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200575 · Mitteilungsvorlage

Hochwasserschutz in der Stadt Bonn

Nummer
200575
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
02.04.2020
Letzte Änderung
18.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz 20.05.2020 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
200575
Der Oberbürgermeister
Federführung:
66 Tiefbauamt
Dezernat:
Dez. III
Hochwasserschutz in der Stadt Bonn
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz 20.05.2020 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Nach dem Beschluss des Hauptausschusses vom 28.01.2014 ist dem
Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz einmal jährlich ein Bericht
über die umgesetzten und geplanten Maßnahmen im Bereich des
Hochwasserschutzes in Bonn vorzulegen (DS-Nr. 1313713NV5 –
Beschlusspunkt 2).
Der letztjährige Bericht ist im Ausschuss für Umwelt und
Verbraucherschutz am 25.06.2019 erfolgt (DS-Nr. 1313713NV13).
Gegenüber dem damaligen Sachstand sind nachfolgende
Veränderungen bzw. Entwicklungen eingetreten. Ergänzend zum
Sachstand wird ein Ausblick auf weitere Bearbeitungsschritte gegeben.
Angaben zu zukünftigen zeitlichen Verläufen stehen unter dem Vorbehalt
der personellen Ressourcen, der Bereitstellung der Haushaltsmittel, der
Erteilung der wasserrechtlichen Genehmigungen, der Zustimmung der
politischen Gremien und, wo erforderlich, des Grunderwerbs.
Die Vollzeitstelle „Koordinator/in Hochwasser- und
Starkregenrisikomanagement“ ist seit November 2019 besetzt.
Hochwasserschutz Mehlemer Bach
Der Entlastungskanal zum Rhein und das Einlaufbauwerk an der
Bachemer Straße, mit Dammbalken und durchsichtigen Schutzwänden
sowie die Straßenwiederherstellung, wurden im letzten Jahr
fertiggestellt. Ebenfalls wurde im unteren Teil des Drachensteinparks die
Sitzmauer wieder errichtet.
Aktuell sind nur noch wenige restliche Nachbesserungsarbeiten sowie
eine Neuberechnung der Warnstufen zum installierten Alarmpegel
erforderlich.
Hochwasserrückhaltebecken Holzlarer See (inkl. Beseitigung der
ökologischen Defizite am Holtorfer Bach)Seite 1 von 5

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Die Plangenehmigung durch die Untere Wasserbehörde wurde im
letzten Jahr erteilt. Der bei der Bezirksregierung Köln gestellte
Förderantrag wurde mit einer 80%igen Förderung genehmigt.
Zudem wurden erste vorbereitende Arbeiten zum Umbau des
Hochwasserrückhaltebeckens getätigt. Das Wasser wurde langsam
abgelassen und die vorhandene Teichbiozönose abgefischt und in die
Tongrube Röttgen sowie den Kautexweiher umgesetzt. Dies erfolgte, in
Absprache mit der Unteren Naturschutz- und Fischereibehörde, durch
ein Fachunternehmen. In Vorbereitung der Offenlage des Bachverlaufs
wurden ferner die dazu notwendigen Baumfällungen im Januar
außerhalb der Brut- und Nistzeit durchgeführt.
Zudem erfolgten vorbereitende Gutachtertätigkeiten zu Boden und
Baugrund. Die Aufstellung des Leistungsverzeichnisses zur
Ausschreibung der Arbeiten befindet sich aktuell in Bearbeitung.
Vergabe und Beginn der Bauleistungen erfolgen erst nach der
Amphibienschutzzeit. In der gesamten Bauzeit wird der derzeitige
Hochwasserschutz gewährleistet und nach Abschluss der Maßnahme
deutlich verbessert.
Hochwasserschutz Graurheindorf
Die Entwurfsplanungen zur Umlegung des Rheindorfer Bachs im
Mündungsbereich und zum technischen Hochwasserschutz am
Rheinufer wurden fertig gestellt und gemeinsam am 11.04.2019 der
Öffentlichkeit in einer Bürgerinformationsveranstaltung vorgestellt.
Die Genehmigungsplanung für die Bachumlegung, zur Vorlage bei der
Unteren Wasserbehörde, befindet sich in Bearbeitung. Das zur
Bachumlegung notwendige Flurbereinigungsverfahren wird von Seiten
der Bezirksregierung Köln vorbereitet und erst mit Vorliegen des
Planfeststellungsbeschlusses durchgeführt werden.
Die Genehmigungsplanung für den technischen Hochwasserschutz am
Rhein, zur Vorlage bei der Bezirksregierung Köln, befindet sich ebenfalls
derzeit in Bearbeitung.
Für beide Genehmigungsverfahren werden derzeit weitergehende
Untersuchungen sowie Aktualisierungen der älteren
Umweltverträglichkeitsprüfung sowie eine Artenschutzprüfung
durchgeführt.
Renaturierung Lengsdorfer Bach
Die Renaturierungsmaßnahme für den Abschnitt des Lengsdorfer Bachs
zwischen „An der Ohligsmühle“ und der Bundesautobahn A565 wurde
bis auf einen Teilabschnitt durchgeführt.
Um einen größeren Retentionsraum für den Bach zu schaffen, wurde
das Bachbett zur eigendynamischen Entwicklung entfesselt. Dies wird
sich auch positiv auf das örtliche Überschwemmungsgebiet bei einer
Überarbeitung der Verordnung durch die Bezirksregierung bemerkbar
machen.
Dazu wurden die ehemalig vorhandenen Sohlstufen aus Beton durch
eine raue Sohlrampe zur Überwindung des Gefälles ersetzt. Im VorfeldSeite 2 von 5

