200540 · Mitteilungsvorlage
Jahresbericht zum Erhalt der Biologischen Vielfalt in der Stadt Bonn: Abgeschlossene Projekte sowie laufende und geplante Projekte
Kerndaten
- Nummer
- 200540
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 30.04.2020
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage öffentlich 200540 Der Oberbürgermeister Federführung: 56 Amt für Umwelt-, Verbraucherschutz und Lokale Agenda Dezernat: Dez. III Jahresbericht zum Erhalt der Biologischen Vielfalt in der Stadt Bonn: Abgeschlossene Projekte sowie laufende und geplante Projekte Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz 20.05.2020 Kenntnisnahme Mitteilung: Da ein großes Potential für den Erhalt und die Entwicklung der städtischen Biodiversität auch in privaten Gärten und Freiflächen gesehen wird, legt die Untere Naturschutzbehörde (UNB) ihren Fokus der Biodiversitätsförderung vor allem auf die Einbindung von Bonner Bürgerinnen und Bürgern. Im Folgenden wird über die abgeschlossenen Projekte und Maßnahmen sowie über die laufenden und geplanten Projekte im Rahmen der Stelle zum Erhalt, zur Förderung und zur nachhaltigen Entwicklung der Biodiversität informiert. Abgeschlossene Projekte 1) Lehrpfad „Artenvielfalt in der Stadt“ Der Lehrpfad „Artenvielfalt in der Stadt“ wurde fertiggestellt. Die offizielle Eröffnung wird aufgrund der derzeitigen Lage vorerst verschoben. An 10 Stationen in der Bonner Innenstadt, in Beuel sowie in Poppelsdorf werden den Bürgerinnen und Bürgern unterschiedliche innerstädtische Biotope wie z.B. Mauervegetation oder Fassadenbegrünung aufgezeigt und vermittelt, wie wichtig der Erhalt dieser Lebensräume für die städtische Biodiversität ist. Die Stationen sind untereinander fußläufig und/oder mit dem Rad gut zu erreichen und jeweils mit QR-Code und einem Link zur Internetseite gekennzeichnet (https://www.bonn.de/themen-entdecken/umwelt-natur/lehrpfad-artenvielfalt-in- der-stadt.php). Ein anschaulich gestalteter Faltplan informiert ebenfalls über die einzelnen Stationen (s. Anlage). 2) Ausstellung „StadtNatur“ im Haus der Bildung In enger Zusammenarbeit mit der Volkshochschule der Stadt Bonn initiierte die UNB die Wander-Ausstellung „StadtNatur“ des Bundesamts für Naturschutz, die vom 06. Mai bis zum 30. August 2019 im Haus der Bildung zu sehen war. Die Ausstellung hat zum Ziel, die vielfältigen Seiten der Stadtnatur darzustellen und die Notwendigkeit eines sensiblen Umgangs mit ihr hervorzuheben (https://www.bonn.de/pressemitteilungen/2019/juli/ausstellung-stadtnatur-im- haus-der-bildung.php). 3) Flyer „Mein Blüh-Beet in 7 Schritten“ Die Initiative „Bonn blüht und summt“ des Vereins Bonn im Wandel e.V. gab im Januar 2020 den von der UNB finanziell geförderten Flyer „Mein Blüh-Beet in 7Seite 1 von 20 Seite 2 Schritten" heraus. Der vierseitige Flyer informiert über die wichtigsten Schritte zum Anlegen von Blühstreifen und Blühwiesen für Insekten und richtet sich an Erwachsene, die gemeinsam mit Kindern Blühbeete anlegen möchten (s. Anlage). 4) Anlage des Hüser Insekten-Paradies am EKG Der Verein LOGO – DA MACH ICH MIT am Ernst-Kalkuhl-Gymnasium (EKG) setzte im Herbst 2019 mit fachlicher und finanzieller Unterstützung der UNB folgende Maßnahmen zur Förderung von Wildbienen auf dem Gelände des EKGs in Oberkassel um: Aufbau eines Insektenhotels, Anlage einer Blühwiese sowie Anlage einer Sandfläche. Der Verein wurde bei der Anlage ebenfalls vom NABU Bonn beraten. 5) Besucherlenkung NSG Rodderberg Die Halbtrocken-Magerrasen des Rodderbergs sind ein wertvoller Lebensraum für viele seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Im Herbst 2019 hat die UNB die Besucherlenkung im NSG Rodderberg erneuern lassen, um die empfindlichen Trockenrasenflächen vor Trittschäden zu schützen. Zwei Informationstafeln geben Hinweise zum Schutz des wertvollen Biotops (https://www.bonn.de/pressemitteilungen/2019/september/rodderberg- erneuerung-wegbegrenzung.php). 6) Montage neuer Schutzgebietsschilder und Informationstafel Im Winter 2019 hat die UNB in den Landschaftsschutzgebieten Graurheindorf und Messdorfer Feld sowie in den Naturschutzgebieten Düne Tannenbusch und Katzenlochbachtal zusätzliche Schutzgebietsschilder und Informationstafeln aufstellen bzw. erneuern lassen. 