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200540 · Mitteilungsvorlage

Jahresbericht zum Erhalt der Biologischen Vielfalt in der Stadt Bonn: Abgeschlossene Projekte sowie laufende und geplante Projekte

Nummer
200540
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
30.04.2020
Letzte Änderung
18.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz 20.05.2020 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
200540
Der Oberbürgermeister
Federführung:
56 Amt für Umwelt-, Verbraucherschutz und Lokale Agenda
Dezernat:
Dez. III
Jahresbericht zum Erhalt der Biologischen Vielfalt
in der Stadt Bonn: Abgeschlossene Projekte sowie
laufende und geplante Projekte
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz 20.05.2020 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Da ein großes Potential für den Erhalt und die Entwicklung der städtischen
Biodiversität auch in privaten Gärten und Freiflächen gesehen wird, legt die
Untere Naturschutzbehörde (UNB) ihren Fokus der Biodiversitätsförderung vor
allem auf die Einbindung von Bonner Bürgerinnen und Bürgern. Im Folgenden
wird über die abgeschlossenen Projekte und Maßnahmen sowie über die
laufenden und geplanten Projekte im Rahmen der Stelle zum Erhalt, zur
Förderung und zur nachhaltigen Entwicklung der Biodiversität informiert.
Abgeschlossene Projekte
1) Lehrpfad „Artenvielfalt in der Stadt“
Der Lehrpfad „Artenvielfalt in der Stadt“ wurde fertiggestellt. Die offizielle
Eröffnung wird aufgrund der derzeitigen Lage vorerst verschoben. An 10
Stationen in der Bonner Innenstadt, in Beuel sowie in Poppelsdorf werden den
Bürgerinnen und Bürgern unterschiedliche innerstädtische Biotope wie z.B.
Mauervegetation oder Fassadenbegrünung aufgezeigt und vermittelt, wie
wichtig der Erhalt dieser Lebensräume für die städtische Biodiversität ist. Die
Stationen sind untereinander fußläufig und/oder mit dem Rad gut zu erreichen
und jeweils mit QR-Code und einem Link zur Internetseite gekennzeichnet
(https://www.bonn.de/themen-entdecken/umwelt-natur/lehrpfad-artenvielfalt-in-
der-stadt.php). Ein anschaulich gestalteter Faltplan informiert ebenfalls über die
einzelnen Stationen (s. Anlage).
2) Ausstellung „StadtNatur“ im Haus der Bildung
In enger Zusammenarbeit mit der Volkshochschule der Stadt Bonn initiierte die
UNB die Wander-Ausstellung „StadtNatur“ des Bundesamts für Naturschutz,
die vom 06. Mai bis zum 30. August 2019 im Haus der Bildung zu sehen war.
Die Ausstellung hat zum Ziel, die vielfältigen Seiten der Stadtnatur darzustellen
und die Notwendigkeit eines sensiblen Umgangs mit ihr hervorzuheben
(https://www.bonn.de/pressemitteilungen/2019/juli/ausstellung-stadtnatur-im-
haus-der-bildung.php).
3) Flyer „Mein Blüh-Beet in 7 Schritten“
Die Initiative „Bonn blüht und summt“ des Vereins Bonn im Wandel e.V. gab im
Januar 2020 den von der UNB finanziell geförderten Flyer „Mein Blüh-Beet in 7Seite 1 von 20

Seite 2
Schritten" heraus. Der vierseitige Flyer informiert über die wichtigsten Schritte
zum Anlegen von Blühstreifen und Blühwiesen für Insekten und richtet sich an
Erwachsene, die gemeinsam mit Kindern Blühbeete anlegen möchten (s.
Anlage).
4) Anlage des Hüser Insekten-Paradies am EKG
Der Verein LOGO – DA MACH ICH MIT am Ernst-Kalkuhl-Gymnasium (EKG)
setzte im Herbst 2019 mit fachlicher und finanzieller Unterstützung der UNB
folgende Maßnahmen zur Förderung von Wildbienen auf dem Gelände des
EKGs in Oberkassel um: Aufbau eines Insektenhotels, Anlage einer Blühwiese
sowie Anlage einer Sandfläche. Der Verein wurde bei der Anlage ebenfalls vom
NABU Bonn beraten.
5) Besucherlenkung NSG Rodderberg
Die Halbtrocken-Magerrasen des Rodderbergs sind ein wertvoller Lebensraum
für viele seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Im Herbst 2019 hat
die UNB die Besucherlenkung im NSG Rodderberg erneuern lassen, um die
empfindlichen Trockenrasenflächen vor Trittschäden zu schützen. Zwei
Informationstafeln geben Hinweise zum Schutz des wertvollen Biotops
(https://www.bonn.de/pressemitteilungen/2019/september/rodderberg-
erneuerung-wegbegrenzung.php).
6) Montage neuer Schutzgebietsschilder und Informationstafel
Im Winter 2019 hat die UNB in den Landschaftsschutzgebieten Graurheindorf
und Messdorfer Feld sowie in den Naturschutzgebieten Düne Tannenbusch
und Katzenlochbachtal zusätzliche Schutzgebietsschilder und
Informationstafeln aufstellen bzw. erneuern lassen.
7) Organisation und Mitwirkung an Veranstaltungen
7.1) Im März 2019 organisierte die UNB im Auftrag des Oberbürgermeisters
eine Gesprächsrunde mit dem Naturwissenschaftskurs des Kardinal-Frings-
Gymnasiums, Fachleuten der Verwaltung sowie der Bonn-Netz GmbH zum
Thema „Auswirkungen von Lichtimmission auf Tiere. Die Verwaltung sowie die
Mitarbeiter von Bonn Netz stellten die derzeitigen Maßnahmen zur
Einschränkung der Lichtimmission den Schülern vor, anschließend folgte eine
konstruktive Diskussion über das komplexe Thema „Auswirkungen von
Lichtimmission auf Tiere“.
7.2) Im Mai 2019 folgte die UNB der Einladung zum Offenen
Gemeindeabend der Evangelischen Kirchengemeinde Beuel und stellte die
Projekte der UNB zum Thema „Biologische Vielfalt in der Stadt“ vor.
Laufende Projekte
1) KiTa-Projekt „Blüten für Insekten“
Das von der UNB initiierte Pilotprojekt „Blüten für Insekten“ ist im Sommer 2019
sehr gut und vielversprechend gestartet. Ziel des Projektes ist es, den Schutz
und die Förderung von Wildbienen und Co. für Kinder, Eltern und Erzieher in
den Fokus zu rücken und ein Bewusstsein für die bedrohte Insektenwelt zu
schaffen. Die fünf ausgewählten Einrichtungen werden bei der Flächenauswahl,
der Aussaat und während der Blühphase bis Sommer 2020 durch die von der
UNB beauftragte Biologische Station Bonn/Rhein Erft e.V. beraten und
begleitet. Die UNB stellt ebenfalls das Saatgut zur Verfügung
(https://www.bonn.de/themen-entdecken/umwelt-natur/kita-projekt-blueten-fuer-
insekten.php). Die UNB plant 2020 die erneute Umsetzung des Projekts mit
diesmal 10 Kindertagesstätten, allerdings ist der Zeitraum aufgrund der
Corona-Lage noch nicht bestimmbar.
2) Veranstaltungsreihe „Biologische Vielfalt in der Stadt“Seite 2 von 20

