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200679 · Beschlussvorlage

Bürgerinfo zum Parkraumkonzept Bonner Nordstadt

Nummer
200679
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
04.05.2020
Letzte Änderung
18.09.2026
  1. Sitzung der Bezirksvertretung Bonn 19.05.2020 Entscheidung federführend
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Beschlussvorlage
öffentlich
200679
Der Oberbürgermeister
Federführung:
61 Stadtplanungsamt
Dezernat:
Dez. III
Bürgerinfo zum Parkraumkonzept Bonner
Nordstadt
Beratungsfolge
Bezirksvertretung Bonn 19.05.2020 Entscheidung
Beschlussvorschlag
Die Parkraumuntersuchung Nordstadt des Ingenieurbüros Runge IVP wird der
Öffentlichkeit im Rahmen einer Bürgerbeteiligungsveranstaltung vorgestellt.
Sollte dies auch mittelfristig aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich sein,
wird die Verwaltung beauftragt, die Bürgerinformation und -beteiligung auf
alternativem Wege durchzuführen.
Begründung
Nachdem der Hauptausschuss beschlossen hatte, dass die Verwaltung für die
Nordstadt (DS-Nr. 1412131NV3) ein Parkraum- und Mobilitätskonzept
erarbeitet sollte, fiel im Bau- und Vergabeausschuss am 23.06.2016 der
Beschluss, dieses durch ein Ingenieurbüro erarbeiten zu lassen (DS-
Nr.1611800).
Ein Bestandteil des Auftrags war ein Vortrag im Planungsausschuss der Stadt
Bonn, der die grundsätzlichen Möglichkeiten eines Mobilitäts- und
Parkraummanagements als Steuerungsmaßnahme - bezogen auf ein ganzes
Stadtgebiet - darstellt. Die Verwaltung hat am 01.03.2017 den
Planungsausschuss mit einem Grundsatzvortrag des beauftragten Büros hierzu
informiert.
Das Parkraumkonzept Nordstadt liegt in einer aktuellen Fassung vor und die
Auswertung des Konzeptpapiers ist erfolgt. Dieses soll in einer
Bürgerinformation der Öffentlichkeit im Sommer 2020 vorgestellt werden.
Aus dem Inhalt:
Die Nordstadt grenzt nordwestlich an die Bonner Innenstadt. Das
Untersuchungsgebiet wird durch den Kaiser-Karl-Ring bzw. Hochstadenring in
zwei Teilgebiete geteilt. Östlich des Kaiser-Karl-Rings befindet sich die „Innere
Nordstadt“, ein Gründerzeitviertel mit verwinkelten, engen Straßen und einerSeite 1 von 190

Seite 2
dichten Bebauung. Das Gebiet zeichnet sich durch Mischnutzungen aus und ist
insbesondere bei Studierenden beliebt. Hier wohnen rund 8.900 Menschen.
Neben den beiden großen Verwaltungseinrichtungen Stadthaus und
Landgericht ist das Viertel von einer Vielzahl an Einzelhandels- und
Dienstleistungseinrichtungen sowie Gastronomiebetrieben geprägt.
Das Teilgebiet Nordstadt West weist überwiegend eine Zeilenbebauung aus
den fünfziger und sechziger Jahren auf. Die Straßenräume sind in diesem
Gebiet breiter ausgebaut als östlich des Kaiser-Karl-Rings und auch die
Durchgrünung ist deutlich stärker. Hier leben rund 5.100 Menschen. Die
wesentlichen Verkehrserzeuger sind in diesem Bereich die beiden
Berufskollegien mit insgesamt ca. 5.500 Schülerinnen und Schülern sowie
mehrere Nahversorgungsmärkte.
Die Bestandsaufnahme des derzeitigen Parkraumangebotes zeigt, dass es in
vielen Straßenzügen des Untersuchungsgebiet keine ausreichend große
Anzahl an Parkständen für das Bewohnerparken und deren Besucher gibt. Es
bestehen Mängel bei der straßenräumlichen Anordnung der Parkstände.
Zugeparkte Gehwege und nicht ausreichende Geh– und Aufenthaltsflächen
führen zu Beeinträchtigungen, die im Rahmen der Erstellung eines
Parkraumkonzeptes zu beseitigen sind. Eine teilweise Neuordnung des
Parkraumangebotes im Gebiet Nordstadt ist erforderlich.
Es sind Lösungen des Zielkonflikts zwischen den Anwohnerparkbedürfnissen
und u.a. den Fußgängerbedürfnissen zu entwickeln, die aufgrund der oft
schmalen Straßenräume Kompromisse erfordern. So könnten beispielsweise
Gehwegflächen in den Nachtstunden vom ruhenden Verkehr genutzt werden,
die allerdings tagsüber ausschließlich für Fußgänger freigegeben werden.
Ziel der Parkraumbewirtschaftung ist nicht nur die Ordnung des Verkehrs und
die Reduzierung von Behinderungen und illegaler Inanspruchnahme
öffentlicher Flächen, sondern in einem integrierten Parkraumkonzept erfolgt
auch eine Beschränkung sowie räumliche und zeitliche Zuordnung des
Parkraumangebotes nach Verkehrszwecken und Nutzergruppen.
Ausgehend von den in der Analyse aufgezeigten Defiziten und den derzeitigen
Verhältnissen im ruhenden Verkehr im Untersuchungsgebiet Nordstadt wurde
ein Parkraumkonzept mit einem veränderten Parkraumangebot sowie einer
konsequenten Bewirtschaftung im Großteil des Untersuchungsgebietes
erarbeitet. Die wesentlichen Aspekte des Konzepts sind:
 Vereinheitlichung der Parkregelungen,
 Sicherung des Bewohnerparkens durch die Einführung von
Bewohnerparkregelungen mit der Anwendung Mischprinzip,
 Verdrängung eines Großteils der Nutzergruppe der Beschäftigten,
 Wiedergewinnung von Verkehrsflächen für Fußgänger sowie von
Aufenthaltsflächen durch Reduktion des Parkraumangebots,
 Errichtung zusätzlicher Radabstellanlagen,Seite 2 von 190

Seite 3
 Erhöhte Verkehrssicherheit,
 Standorte für E-Ladesäulen.
Die Parkraumbewirtschaftung soll zukünftig in drei Stufen mit absteigender
Intensität von Ost nach West erfolgen. Östlich des Kaiser-Karl-Rings werden
die Parkstände gebührenpflichtig bewirtschaftet, westlich des Kaiser-Karl-Rings
bis einschließlich des Lievelingswegs findet die Parkscheibenregelung
Anwendung und westlich des Lievelingswegs können aufgrund des niedrigen
Parkdrucks weiterhin unbewirtschaftet Parkstände angeboten werden. Im Zuge
des Parkraumkonzepts werden einige Parkstände aufgegeben, wovon
allerdings gut die Hälfte im Zeitraum von 18 Uhr bis 9 Uhr freigegeben wird, um
das nächtliche Anwohnerparkbedürfnis zu befriedigen.
Die Bürgerinformationsveranstaltung ist grundsätzlich vor den Sommerferien
geplant gewesen. Eine Terminierung ist momentan allerdings nicht
abzuschätzen.
Sollte eine Veranstaltung auch mittelfristig aufgrund der Corona-Pandemie
nicht möglich sein, würde die Bürgerinformation und -beteiligung auf
alternativem Wege erfolgen (online, telefonisch, Aushänge etc.). Möglichkeiten
dafür sind beispielhaft in Vorlage DS-Nr. 200665 dargelegt und könnten hier
analog eingesetzt werden.
Anlage/n
1 Parkraumkonzept Nordstadt (öffentlich)Seite 3 von 190

Runge IVP
Runge IVP
Ingenieurbüro für
Integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung
Bonn-Nordstadt
August 2019Seite 4 von 190

Parkraumuntersuchung
Bonn-Nordstadt
August 2019
Bearbeitung:
M. Sc. Manuel Dominitz
M. Sc. Thomas Schellenberg
Dipl.-Ing. Hans-Rainer Runge
Runge IVP
Ingenieurbüro für Integrierte
Verkehrsplanung
Düsseldorfer Straße 132
D-40545 Düsseldorf
Tel. 0211-553350
Fax 0211-553558
Mail info@runge-ivp.de
Runge IVPSeite 5 von 190

Runge IVP
I N H A L T
1
1.1
1.2
Allgemeines
Aufgabenstellung
Begriffe
1
1
2
2
2.1
2.2
2.2.1
2.2.2
2.2.3
2.4
Struktur des Untersuchungsgebietes
Nutzungsstruktur
Verkehrsinfrastruktur und Erreichbarkeiten
Kfz-Verkehr
ÖPNV
Radverkehr
Konflikte
2
2
4
4
4
5
5
3
3.1
3.2
3.3
Parkraumangebot
Parken im öffentlichen Straßenraum
Stellplatzangebot
Radabstellanlagen
6
6
8
9
4
4.1
4.2
4.2.1
4.2.2
Parkraumnachfrage
Parkraumnachfrageerhebung
Parkraumbelegung im Untersuchungsgebiet
Parkraumnachfrage Nordstadt Ost
Parkraumnachfrage Nordstadt West
10
10
10
10
11
5
5.1
5.2
5.2.1
5.2.2
5.3
5.4
5.5
Parkraumbilanzen
Parkverhalten der Nutzergruppen
Parkraumbilanz der Teilgebiete
Parkraumbilanz Nordstadt Ost
Parkraumbilanz Nordstadt West
Parksuchverkehr
Parkraumbilanzen für einzelne Bereiche
Zusammenfassung der Mängel und Konflikte
12
12
12
12
15
17
18
26
7
7.1
7.1.1
7.1.2
7.1.3
7.1.4
7.2
7.3
7.4
7.5
7.5.1
7.5.2
7.6
7.6.1
7.6.2
7.7
7.7.1
7.7.2
7.8
7.8.1
7.8.2
7.9
7.10
7.11
7.12
7.12.1
7.12.2
7.12.3
7.13
7.14
Parkraumkonzept Nordstadt
Gehwege in Bonn Nordstadt
Gehwegbreiten entsprechend den verkehrstechnischen Richtlinien
Gehwegparken in der Straßenverkehrsordnung
Vorhandene Gehwegbreiten in Bonn Nordstadt
Anordnung der Parkstände in Bonn Nordstadt
Nächtliche Öffnung von Parkhäusern und -plätzen für Anwohner
Anpassung der Parkraumbewirtschaftung
Die zukünftige Parkraumnachfrage
Szenario 1: „Alle Gehwege richtlinienkonform“
Zukünftiges Parkraumangebot
Zukünftige Parkraumbilanz
Szenario 2: „Gehwegparken konsequent unterbinden“
Zukünftiges Parkraumangebot
Zukünftige Parkraumbilanz
Szenario 3: „Gehwegparken maßvoll unterbinden“
Zukünftiges Parkraumangebot
Zukünftige Parkraumbilanz
Szenario 4: „Parkraumkonzept Bonn Nordstadt“
Zukünftiges Parkraumangebot
Zukünftige Parkraumbilanz
Parkgebühren
Parkraumüberwachung
Parkraummarketing
Alternative Mobilitätsangebote
Radabstellanlagen
Carsharing
Elektromobilität
„Mehr Freiraum für Kinder. Ein Gewinn für alle!“ in Bonn Nordstadt
Abschätzung der Umweltauswirkungen
30
30
30
30
31
31
31
34
36
36
37
37
37
37
39
42
42
42
46
46
46
46
51
51
51
51
53
54
54
55
8 Zusammenfassung und Empfehlungen 57
9 Nacherhebung 2019 58
6
6.1
6.2
6.3
6.4
Ziele eines Parkraumkonzeptes
Vorbemerkungen
Zielsetzungen Parkraumkonzept Nordstadt
Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder. Ein Gewinn für alle!“
Generelles Parkraummanagementkonzept
27
27
27
27
28Seite 6 von 190

Parkraumuntersuchung Bonn-Nordstadt
Runge IVP
1
1 Allgemeines
1.1 Aufgabenstellung
Der Bonner Ortsteil Nordstadt grenzt nordwestlich an das Bonner Stadtzent-
rum an. Der Kaiser-Karl-Ring teilt das Untersuchungsgebiet in das innen-
stadtnahe Gründerzeitviertel, das kompakt bebaut ist, Mischnutzungen auf-
weist und durch enge Straßenräume gekennzeichnet ist sowie das westlich
anschließende Gebiet, das durch eine überwiegende Zeilenbebauung ge-
kennzeichnet ist, breitere Straßenräume und eine relativ starke Durchgrü-
nung aufweist. Das Untersuchungsgebiet wird von einer Vielzahl an Fremd-
parkern, beispielsweise Beschäftigte und Besucher der Innenstadt und des
Stadthauses, genutzt. Die Straßen in der Nordstadt sind zugeparkt, wodurch
die Aufenthaltsqualität im Ortsteil leidet.
Im Folgenden werden für das Untersuchungsgebiet Nordstadt die Ergebnis-
se einer Parkraumuntersuchung vorgestellt. Dabei wurde neben einer Erhe-
bung des Parkraumangebots eine ganztägige Analyse der Parkraumnach-
frage durchgeführt. Neben der Belegung der Parkstände wurden dabei auch
die Nutzergruppen, die den Parkraum nachfragen, erfasst und in ihrem Ver-
halten analysiert. Das Untersuchungsgebiet ist in Bild 1-1 dargestellt.
Auf der Grundlage einer Parkraumbilanz zum Analysezeitpunkt wird im zwei-
ten Teil der Untersuchungen ein Parkraumkonzept erarbeitet. Außer der
Neuordnung des Parkens in der Nordstadt beinhaltet der konzeptionelle Teil
ein Parkraummanagementkonzept und Hinweise zu einem Mobilitätskon-
zept. Ein Schwerpunkt des Mobilitätskonzepts wird auf die Aufenthaltsquali-
tät im Untersuchungsgebiet gelegt, dabei werden insbesondere die Belange
der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder“ berücksichtigt.
Bild 1–1: Übersichtsplan Untersuchungsgebiet
Bonn-NordstadtSeite 7 von 190

