← Vorlagen

200732 · Beschlussvorlage

Netzwerk Frühe Hilfen: Weitergewährung des Zuschusses

Nummer
200732
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
28.04.2020
Letzte Änderung
18.09.2026
  1. Sitzung des Unterausschusses für Kinder- und Jugendhilfe 26.05.2020 Anhörung
  2. Sitzung des Ausschusses für Kinder-, Jugend und Familie 26.05.2020 Entscheidung federführend
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 1,4 MB Öffnen ↗

Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.

Text anzeigen (36.715 Zeichen)
Beschlussvorlage
öffentlich
200732
Der Oberbürgermeister
Federführung:
51 Amt für Kinder, Jugend und Familie
Dezernat:
Dez. V
Netzwerk Frühe Hilfen: Weitergewährung des
Zuschusses
Beratungsfolge
Unterausschuss für Kinder- und Jugendhilfe 26.05.2020 Anhörung
Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie 26.05.2020 Entscheidung
Beschlussvorschlag
Die Verwaltung wird beauftragt, die Angebote der „Frühen Hilfen Bonn – Das
Netzwerk für Vater, Mutter und Kind“ des Caritasverbandes für die Stadt Bonn
e. V. und des Familienkreises e. V. in den Jahren 2021 und 2022 weiterhin
finanziell zu fördern.
Der Zuschuss beträgt im Jahr 2021 insgesamt maximal 330.512,40 € und im
Jahr 2022 insgesamt maximal 337.122,65 €. Die erforderlichen Mittel sind im
Haushaltsplanentwurf 2021/2022ff. enthalten.
Den genannten Ausgaben stehen bisher Zuschüsse des Bundes in Höhe von
jährlich 188.868 € gegenüber. Die Beschlussfassung erfolgt unter dem
Vorbehalt, dass für die Jahre 2021 und 2022 die Zuschüsse des Bundes
weiterhin gewährt werden.
Der Beschluss erfolgt unter dem Vorbehalt der Bereitstellung der Mittel im
Haushaltsplan 2021/2022ff. durch den Rat sowie der Genehmigung des
städtischen Haushalts durch die Bezirksregierung Köln.
Begründung
1. Ausgangssituation
Sowohl der Caritasverband als auch der Familienkreis engagieren sich – in
Kooperation mit zahlreichen anderen freien Trägern – bereits seit vielen Jahren
im Bereich der Frühen Hilfen, um werdende Eltern und Familien mit kleinen
Kindern frühzeitig zu erreichen und bei Bedarf mit niederschwelligen und
alltagspraktischen Hilfsangeboten individuell zu unterstützen.
Zu den wesentlichen Unterstützungs- und Hilfsangeboten der beiden Träger im
Bereich der Frühen Hilfen gehören bisher insbesondere:Seite 1 von 21

Seite 2
 Koordination des Netzwerkes Frühe Hilfen Bonn
 Beratung und Clearing in Familien, insbesondere durch
Hausbesuche
 Einbindung, Qualifizierung und Koordination von ehrenamtlichen
Helfern und Helferinnen zur vielfältigen Unterstützung von
Familien mit kleinen Kindern
 kurzfristige Einsätze von Familienhebammen zur Unterstützung
in familiären Krisensituationen
 Durchführung von mindestens wöchentlichen Besuchs- und
Beratungsdiensten auf bestimmten Wöchnerinnenstationen
 Frühe Hilfen im Krankenhaus
Die Förderung erfolgte dabei jeweils unter dem Vorbehalt, dass die
Haushaltsmittel teilweise durch Mittel aus der sog. „Bundesinitiative Netzwerk
Frühe Hilfen und Familienhebammen“ gegenfinanziert werden. Für die Jahre
2018 und 2019 betrug die vom Bund bewilligte Zuschusshöhe 187.702 €. Für
das Jahr 2020 sogar 188.868 €. Ein Großteil des von der Stadt Bonn
gewährten Gesamtzuschusses wird somit durch Mittel des Bundes refinanziert.
Die bisherige Tätigkeit der beiden Träger im Bereich der Frühen Hilfen hat sich
sehr bewährt. Die o. g. Angebote sind wichtige Bestandteile des
Kinderschutzkonzeptes der Stadt Bonn. Sie tragen darüber hinaus dazu bei, die
mit dem sog. Bundeskinderschutzgesetz am 01.01.2012 in Kraft getretenen
gesetzlichen Anforderungen im Bereich der Frühen Hilfen zu erfüllen.
2. Aktuelle Situation
Die konkreten Inhalte und Zahlen des Jahres 2019 sind in dem Jahresbericht
2019 des Netzwerkes dargestellt (siehe Anlage).
Besonders hervorzuheben ist diesbezüglich, dass der in Kooperation mit den
beiden Kliniken durchgeführte sog. Lotsendienst („Frühe Hilfen im
Krankenhaus“) im Jahr 2019 mit dem Gesundheitspreis des Landes NRW
ausgezeichnet wurde. Um die fachlich nach wie vor sehr gute und äußerst
wichtige - gesetzlich vorgeschriebene - Arbeit des Netzwerks Frühen Hilfen
auch in den Jahren 2021 und 2022 fortführen zu können, ist die Fortsetzung
der finanziellen Förderung zwingend erforderlich.
Die Steigerungen der Zuschusshöhe im Vergleich zum Jahr 2020 resultieren in
erster Linie aus gestiegenen Personalkosten aufgrund vorgenommener
Tarifsteigerungen.
Auch für die Jahre 2021 und 2022 ist nach derzeitigem Stand davon
auszugehen, dass seitens des Bundes bzw. Landes NRW weiterhin eine
finanzielle Zuwendung in der bisherigen Höhe erfolgen wird.Seite 2 von 21