Seite 3
Erstmalig im Sommersemester 2019 hat die UNB in enger Zusammenarbeit mit
der Volkshochschule der Stadt Bonn die Veranstaltungsreihe „Biologische
Vielfalt in der Stadt“ initiiert. Zielgruppe sind alle interessierten Bürgerinnen und
Bürger, die praxisnahe Informationen und konkrete Tipps erhalten möchten, um
in ihren Gärten, Vorgärten und selbst auf Balkonen kleine Biotope für heimische
Pflanzen und Tiere zu erschaffen. Sowohl die Veranstaltungen des
Sommersemesters 2019 als auch des Wintersemesters 2019/2020 wurden
sehr gut besucht. Ab dem Sommersemester 2020 werden zu den Themen
„Biologische Vielfalt in der Stadt“ und Bio-Stadt Bonn Veranstaltungen in
Zusammenarbeit mit dem Lokale Agenda-Büro und der VHS Bonn angeboten.
Ursprünglich sollten sich von Februar bis Juni 2020 die acht kostenfreien
Veranstaltungen Themen wie z. B. „Naturnahe Kräuter- und
Gemüsebepflanzung für Balkon- und Vorgarten“ widmen (s. Anlage). Aufgrund
der Corona-Lage wurden ab Mitte März vorerst alle Veranstaltungen abgesagt.
Zurzeit plant die UNB die Veranstaltungen für das Wintersemester 2020/2021.
3) Erstellung eines Pflege- und Entwicklungsplans (PEPL) für das
Naturschutzgebiet Lyngsberg sowie Maßnahmenumsetzung
Der Landschaftsplan Kottenforst weist den ehemaligen Basaltsteinbruch
„Lyngsberg“ seit 2013 als Naturschutzgebiet aus. Nun soll das wertvolle
Schutzgebiet auf der Grundlage eines ausgearbeiteten Konzeptes und
entsprechend den Zielstellungen des Landschaftsplans Kottenforst hergestellt
und langfristig gepflegt werden, um das Ziel "Erhalt der charakteristischen Tier-
und Pflanzenwelt" zu erreichen. Um dies nachhaltig sicherzustellen, wurden im
Rahmen eines umfassenden PEPL die Schutzziele des Naturschutzgebietes
sowie geeignete Maßnahmen der Erst-, Folge- und Dauerpflege durch ein
externes Planungsbüro erarbeitet. Der finale PEPL liegt seit Mitte Dezember
2019 vor. Die UNB stimmt zurzeit die Maßnahmenumsetzung ab.
4) Inventarisierung der Schutzgebietsschilder und Informationstafeln
Die UNB hat eine digitale Bestandsaufnahme aller Schutzgebietsschilder und
Informationstafeln im gesamten Stadtgebiet (11 Naturschutzgebiete, 25
Landschaftsschutzgebiete, 7 Naturdenkmale) sowie die anschließende
Übertragung der Daten in das städtische Kataster- bzw.
Geoinformationssystem beauftragt.
5) Chance 7
Im Rahmen des Naturschutzgroßprojekts Chance7 wurden drei neue Flächen
im Naturschutzgebiet Kohlkaul in Holzlar von der Stadt erworben. Als
Maßnahmen werden hier lebensraumtypische Gehölze gefördert sowie Horst-
und Höhlenbäume und Alt- und Totholz erhalten. In den Bereichen
Rauchlochweg, Kuckstein und Rabenlay wurden Gehölzmaßnahmen
(Baumfällungen und Entbuschungen) zur Förderung der wärmeliebenden Arten
der (halb-) offenen Landschaften durchgeführt. Zurzeit wird die
Ziegenbeweidung ab dem Jahr 2021 u.a. in den Bonner Bereichen
Rauchlochweg und Stingenbergsteinbruch geplant.
6) Flyer und Diskussionsteilnahme zum Thema „Blühende Vorgärten“
Es wurde ein von der Natur- und Umweltschutzakademie NRW (NUA)
produzierter Flyer „Blühende Vielfalt im Vorgarten – Alternativen zu Schotter
und Kies“ für die Stadt Bonn umgestaltet. Die geplante Teilnahme der UNB an
der moderierten Diskussion der NUA-Tagung „Modeerscheinung mit Folgen:
Vorgärten aus Schotter, Kies und Splitt“ im April 2020 entfällt.
7) Herstellung von Material für die Öffentlichkeitsarbeit
Um das Thema „Biologische Vielfalt in der Stadt“ u.a. auch auf öffentlichen
Veranstaltungen am Stand praxisnah vermitteln zu können, werden in diesem
Jahr ein RollUp Banner als Eyecatcher sowie individuell auf die Stadt BonnSeite 3 von 20