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der Bauarbeiten erfolgte eine Rodung von Baum- und Buschwerk. Nach
Fertigstellung der Baumaßnahmen wurden am Bachabschnitt neue
standorttypische Pflanzen angesiedelt. Über den Förderantrag hat die
Bezirksregierung bisher nicht entschieden, die Zulassung des
beihilfeunschädlichen Baubeginns wurde erteilt.
Alarmmeldesystem an kleineren Gewässern
Die Messstellen für das Alarmmeldesystem wurden auf das Endenicher
und Rheindorfer Bachsystem sowie das Vilicher Bachsystem
ausgeweitet. Ebenso wurden weitere Messstellen, beispielsweise an
Gittern vor Bachdurchlässen oder auch Grundwassermessstellen, in das
System aufgenommen.
Das Alarmmeldesystem wurde in die Einsatzplanung der Leitstelle der
Feuerwehr integriert. Die Feuerwehr kann die Bevölkerung somit im
Falle einer herannahenden Hochwasserwelle über Sirenen, Durchsagen
und die Warn-App NINA (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und
Katastrophenhilfe (BBK)) informieren.
Es ist vorgesehen, mittelfristig weitere Bäche mit entsprechenden
Messstellen auszustatten.
Verbesserung der Hochwasserentlastung am Dransdorfer Bach
Die Entwurfsplanung zur Verbesserung der Hochwasserentlastung am
Dransdorfer Bach wurde abgeschlossen und eine entsprechende
Genehmigungsplanung zum Vorhaben erstellt. Die
Genehmigungsplanung wurde der Unteren Wasserbehörde sowie der
Unteren Naturschutzbehörde vorgelegt und befindet sich derzeit noch in
Bearbeitung. Ebenso wird aktuell ein entsprechender Förderantrag zur
Maßnahme zur Vorlage bei der Bezirksregierung Köln vorbereitet.
Die Möglichkeit, besonders höhere Abflüsse über den Bonner Randkanal
zu führen, vergrößert den Handlungsspielraum für eine effektive
Umsetzung der Ziele der WRRL für den Unterlauf, da nach Möglichkeit
dem Gewässer mehr Raum gegeben und vorhandener Sohl- und
Uferverbau entfernt werden soll (geringere Abflüsse führen zu geringerer
Erosion).
Das derzeitige gesetzliche Überschwemmungsgebiet betrifft neben
größeren Wohn- und Gewerbeflächen die Bundesautobahn A565, die
Stadtbahnlinie 18 sowie den gesamten Stadtbahnbetriebshof in
Dransdorf. Im Schadensfall ist mit dem Austritt von erheblich
wassergefährdenden Stoffen zu rechnen.
Godesberger Bach, Grundlagenermittlung und Studie zu
Möglichkeiten eines Hochwasserschutzes
Die Ergebnisse der von der Bezirksregierung beauftragten Ermittlung
des Gesamtüberschwemmungsgebietes wurden im vergangenen Jahr
nochmals überprüft. Die Ergebnisse wurden Ende Februar 2020 erneut
vorgestellt und sind nun nachvollziehbar. Auf Basis der neuen
Berechnungsergebnisse läuft die, zusammen mit der GemeindeSeite 3 von 5

