← Vorlagen

200339 · Mitteilungsvorlage

Umsetzung des Ratsbeschlusses zur Interkulturellen Öffnung der Verwaltung

Nummer
200339
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
26.02.2020
Letzte Änderung
18.09.2026
  1. Sitzung des Unterausschusses Personal und Organisation 12.03.2020 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Integrationsrates 12.05.2020 Kenntnisnahme
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 85,7 KB Öffnen ↗

Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.

Text anzeigen (9.002 Zeichen)
Mitteilungsvorlage
öffentlich
200339
Der Oberbürgermeister
Federführung:
10 Personal- und Organisationsamt
Dezernat:
Dez. I
Umsetzung des Ratsbeschlusses zur
Interkulturellen Öffnung der Verwaltung
Beratungsfolge
Unterausschuss Organisation und Personal 12.03.2020 Kenntnisnahme
Integrationsrat 24.03.2020 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Die Verwaltung verfolgt das Ziel, den Anteil der Beschäftigten sowie der
Beamtinnen und Beamten mit Migrationshintergrund in allen Entgelt- und
Besoldungsgruppen zu erhöhen.
Dies erfolgt in einem laufenden Prozess durch ein aktives Handeln bei der
Gewinnung von Nachwuchskräften, die in einem hohen Maße nach erfolgreich
absolvierter Ausbildung in Arbeits- oder Beamtenverhältnisse übernommen
werden, der Einstellung von Beschäftigten mit Migrationshintergrund und der
laufenden Fortbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur interkulturellen
Kompetenz.
Die Verwaltung hat dem Integrationsrat eine regelmäßige Berichterstattung
über die Entwicklung in Aussicht gestellt.
Für Menschen mit Migrationshintergrund wird folgende Definition von der
Verwaltung für die Statistikzwecke angewendet:
Erfasst werden Personen,
1. die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen
oder
2. bei denen der Geburtsort außerhalb der heutigen Grenzen der
Bundesrepublik Deutschland liegt und eine Zuwanderung in das heutige
Gebiet der Bundesrepublik Deutschland nach 1949 erfolgte
oder
3. bei denen der Geburtsort mindestens eines Elternteils der Person
außerhalb der heutigen Grenzen der Bundesrepublik Deutschland nach
1949 erfolgte.
Die statistische Erfassung der Mitarbeitenden mit Migrationshintergrund erfolgt
bislang bei Einstellungen aufgrund eines Fragebogens, der auf freiwilliger Basis
ausgefüllt werden kann. Die gelieferten Informationen über die Fragebögen
sind rückläufig, sodass eine fundierte Abbildung der Anzahl der Mitarbeitenden
mit Migrationshintergrund bezüglich der Einstellungen derzeit nicht möglich ist.Seite 1 von 6

Seite 2
Darüber hinaus hat es in der Vergangenheit noch keine Abfrage zu
bestehenden Migrationshintergründen unter den bereits langjährig tätigen
Mitarbeitenden der Stadtverwaltung gegeben.
Mit der Einführung eines Personalmanagementsystems (geplant für 2022) ist
beabsichtigt, eine digitale Abfrage unter allen Mitarbeitenden der
Stadtverwaltung Bonn durchzuführen. Bei den Einstellungen soll die Abfrage
dann künftig ebenfalls digital erfolgen.
Die Verwaltung geht davon aus, dass dadurch in Zukunft eine umfassendere
Datengrundlage ermittelt und kontinuierlich fortgeschrieben werden kann.
Aus der derzeit vorhandenen Datengrundlage sind folgende aufgeführte
Entwicklungen festzustellen:
Ausbildung
Einstellungsjahr 2017 2018 2019
Anteil Auszubildende mit
Migrationshintergrund in
Prozent
17,05 26,67 29,23
In den nachfolgend aufgeführten Ausbildungsberufen wurden Auszubildende
sowie Anwärterinnen und Anwärter mit Migrationshintergrund eingestellt:
Einstellungsjahr 2017
Ausbildungsberuf Einstellungen
insgesamt
Einstellungen mit
Migrationshinter-
grund
Familiärer
Migrationshintergrund
Laufbahngruppe 2, 1, Einstiegsamt
(ehemals gehobener
nichttechnischer Dienst)
24 1 Belgien
Laufbahngruppe 1, 2. Einstiegsamt
(ehemals mittlerer
nichttechnischer Dienst)
29 9 Russland (3)
Portugal (2)
Thailand
Türkei
Kroatien
Polen
Altenpfleger/in 6 3 Peru
Iran
Venezuela
Medizinische/r Fachangestellte/r 2 2 Iran
Dom. Rep. Kongo
Einstellungsjahr 2018
Ausbildungsberuf Einstellungen
insgesamt
Einstellungen
mit
Migrations
hintergrund
Familiärer
Migrationshintergrund
Laufbahngruppe 2, 1, Einstiegsamt
(ehemals gehobener
nichttechnischer Dienst)
28 4 Portugal
Polen
Österreich
Spanien
Laufbahngruppe 1, 2. Einstiegsamt
(ehemals mittlerer
nichttechnischer Dienst)
28 7 Polen
Griechenland (2)
Türkei (2)
Kosovo
Russland
Verwaltungsfachangestellte/r 2 1 AlbanienSeite 2 von 6

