200267 · Mitteilungsvorlage
Klimaschutzbericht 2019
Kerndaten
- Nummer
- 200267
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 25.03.2020
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage öffentlich 200267 Der Oberbürgermeister Federführung: 56 Amt für Umwelt-, Verbraucherschutz und Lokale Agenda Dezernat: Dez. III Klimaschutzbericht 2019 Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz 20.05.2020 Kenntnisnahme Mitteilung: Am 11. April 2019 hatte die Verwaltung dem Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz den letzten Tätigkeitsbericht der Leitstelle Klimaschutz für das Jahr 2018 vorgelegt. Der als externes Dokument beigefügte aktuelle Fortschrittsbericht umfasst den Berichtszeitraum 2019. Die vorangegangenen Berichte sind hier zu finden: Klimaschutzbericht 2018 (Boris alt: DS 1911015) Klimaschutzbericht 2011 – 2017: (Boris alt: DS 1811483) Anlage/n 1 Klimaschutzbericht 2019 final_korr (öffentlich) 2 Anhang Umsetzungsstand IKK (öffentlich)Seite 1 von 53 Tätigkeitsbericht der Leitstelle Klimaschutz zu Klimaschutz und Klimaanpassung Fortschreibung 2019 vorgelegt von der Leitstelle Klimaschutz im Amt für Umwelt, Verbraucherschutz und Lokale Agenda der Stadt Bonn (Stand der Maßnahmen: 31.12.2019)Seite 2 von 53 Seite 2Seite 3 von 53 Seite 3 Inhaltsverzeichnis 1 Einführung ................................................................................................................. 5 2 Organisation des Klimaschutzes in der Verwaltung ..................................................... 5 3 Klimaschutzziele ......................................................................................................... 6 4 Strategien, Konzepte .................................................................................................. 7 5 CO2-Bilanz Bonn......................................................................................................... 8 6 Kooperationen ........................................................................................................... 9 7 Projekte und Maßnahmen im Bereich Klimaschutz.................................................... 10 7.1 Energieeffizienzstandard ............................................................................................... 10 7.2 Kommunale Gebäude, Anlagen...................................................................................... 10 7.2.1 Neubau und Sanierung ................................................................................................................... 11 7.2.2 Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden ............................................................................ 11 7.3 Versorgung, Erneuerbare Energien ................................................................................ 12 7.3.1 Photovoltaik.................................................................................................................................... 12 7.3.2 Solarthermieanlagen ...................................................................................................................... 13 7.3.3 Fernwärmeausbau 2020 ................................................................................................................. 13 7.4 Mobilität....................................................................................................................... 14 7.4.1 Elektromobilität .............................................................................................................................. 14 7.4.2 Emissionsfreie Innenstadt .............................................................................................................. 14 7.5 Interne Organisation ..................................................................................................... 15 7.5.1 Mitarbeitermobilität ....................................................................................................................... 15 7.5.2 Papieratlas ...................................................................................................................................... 16 7.5.3 Postversand mit GoGreen .............................................................................................................. 18 7.5.4 Azubi-Projekt „Klima- und Energiescouts“ ..................................................................................... 19 7.5.5 Fortbildungsangebote für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ........................................................ 20Seite 4 von 53 Seite 4 7.6 Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit ........................................................................... 21 7.6.1 Klimaschutzkampagne „Neu denken. Einfach handeln.“ ............................................................... 21 7.6.2 Tag der Elektromobilität ................................................................................................................. 24 7.6.3 Bonner Energietage ........................................................................................................................ 25 7.6.4 Stadtradeln ..................................................................................................................................... 26 7.6.5 Klima-Fahrradtouren ...................................................................................................................... 27 7.6.6 Klimaschutz macht Ah! ................................................................................................................... 28 7.6.7 Dicker Pulli-Tag ............................................................................................................................... 29 7.6.8 Weitere Vernetzungsaktivitäten..................................................................................................... 30 7.7 Umweltbildung / BNE .................................................................................................... 31 7.7.1 Netzwerk „Schule trifft Verwaltung“ .............................................................................................. 31 7.7.2 Workshops „Mission Über-Morgen“ .............................................................................................. 32 7.7.3 Klimareise ....................................................................................................................................... 33 7.7.4 Kindermeilen .................................................................................................................................. 34 7.7.5 Weitere Aktivitäten in und mit Bildungseinrichtungen .................................................................. 