200374-1 ST · Stellungnahme der Verwaltung
Schotterbeete in der Bonner Innenstadt/Bischofsplatz
Kerndaten
- Nummer
- 200374-1 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 11.03.2020
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz Kenntnisnahme
Dateien
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Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 200374-1 ST Der Oberbürgermeister Federführung: 68 Amt für Stadtgrün Dezernat: Dez. III 19.02.2020 Schotterbeete in der Bonner Innenstadt/Bischofsplatz Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz 12.03.2020 Kenntnisnahme zur Frage: Trifft es zu, dass Grauwacke mit hohem Energieverbrauch gebrochen werden muss? Der Energieverbrauch zur Herstellung von Grauwackesplitt oder -schotter ist nicht bekannt. Ebenso wenig ist der Energieaufwand beim Häckseln von Holz zur Herstellung von Rindenmulch bekannt. Der ökologische Fußabdruck beider Mulchungen ist nicht bekannt. Schotter sind gebrochene Gesteinskörnungen, die meist als Abfallprodukt in Steinbrüchen oder Brechmaschinen anfallen und dann korngrößenabgestuft für Industrie und Handel gesiebt werden. Als mineralisches Mulchmaterial wird Gesteinssplitt aus der Region verwendet (z.B. Grauwacke, Basalt, Lava oder Kalkschotter). zur Frage: Trifft es zu, dass eine Beetabdeckung mit Grauwacke im Sommer mehr Hitze abstrahlt als ein Erdbeet? Es wurden noch keine Messungen vorgenommen. Da die Mulchabdeckungen jedoch in der warmen Jahreszeit durch die dichte und flächenschließende Bepflanzung nicht der Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, wird es zu keiner nennenswerten Abstrahlung kommen können. Außerdem wird durch eine Mulchung der Kapillaraufstieg unterbrochen und die unproduktive Verdunstung der darunterliegenden pflanzenversorgenden Bodenschicht gesenkt. Feuchtigkeit hält sich so länger im Boden und durch die gleichmäßigere Bodenfeuchte können die Pflanzen stressloser (an-)wachsen. Durch eine Mulchung werden also nicht nur unerwünschte Beikräuter unterdrückt und somit der Pflegeaufwand erleichtert, sondern auch der Boden vor Austrocknung geschützt. Einige Leichtgesteine, wie z.B. Lava oder Bims speichern sogar noch Wasser ohne zu vernässen und die Durchlüftung zu behindern. zur Frage: Trifft es zu, dass Grauwacke für Eisenbahntrassen sowie als Pflasterstein verwendet wird?Seite 1 von 3 Seite 2 Die Bahn verwendet soweit der Verwaltung bekannt Basalt, Diabas oder Grauwacke in Korngrößen von 31,5-63 mm. Für Naturstein-Pflasterungen wird Grauwacke verwendet. zur Frage: Trifft es zu, dass kein Unterschied zwischen Grauwacke als Mulchmaterial und als Schotter erkennbar ist? Da es sich um das gleiche Material handelt, ist optisch auch kein Unterschied zu erkennen. Der wesentliche und entscheidende Unterschied liegt in der Art des Einbaus. Bei den `Schottergärten´ wird i.d.R. unterhalb der Schotterfläche ein Fließ oder eine Folie verlegt, welche das Aufkommen von Bepflanzung verhindern soll. Eine Bepflanzung ist grundsätzlich nicht vorgesehen und gewollt. Bei den Staudenflächen wird vorab das anstehende Erdreich 30 cm ausgekoffert und die Koffersohle gelockert. Danach wird ein mineralisch- organisches Obersubstrates in einer Zusammensetzung aus Löß, Lava, Bims, Sand, Tonen verschiedener Arten eingebaut. Das Substrat zeichnet sich durch ein hohes Gesamtporenvolumen aus und ist sehr druckfest. Es zeichnet sich weiterhin durch folgende Eigenschaften aus: gute Nährstoffpufferung, pH-stabil: Wert 6,9-7,5, keimungs- und wachstumsfördernd, Maximale Wasserkapazität von 40-50 Vol. %, frei von Wurzelunkräutern, entspricht den Vorgaben der FLL- Richtlinie. Das Substrat ist ein Naturprodukt aus der Region (Eifel). In der Folge wird eine ca. 8 cm dicke Schicht aus Grauwacke-Splitt 8/16 mm aufgetragen. Das Material ist ebenfalls ein Naturprodukt aus der Region (im Fall der Grauwacke aus dem Bergischen Land). Die gepflanzten Stauden stehen mit dem Topfballen ca. 4 cm tief im Substrat, um gut und schnell einwurzeln zu können. Das heißt, nach dem Einbau des Substrates werden die Stauden ausgestellt und entsprechend knapp eingepflanzt und dann mit dem Grauwacke-Splitt eingedeckt und dabei 2-3 cm überdeckt. zur Frage: Trifft es zu, dass für die Pflege exponierter Erdbeete weder ausreichend Haushaltsmittel noch ausreichend Personal vorhanden ist? Für die Pflege der Flächen nach dem beschlossenen Pflegekonzept sind über das Jahr im Durchschnitt ausreichend Personal und auch HH-Mittel vorhanden. Diese Pflegeerleichterung war aber nicht das primäre Ziel zur Anlage der Staudenbeete. Es werden schon seit einigen Jahren bundesweit Staudenmischpflanzungen angelegt. Die Anlage in Bonn wurde ausdrücklich im gerade abgeschlossenen Labelverfahren `Stadtgrün-naturnah´ (s. DS.-Nr: 190478 - Mitteilungsvorlage) gewürdigt. In den einschlägigen Forschungen und Veröffentlichungen zu den Staudenpflanzungen wird die mineralische Mulchung zur Verhinderung von unerwünschtem Aufwuchs empfohlen.Seite 2 von 3 Seite 3 Beispielhaft sind hier genannt - FLL-Fachbericht „Staudenverwendung im öffentlichen Grün – Staudenmischpflanzungen für trockene Freiflächen“ - BLZ-Broschüre „Staudenmischpflanzungen“ der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung Anlage/n KeineSeite 3 von 3
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 22:32 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de