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200728 · Mitteilungsvorlage

Bewerbung der Stadt Bonn für das Netzwerk „Lernende Städte“ (Learning Cities) der UNESCO

Nummer
200728
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
07.05.2020
Letzte Änderung
18.09.2026
  1. Sitzung des Schulausschusses 04.06.2020 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
200728
Der Oberbürgermeister
Federführung:
02 Amt für Internationals und globale Nachhaltigkeit
Dezernat:
Dez. OB
Bewerbung der Stadt Bonn für das Netzwerk
„Lernende Städte“ (Learning Cities) der UNESCO
Beratungsfolge
Schulausschuss 04.06.2020 Kenntnisnahme
Mitteilung:
In seiner Sitzung am Donnerstag, dem 23.04.2020, entschied der
Hauptausschuss, dass sich die Stadt Bonn für den Beitritt zum Netzwerk
„Lernende Städte“ (Learning Cities) des Bildungsprogramms der Vereinten
Nationen (UNESCO) bewirbt.
Die Agenda 2030 weist der Bildung eine zentrale Rolle für eine nachhaltige
Entwicklung zu. Zudem erkennt sie die immer größer werdende Bedeutung von
Städten an, in denen im Jahr 2050 die Mehrheit der Menschen leben wird. Um
die beiden Ziele zusammenzubringen, hat Lernen einen großen Stellenwert.
Von frühkindlicher Bildung über Sekundarbildung bis zur Weiterbildung und
non-formalen Bildung – alle Bewohner von Städten sollen die Möglichkeit
haben, lebenslang zu lernen. Insbesondere sozial Benachteiligte sollen eine
Zukunftsperspektive durch Bildung erhalten. Dabei geht es
keinesfalls ausschließlich um institutionelle, staatlich organisierte
Bildungsangebote, sondern auch und gerade auch um solche, die in
Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft und Wirtschaft durchgeführt werden.
Die Stadt selber soll ein lernender Organismus sein mit demokratiefähigen
Bürgern, die nachhaltig handeln. Grundprinzipien wie Gleichberechtigung,
offener Zugang zu Bildung, keine Diskriminierung von Geschlechtern oder
Minderheiten sind hierfür zentrale Voraussetzungen.
Vor diesem Hintergrund hat das Bildungsprogramm der Vereinten Nationen
(UNESCO) das globale Netzwerk „Learning Cities“ ins Leben gerufen. Das
UNESCO Global Network of Learning Cities ist ein internationales, politik-
orientiertes Netzwerk das den Austausch über innovative Strategien zur
Förderung eines lebenslangen Lernens ermöglichen soll.
Das Netzwerk der Lernenden Städte unterstützt die Verwirklichung aller
siebzehn Ziele der Globalen Nachhaltigkeitsagenda, insbesondere des SDG 4
(„Für alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sowie
Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen sicherstellen“) und des SDG 11
(„Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig
machen“). Außerhalb Europas gilt das Konzept der „lernenden Stadt“ schon
länger als ein wichtiger Baustein in der Bildungspolitik und -praxis, vor allem in
Asien z.B. Korea. 2013 ins Leben gerufen, ist das Netzwerk schnellSeite 1 von 2

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gewachsen. Aktuell gehören ihm über 100 Städte aus 28 Ländern weltweit an.
Aus Deutschland sind bisher nur Hamburg und Gelsenkirchen Mitglieder dieses
Netzwerks.
Für Bonn, die deutsche Stadt der Vereinten Nationen spielen die nachhaltigen
Entwicklungsziele (Agenda 2030) eine wichtige Rolle (u.a. Ratsbeschluss zur
Agenda 2030 – DS 1513387 und zur Bonner Nachhaltigkeitsstrategie – DS
1812770EB8). Zahlreiche internationale und nationale Organisationen befassen
sich mit der Vermittlung der nachhaltigen Entwicklungsziele, darunter das
Kampagnenbüro der Vereinten Nationen für die Nachhaltigen Entwicklungsziele
und das Zentrum für berufliche Bildung der UNESCO (UNESCO-UNEVOC).
Auch die Stadt Bonn ist in diesem Themenfeld sehr aktiv.
Von einer Mitgliedschaft im Netzwerk „Lernende Städte“ verspricht sich die
Stadt Bonn ihre Bildungs- und SDG-Arbeit im internationalen Kontext noch
bekannter und sichtbarer zu machen und damit ihr Profil als international
vernetzter Nachhaltigkeitsakteur zu schärfen. Darüber hinaus bietet das
Netzwerk Impulse und Anregungen zur weiteren Vernetzung von Bonner
Bildungsinitiativen und –angeboten im Bereich der Bildung für nachhaltige
Entwicklung.
Eine vielseitige und gut verzahnte Bildungsinfrastruktur wirkt darüber hinaus
als Standortfaktor für die Ansiedlung von Unternehmen und Organisationen.
Die Förderung und Schaffung von Lernnetzwerken stärkt den sozialen
Zusammenhalt und die Integration. Der Austausch im internationalen Kontext,
den das Netzwerk bietet, stellt eine Bereicherung für die Bonner
Bildungsanbieter dar und ermöglicht, aus den Ansätzen und Erfolgen anderer
Städten zu lernen.
Die Mitgliedsstädte verpflichten sich zur aktiven Teilnahme an den Aktivitäten
des Netzwerks (insbesondere Teilnahme an den Netzwerktreffen im In- und
Ausland) und Dokumente oder Informationen über Projekte mit den Netzwerk-
Mitgliedern zu teilen. Die Mitgliedsstädte erklären sich außerdem bereit, das
UNESCO Learning Cities Koordinationsteam über Fortschritte und Erfolge in
ihrer Stadt zu informieren, Peer-learning Ansätze im Austausch und in der
Zusammenarbeit mit anderen Städten zu unterstützen oder gegebenenfalls
Workshops für andere Städte oder Stakeholder anzubieten.
Die Bewerbung für das Learning Cities Netzwerk erfolgt auf Vorschlag der
deutschen UNESCO-Kommission. Pro Jahr und Mitgliedsland sind maximal
drei Bewerbungen zugelassen. Die Mitgliedschaft im Netzwerk ist kostenlos.
Anlage/n
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Datenstand: 02.11.2026, 17:11 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de