34 8 Projekte und Maßnahmen im Bereich Klimaanpassung ............................................. 35 8.1 Überblick ...................................................................................................................... 35 8.2 ZURES - Zukunftsorientierte Vulnerabilitäts- und Risikoanalyse als Instrument zur Stärkung der Resilienz von Städten und urbanen Infrastrukturen .................................................. 36 8.3 Projektskizze mutabor - Mikroskalige Untersuchung und Aktivierung der technischen und planerischen Anpassungs-kapazität der Stadt Bonn zur Reduzierung des Hitzestresses ... 37 8.4 KliMoPrax – Klimamodelle für die Praxis ....................................................................... 38 8.5 ISKAS – Informationssystem für klimaangepasste Stadtplanung ..................................... 38 8.6 Regionale Klimawandelvorsorgestrategie (KWVS) .......................................................... 39 8.7 KlimNet – Stadt und Land im Fluss ................................................................................. 39 Bei einem Druck dieses Dokumentes bitte „doppelseitig“ und „s/w-Druck“ einstellen.Seite 5 von 53 Seite 5 1 Einführung Der Bericht zu Aktivitäten und Maßnahmen der Stadt Bonn im Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel konzentriert sich auf den unmittelbaren Tätigkeitsbereich der Leitstelle Klimaschutz (LSK) und Kooperationszusammenhänge der LSK mit anderen Fachämtern und externen Organisationen. Er ergänzt damit andere Tätigkeits- oder Fachberichte wie z.B. der Bonner Energie Agentur, der Verbraucherzentrale oder von Ämtern der Stadtverwaltung. Vor dem Hintergrund des Beschlusses „Masterplan Energiewende und Klimaschutz Bonn“ (DS1111026NV7) weist er insbesondere auch auf Zusammenhänge mit dem Masterplan Energiewende und Klimaschutz aus dem Jahr 2011 sowie dem Integrierten Klimaschutz- und Klimafolgenanpassungskonzept (DS1111026NV10) aus dem Jahr 2013 hin. Der vorliegende Fortschreibungsbericht umfasst den Zeitraum von Januar bis Dezember 2019. Ergänzend sind verfügbar: Bericht vom 27. März 2019 = Berichtsjahr 2018 (Boris alt DS 1911015) Bericht vom 30. Mai 2018 = Berichtsjahre 2011 – 2017 (Boris alt DS 1811483) 2 Organisation des Klimaschutzes in der Verwaltung Die LSK koordiniert Aktivitäten innerhalb der Verwaltung und in Kooperation mit Dritten. Im Rahmen von Vorlagen für Ratsgremien, insbesondere in der Bauleitplanung, ist die LSK in Verbindung mit dem Amt für Umwelt, Verbraucherschutz und Lokale Agenda als Organisationseinheit gesondert zeichnungsberechtigt. Die LSK vertritt die Stadt Bonn in lokalen und regionalen Kooperationen zum Klimaschutz. Bei Besetzung aller Stellen entsprechen diese unter Berücksichtigung von Teilzeiten und partieller Mitarbeit in der LSK einem Äquivalent von 3,4 Vollzeitstellen, zzgl. einer bis September 2019 befristeten Teilzeit-Stelle für die Umsetzung des auf die Stadt Bonn entfallenden Projektanteils im Projekt ZURES (siehe 8.2) Als Klimaschutzmanagementsystem bedient sich die Stadt Bonn seit 2003 des European Energy Award (EEA). In einem Energieteam, das Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedener Ämter, der Stadtwerke Bonn Energie und Wasser (SWB EnW) sowie der Verbraucherzentrale umfasst, werden jährlich Klimaschutzmaßnahmen in einem Energiepolitischen Arbeitsprogramm zusammengefasst und die Umsetzung der geplanten Maßnahmen in internen Audits bewertet. Nach externen Auditierungen wurde die Stadt Bonn bereits mehrfach als Klimafreundliche Kommune mit dem EEA ausgezeichnet. Zuletzt erreichte sie 2019 den Silber-Status.Seite 6 von 53 Seite 6 3 Klimaschutzziele Bonn soll bis 2035 klimaneutral werden. Das hat der Stadtrat in seiner Sitzung am 7. November 2019 beschlossen. Um dieses Ziel zu erreichen, sieht der Ratsbeschluss verschiedene Maßnahmen vor, etwa eine Optimierung der Energiekonzepte städtischer Neubauten oder eine Reduzierung des Individualverkehrs verbunden mit einer Förderung des ÖPNV. Für den „Konzern Stadt“, d.h. neben der Verwaltung auch der Stadtwerke Bonn GmbH, sowie der Bonn Orange AöR sollen die Treibhausgasemissionen bilanziert und - sofern nicht reduzierbar - kompensiert werden. Im Dezember 2019 beschloss der Bonner Stadtrat das neue „Leitbild der Stadt Bonn zu Klimaschutz und Klimaanpassung“ (ALLRIS DS 190114). Darin sind, angepasst an den zuvor erfolgten Ratsbeschluss, folgende Ziele verankert: Die Treibhausgasemissionen in Bonn werden bis zum Jahr 2030 um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 reduziert, verbunden mit einem zweijährlichen Monitoring. Die Stadt wird bis spätestens 2035 klimaneutral. Die Energieversorgung wird sukzessive bis 2035 nahezu vollständig auf regenerative Energien umgestellt. Die Stadt Bonn entwickelt sich kontinuierlich zur klimaresilienten Stadt weiter und trägt dazu bei, die Vulnerabilität zu reduzieren. Das Leitbild enthält außerdem acht Handlungsgrundsätze zur Erreichung dieser Ziele. Das neue Leitbild ersetzt das bisherige aus dem Jahr 2008. Die im Masterplan Energiewende und Klimaschutz vom 14.07.2011 gesetzten Ziele, „die CO2- Emissionen bis zur Mitte des Jahrhunderts um 90% bis 95% gegenüber 1990 zu senken“ sowie „eine Reduzierung der Emissionen um 40% bis 2020“ anzustreben, sind mit dem Ratsbeschluss und dem neuen Leitbild insofern überholt. Die im Leitbild genannte Zielsetzung „mindestens 40% bis 2030“ geht konform mit den angepassten Zielen im Konvent der Bürgermeister für Klima und Energie (Covenant of Mayors), dem die Stadt 2009 beigetreten war. Gegenüber der EU hatte sie sich darin verpflichtet, die CO2-Emissionen bis 2020 um mindestens 20% zu senken. Da diese Verpflichtung im Jahr 2020 ausläuft, wird die Stadt Bonn auf Beschluss des Rates dem neuen Konvent für Klima und Energie (Covenant of Mayors for Climate and Energy) beitreten. Damit verpflichtet sie sich dann zu einer CO2-Reduktion von mindestens 40 Prozent bis 2030. Im Rahmen der Klima-Bündnis-Mitgliedschaft der Stadt Bonn (siehe auch Kapitel 6) haben sich die Mitglieder einer Selbstverpflichtung unterworfen, ihre CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 zu halbieren (Referenzjahr 1990). Langfristig sollen die Emissionen auf 2,5 Tonnen CO2- Äquivalente pro Einwohner/in und Jahr sinken. Im Integrierten Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept hat die Stadt Bonn in 2013 die Möglichkeiten einer Reduzierung der CO2-Emissionen um 40% bis 2020 untersuchen lassen. Als Ergebnis wurde eine Reduzierung um 28% auf der Grundlage der Umsetzung eines umfassenden Maßnahmenkatalogs für möglich gehalten. Erforderlich dafür wäre ein städtisches Budget von 53 Millionen Euro gewesen. Eine Umsetzung wurde nicht beschlossen.Seite 7 von 53 Seite 7 Abbildung 