Seite 4
zugeschnittene Saatguttütchen als „Give-Aways“ gestaltet. Zusätzlich werden
Schilder angefertigt, die zukünftig an Projektflächen auf die Anlage von
Blühwiesen aufmerksam machen.
8) Mitwirkung an Veranstaltungen und Aktionen sowie Teilnahme an
Wettbewerben
8.1) Im Mai 2019 sowie im Oktober 2019 war die UNB gemeinsam mit der
Leitstelle Klimaschutz auf dem „Tag der Artenvielfalt“ bzw. dem „Tag der
Vereinten Nationen“ mit einem eigenen Stand vertreten und stellte den
interessierten Besucherinnen und Besuchern die Projekte zum Thema
„Biologische Vielfalt in der Stadt“ vor. Sollten diese Veranstaltungen 2020
stattfinden, wird die UNB hier auch wieder vertreten sein.
8.2) Als Teil der im Verfahren des Labeling-Prozesses „Stadtgrün Naturnah“
gegründeten lokalen Arbeitsgruppe bringt die UNB seit 2018 ihre Projekte zur
städtischen Biodiversitätsförderung ins Verfahren mit ein.
8.3) Die UNB hat sich mit den Projekten Lehrpfad „Artenvielfalt in der Stadt“,
dem Kita-Projekt „Blüten für Insekten“ sowie der VHS-Reihe „Biologische
Vielfalt in der Stadt“ für den Wettbewerb „Naturschutzprojekt 2020“ des
Bündnisses „Kommunen für Biologische Vielfalt“ beworben.
9) Mitwirkung in Netzwerken
9.1) Seit März 2019 findet das halbjährliche Treffen des vom Amt für Umwelt,
Verbraucherschutz und Lokale Agenda initiierten Netzwerkes „Schule trifft
Verwaltung“ statt. Erzieherinnen/Erzieher sowie Lehrerinnen/Lehrer werden
durch die Verwaltung beim Aufbau des Netzwerks unterstützt. Ziele der Treffen
sind der Austausch von Erfahrungen, Hilfestellungen und Tipps zum
Bildungsauftrag für nachhaltige Entwicklung.
9.2) Die Stadt Bonn ist Mitglied sowohl im Bündnis „Kommunen für Biologische
Vielfalt“ als auch im BION - Biodiversitätsnetzwerk Bonn. Die UNB nimmt
stellvertretend für das Amt an deren Tagungen und Jahresversammlungen teil.
Geplante Projekte ab 2020
1) Naturnahe Gestaltung eines Firmengeländes
Die UNB plant mit Unterstützung externer Kooperationspartner ein Pilotprojekt
zur naturnahen Umgestaltung eines Firmengeländes innerhalb eines Bonner
Gewerbegebietes mit Vorbildfunktion für andere ansässige Unternehmen.
2) Überarbeitung der Pflanzlisten
Die UNB plant die Überarbeitung der Pflanzlisten für heimische,
klimaangepasste und insektenfreundliche Bäume und Sträucher für den Innen-
und Außenbereich. Diese Handreichung könnte u.a. als verbindliche Grundlage
für die Bauleitplanung dienen.
3) Teilnahme an Wettbewerben
Mit dem Kita-Projekt „Blüten für Insekten“ nimmt die UNB 2020 am
Sonderwettbewerb „Soziale Natur - Natur für alle“ der Geschäftsstelle der UN
Dekade Biologische Vielfalt teil.
4) Herstellung von Material für die Öffentlichkeitsarbeit
Geplant ist die Erstellung von Leitfäden zu den Themen „Einbau von Nistkästen
für Vögel und Fledermäuse“ und „Reduzierung von Lichtimmission“.
Anlage/nSeite 4 von 20

Seite 5
1 Flyer Biologische Vielfalt (öffentlich)
2 Flyer "Mein Blühbeet in 7 Schritten" (öffentlich)
3 Faltplan "Lehrpfad Artenvielfalt" (öffentlich)Seite 5 von 20