Parkraumuntersuchung Bonn-Nordstadt
Runge IVP
2
2 Struktur des Untersuchungsgebietes
2.1 Nutzungsstruktur
Die Nordstadt grenzt nordwestlich an die Bonner Innenstadt. Das Untersu-
chungsgebiet wird durch den Kaiser-Karl-Ring bzw. Hochstadenring in zwei
Teilgebiete geteilt.
Östlich des Kaiser-Karl-Rings befindet sich die „Innere Nordstadt“, ein Grün-
derzeitviertel, mit verwinkelten, engen Straßen und einer dichten Bebauung.
Das Gebiet zeichnet sich durch Mischnutzungen aus. In dem Teilgebiet
Nordstadt Ost, das insbesondere bei Studenten beliebt ist, wohnen rund
8.900 Menschen. Neben den beiden großen Verwaltungseinrichtungen
Stadthaus und Landgericht ist das Viertel von einer Vielzahl an Einzelhan-
dels- und Dienstleistungseinrichtungen sowie Gastronomiebetrieben ge-
prägt. Die Innere Nordstadt, die von vielen Bonnern (historisch nicht korrekt)
Altstadt genannt wird, ist außerdem für ihre ausgeprägte Kneipenkultur be-
kannt. Weiterhin befindet sich in dem Gebiet das Frankenbad, eines von drei
öffentlichen Hallenbädern in Bonn sowie das Frauenmuseum, in dem nur
Kunstwerke von weiblichen Künstlern ausgestellt werden.
Das Teilgebiet Nordstadt West weist überwiegend eine Zeilenbebauung aus
den fünfziger und sechziger Jahren auf. Die Straßenräume sind in diesem
Gebiet breiter ausgebaut als östlich des Kaiser-Karl-Rings und auch die
Durchgrünung ist deutlich stärker. Im Gebiet Nordstadt West leben rund
5.100 Einwohner. Die wesentlichen Verkehrserzeuger sind in diesem Be-
reich die beiden Berufskollegien Robert-Wetzlar-Berufskolleg und Ludwig-
Erhard-Berufskolleg mit insgesamt ca. 5.500 Schülerinnen und Schülern
sowie mehrere Nahversorgungsmärkte.
Das Bild 2-1 zeigt die Nutzungsstruktur im Untersuchungsgebiet Nordstadt
und die grundsätzliche Verkehrsführung, auf die im Folgenden eingegangen
wird.
1.2 Begriffe
Zum besseren Verständnis ist es erforderlich, die im Folgenden verwendeten
Begriffe zu definieren:
Parkraum: Gesamtheit der öffentlichen Parkstände und pri-
vaten Stellplätze.
Parkstand: Abstellmöglichkeit für Kfz im öffentlichen Bereich
(öffentlicher Straßenraum, öffentlich zugängliche
Parkierungsanlage).
Stellplatz: Abstellmöglichkeit für Kfz auf privatem Grund.
Parkraumnachfrage: Nachfrage nach Parkraum zum Zeitpunkt der
Erhebung unter den gegebenen Rahmenbedin-
gungen (Attraktivität des Gebietes, Parkraumver-
fügbarkeit).
Parkraumbilanz: Ergebnis der Gegenüberstellung von Parkraum-
angebot und Parkraumbedarf aller Nutzergrup-
pen.
Parkraumbedarf: Parkraumnachfrage, die in Abhängigkeit von
planerischen Zielvorstellungen und Randbedin-
gungen aus der Verkehrsinfrastruktur (z.B.
ÖPNV-Erschließung) gedeckt werden soll und
kann.
Parkraummanagement: Organisation des Parkierungsbetriebes sowie
Festlegung von Parkstandarten und mengenmä-
ßiger Zusammensetzung.Seite 8 von 190

Parkraumuntersuchung Bonn-Nordstadt
Runge IVP
3
Bild 2-1: Bestandsaufnahme Nutzungs- und VerkehrsstrukturSeite 9 von 190

Parkraumuntersuchung Bonn-Nordstadt
Runge IVP
4
2.2 Verkehrsinfrastruktur und Erreichbarkeiten
2.2.1 Kfz-Verkehr
Das Untersuchungsgebiet ist im Westen über den Kreisverkehr Potsdamer
Platz, der über die Dorotheenstraße und den Lievelingsweg erreicht wird,
an das Autobahnkreuz Bonn-Nord und somit an die A 555 und A 565 ange-
bunden. Über diese Autobahnen bestehen Anschlüsse an die A 4 und die
A 59. Es herrschen somit hervorragende Verbindungen an das übergeord-
nete Straßennetz. Im Osten verbindet die Kennedybrücke, die Weiterführung
der Oxfordstraße, das Untersuchungsgebiet mit dem rechtsrheinischen
Stadtgebiet. Im Untersuchungsgebiet sind die Straßen Kölnstraße, Oxford-
straße, Bornheimer Straße, Kaiser-Karl-Ring und Hochstadenring als Haupt-
verkehrsstraßen zu klassifizieren. Diese Straßen bilden gleichzeitig die
Grenzen des Untersuchungsgebietes bzw. der Teilgebiete. Die folgenden
Straßen stellen verkehrswichtige Straßen dar:
 Die Dorotheenstraße ist eine Sammelstraße, die als Einbahnstraße in
Ost-West-Richtung von der Breite Straße zum Kaiser-Karl-Ring führt.
Westlich des Kaiser-Karl-Rings wird die Einbahnstraßenregelung bis zur
Ellerstraße fortgeführt. Anschließend führt die Straße im zwei Richtungs-
verkehr von / zur Autobahn 555.
 Die Heerstraße ist, aufgrund von Einbahnstraßenregelungen, eine nicht
durchgängige Nord-Süd-Verbindung, die den Kfz-Verkehr von beiden
Seiten auf die Dorotheenstraße leitet.
 Die Adolfstraße ist die Parallelstraße der Heerstraße und ist analog zur
Heerstraße eine nicht durchgängige Nord-Süd-Verbindung, die ebenfalls
auf die Dorotheenstraße geleitet wird.
 Der Lievelingsweg fungiert als Verbindungsstrecke zwischen der Auto-
bahn und der Kölnstraße.
In der Bonner Altstadt (Nordstadt Ost) sind der Großteil der Straßen auf-
grund der schmalen Straßenräume und zur Verkehrslenkung als Einbahn-
straßen eingerichtet. Ortsunkundige Kfz-Fahrer haben dabei des Öfteren
Schwierigkeiten ihre Ziele ohne Umwegfahrten zu erreichen. Im Teilgebiet
Nordstadt West sind kaum Einbahnstraßenregelung vorhanden.
Daten zu den Kfz-Verkehrsmengen der Nordstadt liegen uns nicht vor.
Nr. Streckenverlauf Takt
61
Dottendorf - Kessenich - Hauptbahnhof - Stadthaus -
Wilhelmsplatz - Rosental - Chlodwigplatz - Castell -
Graurheindorf - Auerberg
10 min
62 Dottendorf - Kessenich - Stadthaus - Hauptbahnhof - Beuel -
Ramersdorf - Oberkassel 10 min
66 Bad Honnef - Königswinter- Oberkassel - Rammersdorf - Gronau -
Hauptbahnhof - Stadthaus - Beuel - Sankt Augustin - Siegburg 10 min
602 Waldau - Ippendorf - Poppelsdorf - Hauptbahnhof - Stadthaus -
Eifelstraße/Mackestraße - Tannenbusch 20 min
604
Ückesdorf - Lengsdorf - Endenich - Hauptbahnhof - Stadthaus -
Heerstraße - Frankenbad/Kunstverein - Dorotheenstraße* -
Sachsenweg* - Nonnstraße - Gerhardtsplatz - Am Nordpark -
Sportpark Nord - Auerberg - Buschdorf - Bornheim-Hersel
20 min
605
Duisdorf - Lengsdorf - Endenich - Hauptbahnhof - Stadthaus -
Heerstraße - Frankenbad/Kunstverein - Dorotheenstraße* -
Sachsenweg* - Nonnstraße - Gerhardtsplatz - Am Nordpark -
Sportpark Nord - Auerberg - Graurheindorf
20 min
* In Gegenrichtung über die Haltestellen An den Markthallen und Maxstraße
Tabelle 2-1: ÖPNV-Angebot Nordstadt, werktags zur Hauptverkehrszeit
2.2.2 ÖPNV
In Bild 2-1 sind die vorhandenen Bus- und Bahnhaltestellen im Untersu-
chungsgebiet dargestellt.
Tabelle 2-1 zeigt das ÖPNV-Angebot in der Nordstadt von Stadtbahn, Stra-
ßenbahn und Bus. Die Straßen- und Stadtbahnen verkehren in der Haupt-
verkehrszeit im 10-Minuten-Takt je Fahrtrichtung; die Busse im 20 Minuten-
Takt. In der Hauptverkehrszeit besteht somit ein dichtes Fahrtenangebot.
Zusätzlich zu den aufgeführten ÖPNV-Fahrten werden im Untersuchungsge-
biet morgens zwei Fahrten der Straßenbahnlinie 67 und acht Fahrten der
Straßenbahnlinie 65 je Fahrtrichtung angeboten. Außerdem verkehrt die
Nachtbuslinie N1 im Untersuchungsgebiet.Seite 10 von 190

Parkraumuntersuchung Bonn-Nordstadt
Runge IVP
5
Die übrigen Straßen der Nordstadt sind größtenteils Tempo 30 Straßen, die
keine eigenständige Radverkehrsanlagen besitzen, aber auch keine benöti-
gen.
Die vorhandenen Einbahnstraßen sind größtenteils für den Radverkehr in
Gegenrichtung geöffnet, wodurch kürzere Routen für Fahrradfahrer ermög-
licht werden.
2.3 Konflikte
Aus der vorhandenen Gründerzeitbebauung ergeben sich Nutzungskonflikte
im Untersuchungsgebiet. Die Straßenräume sind oftmals schmal und verwin-
kelt, es besteht eine hohe Einwohnerdichte, auf die Fläche bezogen ein ho-
her Kfz-Besatz und eine geringe Anzahl an privaten Stellplätzen. Dies führt
dazu, dass ein Großteil des vorhandenen Straßenraums dem ruhenden Ver-
kehr zu geordnet wird. Trotz der großen Fläche für den ruhenden Verkehr ist
der Parkraum nachts überlastet. Die Gehwege hingegen sind oftmals
schmal, sodass ein Begegnen oder Nebeneinandergehen nicht möglich ist
und auch das Benutzen des Gehwegs mit Kinderwagen oder Koffer nicht
uneingeschränkt möglich ist (siehe Bild 2-2).
Des Weiteren besteht ein erheblich Mangel an Radabstellanlagen, was dazu
führt, dass eine Vielzahl an Fahrrädern freistehend auf dem Gehweg abge-
stellt sind. Zum einen verschmälern diese die Gehwege weiter und zum an-
deren besteht dadurch kein ausreichender Diebstahlschutz. Außerdem wur-
den in Gesprächen mit Bewohnern der Nordstadt die Vielzahl an herrenlo-
sen Fahrrädern thematisiert und als störend beschrieben.
Der Bonner Hauptbahnhof wird von sämtlichen Bus- und Bahnlinien im Un-
tersuchungsgebiet angefahren und ist je nach Haltestelle in 2 bis 20 Minuten
zu erreichen. Mit dem vorhandenen ÖPNV-Angebot wird eine sehr gute Er-
reichbarkeit des gesamten Stadtgebiets gewährleistet. Darüberhinaus beste-
hen über die Stadtbahnlinie 66 direkte Verbindungen bis nach Siegburg und
Bad Honnef. Über den Hauptbahnhof besteht Zugang zum Regional- und
Fernverkehr.
2.2.3 Radverkehr
Der Großteil der Hauptverkehrsstraßen in der Nordstadt sind mit eigenstän-
digen Radverkehrsanlagen ausgestattet. So sind auf der Bornheimer Straße,
der Oxfordstraße, dem Berliner Platz, der östlichen Seite des Hochstaden-
rings und des Kaiser-Karl-Rings sowie auf der Kölnstraße zwischen Oxford-
straße und Wilhelmsplatz Schutzstreifen abmarkiert. Auf der Thomastraße
und der Kölnstraße westlich des Kaiser-Karl-Rings befinden sich Radwege
auf dem Hochbord. Lediglich auf dem Abschnitt der Kölnstraße zwischen
Kaiser-Karl-Ring und Wilhelmsplatz befinden sich keine eigenständigen
Radverkehrsanlagen und der Radverkehr wird auf der Fahrbahn im Misch-
verkehr mit dem Kfz-Verkehr geführt.
Des Weiteren sind im Untersuchungsgebiet Fahrradstraßen eingerichtet. Die
Stadt Bonn hat sich als Ziel gesetzt, Fahrradhauptstadt im Jahr 2020 zu wer-
den. Im Zuge dieser Zielsetzung wurde 2012 ein Fahrradstraßenkonzept
entwickelt, mit dem Ziel die Ausweisung von Fahrradstraßen zu prüfen und
ein stadtweites Fahrradstraßennetz zu entwickeln. In Fahrradstraßen gilt
grundsätzlich eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Dabei haben Fahr-
räder auf Fahrradstraßen Vorrang gegenüber dem Kfz-Verkehr und das Ne-
beneinanderfahren von Fahrrädern ist erlaubt. Die Fahrradstraßen erhalten
am Beginn und am Ende eine Beschilderung nach StVO (Zeichen Nr. 244).
Es sind in regelmäßigen Abständen Fahrradpiktogramme mit Richtungspfei-
len markiert. Die zum Zeitpunkt dieser Erhebung vorhandenen Fahrradstra-
ßen im Untersuchungsgebiet sind: die Breite Straße, die Paulstraße, die Ge-
orgstraße sowie die Ellerstraße nördlich der Dorotheenstraße. Diese sind
allesamt für den Kfz-Verkehr freigegeben. Weiterhin ist geplant, dass der
restliche Teil der Ellerstraße sowie die Heerstraße ebenfalls als Fahrradstra-
ßen eingerichtet werden. Bild 2-2: Schmaler Gehweg
PeterstraßeSeite 11 von 190

Parkraumuntersuchung Bonn-Nordstadt
Runge IVP
6
1 Landgericht 209 211 1474 73 1967
2 Stadthaus 242 203 300 81 826
3 Heerstraße Nord 266 129 0 173 568
4 Hallenbad 357 187 0 53 597
5 Frauenmuseum 541 66 0 158 765
6 Eifelstraße 528 204 0 118 850
7 Schulzentrum 597 257 0 246 1100
8 Altes Poststadion 349 206 0 249 804
Summe 3.089 1.463 1.774 1.151 7.477
Anteil in % 41,3 19,6 23,7 15,4 100,0
private
Stellplätze
Verkehrszelle öffentliche
Parkstände
öffentlich zugängliche
Stellplätze
(Kunden / Mitarbeiter)
öffentlich zugängliche
Stellplätze
(Parkhäuser)
Summe
3 Parkraumangebot
Das Angebot an öffentlichen Parkständen und privaten Stellplätzen wurde
im Sommer 2016 durch Begehungen flächendeckend für das gesamte Un-
tersuchungsgebiet erhoben. Nicht zugängliche private Bereiche wurden über
Luftbilder ausgewertet. Die Bestandsaufnahme umfasste neben der Anzahl
der Parkstände und Stellplätze auch die Art der Parkstände (Längsparken,
Senkrechtparken, ...), die Art der Bewirtschaftung und die jeweiligen Ver-
kehrsregelungen (Park- und Halteverbote). In der Bonner Nordstadt besteht
für Gastronomen die Möglichkeit im Sommer (für 6 Monate) Parkstände für
Außengastronomie zu nutzen. Das aufgenommene Parkraumangebot unter-
scheidet sich somit von dem Parkraumangebot im Winter. Private Stellplätze
wurden getrennt nach ebenerdigen Stellplätzen und Garagen aufgenom-
men. Tiefgaragenplätze konnten nicht eingesehen werden und wurden dem-
nach lediglich geschätzt.
Das Untersuchungsgebiet wird entsprechend der Struktur des Untersu-
chungsgebietes in acht Verkehrszellen eingeteilt. Bild 3–1 zeigt die Abgren-
zung des Untersuchungsgebietes.
Im Untersuchungsgebiet Bonn-Nordstadt gab es zum Erhebungszeitraum
rund 7.500 Parkstände und Stellplätze, die sich in ca. 3.100 (41 %) öffentli-
che Parkstände, etwa 3.240 (43 %) öffentlich zugängliche Stellplätze und
rund 1.150 (15 %) private Stellplätze untergliedern. Das Parkraumangebot in
den einzelnen Verkehrszellen geht aus der nachfolgenden Tabelle 3-1 her-
vor.
Die Anzahl der privaten Tiefgaragenstellplätze kann mit rund 1.700 Plätzen
angenommen werden.
3.1 Parken im öffentlichen Straßenraum
In Bild 3-2 auf der nachfolgenden Seite wird das öffentliche und öffentlich
zugängliche Parkraumangebot räumlich dargestellt.
Die Anlagen 1.2a und 1.2b differenzieren das Parkraumangebot für die ein-
zelnen Straßenabschnitte sowie die vier Verkehrszellen und machen Anga-
ben zur Art der Bewirtschaftung.
Mit etwa 1.700 Parkständen (55 %) wird der Großteil der öffentlichen Park-
stände nicht bewirtschaftet. Allerdings ist hierbei zwischen den beiden Teil-
Verkehrszelle 8:
Altes Poststadion
Verkehrszelle 7:
Schulzentrum
Verkehrszelle 6:
Eifelstraße
Verkehrszelle 5:
Frauenmuseum
Verkehrszelle 4:
Hallenbad
Verkehrszelle 2:
Stadthaus
Verkehrszelle 3:
Heerstraße Nord
Verkehrszelle 1:
Landgericht
Bild 3-1: Übersichtsplan Untersuchungsgebiet Bonn-Nordstadt
Tabelle 3-1: Parkraumangebot in Bonn-NordstadtSeite 12 von 190