1: Bonner CO2-Einsparziele in Beschlüssen, Konzepten und Organisationen 4 Strategien, Konzepte Im Jahr 2011 hat der Rat der Stadt Bonn vor dem Hintergrund der Nuklearkatastrophe in Fukushima den Masterplan „Energiewende und Klimaschutz in Bonn“ mit einem umfangreichen Maßnahmenkatalog beschlossen. Über den Umsetzungsstand hat die Verwaltung den Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz in der Sitzung am 08.01.2013 (DS 1212611NV3) und am 05.04.2016 (DS 1111026NV12) unterrichtet. Ein Beschlusspunkt im Masterplan sah die Darstellung von Maßnahmen vor, mit denen das Ziel einer 40%-igen CO2-Reduktion bis 2020 erreicht werden könnte. Zu diesem Zweck hat die Verwaltung, gefördert durch die Nationale Klimaschutzinitiative, ein Integriertes Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept (IKSK) unter Beteiligung Externer erarbeiten lassen. Das IKSK wurde dem Ausschuss für Umwelt- und Verbraucherschutz in der Sitzung am 10.12.2013 (DS1111026NV10) vorgestellt. Im Ergebnis zeigte es auf, dass bei der Umsetzung eines umfangreichen Maßnahmenkatalogs 28% weniger CO2-Emissionen allein durch städtisches Handeln bis 2020 zu erzielen wären. Dafür wären Investitionen bzw. Mittelbereitstellungen in Höhe von 53 Millionen Euro erforderlich. Eine Umsetzung des Konzeptes wurde nicht beschlossen. Aus dem IKSK hat die Verwaltung jedoch Anregungen zur Umsetzung nicht oder nur geringfügig investiver Maßnahmen aufgenommen. Andere Maßnahmen konnten bzw. können im Rahmen von Förderprojekten umgesetzt werden. Im Anhang ist der Umsetzungsstand zum IKSK (31.12.2019) dargestellt. Einen Teil des IKSK stellen auch Konzepte zur Anpassung an den Klimawandel dar. Ziel war es aufzuzeigen, wie eine Berücksichtigung von Klimaanpassungsbelangen im Rahmen der Bauleitplanung ermöglicht bzw. optimiert werden kann. Im Ergebnis wurde insbesondere der dringende Bedarf nach qualifizierten Grundlagen als fundierte Planungs- und Abwägungsbasis verdeutlicht. Aus diesem Grund hat sich die Stadt Bonn von September 2016 bis SeptemberSeite 8 von 53 Seite 8 2019 am Forschungsvorhaben ZURES beteiligt, über welches sowohl eine aktuelle Stadtklimaanalyse als auch eine Planungshinweiskarte sowie Szenarien für die künftige Entwicklung erarbeitet worden sind (siehe 8.2). Eine weitere im Masterplan von 2011 aufgeführte Einzelmaßnahme war die Gründung eines Klimaschutzbeirates, „der unter Beteiligung von Politik und Vertreterinnen und Vertretern gesellschaftlicher Gruppen das Energiekonzept/Masterplan begleitet.“ Der Beirat wurde Anfang 2013 gegründet und hat die Erstellung des IKSK begleitet. Auf der Grundlage des IKSK diskutieren die Mitglieder seitdem Klimaschutzmaßnahmen und können Empfehlungen an den Umweltausschuss aussprechen. In den Jahren 2018 und 2019 lag der Fokus des Beirates auf der Klärung interner Strukturen. Eine neue Geschäftsordnung wurde erarbeitet und der Beirat um neue Mitglieder erweitert. 2019 fanden vier Sitzungen statt. Alle Protokolle und Empfehlungen werden dem Umweltausschuss als Mitteilungsvorlage zugeleitet. Informationen zum Klimaschutzbeirat sind auch auf der Website der Stadt eingestellt: www.bonn.de/klimaschutzbeirat 2017 bis 2018 hat sich die Stadt Bonn am Pilotprojekt „Global Nachhaltige Kommune in NRW“ beteiligt. Als Ergebnis wurde eine kommunale Nachhaltigkeitsstrategie für Bonn erarbeitet, die im Februar 2019 vom Rat der Stadt beschlossen wurde (Bo-RIS alt: DS 1812770). Mit ihr soll das kommunale Verwaltungshandeln in Bonn systematisch mit Blick auf nachhaltige Entwicklung und die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele dargestellt und mit ersten Schritten daran ausgerichtet werden. Die Nachhaltigkeitsstrategie bildet insofern einen weiteren Handlungsrahmen für die Aktivitäten der LSK. 5 CO2-Bilanz Bonn Das Amt für Umwelt, Verbraucherschutz und Lokale Agenda erstellt seit 2008 zweijährliche CO2-Bilanzen für die Stadt Bonn. Die aktuellen Berechnungen aus dem Jahr 2019 reichen bis zum Jahr 2016 (ALLRIS 190689). Der zeitliche Rückstand bis zur Fertigstellung einer jeweiligen CO2-Bilanz resultiert daraus, dass zur Berechnung erforderliche Daten zum Teil erst mit mehrjähriger Verzögerung zur Verfügung stehen. Von 1990 bis 2016 sind die Pro-Kopf-CO2-Emissionen in Bonn um 25 Prozent auf jetzt 6,9 Tonnen gesunken. Nach wie vor zu beobachten ist der gegenläufige Trend der CO2- Emissionen in zwei Bereichen: im stationären Bereich (zum Beispiel Heizungsanlagen in Gebäuden) sind sie um 34 Prozent gesunken, während sie im Verkehrsbereich im selben Zeitraum um 12 Prozent angestiegen sind. Dem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, der Verbesserung der Fahrrad-Infrastruktur und der Anpassung des eigenen Mobilitätsverhaltens kommen daher bei der Erreichung der CO2-Ziele große Bedeutung zu.Seite 9 von 53 Seite 9 Abbildung 2: Entwicklung der Kohlendioxid-Emissionen pro Kopf 1990-2016 6 Kooperationen Die im Klimaschutzbericht 2011 bis 2017 genannten Kooperationen der Stadt Bonn im Bereich Klimaschutz und Klimaanpassung bestehen auch in 2019 weiter fort: Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder: www.klimabuendnis.org Covenant of Mayors: www.konventderbuergermeister.eu Region Köln-Bonn e.V., www.region-koeln-bonn.de BürgerEnergie Rhein-Sieg eG: http://www.be-rhein-sieg.de Bonner Energie Agentur: www.bonner-energie-agentur.de Energieberatung Verbraucherzentrale Bonn: https://www.verbraucherzentrale.nrw/beratungsstellen/bonn-energieberatungSeite 10 von 53 Seite 10 7 Projekte und Maßnahmen im Bereich Klimaschutz 7.1 Energieeffizienzstandard Aktuell wird auf der Grundlage des Ratsbeschlusses „Energieeffizienzstandards im Neubau“ vom 22.10.2015 der KfW-Effizienzhaus55-Standard für Wohn- und Nichtwohngebäude bezogen auf die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014 verpflichtend festgeschrieben (DS 1512547). Dies gilt beim Verkauf städtischer Grundstücke, bei vorhabenbezogenen Bebauungsplänen sowie bei Wettbewerben und Ausschreibungen. 