200812-1 ST · Stellungnahme der Verwaltung
Auswertung des Testbetriebs zum erweiterten Cityring
Kerndaten
- Nummer
- 200812-1 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 27.05.2020
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Rates Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Planung, Verkehr und Denkmalschutz Kenntnisnahme
- Sitzung der Bezirksvertretung Bonn Kenntnisnahme
Dateien
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Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 200812-1 ST Der Oberbürgermeister Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Auswertung des Testbetriebs zum erweiterten Cityring Beratungsfolge Rat 18.06.2020 Kenntnisnahme Bezirksvertretung Bonn 16.06.2020 Kenntnisnahme Ausschuss für Planung, Verkehr und Denkmalschutz 27.05.2020 Kenntnisnahme Inhalt der Stellungnahme: Ausgangssituation: Der Versuch zum erweiterten Cityring (Belderberg – Adenauerallee – Am Hofgarten – Fritz-Tillmann-Straße – Kaiserstraße - Maximilianstraße) war gekennzeichnet durch die Aufteilung in zwei Phasen. In der ersten Phase, die vom 01.09.2019 bis zum 31.12.2019 dauerte, blieb die Stockenstraße im Abschnitt Franziskanerstraße – Rathausgasse, nach wie vor als Einbahnstraße mit Fahrtrichtung Rathausgasse/Am Hof, sodass von dort noch in den ursprünglichen Cityring eingefahren werden konnte. In der zweiten Phase, die anschließend bis zum 31.03.2020 dauerte, wurde die Einbahnstraßenrichtung in der Stockenstraße umgedreht mit Fahrtrichtung Franziskanerstraße/Stockentor, sodass eine Einfahrt in den ursprünglichen Cityring aus Richtung Stockenstraße nicht mehr möglich war. Während der Versuchszeiträume wurde der erweiterte Cityring durch Verkehrsuntersuchungen begleitet, mit denen die Versuchswirkungen im Hinblick auf das Verkehrsverhalten und in Bezug auf Sicherheitsfragestellungen beurteilt werden sollten. Zentrale Ziele des Verkehrsversuches waren eine bessere Anbindung des Universitätshauptgebäudes an die Innenstadt, durch eine Reduktion des Verkehrs im Straßenzug Rathausgasse/Am Hof sowie die Förderung des Umweltverbundes (ÖPNV und Radverkehr). Um fundierte Bewertungen durchführen zu können, wurden die Ergebnisse der Verkehrszählungen durch das beauftragte Ingenieurbüro in ein Verkehrsmodell integriert. Grundlage des Verkehrsmodells sind Zähldaten aus Oktober 2018 sowie vorbereitende Untersuchungen im Frühjahr 2019. Die daraus errechnete Modellsituation wurde als Bezugsfall V0 (siehe Anlage 1) bezeichnet. Die Ergebnisse der beiden durchgeführten Verkehrserhebungen im November 2019 und im März 2020 wurden anschließend ebenfalls in das Verkehrsmodell eingearbeitet. Die Veränderungen zum Bezugsfall V0 sind in den beidenSeite 1 von 7 Seite 2 Varianten V10a (Phase 1) und V10b (Phase 2) ersichtlich (siehe Anlagen 2 + 3). Versuchsdaten: Nach der Vorerhebung im Oktober 2018 wurden während der beiden Cityring- Versuchsphasen dann Verkehrserhebungen mit ausreichendem Abstand zum jeweiligen Phasenbeginn durchgeführt. Für die Phase 1 (ab 01.09.2019): am 13. und 14. November 2019 (Mittwoch + Donnerstag) und für die Phase 2 (ab 01.01.2020): am 03. und 04. März 2020 (Dienstag + Mittwoch). Die Erhebungen zu Phase 2 fanden damit noch vor den Beschränkungsmaßnahmen in Nordrhein-Westfalen aufgrund der Coronavirus- Krise statt. Daher sind diese Zählergebnisse aus März 2020 noch als charakteristisches Werktagsverhalten im Kfz-Verkehr zu werten. Nachfolgend ein Auszug aus der Gesamtauswertung, in dem die relevanten Straßenzüge hinsichtlich des Versuchs im Vergleich zueinander und im Unterschied zu vorher dargestellt sind (absolute Zahlen