Seite 3
Altenpfleger/in 7 2 Irak
Türkei
Medizinische
Fachangestellte/r
4 1 Iran
Fachangestellte/r
für Bäderbetriebe
4 1 Serbien
Fachkraft für Abwasser-technik 2 1 Algerien
Vermessungsoberinspektor-
anwärter/in
2 1 Türkei
Einstellungsjahr 2019
Ausbildungsberuf Einstellungen
insgesamt
Einstellungen
mit Migrations-
hintergrund
Familiärer
Migrationshintergrund
Laufbahngruppe 2, 1, Einstiegsamt
(ehemals gehobener
nichttechnischer Dienst)
26 3 Kroatien
Korea
Albanien
Laufbahngruppe 1, 2. Einstiegsamt
(ehemals mittlerer
nichttechnischer Dienst)
22 5 Türkei (2)
Polen
Russland
Italien
Verwaltungsfachangestellte/r 3 1 Syrien
Altenpfleger/in 11 4 Türkei
Tunesien
Madagaskar
Kirgistan
Medizinische
Fachangestellte/r
4 2 Aserbaidschan
Türkei
Notfallsanitäter 8 1 Frankreich
Fachpraktiker/in Service 1 1 Marokko
Fachkraft für
Abwassertechnik
3 1 Syrien
Fachinformatiker/in
Systemintegration
1 1 Italien
Elektroniker/in für Betriebstechnik 1 1 Türkei
Praxisintegrierte Ausbildung
zur/zum Erzieher/in
25 12 Algerien
Tunesien
Russland
Türkei (4)
Albanien
Großbritannien
Iran
Philippinen
Afghanistan
Um Ausbildungskräfte sowie Anwärterinnen und Anwärter mit
Migrationshintergrund zu gewinnen führt die Verwaltung speziell um diesen
Personenkreis anzusprechen und zu Bewerbungen zu motivieren regelmäßig in
diversen Jugendzentren die Veranstaltung „Komm zur Stadt“ durch.
Auch bei Berufs- und Ausbildungsmessen ist die Stadt Bonn in den letzten
Jahren zunehmend aktiv. Auch dort erreichen die Verwaltung zunehmend
Anfragen von interessierten Personen mit Migrationshintergrund.
Beamtinnen und Beamte sowie Beschäftigte
In allen externen Stellenausschreibungen werden Migrantinnen und Migranten
besonders angesprochen, sich zu bewerben.
Die Gesamtentwicklung der Beschäftigten sowie der Beamtinnen und Beamten
mit Migrationshintergrund stellt sich wie folgt dar:Seite 3 von 6