7) Organisation und Mitwirkung an Veranstaltungen 7.1) Im März 2019 organisierte die UNB im Auftrag des Oberbürgermeisters eine Gesprächsrunde mit dem Naturwissenschaftskurs des Kardinal-Frings- Gymnasiums, Fachleuten der Verwaltung sowie der Bonn-Netz GmbH zum Thema „Auswirkungen von Lichtimmission auf Tiere. Die Verwaltung sowie die Mitarbeiter von Bonn Netz stellten die derzeitigen Maßnahmen zur Einschränkung der Lichtimmission den Schülern vor, anschließend folgte eine konstruktive Diskussion über das komplexe Thema „Auswirkungen von Lichtimmission auf Tiere“. 7.2) Im Mai 2019 folgte die UNB der Einladung zum Offenen Gemeindeabend der Evangelischen Kirchengemeinde Beuel und stellte die Projekte der UNB zum Thema „Biologische Vielfalt in der Stadt“ vor. Laufende Projekte 1) KiTa-Projekt „Blüten für Insekten“ Das von der UNB initiierte Pilotprojekt „Blüten für Insekten“ ist im Sommer 2019 sehr gut und vielversprechend gestartet. Ziel des Projektes ist es, den Schutz und die Förderung von Wildbienen und Co. für Kinder, Eltern und Erzieher in den Fokus zu rücken und ein Bewusstsein für die bedrohte Insektenwelt zu schaffen. Die fünf ausgewählten Einrichtungen werden bei der Flächenauswahl, der Aussaat und während der Blühphase bis Sommer 2020 durch die von der UNB beauftragte Biologische Station Bonn/Rhein Erft e.V. beraten und begleitet. Die UNB stellt ebenfalls das Saatgut zur Verfügung (https://www.bonn.de/themen-entdecken/umwelt-natur/kita-projekt-blueten-fuer- insekten.php). Die UNB plant 2020 die erneute Umsetzung des Projekts mit diesmal 10 Kindertagesstätten, allerdings ist der Zeitraum aufgrund der Corona-Lage noch nicht bestimmbar. 2) Veranstaltungsreihe „Biologische Vielfalt in der Stadt“Seite 2 von 20 Seite 3 Erstmalig im Sommersemester 2019 hat die UNB in enger Zusammenarbeit mit der Volkshochschule der Stadt Bonn die Veranstaltungsreihe „Biologische Vielfalt in der Stadt“ initiiert. Zielgruppe sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, die praxisnahe Informationen und konkrete Tipps erhalten möchten, um in ihren Gärten, Vorgärten und selbst auf Balkonen kleine Biotope für heimische Pflanzen und Tiere zu erschaffen. Sowohl die Veranstaltungen des Sommersemesters 2019 als auch des Wintersemesters 2019/2020 wurden sehr gut besucht. Ab dem Sommersemester 2020 werden zu den Themen „Biologische Vielfalt in der Stadt“ und Bio-Stadt Bonn Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem Lokale Agenda-Büro und der VHS Bonn angeboten. Ursprünglich sollten sich von Februar bis Juni 2020 die acht kostenfreien Veranstaltungen Themen wie z. B. „Naturnahe Kräuter- und Gemüsebepflanzung für Balkon- und Vorgarten“ widmen (s. Anlage). Aufgrund der Corona-Lage wurden ab Mitte März vorerst alle Veranstaltungen abgesagt. Zurzeit plant die UNB die Veranstaltungen für das Wintersemester 2020/2021. 3) Erstellung eines Pflege- und Entwicklungsplans (PEPL) für das Naturschutzgebiet Lyngsberg sowie Maßnahmenumsetzung Der Landschaftsplan Kottenforst weist den ehemaligen Basaltsteinbruch „Lyngsberg“ seit 2013 als Naturschutzgebiet aus. Nun soll das wertvolle Schutzgebiet auf der Grundlage eines ausgearbeiteten Konzeptes und entsprechend den Zielstellungen des Landschaftsplans Kottenforst hergestellt und langfristig gepflegt werden, um das Ziel "Erhalt der charakteristischen Tier- und Pflanzenwelt" zu erreichen. Um dies nachhaltig sicherzustellen, wurden im Rahmen eines umfassenden PEPL die Schutzziele des Naturschutzgebietes sowie geeignete Maßnahmen der Erst-, Folge- und Dauerpflege durch ein externes Planungsbüro erarbeitet. Der finale PEPL liegt seit Mitte Dezember 2019 vor. Die UNB stimmt zurzeit die Maßnahmenumsetzung ab. 4) Inventarisierung der Schutzgebietsschilder und Informationstafeln Die UNB hat eine digitale Bestandsaufnahme aller Schutzgebietsschilder und Informationstafeln im gesamten Stadtgebiet (11 Naturschutzgebiete, 25 Landschaftsschutzgebiete, 7 Naturdenkmale) sowie die anschließende Übertragung der Daten in das städtische Kataster- bzw. Geoinformationssystem beauftragt. 5) Chance 7 Im Rahmen des Naturschutzgroßprojekts Chance7 wurden drei neue Flächen im Naturschutzgebiet Kohlkaul in Holzlar von der Stadt erworben. Als Maßnahmen werden hier lebensraumtypische Gehölze gefördert sowie Horst- und Höhlenbäume und Alt- und Totholz erhalten. In den Bereichen Rauchlochweg, Kuckstein und Rabenlay wurden Gehölzmaßnahmen (Baumfällungen und Entbuschungen) zur Förderung der wärmeliebenden Arten der (halb-) offenen Landschaften durchgeführt. Zurzeit wird die Ziegenbeweidung ab dem Jahr 2021 u.a. in den Bonner Bereichen Rauchlochweg und Stingenbergsteinbruch geplant. 