2019 war die LSK in rund 40 Bebauungsplanverfahren eingebunden. Im Bereich Wettbewerbe bzw. Ausschreibungen sind 2019 folgende zu nennen: Ausschreibung „Im Rosenfeld“ Auswahlverfahren DPDHL Bonner Office Projekt (BOP) Wettbewerb Ersatzneubau für die Zentralmensa, ein Studierendenservicezentrum und Studentisches Wohnen des Studierendenwerks Bonn (Projekt Carré Nassestraße) Wettbewerb Entwicklung eines Wohn- und Büroquartiers Bonn-Plittersdorf, Kennedyallee/Ahrstraße Wettbewerb Wohnen und Nahversorgen an der Siegburger Straße, Bonn Bieterkolloquien / fachliche Bewertungsgremien Neubau Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) 7.2 Kommunale Gebäude, Anlagen Der Anteil städtischer Gebäude an der gesamtstädtischen CO2-Bilanz beträgt zwar nur drei Prozent, jedoch sollte die Stadt als Gebäudeeigentümerin Vorbild für klimafreundliches Handeln sein. Die Stadt Bonn legt seit 2007 Standards für Neubauten und Sanierungen fest, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Abbildung 3: Kindergarten in Bonn-Geislar, KfW-Effizienzgebäude55 und Holzbauweise (© Architekten: rheintreuearchitekten; Fotograf: Patrik Prior)Seite 11 von 53 Seite 11 7.2.1 Neubau und Sanierung Das SGB arbeitet derzeit an der Aktualisierung des „Planungsleitfaden für Modernisierungs-, Neubau-, Umbau-, Erweiterungsbau und Bauunterhaltungsmaßnahmen“. Die energetischen Anforderungen werden mit der LSK abgestimmt. Für Neubauten wurde vereinbart, dass diese im Standard des KfW-Effizienzhaus55 unter der Verwendung von Passivhauskomponenten zu errichten sind. Für Sanierungen ist eine Weiterentwicklung des seit 2007 geltenden Standards (mindestens Neubaustandard nach EnEV) in Arbeit. 7.2.2 Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden 2019 wurde eine PV-Anlage auf dem Neubau des Betriebsgebäudes Platanenweg errichtet. Auf der Grundlage des Ratsbeschlusses (DS 1112350NV13) wurde das Dach der BürgerEnergie Rhein-Sieg eG angeboten. Im November 2018 war zwischen dem Amt für Stadtgrün und der Genossenschaft ein Pachtvertrag für die Nutzung des Daches zur Installation einer Photovoltaikanlage für die Dauer von 20 Jahren geschlossen worden. Die Anlage wurde im Januar 2019 durch die BürgerEnergie Rhein-Sieg eG errichtet. Der gewonnene Strom wird zu 100% ins Netz eingespeist. Das Nutzungsentgelt beträgt 5% des Ertrages (Einspeisevergütung). Die neue PV-Anlage besteht aus 318 Modulen. Sie erstreckt sich über rund 700 Quadratmeter und bedeckt damit das Dach der Gewerbehalle fast vollständig. Sie verfügt über eine Leistung von knapp 100 Kilowatt peak. Bei einer 100 prozentigen Einspeisung können auf dem Dach künftig pro Jahr 86 Megawattstunden Energie produziert und somit 51 Tonnen CO2 eingespart werden. Insgesamt waren in 2019 auf städtischen Gebäuden 63 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 1.106 kW(p) installiert. Abbildung 4: PV-Anlage Betriebsgebäude Platanenweg (© BürgerEnergie Rhein-Sieg eG)Seite 12 von 53 Seite 12 7.3 Versorgung, Erneuerbare Energien 7.3.1 Photovoltaik Im Jahr 2019 ist die Zubau-Aktivität bei Photovoltaikanlegen weiter erfreulich angestiegen. Mit 147 neuen Anlagen und einer gesamten Peakleistung von 2.196 kW werden wieder Werte ähnlich der Boom-Jahre 2010 bis 2012 erreicht. Insgesamt waren in Bonn am 31.12 2019 1.692 Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von 18.477 Kilowatt (peak) installiert. Abbildung 3: Entwicklung des Photovoltaikzubaus in Bonn 1990-2019Seite 13 von 53 Seite 13 7.3.2 Solarthermieanlagen In Bonn waren am 31.12.2018 insgesamt 2.012 Kollektoranlagen mit einer Fläche von 16.980 m2 installiert. Die Zubauzahlen für 2019 lagen beim für die Förderung zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) zum Zeitpunkt der Berichtserstellung noch nicht vor. Abbildung 4: Entwicklung thermischer Solaranlagen in Bonn 1988-2018 7.3.3 Fernwärmeausbau 2020 Aktuell ist das Bonner Fernwärmenetz rund 120 Kilometer lang (Vorjahr: 105 km). Angeschlossen sind mehr als 2.500 Kundinnen und Kunden (Vorjahr 2.100). vom Einfamilienhaus über große Wohngebäudekomplexe über das historische Bonner Münster und die Häuser der Museumsmeile bis hin zum Post Tower. Das Ausbauziel von 8 Megawatt wurde im Jahr 2019 erreicht. Innerhalb der Ausbau-Initiative „Fernwärme 2020“ treffen sich Vertreterinnen und Vertreter der Stadtwerke und der Stadtverwaltung halbjährlich zum Austausch über den Fortschritt des Ausbaus sowie die geplanten Bautätigkeiten, auf die die Stadt Bonn Einfluss hat oder in die sie eingebunden ist. Bisher haben elf Fachgespräche dieser Art, organisiert durch die LSK, stattgefunden.Seite 14 von 53 Seite 14 7.4 Mobilität 7.4.1 Elektromobilität Die 2012 nach politischem Auftrag gegründete Initiative „eSTART“ widmet sich der Planung und dem Ausbau der Ladeinfrastruktur in der Region sowie der Öffentlichkeitsarbeit für das Thema Elektromobilität. Im Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit wird unter Federführung der SWB Energie und Wasser (EnW) gemeinsam mit Stadt Bonn, Rhein-Sieg-Kreis und den Energieversorgern RheinEnergie, Rhein-Sieg-Netz/rhenag, innogy SE,EVG St. Augustin und den Stadtwerken Troisdorf jährlich der Tag der Elektromobilität organisiert (siehe 7.6.2). Aus dem anfänglichen Arbeitskreis Ladeinfrastruktur hat sich mittlerweile auf Bonner Seite eine bilaterale Zusammenarbeit zwischen Stadt Bonn und SWB EnW entwickelt. Ziel ist der weitere Ausbau auf Bonner Stadtgebiet. SWB EnW betreibt im Bonner Stadtgebiet derzeit an 35 Standorten insgesamt 41 öffentlich und halböffentlich zugängliche E-Ladestationen, die mit BonnNatur-Strom versorgt werden. Hier ist eine aktuelle Übersicht der SWB EnW Ladesäulen zu finden: https://www.stadtwerke- bonn.de/fuer-zuhause/e-mobility/elektrotankstellen/ Weitere Ladesäulen des TankE-Netzwerkes, zu dem auch SWB EnW gehört, sind hier einsehbar: https://www.tanke-netzwerk.de/ladenetzwerk/#c427. Des Weiteren werden bei Bonner Unternehmen 115 gewerbliche Ladestationen durch die SWB EnW betrieben, das sind 35 mehr als im Vorjahr. Ein weiterer Arbeitskreis „Grüner Strom“ befasste sich mit der möglichen Errichtung von Energieanlagen, die durch regenerativen Strom gespeist werden. Dies gestaltet sich weiterhin schwierig: Die Realisierung einer auf dem Gebiet der Gemeinde Swisttal geplanten Windenergieanlage ist weiterhin nicht absehbar ebenso wie die mögliche Errichtung einer weiteren Freiflächen-PV-Anlage auf dem Gebiet der Stadt Troisdorf. Der Arbeitskreis ruht derzeit. 7.4.2 Emissionsfreie Innenstadt Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat innerhalb des Programms „KommunalerKlimaschutz.NRW“ den besonderen Förderbereich „Emissionsfreie Innenstadt“ eingerichtet. Die Stadt Bonn hatte sich dort 2017 beworben. Mitte November 2019 wurde der Bewilligungsbescheid an die Stadt Bonn und die SWB Energie und Wasser sowie SWB Bus und Bahn übergeben. Ziel des Projektes ist die Stärkung der multi- und intermodalen, umweltfreundlichen Mobilität. Erreicht werden soll dies durch folgende Maßnahmen in den kommenden drei Jahren:Seite 15 von 53 Seite 15 Einrichtung von 36 Mobilstationen inklusive vier Fahrradparkhäusern und Ladesäulen mit Fokus auf E-Taxis, Ausbau von Abschnitten von Radschnellrouten und die weitere Beschaffung von E-Fahrzeugen für den städtischen Fuhrpark. Land und EU fördern das Projekt, das im Stadtplanungsamt angesiedelt ist, mit 11,5 Millionen Euro. 7.5 Interne Organisation 7.5.1 Mitarbeitermobilität Die Stadt Bonn ist als große öffentliche Arbeitgeberin im besonderen Maße verpflichtet, auch im Bereich Mobilität eine Vorbildfunktion einzunehmen. Dazu gehört unter anderem auch, die Sensibilität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für mobilitätsbewusstes Verhalten sowohl für die Wege zum Dienst als auch bei dienstlich notwendigen Fahrten zu fördern. 