200303 · Mitteilungsvorlage
Begrünung von Haltestellendächern
Kerndaten
- Nummer
- 200303
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 25.02.2020
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz Kenntnisnahme
Dateien
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Volltext
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Mitteilungsvorlage öffentlich 200303 Der Oberbürgermeister Federführung: 56 Amt für Umwelt-, Verbraucherschutz und Lokale Agenda Dezernat: Dez. III Begrünung von Haltestellendächern Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz 12.03.2020 Kenntnisnahme Mitteilung: Am 7. November 2019 beschloss der Rat der Stadt Bonn (DS 190500), dass die Verwaltung gemeinsam mit den Stadtwerken die Möglichkeiten zur Begrünung von Fahrgastunterständen in Bonn prüfen soll. Gerade im innerstädtischen Bereich sind die Anteile versiegelter und bebauter Fläche relativ hoch. Daher können vor allem dort Wärmebelastungen in Hitzeperioden hoch bis extrem sein. Insbesondere Maßnahmen zur Begrünung von Gebäuden eignen sich hingegen dazu, das Stadtklima positiv zu beeinflussen und negative Effekte abzumildern. Mit der geeigneten Pflanzenauswahl möglichst heimischer und klimawandelangepasster Arten können Gebäudebegrünungen zudem Nahrungsquelle für Insekten sein und Sekundärbiotope darstellen. Die Begrünung von Fahrgastunterständen kann exemplarisch auf diese und weitere positive Wirkungen aufmerksam machen. Ein nennenswert messbarer Effekt dieser Einzelmaßnahme für die Biodiversität oder das Stadtklima ist aufgrund der geringen Flächengrößen nicht zu erwarten. Die Bezifferung eines Quotienten aus Kosten und Wirkung ist aus Sicht der Verwaltung nicht möglich bzw. sinnvoll, da der bedeutendere Effekt der Maßnahme in der Öffentlichkeitswirksamkeit zu sehen ist. Eine Begrünung auf Fahrgastunterständen ist für Passanten gut sichtbar und kann dazu beitragen, auf Gebäudebegrünungen im Allgemeinen aufmerksam zu machen, Akzeptanz zu schaffen und ggf. sogar zur Eigeninitiative zu motivieren. Diese städtische Maßnahme kann als Vorbild dienen, um zu verdeutlichen, dass auch die Begrünung verhältnismäßig kleiner Flächen in der Summe ökologisch durchaus sinnvoll ist. Die Begrünung von Fahrgastunterständen könnte zudem ggf. Synergieeffekte zur Bewerbung von Maßnahmen, die aktuell in anderen Vorlagen zur Beratung stehen, eröffnen (Fassadenbegrünung von Gebäuden, Klimanotstand und „Umsetzung Klimamaßnahmen“). Die Mehrzahl der Fahrgastunterstände an Bushaltestellen befindet sich nicht im Eigentum der Stadtwerke Bonn Verkehrs-GmbH. Eigentümer ist gemäß der Ausschreibung des Werberechtsvertrages der Bundesstadt Bonn seit 1.1.2017 die Firma DSM Deutsche Städte Medien Ströer. Im Stadtgebiet von Bonn stehen derzeit insgesamt 420 Fahrgastunterstände. Eine Eignung, die Auflast einer wassergesättigten Dachbegrünung (ca. 70kg/m²) tragen zu können, bringen lediglich 16 Fahrgastunterstände mit, die in den vergangenen 2-3 Jahren aufgestellt wurden. Diese haben jeweils eine leicht geneigte Dachfläche von etwa 7,5 m², sodass überschüssiges Wasser abfließen kann.Seite 1 von 2 Seite 2 Die Firma Ströer hat bereits eigene Untersuchungen zur Begrünbarkeit von Fahrgastunterständen durchgeführt. Langfristige Erfahrungswerte bzgl. des Pflegeaufwandes sind noch nicht vorhanden. Der Pflegeaufwand ist zudem auch von der künftigen Entwicklung von Hitzetagen und Tropennächten sowie den Niederschlagsmengen abhängig. Es bestehen ebenfalls noch keine langfristigen Erfahrungen bzgl. der Häufigkeit von Vandalismusschäden an Begrünungen auf Fahrgastunterständen und den Folgekosten der Wiederinstandsetzung. Für die Installation von Begrünungen auf Fahrgastunterständen bietet die Firma Ströer ein System aus Drainagematte, Substrat und Sedum für ca. 5.000€ je Begrünung/Fahrgastunterstand an (Substrataufbau ca. 8 cm). Für eine Kosteneinschätzung der Pflege der Begrünung (ggf. 1-2 jährliche Schnitte und Bewässerung in den ersten 2 Jahren) liegen noch keine Erfahrungswerte vor. Eine mögliche Maßnahme wäre die nachträgliche Begrünung der genannten 16 Fahrgastunterständen sowie die Begrünung von Fahrgastunterständen, die künftig im Rahmen ggf. notwendiger Ersatzmaßnahmen neu aufgestellt werden. Der Begrünung vorausgehen muss je Einzelfall eine Prüfung des Standortes (auch hinsichtlich der bau-statischen Anforderungen wg. Gründung, oder wie auch der Umgebungsbedingungen, z. B. Verschattung), da von einer Wirksamkeit der Maßnahme insbesondere bei Fahrgastunterständen im stark versiegelten Bereich ausgegangen werden kann. Zudem wäre zu klären, ob zur Bepflanzung eine Mischung aus verschiedenen Sedumarten oder auch eine andere niedrigwachsende Mischung beispielsweise aus heimischen Blühpflanzen und Kräutern genutzt werden kann. Letzteres wurde im Hause Ströer bislang noch nicht getestet. Theoretisch ließen sich auch kleine Photovoltaikanlagen auf statisch dafür geeigneten Fahrgastunterständen installieren. Eine Einspeisung ist aufgrund der geringen möglichen Größe und entsprechenden Leistung der Anlage jedoch nicht sinnvoll. Möglich wäre lediglich eine Insellösung mit Speichermodul, bei welcher der über die Photovoltaikanlage erzeugte Strom zur Beleuchtung des Wartebereichs bzw. der Fahrpläne der Haltestelle verwendet wird. Die Kosten für eine solche Anlage konnten durch die Firma Ströer nicht genannt werden. Durch Diebstahl oder Vandalismus muss jedoch ggf. von einem verhältnismäßig hohen Schadpotenzial ausgegangen werden. Daher ist aus Sicht der Verwaltung und Stadtwerke die Begrünung der Haltestellendächer die insgesamt und insbesondere aus ökologischen Gründen vorzuziehende Variante. Mittel zur Deckung der Kosten für die Maßnahmenumsetzung und Pflege stehen derzeit nicht zur Verfügung. Anlage/n KeineSeite 2 von 2
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 01:05 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de