6) Flyer und Diskussionsteilnahme zum Thema „Blühende Vorgärten“ Es wurde ein von der Natur- und Umweltschutzakademie NRW (NUA) produzierter Flyer „Blühende Vielfalt im Vorgarten – Alternativen zu Schotter und Kies“ für die Stadt Bonn umgestaltet. Die geplante Teilnahme der UNB an der moderierten Diskussion der NUA-Tagung „Modeerscheinung mit Folgen: Vorgärten aus Schotter, Kies und Splitt“ im April 2020 entfällt. 7) Herstellung von Material für die Öffentlichkeitsarbeit Um das Thema „Biologische Vielfalt in der Stadt“ u.a. auch auf öffentlichen Veranstaltungen am Stand praxisnah vermitteln zu können, werden in diesem Jahr ein RollUp Banner als Eyecatcher sowie individuell auf die Stadt BonnSeite 3 von 20 Seite 4 zugeschnittene Saatguttütchen als „Give-Aways“ gestaltet. Zusätzlich werden Schilder angefertigt, die zukünftig an Projektflächen auf die Anlage von Blühwiesen aufmerksam machen. 8) Mitwirkung an Veranstaltungen und Aktionen sowie Teilnahme an Wettbewerben 8.1) Im Mai 2019 sowie im Oktober 2019 war die UNB gemeinsam mit der Leitstelle Klimaschutz auf dem „Tag der Artenvielfalt“ bzw. dem „Tag der Vereinten Nationen“ mit einem eigenen Stand vertreten und stellte den interessierten Besucherinnen und Besuchern die Projekte zum Thema „Biologische Vielfalt in der Stadt“ vor. Sollten diese Veranstaltungen 2020 stattfinden, wird die UNB hier auch wieder vertreten sein. 8.2) Als Teil der im Verfahren des Labeling-Prozesses „Stadtgrün Naturnah“ gegründeten lokalen Arbeitsgruppe bringt die UNB seit 2018 ihre Projekte zur städtischen Biodiversitätsförderung ins Verfahren mit ein. 8.3) Die UNB hat sich mit den Projekten Lehrpfad „Artenvielfalt in der Stadt“, dem Kita-Projekt „Blüten für Insekten“ sowie der VHS-Reihe „Biologische Vielfalt in der Stadt“ für den Wettbewerb „Naturschutzprojekt 2020“ des Bündnisses „Kommunen für Biologische Vielfalt“ beworben. 9) Mitwirkung in Netzwerken 9.1) Seit März 2019 findet das halbjährliche Treffen des vom Amt für Umwelt, Verbraucherschutz und Lokale Agenda initiierten Netzwerkes „Schule trifft Verwaltung“ statt. Erzieherinnen/Erzieher sowie Lehrerinnen/Lehrer werden durch die Verwaltung beim Aufbau des Netzwerks unterstützt. Ziele der Treffen sind der Austausch von Erfahrungen, Hilfestellungen und Tipps zum Bildungsauftrag für nachhaltige Entwicklung. 9.2) Die Stadt Bonn ist Mitglied sowohl im Bündnis „Kommunen für Biologische Vielfalt“ als auch im BION - Biodiversitätsnetzwerk Bonn. Die UNB nimmt stellvertretend für das Amt an deren Tagungen und Jahresversammlungen teil. Geplante Projekte ab 2020 1) Naturnahe Gestaltung eines Firmengeländes Die UNB plant mit Unterstützung externer Kooperationspartner ein Pilotprojekt zur naturnahen Umgestaltung eines Firmengeländes innerhalb eines Bonner Gewerbegebietes mit Vorbildfunktion für andere ansässige Unternehmen. 2) Überarbeitung der Pflanzlisten Die UNB plant die Überarbeitung der Pflanzlisten für heimische, klimaangepasste und insektenfreundliche Bäume und Sträucher für den Innen- und Außenbereich. Diese Handreichung könnte u.a. als verbindliche Grundlage für die Bauleitplanung dienen. 3) Teilnahme an Wettbewerben Mit dem Kita-Projekt „Blüten für Insekten“ nimmt die UNB 2020 am Sonderwettbewerb „Soziale Natur - Natur für alle“ der Geschäftsstelle der UN Dekade Biologische Vielfalt teil. 4) Herstellung von Material für die Öffentlichkeitsarbeit Geplant ist die Erstellung von Leitfäden zu den Themen „Einbau von Nistkästen für Vögel und Fledermäuse“ und „Reduzierung von Lichtimmission“. Anlage/nSeite 4 von 20 Seite 5 1 Flyer Biologische Vielfalt (öffentlich) 2 Flyer "Mein Blühbeet in 7 Schritten" (öffentlich) 3 Faltplan "Lehrpfad Artenvielfalt" (öffentlich)Seite 5 von 20 Bio Imkerei Die wesensgemäße Bienenhaltung Bienenvölker von Imkern, welche nach biologisch-dynami- schen Richtlinien imkern und solche von konventionell arbeitenden Imkern stehen in den gleichen Gebie- ten, durchfliegen die gleichen Landschaften und besuchen die gleichen Blüten. Dennoch gibt es große Unterschiede, die sich nicht nur in den Ern- teprodukten wiederspiegeln. Wie sehen diese