realisieren ist. Es ist festzustellen, dass für Vorhaben, deren Errichtung nach § 34 BauGB möglich wäre oder für die in vergleichbaren Fällen in der Vergangenheit Befreiungen größeren Umfangs von Bebauungsplanfestsetzungen erteilt wurden, zunehmend formelle und langwierige Planaufstellungsverfahren durchgeführt werden. Diese Entwicklung beruht auf verschiedenen Gründen: o Kritischer Blick von Nachbarschaften auf Nachverdichtungsprojekte o zunehmender Wunsch nach politischer Steuerung und Interesse von Politik und / oder Verwaltung an Erreichung stadtgestalterischer Qualitäten, welche ohne ein Bauleitplanverfahren so nicht zu realisieren wären. Investoren stellen die Entwicklung ihrer Bauprojekte zurück, weil Ihnen politisch beschlossene Maßgaben unangemessen erscheinen. Beispiele hierfür sind die Projekte o „Wielandstraße“ (Vorhabenträger möchte dort keinen geförderten Wohnungsbau errichten) o „Postgrundstück Dorotheenstraße“ (nach erfolgtem Aufstellungsbeschluss mit Maßgaben zur Art der baulichen Nutzung und dem Beschluss zur Durchführung eines komplexen Beteiligungsverfahrens ist zunächst (Ds.-Nr. 200124 vom 28.01.2020) über mehrere Bürgeranträge zu entscheiden; der Eigentümer akzeptiert die beschlossene Zielsetzung mit hohem Wohnanteil nicht) o Kennedyallee 62-72 (Vorhabenträger hat einen alternativen Verfahrensvorschlag zur Umsetzung der im Bonner Baulandmodell vorgesehenen Beteiligung an den Folgekosten sozialer Infrastruktur vorgelegt, welcher einer Prüfung auf seine Vereinbarkeit mit dem Baurecht und dem kommunalen Haushaltsrecht unterzogen wird) In nicht unerheblichem Umfang werden Verwaltungsressourcen für Planungen eingesetzt, die nicht zum Abschluss gebracht bzw. zurückgestellt werden. Dies ist u.a. in langen politischenSeite 7 von 21 4 Beratungsabläufen, der geringen Akzeptanz für Neubauvorhaben bei Anwohnern und den gestiegenen Anforderungen an Belange des Klima- und Umweltschutzes begründet. Beispiele hierfür sind die Verfahren „Im Wingert“ in Poppelsdorf und „Max-Braubach-Straße“ in Ückesdorf. Die Aufstockung der Zahl der Stellen im Planungs- und Umweltdezernat zur Baulandaktivierung, die 2017 beschlossen (DS-Nr. 1710731) und nachfolgend durch sukzessive in 2018 erfolgenden Einstellungen umgesetzt wurde, konnte noch nicht die volle Wirksamkeit entfalten. Hierzu waren und sind folgende Faktoren zu benennen: Zum einen konnten die Stellen nur zum Teil mit bereits berufserfahrenen Kräften besetzt werden, so dass entsprechend lange Einarbeitungszeiten der neu gewonnenen Personen zu verzeichnen waren. Zum anderen hat die Lage auf dem Arbeitsmarkt für Fachkräfte dazu geführt, dass aufgrund von Personalfluktuation neue Vakanzen –auch auf den gerade erst besetzten zusätzlichen Stellen- eingetreten sind. Die Nachbesetzung der vakanten Stellen erweist sich derzeit als schwierig. Daher müssen fortlaufend weitere Einstellungsverfahren durchgeführt werden. Trotz dieser Gegebenheiten lässt sich feststellen, dass das mit der Personalaufstockung angestrebte Ziel, die jährlich Zahl der durch Bauleitplanung bereitgestellten Wohneinheiten von durchschnittlich 250 auf 500 zu erhöhen, im Betrachtungszeitraum (2017 bis 2024) im mehrjährigen Mittel sicher erreicht werden kann (6.793 Wohneinheiten, d.h. in diesem Zeitraum 849/Jahr). Dies gilt umso mehr, wenn man berücksichtigt, dass