Seite 3
Finanzielle Auswirkungen:
2021
Produktgruppe
1.06.05
Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung
Sonstige Leistungen zur
Förderung junger Menschen und
Familien
1.51.30.06.05.01 Allgemeine Förderung der Erziehung
in der Familie
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten
Betrag Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
330.512,40 EUR 151000605/
731000
2021
Einzahlungen /
Erträge
188.868,00 EUR 151000605/
611000
Haushaltsbelastung
jährlich
141.644,40 EUR
2022
Produktgruppe
1.06.05
Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung
Sonstige Leistungen zur
Förderung junger Menschen und
Familien
1.51.30.06.05.01 Allgemeine Förderung der Erziehung
in der Familie
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten
Betrag Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
337.122,65 EUR 151000605/
731000
2022
Einzahlungen /
Erträge
188.868,00 EUR 151000605/
611000
Haushaltsbelastung
jährlich
148.254,65 EUR
Anlage/n
1 Frühe Hilfen Jahresbericht 2019 (öffentlich)Seite 3 von 21

Frühe Hilfen Bonn -
Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
Jahresbericht 2019Seite 4 von 21

Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Kontakt- und Vermittlungsstelle für Familien und Fachkräfte 2
3. Netzwerkkoordination 4
Netzwerkpartner 4
Netzwerktreffen 4
Arbeitskreis Bindung 5
Arbeitskreis Qualitätsentwicklung 5
Frühe Hilfen im Stadtteil: Neu im Leben 5
Zusammenarbeit zw. Jugendhilfe und Gesundheitshilfe 6
• Frühe Hilfen in der Klinik 6
• Hallo Baby 7
• Qualitätszirkel Entwicklungs- und Sozialpädiatrie 7
4. Ausblick 8
5. Übersicht: Aufgaben der Koordinierungsstelle 9
Anlagen
1 Inanspruchnahme der Angebote für Familien
1a Zuordnung der Anfragenden
1b Kenntnis über Angebot der Frühen Hilfen
1c Zuordnung anrufende Institution
1d Weitervermittlung an andere Angebote
1e Belastungsfaktoren
2 Evaluation Netzwerktreffen
3 Digitale Medien
4 Statistik "Neu im Leben"-Kurse/Hebammensprechstunde
5 Frühe Hilfen in der Klinik
5a Belastungsfaktoren Frühe Hilfen in der Klinik
5b WeitervermittlungSeite 5 von 21

J a h r e s b e r i c h t 2 0 1 9 S e i t e | 1
Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
1. Einleitung
Die Koordinierungsstelle des Netzwerks Frühe Hilfen Bonn ist im Auftrag der Stadt Bonn tätig und
wird von Familienkreis e.V. und Caritasverband für die Stadt Bonn e.V. getragen.
Sie wurde 2011 eingerichtet und ist für den im Bundeskinderschutzgesetz gesetzlich verankerten Auf-
und Ausbau eines Netzwerks Frühe Hilfen zuständig. Darüber hinaus fungiert sie als Kontakt- und
Vermittlungsstelle für werdende Eltern und Familien mit Kindern bis zu 3 Jahren und stellt
Unterstützungs- und Entlastungsangebote bereit. In das Netzwerk Frühe Hilfen eingebunden sind
aktuell 57 Einrichtungen und Träger u.a. aus den Bereichen Gesundheitshilfe, Jugendhilfe, Soziales,
Familienbildung, Ehrenamt. Die Zusammenarbeit im Netzwerk ist durch eine
Kooperationsvereinbarung verbindlich geregelt.
Angebote für Familien: Information – Beratung – Vermittlung – Unterstützung
Die Koordinierungsstelle ist für alle Familien in Bonn in der Schwangerschaft und mit Kindern bis zum
3. Lebensjahr sowie für Fachkräfte und Ehrenamtliche, die Familien beraten, betreuen oder
unterstützen, ansprechbar. Dabei übernimmt sie eine Lotsenfunktion, indem Informationen
weitergegeben oder an andere spezialisierte Anbieter vermittelt wird. Die Beratung erfolgt
telefonisch und auf Wunsch durch einen Hausbesuch. Zusätzlich stehen in den beiden größten
Bonner Geburtskliniken, der Universitäts-Frauenklinik sowie dem St.-Marien-Hospital jeweils eine
Familienhebamme zur Beratung, Unterstützung und der passgenauen Vermittlung zur Verfügung.
Weitere Familienhebammen werden aufsuchend bei Familien in belasteten Lebenslagen tätig. Zur
alltagspraktischen Entlastung stehen ca. 50 ehrenamtliche Mitarbeiter/innen bereit, die die Familien
individuell unterstützen und bei einem guten Start ins Leben eines Kindes helfen.
Insgesamt gibt es an acht Standorten niederschwellige Eltern-Kind-Gruppen von unterschiedlichen
Trägern, die an Familien- oder Gemeindezentren angegliedert und für Eltern kostenfrei sind.
Regelmäßige Hebammensprechstunden runden das Angebot ab.
Netzwerkkoordination: Systemübergreifende Kooperation – Strukturentwicklung –
Wissenstransfer
Die Netzwerkkoordination und -steuerung erfolgt durch zwei Koordinatorinnen, die durch eine
interdisziplinär besetzte Koordinierungsgruppe unterstützt werden. Vier Netzwerktreffen pro Jahr
und spezifische Unterarbeitskreise zu den Themenschwerpunkten Bindung und Qualitätsentwicklung
sowie ein Qualitätszirkel Entwicklungs- und Sozialpädiatrie bilden den strukturellen Rahmen des
systemübergreifenden Austauschs der Akteure.
Zentrale Aufgabe ist es hier, die Bedarfe der Familien und mögliche Zugangshürden zu benennen,
Schnittstellen zu bearbeiten, Vereinbarungen für die Zusammenarbeit zu treffen und den Wissens-
und Informationstransfer sicher zu stellen. Dazu gibt es digitalisiert einen Angebotskatalog, einen
Newsletter sowie eine Wissensplattform für Fachkräfte mit einem einfachen Zugriff. Die
Netzwerkarbeit wird regelmäßig evaluiert und konzeptionell angepasst.Seite 6 von 21

