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200576 · Mitteilungsvorlage

Zuschuss Para Dance World Championsships

Nummer
200576
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
27.04.2020
Letzte Änderung
18.09.2026
  1. Sitzung des Sportausschusses 20.05.2020 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
200576
Der Oberbürgermeister
Federführung:
52 Sport- und Bäderamt
Dezernat:
Dez. IV
Zuschuss Para Dance World Championsships
Beratungsfolge
Sportausschuss 20.05.2020 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Der Sportausschuss hatte in seiner Sitzung am 2. April 2019 beschlossen, dem
International Paralympic Committee (IPC) zur Ausrichtung der Para Dance
World Championships, die vom 29. November bis 1. Dezember 2019 in der
Bonner Hardtberghalle stattgefunden hat, einen Zuschuss zu gewähren.
Dieser Zuschuss sollte gemäß Abschnitt I, Nr. 9.1 der Sportförderrichtlinien der
Bundesstadt Bonn in Höhe eines nachgewiesenen Fehlbetrages von maximal
bis zu 65.000 € gewährt werden.
Durch Zuschüsse Dritter und Spenden (u.a. von der Aktion Mensch) konnte
das IPC das Finanzierungsdefizit der Veranstaltung verringern, so dass
letztendlich ein Zuschuss in Höhe von 10.000 € aus Sportfördermitteln zur
Auszahlung gebracht wurde.
225 der besten Rollstuhltänzerinnen und Rollstuhltänzer der Welt kämpften in
der Bonner Hardtberghalle in den Klassen Einzel, Duo und Kombi um die
Weltmeistertitel. An den drei Veranstaltungstagen konnten insgesamt ca. 600
Zuschauer professionellen Rollstuhltanz bewundern. Der Rollstuhltanzsport
selber wurde durch diese Veranstaltung nachhaltig und weltweit gefördert.
Der Sachbericht des IPC ist als Anlage beigefügt.
Anlage/n
1 Abschlussbericht Para Dance (öffentlich)Seite 1 von 6

INTERNATIONAL PARALYMPIC COMMITTEE
SACHBERICHT
BONN 2019 WORLD PARA DANCE SPORT
CHAMPIONSHIPS
ZUM
ZUWENDUNGSBESCHEID DES SPORT- UND BÄDERAMTES
VOM 24.07.2019; AZ 52Seite 2 von 6

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INTERNATIONAL PARALYMPIC COMMITTEE
1. Hintergrund des Projektes; Planungen und Aktivitäten im Vorfeld
Das Jahr 2019 markierte das 30. Jubiläum des Internationalen Paralympischen
Komitees (IPC) und das 20. Jahr seiner Ansässigkeit in Bonn. Wesentlicher
Bestandteil der Feierlichkeiten sollte auch eine intensivere Vernetzung mit der
Bonner Bevölkerung und der Bundesstadt Bonn sein, zum Einen durch
öffentlichkeitswirksames Präsentieren unserer Arbeit und die Möglichkeit für die
Bonnerinnen und Bonner, Para Spitzensport zu erleben und dadurch die
Wahrnehmung von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft positiv zu
beeinflussen. Zum Anderen, internationalen AthletInnen und Engagierten im Para
Sport die Stadt Bonn als gastfreundliche, inklusive und sportbegeisterte Stadt zu
präsentieren. Ziel des Projektes war es daher, die erste internationale Para Sport
Weltmeisterschaft in Bonn und die weltweit bisher größte World Para Dance Sport
Championships (Rollstuhltanz-Weltmeisterschaft) durchzuführen.
Seit Anfang 2019 wurden intensiv Sponsoren und Partner akquiriert, sowie mit der
Hardtberghalle ein geeigneter, weitestgehend barrierefreier Veranstaltungsort
gefunden. Ab Sommer 2019 wurden die weltweit insgesamt 32 nationalen Para
Tanz-Verbände angeschrieben; es meldeten sich letztendlich 26 nationale
Verbände mit 225 Athletinnen und Athleten an.
Im Umfeld verschiedener Para Dance Sport Wettbewerbe im Herbst 2019 wurden
zusätzliche SchiedsrichterInnen ausgebildet (Ausbildungsworkshops in Taiwan,
Russland und Polen), die bei den Weltmeisterschaften eingesetzt wurden.
Ebenfalls im Herbst wurden Dienstleistungsunternehmen kontaktiert und unter
Vertrag genommen, Materialien erstellt und produziert, freiwillige HelferInnen aus
der Umgebung rekrutiert und die Veranstaltung beworben (s.u.).
2. Durchführung der Maßnahme (28.11. bis 1.12.2019)
Am 27. und 28. November kamen neben den 225 angemeldeten Athletinnen und
Athleten 94 TrainerInnen und BetreuerInnen, 15 SchiedsrichterInnen und
KlassifizierInnen, 58 international geladene Gäste (i.d.R. langjährige
Ehrenamtliche und FörderInnen des Rollstuhltanzsportes) und 44 freiwillige
HelferInnen aus knapp 30 Ländern in Bonn an. Von den AthletInnen waren über
die Hälfte, in Zahlen 144, RollstuhlfahrerInnen. Ebenfalls am 28. November wurden
acht AthletInnen für den Wettkampf neu klassifiziert (d.h. nach dem jeweiligen
Grad der Behinderung in die entsprechende Gruppe eingeteilt) und es fand ein
Informationstreffen für die GruppenleiterInnen statt.
Am 29. November starteten die Weltmeisterschaften nach einer Aufwärmphase
um 9 Uhr. Die offizielle Eröffnungsfeier fand um 12 Uhr unter Mitwirkung von
SchülerInnen der Bonn International School statt. Mehrere Schulklassen der
umliegenden Schulen sahen sich an diesem Freitag ebenfalls die Wettkämpfe an.Seite 3 von 6