7.5.1.1 Fuhrparkmanagement Aktuell befinden sich folgende Typen von Elektrofahrzeugen im städtischen Bestand: 15 PKW 1 Renault Van 10 Streetscooter 2 Kipper (Alke und AIXAN Mega) 36 Pedelecs 2 E-Lastenräder 1 Hybridfahrzeug 7.5.1.2 CO2-Kompensation von dienstlichen Flugreisen in der Stadtverwaltung Nicht vermeidbare dienstliche Flugreisen werden seit 2010 mittels Zahlungen an die gemeinnützige GmbH „atmosfair“ kompensiert (www.atmosfair.de). Die Gelder werden nach dem CDM Gold Standard in Projekte zur CO2-Einsparung in Entwicklungsländern investiert. In der unten stehenden Tabelle sind die jährlich geleisteten Kompensationsbeiträge der Stadtverwaltung Bonn dargestellt. Atmosfair reagierte 2019 auf eine zunehmende Zahl von Kritiken, die Kompensationsdienstleistungen als Ablasshandel oder Green Washing bezeichnen und bietet nach dem Klimaschutzgrundsatz "Vermeiden und Reduzieren vor Kompensieren" die Kompensation von Inlandsflügen nicht mehr an. Für Inlandsflüge gibt es in aller Regel eine alternative, wesentlich emissionsärmere Bahnverbindung.Seite 16 von 53 Seite 16 Jahr Anzahl Flüge Zahlung Euro CO2 kg 2010/2011 118 1.876,00 73.170 2012 63 962,00 35.240 2013 16 622,00 21.935 2014 53 1.371,00 53.690 2015 36 1.169,00 45.440 2016 75 1.652,00 63.814 2017 85 1.272,00 44.032 2018 58 1.409.00 54.924 2019 49 1.274,00 53.132 Abbildung 5: Übersicht der CO2-Kompensation mit atmosfair 2010-2019 7.5.2 Papieratlas Die Stadt Bonn verwendet für ihren Bedarf an Büro- und Kopierpapier in der Verwaltung zu 100 Prozent Recyclingpapier mit dem Blauen Engel, einem Güte- und Prüfsiegel für Papiere, die vollständig aus Altpapier hergestellt werden. Zum zehnten Mal in Folge wurde die Stadt für ihren Einsatz von und für Recyclingpapier mit dem Blauen Engel im Rahmen des bundesweiten Städtewettbewerbs „Papieratlas 2019“ ausgezeichnet. Sie gehört somit wiederum zu den „Recyclingpapierfreundlichsten Städten Deutschlands“. Die Sonderauszeichnung als „Mehrfachsieger“ wurde am 22. Oktober 2019 in Berlin von Bundesumweltministerin Svenja Schulze an Oberbürgermeister Sridharan übergeben. Die Herstellung von Recyclingpapier spart im Vergleich zu Frischfaserpapier rund 70 Prozent Wasser und 60 Prozent Energie. In Bonn wurden so in den vergangenen zehn Jahren über 58 Millionen Liter Wasser und über 11 Millionen Kilowattstunden Energie eingespart. Die eingesparte Menge an Wasser entspricht dem täglichen Trinkwasserbedarf von über 470.000 Bundesbürgern. Mit der eingesparten Energie könnten über 3.000 Drei-Personen-Haushalte ein Jahr lang versorgt werden. Die Höhe des Papierverbrauchs selbst geht in die Wertung für den Papieratlas nicht ein, wird jedoch von der Stadt ebenfalls erfasst. Die Verwaltung nutzt ausschließlich Recycling-Papier. In der Hausdruckerei kommt aufgrund bestimmter Druckerzeugnisse zu einem sehr geringen Anteil noch Frischfaser-Papier zum Einsatz. Zum Verbrauch in den Schulen ist anzumerken, dass diese regelmäßig informiert und gebeten werden, ihren Papierbedarf über den bestehenden Rahmenvertrag der Stadt zu decken. Die auf diesem Wege beschafften Papiermengen sind im Diagramm abgebildet. Die Schulen bestellen zum Teil jedoch auch dezentral – diese Mengen tauchen in den obenSeite 17 von 53 Seite 17 dargestellten Zahlen naturgemäß nicht auf. Für die Schulen existieren aufgrund dieser Praxis keine abschließenden Zahlen zum Gesamt-Verbrauch. Der im Diagramm erkennbare Anstieg seit 2013 ist demnach nicht notwendigerweise mit einem steigenden Verbrauch gleichzusetzen, sondern zeigt vielmehr an, dass die von der Stadt favorisierte zentrale Beschaffung in den Schulen seitdem wieder deutlich zunimmt. Abbildung 6: Papierverbrauch (Bonner Stadtverwaltung, Schulen, Hausdruckerei) 2010-2019 Während der äußerst geringe Einsatz an Frischfaserpapier und die Zunahme der zentralen Beschaffung an den Schulen positiv zu bewerten sind, bleibt dennoch festzustellen, dass der Gesamtpapierverbrauch der Stadt (Verwaltung, Druckerei und Schulen in Summe) trotz fortschreitender Digitalisierung noch nicht wesentlich gesunken ist. Der jährliche durchschnittliche Verbrauch (rote Linie) lag in den letzten zehn Jahren bei rund 37,5 Mio. Blatt. Abbildung 7: Papierverbrauch (summiert) 2010-2019 0 2.000.000 4.000.000 6.000.000 8.000.000 10.000.000 12.000.000 14.000.000 16.000.000 18.000.000 20.000.000 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 Blatt Papier (A4) Verwaltung Recycling Schulen Recycling Schulen Frischfaser Hausdruckerei Recycling Hausdruckerei Frischfaser 0 5.000.000 10.000.000 15.000.000 20.000.000 25.000.000 30.000.000 35.000.000 40.000.000 45.000.000 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018Seite 18 von 53 Seite 18 7.5.3 Postversand mit GoGreen Wie bereits seit 2009, nahm die Stadt Bonn auch 2019 als Partnerin am „GoGreen“-Programm der Deutschen Post DHL teil, mittels dem die CO2-Emissionen, die durch die Transport- Logistik beim Brief- und Paketversand entstehen, finanziell ausgeglichen werden. Die Investitionen der Kompensationsbeiträge erfolgt in internationale Klimaschutzprojekte nach dem im Kyoto-Protokoll verankerten Clean Development Mechanism nach dem zertifizierten Gold Standard. 2018 wurden 90,67t CO2 kompensiert. Das Zertifikat für 2019 lag zum Zeitpunkt der Berichtserstellung noch nicht vor. Das Projekt GOGREENRegional 2017, bei dem die Kompensationsbeiträge zur Förderung der emissionsarmen Zustellung verwendet wurden, lief als Pilotprojekt und wurde mit Ablauf des Jahres 2017 eingestellt. Abbildung 8: Gogreen-Zertifikat 2018 www.dpdhl.de/gogreen-projekteSeite 19 von 53 Seite 19 7.5.4 Azubi-Projekt „Klima- und Energiescouts“ Im Frühjahr 2018 startete das Deutsche Institut für Urbanistik das bundesweite Projekt „Kommunale Klima- und Energiescouts“. Ziel des Projekts war es, Auszubildende zu eigenen Klimaschutz-Aktivitäten zu befähigen, um so den Klimaschutzgedanken in die Verwaltung zu tragen. Die Bonner Stadtverwaltung beteiligte sich an dem Projekt. Initiiert durch die LSK und unterstützt vom Ausbildungsleiter der Stadt und einer Ausbilderin des Tiefbauamtes wurden zwei motivierte Auszubildende gefunden. Nach einem zweitägigen Einführungs-Workshop in Köln mit Azubis aus ganz Deutschland widmeten sich die beiden in ihrem Projekt den Energie-Einsparmöglichkeiten in der Kläranlage Duisdorf am Beispiel des Labor-Muffelofens. Sie ermittelten, dass durch bedarfsgerechte Aufheizung und Nutzung allein durch