Parkraumuntersuchung Bonn-Nordstadt
Runge IVP
7
Bild 3-2: Parkstände im Untersuchungsgebiet Bonn-NordstadtSeite 13 von 190

Parkraumuntersuchung Bonn-Nordstadt
Runge IVP
8
1 Landgericht 914 320 73 211 1474 209
2 Stadthaus 1540 539 81 203 300 242
3 Heerstraße Nord 2398 839 173 129 0 266
4 Hallenbad 1396 489 53 187 0 357
5 Frauenmuseum 2635 922 158 66 0 541
6 Eifelstraße 2497 1049 118 204 0 528
7 Schulzentrum 1401 588 246 257 0 597
8 Altes Poststadion 1221 513 249 206 0 349
Summe 14.002 5.259 1.151 1.463 1.774 3.089
Verkehrszelle Einwohner zugelassene
Kfz
private
Stellplätze
öffentlich
zugängliche
Stellplätze
(Parkhäuser)
öffentliche
Parkstände
öffentlich
zugängliche
Stellplätze
(ebenerdig)
gebieten zu unterscheiden. Während im Gebiet westlich des Kaiser-Karl-
Rings nahezu alle Parkstände unbewirtschaftet sind (98 %), sind im östli-
chen Gebiet 1.356 der 1.615 Parkstände bewirtschaftet (84 %). Das nachfol-
gende Bild 3-3 zeigt die Verteilung der Art der Parkraumbewirtschaftung der
öffentlichen Parkstände im Teilgebiet Nordstadt Ost.
tigung:
Der Berechtigte
 muss mit Hauptwohnsitz im Gebiet gemeldet sein,
 ein dauernd auf sich als Halter oder auf die Anschrift zugelassenes Fahr-
zeug besitzen und
 weder über eine Garage oder sonstige Abstellmöglichkeit verfügen.
Auffällig am bestehenden Parkraumangebot im Teilgebiet östlich des Kaiser-
Karl-Rings ist die Vielfalt der Parkregelungen mit unterschiedlichen Ein-
schränkungen, auch in gleichen Straßenzügen. Die Bewirtschaftung erfolgt
nicht einheitlich und ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Im Zeit-
raum von 9:00 bis 18:00 Uhr ist ein Großteil der Parkstände (45 %) uneinge-
schränkt nutzbar, da neben den unbewirtschafteten Parkständen auch die
auf die Abendstunden beschränkten Bewohnerparkstände in diesem Zeit-
raum ohne Einschränkungen genutzt werden dürfen.
3.2 Stellplatzangebot
Das Stellplatzangebot nach Verkehrszellen wird in Anlage 1.3 grafisch dar-
gestellt. Hinzuweisen ist auf gewisse Ungenauigkeiten, da für die Erhebung
nicht immer eine Zugänglichkeit in beispielsweise Innenbereiche bestand.
Auch konnte nicht beurteilt werden, ob Garagenplätze tatsächlich als Ab-
stellanlagen für Autos genutzt wurden oder ob eine Fehlnutzung (z.B. als
Abstellraum) vorlag. Die Tabelle 3-2 stellt das Stellplatz- und Parkstandan-
Tabelle 3-2: Einwohner und Stellplatzangebot
Die Parkscheibenregelung gilt größtenteils werktags zwischen 08:00 und
19:00 Uhr. Die Höchstparkdauer liegt bei 2 Stunden. Außerhalb dieser Zei-
ten kann auf diesen Parkständen ohne Einschränkung geparkt werden.
Die Parkscheinregelung gilt werktags zwischen 09:00 und 18:00 Uhr. Die
Parkgebühren liegen bei 2,00 € pro Stunde. Die Parkdauer ist auf 2 Stunden
beschränkt. Außerhalb dieser Zeiten kann auf diesen Parkständen ohne Ein-
schränkung geparkt werden.
Die Bewohnerparkregelung im Untersuchungsgebiet wird nach dem soge-
nannten Trennprinzip betrieben. Das bedeutet, dass es gekennzeichnete
Bewohnerparkstände gibt, die den gesamten Tag oder zeitweise zwischen
18 und 9 Uhr (Bewohner abends) nur von Fahrzeugen der Bewohner mit
einer gültigen Bewohnerparkberechtigung, in diesem Fall ein Bewohnerpark-
ausweis der Zonen D bzw. E, beparkt werden dürfen. Die Ausstellung der
Bewohnerberechtigung kostet eine Gebühr von 30 € im Jahr (24 Monate:
55 €). Es gelten folgende Regelungen zum Erhalt der Bewohnerparkberech-
Bild 3-3: Art der Parkraumbewirtschaftung in Nordstadt Ost
16%
18%
9%28%
29%
Parkraumbewirtschaftung
unbewirtschaf tet
Parkscheibe
Parkschein
Bewohner ganztags
Bewohner abendsSeite 14 von 190

Parkraumuntersuchung Bonn-Nordstadt
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gebot den Einwohnerzahlen und der Anzahl der gemeldeten Kfz in den Ver-
kehrszellen gegenüber.
Im gesamten Untersuchungsgebiet besteht ein Stellplatzdefizit, wenn die
Anzahl der gemeldeten Kfz auf die Anzahl der privaten Stellplätze bezogen
wird. Es ist zu beachten, dass zu den angegebenen privaten Stellplätzen,
weitere Tiefgaragenplätze hinzukommen. Die Anzahl der nicht öffentlich zu-
gänglichen Tiefgaragenstellplätze liegt bei schätzungsweise 1.700 Plätzen
im gesamten Untersuchungsgebiet. Aufgrund des vorhandenen Stellplatzde-
fizit ist das Parken auf öffentlichen Parkständen von einem Großteil der Be-
wohner notwendig.
Rechnerisch beträgt das Defizit, bei 5.259 zugelassenen Kfz im Untersu-
chungsgebiet, etwa 2.400 Kfz, die auf den öffentlichen Parkraum auswei-
chen müssen.
3.3 Radabstellanlagen
Neben dem Parkraumangebot für Kfz wurden im Gebiet Nordstadt Ost auch
die Radabstellanlagen aufgenommen. Dabei wurden im Gebiet Innere Nord-
stadt 1.109 öffentliche Fahrradstellplätze gezählt. Die Fahrradstellplatze ver-
teilen sich wie folgt auf die Verkehrszellen:
 Verkehrszelle 1 („Landgericht“): 228 Fahrradstellplätze,
 Verkehrszelle 2 („Stadthaus“): 122 Fahrradstellplätze,
 Verkehrszelle 3 („Heerstraße Nord“): 112 Fahrradstellplätze,
 Verkehrszelle 4 („Hallenbad“): 270 Fahrradstellplätze,
 Verkehrszelle 5 („Frauenmuseum“): 377 Fahrradstellplätze.
Im Untersuchungsgebiet kommen dabei insgesamt 8 verschiedene Typen
von Radabstellanlagen zum Einsatz:
Foto 3-1: Vorderradständer Typ 1
Foto 3-3: Vorderradständer Typ 3 Foto 3-4: Vorderradständer Typ 3
Foto 3-5: Bügel Typ 1 Foto 3-6: Bügel Typ 1
Foto 3-2: Vorderradständer Typ 2 Foto 3-7: Baumscheibenbügel Foto 3-8: GelenkständerSeite 15 von 190

Parkraumuntersuchung Bonn-Nordstadt
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4 Parkraumnachfrage
4.1 Parkraumnachfrageerhebung
Die Parkraumnachfrage im öffentlichen Bereich wurde am Dienstag, den
06.09.2016 für das Gebiet westlich des Kaiser-Karl-Rings und am Donners-
tag, den 08.09.2016 östlich des Kaiser-Karl-Rings erhoben. Dabei wurden
stündlich zwischen 6:00 und 20:00 Uhr Begehungen der Straßenräume und
Parkplätze durchgeführt, bei denen die Kennzeichen der parkenden Kfz fest-
gehalten wurden. Neben der Auslastung des Parkraums in der Nordstadt
lassen sich über die Verhaltensweisen (Ankunfts– und Abfahrtszeiten, Park-
dauer) Rückschlüsse auf die Nutzer der Parkstände (Anwohner, Beschäftig-
te, Besucher) ziehen. Zusätzlich fand eine Erhebung der Parkraumnachfra-
ge in der Nacht zwischen 02:00 und 04:00 Uhr statt, um in dieser Zeit das
maximale Anwohnerparkbedürfnis festzustellen.
4.2 Parkraumbelegung im Untersuchungsgebiet
Die beiden Teilgebiete östlich und westlich der Kaiser-Karl-Straße werden im
Folgenden getrennt ausgewertet, da diese Gebiete sich sowohl in der vor-
handen Baustruktur als auch in der Bewirtschaftung der Parkstände grundle-
gend unterscheiden.
4.2.1 Parkraumnachfrage Nordstadt Ost
Am 08.09.2016 standen im Gebiet Nordstadt Ost 1.569 Parkstände zur Ver-
fügung. Die restlichen 46 Parkstände entfielen baustellenbedingt bzw. auf-
grund temporärer Haltverbote (Umzug). Die Parkraumbelegung in den ein-
zelnen Straßenräumen und zusammenfassend für die einzelnen Verkehrs-
zellen des östlichen Teilgebiets (1 bis 5) wird in der Anlagengruppe 2 de-
tailliert dargestellt. Neben den absoluten Zahlen der Parkraumbelegung ist
die Parkraumauslastung des gesamten Untersuchungsgebiet zu unter-
schiedlichen Tageszeiten in der Anlagengruppe 4 grafisch aufbereitet. Für
das gesamte Teilgebiet Nordstadt Ost zeigt das nachfolgende Bild 4-1 die
Parkraumnachfrage im Tagesgang.
Die nächtliche Parkraumbelegung lag im Gebiet Nordstadt Ost bei rund
94 %. Insgesamt wurden 1.472 parkende Pkw in der Nacht erfasst. Die
nächtliche Auslastung ist als sehr hoch einzustufen. In den Verkehrszellen 3
(„Stadthaus“, 107 %) und 5 („Frauenmuseum“, 102 %) übersteigt die nächtli-
che Parkraumnachfrage sogar das vorhandene Parkraumangebot.
Im Verlauf der Morgenstunden ist bis 9:00 Uhr ein Rückgang der Parkraum-
nachfrage (78 %) zu erkennen, da der ausfahrende Berufsverkehr der Be-
wohner den einfahrenden Berufsverkehr, der im öffentlichen Straßenraum
parkt, übersteigt.
Durch den Anstieg an Kurzzeitparkern steigt die Parkraumnachfrage ab
10:00 Uhr wieder an. In der Zeit zwischen 12:00 Uhr und 16:00 Uhr ist eine
konstante Parkraumnachfrage (83 % - 84 %) zu verzeichnen.
In den Abendstunden steigt die Parkraumnachfrage weiter an, da die An-
wohner am Feierabend wieder zurückkehren. Um 19:00 Uhr wurden mit
1.446 parkenden Kfz eine ähnlich hohe Parkraumnachfrage (92 %) wie in
der Nacht erfasst.
Insgesamt wurden während der Parkraumerhebung 4.695 Parkvorgänge
erfasst. Unberücksichtigt blieben dabei Kurzzeitparkvorgänge mit einer Park-
dauer unter einer Stunde, die mit Ankunfts– und Abfahrtszeit außerhalb der
Erhebungsintervalle lagen. Erfahrungsgemäß kann die Anzahl der Parkvor-
gänge um rund 10 % erhöht werden, um die Gesamtzahl korrekt zu be-
Bild 4-1: Parkraumnachfrage 08.09.2016, Nordstadt-Ost
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schreiben. Bei etwa 5.150 Parkvorgängen am Tag beträgt der durchschnittli-
che Umschlag dann 3,3 Kfz je Parkstand. Erfasst wurde ein mittlerer Um-
schlag von etwa 3,0 Parkvorgängen.
4.2.2 Parkraumnachfrage Nordstadt West
Am 06.09.2016 standen im Gebiet Nordstadt West baustellenbedingt 1.472
Parkstände zur Verfügung. 3 Parkstände entfielen baustellenbedingt auf der
Bornheimer Straße. Für die Ellerstraße südlich der Dorotheenstraße sowie
für die Nonnstraße stehen lediglich für den Nachtzeitraum Erhebungsdaten
zur Verfügung, sodass lediglich 1.274 Parkstände bei der Kennzeichenerfas-
sung erfasst wurden. Die Parkraumbelegung in den einzelnen Straßenräu-
men und zusammenfassend für die einzelnen Verkehrszellen des westlichen
Teilgebiets (6 bis 8) wird in der Anlagengruppe 3 detailliert dargestellt. Ne-
ben den absoluten Zahlen der Parkraumbelegung ist die Parkraumauslas-
tung des gesamten Untersuchungsgebietes zu unterschiedlichen Tageszei-
ten in der Anlagengruppe 4 grafisch aufbereitet. Für das gesamte Teilge-
biet Nordstadt West zeigt das nachfolgende Bild 4-2 die Parkraumnachfrage
im Tagesgang.
Die nächtliche Parkraumbelegung lag im Gebiet Nordstadt Ost bei rund
80 %. Insgesamt wurden 1.024 parkende Pkw in der Nacht erfasst. Die
nächtliche Auslastung ist für das gesamte Teilgebiet als moderat einzustu-
fen. Die Verkehrszelle 6 („Eifelstraße“) ist nachts jedoch gänzlich ausgelas-
tet (98 %). Die Verkehrszelle 7 („Schulzentrum“) weist eine moderate nächtli-
che Auslastung auf (79 %) und die nächtliche Auslastung der Verkehrszelle
8 („Altes Poststadion“, 68 %) ist gering.
Die Auslastung in Nordstadt West steigt in den Morgenstunden an. Zwi-
schen 7:00 Uhr und 12:00 Uhr lag die Auslastung durchgehend zwischen 91
% und 93 %. Während die Verkehrszelle 6 im gesamten Tagesverlauf eine
hohe Auslastung aufwies, war die Verkehrszelle 7 („Schulzentrum“) zwi-
schen 7:00 Uhr und 11:00 Uhr überlastet (> 100 %). Auch in der Verkehrs-
zelle 8 ist die Auslastung in der Zeit zwischen 7:00 Uhr und 12:00 Uhr am
höchsten (83 % bis 87 %).
Zwischen 13:00 und 18:00 Uhr ist eine rückläufige Parkraumnachfrage zu
verzeichnen. Die Auslastung lag um 18:00 bei 77 %. Um 19:00 Uhr stieg die
Nachfrage, durch heimkehrende Bewohner, auf 81 % und somit in etwa auf
die nächtliche Parkraumauslastung an.
Bild 4-2: Parkraumnachfrage 06.09.2016, Nordstadt-West
Es wurden ohne die nächtlich aufgenommenen Kfz der südlichen Ellerstraße
und der Nonnstraße 2.962 Parkvorgänge registriert. Unberücksichtigt blie-
ben dabei Kurzzeitparkvorgänge mit einer Parkdauer unter einer Stunde, die
mit Ankunfts– und Abfahrtszeit außerhalb der Erhebungsintervalle lagen.
Erfahrungsgemäß kann die Anzahl der Parkvorgänge um rund 10 % erhöht
werden, um die Gesamtzahl korrekt zu beschreiben. Bei etwa 3.260 Park-
vorgängen am Tag beträgt der durchschnittliche Umschlag dann 2,6 Kfz je
Parkstand. Erfasst wurde ein mittlerer Umschlag von etwa 2,3 Parkvorgän-
gen. Somit ist der Parkstandumschlag deutlich geringer als im Teilgebiet
Nordstadt Ost.
Insgesamt sind aus der Parkraumnachfrage der Gebiete Konflikte zu erken-
nen. Zum einen übersteigt das nächtliche Bewohnerparkbedürfnis in einigen
Bereichen das Parkraumangebot und zum anderen treten auch tagsüber
abschnittsweise insbesondere im Bereich der Schulen westlich des Kaiser-
Karl-Rings Überlastungen auf.
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5 Parkraumbilanzen
5.1 Parkverhalten der Nutzergruppen
In der Parkraumbilanzierung werden grundsätzlich drei Nutzergruppen un-
terschieden:
 Bewohner,
 Beschäftigte,
 Besucher.
Diese Nutzergruppen haben unterschiedliche Ansprüche an den Parkraum,
welche aufgrund des beschränkten Parkraums in Nordstadt in Verbindung
mit verhältnismäßig wenigen privaten Stellplätzen nicht umfassend erfüllt
werden können. Das Parkverhalten und die Ansprüche der einzelnen Nut-
zergruppen können wie folgt beschrieben werden.
 Bewohner
Bewohner sind Langzeitparker und benötigen den gesamten Tag über Park-
raum. Die höchste Nachfrage findet allerdings in den Nachmittags-, Abend-
und Nachtstunden, also zwischen Feierabend und Arbeitsbeginn am nächs-
ten Tag, statt. Dabei fragen Anwohner Parkstände in möglichst naher Entfer-
nung zu ihrer Wohnung nach. Außerhalb verdichteter Innenstadtgebiete füh-
ren bereits relativ geringe Fußwegeentfernungen zwischen Wohnung und
abgestelltem Kfz zu Klagen. Die Kostenakzeptanz der Bewohner ist gering.
Bei der Parkraumnachfrageerhebung wurden alle nächtlichen Parker in den
Straßenräumen der Nutzergruppe Bewohner zugeordnet, unabhängig vom
Ortskennzeichen des Kfz. Weiterhin ist das Bewohnerparkverhalten durch
die Ankunft am Nachmittag und eine Parkraumbelegung bis in den Abend zu
kennzeichnen.
 Beschäftigte
Diese Nutzergruppe beansprucht den Parkraum hauptsächlich tagsüber.
Dabei werden die Parkstände meist in den Morgenstunden (zwischen 5 und
9 Uhr) zu Arbeitsbeginn angefahren, über einen langen Zeitraum (etwa 5 bis
11 Stunden) belegt und erst zum Feierabend am Nachmittag bzw. Abend
wieder verlassen. Die Mindestparkdauer zur Klassifizierung der Beschäftig-
tenparker beträgt 4 Stunden.
Die Kostenakzeptanz von Beschäftigtenparkern ist gering. Deswegen wer-
den bei kostenfreien Parkmöglichkeiten auch lange Fußwege akzeptiert.
 Besucher / Kunden
Zu der Nutzergruppe der Besucher zählen sowohl die Besucher der Anwoh-
ner sowie die Kunden der Geschäfte und Dienstleistungseinrichtungen im
Ortsteil Nordstadt.
Besucherverkehr kann bereits relativ früh in den Morgenstunden (in der Re-
gel ab 8 Uhr) auftreten. Der Kundenverkehr beschränkt sich auf die Öff-
nungszeiten der jeweiligen Einrichtungen. In der Auswertung der Parkraum-
erhebungen werden Kurzzeitparkvorgänge unterhalb einer Parkdauer von 4
Stunden als Besucherparker identifiziert.
Die Ansprüche an den Parkraum ist bei den einzelnen Besuchergruppen
sehr unterschiedlich ausgeprägt. Privatbesucher von Bewohnern beanspru-
chen in der Regel einen Kfz-Parkstand in direkter Nähe ihres Zieles. Auch
Kunden haben bei Kurzzeitparkvorgängen nur eine geringe Entfernungsak-
zeptanz, nehmen allerdings auch größere Entfernungen zu Fuß in Kauf,
wenn Parkgebühren vermieden werden können.
Im Folgenden erfolgt eine Bilanzierung gemäß der einzelnen Nutzergruppen.
Dabei erfolgt auch eine Dokumentation der festgestellten Mängel und Prob-
leme.
5.2 Parkraumbilanz der Teilgebiete
5.2.1 Parkraumbilanz Nordstadt Ost
An einem typischen Wochentag (Montag bis Freitag) können im Untersu-
chungsgebiet östlich des Kaiser-Karl-Rings rund 4.700 Parkvorgänge im
öffentlichen Straßenraum festgestellt werden.
Die Parkvorgänge im öffentlichen Parkraum teilen sich wie folgt auf die ein-
zelnen Nutzergruppen auf:
 ca. 2.000 Parkvorgänge durch Bewohner (43 %), weitere rund 380 An-
wohner-Pkw waren in den Straßenräumen abgestellt, wurden aber nicht
bewegt.
 Ca. 350 Parkvorgänge durch Beschäftigte (7 %),
 ca. 2.350 Parkvorgänger durch Kunden und Besucher (50 %).Seite 18 von 190