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Wachtberg, beauftragte Studie zu möglichen Verbesserungsmaßnahmen
des Hochwasserschutzes aktuell an.
Umbauarbeiten am Hochwasserrückhaltebecken Wittgesbach
Der Dauerstau vor dem Hochwasserrückhaltebecken war ursprünglich
als See angelegt und verlandete über die Jahre. Um den
Hochwasserschutz zu verbessern und die eigendynamische Entwicklung
des Bachs im Hauptschluss durch das Becken wieder herzustellen,
werden Umbauarbeiten erforderlich.
Das Becken soll zukünftig gesteuert betrieben werden. Dazu erfolgt eine
Anpassung an DIN19700 (neue Regel- und Messtechnik). Auch das
Vorbecken bachaufwärts wird aufgegeben und stattdessen dort ein
Grobrechen installiert.
Die Voruntersuchungen wurden abgeschlossen und für den Umbau des
Hochwasserrückhaltebeckens wird aktuell die Entwurfsplanung erstellt.
Überarbeitung des Hochwasserschutzkonzeptes
Aufgrund der personellen Unterstützung im Hochwasser- und
Starkregenrisikomanagement seit November 2019 wird die
Überarbeitung des Hochwasserschutzkonzeptes in 2020 beginnen.
Überarbeitung Katastrophenschutzplan Hochwasser
Aufgrund der personellen Unterstützung im Hochwasser- und
Starkregenrisikomanagement seit November 2019 wird die
Überarbeitung des Katastrophenschutzplans zu Hochwasser in
Zusammenarbeit mit der Feuerwehr in 2020 beginnen.
Umbau Hochwasserrückhaltebecken Katzenlochbach
Vorarbeiten zur Vermessung und Grundlagenermittlung wurden
durchgeführt und befinden sich aktuell in Bearbeitung. Ziel ist eine
Anpassung an die verschärften technischen Regeln für den Betrieb des
Beckens und eine Verbesserung des Hochwasserschutzes. Gleichzeitig
wird die Wiederherstellung der Gewässerdurchgängigkeit betrachtet.
Renaturierung Rheindorfer Bach
Für das Teilstück des Rheindorfer Bachs zwischen Dorotheenstraße und
Kölnstraße wurde die Planung erstellt und die Durchführung eines
vereinfachten Genehmigungsverfahrens beantragt. Es ist vorgesehen,
die Sohlschalen im Bach zu entnehmen und eine Abflachung der steilen
Ufer vorzunehmen, um die eigendynamische Entwicklung des Bachs zu
fördern. Die Hochwassergefährdung des angrenzenden Robert-Wetzlar-
Berufskollegs wird mit der Maßnahme verbessert. Zusammen mit der
Entlastung im Oberlauf (s. unter „Verbesserung der
Hochwasserentlastung am Dransdorfer Bach“) wird das Schulgelände
künftig nicht mehr in einem gesetzlichen Überschwemmungsgebiet
liegen.Seite 4 von 5

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Die weitere Planung unterhalb der Kölnstraße wurde zurückgestellt, da
die Planung sinnvollerweise mit einer Sanierung der Mondorfer Straße
kombiniert werden soll.
Hochwasserschutz Vilicher Bach - Kläranlage Beuel
Durch die Anpassung des Hochwasserschutzdeiches auf der Beueler
Rheinseite an ein 100-jährliches Hochwasserereignis wurde eine
Erneuerung des Hochwasserpumpwerkes I auf dem Kläranlagengelände
in Beuel erforderlich, um das Wasser des Vilicher Baches zukünftig im
Hochwasserfall auf ein höheres Niveau dem Rhein zuführen zu können.
Der Großteil der umfänglichen Arbeiten dazu wurde im letzten Jahr
durchgeführt. Das Hochwasserpumpwerk wird 2020 wieder vollständig in
Betrieb gehen.
Vertiefte Sicherheitsberichte (DIN 19700) der Dämme aller
Hochwasserrückhaltebecken
Die Aktualisierung der vertieften Sicherheitsberichte gemäß DIN19700
für die Dämme an den Hochwasserrückhaltebecken wurde im letzten
Jahr in Auftrag gegeben und befindet sich derzeit in Bearbeitung.
Anlage/n
KeineSeite 5 von 5

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Datenstand: 03.11.2026, 10:11 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de