die neu bereitgestellten Stellen nach Ausschreibung in 2017 und Besetzung in 2018 und 2019 bei der Erarbeitung von Bebauungsplänen bis zum Satzungsbeschluss aufgrund der Verfahrensdauer erst in den Jahren ab 2020 voll wirksam werden. Dies wird sich dann auch in entsprechenden Fertigstellungszahlen widerspiegeln, die darüber hinaus auch von den bestehenden Baurechten nach §§ 30 und 34 BauGB geprägt sind. 3. Wohngebäudebestand und Bautätigkeit in Bonn (Stichtag: 31.12.2019) Die Statistikstelle der Bundesstadt Bonn hat im Januar 2020 den Bericht zum Wohngebäudebestand und der Bautätigkeit in Bonn vorgelegt. Die folgenden Ausführungen dienen der Erläuterung der Wohnbautätigkeit in 2019 und stellen eine Fortschreibung des Berichts aus dem Vorjahr dar (Ds.-Nr. 190504). Zudem wird die Entwicklung einiger Indikatoren der Wohnraumversorgung seit 2011 dargestellt. Die Bildung von Zeitreihen dient dazu, die Lage am Markt zu beschreiben und zu analysieren und sowohl aktuelle Entwicklungen als auch Trends und Prognosen auf dem Wohnungsmarkt zu beobachten.Seite 8 von 21 5 Sämtliches zu Grunde liegendes Zahlenwerk und Definitionen entstammen den Berichten der Statistikstelle Bonn zur „Statistik des Wohngebäudebestands und der Bautätigkeit in Bonn“, die jährlich veröffentlicht werden. Rechtlich erfolgt die Fertigstellung einer Baumaßnahme mit der Abnahme durch die Bauaufsichtsbehörde. Als Fertigstellungs- bzw. Genehmigungsdatum für die Statistik wird zur Vermeidung von Nachkorrekturen i.d.R. das Datum der Verarbeitung in der Statistikstelle verwendet. Da Baustatistikbögen bei der Statistikstelle gelegentlich mit einiger Verzögerung eingehen, kann dies zu Verschiebungen führen. 3.1. Fertiggestellte Neubauwohnungen nach Jahren Im Jahr 2019 wurden 1.424 Neubauwohnungen in Wohn- und Nichtwohngebäuden errichtet. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem 656 Wohnungen neu errichtet wurden, stellt dies eine Steigerung um 117,1 % dar. In 2018 war noch ein bedeutender Rückgang der fertiggestellten Wohnungen gegenüber den Vorjahren zu verzeichnen. Abbildung 3: Entwicklung fertiggestellter Wohnungen in Bonn 2011 – 2019 (Neubau) Die Anzahl der fertiggestellten Neubauwohnungen liegt in 2019 sogar noch über dem Niveau der Baufertigstellungszahlen der Jahre 2015 bis 2017. In diesem Zeitraum konnten durchschnittlich ca. 1.250 Neubauwohnungen pro Jahr errichtet werden. Die langfristige Entwicklung zwischen 2011 und 2019 weist einen Anstieg der Baufertigungszahlen und 2019 als Jahr mit den meisten fertiggestellten Neubauwohnungen aus. 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 Bundesstadt Bonn 621 908 593 675 1 302 1 229 1 223 656 1 424 0 200 400 600 800 1 000 1 200 1 400 1 600Seite 9 von 21 6 Abbildung 4: Im Jahr fertiggestellte Wohnungen inklusive Zugang aus Umbautätigkeiten Neben Neubauwohnungen war ein Zuwachs von 113 Wohneinheiten aus Umbautätigkeiten in Bestandsgebäuden zu verzeichnen. Der Wohnungszugang2 in 2019 lag somit insgesamt bei 1.537 Wohnungen. 