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Auslastung der Parkstände in %
Die nächtliche Parkraumauslastung ist im Teilgebiet Nordstadt Ost am
höchsten (s. Bild 5-1). Der mittlere Parkstandumschlag liegt im Durchschnitt
bei 3,0 Parkvorgängen je Parkstand, wobei der mittlere Umschlag im Gebiet
Nordstadt Ost von Osten nach Westen abnimmt. Die mittlere Parkdauer be-
trägt etwa 3,5 Stunden.
 Bewohner
Die Tagesganglinie für die Belegung der Parkstände durch die Bewohner
zeigt Bild 5-2 auf der folgenden Seite. Am typischen Tag werden rund 2.000
Bewohnerparkvorgänge festgestellt, die rund 4.000 Kfz-Fahrten erzeugen.
Die mittlere Parkdauer aller Anwohnerfahrzeuge wird mit 3:26 Stunden be-
rechnet.
Die maximale Parkraumbelegung tritt in der Nacht auf und umfasst 1.472
Anwohner-Kfz. Damit sind 94 % des Parkraums belegt. Das ist zugleich die
höchste Parkraumbelegung des gesamten Tages. Das nächtliche Anwoh-
nerparkbedürfnis kann in vielen Bereichen nicht abgedeckt werden, wobei
insbesondere im Osten aber auch im Süden des Untersuchungsgebiets
Nordstadt Ost freie Kapazitäten vorhanden sind. Eine Vielzahl an Straßen
bzw. Straßenzügen ist nachts vollkommen ausgelastet oder sogar überlas-
tet, das heißt es werden Fahrzeuge in Parkverbotsbereichen (z.B. in zweiter
Reihe) abgestellt:
 Annagraben zwischen Friedensplatzgarage und Alexanderstraße: 115 %
 Breite Straße zwischen Dorotheenstraße und Kölnstraße: 103 %
 Dorotheenstraße sämtlichen Abschnitten: 103 % - 105 %
 Heerstraße zwischen Dorotheenstraße und Kölnstraße: 115 %
 Paulstraße: 106 %
 Peterstraße: 125 %
 Adolfstraße zwischen Bornheimer Straße und Dorotheenstraße: 109 %
 Am Frankenbad: 130 %
 Vorgebirgsstraße: 103 %
 Georgstraße zwischen Heerstraße und Adolfstraße: 102 %
 Im Krausfeld zwischen Adolfstraße und Kaiser-Karl-Ring: 119 %
 Kölnstraße zwischen Adolfstraße und Kaiser-Karl-Ring: 120 %
 Michaelstraße: 125 %
Bewohner Beschäftigte Besucher
Bild 5-1: Parkraumnachfrage der Nutzergruppen Nordstadt Ost, 08.09.2016
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 Pipinstraße: 106 %
In der Zeit vom Vormittag bis zum frühen Nachmittag sind in den Straßen-
räumen rund 730 Anwohnerfahrzeuge abgestellt und belegen rund 46 % des
Parkraums. Am Mittag und Nachmittag bestehen für Bewohner nur kleinräu-
mige Defizite, denen teilweise mit den vorhandenen Bewohnerparkregelun-
gen vorgebeugt wird. Am Abend bestehen für Anwohner die größten
Schwierigkeiten einen freien Abstellplatz für ihr Fahrzeug zu finden. Neben
den nächtlich überlasteten Straßenzügen weisen folgende Straßenzüge am
zwischen 17:00 und 19:00 Uhr Überlastungen auf:
 Alexanderstraße: bis zu 124 %
 Annagraben zwischen Alexanderstraße und Kölnstraße: bis zu 104 %
 Franzstraße zwischen Weiherstraße und Heerstraße: bis zu 108 %
 Wolfstraße: bis zu 105 %Seite 19 von 190

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Bild 5-2: Parkraumnachfrage Bewohner Nordstadt Ost [Kfz/h]
Bild 5-3: Parkraumnachfrage Beschäftigte Nordstadt Ost [Kfz/h]
Bild 5-4: Parkraumnachfrage Besucher/Kunden Nordstadt Ost [Kfz/h]
 Beschäftigte
Bild 5-3 zeigt die Tagesganglinie die Parkraumnachfrage durch die Gruppe
der Beschäftigten. Am typischen Wochentag treten rund 350 Parkvorgänge
durch diese Nutzergruppe im öffentlichen Straßenraum auf und erzeugen
ein Verkehrsaufkommen von rund 700 Kfz-Fahrten. Die Beschäftigten stel-
len die kleinste Nutzergruppe im Untersuchungsgebiet dar. Der Großteil der
Beschäftigten im Gebiet Nordstadt Ost stellt sein Fahrzeug auf Stellplätzen,
entweder in Parkhäusern oder eigenen Mitarbeiterparkplätzen, ab. Die
durchschnittliche Parkdauer der Beschäftigtenparker beträgt im öffentlichen
Straßenraum 6,5 Stunden, sodass die Parkstände über einen langen Tages-
zeitraum belegt werden.
Die Beschäftigtenparker fahren überwiegend zwischen 7:00 und 9:00 Uhr in
das Untersuchungsgebiet ein. Bis 13:00 Uhr steigt das Aufkommen an par-
kenden Fahrzeugen von Beschäftigten an. Aufgrund der vorhandenen Park-
raumbewirtschaftungen (Parkdauerbeschränkung und Bewohnerparken)
können Beschäftigte weniger als die Hälfte der Parkstände legal nutzen.
Teilweise werden die einschränkenden Parkregelungen allerdings missach-
tet. Eine Konzentration von Beschäftigtenparkern im Teilgebiet Nordstadt
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Ost ist nicht zu erkennen. Lediglich die folgenden 5 Straßenzügen weisen
einen hohen Anteil an Beschäftigtenparkern (< 35 %) auf:
 Schützenstraße: bis zu 40 %
 Stiftsgasse: bis zu 40 %
 Bornheimer Straße zwischen Berliner Platz und Heerstraße: bis zu 38 %
 Am Frankenbad: bis zu 50 %
 Kölnstraße zwischen Adolfstraße und Kaiser-Karl-Ring: bis zu 38 %
Dabei sind dies größtenteils relativ kleine Straßenzüge mit einem geringen
Parkraumangebot, sodass die absolute Anzahl an Beschäftigtenparkern
auch in diesen Straßenzügen gering ist. Eine Ausnahme bildet hierbei der
Abschnitt der Kölnstraße, in dem bis zu 15 der 40 vorhandenen Parkstände
im Bereich des dort vorhandenen Nebenzentrums gleichzeitig durch Kfz von
Beschäftigten belegt sind.
 Besucher
Die Ganglinie der Besucherparker ist in Bild 5-4 dargestellt. Während der
Parkraumerhebung wurden 1.965 Besucherparker mit einer durchschnittli-
chen Parkdauer von 1:20 Stunden erfasst. Unter Berücksichtigung von Kurz-
zeitparkvorgängen, die außerhalb der Erhebungsrunden des Zählpersonals
stattfanden, kann von rund 2.300 Besucherparkern ausgegangen werden,
die 4.600 Kfz-Fahrten im Untersuchungsgebiet erzeugen.
Das Besucher- bzw. Kundenaufkommen ist im Untersuchungsgebiet hetero-
gen, was im Zusammenhang mit der umgebenden Nutzungsstruktur und der
(daraufhin angepassten) Parkraumbewirtschaftung steht. So ist das Besu-
cheraufkommen im östlichen Bereich, angrenzend an die Bonner Innenstadt,
am höchsten. Auch im direkten Umfeld des Stadthauses ist das Besucher-
bzw. Kundenparken ausgeprägt.
Die maximale Anzahl von abgestellten Besucher-Kfz wurde am frühen
Abend mit 365 Kfz festgestellt. In dieser Zeit wurde 23 % des Parkraums
durch Besucherfahrzeuge belegt. Ab 11 Uhr war die Anzahl der Besucher-
Kfz durchgehend höher als 300 Kfz.
Für Kunden und Besucher stehen im Tagesverlauf bis nachmittags größten-
teils genügend freie Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Insbesondere in Stra-
ßen mit für Besucher und Kunden vorgesehene Parkstände, die mit Park-
scheinregelung oder Parkscheibenregelung bewirtschaftet sind, haben diese
hohe Chancen einen freien Parkstand vorzufinden. Die Besucher der Quar-
tiersbewohner konkurrieren abends allerdings mit den Bewohnern um freie
Parkstände, sodass auch weitere Fußwege in Kauf zu nehmen sind oder
eine längerer Parksuchverkehr auftritt.
5.2.2 Parkraumbilanz Nordstadt West
Im Untersuchungsgebiet westlich des Kaiser-Karl-Rings können an einem
typischen Wochentag rund 2.900 Parkvorgänge im öffentlichen Straßenraum
festgestellt werden.
Die Parkvorgänge im öffentlichen Parkraum teilen sich wie folgt auf die ein-
zelnen Nutzergruppen auf:
 ca. 1.150 Parkvorgänge durch Bewohner (40 %), weitere rund 380 An-
wohner-Pkw waren in den Straßenräumen abgestellt, wurden aber nicht
bewegt.
 Ca. 500 Parkvorgänge durch Beschäftigte (17 %),
 ca. 1.250 Parkvorgänger durch Kunden und Besucher (43 %).
Die nächtliche Parkraumauslastung ist im Teilgebiet Nordstadt Ost am
höchsten (s. Bild 5-1). Der mittlere Parkstandumschlag liegt im Durchschnitt
bei 3,0 Parkvorgängen je Parkstand, wobei der mittlere Umschlag im Gebiet
Nordstadt Ost von Osten nach Westen abnimmt. Die mittlere Parkdauer be-
trägt etwa 3,5 Stunden.
 Bewohner
Die Tagesganglinie für die Belegung der Parkstände durch die Bewohner
zeigt Bild 5-5 auf der folgenden Seite. Am typischen Tag werden rund 1.150
Bewohnerparkvorgänge festgestellt, die rund 2.300 Kfz-Fahrten erzeugen.
Die mittlere Parkdauer aller Anwohnerfahrzeuge wird mit 3:26 Stunden be-
rechnet.
Die maximale Parkraumbelegung durch Bewohner tritt in der Nacht auf und
umfasst 1.022 Anwohner-Kfz. Damit sind 69 % des Parkraums belegt. Das
nächtliche Anwohnerparkbedürfnis kann in vielen Bereichen abgedeckt wer-
den, wobei kleinräumig in den folgenden Straßenzügen Defizite mit Überlas-
tungen des Parkraums auftreten:Seite 21 von 190