Seite 4
Bei der Betrachtung aller tariflich Beschäftigten, Beamtinnen und Beamten
sowie der Ausbildungskräfte ist die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
mit Migrationshintergrund in der Zeit von 2016 bis heute kontinuierlich
gestiegen.
Unterteilt nach Entgelt- und Besoldungsgruppen ergibt sich folgendes Bild:
Beschäftigte "Verwaltung"
(Dezember 2019) Anzahl Anzahl Anzahl Prozent
Migrationshintergrund
Entgeltgruppe ja nein Gesamtergebnis
01-04 161 280 441 36,5%
05-08 228 1245 1473 15,5%
09 83 440 523 15,9%
10 15 164 179 8,4%
11 21 136 157 13,4%
12 9 117 126 7,1%
13 6 75 81 7,4%
14 6 46 52 11,5%
15 2 18 20 10,0%
15Ü 0 5 5 0,0%
Sondervertrag 8 6 14 57,1%
TO.A 46 60 106 43,4%
Gesamtergebnis 585 2592 3177 18,4%
Beschäftigte "Sozial- und Erziehungsdienst"
(Stand Dezember 2019)
Migrationshintergrund Anzahl Prozent
Entgeltgruppe ja nein Gesamtergebnis
S02-S04 131 168 299 43,8%
S06-S08 149 483 632 23,6%
S 09 2 18 20 10,0%
S 11 18 63 81 22,2%
Tariflich Beschäftigte Beamtinnen und Beamte
gesamt
mit
Migration-
shintergrund
Anteil
in Prozent gesamt
mit
Migrations-
hintergrund
Anteil
in Prozent
Stand:
September
2016
4397 893 20,3 1754 64 3,7
Stand:
Dezember
2019
4706 1027 21,8 1809 92 5,1Seite 4 von 6

Seite 5
S 12 13 75 88 14,8%
S 13 8 40 48 16,7%
S 14 10 72 82 12,2%
S 15 5 49 54 9,3%
S 16 19 19 0,0%
S 17 1 13 14 7,1%
S 18 1 1 0,0%
Gesamtergebnis 337 1001 1338 25,2%
Beschäftigte "Pflege- und Betreuungseinrichtungen"
(Stand Dezember 2019)
Migrationshintergrund
Entgeltgruppe ja nein Gesamtergebnis
P5 – P6 56 34 90 62,2%
P7 42 38 80 52,5%
P10 – P12 7 14 21 33,3%
Gesamtergebnis 105 86 191 55,0%
Die Verwaltung ist sich bewusst, dass Personen mit Migrationshintergrund in
Führungspositionen anteilmäßig noch unterrepräsentiert sind.
Mit Blick auf den Demografischen Wandel, den stetig steigenden Anteil der
Auszubildenden mit Migrationshintergrund sowie einer zunehmenden Zahl von
Quereinsteigenden, die ebenfalls in Teilen über einen Migrationshintergrund
verfügen, ist davon auszugehen, dass perspektivisch auch die Anzahl der
Stellen mit Führungsverantwortung zunehmend von Mitarbeitenden mit
Migrationshintergrund besetzt werden können.
Personalentwicklung und Fortbildungsangebot
Weiterhin ist der Verwaltung die Förderung der interkulturellen Kompetenz aller
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wichtig.
Daher werden seit 2014 regelmäßig Seminare zum Thema „Interkulturelle
Kompetenz“ angeboten, bei denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschult
werden. Interkulturelle Kompetenz ist zudem ein fester Baustein der
Ausbildungsreihen “Ausbildung der Ausbilder“ und in Seminaren für
Führungskräfte.
Im Rahmen der Personalentwicklung werden insbesondere auch den
Quereinsteigenden umfangreiche Möglichkeiten zu entsprechenden
Qualifizierungen angeboten.Seite 5 von 6

Seite 6
Nicht zuletzt werden Auszubildenden und Beschäftigten mit Migrations-
hintergrund bei Bedarf Deutschkurse finanziert, um diese in ihrer beruflichen
Integration zu unterstützen.
Vergleich mit anderen großen Arbeitgebern
Eine Einschätzung hinsichtlich der Repräsentation von Menschen mit
Migrationshintergrund in Führungspositionen bei der Stadt Bonn im Vergleich
zu anderen großen Arbeitgebern ist aufgrund einer fehlenden Datenbasis und
unterschiedlicher Ausrichtungen nicht möglich.
Anlage/n
KeineSeite 6 von 6

Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.

bonn.social/@biz ↗
Im ALLRIS öffnen ↗

Datenstand: 03.11.2026, 07:27 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de