3.2. Fertiggestellte Neubauwohnungen nach Wohnungsgröße Die Steigerung der Baufertigstellungszahlen im Wohnungsneubau beruht vor allem auf einer deutlichen Zunahme im Bereich der kleinen Wohnungen mit ein bis zwei Räumen, sowie von Wohnungen mit drei oder vier Räumen3. Die Zahl von Wohnungen mit ein bis zwei Räumen wurde von 198 Einheiten in 2018 auf 634 in 2019 gesteigert. Auch im Vergleich zu den starken Jahren 2015 bis 2017 ist eine Steigerung der Fertigstellungszahlen von Wohnungen mit ein bis zwei Räumen zu konstatieren. Bei Wohnungen mit drei Räumen konnte in 2019 eine Zunahme der Fertigstellungszahlen auf 337 und bei Wohnungen mit vier Räumen auf 186 gegenüber dem Vorjahr verzeichnet werden. In 2019 wurden zu 44% Wohnungen mit ein bis zwei Räumen errichtet. 24% der fertiggestellten Wohnungen verfügten über drei, 13% über vier und 19% über fünf oder mehr Räume. Vergleicht man die Struktur der in 2019 fertiggestellten Neubauwohnungen hinsichtlich ihrer Größe mit dem Wohnungsbestand in Bonn, wird deutlich, dass überproportional viele kleine Wohnungen gebaut werden. Wohnungen mit vier und mehr Räumen nehmen am Wohnungsbestand hingegen einen deutlich größeren Anteil als an den Fertigstellungszahlen in 2019 ein. 2 Neubauten zzgl. Saldo der Umbautätigkeiten, ohne Totalabgang 3 Umfasst alle Räume in Wohnungen, die als Küchen, Wohn-, Ess- und Schlafräume konzipiert sind. Auch zweckentfremdete Räume wie Heimbüros sowie Dielen etc. mit 6 oder mehr Quadratmetern Fläche werden als Räume gezählt. Bad, Toiletten, Flur und Wirtschaftsräume unter 6 m² werden dagegen nicht berücksichtigt. 1.270 834 1.537 1.223 656 1.424 0 500 1.000 1.500 2.000 2017 2018 2019 Zunahme des Wohnungsbestandes in Wohn- und Nichtwohngebäuden Fertiggestellte Wohnungen in Wohn- und NichtwohngebäudenSeite 10 von 21 7 Abbildung 5: Im Jahr fertiggestellte Neubauwohnungen nach Wohnungsgröße (Neubau) 3.3. Fertiggestellte Neubauwohnungen nach Stadtbezirken Der Großteil der in 2019 fertiggestellten Neubauwohnungen entfällt auf den Stadtbezirk Bonn. Die Fertigstellungen lagen 2019 im Stadtbezirk Bonn bei 771 Neubauwohnungen und liegen damit zwar auf dem Niveau von 2017, aber unter dem von 2015 mit 888 Neubauwohnungen. Im Stadtbezirk Beuel wird ein neuer Höchstwert mit 442 Fertigstellungen erreicht. Der Stadtbezirk Hardtberg weist hingegen einen Tiefstand bei den jährlich fertiggestellten Neubauwohnungen mit 20 Einheiten auf. 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 6+ Räume 194 156 151 113 179 121 152 194 183 5 Räume 70 95 100 107 148 102 170 62 84 4 Räume 111 165 125 126 286 214 167 69 186 3 Räume 146 220 156 116 342 359 263 133 337 1-2 Räume 100 272 61 213 347 433 471 198 634 0 200 400 600 800 1 000 1 200 1 400 1 600 44% 24% 13% 6% 13% 1-2 3 4 5 6 u.m. 25% 25%22% 12% 16% 1-2 3 4 5 6 u.m. Abbildung 6: Fertiggestellte Wohnungen nach Anzahl der Räume in 2019 (Neubau) Abbildung 7: Wohnungsbestand der Stadt Bonn nach Anzahl der Räume (Neubau)Seite 11 von 21 8 Abbildung 8: Im Jahr fertiggestellte Neubauwohnungen - Aufteilung auf die Stadtbezirke (Neubau) 3.4. Bauintensität in den Stadtbezirken Mittels der durchschnittlichen Bauintensität können Rückschlüsse auf das Bauaufkommen in einem Stadtbezirk gezogen werden. Dabei werden die Baufertigstellungen eines Zeitraums in Bezug zum Wohnungsbestand zu Beginn des Zeitraums gesetzt. Abbildung 9: Durchschnittliche Neubauintensität nach Stadtbezirk (Prozent pro Jahr) In der Gesamtstadt lag die Bauintensität 2019 bei 0,8% und damit doppelt so hoch wie im Vorjahr. In den Stadtbezirken weisen Beuel und Bonn die höchsten Bauintensitäten auf. Die Intensität liegt in Beuel konstant auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Für 2019 ist hier mit 1,3% ein Höchstwert zu 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 Hardtberg 133 120 29 148 120 106 55 78 20 Beuel 213 174 118 100 148 232 188 213 442 Bad Godesberg 74 130 312 178 146 200 208 116 191 Bonn 201 484 134 249 888 691 772 249 771 0 200 400 600 800 1 000 1 200 1 400 1 600 2017 2018 2019 Stadtbezirk Bonn 0,9% 0,3% 0,9% Stadtbezirk Bad Godesberg 0,6% 0,3% 0,5% Stadtbezirk Beuel 0,6% 0,6% 1,3% Stadtbezirk Hardtberg 0,3% 0,5% 0,1% Bundesstadt Bonn 0,7% 0,4% 0,8% 0,0% 0,2% 0,4% 0,6% 0,8% 1,0% 1,2% 1,4%Seite 12 von 21 9 beobachten. Die Bezirke Bad Godesberg und Hardtberg wiesen in 2019 eine unterdurchschnittliche Bauintensität auf. Dort lag der Anteil der fertiggestellten Neubauwohnungen am Wohnungsbestand bei 0,5% bzw. nur 0,1%. 3.5. Fertiggestellte geförderte Wohnungen Der preisgebundene Wohnungsbestand umfasst Mietwohnungen, die mit Fördermitteln der NRW Bank geschaffen wurden und die für eine bestimmte Zeitdauer (bei früheren Förderungen bis zur planmäßigen Ablösung der Darlehen bzw. 10 Jahre nach vorzeitiger, außerplanmäßiger Rückzahlung, seit 2002 festgeschrieben 15, 20 oder – im Regelfall - 25 Jahre) Mietpreis- und Belegungsbindungen unterliegen. In Bonn beträgt die Bewilligungsmiete für Neubauwohnungen aktuell 6,80 €/m² Wohnfläche bzw. 7,60 €/m² Wohnfläche, je nachdem ob sie für die Einkommensgruppe A oder B vorgesehen sind. Für die Nutzung der Wohnungen ist ein Wohnberechtigungsschein erforderlich. Abbildung 10: Im Jahr fertiggestellte geförderte Wohnungen in Bonn In 2018 gab es im Stadtgebiet 1.936 Gebäude mit geförderten Wohnungen. Auch hier ist ein Rückgang des Bestands seit 2016 zu verzeichnen. Der Anteil von Gebäuden mit geförderten Wohnungen am Gesamtgebäudebestand ist in diesem Zeitraum von ca. 3,8% auf 3,4% gesunken. Im vergangenen Jahr wurden 160 geförderte Wohnungen in Bonn fertiggestellt4. Dies bedeutet einen leichten Rückgang gegenüber den Fertigstellungszahlen des Vorjahres. Geförderte Wohnungen machten an den insgesamt in 2019 fertiggestellten Neubauwohnungen einen Anteil von ca. 11% aus. 4 Die Fertigstellung wird zum Zeitpunkt der Bezugsfertigkeit erfasst 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 Bonn 92 149 98 121 61 389 107 176 160 0 50 100 150 200 250 300 350 400 450Seite 13 von 21 10 In den kommenden Jahren ist durch die Einführung und Anwendung des Bonner Baulandmodells von einer Steigerung der Anzahl errichteter Wohnungen im geförderten Wohnungsbau auszugehen. Abbildung 11: Gesamtbestand geförderter Wohnungen und von Gebäuden mit geförderten Wohnungen in Bonn Belastbare Zahlen zum Bestand geförderter Wohnungen liegen bis zum Stichtag 31.12.2018 vor. In Bonn gab es in 2018 insgesamt 11.773 geförderte Wohnungen. Hierzu zählen geförderte Miet- und Eigentumswohnungen. Der geförderte Wohnungsbestand ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. Dies liegt zum einen an fehlender Neubauaktivität größeren Umfangs, zum anderen am verstärkten Auslauf früherer Bindungen, die entweder planmäßig enden oder aber durch vorzeitige Ablösung der Förderdarlehen durch die Eigentümer drastisch verkürzt werden. Beides führt dazu, dass die Mietpreis- und Belegungsbindung der geförderten Wohnungen entfällt und sie auf dem regulären Wohnungsmarkt angeboten werden können. Der Anteil geförderter Wohnungen am Gesamtwohnungsbestand lag 2016 bei ca. 7,1% und hat sich bis 2018 auf ca. 6,8% verringert. 