Parkraumuntersuchung Bonn-Nordstadt
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Bild 5-5: Parkraumnachfrage Bewohner Nordstadt West [Kfz/h]
Bild 5-6: Parkraumnachfrage Beschäftigte Nordstadt West [Kfz/h]
Bild 5-7: Parkraumnachfrage Besucher/Kunden Nordstadt West [Kfz/h]
 Ellerstraße zwischen Thomastraße und Dorotheenstraße: 102 %
 Hunsrückstraße: 109 %
 Sachsenweg: 111 %
 Kaiser-Karl-Ring: 112 %
 Thuarstraße Stichstraße: 125 %
In der Zeit vom Vormittag bis zum frühen Nachmittag sind in den Straßen-
räumen zwischen 650 und 700 Anwohnerfahrzeuge abgestellt und belegen
rund 45 % des Parkraums. Am Mittag und Nachmittag bestehen für Bewoh-
ner insbesondere in Wohnstraßen nahe der Schulen Defizite. Am (späten)
Abend bestehen für Anwohner in einigen Straßen südlich der Dorotheenstra-
ße sowie am Lievelingsweg Schwierigkeiten einen freien Abstellplatz für ihr
Fahrzeug zu finden.
 Beschäftigte / Schüler
Bild 5-6 zeigt die Tagesganglinie die Parkraumnachfrage durch die Gruppe
der Beschäftigten. Der Nutzergruppe Beschäftigten werden auch Schüler,
0 200 400 600 800 1000 1200 1400
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die mit dem eigenen Pkw zur Schule anreisen, zugeordnet. Aufgrund der
zwei vorhandenen Berufskollegien mit überwiegend volljährigen Schülern
stellen diese einen großen Anteil der Nutzergruppe Beschäftigte im Teilge-
biet Nordstadt West dar. Am typischen Wochentag treten rund 500 Parkvor-
gänge durch diese Nutzergruppe im öffentlichen Straßenraum auf und er-
zeugen ein Verkehrsaufkommen von etwa 1.000 Kfz-Fahrten. Die Folgen-
den Straßen weisen einen hohen Anteil (>35 %) an Beschäftigten- und
Schülerparkern auf:
 Alemannenweg: bis zu 45 %
 Vorgebirgsstraße: bis zu 36 %
 Am Gerhardtsplatz Süd: bis zu 53 %
 Angelbisstraße: bis zu 40 %
 Dorotheenstraße zwischen Ellerstraße und Riegelerstraße: bis zu 36 %
 Kölnstraße beide Abschnitte: bis zu 49 %
 Lievelingsweg beide Abschnitte: bis zu 47 %
 Perthelsanlage: bis zu 57 %
 Riegelerstraße: bis zu 42 %
 Mackestraße sämtliche Abschnitte: bis zu 53 %
 Obernierstraße: bis zu 54 %
Die Beschäftigten stellen die kleinste Nutzergruppe im Untersuchungsgebiet
dar. Neben ausgewiesenen Lehrerparkplätzen gibt es im Untersuchungsge-
biet eine Vielzahl weiterer Mitarbeiterstellplätze, sodass weitere Beschäftigte
des Gebiets ihre Fahrzeuge auf Stellplätzen abstellen. Die durchschnittliche
Parkdauer der Beschäftigtenparker beträgt im öffentlichen Straßenraum fast
7 Stunden. Die Parkstände werden somit über einen langen Tageszeitraum
belegt.
Die Beschäftigtenparker fahren überwiegend zwischen 7:00 und 9:00 Uhr in
das Untersuchungsgebiet ein. Im Vergleich zum Teilgebiet Nordstadt Ost ist
früher (nach 11:00 Uhr) ein Rückgang an Beschäftigtenparken zu verzeich-
nen. Nahezu sämtliche Parkstände im Untersuchungsgebiet sind unbewirt-
schaftet und können somit auch von Beschäftigten ohne Einschränkungen
genutzt werden.
 Besucher
Die Ganglinie der Besucherparker ist in Bild 5-7 dargestellt. Während der
Parkraumerhebung wurden 932 Besucherparker mit einer durchschnittlichen
Parkdauer von 1:22 Stunden erfasst. Unter Berücksichtigung von Kurzzeit-
parkvorgängen, die außerhalb der Erhebungsrunden des Zählpersonals
stattfanden, kann von rund 1.250 Besucherparkern ausgegangen werden,
die 2.500 Kfz-Fahrten im Untersuchungsgebiet erzeugen.
Das Besucher- bzw. Kundenaufkommen ist nur in etwa halb so hoch wie im
Teilgebiet Nordstadt Ost. Dies liegt daran, dass in Nordstadt West weniger
Ziele, die Kundenverkehr erzeugen, vorhanden sind. Insbesondere die Tat-
sache, dass der Besucherverkehr nach 17:00 Uhr fast doppelt so hoch ist
wie in den Mittagsstunden, lässt darauf schließen, dass die Besucher der
Quartiersbewohner den größten Anteil dieser Nutzergruppe ausmachen. Die
maximale Anzahl von abgestellten Besucher-Kfz wurde am abends mit 207
Kfz festgestellt. In dieser Zeit wurde 14 % des Parkraums durch Besucher-
fahrzeuge belegt.
Für die Besucher der Quartiersbewohner ist größtenteils ausreichend Park-
raum vorhanden und es treten lediglich kleinräumige Defizite auf.
5.3 Parksuchverkehr
Parksuchverkehr tritt insbesondere in den Nachmittag- und Abendstunden
nach 17:00 Uhr auf, wenn von der Arbeit heimkehrende Bewohner sowie
Besucher einen freien Parkstand suchen und ein großer Teil der Kapazitäten
bereits belegt ist. Auch der Beschäftigten- sowie der Besucherverkehr er-
zeugen in den (frühen Vor-)Mittagsstunden Parksuchverkehr. Dieser ist
schwer zu quantifizieren. An vier Straßen wurden Videobeobachtungen mit
folgenden Ergebnissen durchgeführt:
Auf der Straße Stiftsgasse wurden zwischen 6:00 und 20:00 Uhr 193 fah-
rende Kfz gezählt. Während der Parkraumerhebung wurden 33 Parkvorgän-
ge registriert. Weiterhin befinden sich auf dieser Straße private Stellplätze
insbesondere in Form von Tiefgaragen. Die genaue Stellplatzanzahl ist da-
her nicht bekannt und wird mit etwa 30 bis 50 Stellplätzen geschätzt. Dabei
werden pro Stellplatz durchschnittlich 2 Fahrten pro Tag, also eine Einfahrt
und eine Ausfahrt, angenommen. Da die Stiftsgasse eine Einbahnstraße ist,
wird ein Fahrzeug bei der Querschnittszählung pro Parkvorgang (Ein- undSeite 23 von 190

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Ausparken) lediglich einmal erfasst. Somit können aus den Parkvorgängen
etwas weniger als die Hälfte der Fahrten auf der Stiftsgasse abgeleitet wer-
den. Da die weiteren Fahrten nicht aufgrund des Straßennetzes erklärbar
sind, ist davon auszugehen, dass ein großer Anteil davon dem Parksuchver-
kehr zuzurechnen sind.
Im Teilgebiet Nordstadt Ost fanden zwei weitere Querschnittszählungen an
den Einbahnstraßen Franzstraße und Georgstraße statt, mit denen kein
Parksuchverkehr nachgewiesen werden kann.
Auf der Franzstraße zwischen Weiherstraße und Heerstraße wurden
1.227 Kfz/14h gezählt. Demgegenüber stehen 127 erfasste Parkvorgänge.
Der Abschnitt der Franzstraße hat u.a. aufgrund der ausfahrenden Kfz der
Stadthausgarage, der über die Heerstraße verkehrt, eine gewisse Verkehrs-
bedeutung, weshalb auf Grundlage der Verkehrsmenge und den Parkvor-
gängen kein Rückschluss auf den Parksuchverkehr geschlossen werden
kann.
Die Verkehrszählung auf der Georgstraße im Bereich zwischen Adolfstraße
und Kaiser-Karl-Ring ergab eine Verkehrsmenge von 602 Kfz/14h. In die-
sem Straßenabschnitt wurden 152 Parkvorgänge registriert. Weiterhin befin-
den sich in diesem Bereich 33 private Stellplätze sowie mehrere Tiefgara-
gen, deren Anzahl an Stellplätzen nicht bekannt ist, jedoch mit ca. 60 abge-
schätzt wird, sodass durch die Stellplätze weitere rund 100 Kfz-Fahrten ab-
zuleiten sind. Der Abschnitt der Georgstraße dient allerdings zusätzlich als
Verbindung der nördlichen Abschnitte der Straßen Breite Straße, Heerstraße
und Adolfstraße sowie des östlichen Abschnitt der Georgstraße zum Kaiser-
Karl-Ring. Die daraus resultierende Verkehrsmenge ist anhand der Daten-
grundlage nicht abschätzbar. Da im untersuchten Bereich der Georgstraße
sämtliche Parkstände während des Tages unbewirtschaftet sind und einige
freie Parkstände bis zum späten Nachmittag vorhanden sind, ist davon aus-
zugehen, dass während des Tages kein Parksuchverkehr vorhanden ist. Für
die Abendstunden ist keine Aussage über den Parksuchverkehr möglich.
Im Teilgebiet Nordstadt West wurde eine Verkehrszählung an dem Sach-
senweg südlich der Einmündung Alemannenweg durchgeführt. Dabei wur-
den 256 Kfz/14h erfasst, die zu 2/3 Richtung Vorgebirgsstraße und zu 1/3
Richtung Dorotheenstraße verkehren. Am Sachsenweg wurden 110 Park-
vorgänge und auf dem Alemannenweg wurden 31 Parkvorgänge registriert.
Zusätzlich befinden sich auf beiden Straßen insgesamt 12 Garagen. Die
Fahrtenanzahl kann somit größtenteils abgeleitet werden, sodass kein Park-
suchverkehr nachweisbar ist.
5.4 Parkraumbilanzen für einzelne Bereiche
Die Anlagengruppe 4 zeigt die Auslastung des Parkraums in den einzelnen
Straßenräumen um Untersuchungsgebiet Nordstadt am typischen Wochen-
tag im 2-Stunden-Intervall.
 Verkehrszelle 1, Landgericht
Im Untersuchungsbereich Landgericht stehen 210 Parkstände zur Verfü-
gung. In diese Verkehrszelle kommen alle im Untersuchungsgebiet vorhan-
denen Bewirtschaftungsformen zum Einsatz. Die kostenpflichtigen Parkstän-
den machen dabei mit 103 Parkständen den größten Anteil. Diese befinden
sich im hauptsächlich im östlichen Bereich im Grenzgebiet zum Bonner
Zentrum. Weiterhin befinden sich in dem Abschnitt die folgenden Parkhäu-
ser mit insgesamt 1.474 Stellplätzen:
 Stiftsgarage: 495 Stellplätze (Zufahrt: Kölnstraße),
 Parkhaus Oxfordstraße (Hotel Consul): 157 Stellplätze (Zufahrt: Oxford-
straße),
 Friedensplatzgarage: 822 Stellplätze (u.a. Zufahrt: Annagraben).
Wahrend der Untersuchung standen baustellenbedingt jedoch nur 199 Park-
stände zur Verfügung.
Nachts wurden 152 parkende Kfz gezählt (siehe Anlagengruppe 2.1). Die
nächtliche Auslastung (76 %) ist in diesem Gebiet moderat. Wobei die Aus-
lastung in den einzelnen Straßenabschnitten variiert. So sind in den Straßen
Kölnstraße, Kasernenstraße und Wilhelmstraße einige freie Parkstände vor-
handen, während die Straßen Annagraben und Alexanderstraße ausgelastet
oder sogar überlastet sind. Die höchste Auslastung wird in diesem Bereich
um 11:00 Uhr mit 187 erfassten Fahrzeugen (94 % Auslastung) erreicht.
Dabei sind die Straßen in den keine Gebührenpflicht besteht ausgelastet
oder überlastet, während die Straßen mit kostenpflichtigen Parkständen freie
Kapazitäten aufweisen. Der erfasste mittlere Parkstandumschlag dieser Ver-
kehrszelle ist mit 3,9 der höchste aller Verkehrszellen in Bonn-Nordstadt.
Eine Erklärung hierfür ist die unmittelbare Nähe zur Innenstadt von Bonn,
die von einer Vielzahl an Kurzzeitparkern (Kunden) besucht wird.Seite 24 von 190

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Die Straße Stiftsgasse bietet von insgesamt 15 Parkständen 4 unbewirt-
schaftete Parkstände und 7 Parkstände die lediglich abends und nachts be-
wirtschaftet sind (Bewohnerparken), sodass im Tagesverlauf zwischen 9 und
18 Uhr 11 frei nutzbare Parkstände zur Verfügung stehen. Die benachbarten
Straßenzüge weisen größtenteils gebührenpflichtige Parkstände mit einer
Höchstparkdauer von 2 Stunden auf.
Während die Parkstände nachts zu 87 % ausgelastet sind, besteht um
9:00 Uhr eine Vollauslastung und zwischen 10:00 und 18:00 Uhr ist der
Parkraum überlastet (bis zu 127 %). Dabei sind 6 parkende Kfz Beschäftig-
tenparkern zuzurechnen, die über lange Zeiten den Parkraum belegen. Um
19:00 Uhr ist ein Rückgang der Parkraumauslastung zu verzeichnen. Der
Parkstandumschlag beträgt durchschnittlich 2,2 Parkvorgängen je Park-
stand.
Sämtliche Parkstände auf den Straßen Kasernenstraße und Wilhelmstra-
ße sowie ein Großteil der Parkstände auf dem Straßenzug der Kölnstraße
zwischen Oxfordstraße und Breite Straße werden gebührenpflichtig bewirt-
schaftet. Die Parkraumnachfrage dieser Straßenzüge weist eine große Ähn-
lichkeit auf. Die nächtliche Parkraumauslastung ist gering (zwischen 52 %
und 64 %). Tagsüber steigt die Parkraumnachfrage an und die vorherr-
schende Nutzergruppe ist Kunden und Besucher. Der mittlere Parkdauer
liegt dementsprechend bei weniger als 2 Stunden und der Parkstandum-
schlag ist mit Werten zwischen 4,3 und 4,7 hoch, zumal Kurzzeitparkvorgän-
ge außerhalb des Erhebungsintervalls nicht erfasst sind, sodass von einem
deutlich höheren Parkstandumschlag auszugehen ist. Die Straßen weisen
den ganzen Tag über freie Kapazitäten auf (Auslastung < 90 %). Lediglich
die Wilhelmstraße ist um 9:00 Uhr überlastet und verfügt in den darauffol-
genden 2 Stunden über wenig freie Parkstände.
In diesem Bereich der Kölnstraße darf in einigen Abschnitt legal auf dem
Gehweg geparkt werden. Auf der Wilhelmstraße wird gekippt auf dem Geh-
weg geparkt. Dafür sind auf dem Gehweg Markierungen angebracht. Den-
noch weist diese Straßenseite eine geringe Restgehwegbreite auf.
Auf der Alexanderstraße sind 17 Parkstände sowie weitere Abstellplätze für
Motorräder vorhanden. 6 Parkstände, die mit Parkscheibenregelung bewirt-
schaftet sind, befinden sich im Abschnitt zwischen der Wilhelmstraße und
der Straße Annagraben und 11 Parkstände befinden sich zwischen Anna-
graben und Breite Straße. Diese sind zwischen 18 und 9 Uhr Bewohnerpark-
stände und den restlichen Tag frei zugänglich. Die Parkstände auf der Ale-
xanderstraße sind sowohl nachts als auch tagsüber vollausgelastet oder
überlastet. Lediglich um 9:00 Uhr und um 15:00 liegt die Auslastung bei
94 %, was lediglich einem freien Parkstand entspricht. Das Kurzzeitparken
ist in diesem Straßenzug ausgeprägt, was sich auch beim mittleren Um-
schlag je Parkstand (5,1) widerspiegelt.
Die Straße Annagraben weist sowohl im südlichen als auch im nördlichen
Abschnitt nachts und tagsüber durchgehend starke Auslastungen oder sogar
Überlastungen auf. Die Hauptnutzergruppe sind die Anwohner. Der mittlere
Parkstandumschlag ist mit 2,6 bzw. 2,7 dementsprechend relativ gering.
Die Schützenstraße besitzt insgesamt 13 Parkstände, wovon 4 lediglich für
Bewohner freigegeben sind und 9 mit Parkscheibenregelung bewirtschaftet
sind. Am Erhebungstag konnten 3 Parkstände (Parkscheibe) aufgrund einer
Baustelle nicht genutzt werden. Die Auslastung liegt während des gesamten
Tages zwischen 80 % und 110 %. Auffällig ist, dass bis 14:00 Uhr keine
Kunden und Besucher erfasst worden sind. Die Parkstände mit Parkschei-
benregelung (Höchstparkdauer: 2 Stunden) wurden häufig von Langzeitpar-
kern beparkt. Die mittlere Parkdauer ist, für einen Straßenabschnitt in dem
60 % der Parkstände mit einer Höchstparkdauer von 2 Stunden bewirtschaf-
tet sind, mit 4,5 Stunden sehr hoch und der Parkstandumschlag (2,5) sehr
niedrig.
 Verkehrszelle 2, Stadthaus
Der Bereich im Umfeld des Stadthauses besitzt insgesamt 242 Parkstände.
Die 41 Parkstände auf den Straßenzügen, die an das Stadthaus angrenzen,
werden gebührenpflichtig bewirtschaftet. Zusätzlich sind in dieser Verkehrs-
zelle 27 unbewirtschaftete Parkstände, 34 Parkstände mit Parkscheibenre-
gelung, 86 Bewohnerparkstände sowie 54 Bewohnerparkstände im Zeitraum
von 18 bis 9 Uhr. Zum Zeitpunkt der Parkraumerhebung standen, aufgrund
von Bauarbeiten, 8 Parkstände (Bewohner abends) auf der Heerstraße nicht
zur Verfügung.
In dieser Verkehrszelle befindet sich zudem die Stadthaus-Garage, ein Park-
haus mit 300 Stellplätzen.
In der Verkehrszelle Stadthaus sind im Nachtzeitraum 81 % der Parkstände
bzw. 189 Parkstände belegt. Die Anlagengruppe 2.2 zeigt die Einzelaus-
wertungen der Verkehrszelle. Für die Anwohner besteht nachts ein ausrei-Seite 25 von 190