Bio Imkerei
Die
wesensgemäße
Bienenhaltung
Bienenvölker von
Imkern, welche nach
biologisch-dynami-
schen Richtlinien
imkern und solche
von konventionell
arbeitenden Imkern stehen in den gleichen Gebie-
ten, durchfliegen die gleichen Landschaften und
besuchen die gleichen Blüten. Dennoch gibt es
große Unterschiede, die sich nicht nur in den Ern-
teprodukten wiederspiegeln. Wie sehen diese Un-
terschiede aus und was sind die Hintergründe und
Motive der wesensgemäßen Imkerei?
Nicole Saturna betreibt seit 1995 ihre Imkerei
nach Demeter Richtlinien. Die Veranstaltung rich-
tet sich an Menschen ohne Vorkenntnisse in der
Imkerei, Imker sind aber auch willkommen.
Mittwoch, 12. Februar 2020, 18 Uhr
Nicole Saturna
VHS, Am Michaelshof 2, Raum 05
Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten.
1820
In Zusammenarbeit mit dem Amt für Umwelt, Ver-
braucherschutz und Lokale Agenda der Stadt Bonn
organisieren wir erneut die Reihe „Biologische Vielfalt
in der Stadt – Essbares von hier für hier“. Sie gibt pra-
xisnahe Tipps, um in Gärten, Vorgärten und selbst auf
Balkonen kleine Biotope für heimische Pflanzen und
Tiere zu erschaffen.Seite 6 von 20

Wissen, wo es herkommt
Ich erzeuge mein Essen selbst
Selbstversorgung ist wieder in aller Munde: Urban
Gardening, Solidarische Landwirtschaften, Miet-
gärten etc. Letztere stehen in dieser Veranstaltung
im Fokus. Neben einer historischen Einbettung ih-
rer Herkunft wird der Blick auf die derzeitigen An-
gebote und die Unterschiede von Mietgärten ge-
worfen. Es werden Antworten darauf gegeben,
warum in diesem Zusammenhang nur ökologische
Landwirtschaft und deren Bewirtschaftungsformen
konsequent sind und Sinn ergeben.
Tobias Paulert gründete 2012 mit Ackerhelden ein
Unternehmen, das biozertifizierte, mit verschiede-
nen Gemüsesorten vorbepflanzte Ackerstücke
vermietet.
Mittwoch, 19. Februar 2020, 18 Uhr
Tobias Paulert
VHS, Am Michaelshof 2, Raum 05
Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten.
1822Seite 7 von 20

Kompost
Eine Welt für sich
Kompost bewirkt auch im eigenen Garten die För-
derung eines natürlichen Stoffkreislaufs. Damit
dies gelingt, sollen einige Grundprinzipien beher-
zigt werden. Der Vortrag bietet einen Einstieg in
die Materie und soll ermutigen, aktiv zu werden.
Der Lohn ist, dass Pflanzen gesünder wachsen
und eigenes Obst und Gemüse einen höheren in-
neren Wert bekommen als mit mineralischer Dün-
gung. Wer einen eigenen Garten hat, selber kom-
postiert und auf die Biotonne ganz verzichtet,
kann sogar bei den Abfallgebühren sparen.
Mittwoch, 04. März 2020, 18.00 Uhr
Andreas Osinski
VHS, Am Michaelshof 2, Raum 05
Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten.
1824
Grüne Mini-Oasen
Naturnahe Kräuter- und Gemüsebepflanzung
für Balkon- und Vorgarten
Duftende Kräuter, süßes Obst oder knackiges Ge-
müse, eingebettet in naturnahe Blumen- und
Staudenbepflanzung lassen sich auch auf kleins-
tem Raum realisieren. Und nicht nur die eigenen
Sinne werden dabei wach gekitzelt, auch die In-
sekten freuen sich über die blühende Vielfalt.
Ganz nach dem Motto: grauer Schotter raus - grü-
ne Vielfalt rein. Jeder bepflanzte Quadratmeter
zählt!Seite 8 von 20

Yvonne Spenrath ist Mitglied im Naturgarten e.V.
und gibt zahlreiche Tipps und Anregungen, wie sie
ihren Vorgarten oder den heimischen Balkon in ei-
ne blühende Oase verwandeln können.
Donnerstag, 12. März 2020, 18 Uhr
Yvonne Spenrath
VHS, Am Michaelshof 2, Raum 05
Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten.
1826
Gärtnern auf dem Hochbeet
Dass es sich im Stehen leichter säen, pflanzen,
jäten und ernten lässt als mit krummen Rücken
oder auf den Knien, hat sich mit den zahlreichen
„Urban Gardening“-Projekten immer mehr herum-
gesprochen. Man kann schon im zeitigen Frühjahr
mit der Bepflanzung von Salat, Kohlrabi und Co.
beginnen, da die Erde im Hochbeet wärmer ist als
im Boden und schon früh die erste Ernte einfah-
ren. Anschaulich dargestellt durch viele Fotos er-
fahren Sie, welche vielfältigen Planungsweisen
und Bauarten es gibt und wie Sie das Hochbeet
bepflanzen können.
Mittwoch, 18. März 2020, 18 Uhr
Evelyn Altmeyer
VHS, Am Michaelshof 2, Raum 05
Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten.
1828Seite 9 von 20

Regionale Vielfalt
statt globale Monopole
Traditionell samenfeste Nutzpflanzensorten er-
möglichen mit ihrer Anpassungskraft den Verzicht
auf Agrarchemie sowie Unabhängigkeit von Kon-
zernen, denn man kann sie noch selbst vermeh-
ren. Mit der Weitergabe von Wissen und Fertigkei-
ten wird unser Kulturerbe gemeinschaftlich ge-
nutzt und für künftige Generationen erhalten.
Rund ums Jahr gibt es dabei Leckeres, Attraktives
und Gesundes aus dem Garten.
Dr. Susanne Gura ist Erste Vorsitzende des Ver-
eins zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt.
Donnerstag, 26. März 2020, 18 Uhr
Dr. Susanne Gura
VHS, Am Michaelshof 2, Raum 05
Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten.
1830
Besser essen
Regionales Superfood
Aus vielen Gründen ist es sinnvoll, möglichst re-
gional und nachhaltig angebautes und daher sai-
sonal verfügbares Gemüse und Obst zu essen. Es
schmeckt besser, vermeidet weite Transportwege
sowie übermäßigen Wasserverbrauch beim Anbau
in trockenen Regionen der Erde. Außerdem bieten
regionale Produkte oft genau das, was der Körper
gerade braucht und sind durch die kurzen Trans-
portwege auch mit reichhaltigeren NährstoffenSeite 10 von 20