3.6. Fertiggestellte Wohngebäude5 nach Gebäudetyp Im Jahr 2019 wurden in Bonn 181 Einfamilienhäuser (63%) und 89 Mehrfamilienhäuser (37%) und damit insgesamt 270 Wohngebäude errichtet. Dies entspricht einer Zunahme der Fertigstellungszahlen gegenüber dem Vorjahr um 41 Wohngebäude bzw. um 17,9 %. Die Anzahl der errichteten Mehrfamilienhäuser wurde gegenüber 2018 um 53% auf 101 gesteigert und bewegt sich auf dem Niveau der Jahre 2016 und 2017. Trotz der Zunahme der Anzahl fertiggestellter Einfamilienhäuser hat ihr Anteil an der Gesamtzahl fertiggestellter Wohngebäude abgenommen. Im 5 Als Wohngebäude (WG) gilt jedes Gebäude, das primär zu Wohnzwecken dient 2.162 2.031 1.936 12.041 11.790 11.773 0 2000 4000 6000 8000 10000 12000 14000 2016 2017 2018 Gebäude mit geförderten Wohnungen Geförderte WohnungenSeite 14 von 21 11 Vergleich zu den Jahren 2016 (52%) und 2017 (48%) ist der Anteil der Einfamilienhäuser an den Fertigstellungszahlen aber dennoch relativ hoch. Abbildung 12: Fertiggestellte Wohngebäude (WG) nach Gebäudetyp 2011 – 2019 Es ist ein absoluter Anstieg bei der Gesamtzahl fertiggestellter Wohngebäude in 2019 gegenüber den Ergebnissen in 2018 zu verzeichnen. Ähnlich hohe Fertigstellungszahlen von Wohngebäuden konnten zuletzt in 2011 mit 271 Wohngebäuden verzeichnet werden. In den Folgejahren war ein Rückgang der Zahlen auf bis zu 142 Wohngebäude in 2015 festzustellen. 3.7. Fertiggestellte Wohngebäude nach Anzahl der Wohneinheiten In der Kategorie der Wohngebäude mit drei bis neun Wohnungen konnte in 2019 mit 46 Wohngebäuden ein neuer absoluter Höchstwert seit 2011 verzeichnet werden. Nachdem in 2018 nur zwei Wohngebäude mit mehr als zwanzig Wohnungen errichtet wurde, waren es 2019 neun Wohngebäude. Bei der Analyse der Baufertigstellungszahlen im Vorjahr wurde festgestellt, dass in 2018 zwar insgesamt mehr Wohngebäude als in 2017 errichtet wurden, dies aber ausschließlich auf einen starken Zuwachs der Baufertigstellungen kleiner Wohngebäude mit ein bis zwei Wohnungen zurückzuführen war. In 2019 konnten die Fertigstellungszahlen insgesamt wieder gesteigert werden. Diese Steigerungen sind nun in allen Größenklassen außer bei den Ein- und Zweifamilienhäusern, die anteilig abgenommen haben, zu verzeichnen. Die prozentualen Anteile von Wohngebäuden mit drei bis neun, zehn bis neunzehn und mehr als zwanzig Wohnungen an den insgesamt fertiggestellten Wohngebäuden sind größer geworden. 111 95 163 169 103 102 66 101 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% 2016 2017 2018 2019 Einfamilienhäuser MehrfamilienhäuserSeite 15 von 21 12 Abbildung 13: Fertiggestellte Wohngebäude (WG) nach Anzahl der Wohnungen 2011 - 2019 (absolute Zahlen) Abbildung 14: Fertiggestellte Wohngebäude (WG) nach Anzahl der Wohnungen 2011 - 2019 (prozentual) 3.8. Fertiggestellte Wohngebäude nach Anzahl der Vollgeschosse In 2019 wurden 195 der insgesamt 270 fertiggestellten Wohngebäude mit ein oder zwei Vollgeschossen6 errichtet. Ihr Anteil verringerte sich gegenüber 2018 von 82% auf 72% (2017: 62%). Der Anteil größerer Wohngebäude an den Baufertigstellungszahlen hat zugenommen. Zum 31.12.2019 wurden 18 fertiggestellte Wohngebäude mit fünf Vollgeschossen und fünf Wohngebäude mit sechs oder mehr Vollgeschossen gezählt. Ihr Anteil an den Baufertigstellungszahlen lag damit bei 7% und 2%. In 2018 lagen ihre Anteile bei 1% und 0% (2017: 4% und 3%). 