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200531-07 · Mitteilungsvorlage

Einleitung des Vergabeverfahrens zur Sanierung des Rheinauensees

Nummer
200531-07
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
23.12.2021
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 20.01.2022 Kenntnisnahme
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  1. 200531 Sanierung des Rheinauensees

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Mitteilungsvorlage
öffentlich
200531-07
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
67 Amt für Umwelt und Stadtgrün
Dezernat:
Dez. III
Einleitung des Vergabeverfahrens zur Sanierung
des Rheinauensees
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
20.01.2022 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Im Rheinauensee kam es im Jahr 2018 zu Fisch- und Vogelsterben. Über eine
erhöhte Frischwasserzufuhr sowie Einsätze von Feuerwehr und THW wurde
eine schnelle Anreicherung von Sauerstoff im See erreicht, wodurch das
Problem zunächst eingedämmt wurde. Zusätzlich war die Bootsnutzung durch
ein massives Algenwachstum beeinträchtigt. Zur kurzfristigen Bekämpfung
wurde ein Mähboot eingesetzt.
Zur gründlichen Analyse der Probleme des Gewässers wurde 2018 das
Fachbüro Lanaplan beauftragt, Maßnahmen vorzuschlagen, welche kurzfristig
umgesetzt werden können, sowie eine Empfehlung zur nachhaltigen
Seesanierung zu geben. (vgl. DS.Nr. 1812002)
Ergebnis des Gutachtens war, dass es auf Grund von hohen Phosphatwerten
zu massiven Algenwuchs gekommen ist. Algen verbrauchen vor allem nachts
hohe Mengen an Sauerstoff. Neben dem Phosphateintrag über den Zulauf sind
insbesondere zwei weitere Phosphatquellen festgestellt worden: Der Schlamm
sowie der Eintrag über den Kot der unnatürlich hohen Wasservogelpopulation,
welche auf das unerlaubte Füttern der Wildtiere zurückzuführen ist.
Ein Baustein der nachhaltigen Seesanierung ist die Entschlammung des Sees.
Die Einleitung des Vergabeverfahrens zur nachhaltigen Seesanierung mit
Entschlammung wurde am 28.06.2021 beschlossen. (vgl. DS 200531) Die
Ausschreibung der Maßnahme erfolgte im Herbst 2021, sodass eine
Auftragserteilung zwischenzeitlich erfolgt ist und mit den Arbeiten begonnen
wird.
Ursprünglich war geplant, den See mittels Schwimmsaugbagger zu
entschlammen und den Sand per Spülboot einzubringen. Da der am tiefsten
sitzende der fünf Schieber, über die das Wasser im See abgelassen werden
kann, defekt ist und nur bei vollständigem Ablassen des Wassers ausgetauscht
werden kann, wurde in Zusammenarbeit mit dem beauftragten Unternehmen
Kurstjens eine alternative und kostenneutrale Arbeitsweise erarbeitet:
Es ist für das Jahr 2022 geplant, dass Ende der ersten Kalenderwoche der
Wasserstand des Sees um ca. 80 cm abgesenkt wird. Durch eine vorhandene
Überhöhung des Seesohle unter der Konrad-Adenauer-Brücke ist es imSeite 1 von 3
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Anschluss möglich, die westliche Seehälfte in der zweiten Kalenderwoche
abzulassen. Gleichzeitig erfolgt die professionelle Abfischung und Umsetzung
der höheren Tiere durch Biologen und Limnologen in die östliche Seehälfte.
Hierbei werden Karpfen, welche die geplante Bepflanzung zerstören würden,
abgefangen und in andere Gewässer verbracht. Invasive Arten, wie der
Sonnenbarsch, werden nach Vorgabe der EU-Richtlinie zur Bekämpfung