ausgestattet. Dabei muss dies keinen Verzicht be-
deuten: Vielfältige Rezepte und neue Produkte
wie Winter-Asiasalate lassen keinen Wunsch of-
fen. Darüber hinaus kann man Landwirte vor Ort
kennenlernen, sie durch den direkten Einkauf im
Hofladen, auf dem Markt oder in den Markt-
schwärmereien fördern und nicht zuletzt Kosten
sparen, denn alles, was Saison hat, ist in der Re-
gel auch kostengüns-
tig zu haben.
Dorle Gothe ist Vor-
stand der Regional-
wert AG Rheinland,
eine Bürgeraktienge-
sellschaft, die nach-
haltige Landwirtschaft
und Ernährung durch
finanzielle Beteiligun-
gen und ein regiona-
les Partnernetzwerk
fördert.
Donnerstag, 30. April 2020, 18 Uhr
Dorle Gothe
VHS, Am Michaelshof 2, Raum 05
Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten.
1832
Kräuter am Wegesrand
Ob in Pflasterritzen, auf Baumscheiben oder unter
Hecken - überall sprießen kleine Kräuter. Auf die-
ser Führung hin zum Kreuzberg berichtet der Bio-
loge Peter Tautz über ihre ökologische Einni-
schung und über heutige und ehemalige Nut-
zungsmöglichkeiten. Eine erstaunliche Anzahl
lässt sich medizinisch und kulinarisch verwenden.
Einigen wurde auch eine Wirkung gegen Scha-
denszauber nachgesagt.
Sonntag, 17. Mai 2020, 10 - 12 Uhr
Peter Tautz
Clemens-August-Str. 60, Bushaltestelle
Poppelsdorfer Platz, 53113 Bonn
8,00 EUR, schriftliche Anmeldung erforderlich.
1834Seite 11 von 20

Auskünfte erteilt Ihnen gerne:
Stephanie Klassen
Fachbereich Politik, Wissenschaft und
Internationales
VHS Bonn in Bad Godesberg
Am Michaelshof 2
53177 Bonn
Telefon:
E-Mail:
0228 77 45 83
stephanie.klassen@bonn.de
Veranstaltungsdetails finden Sie im Internet unter
www.vhs-bonn.de
Herausgeber:
Der Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn, Kulturamt -
Volkshochschule/Presseamt, Auflage 1400,
Januar 2020. Gedruckt auf 100% Recyclingpapier zertifiziert
mit dem Blauen Engel.
Bildnachweis: © Ackerhelden und N. Saturna, pixabay.comSeite 12 von 20

B
o
n
n
bl
ü
h
t
u
n
d
summt
Mein Blüh-Beet
Bei uns gibt es
über 500 verschiedene Bienenarten.
Sie tragen die Blütenpollen von
Pflanze zu Pflanze. So entstehen
leckere Äpfel, Himbeeren, Erdbeeren,
Kürbisse, Zucchini, …
Hummeln, Schmetterlinge und
Bienen brauchen bunte Blüten
vom Frühling bis zum Herbst.
Eine Ackerhummel besucht viele
tausend Blüten an einem Tag.
in SchrittenSeite 13 von 20

B
o
blüht
u
n
Den richtigen Platz finden
Viele Blumen brauchen einen sonnigen Platz.
Manche wachsen auch dort, wo nicht den ganzen
Tag die Sonne hinkommt, nämlich im Halbschat-
ten. Schau auf der Verpackung nach und wähle
dann einen guten Platz für dein Blüh-Beet.
Warte drei bis vier Wochen
Was tut sich? Vielleicht gibt es im Boden
noch Samen, die jetzt keimen? Hacke dein
Beet nach drei bis vier Wochen noch ein-
mal durch. Dann nimm einen Rechen und
verteile die Erde gleichmäßig. Sie soll
schön feinkrümelig sein.
Die Erde
vorbereiten
Im Frühling, wenn die Erde
feucht und nicht mehr ganz nass
ist, bereitest du das Saatbett
vor. Manche Blumen kann man
auch im Herbst säen.
Entferne alle Pflanzen und Wurzeln, die auf
dem Beet wachsen. Hacke alles gut durch.
Bei tiefen Wurzeln hilft dir ein Spaten.
1
3
2Seite 14 von 20