6 Gezählt werden Vollgeschosse im Sinne der Landesbauordnung (§20 Abs. 1 BauNVO i.V.m. § 2 Abs. 6 BauO NRW). Keller und Dachgeschosse werden i.d.R. nicht berücksichtigt. 2015 2016 2017 2018 2019 WG mit 20 oder mehr Wohnungen 13 10 12 2 9 WG mit 10-19 Wohnungen 26 36 36 15 34 WG mit 3-9 Wohnungen 32 42 38 34 46 WG mit 1-2 Wohnungen 170 126 111 178 181 0 50 100 150 200 250 300 2015 2016 2017 2018 2019 WG mit 20 oder mehr Wohnungen 5,3% 4,7% 6,1% 0,9% 3,3% WG mit 10-19 Wohnungen 10,7% 16,8% 18,3% 6,6% 12,6% WG mit 3-9 Wohnungen 13,2% 19,6% 19,3% 14,8% 17,0% WG mit 1-2 Wohnungen 70,0% 58,9% 56,3% 77,7% 67,0% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%Seite 16 von 21 13 Abbildung 15: Baufertigstellungen Wohngebäude (WG) 2017 bis 2019 nach Vollgeschossen (VG) - absolute Zahlen Abbildung 16: Baufertigstellungen Wohngebäude (WG) 2017 bis 2019 nach Vollgeschossen (VG) - relative Zahlen Nachdem in 2018 festgestellt wurde, dass zwar mehr, aber deutlich kleinere Wohngebäude fertiggestellt wurden als im Vorjahr, ist in 2019 eine Zunahme der Baufertigstellungszahlen in allen Wohngebäudeklassen zu verzeichnen. Bei größeren Wohngebäuden mit vier oder fünf Vollgeschossen fällt der prozentuale Zuwachs gegenüber 2018 am stärksten aus. 19 102 45 19 7 6 197 17 172 28 9 3 0 229 19 176 34 18 18 5 270 0 50 100 150 200 250 300 WG mit 1 VG WG mit 2 VG WG mit 3 VG WG mit 4 VG WG mit 5 VG WG mit 6 oder mehr VG WG insgesamt 2017 2018 2019 10% 52% 23% 10% 4% 3% 7% 75% 12% 4% 1% 0% 7% 65% 13% 7% 7% 2% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% WG mit 1 VG WG mit 2 VG WG mit 3 VG WG mit 4 VG WG mit 5 VG WG mit 6 oder mehr VG 2017 2018 2019Seite 17 von 21 14 3.9. Fertiggestellte Wohngebäude7 nach Wohnfläche Bei der Analyse der durchschnittlichen Wohnfläche8 ist in 2019 gegenüber dem Vorjahr sowohl bei den Ein-, als auch bei den Mehrfamilienhäusern ein Rückgang zu verzeichnen.9 Bei den in 2019 fertiggestellten Einfamilienhäusern beträgt die durchschnittliche Wohnfläche in 153,1 m², bei Mehrfamilienhäusern 81,3 m² je Wohneinheit. Auch die durchschnittliche Wohnfläche aller fertiggestellten Wohnungen (d.h. unter Einschluss von Wohnheimplätzen) reduzierte sich von 100,3 m² in 2018 auf 75 m² in 2019. Abbildung 17: Durchschnittliche Wohnfläche: Vergleich Bestand - Neubau - Baugenehmigungen Der im Vergleich zur Entwicklung bei den Ein- und Mehrfamilienhäusern zu verzeichnende überproportionale Rückgang der durchschnittlichen Wohnflächen ist auf eine in 2019 höhere Anzahl fertiggestellter Wohnungen in Wohnheimen zurückzuführen. Die in 2019 genehmigten Vorhaben weisen jedoch wieder einen Anstieg der durchschnittlichen Wohnflächen in Ein- und Mehrfamilienhäusern auf. Die in 2019 fertiggestellten Neubau-Einfamilienhäuser verfügen über eine deutlich größere durchschnittliche Wohnfläche, als dies in bestehenden Einfamilienhäusern in Bonn (Gebäudebestand der Bundesstand Bonn zum Stichtag 31.12.2019) der Fall ist. Ein ähnliches Bild zeigt sich in der durchschnittlichen Wohnfläche je Wohneinheit in Mehrfamilienhäusern. Die bereits im 7 Als Wohngebäude (WG) gilt jedes Gebäude, das primär zu Wohnzwecken dient 8 Die Wohnfläche umfasst im Sinne der Bundeswohnflächenverordnung die Grundfläche der Räume, die ausschließlich zu einer Wohnung gehören. 