in Kfz/24h und prozentuale Veränderung). Gut zu erkennen sind die Entlastungen in grün und die Belastungen in rot. Abbildung 1: Vergleich der Verkehrsstärken der Zählungen (VSU)Seite 2 von 7 Seite 3 Diese Verkehrsdaten zeigen, dass die angestrebte Verlagerung des MIV vom Streckenzug Rathausgasse, Am Hof, Wesselstraße auf den Streckenzug Am Hofgarten, Fritz-Tillmann-Straße., Kaiserstraße in beiden Phasen trotz vielfacher Missachtung des Einfahrtverbots am Belderberg tatsächlich erfolgte. Insgesamt war dies in der Phase 2 noch stärker wahrnehmbar als in der Phase 1. Die Mehrbelastung über den im Testbetrieb eingerichteten Erweiterten Cityring entsprach in etwa der zuvor prognostizierten Höhe. Der Test zum Erweiterten Cityring führte dementsprechend auch zu keinen zusätzlichen Überbelastungserscheinungen von Knotenpunkten in der Bonner Innenstadt. Die stärksten Veränderungen auf dem ehemaligen Cityring konnten in der zweiten Phase mit starken Abnahmen auf den Straßen Am Hof (-40%) und Wesselstraße(-52%) beobachtet werden (jeweils gegenüber vor dem Gesamtversuch). Hingegen wurden auf dem erweiterten Cityring starke Zunahmen auf jeweils einem Teilabschnitt der Fritz-Tillmann-Straße (+50%) und der Kaiserstraße (+73%) festgestellt. Hinsichtlich der Fritz-Tillmann-Straße muss bedacht werden, dass hier auch noch der Verkehr aus der südlichen Kaiserstraße mit der Fahrbeziehung über Nassestraße/Lennéstraße zu registrieren war. Allerdings können die jeweiligen Verkehrszahlen aufgrund der innerstädtischen Lage der Straßen immer noch als relativ niedrig bezeichnet werden (ca. 2.000 – 3.000 Kfz/24h). Auf der Straße Am Hof wurden trotz der Missachtung der Verkehrsregelungen in der zweiten Phase nur noch ca. 3.900 Fahrzeuge pro Tag erfasst. Weiterhin zeigt die durchgeführte Modelluntersuchung, dass die Versuchsphasen auch zu großräumigeren Wirkungen führen könnten, da sich Quell-Ziel-Beziehungen offenbar auf Routen über die Endenicher Str. – Viktoriabrücke – Bornheimer Str. verlagern.. Die Auswertungen von Straßenszenen, die während der Verkehrserhebungen auf Video aufgenommen wurden, sind zum Zeitpunkt der Erstellung dieser ergänzenden Stellungnahme noch in Bearbeitung. Sicherheitskritische Vorkommnisse, die auf den Videoaufnahmen oftmals zu beobachten sind, haben jedoch meist keinen Bezug zum Verkehrsversuch. Fazit: Insgesamt kann man feststellen, dass mit den Maßnahmen aus beiden Phasen der Streckenzug Rathausgasse / Am Hof / Wesselstraße mehr oder weniger deutlich vom Verkehr entlastet werden konnte. Hierbei ist in der zweiten Phase die größte Reduzierung offensichtlich insbesondere durch die Veränderung in der Stockenstraße eingetreten. Allerdings musste in Kauf genommen werden, dass andere Streckenzüge mit Mehrbelastungen versehen wurden. Hierzu zählt ausdrücklich der Streckenzug Fritz-Tillmann-Straße/Kaiserstraße. Einem möglichen anderen Ziel, den Hauptbahnhofsbereich zu entlasten, kam die Anordnung des Versuchs nicht näher. Es zeigte sich, dass die Versuchsphase 1 sogar weiteren Verkehr dorthin lenkte. Erst die Versuchsphase 2 führte dessen Intensität in etwa wieder auf das vorhergehende Niveau von 2018 zurück.Seite 3 von 7 Seite 4 Anlage/n 1 DTVw-Verkehrsstärke V0, V10a und V10b (öffentlich)Seite 4 von 7 Abb. 6.1: DTVW-Verkehrsstärken im Bezugsfall 2018 (V0)Seite 5 von 7 Abb. 6.2: DTVW-Verkehrsstärken während der Versuchsphase 1 (V10a)Seite 6 von 7 CityringEval_R1.3.docx Abb. 6.3: DTVW-Verkehrsstärken während der Versuchsphase 2 (V10b)Seite 7 von 7
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 01:24 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de