nndsummt
Die Erde feucht halten
Jetzt brauchen die Samen Feuchtigkeit
zum Wachsen. Gieße sie vorsichtig, damit
sie nicht wegschwimmen. Schau alle zwei
bis drei Tage nach deinem Beet. Ist es
noch feucht genug? Jetzt brauchst du Ge-
duld. Die ersten Blättchen zeigen sich erst
nach einigen Wochen.
Die Menge abschätzen
Die Blumen dürfen nicht zu eng gesät werden.
Wie groß ist dein Blüh-Beet? Ist es einen Meter
breit und einen Meter lang? Dann brauchst du
Saatgut für einen Quadratmeter. Ist es größer?
Dann brauchst du mehr Saatgut.
Licht- oder Dunkelkeimer?
Guck auf die Saatguttüte: Sollen die Samen in die Erde
eingearbeitet werden? Dann hast du Blumen, die im Dun-
keln keimen. Nimm den Rechen und bewege das Saatgut
mit der Erde hin und her. So wird es untergemischt.
Viele Wildblumen brauchen aber Licht von oben und
feuchte Erde von unten. Sie sind Lichtkeimer. Dieses
Saatgut darf man nicht mit Erde bedecken.
Gleich ob Licht oder Dunkelkeimer: Trete die Erde nach
dem Säen sorgfältig fest oder walze sie an.
Das Saatgut verteilen
Nimm einen Eimer oder eine Schüssel. Fülle
1-2 Becher trockenen Sand hinein. Gib das
Saatgut dazu und mische alles gut durch.
Streue die eine Hälfte der Samen-
mischung quer über das Beet und die
andere Hälfte längs.
7
4
6
5
Reicht
für 1 m2Seite 15 von 20

Du hast keinen Platz für
ein Blüh-Beet? Dann säe im Topf
oder Kasten. Nimm keine Blumen-
erde. Die enthält zu viel Dünger.
Besser ist Gartenerde oder An-
zuchterde ohne Torf. Du kannst die
Erde auch mit etwas Sand
mischen.
Insekten brauchen
Orte zum Nisten und Überwintern,
zum Beispiel trockene, hohle Stängel.
Viele Wildbienen leben auch in der
Erde. Nisthilfen kann man gut
selber machen.
Tipps und Links
Saatgut vom Netzwerk Blühende Landschaft:
• Für einen mehrjährigen sonnigen Blühstreifen von 10m2: Hohe Mischung „Blühende Landschaft“.
• Für einen sonnigen Blüh-Quadratmeter: Feldblumenmischung „Kornrad und Mohni“, einjährig.
• Bienenweide einjährig, verträgt auch Halbschatten.
Wer größere Blumenwiesen anlegen möchte, sollte bei der lokalen Biostation nach Saatgut fragen
oder beim Wildblumenspezialisten Rieger-Hofmann® bestellen. Weitere Anbieter sind Bingenheimer
und die Kräutergärtnerei Syringa. Saatgut kann man aber auch selber sammeln.
Nisthilfen – die besten Tipps vom Wildbienenspezialist Paul Westrich:
www.wildbienen.info in der Rubrik Artenschutz.
Mehr Bio auf unserem Teller: Damit unsere Insekten und Singvögel auf den Feldern wieder Nahrung
finden, brauchen wir eine vielfältige biologische Landwirtschaft. Mit Projekten und Partner*innen
engagiert sich Bonn im Wandel e. V. auch für eine faire, regionale Biolandwirtschaft.
Impressum
Text und Konzept: Gesa Maschkowski, Ursula Katthöfer.
llustration: Dorothea Tust.
Grafik: Arnout van Son.
Druck: Druckerei der Stadt Bonn.
Weitere Infos
www.bonnimwandel.de, www.bonnsummt.de,
www.biostation-bonn-rheinerft.de, www.bluehende-landschaft.de
Bonn im Wandel e.V. ist gemeinnützig und freut sich über Spenden:
IBAN: DE79 4306 0967 4132 6875 00, BIC: GENODEM1GLS
Copyright: CC BY-NC-ND 4.0:
Keine Bearbeitung und kommerzielle Nutzung
Bonn
blühtundsummt
wurde gestartet von
Bonn im Wandel e.V.
Dieser Flyer wird gefördert
durch die Untere Naturschutz-
behörde der Stadt Bonn
in Kooperation mitSeite 16 von 20

Artenvielfalt in der Stadt
Lehrpfad der innerstädtischen Naturlebensräume
54 6Je oller, desto doller —
Alte Baumriesen
Sowohl einzelne alte Bäume als auch Baum-
gruppen (sogenannte Waldinseln) stellen in
der Stadt bedeutsame Lebens- und Rück-
zugsräume für viele Tierarten dar. Des Weite-
ren haben sie einen positiven Effekt auf das
Mikroklima (Beschattung, Sauerstoffproduk-
tion) und er-freuen nicht zuletzt auch uns
Menschen mit ihrer beruhigenden Ausstrah-
lung. Kleiber und Meisenarten sind auf Baum-
höhlen für den Nestbau angewiesen und Vö-
gel wie der Baumläufer schätzen eine knorrige
Borke, um dort Insekten zu finden. Auch für
Spechte, Eulen, Fledermäuse und Eichhörn-
chen sind große, alte Bäumen mit ihren Lö-
chern und Ritzen als Nahrungs- und Brutstät-
te überlebenswichtig. Selbst Flechten und
Halbschmarotzer-Pflanzen wie die Weißbeeri-
ge Mistel (Viscum album) nutzen alte Bäume
als Lebensraum.
Blütenpracht am Fuß des Straßen-
baumes - Städtische Baumscheiben
„Baumscheiben“ werden die kleinen, meist
eckigen Flächen rund um den Stamm der Stra-
ßenbäume wenig liebevoll genannt. Diese Be-
reiche dienen grundsätzlich dazu, dem Baum
Platz für seine Wurzeln zu geben und eine di-
rekte Wasseraufnahme zu ermöglichen. Doch
ihr Potential ist größer.
Viele Baumscheiben werden in sogenannten
Grünpatenschaften durch naturbewusste und
engagierte Bonner Bürgerinnen und Bürger
betreut. Solche Beete sind idealerweise gut
gepflegt, trocknen im Sommer nicht aus und
bieten durch heimische Blütenpflanzen Nah-
rung für Insekten und Co. Das freut nicht nur
das Auge der Passanten, sondern wirkt sich
auch positiv auf die Artenvielfalt in der Stadt
aus.
Spezialeinsatz an der Verkehrsfront -
Blühende Verkehrsinseln
Bepflanzte Verkehrsinseln oder Beetflächen
entlang von Straßen tragen eine große Verant-
wortung, um nicht zu sagen eine Last: Sie bin-
den inmitten der Autoabgase Stäube, ihr Erd-
reich nimmt inmitten der asphaltierten Fläche
Regenwasser auf und gibt Feuchtigkeit an die
Umgebung ab.
Um auch diese Flächen als Lebensraum für In-
sekten wie Bienen, Hummeln und Schmetter-
lingen zu nutzen, wurden Verkehrsinseln be-
wusst mit heimischen Wildpflanzen bepflanzt.
Kornblume, Klatschmohn, Margerite, Malve
und Co. bieten so unseren Insekten wertvolle
Nahrung in Form von Nektar und Pollen. Ne-
benbei erhellen sie mit ihren bunten Blüten in-
mitten des tristen Grau der Straßen unsere
Laune.
Verkehrsinsel mit roten Spornblumen
Herausgeber: Bundesstadt Bonn, Amt für Umwelt, Verbraucherschutz und
Lokale Agenda, Untere Naturschutzbehörde, Presseamt, Mai 2019, Auf-
lage 1 000, gedruckt auf 100% Recyclingpapier zertifiziert mit dem Blauen
Engel, Fotos:©A. Mittelstaedt
Eiche mit Baumhöhlen Baumscheibe mit SonnenblumenSeite 17 von 20