9 Wohngebäude ohne Wohnheime (Einfamilienhäuser mit Einliegerwohnung werden hier zu den Mehrfamilienhäusern gezählt) 100,3 75,0 82,5 98,6 167,8 153,1 136,9 176,7 83,0 81,3 72,5 92,3 0 20 40 60 80 100 120 140 160 180 200 Baufertigstellungen Neubau 2018 Baufertigstellungen Neubau 2019 Gebäudebestand Bonn (31.12.2019) Baugenehmigungen 2019 Durchschnittliche Wohnfläche (qm) Durchschnittliche Wohnfläche (qm) in EFH Durchschnittliche Wohnfläche (qm) je WE in MFHSeite 18 von 21 15 Vorjahresbericht festgestellte generelle Tendenz zu größeren Wohneinheiten im Neubau im Vergleich zu den durchschnittlichen Größenordnungen des Gebäude- und Wohnungsbestandes der Stadt Bonn wurde - trotz des Rückgangs der durchschnittlichen Wohnflächen im Vergleich zu 2018 - fortgesetzt. 4. Ausblick auf Bautätigkeiten in 2020 Mit der Erstellung der Statistik der Baufertigstellungen 2019 wurde durch die Statistikstelle der Stadt Bonn auch eine Baugenehmigungsstatistik10 und eine Statistik zu Bauüberhängen veröffentlicht. Die Statistik zum Bauüberhang umfasst alle bewilligten, aber noch nicht abgeschlossenen Baumaßnahmen (standardmäßig verfallen Baugenehmigungen in NRW nach 3 Jahren ohne Baubeginn, können aber verlängert werden). In der Praxis können formell noch gültige Baugenehmigungen verworfen oder hinfällig geworden sein, oder sich gegenseitig ausschließen (bspw. Genehmigung mehrerer Planungen für ein Gebiet). Aus diesen Gründen bietet der Bauüberhang kein zuverlässiges Bild der in Kürze zu erwartenden Baufertigstellungen. In 2019 wurden Baugenehmigungen für 230 Wohngebäude erteilt und somit ca. 33% mehr als noch in 2018 (173). Dieser Anstieg ist in allen Größenkategorien zu verzeichnen. 123 (54%) der erteilten 10 Die Baugenehmigungsstatistik 2019 umfasst die Gesamtheit aller bewilligten Baumaßnahmen für das Jahr 2018 104; 60% 41; 24% 17; 10% 11; 6% mit 1 oder 2 Wohnungen mit 3 bis 9 Wohnungen mit 10 bis 19 Wohnungen mit 20 oder mehr Wohnungen 123; 54% 55; 24% 35; 15% 17; 7% mit 1 oder 2 Wohnungen mit 3 bis 9 Wohnungen mit 10 bis 19 Wohnungen mit 20 oder mehr Wohnungen Abbildung 18: Baugenehmigungen von Wohngebäuden in 2019 - 230 Neubau-Wohngebäude Abbildung 19: Baugenehmigungen von Wohngebäuden in 2018 - 173 Neubau-WohngebäudeSeite 19 von 21 16 Baugenehmigungen entfallen auf Wohngebäude mit ein oder zwei Wohnungen. Der Anteil größerer Wohngebäude hat gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Der Bauüberhang – also die Anzahl der ausstehenden Neubau-Wohngebäude – lag 2019 bei 494 Wohngebäuden. Dies stellt einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr dar. Die Statistiken der Bauüberhänge in 2019 verzeichnen einen hohen Anteil (50%) an ausstehenden Neubau- Wohngebäuden mit lediglich ein oder zwei Wohnungen. Zu 2018 ist dies allerdings ein leichter Rückgang ihres Anteils an der Gesamtzahl der Bauüberhänge. Durch das Bonner Baulandmodell11 müssen bei allen Vorhaben ab einem Schwellenwert von 25 Wohneinheiten oder 2.200 m² Bruttogrundfläche (BGF) Wohnen, für welche neues Planungsrecht geschaffen wird, 40% der BGF Wohnen im geförderten Wohnungsbau errichtet werden. Bei Vorhaben mit 12 – 24 Wohneinheiten oder 1.100 bis 2.200 m² BGF Wohnen müssen 20% der BGF