diese eine Maßnahme rund 300€ Stromkosten pro Jahr eingespart werden können. Abbildung 9: Titelbild der difu-Dokumentation Das Bonner Projekt schaffte es zwar nicht aufs Siegertreppchen im bundesweiten Wettbewerb. Es wird aber gemeinsam mit den weiteren 50 eingereichten Projekten in der Abschlussdokumentation vorgestellt. Die Dokumentation ist hier abrufbar: https://difu.de/12845Seite 20 von 53 Seite 20 7.5.5 Fortbildungsangebote für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Aufgabe der LSK ist auch, das Thema Klimaschutz und Klimaanpassung in die städtische Verwaltung zu tragen und Mitarbeitende zu informieren und motivieren, klimafreundlich zu handeln. Im Amt für Internationales und Globale Nachhaltigkeit beschäftigt sich gleichzeitig eine Koordinatorin mit dem Auftrag, zum Thema SDGs und Nachhaltigkeit in die Verwaltung zu wirken. Da Klimaschutz- und Energiefragen ein Teil der SDGs sind, wurde von beiden Ämtern eine gemeinsame Fortbildungsreihe konzipiert, die vor dem Hintergrund der Bonner Nachhaltigkeitsstrategie über einzelne Umsetzungsaspekte der SDGs in Bonn informiert. Bei der Organisation unterstützte des Personal- und Organisationsamt. Zwei Fortbildungsformate wurden angeboten: Die „Info-Lunches“ fanden zweimal monatlich statt. Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Fachbereichen informierten bei einem nachhaltigen Snack über ihren Arbeitsbereich und ihren Bezug zur Nachhaltigkeitsstrategie und den SDGs. Vorgestellt wurden auf diese Weise u.a. die Klimaschutzkampagne, die Fair Trade Town Bonn, die internationalen Projektpartnerschaften der Stadt, das Biostädte- Netzwerk, die Regionalagentur für Arbeitsmarktpolitik, das Solardachkataster u.a. Abbildung 10: Auszug aus dem Fortbildungsflyer 2019 Während der Sommerferien fanden statt der Lunches Exkursionen zu städtischen Nachhaltigkeitsorten statt. So wurden das Heizkraftwerk, die Zweiterstellung der SWB, der Südfriedhof oder die soziale Stadt Tannenbusch von Kolleginnen und Kollegen vor Ort vorgestellt. Die Reihe, insbesondere die Info-Lunches, wurde mit je bis zu 30 Teilnehmenden gut angenommen. Das informelle Format beförderte den Austausch untereinander und den Blick über den Tellerrand und wird daher auch 2020 mit neuen Themen aus der Nachhaltigkeitsstrategie fortgesetzt. Die Exkursionen erwiesen sich für viele Kolleginnen und Kollegen dagegen als zu aufwändig und werden in 2020 nicht wieder angeboten.Seite 21 von 53 Seite 21 7.6 Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit 7.6.1 Klimaschutzkampagne „Neu denken. Einfach handeln.“ Die städtische Klimaschutzkampagne steht seit 2019 unter dem Slogan „Neu denken. Einfach handeln. Gemeinsam fürs Klima.“ Die Kampagne, die sich an die gesamte Bonner Stadtgesellschaft richtet, hat zum Ziel, für den Klimaschutz vor Ort und im Alltag zu sensibilisieren und zu motivieren. Dabei will sie auch den persönlichen und gesellschaftlichen Mehrwert von lokalem Klimaschutz aufzeigen und auf diese Weise zum Mitmachen motivieren. Abbildung 11: Slogan der Klimaschutzkampagne Die Kampagne gliederte sich 2019 in drei Bausteine: 1. Eine Plakat- und Digitalkampagne zum Auftakt, die Bonnerinnen und Bonner vorstellt, welche in den vier Handlungsfeldern Energie, Mobilität, Konsum und Ernährung schon heute klimafreundlich handeln. Auf der städtischen Website werden die Menschen und ihre Aktivitäten näher vorgestellt. Tipps dazu was sich in der Stadt tut und wie man selbst aktiv werden kann, runden die Geschichten zum jeweiligen Handlungsfeld ab. 2. Gleichzeitig mit Veröffentlichung der Plakate wurden alle Bonnerinnen und Bonner eingeladen, ihr eigenes Foto und Statement zur Kampagne beizusteuern: bei verschiedenen Aktionstagen war der Mitmach-Stand der Kampagne vor Ort, um klima- aktive Bürgerinnen und Bürger für die Kampagne zu gewinnen 3. Auf der Website wurden die entstehenden Fotos eingepflegt. Auf diese Weise entstand nach und nach eine digitale Galerie, die dem Klimaschutz in Bonn viele Gesichter gibt und zahlreiche Anregungen für den eigenen Alltag bietet. www.bonn.de/klimaschutz Abbildung 12: Plakat- und Postkartenmotive der KlimaschutzkampagneSeite 22 von 53 Seite 22 Bei den Mitmach-Ständen waren Besucherinnen und Besucher aus und in Bonn eingeladen, Teil der Kampagne zu werden. Die verschiedenen Statements sollen zeigen, wie vielfältig Klimaschutz im Alltag sein kann und wie vielfältig auch die Menschen sind, die bereits klima- aktiv sind. Bei folgenden Festen und Veranstaltungen war der Mitmach-Stand zwischen Mai und Oktober vor Ort: Datum Anlass Ort Mittwoch, 15. Mai 2019 Info-Lunch für Mitarbeitende Stadthaus Samstag, 25. Mai 2019 Rad-Aktionstag und Auftakt Stadtradeln Marktplatz Sonntag, 26. Mai 2019 Tag der Artenvielfalt Botanischer Garten Samstag, 01. Juni 2019 & Sonntag, 02. Juni 2019 Museumsmeilenfest Vorplatz Kunstmuseum Mittwoch, 12. Juni 2019 „Klimaschutz macht Ah!“, s. 7.6.6 Haus der Bildung Samstag, 29. Juni 2019 Markt der Möglichkeiten im Rahmen der SDG-Tage 2019 Kult 41 Mittwoch, 03. Juli 2019 7. NRW -Nachhaltigkeitstagung WCCB Mittwoch, 03. Juli 2019 Abschlussfeier Stadtradeln Altes Rathaus Samstag, 06. Juli 2019 Tag der E-Mobilität Münsterplatz Mittwoch, 28. August 2019 Info-Stand vor der Kantine Stadthaus Dienstag, 03. September 2019 Info-Stand vor der Kantine Stadthaus Samstag, 28. September 2019 „Rundum Fair“ im Rahmen der Fairen Woche Münsterplatz Samstag, 12. Oktober 2019 Tag der Vereinten Nationen Marktplatz Mehr als dreihundert Personen beteiligten sich aktiv an der Kampagne. Mit zahlreichen weiteren Besucherinnen und Besuchern, die nicht abgelichtet werden wollten, konnten Gespräche zur Arbeit der LSK und zum Klimaschutz in Bonn geführt werden. Für ausführliche Informationen zu Kampagnenkonzeption, Reichweite und Kosten sei auf den Sachstandsbericht zur Kampagne verwiesen, der im November 2019 veröffentlicht wurde (Boris neu DS 190568).Seite 23 von 53 Seite 23 Abbildung 13: Beispiel-Bilder der Mitmach-Aktionen (© Marion Wilde / Bundesstadt Bonn)Seite 24 von 53 Seite 24 7.6.2 Tag der Elektromobilität Der Tag der Elektromobilität wird seit 2012 von der Initiative eSTART veranstaltet (siehe auch 7.4.1). 