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chendes Parkraumangebot. Am Morgen sinkt die Parkraumauslastung bis
9:00 Uhr ab. Zu diesem Zeitpunkt ist mit 177 belegten Parkständen die nied-
rigste Parkraumnachfrage des Tages zu verzeichnen. In den Mittagsstunden
steigt die Parkraumnachfrage bis 14:00 Uhr an. Die höchste Auslastung
(87 %) des Tages in der Verkehrszelle 2 wird um 18:00 Uhr erfasst.
Die Parkstände der Straßenzüge der Maxstraße, der Franzstraße und der
Weiherstraße, die sich in unmittelbarer nähe zum Stadthaus herum befin-
den, werden gebührenpflichtig bewirtschaftet. Der östliche Abschnitt der
Maxstraße weist 14 Parkstände auf, die in der Zeit zwischen 9 und 18 Uhr
gebührenpflichtig sind und zwischen 18 und 9 Uhr den Bewohnern mit ei-
nem Parkausweis der Zone D vorbehalten sind. Im Nachtzeitraum sind 64 %
der Parkstände belegt. Um 10:00 Uhr ist mit 93 % die höchste Parkraumaus-
lastung zu verzeichnen. Der östliche Abschnitt der Franzstraße ist sowohl in
der Nacht (27 %) als auch am Tag schwach ausgelastet. Lediglich in der
letzten Erhebungsrunde zwischen 19 und 20 Uhr ist eine hohe Auslastung
(87 %) erfasst. Der Parkstände im nördlichen Bereich der Weiherstraße, die
alternierend angeordnet sind, sind nachts lediglich zu 25 % belegt. Ab
10 Uhr weist der Straßenabschnitt eine hohe Auslastung auf. Zeitweise ist
der Parkraum in diesem Abschnitt sogar überlastet. Die Parkstände in den
Straßenzügen um das Stadthaus sind in den bewirtschafteten Zeiten fast nur
von Kurzzeitparkern belegt. Die durchschnittliche Parkdauer ist dementspre-
chend mit 50 Minuten bis 1 Stunde und 45 Minuten gering. Auch der mittlere
Parkstandumschlag weist in diesen Abschnitten hohe Werte auf. Insbeson-
dere der Abschnitt der Weiherstraße zwischen Franzstraße und Maxstraße
sticht mit einem erfassten mittleren Parkstandumschlag von 7,3 hervor. Ins-
besondere in Abschnitten mit einem hohen Anteil an Kurzzeitparkern, wer-
den aufgrund des Erhebungsintervalls von 1 Stunde einige Parkvorgänge
nicht erfasst, sodass von einem weitaus höheren tatsächlichen Parkstand-
umschlag auszugehen ist.
Die nicht gebührenpflichtigen Straßenzüge der Maxstraße (Weiherstraße -
Heerstraße), Franzstraße (Weiherstraße - Heerstraße) und Weiherstraße
(Bornheimer Straße - Franzstraße) weisen komplett andere Parkraumnut-
zungen auf. Die Auslastungen sind höher, die Hauptnutzergruppe der Stra-
ßen sind, wie das Parkraumangebot mit einer Vielzahl an Bewohnerpark-
ständen vermuten lässt, die Bewohner und der mittlere Parkstandumschlag
ist mit Werten zwischen 2,2 und 3,4 deutlich geringer als in den gebühren-
pflichtigen Abschnitten der Straßen.
Der Straßenzug der Heerstraße zwischen der Bornheimer Straße und der
Dorotheenstraße weist insgesamt 83 Parkstände auf. Hinzu kommen weite-
re Parkstände, die zwischen April und Oktober zur Außengastronomie ge-
nutzt werden (siehe Foto 5-1). Zum Zeitpunkt der Erhebung sind 8 Parkstän-
de baustellenbedingt entfallen, sodass 75 Parkstände zur Verfügung stan-
den. Die nächtliche Auslastung des Abschnitts liegt bei 85 %. Diese Auslas-
tung wird zu keinem Zeitpunkt des Tages überschritten. Im Tageszeitraum
sind durchgehend freie Parkstände zu finden. Die Auslastung liegt im Tages-
verlauf zwischen 69 % und 81 %. Hauptsächlich parken in diesem Abschnitt
Bewohner. Der mittlere Parkstandumschlag ist mit 2,2 gering.
Der Straßenabschnitt Breite Straße zwischen Berliner Platz und Doro-
theenstraße (siehe Foto 5-2) ist Teil einer Fahrradstraße und ist für den Kfz-
Verkehr im Gegensatz zur restlichen Breite Straße lediglich im Ein-
Richtungsverkehr freigegeben. Der Straßenabschnitt besitzt 13 Bewohner-
Foto 5-2: Außengastronomie
Heerstraße
Foto 5-1: Straßenraum
Breite Straße (Süd)Seite 26 von 190

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parkstände sowie 13 weitere Parkstände, die mit Parkscheibenregelung be-
wirtschaftet sind. Die Auslastung liegt sowohl nachts als auch am Tag bei
etwa 90 %. In der Zeit zwischen 10:00 und 14:00 Uhr ist eine Vollauslastung
bzw. Überlastung zu erkennen. Dabei sind teilweise lediglich 4 Parkständen
von Bewohnern belegt, obwohl 13 Parkstände reine Bewohnerparkstände
sind. Das bedeutet, dass die Bewohnerparkstände am Tag teilweise illegal
von anderen Nutzergruppen beparkt werden. In diesem Straßenabschnitt
sind mehrere kleine Geschäfte vertreten, wodurch, in Verbindung mit der
vorhandenen Parkscheibenregelung, die Hauptnutzergruppe die Kunden
und Besucher sind. Der erfasste mittlere Parkstandumschlag (4,4) ist ent-
sprechend relativ hoch.
Der Abschnitt der Bornheimer Straße, der zwischen dem Berliner Platz und
der Heerstraße liegt, ist nachts zu 100 % ausgelastet. Insgesamt stehen in
diesem Straßenzug 21 Parkstände zur Verfügung, von denen 14 Parkstände
unbewirtschaftet sind und 7 Parkstände nachts nur von Bewohnern mit Park-
ausweis genutzt werden dürfen. Das Parkraumangebot ist bis auf wenige
Stunden den ganzen Tag über ausgelastet oder sogar überlastet. Die Haupt-
nutzergruppe sind die Bewohner. Der mittlere Parkstandumschlag ist mit 2,7
relativ gering.
 Verkehrszelle 3, Heerstraße Nord
In der Verkehrszelle Heerstraße Nord befinden sich insgesamt 265 Park-
stände mit unterschiedlichen Bewirtschaftungsformen. Im Zeitraum zwischen
9 und 18 Uhr sind 91 Parkstände unbewirtschaftet, 63 Parkstände mit Park-
scheibenregelung bewirtschaftet und 111 Parkstände nur für Bewohner mit
einem Parkausweis freigegeben.
Im Nachtzeitraum ist der Parkraum überlastet (107 %). Für die Anwohner
besteht nachts kein ausreichendes Parkraumangebot. Lediglich in zwei Stra-
ßenzügen sind nachts jeweils ein freier Parkstand erfasst. Die weiteren Stra-
ßenzüge sind nachts überlastet. Die Anlagengruppe 2.3 zeigt die Einzel-
auswertungen der Verkehrszelle. Tagsüber, zwischen 7:00 und 16:00 Uhr ist
die Parkraumsituation in der Verkehrszelle 3 mit Auslastungen zwischen 78
% und 83 % deutlich entspannter. Nach 17:00 Uhr, wenn ein Großteil der
Bewohner von der Arbeit zurückkehrt, steigt die Parkraumnachfrage wieder
an. Beschäftigte und Kurzzeitparker belegen in der Spitze (um 12:00 Uhr)
zusammen lediglich 38 % des vorhandenen Parkraums, sodass den ganzen
Tag über die Bewohner die vorherrschende Nutzergruppe stellen.
Der nördliche Abschnitt der Heerstraße zwischen Dorotheenstraße und
Kölnstraße besitzt 72 Parkstände, wovon 28 mit Parkscheibenregelung be-
wirtschaftet sind. 14 Parkstände sind nur für Bewohner freigegeben und die
restlichen 30 Parkstände sind abends den Bewohnern zugeteilt und können
während des Tages frei genutzt werden. Im Winter sind zusätzliche Park-
stände vorhanden, die im Sommer für Außengastronomie genutzt werden.
Auf der Fahrbahn befinden sich in gewissen Abständen Abgüsse römischer
Monumente, die in Verbindung mit einer Verschenkung der Fahrbahn der
Verkehrsberuhigung dienen (siehe Foto 5-3).
Nachts treten in diesem Bereich Überlastungen des Parkraums auf. Im Ta-
gesverlauf sind einige frei Parkstände vorhanden, während der Parkraum
am Nachmittag und Abend wieder stark nachgefragt wird.
Der Straßenzug Breite Straße (Dorotheenstraße - Kölnstraße) ist eine Fahr-
radstraße (siehe Foto 5-4). Der Parkraum mit insgesamt 60 Parkständen ist
nachts überlastet. Obwohl am Tag keine Überlastungen auftreten. ist in über
Foto 5-4: Straßenraum
Breite Straße (Nord)
Foto 5-3: Straßenraum
Heerstraße (Nord)Seite 27 von 190

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weite Strecken eine sehr hohe Parkraumauslastung zu verzeichnen. Insbe-
sondere in den Mittagsstunden ist ein hoher Parkdruck vorhanden. Der An-
teil der Beschäftigtenparkern ist mit relativ 9 Parkvorgängen gering.
Die Peterstraße ist im mittleren Straßenbereich auf einer Länge von knapp
25 Metern als Verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen. In einem Verkehrs-
beruhigten Bereich ist das Parken nur auf gekennzeichneten Flächen er-
laubt, welche in diesem Bereich nicht vorhanden sind. Somit ist das Parken
dort untersagt. Am Tag der Parkraumerhebung war die Peterstraße bis auf
nachts und am Morgen nicht überlastet. Jedoch wurde an anderen Tagen
beobachtet, dass der Verkehrsberuhigte Bereich der Peterstraße zugeparkt
wurde (siehe Foto 5-5). Der Sinn des Verkehrsberuhigten Bereich, eine Er-
höhung der Aufenthaltsqualität sowie das Ermöglichen des Spielens auf der
Straße wird dadurch konterkariert.
 Verkehrszelle 4, Hallenbad
Im Bereich um das Frankenbad sind insgesamt 357 Parkstände vorhanden,
die wie folgt bewirtschaftet werden: 98 unbewirtschaftete Parkstände, 100
Parkstände mit Parkscheibenregelung, 64 Bewohnerparkstände sowie 95
Parkstände, die tagsüber freizugänglich sind und zwischen 18 und 9 Uhr
Bewohnerparkstände sind.
Die Anlagengruppe 2.4 zeigt, dass im Nachtzeitraum mit 321 parkenden
Kfz 90 % des öffentlichen Parkraumangebots belegt ist. Bis um 9:00 Uhr ist
eine absinkende Auslastung auf 75 % zu verzeichnen. Im weiteren Tages-
verlauf steigt die Auslastung bis 14 Uhr wieder auf rund 90 % an. Diese Aus-
lastung bleibt im restlichen Tagesverlauf in etwa gleich. Die Hauptnutzer-
gruppe sind die Bewohner.
Die Straße Am Frankenbad, die Vorgebirgsstraße östlich des Kaiser-Karl-
Rings sowie der Abschnitt der Adolfstraße südlich der Dorotheenstraße
sind nachts überlastet; in den restlichen Straßenzügen sowie dem Parkplatz
vor dem Frankenbad sind freie Parkstände vorhanden. Am Morgen und am
Mittag sind in sämtlichen Bereichen freie Parkstände vorhanden. Gegen 14
Uhr erhöht sich der Parkdruck, insbesondere auf den oben genannten Stra-
ßenzügen, wieder.
Der Parkplatz Frankenbad wird mit Parkscheibenregelungen (Höchstpark-
dauer: 2 Stunden) bewirtschaftet. Nachts ist der Parkraum lediglich zu 64 %
belegt. Nachts sind 20 freie Parkstände auf dem Parkplatz vorhanden. Wäh-
rend des gesamten Tages sind auf dem Parkplatz freie Parkstände vorhan-
den. Rund ein Drittel des vorhandenen Parkraums (56 Parkstände) wird trotz
der Parkscheibenregelung von Langzeitparkern beansprucht. Dennoch ent-
spricht das Parkverhalten überwiegend der vorgesehenen Nutzung mit einer
mittleren Parkdauer von ca. 2 Stunden.
 Verkehrszelle 5, Frauenmuseum
In der Verkehrszelle 5 befinden sich 541 Parkstände, wovon 26 Parkstände
auf der Adolfstraße baustellenbedingt am Erhebungstag nicht zur Verfügung
standen.
Ebenso wie in der benachbarten Verkehrszelle 3 ist das Parkraumangebot
nachts nicht ausreichend. Die nächtliche Auslastung liegt bei 102 % (siehe
Anlagengruppe 2.5). Jeder Straßenzug ist nachts zu mindestens 94 % aus-
gelastet. Im Zeitraum zwischen 8:00 Uhr und 17:00 Uhr nimmt der Parkdruck
ab und die Auslastung liegt bei etwa 80 %. Anschließend ist eine Steigung
der Parkraumnachfrage zu verzeichnen. Der mittlere Parkstandumschlag ist
mit 2,5 gering, da die Verkehrszelle hauptsächlich von Langzeitparkern, ins-
besondere von Bewohnern, genutzt wird.
Der Parkraum im Abschnitt der Kölnstraße zwischen dem Kaiser-Karl-Ring
und der Adolfstraße mit 40 Parkständen ist den gesamten Tag über stark
ausgelastet oder sogar überlastet. Der Straßenzug weist den höchsten Park-
standumschlag dieser Verkehrszelle auf (3,9), da in diesem Abschnitt einige
Einzelhandelseinrichtungen ansässig sind. Im Bereich zwischen Adolfstraße
und Heerstraße besitzt die Kölnstraße 22 Parkstände. Der Straßenabschnitt
weist oft hohe Auslastungen auf, ist jedoch nie überlastet. Der mittlere Park-
standumschlag ist mit 3,1 niedriger als westlich der Adolfstraße.
Foto 5-5: Parken im Verkehrs-
beruhigten Bereich
PeterstraßeSeite 28 von 190