Lehrpfad „Artenvielfalt in der Stadt“
Bonn ist eine grüne Stadt mit umweltbewuss-
ten Bürgerinnen und Bürgern, die sich für die
sie umgebende Natur interessieren. Immer
mehr Menschen wollen aktiv etwas für Pflan-
zen und Tiere tun – dass das auch in der Stadt
gut möglich ist, soll mit dem Lehrpfad „Arten-
vielfalt in der Stadt“ gezeigt werden. Denn es
sind wahrlich eine ganze Menge interessanter
biologischer Vorgänge zwischen den Häuser-
fassaden auszumachen – und Jede und Jeder
kann viel dafür tun, dass die Natur sich in der
Stadt wohl fühlt. Entlang dieses „Grünen Stadt-
spaziergangs“ möchten wir den Blick weiten
und die Sinne schärfen für die innerstädtischen
Naturlebensräume und deren Bewohner, ob
zum Beispiel unbemerkt unter unseren Füßen
oder als Flugkünstler am Stadthimmel. Schär-
fen Sie Ihren Blick für Baumhöhlen, feucht-küh-
le Mauern oder grüne Wände.
Exemplarisch sind 10 Standorte ausgewählt,
an welchen stellvertretend städtische Natur-
lebensräume (Biotope) beschrieben werden.
Schnell wird klar, dass einige dieser Lebens-
räume häufig und an den verschiedensten
Stellen in der Stadt wiederzufinden sind – etli-
che davon entlang der vorgeschlagenen Route.
An jedem Standort befindet sich eine Kenn-
zeichnung mit QR-Code und einem Link zur In-
ternetseite www.bonn.de/lehrpfad-artenviel-
falt. Hier bekommen Sie – kurz und knapp
– noch ein paar interessante Details zum Bio-
top, Artenportraits und auch Tipps für Zuhause.
2 Auf der Mauer, auf der Lauer... —
Mauerblümchen
Mauern sind Extremlebensräume. Sofern sie
in Richtung Süden ausgerichtet, also stark be-
sonnt sind, ahmen sie ein Felsenbiotop für
wärmeliebende Pflanzen nach. Andere Mau-
ern sind beschattet und feucht, an Ihnen
wachsen vermehrt Moose und Farne. Nur sehr
genügsame Spezialisten geben sich mit wenig
aufgelockertem Mörtel als Bodenersatz zufrie-
den und trotzen der Schwerkraft durch starke
Wurzeln. Oftmals hätten diese Pflanzen auf
„normalem“ Boden keine Chance, sie würden
von anderen Gewächsen schnell überwuchert.
Daher haben diese sonst seltenen Arten ihre
„Nische“ im wahrsten Sinne des Wortes zwi-
schen den Mauerritzen gefunden und stellen
blühend eine zusätzliche Nahrungsquelle für
Insekten dar. Mauerhohlräume bieten auch
Igel, Maus und Eidechse Unterschlupf und
Brutplatz.
1 Mikrokosmos zwischen Kopfstein-
pflaster - Pflasterritzenvegetation
Einen Beweis dafür, dass die Natur eine echte
Lebenskünstlerin ist, stellt die sogenannte
„Pflasterritzenvegetation“ dar. Auf minimalem
Raum entsteht zwischen Pflastersteinen ein
Mikrokosmos aus Spezialisten, der vom ständi-
gen Betreten und Befahren auch in der Höhe
sehr begrenzt ist. Trotzdem ist dieser Lebens-
raum erstaunlich artenreich – bis zu 500 Arten
sind nachgewiesen (!). Leider werden diese
Pflänzchen oft unnötig bekämpft, obwohl ein
dichter Bewuchs die Festigkeit des Pflasters
erhöht. Weitere Gründe diese Lebensgemein-
schaft zu erhalten und zu schützen: Neben den
Fähigkeiten der „grünen Ritzen“ Oberflächen-
wasser aufzunehmen und Staub zu binden,
wird den Insekten je nach Zusammensetzung
der Pflanzengesellschaft eine Nahrungsquelle
geboten.
3 Ein Hauch von Dschungel in der
Stadt — Grüne Fassaden
Manche Wand oder Mauer im Bonner Stadt-
gebiet wird von Kletter- oder Schlingpflanzen
bevölkert. Der bekannteste Vertreter ist der
Gemeine Efeu (Hedera helix), beliebt sind
auch die heimische Gemeine Waldrebe (Cle-
matis vitalba) und der „Wilde Wein“ (Parthe-
nocissus inserta). Hier können wahrhaft grü-
ne, dschungelartige Wände entstehen, in
denen es vor Leben nur so singt und brummt:
Vögel wie Amsel, Zaunkönig, Spatz und Co.
lieben mit Efeu bewachsene Wände als Nist-
platz und Versteck. Die Blüten und Früchte
locken zahlreiche Insekten an und sind eine
wichtige Nahrungsquelle in der stark versie-
gelten Stadt. Im Herbst und Winter ist der im-
mergrüne Efeu ein Rückzugsort für Tiere und
stellt zudem einen erfreulichen Farbtupfer
dar.
Pflasterritze mit Glockenblume und Löwenzahn Mauerspalte mit Streifenfarn Hauswand mit EfeuSeite 18 von 20