2019 fand er am 6. Juli auf dem Bonner Münsterplatz statt. Alle Energieversorger der Initiative präsentierten dort ein gemeinsames Programm mit Aktionen, Neuerungen und erstmals kurzen Fachvorträgen zu Themen wie Akku-Systeme, Umweltbilanz oder dem Nutzerverhalten der Zukunft. Gezielte Fragen beantworteten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unternehmen an ihren Beratungsständen und wiesen auf Förderprogramme hin. Die Energieversorger stellten Ladesäulen, Wallboxen und die eigenen Elektrofahrzeuge vor. Autohäuser präsentierten Fahrzeuge verschiedener Hersteller. Auch Elektroroller zogen viele Interessenten an. Für Kinder gab es einen E-Auto-Parcours. Jugendliche und Erwachsene übten sich im Segway-fahren. Alle Informationen zu den aktuellen Veranstaltungen von eSTART finden sich auf der Internetseite www.estartlive.de. Abbildung 14: Plakat-Motiv 2019Seite 25 von 53 Seite 25 7.6.3 Bonner Energietage Seit 2007 fand der Energietag jährlich als gemeinsame Veranstaltung von Stadt Bonn, SWB Energie und Wasser, Energieberatung der Verbraucherzentrale Bonn und seit 2012 auch der Bonner Energie Agentur statt. Auf dem Münsterplatz präsentierten sich dabei Unternehmen und Organisationen mit Infoständen und Fachvorträgen. Kernthemen waren Energieeinsparung, erneuerbare Energien und Förderprogramme. Zuletzt hatte das Interesse der Handwerks-Aussteller abgenommen. Zum Teil wurde angegeben, dass die Auftragslage sehr gut sei und deshalb auf solche Auftritte verzichtet werden könne. Aus diesem Grund wurde der Energietag 2018 und 2019 ausgesetzt. Die Veranstaltergemeinschaft erarbeitete ein neues Konzept, das aufgrund des zeitlichen Planungsvorlaufes ab 2020 umgesetzt werden soll. Künftig soll das Themenspektrum weiter gefasst werden als bisher: Zusätzlich zu den etablierten Themen sollen z.B. neue Wohnformen wie gemeinschaftliches, raumsparendes Wohnen, Quartiers-Carsharing, Ressourcen-Aspekte von Baustoffen, Smart Home u.a. präsentiert werden. Um die Neuausrichtung zu unterstreichen, soll die Veranstaltung künftig auf mehrere Tage und Teil-Veranstaltungen gestreckt werden, den Abschluss bildet der Besuchertag auf dem Münsterplatz. Der Untertitel „Aktionstage für energiebewusstes Bauen, Wohnen und Leben“ unterstreicht diese konzeptionelle Neurorientierung.Seite 26 von 53 Seite 26 7.6.4 Stadtradeln Bonn nimmt seit 2012 an der Kampagne STADTRADELN des Klima-Bündnis teil. Ziel der Kampagne ist, dass möglichst viele Bürger und Bürgerinnen in Teams um die Wette radeln und Radkilometer für den Klimaschutz sammeln. Die Auswertung durch das Klima-Bündnis erfolgt bundesweit. Die LSK übernimmt die Projektkoordination vor Ort. 2019 erradelten in Bonn mehr Aktive als jemals zuvor (3.174) so viele Kilometer wie noch nie (mehr als 602.000). Im Schnitt fuhr jede und jeder Teilnehmende im Aktionszeitraum circa 189 Kilometer. Am eigens für das Bonner STADTRADELN ausgerufenen Schulwettbewerb nahmen 32 Schulklassen aus acht Schulen teil. Die Klassenteams bestanden aus vier bis 28 Schülerinnen und Schülern. 314 Kinder und Jugendliche radelten so 27.000 Kilometer. Die fünf erfolgreichsten Teams gewannen einen Preis für die Klassenkassen. Die Schülerinnen und Schüler motivierten auch Lehrerkollegien, Eltern und Ehemalige, beim Stadtradeln mitzumachen. www.bonn.de/stadtradeln Abbildung 15: Preisträgerinnen und Preisträger von STADTRADELN 2019 (© Sascha Engst/ Bundesstadt Bonn)Seite 27 von 53 Seite 27 7.6.5 Klima-Fahrradtouren Die LSK bietet seit 2017 in Kooperation mit dem ADFC Fahrradtouren zu Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsprojekten in Bonn an. Die LSK wählt die Ziele aus und stellt Kontakte her, der ADFC plant die Streckenführung, überwiegend abseits der Hauptstraßen, und begleitet die Gruppen. Die erste Tour des Jahres 2019 führte am 18. Mai zu fünf Zielen: den Start bildete der Poppelsdorfer Weiher: Der Weiher gehört seit 2019 zum innerstädtischen Lehrpfad Artenvielfalt, den die Untere Naturschutzbehörde eingerichtet hat, um auf bedeutende Biotope mitten in der Stadt aufmerksam zu machen. Weiter ging es zur Grünen Spielstadt und den Internationalen Gärten in Dransdorf: Kräutergarten, Wildbienenbrutanlage und Kunstwerke in der Natur sind hier zu sehen, ebenso wie Gemüsefelder, die von Menschen aus 15 Ländern auf dem Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei beackert werden. Als nächste Station stellte die Solidarische Landwirtschaft Bonn/Rhein-Sieg sich vor, die eine faire biologische und lokale Lebensmittelversorgung zum Ziel hat. Auf der Kläranlage Salierweg erhielten die Teilnehmenden dann einen Überblick über eine moderne Abwasserbehandlungsanlage, bevor es zum Schluss noch zur Photovoltaik-Anlage an der Kennedybrücke ging, die seit 2011 in Betrieb ist. Die zweite Tour fand am 14. September 2019 mit 25 Teilnehmenden statt. Erste Station der Tour war das Feuerlöschboot der Berufsfeuerwehr Bonn. Von dort führte die Radtour zum Mehrgenerationenprojekt „Amaryllis“ in Vilich-Müldorf, wo rund 70 Menschen zwischen einem und achtzig Jahren in einer Wohngenossenschaft mit 33 Wohneinheiten am rechtsrheinischen Bonner Stadtrand leben. Dritte Station waren zwei Renaturierungsmaßnahmen am Vilicher Bach. Abbildung 16: Teilnehmende einer Klima-Fahrradtour 2019 (© C. Walter/ Bundesstadt Bonn)Seite 28 von 53 Seite 28 7.6.6 Klimaschutz macht Ah! „Klimaschutz macht Ah!“ fand in Kooperation mit den Deutschen Institut für Urbanistik und der Volkshochschule Bonn während der SDG-Tage am 12. Juni 2019 im Haus der Bildung statt – ein praxisnaher Info-Abend zum städtischen Grün für den Klimaschutz. In Impulsvorträgen und mit multimedialen Einblicken wurde zunächst gezeigt, welche Bedeutung städtisches Grün für das Klima hat. In einer interaktiven Diskussion mit Vertretern der LSK und des Amtes für Stadtgrün wurden konkrete Maßnahmen und Pläne der Stadt Bonn rund um das Thema Grün und Klimaschutz vorgestellt und mit dem Publikum diskutiert. Anschließend standen an Info-Ständen Initiativen und städtische Vertreterinnen und Vertreter für Gespräche und Vernetzung bereit. Hier konnten die Besucherinnen und Besucher erfahren, wie sie selbst aktiv werden können: AG Grüne Infrastruktur: Grüne Inseln Bonn im Wandel: Bonn blüht und summt Stadtfrüchtchen: Miet-Hochbeete / Urban Gardening Untere Naturschutzbehörde: Lehrpfad Artenvielfalt in der Stadt Amt für Stadtgrün: städtische Urban Gardening-Angebote Leitstelle Klimaschutz: Klimaschutzkampagne und Klimaanalyse-Karten Abbildung 17: Klimaschutz macht Ah! (© Marion Wilde / Bundesstadt Bonn)Seite 29 von 53 Seite 29 7.6.7 Dicker Pulli-Tag Initiiert durch einen Bürgerinnenantrag wird am 7. Februar 2020 erstmals in Bonn der „Dicker- Pulli-Tag“ stattfinden - ein Aktions- und Informationstag zum Thema Klimaschutz und Energieeffizienz. An diesem Tag sollen in Bildungseinrichtungen, Büros und Privathaushalten die Heizungen um mindestens ein Grad heruntergeregelt – bei Bedarf gleicht ein dicker Pulli das Minus aus. Die Verwaltung wurde von der Politik im Juni 2019 beauftragt, diesen Tag zu unterstützen, indem bei städtischen und internationalen Einrichtungen für die (freiwillige) Teilnahme geworben wird. Im Juni und Juli 2019 fanden zwei Abstimmungsgespräche zwischen LSK, Schulamt, Amt für Kinder, Jugend und Familie, Amt für