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Samstag und Sonntag wurden die Wettkämpfe von vielen Familien und
Interessierten besucht, die zum Teil aus ganz Deutschland angereist waren und ein
sehr großes Spektrum an Hintergrundwissen, Motivation, Alter, Geschlecht,
Herkunft, etc. widerspiegelten: So gab es einige langjährige Rollstuhltanzfans, die
selber in Deutschland sehr aktiv sind, während andere aus Zufall an der Halle
vorbeikamen, keine Kenntnis von Para Tanz Sport hatten und spontan einige
Stunden blieben. Insgesamt lag die Zuschauendenzahl an den drei Tagen bei ca.
600, davon saßen ca. 80 Personen im Rollstuhl.
Das vollständige Wettkampf-Programm der drei Tage finden Sie im Anhang. Jeder
Tag endete mit den Siegerehrungen des Tages; insgesamt gab es 21
Medaillenverleihungen. Der Bonner Sportamsleiter Herr Stefan Günther wirkte an
der Medaillenüberreichung am Freitagabend, Oberbürgermeister Ashok Sridharan
am Sonntag mit. Herr Sridharan hielt außerdem die Rede bei der Abschlussfeier
am Sonntagabend.
3. Einbindung der Öffentlichkeit und der Partner der Veranstaltung
Die Veranstaltung wurde im Vorfeld intensiv online (YouTube, Facebook,
Instagram und Twitter) und in Bonn beworben; beispielsweise durch kurze
Videoclips in den SWB-Bahnen im öffentlichen Stadtverkehr, auf stadtweiten
Screens, im Bonner Hauptbahnhof, mit Flyern auf Veranstaltungen, usw. Relevante
lokale Vereine (Sport- und Tanzvereine, Behindertenverbände) wurden gezielt
angesprochen.
Während der Veranstaltung erreichte die Live-Übertragung im Internet eine im
Rollstuhltanz noch nie dagewesene Reichweite – es wurden 115.074 Livestream-
Nutzungen registriert. Im unmittelbaren Nachgang erschienen Berichte in den
folgenden Fernsehprogrammen: WDR Lokalzeit, RTL West, ARTE Journal Junior,
ORF, Deutsche Welle (Nachrichtensegment). Außerdem berichtete der General-
Anzeiger Bonn und der Deutsche Rollstuhlverband.
Als Zuschussgeberin der Veranstaltung wurde das Logo der Stadt Bonn auf allen
Werbebannern und Veröffentlichungen abgebildet und das Stadtmarketing aktiv
mit in die Öffentlichkeitsarbeit einbezogen. RepräsentantInnen der Stadt
(Oberbürgermeister Herr Sridharan, Kultur- und Sportdezernentin Frau Dr.
Schneider-Bönninger, Sportamtsleiter Herr Günther, Sozialamtsleiterin Frau Sturm,
und Ausschussmitglieder (Sportausschuss, Ausschuss für Internationales und
Wissenschaft, Behindertenpolitischer Teilhabeplan) wurden als Ehrengäste zur
Veranstaltung eingeladen und zum Teil in den Programmablauf eingebunden
(s.o.). Die Stadt Bonn beteiligte sich darüberhinaus mit einem Rahmenprogramm in
Form einer Fotoecke, die von den Zuschauenden und AthletInnen gerne genutzt
wurde.Seite 4 von 6