J a h r e s b e r i c h t 2 0 1 9 S e i t e | 2
Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
Der vorliegende Jahresbericht zeigt Ausschnitte unserer Arbeit im Jahr 2019 auf. Eine graphische
Übersicht über die Aufgabenfelder der Koordinierungsstelle sowie Anlagen mit statistischen Daten zu
den beiden Tätigkeitsfeldern "Angebote für Familien" und Netzwerkkoordination" ergänzen den
Bericht.
2. Kontakt- und Vermittlungsstelle für Familien und Fachkräfte
Die Mittel der Bundesstiftung Frühe Hilfen werden neben dem Auf- und Ausbau von Netzwerken im
Wesentlichen für den Einsatz von Familienhebammen sowie von ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen
verausgabt. Ein Vergleich der Jahre 2013 bis 2019 zeigt, dass diese Förderkriterien von der
Koordinierungsstelle erfüllt werden. In Rund 35% der Familien, in denen ein Hausbesuch durch eine
pädagogische Fachkraft stattgefunden hat, ist in den vergangenen Jahren eine*n ehrenamtliche*n
Mitarbeiter*in eingesetzt worden. Bei durchschnittlich 27% der besuchten Familien übernahm eine
Familienhebamme die längerfristige fachliche Beratung und Begleitung der Eltern.
Im Folgenden sind die konkreten Zahlen für das Jahr 2019 aufgeführt:
Zahl der Anfragen und Hausbesuche
Die Koordinierungsstelle erhält Anfragen sowohl von Fachkräften als auch von Familien. Im Jahr 2019
wurde sie 412 Mal als Kontakt- und Vermittlungsstelle genutzt.
Neben der telefonischen Beratung sind Hausbesuche durch die pädagogischen Fachkräfte oftmals ein
geeigneter Weg, die Familie mit ihrer individuellen Lebenssituation, ihren Ressourcen und
Belastungsfaktoren kennen zu lernen. Im vergangenen Jahr wurden zu diesem Zweck 151
Hausbesuche durchgeführt und die Familie zu passgenauen Angeboten beraten oder bei Bedarf eine
weitere Unterstützung eingeleitet.
Seit 2013 verzeichnet die Koordinierungsstelle relativ konstant um die 400 Anfragen pro Jahr. Auch
die Anzahl der Hausbesuche ist mit ca. 150 Besuchen seit 2015 stabil.
Die drei Familienhebammen des Teams der Koordinierungsstelle leisteten in der aufsuchenden
Arbeit 283 Hausbesuche und betreuten so 22 Familien. Die beiden Familienhebammen im St.-
Marien-Hospital und im Universitätsklinikum Bonn führten zusammen rund 694 persönliche
Gespräche mit stationär aufgenommenen oder ambulant betreuten Familien der beiden Häuser.
Belastungsfaktoren der Familien
Bei telefonischen oder schriftlichen Kontaktaufnahmen geht es immer wieder auch um Anfragen, die
schnell zu bedienen sind, da z.B. Informationen über Angebote der Elternbildung oder die
Möglichkeiten des Einsatzes einer Haushaltshilfe erfragt werden. Bei diesen Anfragen wird lediglich
der Grund des Anrufs und das Beratungsergebnis erfasst und keine Anamnese der Familiensituation
vorgenommen.
Bei Gesprächen, die länger andauern und ggf. auch einen Hausbesuch zur Folge haben, werden
jedoch regelhaft sowohl die Belastungsfaktoren als auch die Ressourcen der Familie dokumentiert.
Nachfolgend werden die Belastungen beschrieben, die im Rahmen der Gespräche erfasst werden
konnten: Die Anfragen von Familien mit chronischen und psychischen Erkrankungen sind im Jahr
2019 von 35% im Jahr 2018 auf 46% gestiegen. Hier zeigt sich die Wirkung der umfänglichenSeite 7 von 21