Un- terschiede aus und was sind die Hintergründe und Motive der wesensgemäßen Imkerei? Nicole Saturna betreibt seit 1995 ihre Imkerei nach Demeter Richtlinien. Die Veranstaltung rich- tet sich an Menschen ohne Vorkenntnisse in der Imkerei, Imker sind aber auch willkommen. Mittwoch, 12. Februar 2020, 18 Uhr Nicole Saturna VHS, Am Michaelshof 2, Raum 05 Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten. 1820 In Zusammenarbeit mit dem Amt für Umwelt, Ver- braucherschutz und Lokale Agenda der Stadt Bonn organisieren wir erneut die Reihe „Biologische Vielfalt in der Stadt – Essbares von hier für hier“. Sie gibt pra- xisnahe Tipps, um in Gärten, Vorgärten und selbst auf Balkonen kleine Biotope für heimische Pflanzen und Tiere zu erschaffen.Seite 6 von 20 Wissen, wo es herkommt Ich erzeuge mein Essen selbst Selbstversorgung ist wieder in aller Munde: Urban Gardening, Solidarische Landwirtschaften, Miet- gärten etc. Letztere stehen in dieser Veranstaltung im Fokus. Neben einer historischen Einbettung ih- rer Herkunft wird der Blick auf die derzeitigen An- gebote und die Unterschiede von Mietgärten ge- worfen. Es werden Antworten darauf gegeben, warum in diesem Zusammenhang nur ökologische Landwirtschaft und deren Bewirtschaftungsformen konsequent sind und Sinn ergeben. Tobias Paulert gründete 2012 mit Ackerhelden ein Unternehmen, das biozertifizierte, mit verschiede- nen Gemüsesorten vorbepflanzte Ackerstücke vermietet. Mittwoch, 19. Februar 2020, 18 Uhr Tobias Paulert VHS, Am Michaelshof 2, Raum 05 Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten. 1822Seite 7 von 20 Kompost Eine Welt für sich Kompost bewirkt auch im eigenen Garten die För- derung eines natürlichen Stoffkreislaufs. Damit dies gelingt, sollen einige Grundprinzipien beher- zigt werden. Der Vortrag bietet einen Einstieg in die Materie und soll ermutigen, aktiv zu werden. Der Lohn ist, dass Pflanzen gesünder wachsen und eigenes Obst und Gemüse einen höheren in- neren Wert bekommen als mit mineralischer Dün- gung. Wer einen eigenen Garten hat, selber kom- postiert und auf die Biotonne ganz verzichtet, kann sogar bei den Abfallgebühren sparen. Mittwoch, 04. März 2020, 18.00 Uhr Andreas Osinski VHS, Am Michaelshof 2, Raum 05 Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten. 1824 Grüne Mini-Oasen Naturnahe Kräuter- und Gemüsebepflanzung für Balkon- und Vorgarten Duftende Kräuter, süßes Obst oder knackiges Ge- müse, eingebettet in naturnahe Blumen- und Staudenbepflanzung lassen sich auch auf kleins- tem Raum realisieren. Und nicht nur die eigenen Sinne werden dabei wach gekitzelt, auch die In- sekten freuen sich über die blühende Vielfalt. Ganz nach dem Motto: grauer Schotter raus - grü- ne Vielfalt rein. Jeder bepflanzte Quadratmeter zählt!Seite 8 von 20 Yvonne Spenrath ist Mitglied im Naturgarten e.V. und gibt zahlreiche Tipps und Anregungen, wie sie ihren Vorgarten oder den heimischen Balkon in ei- ne blühende Oase verwandeln können. Donnerstag, 12. März 2020, 18 Uhr Yvonne Spenrath VHS, Am Michaelshof 2, Raum 05 Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten. 1826 Gärtnern auf dem Hochbeet Dass es sich im Stehen leichter säen, pflanzen, jäten und ernten lässt als mit krummen Rücken oder auf den Knien, hat sich mit den zahlreichen „Urban Gardening“-Projekten immer mehr herum- gesprochen. Man kann schon im zeitigen Frühjahr mit der Bepflanzung von Salat, Kohlrabi und Co. beginnen, da die Erde im Hochbeet wärmer ist als im Boden und schon früh die erste Ernte einfah- ren. Anschaulich dargestellt durch viele Fotos er- fahren Sie, welche vielfältigen Planungsweisen und Bauarten es gibt und wie Sie das Hochbeet bepflanzen können. Mittwoch, 18. März 2020, 18 Uhr Evelyn Altmeyer VHS, Am Michaelshof 2, Raum 05 Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten. 1828Seite 9 von 20 Regionale Vielfalt statt globale Monopole Traditionell samenfeste Nutzpflanzensorten er- möglichen mit ihrer Anpassungskraft den Verzicht auf Agrarchemie sowie Unabhängigkeit von Kon- zernen, denn man kann sie noch selbst vermeh- ren. Mit der Weitergabe von Wissen und Fertigkei- ten wird unser Kulturerbe gemeinschaftlich ge- nutzt und für künftige Generationen erhalten. Rund ums Jahr gibt es dabei Leckeres, Attraktives und Gesundes aus dem Garten. Dr. Susanne Gura ist Erste Vorsitzende des Ver- eins zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt. Donnerstag, 26. März 2020, 18 Uhr Dr. Susanne Gura VHS, Am Michaelshof 2, Raum 05 Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten. 1830 Besser essen Regionales Superfood Aus vielen Gründen ist es sinnvoll, möglichst re- gional und nachhaltig angebautes und daher sai- sonal verfügbares Gemüse und Obst zu essen. Es schmeckt besser, vermeidet weite Transportwege sowie übermäßigen Wasserverbrauch beim Anbau in trockenen Regionen der Erde. Außerdem bieten regionale Produkte oft genau das, was der Körper gerade braucht und sind durch die kurzen Trans- portwege auch mit reichhaltigeren NährstoffenSeite 10 von 20 ausgestattet. Dabei muss dies keinen Verzicht be- deuten: Vielfältige Rezepte und neue Produkte wie Winter-Asiasalate lassen keinen Wunsch of- fen. Darüber hinaus kann man Landwirte vor Ort kennenlernen, sie durch den direkten Einkauf im Hofladen, auf dem Markt oder in den Markt- schwärmereien fördern und nicht zuletzt Kosten sparen, denn alles, was Saison hat, ist in der Re- gel auch kostengüns- tig zu haben. Dorle Gothe ist Vor- stand der Regional- wert AG Rheinland, eine Bürgeraktienge- sellschaft, die nach- haltige Landwirtschaft und Ernährung durch finanzielle Beteiligun- gen und ein regiona- les Partnernetzwerk fördert. Donnerstag, 30. April 2020, 18 Uhr Dorle Gothe VHS, Am Michaelshof 2, Raum 05 Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten. 1832 Kräuter am Wegesrand Ob in Pflasterritzen, auf Baumscheiben oder unter Hecken - überall sprießen kleine Kräuter. Auf die- ser Führung hin zum Kreuzberg berichtet der Bio- loge Peter Tautz über ihre ökologische Einni- schung und über heutige und ehemalige Nut- zungsmöglichkeiten. Eine erstaunliche Anzahl lässt sich medizinisch und kulinarisch verwenden. Einigen wurde auch eine Wirkung gegen Scha- denszauber nachgesagt. Sonntag, 17. Mai 2020, 10 - 12 Uhr Peter Tautz Clemens-August-Str. 60, Bushaltestelle Poppelsdorfer Platz, 53113 Bonn 8,00 EUR, schriftliche Anmeldung erforderlich. 1834Seite 11 von 20 Auskünfte erteilt Ihnen gerne: Stephanie Klassen Fachbereich Politik, Wissenschaft und Internationales VHS Bonn in Bad Godesberg Am Michaelshof 2 53177 Bonn Telefon: E-Mail: 0228 77 45 83 stephanie.klassen@bonn.de Veranstaltungsdetails finden Sie im Internet unter www.vhs-bonn.de Herausgeber: Der Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn, Kulturamt - Volkshochschule/Presseamt, Auflage 1400, Januar 2020. Gedruckt auf 100% Recyclingpapier zertifiziert mit dem Blauen Engel. Bildnachweis: © Ackerhelden und N. Saturna, pixabay.comSeite 12 von 20 B o n n bl ü h t u n d summt Mein Blüh-Beet Bei uns gibt es über 500 verschiedene Bienenarten. Sie tragen die Blütenpollen von Pflanze zu Pflanze. So entstehen leckere Äpfel, Himbeeren, Erdbeeren, Kürbisse, Zucchini, … Hummeln, Schmetterlinge und Bienen brauchen bunte Blüten vom Frühling bis zum Herbst. Eine Ackerhummel besucht viele tausend Blüten an einem Tag. in SchrittenSeite 13 von 20 B o blüht u n Den richtigen Platz finden Viele Blumen brauchen einen sonnigen Platz. Manche wachsen auch dort, wo nicht den ganzen Tag die Sonne hinkommt, nämlich im Halbschat- ten. Schau auf der Verpackung nach und wähle dann einen guten Platz für dein Blüh-Beet. Warte drei bis vier Wochen Was tut sich? Vielleicht gibt es im Boden noch Samen, die jetzt keimen? Hacke dein Beet nach drei bis vier Wochen noch ein- mal durch. Dann nimm einen Rechen und verteile die Erde gleichmäßig. Sie soll schön feinkrümelig sein. Die Erde vorbereiten Im Frühling, wenn die Erde feucht und nicht mehr ganz nass ist, bereitest du das Saatbett vor. Manche Blumen kann man auch im Herbst säen. Entferne alle Pflanzen und Wurzeln, die auf dem Beet wachsen. Hacke alles gut durch. Bei tiefen Wurzeln hilft dir ein Spaten. 