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Weitere Unterstützung nicht-
finanzieller Art kamen vom LVR-
Museum mit einem mobilen
Ausstellungsstück aus der
aktuellen Ausstellung Music!; von
der Firma Ottobock, die einen
kostenlosen Reparaturservice für
die Rollstühle anbot; von der
Deutschen Telekom, die
kostenlosen Internetzugang
ermöglichte; von Dancesport
International, die auf ihren Social
Media-Kanälen die Veranstaltung
aktiv bewarb sowie vom Malteser
Hilfsdienst, der einen Kranken-
wagen für die Dauer der
Veranstaltung kostenlos zur
Verfügung stellte.
Neben den Obengenannten kamen
als politische Gäste die
Staatssekretärin für Sport und
Ehrenamt von Nordrhein-
Westphalen, Frau Andrea Milz,
sowie die NRW-Landtagsabge-
ordneten Herr Dr. Katzidis und Herr
Nettekoven.
4. Fazit und Nachbereitung
Professioneller Rollstuhltanz konnte sowohl einem sportinteressierten als auch
kultur- und tanzinteressierten Publikum imponieren und dabei anschaulich
darstellen, wie Menschen im Rollstuhl und stehende Menschen gemeinsam aktiv
werden und außerordentliche Leistungen vollbringen können. Damit wurde ein
wichtiger und nachhaltiger Eindruck bei den Zuschauenden – auf den Tribünen und
vor den Bildschirmen – hinterlassen, der zu einer veränderten Wahrnehmung von
Menschen mit Behinderung, zum Abbau von Vorurteilen und einer inklusiveren
Gesellschaft beiträgt. Insbesondere wurde das Ziel erreicht, junge Menschen mit
und ohne Behinderung anzusprechen. Durch das familienfreundliche Ambiente
und ausreichend barrierefreie Plätze nahmen viele Kinder und Jugendliche jeden
Alters mit ihren Familien das Angebot wahr.
Der Rollstuhltanzsport selber wurde durch diese Veranstaltung nachhaltig und
weltweit gefördert; die Anzahl der aktiven AthletInnen stieg gegenüber der letzten
Der Vizepräsident des IPC, Duane Kale, berichtet auf
seinem Twitter-Account über die Überreichung einer
Anerkennungsplakette an den Bonner OB Ashok
Sridharan während der Veranstaltung.Seite 5 von 6

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INTERNATIONAL PARALYMPIC COMMITTEE
Weltmeisterschaft 2017 um 34,73% an (von 167 auf 225), die teilnehmenden
Ländern um 18,18% (von 22 auf 26). Damit konnte die bis dato größte
Weltmeisterschaft im Para Tanzsport verwirklicht werden und die anvisierte
Teilnehmendenzahl sogar übertroffen werden. In einer späteren IPC-Umfrage
zeigte sich die große Mehrheit der teilnehmenden Teams als (sehr) zufrieden mit
der Veranstaltung und Organisation. Basierend auf den Organisationserfah-
rungen einer Para Dance Sport Veranstaltung dieser Qualität und Größe wurde
ein detaillierter Erfahrungsbericht für zukünftige OrganisatorInnen erstellt, der als
Hilfestellung bei zukünftigen Weltmeisterschaften verwendet werden wird und
somit einen langjährigen und nachhaltigen Wissenstransfer gewährleistet.
Die Ziele der Maßnahme können somit als vollständig erreicht und teilweise sogar
übertroffen gelten.Seite 6 von 6

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Datenstand: 02.11.2026, 19:40 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de