Wohnen als geförderter Wohnungsbau errichtet werden. Erfahrungen zeigen, dass dieser in der Regel im Geschosswohnungsbau realisiert wird. Zurzeit wird das Bonner Baulandmodell in 14 Bebauungsplanverfahren angewendet (Stand: 04/2020). Aufgrund der üblichen Verfahrensdauer ist noch kein Planverfahren vollständig abgeschlossen worden. So ist nicht zu erwarten, dass das Bonner Baulandmodell bereits bei den Baufertigstellungen 2020 Auswirkungen im Hinblick auf einen höheren Anteil an Geschosswohnungsbau haben wird. In den Folgejahren wird das Baulandmodell jedoch greifen und es ist von einem höheren Anteil geförderter Wohnungen an den Baufertigstellungszahlen auszugehen. Genauere Informationen zur 11 https://www.bonn.de/vv/produkte/wohnungsmarktentwicklung-bonner-baulandmodell.php 312; 59% 128; 24% 66; 13% 22; 4% mit 1 oder 2 Wohnungen mit 3 bis 9 Wohnungen mit 10 bis 19 Wohnungen mit 20 oder mehr Wohnungen 248; 50% 135; 27% 82; 17% 29; 6% mit 1 oder 2 Wohnungen mit 3 bis 9 Wohnungen mit 10 bis 19 Wohnungen mit 20 oder mehr Wohnungen Abbildung 20: Bauüberhang 2019: 494 ausstehende Neubau-Wohngebäude Abbildung 21: Bauüberhang 2018: 528 ausstehende Neubau-WohngebäudeSeite 20 von 21 17 Anwendung des Bonner Baulandmodells und den Potentialen der von ihm erfassten Bebauungsplanverfahren, wird die Verwaltung mit dem Bericht zur Evaluierung des Bonner Baulandmodells im Sommer 2020 vorlegen. Auch die Erstellung und Umsetzung des Konzepts zur Wohnbaulandaktivierung (Ds-Nr. 1912433) wird noch keinen Einfluss auf die Baufertigstellungszahlen 2020 haben, weil für die zunächst in den Fokus genommenen größeren Wohnbaupotentiale die Verfahren zur Baurechtschaffung erst noch durchgeführt werden müssen. Vor dem Hintergrund des prognostizierten Bevölkerungswachstums wird eine wohnbauliche Entwicklung im Innenbereich alleine nicht mehr ausreichend sein, um den resultierenden Wohnraumbedarf zu decken. Im laufenden Verfahren der Regionalplanüberarbeitung (Ds-Nr. 191065) werden Erweiterungen des heutigen Allgemeinen Siedlungsbereichs (ASB) diskutiert und erörtert werden. 5. Fazit Der Bericht zeigt, dass die Anzahl der Wohneinheiten, für deren Realisierung in 2019 Baurecht geschaffen wurde, gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen ist. Dies ist in den erläuterten Gegebenheiten bei der Umsetzung einzelner Bebauungsplanverfahren begründet. Für die kommenden Jahre ist allerdings von einer deutlichen Steigerung der Zahlen auszugehen. Die Wohnungsneubautätigkeit hat dagegen 2019 einen Höchstwert erreicht. Im Vergleich zum Wohnungsbestand wurden deutlich mehr kleine Wohnungen errichtet. Die Anzahl der fertiggestellten geförderten Wohnungen ist hingegen gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Durch die Anwendung des Bonner Baulandmodells ist in den kommenden Jahren von einer Steigerung der Fertigstellungszahlen geförderter Wohnungen auszugehen. Die Anzahl der fertiggestellten Ein- und Mehrfamilienhäuser wurde gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert. Der Großteil entfällt auf die Errichtung von Einfamilienhäusern, deren durchschnittliche Wohnfläche leicht gesunken ist. Diese Entwicklung ist auch bei in 2019 fertiggestellten Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern festzustellen.Seite 21 von 21
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