1 3 2Seite 14 von 20 nndsummt Die Erde feucht halten Jetzt brauchen die Samen Feuchtigkeit zum Wachsen. Gieße sie vorsichtig, damit sie nicht wegschwimmen. Schau alle zwei bis drei Tage nach deinem Beet. Ist es noch feucht genug? Jetzt brauchst du Ge- duld. Die ersten Blättchen zeigen sich erst nach einigen Wochen. Die Menge abschätzen Die Blumen dürfen nicht zu eng gesät werden. Wie groß ist dein Blüh-Beet? Ist es einen Meter breit und einen Meter lang? Dann brauchst du Saatgut für einen Quadratmeter. Ist es größer? Dann brauchst du mehr Saatgut. Licht- oder Dunkelkeimer? Guck auf die Saatguttüte: Sollen die Samen in die Erde eingearbeitet werden? Dann hast du Blumen, die im Dun- keln keimen. Nimm den Rechen und bewege das Saatgut mit der Erde hin und her. So wird es untergemischt. Viele Wildblumen brauchen aber Licht von oben und feuchte Erde von unten. Sie sind Lichtkeimer. Dieses Saatgut darf man nicht mit Erde bedecken. Gleich ob Licht oder Dunkelkeimer: Trete die Erde nach dem Säen sorgfältig fest oder walze sie an. Das Saatgut verteilen Nimm einen Eimer oder eine Schüssel. Fülle 1-2 Becher trockenen Sand hinein. Gib das Saatgut dazu und mische alles gut durch. Streue die eine Hälfte der Samen- mischung quer über das Beet und die andere Hälfte längs. 7 4 6 5 Reicht für 1 m2Seite 15 von 20 Du hast keinen Platz für ein Blüh-Beet? Dann säe im Topf oder Kasten. Nimm keine Blumen- erde. Die enthält zu viel Dünger. Besser ist Gartenerde oder An- zuchterde ohne Torf. Du kannst die Erde auch mit etwas Sand mischen. Insekten brauchen Orte zum Nisten und Überwintern, zum Beispiel trockene, hohle Stängel. Viele Wildbienen leben auch in der Erde. Nisthilfen kann man gut selber machen. Tipps und Links Saatgut vom Netzwerk Blühende Landschaft: • Für einen mehrjährigen sonnigen Blühstreifen von 10m2: Hohe Mischung „Blühende Landschaft“. • Für einen sonnigen Blüh-Quadratmeter: Feldblumenmischung „Kornrad und Mohni“, einjährig. • Bienenweide einjährig, verträgt auch Halbschatten. Wer größere Blumenwiesen anlegen möchte, sollte bei der lokalen Biostation nach Saatgut fragen oder beim Wildblumenspezialisten Rieger-Hofmann® bestellen. Weitere Anbieter sind Bingenheimer und die Kräutergärtnerei Syringa. Saatgut kann man aber auch selber sammeln. Nisthilfen – die besten Tipps vom Wildbienenspezialist Paul Westrich: www.wildbienen.info in der Rubrik Artenschutz. Mehr Bio auf unserem Teller: Damit unsere Insekten und Singvögel auf den Feldern wieder Nahrung finden, brauchen wir eine vielfältige biologische Landwirtschaft. Mit Projekten und Partner*innen engagiert sich Bonn im Wandel e. V. auch für eine faire, regionale Biolandwirtschaft. Impressum Text und Konzept: Gesa Maschkowski, Ursula Katthöfer. llustration: Dorothea Tust. Grafik: Arnout van Son. Druck: Druckerei der Stadt Bonn. Weitere Infos www.bonnimwandel.de, www.bonnsummt.de, www.biostation-bonn-rheinerft.de, www.bluehende-landschaft.de Bonn im Wandel e.V. ist gemeinnützig und freut sich über Spenden: IBAN: DE79 4306 0967 4132 6875 00, BIC: GENODEM1GLS Copyright: CC BY-NC-ND 4.0: Keine Bearbeitung und kommerzielle Nutzung Bonn blühtundsummt wurde gestartet von Bonn im Wandel e.V. Dieser Flyer wird gefördert durch die Untere Naturschutz- behörde der Stadt Bonn in Kooperation mitSeite 16 von 20 Artenvielfalt in der Stadt Lehrpfad der innerstädtischen Naturlebensräume 54 6Je oller, desto doller — Alte Baumriesen Sowohl einzelne alte Bäume als auch Baum- gruppen (sogenannte Waldinseln) stellen in der Stadt bedeutsame Lebens- und Rück- zugsräume für viele Tierarten dar. Des Weite- ren haben sie einen positiven Effekt auf das Mikroklima (Beschattung, Sauerstoffproduk- tion) und er-freuen nicht zuletzt auch uns Menschen mit ihrer beruhigenden Ausstrah- lung. Kleiber und Meisenarten sind auf Baum- höhlen für den Nestbau angewiesen und Vö- gel wie der Baumläufer schätzen eine knorrige Borke, um dort Insekten zu finden. Auch für Spechte, Eulen, Fledermäuse und Eichhörn- chen sind große, alte Bäumen mit ihren Lö- chern und Ritzen als Nahrungs- und Brutstät- te überlebenswichtig. Selbst Flechten und Halbschmarotzer-Pflanzen wie die Weißbeeri- ge Mistel (Viscum album) nutzen alte Bäume als Lebensraum. Blütenpracht am Fuß des Straßen- baumes - Städtische Baumscheiben „Baumscheiben“ werden die kleinen, meist eckigen Flächen rund um den Stamm der Stra- ßenbäume wenig liebevoll genannt. Diese Be- reiche dienen grundsätzlich dazu, dem Baum Platz für seine Wurzeln zu geben und eine di- rekte Wasseraufnahme zu ermöglichen. Doch ihr Potential ist größer. Viele Baumscheiben werden in sogenannten Grünpatenschaften durch naturbewusste und engagierte Bonner Bürgerinnen und Bürger betreut. Solche Beete sind idealerweise gut gepflegt, trocknen im Sommer nicht aus und bieten durch heimische Blütenpflanzen Nah- rung für Insekten und Co. Das freut nicht nur das Auge der