200625 · Mitteilungsvorlage
Landesprogramm Wertevermittlung, Demokratiebildung und Prävention sexualisierter Gewalt in der und durch die Jugendhilfe
Kerndaten
- Nummer
- 200625
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 07.04.2020
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Kinder-, Jugend und Familie Kenntnisnahme
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
Volltext
Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.
Text anzeigen (5.443 Zeichen)
Mitteilungsvorlage öffentlich 200625 Der Oberbürgermeister Federführung: 51 Amt für Kinder, Jugend und Familie Dezernat: Dez. V Landesprogramm Wertevermittlung, Demokratiebildung und Prävention sexualisierter Gewalt in der und durch die Jugendhilfe Beratungsfolge Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie 30.04.2020 Kenntnisnahme Mitteilung: 1. Hintergrund: Seit November 2018 nimmt das Amt für Kinder, Jugend und Familie der Bundestadt Bonn im Bereich der unbegleiteten Minderjährigen an dem o. g. Landesprogramm teil. Das Landesprogramm hat unter anderem zum Ziel, die Arbeit mit geflüchteten jungen Menschen und deren Familien durch die (Weiter- )Entwicklung von Konzepten und Unterstützungsangeboten im Bereich der Wertevermittlung und Demokratisierung zu ergänzen. Aus Sicht des Amtes für Kinder, Jugend und Familie stellt die Wertevermittlung – neben der Verselbstständigung – einen Kernauftrag der Jugendhilfe dar. Um in diesem Bereich hohe Standards für die Jugendhilfelandschaft in Bonn systematisiert (weiter) zu entwickeln, wurde in der ersten Förderphase (vom 01.11.2018 bis 29.02.2020) ein Konzept zur Wertevermittlung erstellt. Die Erstellung des Konzeptes wurde vom Bonner Institut für Migrationsforschung und interkulturelles Lernen e.V. (BIM e.V.) durchgeführt und erfolgte in einem mehrstufigen Verfahren. In einer ersten Stufe wurde zunächst – als Grundlage für die weitere Konzeptentwicklung – eine wissenschaftliche Erhebung zum Status Quo der Wertevermittlung in der Bonner Jugendhilfelandschaft durchgeführt. Diese Studie zielte darauf ab, die aktuelle Art und Weise der Wertvermittlung in der Jugendhilfe systematisch zu erfassen um darauf aufbauend zielgerichtete Maßnahmen ableiten zu können. Hierzu wurden unter anderem Mitarbeitende des Jugendamtes, Fachkräfte der freien Träger sowie unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA) durch ein Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Dr. Loch (Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg) interviewt. Die Ergebnisse dieser Studie bildeten sodann die zentrale Grundlage für die weitere Konzepterstellung zum Thema Wertevermittlung. Das Konzept wurde wiederum in einem interaktiven Prozess unter Einbindung aller beteiligten Akteure erarbeitet. Hierzu wurden im Jahr 2019 mehrere sog. „Runde Tische“ und Validierungsworkshops durchgeführt. Am 28.02.2020 wurden in einer öffentlichen Abschlussveranstaltung die Studie und das Konzept präsentiert.Seite 1 von 3 Seite 2 Mit dem Konzept werden im Wesentlichen zwei Ziele verfolgt: Zum einen dient das Konzept zusammen mit der Studie als Reflexionsgrundlage für eine konzertierte pädagogische Wertearbeit in den unterschiedlichen Bereichen der Bonner Jugendhilfe. Der bereichs- und trägerübergreifende Ansatz soll im Laufe der Zeit Austauschprozesse stärken, „Kulturunterschiede“ zwischen den Bereichen minimieren und zu einer aufeinander abgestimmten Praxis führen. Zum anderen sensibilisiert das Konzept Mitarbeitende in der Bonner Jugendhilfe für die zentrale Bedeutung von Werten und Normen in der pädagogischen Arbeit mit der spezifischen Gruppe der unbegleiteten Minderjährigen. Es skizziert Instrumente zur Eigenreflektion und Kommunikation und trägt damit zur Förderung ethischer Kompetenz in der Jugendhilfe bei. Insgesamt wird eine Professionalisierung der werteorientierten Arbeit in der Bonner Jugendhilfe angestrebt. 2. Aktueller Anlass Im ersten Quartal des Jahres 2020 wurden auf der Basis des erstellten Konzeptes bereits erste Schulungen für Mitarbeitende der freien Träger und des Amtes für Kinder, Jugend und Familie durchgeführt. Aufgrund der äußerst positiven Resonanz hat sich das das Amt für Kinder, Jugend und Familie dazu entschieden, das Projekt fortzuführen und auch für den neuen Förderzeitraum vom 01.03.2020 bis zum 28.02.2021 einen Antrag beim Landschaftsverband Rheinland zu stellen. Erfreulicherweise war dieser erneute Antrag erfolgreich, so dass eine Fortführung des Projektes möglich ist. Ein entsprechender Bewilligungsbescheid liegt bereits vor. In dem neuen Förderzeitraum sollen nun zwei Projekte konkret umgesetzt werden: Im ersten Projekt wird die erfolgreiche Arbeit mit BIM e.V. fortgesetzt. Ziel ist es das partizipativ erstellte Konzept weiter in die Praxis einzuführen und zu erproben. Hierfür sind für 2020 auf Basis des erstellten Konzeptes insbesondere weitere Schulungen sowie die beratende Begleitung von Teamsitzungen von freien Trägern und Jugendamt geplant. Darüber hinaus soll im Projektzeitraum eine Evaluation und Anpassung des Konzeptes erfolgen. Das zweite Projekt nennt sich „Jugend MACHT mit“. Dabei geht es insbesondere um das unmittelbare Erleben von Demokratie und Mitwirkung. Mit diesem Projekt soll ein Beitrag dazu geleistet werden, dass junge Menschen ihre Bildungsbiographie aktiv gestalten und an Bildung, Demokratie und Kultur teilhaben. Dadurch soll die Integration der Jugendlichen als aktive Bürger*innen in die Gesellschaft gefördert werden. Die Jugendlichen setzen sich in diesem Projekt produktiv mit ihren Lebensräumen und ihrer Stadt auseinander. Hierzu bedienen sie sich verschiedener Medienplattformen und können sich so mit ihren Themen Gehör verschaffen. Unter anderem produzieren die Jugendlichen Film- und Fernsehbeiträge mit eigenen Kameraleuten und eigener Postproduktion. Das Projekt wird von dem Träger Ibasy unter der Leitung von Herrn Ibrahim Ismail durchgeführt.Seite 2 von 3 Seite 3 Anlage/n KeineSeite 3 von 3
Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.
bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 19:34 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de