J a h r e s b e r i c h t 2 0 1 9 S e i t e | 3
Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
"Die Patin hat sich oft
erkundigt, wie es mir geht,
das hat mir sehr gut getan!"
Aussage einer Mutter zum Einsatz
ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen
Aufklärungsarbeit zum Thema Postpartale Depression, die die Koordinierungsstelle im Rahmen der
Netzwerkarbeit geleistet hat. Der Anteil der Familien, in denen die Kinder mit einem
alleinerziehenden Elternteil leben, sind mit 30 % geringfügig gesunken (33% in 2018), während sich
die Zahl der Familien, in denen Armut und finanzielle Not vorherrschen, konstant bei um die 35%
hält. Bei 40% der Familien wurde ein Belastungsfaktor erfasst, bei 58% der Familien zwei bis fünf
Belastungsfaktoren. Die Zahl der Familien mit fünf und mehr Belastungsfaktoren ist mit 14% recht
konstant im Vergleich zum Vorjahr (15%).
Anbindung an passgenaue Hilfen
Weiterleitung und Anbindung der Familien an passgenaue Hilfen im Netzwerk aber auch darüber
hinaus gehören zu den Kernaufgaben der Koordinierungsstelle mit ihrer Funktion als Kontakt- und
Vermittlungsstelle. Wie in den Vorjahren erfolgen die häufigsten Weiterleitungen an die
Schwangerschaftsberatungsstellen (14%), an die spezifischen ambulanten Dienste, wie z.B.
Haushalthilfen (13%), an andere Beratungsstellen wie z.B. Erziehungsberatungsstellen (12%) sowie an
Klinken, Ärzte und Hebammen (9%). Eine Anbindung an das Jugendamt mit dem Fachdienst
Kinderschutz und den Fachdiensten für Familien- und Erziehungshilfen wurde in 5% der Fälle
vorgenommen.
Ehrenamtliche Unterstützung in Familien
Der Einsatz ehrenamtlicher Mitarbeiter*innen zur
alltagspraktischen Entlastung und Unterstützung von Familien
ist eine weitere wichtige Aufgabe der Koordinierungsstelle. Die
Elternhelfer*innen des Familienkreis e.V. und die
Familienpatinnen des Caritasverbandes unterstützten im
vergangenen Jahr 79 Bonner Familien mit 158 Kindern. Sie begleiteten Familien zu Ämtern
und boten Unterstützung bei Behördenangelegenheiten an. Sie betreuten die Kinder, wenn Eltern
wichtige Termine wie z.B. therapeutische Sitzungen wahrnehmen mussten und standen für
Austausch und Gespräch bereit. Insgesamt leisteten die 52 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen von
Familienkreis und Caritas 4005 Stunden freiwillige Arbeit. Je Familie ergibt sich so ein
Durchschnittswert von ca. 50 Stunden ehrenamtlicher Unterstützung – auch dieser Wert ist konstant
im Vergleich zum Vorjahr. Einsatzdauer und -intensität hängen jedoch sehr vom Einzelfall ab, daher
variiert die Anzahl der in jeder Familie tatsächlich aufgewandten Stunden erheblich.
Akquise, Auswahl, Qualifizierung und Vermittlung und Begleitung der ehrenamtlichen
Mitarbeiter*innen erfolgt durch hauptamtliche pädagogischen Fachkräfte. In den letzten Jahren ist
v.a. die Gewinnung ehrenamtlicher Mitarbeiter*innen aufwändiger geworden und bedarf einer gut
aufgestellten und breit gestreuten Öffentlichkeitsarbeit. Deutlich wird auch, dass sich zunehmend
jüngere Menschen, wie z.B. Student*innen für ein solches Ehrenamt interessieren, aufgrund eines
späteren Berufseinstiegs dann jedoch nur kürzere Zeit die Tätigkeit ausführen. Von daher wird
inzwischen auch der Zugang zu Qualifizierung und Einsatz in Familien etwas niederschwelliger
gestaltet.
Die gesamte Auswertung der Statistik ist im Anhang zu finden.Seite 8 von 21

J a h r e s b e r i c h t 2 0 1 9 S e i t e | 4
Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
"Gut zu erfahren, wie der
IST-Zustand ist, welche
Angebote es gibt, wieviel
Engagement gesellschaftlich
und institutionell gezeigt und
geleistet wird ."
Rückmeldung aus der Evaluation des
Netzwerktreffens
"Suchtphasenmodell
war sehr informativ."
Rückmeldung aus der Evaluation
des Netzwerktreffens
"Sehr interessante
Einblicke in die
medizinische Sicht auf
Kindeswohlgefährdung."
Rückmeldung aus der Evaluation des
Netzwerktreffens
3. Netzwerkkoordination
Netzwerkpartner
Das Netzwerk ist 2019 mit 57 Kooperationspartnern konstant groß geblieben und verfügt durch die
vielen Partner über eine breite Expertise in den Bereichen Gesundheit, Jugendhilfe, psychiatrische
Versorgung, Frühförderung, Familienbildung, Kinderbetreuung und auch Selbsthilfe.
Netzwerktreffen
Mit dem Theater Marabu konnte die Koordinierungsstelle für
das Treffen im März einen besonderen Tagungsort gewinnen.
Die Netzwerkpartner wurden von Rechtsanwalt Michael Brix
von Hoffnung für das Leben e.V. begrüßt, der den
Veranstaltungsort vermittelt hatte. Inhaltlich widmeten sich
die Fachkräfte dem Thema "Geflüchtete in den Frühen
Hilfen". Integrationsbeauftragte Coletta Manemann gab
gemeinsam mit Gabriele Wilbrand, der Teamleiterin der
städtischen Sozialarbeiter*innen im Bereich Unterbringung von
Obdachlosen und Geflüchteten, einen Überblick zum aktuellen Stand bei der Unterbringung und
Versorgung. Ein theaterpädagogisches Warming up und ein anschließender Austausch der Fachkräfte
im "Open Space" gab Gelegenheit zum Austausch und Kennenlernen von spezifischen Angeboten für
Familien mit Fluchtgeschichte.
Im Rahmen des Juni-Netzwerktreffens im Hermann-Josef-Haus in
Bad Godesberg stellte Jürgen Freiberg, Leiter des Leitlinienbüros
am Universitätsklinikum Bonn, die im Februar veröffentlichte
Medizinische Kinderschutzleitlinie vor.
Im zweiten Teil des Treffens informierte Frau Dr. Katja Schneider,
Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin und Neonatologin im
St.-Marien-Hospital, die Anwesenden über Symptome und Folgen
des Schütteltraumas. Sehr eindrücklich war auch der von ihr kommentierte Film,
der zeigte, welche körperlichen Prozesse und Verletzungen beim Schütteln eines Kindes einsetzen
und welche schwerwiegenden Auswirkungen dieser gewalttätige Vorgang auf einen Säugling hat.
Als fachlich versierter Gastgeber für ein Netzwerktreffen zum Thema
Sucht präsentierte sich im September update, die Fachstelle für
Suchtprävention in Lengsdorf. Stefan Paschmann, Mitarbeiter der
Beratungsstelle, ließ die Teilnehmenden das Suchtphasenmodell
erarbeiten, um ein tieferes Verständnis für das Thema zu entwickeln.
Der anschließende Austausch zu Fallbeispielen, in denen ein oder beide Elternteile in
unterschiedlichem Maße Suchtmittel konsumierten, machte die unterschiedlichen Einschätzungen
der verschiedenen Professionen wie z.B. der Jugendhilfe und der Suchtberatungsstellen, deutlich.
Wichtig war es, den Blick auf die in den Familien lebenden Kinder zu richten und die Aufgabe der
Fachkraft mit Blick auf das Kindeswohl zu klären.Seite 9 von 21