Passanten, sondern wirkt sich auch positiv auf die Artenvielfalt in der Stadt aus. Spezialeinsatz an der Verkehrsfront - Blühende Verkehrsinseln Bepflanzte Verkehrsinseln oder Beetflächen entlang von Straßen tragen eine große Verant- wortung, um nicht zu sagen eine Last: Sie bin- den inmitten der Autoabgase Stäube, ihr Erd- reich nimmt inmitten der asphaltierten Fläche Regenwasser auf und gibt Feuchtigkeit an die Umgebung ab. Um auch diese Flächen als Lebensraum für In- sekten wie Bienen, Hummeln und Schmetter- lingen zu nutzen, wurden Verkehrsinseln be- wusst mit heimischen Wildpflanzen bepflanzt. Kornblume, Klatschmohn, Margerite, Malve und Co. bieten so unseren Insekten wertvolle Nahrung in Form von Nektar und Pollen. Ne- benbei erhellen sie mit ihren bunten Blüten in- mitten des tristen Grau der Straßen unsere Laune. Verkehrsinsel mit roten Spornblumen Herausgeber: Bundesstadt Bonn, Amt für Umwelt, Verbraucherschutz und Lokale Agenda, Untere Naturschutzbehörde, Presseamt, Mai 2019, Auf- lage 1 000, gedruckt auf 100% Recyclingpapier zertifiziert mit dem Blauen Engel, Fotos:©A. Mittelstaedt Eiche mit Baumhöhlen Baumscheibe mit SonnenblumenSeite 17 von 20 Lehrpfad „Artenvielfalt in der Stadt“ Bonn ist eine grüne Stadt mit umweltbewuss- ten Bürgerinnen und Bürgern, die sich für die sie umgebende Natur interessieren. Immer mehr Menschen wollen aktiv etwas für Pflan- zen und Tiere tun – dass das auch in der Stadt gut möglich ist, soll mit dem Lehrpfad „Arten- vielfalt in der Stadt“ gezeigt werden. Denn es sind wahrlich eine ganze Menge interessanter biologischer Vorgänge zwischen den Häuser- fassaden auszumachen – und Jede und Jeder kann viel dafür tun, dass die Natur sich in der Stadt wohl fühlt. Entlang dieses „Grünen Stadt- spaziergangs“ möchten wir den Blick weiten und die Sinne schärfen für die innerstädtischen Naturlebensräume und deren Bewohner, ob zum Beispiel unbemerkt unter unseren Füßen oder als Flugkünstler am Stadthimmel. Schär- fen Sie Ihren Blick für Baumhöhlen, feucht-küh- le Mauern oder grüne Wände. Exemplarisch sind 10 Standorte ausgewählt, an welchen stellvertretend städtische Natur- lebensräume (Biotope) beschrieben werden. Schnell wird klar, dass einige dieser Lebens- räume häufig und an den verschiedensten Stellen in der Stadt wiederzufinden sind – etli- che davon entlang der vorgeschlagenen Route. An jedem Standort befindet sich eine Kenn- zeichnung mit QR-Code und einem Link zur In- ternetseite www.bonn.de/lehrpfad-artenviel- falt. Hier bekommen Sie – kurz und knapp – noch ein paar interessante Details zum Bio- top, Artenportraits und auch Tipps für Zuhause. 2 Auf der Mauer, auf der Lauer... — Mauerblümchen Mauern sind Extremlebensräume. Sofern sie in Richtung Süden ausgerichtet, also stark be- sonnt sind, ahmen sie ein Felsenbiotop für wärmeliebende Pflanzen nach. Andere Mau- ern sind beschattet und feucht, an Ihnen wachsen vermehrt Moose und Farne. Nur sehr genügsame Spezialisten geben sich mit wenig aufgelockertem Mörtel als Bodenersatz zufrie- den und trotzen der Schwerkraft durch starke Wurzeln. Oftmals hätten diese Pflanzen auf „normalem“ Boden keine Chance, sie würden von anderen Gewächsen schnell überwuchert. Daher haben diese sonst seltenen Arten ihre „Nische“ im wahrsten Sinne des Wortes zwi- schen den Mauerritzen gefunden und stellen blühend eine zusätzliche Nahrungsquelle für Insekten dar. Mauerhohlräume bieten auch Igel, Maus und Eidechse Unterschlupf und Brutplatz. 1 Mikrokosmos zwischen Kopfstein- pflaster - Pflasterritzenvegetation Einen Beweis dafür, dass die Natur eine echte Lebenskünstlerin ist, stellt die sogenannte „Pflasterritzenvegetation“ dar. Auf minimalem Raum entsteht zwischen Pflastersteinen ein Mikrokosmos aus Spezialisten, der vom ständi- gen Betreten und Befahren auch in der Höhe sehr begrenzt ist. Trotzdem ist dieser Lebens- raum erstaunlich artenreich – bis zu 500 Arten sind nachgewiesen (!). Leider werden diese Pflänzchen oft unnötig bekämpft, obwohl ein dichter Bewuchs die Festigkeit des Pflasters erhöht. Weitere Gründe diese Lebensgemein- schaft zu erhalten und zu schützen: Neben den Fähigkeiten der „grünen Ritzen“ Oberflächen- wasser aufzunehmen und Staub zu binden, wird den Insekten je nach Zusammensetzung der Pflanzengesellschaft eine Nahrungsquelle geboten. 