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Die östliche Seite des Kaiser-Karl-Rings weist über den gesamten Tag
freie Parkstände auf. Während der Parkraum nachts stark ausgelastet ist
(94 %) liegt die Auslastung am Tag zwischen 70 % und 85 %.
Der Abschnitt Adolfstraße nördlich der Dorotheenstraße ist nachts zu 94 %
ausgelastet. Während um 6:00 Uhr die Auslastung mit 92 % weiterhin hoch
ist, sind um 7:00 Uhr lediglich 66 % der Parkstände belegt. Über den Tag
verteilt ist der Parkraum schwach ausgelastet (zwischen 40 % und 60 %),
sodass in diesem Straßenzug viele freie Parkstände vorhanden sind (siehe
Foto 5-6).
Die Michaelstraße ist als Verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen. Sowohl
nachts als auch zu vielen Zeiten am Tag wird regelwidrig, auf nicht ausge-
wiesenen Flächen, geparkt. Der Parkraum ist nahezu während des gesam-
ten Tages überlastet, was bedeutet, dass auch außerhalb der gekennzeich-
neten Flächen geparkt wird. Der Zweck der Verkehrsberuhigung (Spielen
auf der Straße, höhere Aufenthaltsqualität) der Straße wird dadurch abge-
schwächt und auch weitere Versuche die Aufenthaltsqualität der Straße zu
steigern, z.B. durch das Aufstellen einer Bank, werden durch Falschparken
zunichte gemacht (siehe Foto 5-7).
 Verkehrszelle 6, Eifelstraße
Die Verkehrszelle 6 besitzt 525 Parkstände, davon sind 501 unbewirtschaf-
tet und 24 mit Parkscheibenregelung bewirtschaftet. Die 133 Parkstände der
Ellerstraße wurden bei der Erhebung nicht bzw. nur nachts erfasst. Bei Be-
standsaufnahmen wurde jedoch registriert, dass die Ellerstraße über den
gesamten Tag sehr hohe Auslastungen aufweist.
Die Anlagengruppe 3.1 zeigt, dass in der Nacht 99 % aller Parkstände be-
legt sind. Auch im gesamten Tagesverlauf ist die Verkehrszelle stark ausge-
lastet. Bis auf 17:00 Uhr (89 %) liegt die Auslastung in diesem Bereich zwi-
schen 94 % und 99 %. Dabei handelt es sich zu einem großen Teil um
Langzeitparker. Der mittlere Parkstandumschlag liegt bei 2,7.
Die Eifelstraße, die sich komplett in der Verkehrszelle 6 befindet, wird zur
Auswertung in drei verschiedene Abschnitte eingeteilt.
Der nördlichste Abschnitt der Eifelstraße liegt zwischen der Vorgebirgsstra-
ße und der Einmündung An den Markthallen. Dort befinden sich 24 Park-
stände, die, aufgrund des westlich angrenzenden Nebenzentrums, mit Park-
scheibenregelung bewirtschaftet sind (Höchstparkdauer: 2h; Mo-Fr 8-18
Uhr) sowie ein Behindertenparkstand. Das Parkverhalten entspricht der vor-
handenen Bewirtschaftung. Das bedeutet, dass die Parkregelungen größ-
tenteils eingehalten werden. Die Hauptnutzergruppe sind dementsprechend
Kunden und Besucher. Die mittlere Parkdauer beträgt in etwa 1,5 Stunden
und der erfasste mittlere Parkstandumschlag liegt bei 6,2.
Südlich davon zwischen der Einmündung An den Markthallen und der Born-
heimer Straße schließt der mittlere Abschnitt der Eifelstraße an. Insgesamt
befinden sich in diesem Straßenzug 41 Parkstände, wovon 37 unbewirt-
schaftet und 4 mit Parkscheibenregelung bewirtschaftet sind. Auf der östli-
chen Straßenseite befinden sich zusätzlich 16 private Stellplätze. Der Park-
raum ist in diesem Abschnitt über den gesamten Tag ausgelastet; zwischen
9:00 und 14:00 Uhr sogar überlastet. Die Hauptnutzergruppe sind Bewoh-
ner. Die mittlere Parkdauer beträgt 5 Stunden und 16 Minuten bei einem
durchschnittlichen Parkstandumschlag von 2,5.
Foto 5-7: Parken im Verkehrs-
beruhigten Bereich
Michaelstraße
Foto 5-6: Straßenraum
AdolfstraßeSeite 29 von 190

Parkraumuntersuchung Bonn-Nordstadt
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Der südliche Straßenzug der Eifelstraße befindet sich zwischen der Thoma-
straße und der Bornheimer Straße. In diesem Bereich befinden sich 47 un-
bewirtschaftete Parkstände, die vorwiegend von Bewohnern beparkt wer-
den. Der Parkraum ist den gesamten Tag über zwischen 87 % und 100 %
ausgelastet. Der Parkstandumschlag ist gering (2,2) und die mittlere Park-
dauer hoch (5,5 Stunden).
Die westliche Seite des Hochstadenrings besitzt 30 unbewirtschaftete
Parkstände, eine rund 15 Meter lange Ladezone sowie einen Behinderten-
parkstand. Nachts sind 29 der vorhandenen Parkstände belegt, dadurch
dass die Ladezone nachts beparkt werden darf sind 3 verfügbare Parkstän-
de nicht belegt. Im Laufe des Tages sind bis auf die Abendstunden durchge-
hend freie Parkstände vorhanden. Die Auslastung liegt zwischen 77 % und
90 %. Die Hauptnutzergruppe sind Bewohner. Am Nachmittag sind rund ein
Drittel der Parkstände durch Kunden und Besucher belegt. Die mittlere Park-
dauer liegt bei knapp 4 Stunden.
Die Straßen Sachsenweg und Alemannenweg sind als eingeschränktes-
Haltverbot-Zone ausgewiesen (Zeichen Nr. 290 StVO) mit dem Zusatzschild
Nr. 1053-30 StVO Parken in gekennzeichneten Flächen erlaubt.
Während der Parkraum des Sachsenwegs mit 38 Parkständen nachts über-
lastet, sind die 11 vorhandenen Parkstände auf dem Alemannenweg nicht
vollständig ausgelastet. Am Tag weisen beide Straßenabschnitte oft Über-
lastungen auf. Dabei werden die beiden Wohnstraßen auch von einigen Be-
schäftigten angefahren.
 Verkehrszelle 7, Schulzentrum
In der Verkehrszelle 7 sind 592 unbewirtschaftete Parkstände vorhanden.
Die Nonnstraße wurde analog zur Ellerstraße lediglich nachts erfasst. Das
bedeutet, dass lediglich 527 der 592 vorhandenen Parkstände ausgewertet
werden können.
Nachts ist in dieser Verkehrszelle etwa jeder fünfte Parkstand nicht belegt
(siehe Anlagengruppe 3.2). Während der Zeit zwischen 7:00 bis 10:00 Uhr
ist der Parkraum in dieser Verkehrszelle überlastet und anschließend ist der
Parkraum bis 13:00 Uhr stark bzw. vollausgelastet. Im direkten Umfeld der
Bildungseinrichtungen (2 Berufskollegien, 1 Grundschule und 1 Kindertages-
stätte) sind die Straßen zu dieser Zeit überlastet. Dabei sind für das Lehrper-
sonal eigene Lehrerparkplätze eingerichtet, aber eine Vielzahl an Schülern
der Berufskollegien reisen mit dem eigenen Pkw an. Das Nutzerverhalten
der Schüler entspricht dabei dem der Beschäftigten, sodass die Schüler
auch in diese Nutzergruppe eingeordnet werden. Im restlichen Tagesverlauf
nimmt die Auslastung in dieser Verkehrszelle stündlich ab. Es sind relativ
wenige Kurzzeitparkvorgänge erfasst, was sich im niedrigem mittleren Park-
standumschlag (2,2) und in der langen mittleren Parkdauer (5 Stunden und
18 Minuten) widerspiegelt.
Der östliche Abschnitt der Dorotheenstraße zwischen dem Kaiser-Karl-Ring
und der Ellerstraße ist eine Einbahnstraße in Richtung Westen. Auf der
nördlichen Seite befinden sich zwei Behindertenparkstände auf dem Geh-
weg vor der Schule und auf der südlichen Seite befinden sich 45 markierte
Parkstände in Schräg- bzw. Senkrechtaufstellung. Sowohl nachts als auch
am Tag ist der Parkraum in diesem Abschnitt nahezu durchgehend ausge-
lastet oder überlastet. Die Überlastung tritt hauptsächlich durch abgestellte
Fahrzeuge am Straßenrand vor Garageneinfahrten auf.
Westlich der Ellerstraße befinden sich auf der Dorotheenstraße insgesamt
55 Parkstände, die sich allesamt auf dem Hochbord befinden, wodurch teil-
weise lediglich geringe Restgehwegbreiten übrig bleiben (siehe Foto 5-8).
Auf der nördlichen Seite In der Nacht sind in diesem Abschnitt freie Park-
stände vorhanden. Im Zeitraum von 6:00 bis 15:00 Uhr ist der Parkraum
(nahezu) vollausgelastet oder sogar überlastet. Dabei wird etwa ein Drittel
des Parkraums von Beschäftigten in Anspruch genommen. Ab dem Nach-
mittag sind wieder vermehrt freie Parkstände verfügbar.
Der Straßenzug der Kölnstraße zwischen Kaiser-Karl-Ring und Lievelings-
weg Straße besitzt 40 Parkstände in Schrägaufstellung auf der südlichen
Seite sowie 5 Parkstände in Parkbuchten auf der nördlichen Seite. Der Ab-
Foto 5-8: Gehwegparken
Dorotheenstr. (West)Seite 30 von 190

Parkraumuntersuchung Bonn-Nordstadt
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schnitt ist nachts lediglich zu 62 % ausgelastet, da in diesem Abschnitt keine
Wohnbebauung angrenzt. Zwischen 8:00 und 11:00 Uhr ist der Parkraum zu
100 % ausgelastet. Im weiteren Tagesverlauf sinkt die Parkraumnachfrage
leicht ab, jedoch ist während des gesamten Tages eine hohe Auslastung zu
verzeichnen. Falschparken ist in diesem Abschnitt nicht möglich, sodass zu
keiner Zeit der Parkraum überlastet ist. Eine Hauptnutzergruppe ist nicht zu
definieren. Am morgen bis zum Mittag nutzen in etwa gleichviele Beschäftig-
te bzw. Schüler wie Bewohner den Parkraum. Bis 14 Uhr sind nahezu keine
Kurzzeitparkvorgänge erfasst, da in dieser Zeit der gesamte Parkraum von
Langzeitparkern beansprucht wird, anschließend werden die Parkstände, die
von Langzeitparkern geräumt werden, von Kunden bzw. Besuchern aufge-
füllt. Um 17 Uhr sind 44 % des vorhandenen Parkraums von Kurzzeitparkern
belegt.
Der Lievelingsweg wird in zwei Abschnitte unterteilt, östlich und westlich
der Angelbisstraße.
Auf dem Abschnitt des Lievelingsweg zwischen Angelbisstraße und Köln-
straße befinden sich 36 unbewirtschaftete Parkstände. Auf den 10 Parkstän-
den auf der Nordseite wird halbhüftig auf dem Gehweg geparkt. Dafür befin-
den sich auf dem Gehweg Markierungen. Dennoch ist in dem Bereich ledig-
lich eine geringe Restgehwegbreite vorhanden. Auf der Südseite wird auf 26
Parkständen am Fahrbahnrand geparkt. In der Nacht sind mehr als jeder
Dritte Parkstand frei. Zwischen 7:00 und 12:00 Uhr ist der Parkraum überlas-
tet. Bis zum frühen Nachmittag weist der Straßenzug eine hohe Auslastung
auf, ab 16:00 Uhr nimmt der Parkdruck spürbar ab. Der Abschnitt wird
hauptsächlich von Langzeitparkern genutzt. Die mittlere Parkdauer ist mit 6
Stunden sehr lang. Die angrenzenden Nutzungen (Autohändler und Werk-
statt) besitzen Kundenparkplätze auf privaten Grund, dennoch wurden illegal
abgestellte Fahrzeuge auf Gehweg vor einem Autohaus beobachtet (siehe
Foto 5-9)
Der Straßenzug Lievelingsweg zwischen Riegelerstraße und Angelbisstra-
ße besitzt 38 Parkstände. Eine Vielzahl der Parkstände befindet sich auf
dem Hochbord. Die nächtliche Auslastung liegt bei knapp 80 %. Während
des gesamten Tages ist in diesem Bereich ein hoher Parkdruck zu verzeich-
nen. Die Auslastung liegt durchgehend zwischen 95 % und 105 %. Haupt-
sächlich belegen Langzeitparker die Parkstände. Die mittlere Parkdauer be-
trägt in diesem Abschnitt etwa 5,5 Stunden.
 Verkehrszelle 8, Altes Poststadion
Die Verkehrszelle 8 besitzt 357 unbewirtschaftete Parkstände. Nachts sind
223 Parkstände belegt, was einer Auslastung von 63 % entspricht. Wie in
der Anlagengruppe 3.3 zu erkennen, sind in jedem Abschnitt außer dem
Straßenzug Thuarstraße Stichstraße in der Nacht freie Parkstände vorhan-
den. Die maximale Parkraumauslastung liegt bei 272 Parkständen bzw. 77
%. Lediglich in der Stichstraße der Thuarstraße treten in dieser Verkehrszel-
le Überlastungen auf. Der mittlere Parkstandumschlag in der Verkehrszelle
ist sehr gering (2,1).
Der südliche Teil der Mackestraße ist als eingeschränktes-Haltverbot-Zone
ausgewiesen (Zeichen Nr. 290 StVO) mit dem Zusatzschild Nr. 1053-30
StVO Parken in gekennzeichneten Flächen erlaubt. In diesem Bereich ste-
hen 25 unbewirtschaftete Parkstände zur Verfügung. Dabei treten lediglich
um 10:00 Uhr kurzzeitige Überlastungen des Parkraums auf.
Die Thuarstraße besitzt 105 unbewirtschaftete Parkstände. Diese befinden
sich in Parkbuchten und sind in Senkrechtaufstellung angeordnet. Es sind
maximal 66 Parkstände in dieser Straße belegt, somit befinden sich über
den gesamten Tag große Kapazitätsreserven.
Des Weiteren geht von der Thuarstraße eine Stichstraße ab (Thuarstraße
Stichstraße). Dort sind 12 Parkstände in Senkrechtaufstellung vorhanden.
In der Nacht parken in diesem Abschnitt 15 Fahrzeuge, der Parkraum ist
somit überlastet. Dabei werden Kfz im Wendehammer abgestellt. Auch den
gesamten Tag über werden Fahrzeuge in der Wendeanlage aufgrund der
nördlich angrenzenden Bebauung abgestellt, sogar wenn freie legale Park-
stände, die sich wenige Meter weiter südlich befinden, vorhanden sind.
Foto 5-9: Gehwegparken
Lievelingsweg OstSeite 31 von 190