J a h r e s b e r i c h t 2 0 1 9 S e i t e | 5
Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
"Familien, die
Unterstützung brauchen,
nehmen diese tendenziell
weniger in Anspruch."
Rückmeldung aus der Evaluation des
Netzwerktreffens
Zum Jahresabschluss erwartete die Netzwerkpartner beim
Dezembertreffen in der Katholischen Familienbildungsstätte mit
Jörg Backes ein besonderer Gast. Der Referent des Nationalen
Zentrums Frühe Hilfen stellte die Ergebnisse der Prävalenzstudie
"Kinder in Deutschland 0-3" vor, die gerade für die Fachkräfte aus
der Praxis interessante Aussagen bereithielt und Fragen aufwarf:
Welche Familien werden durch die Angebote der Frühen Hilfen
erreicht? Wie können Zugänge verbessert werden? Und wie können wir der "inneren Wut"
begegnen, die bei immerhin ca. 20% der Befragten ermittelt wurde? Beim gemeinsamen Ausklang
mit einem Teller Suppe von der Kostbar hatten die Teilnehmer*innen Gelegenheit, diese Fragen
weiter zu diskutieren und das Jahr 2019 zu verabschieden.
Arbeitskreis Bindung
Nach langen Vorarbeiten hat der Arbeitskreis Bindung im vergangenen Jahr
das Mini-Büchlein „Hallo, hier bin ich!“ veröffentlicht, das wichtige
Informationen zum Thema Bindung in einfacher Sprache und mit
anschaulichen Bildern vermittelt. Die Finanzierung aus den
Netzwerkbeiträgen machte die Gestaltung und den Druck möglich und
eröffnet somit allen Fachkräften im Netzwerk die Option, das Mini-Buch
kostenlos für die Arbeit mit Eltern zu bestellen.
Überraschend war, dass nicht nur in Bonn, sondern auch überregional das Mini-Buch auf großes
Interesse stieß.
Ein wichtiges Thema im Zusammenhang mit Bindung sind Regulationsstörungen bei Säuglingen und
Kleinkindern. Anlässlich des 30-jährigen Jahrestages der Kinderrechte hat der Arbeitskreis Bindung.
eine Experten-Telefonaktion mit dem General-Anzeiger initiiert, um betroffene Eltern zum Thema
„Schreibabies“ zu informieren und zu beraten. Das Thema wurde im Rahmen einer persönlichen
Beratung auch auf dem Weltkindertag im September aufgegriffen.
Arbeitskreis Qualitätsentwicklung
Angeregt durch den Arbeitskreis Qualitätsentwicklung hat die Koordinierungsstelle im letzten Jahr
eine Angebotsübersicht für Fachkräfte erstellt, die im ersten Quartal 2020 fertig gestellt werden soll.
Frühe Hilfen im Stadtteil: 10 Jahre "Neu im Leben"
Die „Neu im Leben“-Angebote wurden 2019 mit zwei Hebammensprechstunden in Dransdorf und
Mehlem erweitert. Zudem wurde ein neuer Flyer in leichter Sprache entwickelt und in drei Sprachen
übersetzt, um den Zugang für Eltern zu erleichtern.
An den Kursen haben 189 Elternteile – und ganz überwiegend Mütter - aus 36 Ländern mit 202
Kindern teilgenommen. Diese Zahlen zeigen, dass mit dem niederschwelligen Zugang - alle Kurse
finden im Stadtteil statt und sind für die Familien kostenlos – viele Familien mit Zuwanderungs- oder
Fluchtgeschichte erreicht werden und so einen ersten Einstieg in Angebote der Familienbildung
finden. Darüber hinaus nutzen viele Eltern die Kurse auch zum Kennenlernen anderer Mütter und
Väter – bei 50% der Teilnehmer*innen ist soziale Isolation als Belastungsfaktor gegeben. 33%Seite 10 von 21