3 Ein Hauch von Dschungel in der Stadt — Grüne Fassaden Manche Wand oder Mauer im Bonner Stadt- gebiet wird von Kletter- oder Schlingpflanzen bevölkert. Der bekannteste Vertreter ist der Gemeine Efeu (Hedera helix), beliebt sind auch die heimische Gemeine Waldrebe (Cle- matis vitalba) und der „Wilde Wein“ (Parthe- nocissus inserta). Hier können wahrhaft grü- ne, dschungelartige Wände entstehen, in denen es vor Leben nur so singt und brummt: Vögel wie Amsel, Zaunkönig, Spatz und Co. lieben mit Efeu bewachsene Wände als Nist- platz und Versteck. Die Blüten und Früchte locken zahlreiche Insekten an und sind eine wichtige Nahrungsquelle in der stark versie- gelten Stadt. Im Herbst und Winter ist der im- mergrüne Efeu ein Rückzugsort für Tiere und stellt zudem einen erfreulichen Farbtupfer dar. Pflasterritze mit Glockenblume und Löwenzahn Mauerspalte mit Streifenfarn Hauswand mit EfeuSeite 18 von 20 Auf Tuchfühlung mit Gevatter Rhein Flussufer Das Rheinufer ist zwar durch Schiffsverkehr, Freizeitnutzung und Uferbefestigung stark vom Menschen beeinflusst, nichts desto trotz ist es ein wichtiger Lebensraum etlicher Tier- und Pflanzenarten. Neben typischen Ufergehölzen, wie Weiden und Pappeln, haben sich auf dem im Sommer teilweise lange trocken liegenden Flussschotter verschiedene schnell wachsen- de Kräuter angesiedelt. Darunter viele Exoten, deren Samen vom Wasser angeschwemmt wurden – es lohnt sich, bei einem Spaziergang mal genauer hinzusehen! Der Problematik des heutigen globalen Schiffsverkehrs müssen wir uns bewusst sein: Verschiedene Muschel- und Fischarten sind mittlerweile auf diesem Weg bei uns angekommen - sogenannte invasive Arten, die mit unseren heimischen Arten in Konkurrenz um Lebensraum und Ressourcen treten und diese möglicherweise verdrängen. Lasst uns die Häuser bepflanzen — Grüne Dächer Begrünte Dächer bieten vielfachen Nutzen: Sie tragen zum positiven Stadtklima bei, indem sie die Hitze in der Stadt abmildern, sie binden Staub und sorgen für Regenrückhaltung. Als Hausbesitzer spart man sogar Kosten: Gründä- cher schützen die Dachhaut vor Verschleiß durch „Wind und Wetter“ und reduzieren die sommerliche Überhitzung im Innenraum. Und wenn das noch nicht überzeugt: Zusätzlich schaffen begrünte Dächer Ersatzlebensräume für Flora und Fauna in der stark „versiegelten“ Stadt. Pflanzen wie Mauerpfeffer, Fetthenne, Dachwurz und Co. sind sehr anspruchslos und locken mit ihren Blüten viele Insekten an. Stille Gewässer in der Stadt — Tümpel und Teiche Tümpel und Teiche bieten einem Spektrum an Wasserpflanzen und -tieren einen Lebens- raum und sind gleichzeitig ein Anziehungs- punkt für Menschen in der Stadt. Viele Seero- sen- und Libellenarten, Frösche und andere Amphibien haben diese Biotope besiedelt. Das Weibchen des heimischen Kammmolchs (Triturus cristatus) legt z. B. seine Eier einzeln an Blättern von Wasserpflanzen ab. Auch die in Bonn häufige Erdkröte gibt lange Laich- schnüre, bestehend aus 3.000 bis 6.000 Ei- ern, nur in Seen und Teichen ab. Fische sind meist vom Menschen eingesetzt und stellen in hohem Besatz ein Problem für Amphibien dar: Sie fressen deren Eier oder Larven, welche sich normalerweise nur vor den gefräßigen Li- bellenlarven in Acht nehmen müssen. An hei- ßen Sommertagen sind diese städtischen Stillgewässer für viele Tiere überlebenswich- tig, um sich abzukühlen oder den Durst zu lö- schen. Wohnungsnot beheben — Nistkästen Auch in Bonn hat der Mensch durch die Ent- wicklung der Stadt für seine Zwecke immer mehr Lebensräume verändert oder zerstört. Nichts desto trotz stellt die Natur für viele Bürgerinnen und Bürger ein Hauptargument für gute Lebensqualität dar. Die massive Be- bauung macht es etlichen Tierarten schwer, in der Stadt zu überleben. Vor allem für Vögel und Fledermäuse ist es umso wichtiger, Brut- plätze in Form von Nistkästen angeboten zu bekommen. Nicht nur Meisen, Schwalben und Stare nehmen die neue Wohnung an. Auch Mauersegler oder Fledermäuse schät- zen künstliche Höhlen, die auf ihre speziellen Bedürfnisse zugeschnitten sind und beleben mit ihrem munteren Treiben Gärten, Parks und öffentliches Grün. Flachdach mit BepflanzungFlussufer mit jungen Pappeln Weiher mit Seerosen Rosskastanie mit Vogelnistkasten 87 9 10—Seite 19 von 20 Seite 20 von 20
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 07:19 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de