Parkraumuntersuchung Bonn-Nordstadt
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5.5 Zusammenfassung der Mängel und Konflikte
Die Parkraumnachfrageerhebungen zeigen, dass in großen Teilen des Park-
raums in Nordstadt Ost, insbesondere im nördlichen Bereich, nachts Über-
lastungen bestehen, die sich in verbotswidrigem Parken (z.B. zweite Reihe)
äußern. Während des Tages sind die Auslastungen im Teilgebiet Nordstadt
Ost so heterogen wie die vorhandene Parkraumbewirtschaftung. Dabei sind
selbst in kleinsten Straßenabschnitten drei bis vier verschiedene Parkrege-
lungen vorhanden. Dies führt zu einer großen Unübersichtlichkeit und Unsi-
cherheit, in welchem Bereichen der einzelne Pkw-Fahrer überhaupt parken
darf. Im gesamten Teilgebiet Nordstadt Ost sind während des Tages ledig-
lich zwischen 78 % und 85 % ausgelastet und somit ein geringer Parkdruck
vorherrscht als nachts (94 %), wobei der östliche Bereich, der direkt an das
Bonner Zentrum anschließt, tagsüber deutlich stärker ausgelastet ist als
nachts.
In Nordstadt West sind bis auf wenige Parkstände auf der Eifelstraße alle
Parkstände unbewirtschaftet. Westlich des Lievelingswegs sind während
des gesamten Tages genügend freie Parkstände vorhanden. Im Umfeld der
Schulen (nördlich Dorotheenstraße und östlich Lievelingsweg) ist von mor-
gens bis zum Mittag ein hoher Parkdruck vorhanden. Ab dem Nachmittag
sind in den meisten Straßenzügen freie Parkstände vorzufinden. Südlich der
Dorotheenstraße ist während des gesamten Tag ein hoher Parkdruck vor-
handen. Dabei ist der Bereich zwischen 94 % und 99 % ausgelastet.
Ein allgemeiner Parksuchverkehr kann nicht bestimmt werden. Allerdings ist
auf der Straße Stiftsgasse, in der als einzige Straße im direkten Umfeld un-
bewirtschaftete Parkstände vorhanden sind, aufgrund der Verkehrszählung
von einem Parksuchverkehr von etwa 100 Kfz-Fahrten auszugehen. In wei-
teren Bereichen des Untersuchungsgebiets ist Parksuchverkehr zu vermu-
ten, ohne dass dieser quantifizierbar ist.
In der Straßenraumgestaltung sind einige Bereiche im Untersuchungsgebiet
unattraktiv, aufgrund der vergleichsweise großen Flächen, die dem ruhen-
den Verkehr zugeordnet werden im Vergleich zu den Verkehrsflächen für
Fußgänger. Dabei sind eine Vielzahl der Gehwege zu schmal, sodass das
Nebeneinandergehen oder das Begegnen zweier Personen nicht möglich
ist.Seite 32 von 190

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6 Ziele eines Parkraumraumkonzeptes
6.1 Vorbemerkungen
Die Bestandsaufnahme des derzeitigen Parkraumangebotes zeigt, dass es
in vielen Straßenzügen des Untersuchungsgebiet keine ausreichend große
Anzahl an Parkständen für das Bewohnerparken und deren Besucher gibt.
Die größten Defizite treten dabei im in den Verkehrszellen 3 und 5 auf, die
sich im Norden des Teilgebiets Nordstadt Ost befinden. Weiterhin wurden im
Bereich des Schulzentrums (Verkehrszelle 7) in einigen Straßenzügen Park-
raumdefizite während der Schulzeit festgestellt.
Zudem bestehen Mängel bei der straßenräumlichen Anordnung der Park-
stände. Zugeparkte Gehwege und nicht ausreichende Geh– und Aufent-
haltsflächen führen zu Beeinträchtigungen, die im Rahmen der Erstellung
eines Parkraumkonzeptes zu beseitigen sind. Deshalb ist eine teilweise
Neuordnung des Parkraumangebotes im Gebiet Nordstadt erforderlich.
Es sind Lösungen des Zielkonflikts zwischen den Anwohnerparkbedürfnis-
sen und u.a. den Fußgängerbedürfnissen zu entwickeln, die aufgrund der oft
schmalen Straßenräume Kompromisse erfordern. So können beispielsweise
Gehwegflächen in den Nachtstunden vom ruhenden Verkehr genutzt wer-
den, die allerdings tagsüber ausschließlich für Fußgänger freigegeben wer-
den.
Ziel der Parkraumbewirtschaftung ist nicht nur die Ordnung des Ver-
kehrs und die Reduzierung von Behinderungen und illegaler Inan-
spruchnahme öffentlicher Flächen, sondern in einem integrierten Park-
raumkonzept erfolgt auch eine Beschränkung sowie räumliche und
zeitliche Zuordnung des Parkraumangebotes nach Verkehrszwecken
und Nutzergruppen.
Für die Bewohner des Untersuchungsgebietes ist das wohnungsnahe Ab-
stellen ihrer Fahrzeuge zu ermöglichen. Das Bewohnerparken hat in einem
Wohnquartier die oberste Priorität. Dabei ist hinzuzufügen, dass ein
„wohnungsnaher“ Parkstand nicht den Parkstand vor der eigenen Haustür
bedeutet, sondern nur, dass ein freier Parkstand in einer akzeptablen Entfer-
nung zur Wohnung auffindbar ist. In der Regel gilt eine Entfernung als ak-
zeptabel, die auch bei einem Weg zur nächsten ÖPNV-Haltestelle zumutbar
ist.
Ähnliches gilt für die Parkstände der Besucher der Bewohner, die woh-
nungsnah bereit stehen sollten.
Eine Besonderheit bildet die Nutzergruppe Kunden, denen Parkstände zur
Verfügung gestellt werden sollten, die möglichst direkt den Nutzungen zuge-
ordnet sind, um die Versorgungsfunktion zu stärken.
Für die Beschäftigten kommt am ehesten ein Wechsel auf andere Ver-
kehrsmittel wie das Fahrrad (Pedelec, e-Bike) und den öffentlichen Perso-
nennahverkehr, auch in Form von Bike-and-Ride und Park-and-Ride, in Fra-
ge. Weiterhin besteht für Beschäftigte des Teilgebiets Nordstadt Ost die
Möglichkeit Dauerstellplätze in den vorhandenen Tiefgaragen zu mieten
oder die Tagesangebote der Tiefgaragen zu nutzen.
6.2 Zielsetzungen Parkraumkonzept Nordstadt
Im Folgenden werden die Ziele aufgelistet, die mit Hilfe des Parkraumkon-
zepts Nordstadt erreicht werden sollen:
 Vereinheitlichung der Parkregelungen mit Einführung des Mischsystems
als Bewohnerparkregelung,
 Deckung des nächtlichen Anwohnerparkbedürfnisses,
 Steigerung der Aufenthaltsqualität,
 Gehwege für Fußgänger nutzbar machen,
 Umsetzung von Zielen der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder“.
6.3 Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder. Ein Gewinn für alle!“
Die Landeskampagne „Mehr Freiraum für Kinder. Ein Gewinn für alle“ ist
eine Initiative des Arbeitskreises Verkehrssicherheit beim Ministerium für
Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr (MBWSV) des Landes NRW
und wurde im September 2014 ins Leben gerufen. (http://www.mehr-
freiraum-fuer-kinder.de/die-kampagne/, Aufrufdatum: 11.07.2017)
Die Stadt Bonn ist eine von insgesamt 22 Kommunen, die (Stand: Juli 2017)
an der Kampagne teilnehmen.
Die Kampagne sieht vor, dass auf kommunaler Ebene die Rahmenbedin-
gungen für eine sichere und eigenständige Mobilität von Kindern geschaffenSeite 33 von 190

Parkraumuntersuchung Bonn-Nordstadt
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28
und freies Kinderspielen im Straßenraum ermöglicht werden. Um dies zu
erreichen, sollen Kinderinteressen und die Nutzungsansprüche von Kindern
im Straßenraum sichtbar gemacht werden. Die Kampagne fasst demnach
nicht nur das Kinderspiel ins Auge, sondern will die allgemeine Verkehrssi-
cherheit für Kinder im Straßenraum erhöhen, um den Kindern dabei zu hel-
fen, ihre Wege (zum Beispiel zur Schule) eigenständig zurücklegen zu kön-
nen. Hierdurch werden mehrere positive Effekte erwartet:
 Erhöhung der Selbstständigkeit von Kindern im Verkehr,
 Verbesserung der Orientierungsfähigkeit und Sozialkompetenz von Kin-
dern,
 Förderung des Spielens und Bewegens außerhalb geschlossener Räu-
me,
 Schaffung von kindsgerechten Wohnräumen,
 Reduktion von Kfz-Fahrten im Hol- und Bringverkehr.
Die Kampagne zeigt in Infobroschüren, Vorträgen und Workshops Ideen und
mögliche Maßnahmen, die sich in anderen Städten bereits bewährt haben,
auf, um die oben genannten Ziele erreichen zu können. Beispiele hierfür
sind:
 Verkehrsberuhigte Bereiche beleben,
 Hauptverkehrsstraßen umgestalten,
 Spielstraße auf Zeit einrichten (z.B. nur an Wochenenden),
 Spielgeräte in Straßen (z.B. auf Schulwegen) aufstellen.
Entscheidend für den Erfolg ist die Abstimmung der Maßnahmen mit den
Anwohnern und insbesondere auch mit der Zielgruppe - den Kindern. Wei-
terhin wird darauf verwiesen, dass angemessene Kontrollen zur Einhaltung
der Verkehrsregeln unabdingbar für den Erfolg der Kampagne sind.
6.4 Generelles Parkraummanagementkonzept
Das Parkraummanagement in der Nordstadt soll das Mobilitätsverhalten im
Stadtverkehr beeinflussen und die freigewordenen Flächen dazu zu nutzen,
die Attraktivität des Wohngebietes zu erhöhen. Dabei ist die Deckung der
qualifizierten Parkraumnachfrage weiterhin zu gewährleisten. Die Steuerung
des ruhenden Verkehrs erfolgt über 5 Stellschrauben:
 Durch die Steuerung des Parkraumangebotes in Hinblick auf die Men-
ge, Zugänglichkeit und Kosten können das Parkverhalten, der Parksuch-
verkehr sowie die Verkehrsnachfrage und das Verkehrsverhalten beein-
flusst werden.
 Über die Beschränkung der Parkdauer lassen sich Langzeitparkplätze in
Kurzzeitparkplätze umwandeln und das Beschäftigtenparken weitgehend
ausschließen.
 Mit Hilfe von Parkgebühren, wird auch das Besucherparken weitgehend
auf den qualifizierten Bedarf der Nordstadt beschränkt, wobei die Parkge-
bühren in den Straßenräumen höher als in den umliegenden Parkhäu-
sern sein sollten.
 Bevorzugung der Nutzergruppe der Bewohner, indem Bewohner mit
einem gültigen Bewohnerparkausweis von der Höchstparkdauer und den
Parkgebühren freigestellt werden.
 Eine effektive Überwachung des Parkraummanagements ist notwendig,
genauso wie die konsequente Ahndung von Verstößen, um die Parkrege-
lungen durchzusetzen.
Das im Folgenden vorzustellende Parkraumkonzept umfasst das gesamte
Untersuchungsgebiet Nordstadt. Aufgrund der Größe und der Nutzungs-
struktur des Untersuchungsgebietes sowie des Parkverhaltens im Untersu-
chungsgebiet werden Parkregelungen mit unterschiedlicher Intensität erar-
beitet, um das Parkraummanagement auf die unterschiedlichen Vorausset-
zungen und Bedürfnisse der Bereiche abzustimmen.
Bild 6-1 auf der nachfolgenden Seite zeigt schematisch eine mögliche zu-
künftige Parkraumbewirtschaftung in der Bonner Nordstadt, mit der die Ziele
des Parkraumkonzepts erreicht werden können. Dabei wird der Großteil des
Untersuchungsgebiets gebührenpflichtig bewirtschaftet Der Parkdruck west-
lich des Lievelingswegs ist relativ gering, sodass hier von einer Bewirtschaf-
tung abgesehen werden kann. Ebenfalls wird im Umfeld des Schulzentrums
auf der nördlichen Ellerstraße sowie der Kölnstraße auf eine Parkraumbe-
wirtschaftung verzichtet, um den Schülern des Berufskollegs kostenfreies
Parken zu ermöglichen.Seite 34 von 190

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Bild 6-1: Abgrenzung der Bewirtschaftungsformen im Untersuchungsgebiet NordstadtSeite 35 von 190

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30
7 Parkraumkonzept Nordstadt
Um die in den vorherigen Kapiteln aufgezeigten Probleme soweit wie möglich
zu minimieren, ist ein Parkraumkonzept zu entwickeln, in dem die Bedürfnisse
aller Verkehrsteilnehmern berücksichtigt werden. Aufgrund der schmalen Stra-
ßenräume entstehen dabei oftmals Nutzungskonflikte, wodurch nicht alle Be-
dürfnisse vollständig abgedeckt werden können und Kompromisse erforderlich
sind.
Zudem ist die qualifizierte Parkraumnachfrage zu fördern. Das bedeutet, dass
die Nutzergruppe Bewohner bevorzugt behandelt wird, aber auch Parkstände
in ausreichender Zahl für den Wirtschaftsverkehr und Besucher bereitgestellt
werden. Die Förderung der qualifizierten Parkraumnachfrage ist mit Hilfe ver-
schiedener Parkraumbewirtschaftungsmaßnahmen möglich. Dahingegen ist
ein restriktiver Umgang mit Parkständen für den Berufsverkehr notwendig.
Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass gleichzeitig Verkehrsmittel für die
Nutzergruppe der Beschäftigten gefördert werden.
7.1 Gehwege in Bonn Nordstadt
Als Ziele des Parkraumkonzepts wurden u.a. die Steigerung der Aufenthalts-
qualität und die Verbesserung der Nutzbarkeit von Gehwegen definiert. Um
die vorhandene Situation zu analysieren und Verbesserungspotentiale aufzu-
zeigen, werden zunächst die Ansprüche der geltenden Regelwerke an Geh-
wege benannt und anschließend der Gehwegbestand des Untersuchungsge-
bietes dargestellt. Abschließend wird die Anordnung der Parkstände und so-
mit auch das Gehwegparken im Untersuchungsgebiet aufgezeigt.
7.1.1 Gehwegbreiten entsprechend den verkehrstechnischen Richtlinien
Die „Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen“ (RASt), die von der For-
schungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen im Jahr 2006 herausge-
geben wurden, sind das in Nordrhein-Westfalen eingeführte Regelwerk, das
für Hauptverkehrsstraßen und Erschließungsstraßen anzuwenden ist.
In den RASt sind für die Gehwege eine Mindestbreite von 2,50 m vorgesehen.
Diese Breite ermöglicht den sicheren Begegnungsfall zweier Fußgänger und
setzt sich wie folgt zusammen:
 0,20 m Sicherheitsabstand zur Bebauung,
 1,80 m Verkehrsraum: 2x 0,80 m Personenbreite + 0,20 m Begegnungs-
abstand,
 0,50 m Sicherheitsabstand zur Fahrbahn.
Die Bemessungsgrundlage für die Personenbreite sind Rollstuhlfahrer bzw.
Personen mit Kinderwagen, Koffern oder Rollatoren. Eine Begegnung von
zwei Personen ist im Normalfall auch mit einer Gehwegbreite von 1,50 m
möglich.
7.1.2 Gehwegparken in der Straßenverkehrsordnung
In der Straßenverkehrsordnung (StVO) wird das Parken von Kfz auf den
Gehwegen indirekt im Regelfall ausgeschlossen:
 § 12 (4) StVO schreibt vor: „Zum Parken ist der rechte S

Gekürzt — den vollständigen Text enthält das PDF.

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Datenstand: 02.11.2026, 20:11 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de