J a h r e s b e r i c h t 2 0 1 9 S e i t e | 6
Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
verfügen über keine oder nur geringe Sprachkenntnisse, 31% über deutliche Unsicherheiten in
Erziehungsfragen und 22% sind alleinerziehend. Im Rahmen des Gruppenkontextes können weitere
Belastungsfaktoren wie z.B. Armut oder psychische Erkrankungen nicht eindeutig identifiziert
werden.
Leider ist der Standort in Beuel in der zweiten Jahreshälfte weggefallen und die Koordinierungsstelle
sucht derzeit nach einem Alternativstandort im Stadtteil.
Die Hebammensprechstunden fanden an 3 Standorten (Tannenbusch, Dransdorf, Mehlem) statt und
wurden an 43 Terminen von 132 Müttern besucht. 70% der Teilnehmerinnen hatten einen
Migrationshintergrund, über die Hälfte Fragen bzgl. der Gesundheit des Säuglings.
Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe und Gesundheitshilfe
Frühe Hilfen in der Klinik
Im Juni 2019 wurde der Bonner Lotsendienst
„Von Anfang an gemeinsam – Frühe Hilfen im
Krankenhaus“ mit dem Gesundheitspreis des
Landes NRW ausgezeichnet. NRW-Gesundheitsminister Minister Karl-Josef Laumann begründete die
Auszeichnung wie folgt:
„Das Projekt in Bonn unterstützt rund um die Geburt und in der oft schwierigen Zeit danach junge
Familien in besonders belasteten Lebenslagen. In zwei Bonner Kliniken wurden Hebammen
eingestellt, die bei persönlichen oder sozialen Problemen jungen Eltern zur Seite stehen. Das Projekt
zeigt in vorbildlicher Weise, wie Babys auch in schwierigen familiären Situationen bessere Chancen für
eine gesunde Entwicklung bekommen können.“
Für die Arbeit der Koordinierungsstelle sowie der beteiligten Kliniken, dem Universitätsklinikum Bonn
und dem St.-Marien-Hospital (eine Betriebsstätte der GFO-Kliniken Bonn) ist diese Auszeichnung ein
großer Erfolg und eine Würdigung der innovativen Zusammenarbeit zugunsten belasteter Familien.
Im Jahr 2019 führten die Familienhebammen in den beiden Kliniken insgesamt 694 Gespräche, was
eine leichte Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (650 Gespräche) ist. Je Familie investierten die
beiden Familienhebammen durchschnittlich eine knappe Stunde an Fallbearbeitungszeit (Gespräche
und anschließende Anbindung an passgenaue Hilfen). Bei den Belastungsfaktoren wurden vor allem –
dem Setting Krankenhaus entsprechend – Schwangerschaftskomplikationen und Erkrankungen der
Mutter (70%) vermerkt. Weitere Belastungsfaktoren sind: belastete Biographie (53%), Armut und
finanzielle Not (37%) sowie Erkrankungen oder Frühgeburt des Kindes (24%).
Mit ihrer Lotsenfunktion zielen die Familienhebammen in den beiden Kliniken darauf ab, die Familien
an passgenaue Hilfen anzubinden und v.a. die Zeit nach der Entlassung aus der Klinik gut
vorzubereiten. In 35% der erfassten Fälle wurden die Patientinnen an krankenhausinterne Dienste
oder Fachkräfte verwiesen, so z.B. an die Patientenaufnahme zur Klärung der Geburtsanzeige oder
weiterer Formalitäten oder an die (gynäkologische) Psychosomatik zu Mit- und Weiterbehandlung
von Frauen mit psychischen Auffälligkeiten nach der Geburt des Kindes. In fast allen Fällen fand
zudem eine Anbindung an externe Dienste und Einrichtungen statt. Mit jeweils 29% stehen die
Nachsorgehebammen an erster Stelle, gefolgt von einer Anbindung an Angebote der Frühen Hilfen
(21%). Bei ca. einem Drittel Viertel der Patientinnen stand aufgrund des stationären Aufenthalts dieSeite 11 von 21

J a h r e s b e r i c h t 2 0 1 9 S e i t e | 7
Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
Sorge um die Betreuung daheimgebliebener Kinder im Raum. Eine große Herausforderung für alle
Beteiligten, vor allem wenn kein familiäres Netzwerk vorhanden ist.
Ehrenamtlicher Besuchsdienst "Hallo Baby"
Im vergangenen Jahr besuchten die „Hallo Baby“-Freiwilligen knapp 1956 Mütter mit ihrem Säugling
und erreichten damit 82% der dort entbundenen Frauen. Diese Zahl ist mit Ausnahme des
vergangenen Jahres (77%), in dem weniger Ehrenamtliche zur Verfügung standen, ein konstanter
Wert. Auch für dieses Ehrenamt wird die Akquise von Mitarbeiterinnen von Jahr zu Jahr aufwendiger
und bedarf einer umfangreicheren Öffentlichkeitsarbeit. Nach wie vor ist der Besuchsdienst jedoch
ein niederschwelliger und stigmatisierungsfreier Zugang zu Familien und eröffnet diesen die
Möglichkeit, sich zu einem späteren Zeitpunkt bei Fragen oder Hilfebedarf zu melden.
Qualitätszirkel Entwicklungs- und Sozialpädiatrie
Der von der Koordinierungsstelle gemeinsam mit Herrn Dr. Hollmann, Chefarzt des
Kinderneurologischen Zentrums der LVR-Klinik und Herrn Dr. Groß, niedergelassener Pädiater,
konzipierte interdisziplinäre Qualitätszirkel Entwicklungs- und Sozialpädiatrie tagte im Jahr 2019
wieder drei Mal. Die teilnehmenden Kinder- und Jugendärzt*innen begrüßen die Möglichkeit von
Fallvorstellungen unter Beteiligung von Fachkräften der Frühen Hilfen, des Jugendamtes sowie des
Gesundheitsamtes.
Die Einschätzung von Kindeswohlgefährdung und angemessenes Handeln ist bei den
Fallbesprechungen immer ein wichtiges Thema. Die unterschiedlichen Perspektiven von Kinder- und
Jugendhilfe, Gesundheitswesen, Sozialpädiatrie und Therapie sind eine große Bereicherung für die
Fallvorstellenden. In einer Sitzung war ein Kollege von der Suchtberatungsstelle update als Experte
eingeladen zum Thema „Umgang mit Medienkonsum“. Weitere Themen, die in der Runde bearbeitet
werden sollen sind emotionale/seelische Vernachlässigung von Kindern, chronisch erkrankte Kinder
und sogenannte „Systemsprenger“. Für 2020 sind ebenfalls drei Termine geplant.
4. Ausblick
Die Auszeichnung mit dem Gesundheitspreis des Landes NRW war für die Koordinierungsstelle ein
Meilenstein und würdigte das Engagement aller Beteiligten – der Kliniken sowie der fördernden
Stiftungen und der Stadt Bonn – bei der Entwicklung und Umsetzung des Lotsendienstes.
Das mit der Auszeichnung verbundene Preisgeld wurde zum einen für die Weiterbildung der
beteiligten Fachkräfte verwendet und zum anderen für zwei Fortbildungsangebote in 2020 für die
Mitarbeitenden in den Kliniken zu den Themen Bindung und Resilienz. Dies ermöglicht es, den
multiprofessionellen Austausch sowie die Vernetzung mit den Kliniken zu intensivieren.
2020 soll außerdem die Angebotsübersicht für Fachkräfte getestet und fertig gestellt werden.
Inhaltlich stehen wieder interessante Themen auf dem Programm: Die Koordinierungsstelle bietet im
März einen Workshop beim Fachtag Kinderarmut an, der unter Federführung des Runden Tisches
gegen Kinder- und Familienarmut organisiert wird. Hier liegt der Fokus auf Familien mit Kindern von
0-6 Jahren. Neben zwei Pädiater*innen werden auch die Stimmen von Eltern, die von Armut
betroffen sind, in die Diskussion einfließen. Diese sollen im Vorfeld des Fachtags im Rahmen vonSeite 12 von 21