invasiver Arten aus dem Gewässer entnommen.
Beim Ablassen des Gewässers werden die Ablässe mit Gitter-Netz-
Konstruktionen nicht nur vor dem Verstopfen geschützt. Sie sind auch dazu
geeignet, den im Gewässer lebenden Tierbestand vor einem Absaugen zu
schützen.
Nach dem Abfangen und Umsetzen der Tiere wird der Schlamm maschinell
zusammengeschoben und über verschiedene Siebe in seine Korngrößen
getrennt entsorgt. Um die hohen Entsorgungskosten zu minimieren, werden die
Feinstoffe über Zentrifugen entwässert. So müssen deutlich geringere Massen
abgefahren und entsorgt werden.
Im Anschluss erfolgt das Einbringen von 15 cm Sand. Damit dieser im Bereich
der Überläufe und Ablässe nicht fortgespült wird, wird hier ein Sandvlies
anstelle des Sandes eingebracht.
Parallel hierzu findet die Instandsetzung des defekten Schiebers sowie die
Kontrolle und ggf. notwendige Instandsetzung der weiteren Schieber statt.
Ist die westliche Seehälfte saniert, ist es geplant, diese wieder mit Wasser zu
befüllen. Ein Teil des benötigten Wassers wird zur Übertragung notwendiger
Mikroorganismen von der östlichen Seehälfte entnommen. Gleichzeitig findet
das Ablassen und Abfischen sowie Umsetzen der Fische und höheren Tiere
nach zuvor beschriebenem Muster in den sanierten Seebereich statt. Die
Arbeiten sind für Ende Februar/Anfang März geplant.
Im Anschluss erfolgt die Sanierung der östlichen Seehälfte auf gleiche Art.
Auf diese Weise ist sichergestellt, dass für die am und im Wasser lebenden
Tiere stets Rückzugsraum besteht und dieser so wenig wie möglich
eingeschränkt wird. Die Maßnahme wird zusätzlich über eine ökologische
Baubegleitung des Büros lanaplan überwacht, um das Tierwohl sicherzustellen.
Die Untere Naturschutzbehörde begleitet das Verfahren eng. Weiterhin wurde
das Vorgehen unterschiedlichen Tierschutzorganisationen vorgestellt.
Es ist geplant, dass die Befüllung des gesamten Sees Ende April/Anfang Mai
abgeschlossen ist, sodass im Mai die erste Bepflanzung mit Makroalgen nach
dem Vorbild des Phönixsees in Dortmund erfolgen kann. Eine Nachpflanzung
ist für Juni/August 2022 geplant. Die Bepflanzung dauert sechs Tage.
Makroalgen sind dazu geeignet, Phosphat zu binden und damit den Wuchs
anderer Algen zu minimieren.
Weiterhin wird die Ufermauer saniert. Hierbei werden auch Ausstiegshilfen für
die Tiere im gleichen Stein, wie die Ufermauer gebaut. Die Sanierung der
Uferbereiche wird über die Zuwendungen des Landes NRW -
Denkmalförderprogramm 2021 - mit rund 175.000,- € gefördert. Die
Gesamtmaßnahme der nachhaltigen Seesanierung ist mit 4,8 Mio. € geschätzt.
(vgl. 200531-04). Die aktuellen Kosten der Maßnahme befinden sich im
geschätzten Rahmen.
Zeitlich nicht kalkulierbar und daher auch nicht im Zeitplan berücksichtigt, ist dieSeite 2 von 3
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Entnahme der aktuell vorhandenen Hornkräuter, welche sich sogar Mitte
Dezember 2021 noch nicht in ihre Winterstadien zurückgezogen hatten. Dies
kann sich jedoch noch bis zum Maßnahmenbeginn ändern. Weiterhin kann eine
mögliche Unterbrechung auf Grund von Frosteinfall nicht ausgeschlossen
werden, auch wenn einige Arbeiten bis zu gewissen Minus-Temperaturen
möglich sind.
Anlage/n
KeineSeite 3 von 3

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Datenstand: 03.11.2026, 01:18 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de