Auf Tuchfühlung mit Gevatter Rhein
Flussufer
Das Rheinufer ist zwar durch Schiffsverkehr,
Freizeitnutzung und Uferbefestigung stark vom
Menschen beeinflusst, nichts desto trotz ist es
ein wichtiger Lebensraum etlicher Tier- und
Pflanzenarten. Neben typischen Ufergehölzen,
wie Weiden und Pappeln, haben sich auf dem
im Sommer teilweise lange trocken liegenden
Flussschotter verschiedene schnell wachsen-
de Kräuter angesiedelt. Darunter viele Exoten,
deren Samen vom Wasser angeschwemmt
wurden – es lohnt sich, bei einem Spaziergang
mal genauer hinzusehen! Der Problematik des
heutigen globalen Schiffsverkehrs müssen wir
uns bewusst sein: Verschiedene Muschel- und
Fischarten sind mittlerweile auf diesem Weg
bei uns angekommen - sogenannte invasive
Arten, die mit unseren heimischen Arten in
Konkurrenz um Lebensraum und Ressourcen
treten und diese möglicherweise verdrängen.
Lasst uns die Häuser bepflanzen —
Grüne Dächer
Begrünte Dächer bieten vielfachen Nutzen: Sie
tragen zum positiven Stadtklima bei, indem sie
die Hitze in der Stadt abmildern, sie binden
Staub und sorgen für Regenrückhaltung. Als
Hausbesitzer spart man sogar Kosten: Gründä-
cher schützen die Dachhaut vor Verschleiß
durch „Wind und Wetter“ und reduzieren die
sommerliche Überhitzung im Innenraum. Und
wenn das noch nicht überzeugt: Zusätzlich
schaffen begrünte Dächer Ersatzlebensräume
für Flora und Fauna in der stark „versiegelten“
Stadt. Pflanzen wie Mauerpfeffer, Fetthenne,
Dachwurz und Co. sind sehr anspruchslos und
locken mit ihren Blüten viele Insekten an.
Stille Gewässer in der Stadt —
Tümpel und Teiche
Tümpel und Teiche bieten einem Spektrum an
Wasserpflanzen und -tieren einen Lebens-
raum und sind gleichzeitig ein Anziehungs-
punkt für Menschen in der Stadt. Viele Seero-
sen- und Libellenarten, Frösche und andere
Amphibien haben diese Biotope besiedelt.
Das Weibchen des heimischen Kammmolchs
(Triturus cristatus) legt z. B. seine Eier einzeln
an Blättern von Wasserpflanzen ab. Auch die
in Bonn häufige Erdkröte gibt lange Laich-
schnüre, bestehend aus 3.000 bis 6.000 Ei-
ern, nur in Seen und Teichen ab. Fische sind
meist vom Menschen eingesetzt und stellen in
hohem Besatz ein Problem für Amphibien dar:
Sie fressen deren Eier oder Larven, welche
sich normalerweise nur vor den gefräßigen Li-
bellenlarven in Acht nehmen müssen. An hei-
ßen Sommertagen sind diese städtischen
Stillgewässer für viele Tiere überlebenswich-
tig, um sich abzukühlen oder den Durst zu lö-
schen.
Wohnungsnot beheben —
Nistkästen
Auch in Bonn hat der Mensch durch die Ent-
wicklung der Stadt für seine Zwecke immer
mehr Lebensräume verändert oder zerstört.
Nichts desto trotz stellt die Natur für viele
Bürgerinnen und Bürger ein Hauptargument
für gute Lebensqualität dar. Die massive Be-
bauung macht es etlichen Tierarten schwer,
in der Stadt zu überleben. Vor allem für Vögel
und Fledermäuse ist es umso wichtiger, Brut-
plätze in Form von Nistkästen angeboten zu
bekommen. Nicht nur Meisen, Schwalben
und Stare nehmen die neue Wohnung an.
Auch Mauersegler oder Fledermäuse schät-
zen künstliche Höhlen, die auf ihre speziellen
Bedürfnisse zugeschnitten sind und beleben
mit ihrem munteren Treiben Gärten, Parks
und öffentliches Grün.
Flachdach mit BepflanzungFlussufer mit jungen Pappeln Weiher mit Seerosen Rosskastanie mit Vogelnistkasten
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Datenstand: 03.11.2026, 07:19 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de