J a h r e s b e r i c h t 2 0 1 9 S e i t e | 8
Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
Dialogworkshops mit betroffenen Familien eingeholt werden. Dies ist ein partizipativer Ansatz, der in
den Frühen Hilfen konzeptionell gewünscht ist, in der Praxis aber bisher in Bonn so noch nicht
umgesetzt wurde.
Ein weiterer Fachtag zum Thema „Kinder psychisch kranker Eltern“ mit Herrn Dr. Michael Hipp in
Kooperation mit JUPS – Gemeinsam stark für Kinder suchtkranker/psychisch kranker Eltern findet im
April 2020 statt.
Im September wird voraussichtlich das Thema Geburtshilfe in den Fokus genommen. Im Dezember
feiert das Netzwerk sein 10jähriges Jubiläum.
Neben den koordinativen Aufgaben arbeitet das gesamte Team der Koordinierungsstelle wie auch in
den Vorjahren daran, für die Familien unbürokratisch und niederschwellig erreichbar zu sein,
Zugänge zu Hilfen zu erleichtern und schwierige Situationen in den Familien zu beraten und diese zu
entlasten.
Im Rahmen der fallübergreifenden Netzwerkarbeit steht die Koordinierungsstelle für Kooperation,
den multiprofessionellen Dialog, Austausch, gemeinsame Fortbildung und Wissenstransfer.Seite 13 von 21

J a h r e s b e r i c h t 2 0 1 9 S e i t e | 9
Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
5. Übersicht: Aufgaben der KoordinierungsstelleSeite 14 von 21

Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn
www.fruehehilfen-bonn.de
412
davon wurden
( 305 Anfragende telefonisch beraten und vermittelt
79 Familien durch eine ehrenamtliche Kraft unterstützt
4005 Stunden waren die ehrenamtlichen Kräfte in den Familien im Einsatz
158 Kinder waren in den von den ehrenamtlichen Kräften betreuten Familien
22 Familien durch eine Familienhebamme begleitet
und
151 Mal wurden Familien von pädagogischen Fachkräften zu Hause besucht
157 Stunden verbrachten die pädagogischen Fachkräfte in den Familien
283 Mal wurden Familien von Familienhebammen betreut
350 Stunden verbrachten die Familienhebammen in den Familien
Anlagen Jahresbericht 2019
1. Inanspruchnahme der Angebote für Familien
Anfragen von Familien und Fachkräften erhielt die Koordinierungsstelle der Frühen Hilfen
1a. Zuordnung der Anfragenden
43%
43%
8% 5% 1%
Woher kamen die Anfragen?
Institution
Mutter
Vater
Verwandte / Bekannte
keine Angaben
Seite 1 von 7Seite 15 von 21

Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn
www.fruehehilfen-bonn.de
1b. Kenntnis über Angebot der Frühen Hilfen
1c. Zuordnung anrufende Institutionen
1d. Weitervermittlungen an andere Angebote
25%
12%
6% 5% 4% 4%
2% 2% 1% 1% 0,5%
0%
5%
10%
15%
20%
25%
30%
Woher hatten die Anrufer Kenntnis von den FH?
Klinik, Arzt, Hebamme
Internet/Presse/Flyer
Schwangerschaftsberatung
FFE/FD Kinderschutz
Sonstiges
Beratungsstellen
Mund-zu-Mund Propaganda
spezielle ambulante Dienste
FZ/Kinderbetreuung
Sozialamt
Familienbüro
26%
9% 9%
4% 3% 2% 1% 1%
0%
5%
10%
15%
20%
25%
30%
Woher kamen die anrufenden Institutionen?
Klinik, Arzt, Hebamme
Schwangerschaftsberatung
FFE/FD Kinderschutz
Beratungsstellen
spezielle ambulante Dienste
Sonstiges
FZ/Kinderbetreuung
Sozialamt
14%
13% 12%
9%
5% 5% 5%
2% 2%
0%
2%
4%
6%
8%
10%
12%
14%
16%
Wohin erfolgt Vermittlung? Schwangerschaftsberatung
spezielle ambulante Dienste
Beratungsstellen
Klinik, Arzt, Hebamme
Familienbildung
FFE/FD Kinderschutz
FZ/Kinderbetreuung
Familienbüro
HzE-Träger
Seite 2 von 7Seite 16 von 21

Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn
www.fruehehilfen-bonn.de
Bei 271 Anfragen wurden die Belastungsfaktoren erfasst und ausgewertet.
1e. Belastungsfaktoren
46%
39%
30%
26%
23%
16% 15% 15%
13% 11%
9% 7%
0%
5%
10%
15%
20%
25%
30%
35%
40%
45%
50%
Belastungsfaktoren chronische / psychische Erkrankung / Sucht der
Eltern
Armut / Arbeitslosigkeit
Alleinerziehend
belastete Biographie der Eltern
Frühgeburt / behindertes Kind / krankes Kind /
schwieriges Temperament
Familien mit 3 und mehr Kindern
Mehrlinge / schnelle Schwangerschaftsfolge
fehlende Sprach-und/oder Systemkenntnisse
Flüchtling
Geringe Bildung
Minderjährige / junge Mutter (bis 25 Jahre)
Fehlendes Erziehungswissen
37%
22%
12% 11%
15%
0%
5%
10%
15%
20%
25%
30%
35%
40%
Wie häufen sich die Belastungsfaktoren bei
den Familien? Familien mit 1 Risikofaktor
Familien mit 2 Risikofaktoren
Familien mit 3 Risikofaktoren
Familien mit 4 Risikofaktoren
Familien mit 5 und mehr
Risikofaktoren
Seite 3 von 7Seite 17 von 21

Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn
www.fruehehilfen-bonn.de
390 eingestellte Angebote im Angebotskatalog der Frühen Hilfen Bonn von
107 Einrichtungen
8835 Besucher Website pro Monat
39000 Aufrufe Website pro Monat
4 versendete Newsletter an
745 Empfänger
2. Evaluation Netzwerktreffen
Im Jahr 2019 haben vier Netzwerktreffen stattgefunden. (20.3.2019; 05.06.2019; 18.09.2019; 04.12.201 ). Den
Evaluationsbogen ausgefüllt haben 107 Personen.
3. Digitale Medien
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Organisation 1% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 2% 7% 7% 82%
Inhalt 0% 1% 1% 1% 0% 0% 0% 6% 10% 16% 66%
Information 0% 1% 2% 1% 0% 0% 3% 3% 8% 23% 58%
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
Prozent
Bewertung (0=sehr schlecht / 10=sehr gut)
Evaluation Netzwerktreffen 2019
Seite 4 von 7Seite 18 von 21

Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn
www.fruehehilfen-bonn.de
An den "Neu im Leben" Kursen haben teilgenommen
189 Familien aus
36 Ländern mit
202 Kindern
67% hatten einen Migrationshintergrund
Hauptsächliche Belastungsfaktoren waren mit
50% Isolation/fehlende familiäre Kontakte
33% fehlende/mangelnde Sprachkenntnisse
31% fehlendes Erziehungswissen
22% alleinerziehend
43 Mal statt
132 Mütter aus
13 Ländern
70% der Teilnehmer hatten einen Migrationshintergrund
53% der Teilnehmer hatten Fragen bzgl. der Gesundheit des Säuglings
Hauptsächliche Belastungsfaktoren waren mit
24% fehlende/mangelnde Sprachkenntnisse
23% belastete Biographie der Eltern
20% Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf
Die Hebammensprechstunde von "Neu im Leben" fand an drei Standorten
und es nahmen teil
4. Statistik "Neu im Leben" Kurse / Hebammensprechstunde
Seite 5 von 7Seite 19 von 21

Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn
www.fruehehilfen-bonn.de
*sowohl die Anzahl der betreuten Frauen/ Familien als auch der prozentuale Anteil sind u.a. abhängig von der unterschiedlichen
wöchentlichen Arbeitsszeit der FamHeb als auch von den klinikspezifischen Strukturen und daher nicht unmittelbar vergleichbar.
5a. Belastungsfaktoren Frühe Hilfen in der Klinik
prozentualer Antweil der vom Besuchsdienst
"Hallo Baby" kontakierten Frauen/ Familien 77% -
Prozentualer Antweil der duch FmHeb
betreuten Frauen im Rahmen der
vorhandenen Arbeitszeit*
14% 16%
Anzahl der vom Besuchsdienst "Hallo Baby"
kontaktierte Frauen/ Familien 1741 -
Anzahl Geburten 2399 2172
Anzahl betreuter Frauen durch FamHeb* 343 351
5. Frühe Hilfen in der Klinik
St.- Marien-Hospital Universitätsklinikum
70%
53%
37%
24%
22%
18%
13% 12%
10%
8% 7% 7% 5% 4% 3% 2% 1% 1%
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
Belastungsfaktoren Schwangerschaftskomplikationen und
Erkrankungen Mutter
Belastete Biographie
Arbeitslosigkeit/finanzielle Notlage
Frühgeburt
Fehlende Sprach- und Systemkenntnisse
Alleinerziehend
Erkrankung des Kindes
Junge Mutterschaft
Abusus
Konflikte in der Partnerschaft
Alte Mutterschaft
Mehrlinge
Erkrankung weiterer Familienmitglieder
Minderjährige Mutter
Soziale Isolation
Rasche Schwangerschaft-/Geburtenfolge
Gewalt in der Partnerschaft
Seite 6 von 7Seite 20 von 21

Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn
www.fruehehilfen-bonn.de
5b. Weitervermittlung
14%
9%
4% 3% 2% 2% 1%
0%
2%
4%
6%
8%
10%
12%
14%
16%
Interne Weitervermittlung
Patientenaufnahme
Psychosomatik
Arzt
Sozialdienst
Pflege
Hebamme
Sonstiges
29%
21%
12% 11%
9% 8%
5%
2%
0%
5%
10%
15%
20%
25%
30%
Externe Weitervermittlung
Nachsorgehebamme
Frühe Hilfen Bonn und Region
Beratungsstelle
Sonstiges
Sozialmedizinische Nachsorge
Sozialamt
Familienhebamme
Arzt
Seite 7 von 7Seite 21 von 21

Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.

bonn.social/@biz ↗
Im ALLRIS öffnen ↗

Datenstand: 02.11.2026, 20:38 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de