Internationales und Globale Nachhaltigkeit, SGB sowie Personalrat statt. Im Anschluss wurde ein Schreiben von Oberbürgermeister Sridharan als Schirmherr des Tages versandt, welches zur Teilnahme am Tag einlädt. Angeschrieben wurden alle Bonner Schulen und Kindertageseinrichtungen, Jugend- zentren und Spielhäuser sowie zahlreiche internationale und Wissenschaftsorganisationen. Zudem wurde der Tag im Rahmen der städtischen Netzwerkveranstaltung „Umwelt, Klima, Nachhaltigkeit – Schule trifft Verwaltung“ am 6. November von der LSK gemeinsam mit der Initiatorin vorgestellt. Die LSK koordiniert die Teilnahme aller interessierten städtischen Stellen. Mehr als 30 Schulen und Kitas haben sich bis Ende 2019 zur Teilnahme angemeldet, nicht nur mit einer Absenkung der Temperatur, sondern auch mit Unterrichtseinheiten, Aktionen und Spielen rund um Klimaschutz und Energie. Darüber hinaus ist in Kooperation mit der Bonner Energie Agentur und der Verbraucherzentrale NRW ein Rahmenprogramm im Stadthaus zum Aktionstag geplant. www.dicker-pulli-tag-bonn.de (Website der Initiatorin) Abbildung 18: Logo Dicker-Pulli-Tag © Lukas ZimmermannSeite 30 von 53 Seite 30 7.6.8 Weitere Vernetzungsaktivitäten Neben den Ständen und Veranstaltungen zur Öffentlichkeitsarbeit verfolgte die LSK das Ziel, sich noch weiter mit Akteuren in Bonn sowie mit Klimaschutz-Kolleginnen und -Kollegen aus anderen Kommunen auszutauschen, zu vernetzen und mögliche gemeinsame Aktivitäten auszuloten. Die wesentlichen Termine waren die folgenden: Projektauftakttreffen „TeRRIFICA“ (Wissenschaftsladen Bonn, 6. Januar 2019): Gastvortrag LSK Hitzevorsorge in urbanen Räumen (BBSR Bonn, 21./22. März 2019): Vortrag LSK 24. Deutscher Fachkongress für kommunales Energiemanagement (Wiesbaden, 1. /2. April 2019): Teilnahme LSK Auftaktveranstaltung zur Hitzeaktionsplanung (Stadtverwaltung Köln, 23. Mai 2019): Teilnahme LSK ICLEI Resilient Cities Conference (Bonn, 26.-28. Juni 2019): Vortrag, Infostand und Teilnahme LSK IHK-Freitagswerkstatt (Bonn,05. Juli 2019): Vortrag LSK Forum Klimafolgenanpassung in Großstädten (LANUV Duisburg, 4. September 2019): Teilnahme LSK Vernetzungstreffen Deutsche Anpassungsstrategie (BBSR Bonn, 17./18. September 2019): Teilnahme LSK Nachhaltigkeits-Barcamp (Bonn, 27. September 2019): Teilnahme und Sessionangebot LSK Stadtteilkonferenz Lannesdorf/Obermehlem (02. Oktober 2019): Teilnahme Thementisch „Umwelt & Klima“ LSK Praxiswerkstatt Solare Stadt (Bonn, 8. Oktober 2019) Kooperationsveranstaltung EUROSOLAR, LSK, SWB, BEA) zur Vernetzung von Kommunen zu dem Thema Partnertag der Bonner Energie Agentur (St. Augustin 9. Oktober 2019): Teilnahme LSK Podiumsdiskussion „Klimaschutz (nicht nur) in Bonn“ (bpb Bonn, 14. Oktober 2019): Teilnahme Podiumsdiskussion LSK Internationale Gästegruppe der Bundesregierung (Altes Rathaus Bonn, 18. Oktober 2019): Vortrag LSK Internationales Frauenfrühstück (IFZ Bonn, 9. November 2019): Vortrag LSK Werkstatt gemeinsam für ein besseres Stadtklima in Bonn (Volksbank Bonn, 14. November 2019): Vortrag LSK Kommunaler Erfahrungsaustausch der EnergieAgentur NRW zu European Energy Award und CO2-Bilanzierung (Wuppertal, 18. November 2019): Teilnahme LSK Bonn Symposium „Mit Nachhaltigkeit überzeugen“ (sef Bonn, 27./28. November 2019): Teilnahme LSK FONA Konferenz Zukunftsstadt (Münster, 2./3. Dezember 2019): Infostand, Impulsvortrag und Moderation Arbeitsgruppe LSK Zukunft Bau Kongress 2019 (Bonn, 3./4. Dezember 2019): Teilnahme LSKSeite 31 von 53 Seite 31 7.7 Umweltbildung / BNE 7.7.1 Netzwerk „Schule trifft Verwaltung“ Verschiedene Abteilungen des Amtes für Umwelt, Verbraucherschutz und Lokale Agenda bieten für Schulen Informationen und Projekte im Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit an. Dazu gehören z.B. Kindermeilen (LSK), der Paper Angels-Wettbewerb (Lokale Agenda Büro), Projekte zur Biodiversität (Untere Naturschutzbehörde) und Ernährung (Biostadt Bonn). Gleichzeitig stellen die Abteilungen im Gespräch mit Lehrerinnen und Lehrern oft fest, dass viele solcher städtischen Angebote in den Schulen noch zu wenig bekannt sind. Im Frühjahr 2019 hat die LSK daher eine Netzwerkveranstaltung ins Leben gerufen. Zielgruppe sind die Schulleitungen und alle Lehrkräfte, die sich an ihrer Schule mit den Themen Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Fairer Handel, Ernährung oder Biodiversität beschäftigen oder dies in Zukunft tun möchten. Das Netzwerk dient dazu, städtische Angebote und schulische Bedürfnisse miteinander abzugleichen, die Kooperation zwischen Umweltverwaltung und Schulen zu intensivieren und den Lehrkräften eine Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch zu bieten. Mit Unterstützung des Schulamtes wurden alle Bonner Schulen zur Auftaktveranstaltung „Umwelt, Klima, Nachhaltigkeit - Schule trifft Verwaltung“ am 27. März 2019 ins Alte Rathaus eingeladen. Das Regionale Bildungsbüro sowie Abenteuer Lernen e.V. als Regionalzentrum Bildung für Nachhaltige Entwicklung waren ebenfalls eingeladen. Aktuelle städtische Projekte und Angebote mit Fokus Schule wurden vorgestellt; ebenso präsentierten einige Schulen ihre Maßnahmen oder AGs im o.g. Themenbereich. Ideen und Wünsche für zukünftige Netzwerktreffen wurden festgehalten. Abb. 19: Workshop-Auszug „Schule trifft Verwaltung“ (© Marion Wilde / Bundesstadt Bonn) Am 6. November 2019 fand die zweite Netzwerkveranstaltung im Stadthaus statt. Der Fokus lag diesmal auf der Planung des Dicker-Pulli-Tages sowie auf der Vorstellung der Aktivitäten der Biostadt Bonn. Des Weiteren nahmen auch Vertreter außerschulischer Bildungsanbieter teil, um Angebote vorzustellen. Die Veranstaltungen waren mit jeweils mehr als 30 Teilnehmenden von rund 20 Schulen gut besucht. Ein kontinuierlicher Austausch war von den Teilnehmenden sehr gewünscht, so dass die LSK auch künftig zweimal jährlich ein Treffen veranstalten will.Seite 32 von 53 Seite 32 7.7.2 Workshops „Mission Über-Morgen“ Vom 28. Juni bis 02. Juli 2019 fanden in der Brotfabrik die Projekttage „Mission Über-Morgen“ für Schülerinnen und Schüler der 5. bis 8. Klasse statt. Die LSK wurde angefragt, hier einen Impulsvortrag für Alle zu geben sowie einen von sechs parallelen Workshops mit täglich wechselnden Kleingruppen durchzuführen. Die LSK konzipierte einen Kreativ-Workshop, in dem die Kinder und Jugendlichen ihre eigenen Klimaschutz-Botschaften und Plakate entwickelten. Zur Einführung wurde Kampagnenwissen vermittelt und gemeinsam Ideen für Klimaschutz im Alltag gesammelt, bevor die Kinder und Jugendlichen ihre eigenen Plakate erstellten. An den drei Projekttagen nahmen rund 220 Kinder teil. Abbildung 20: Workshop Mission ÜberMorgen (© Marion Wilde/ Bundesstadt Bonn)Seite 33 von 53 Seite 33 7.7.3 Klimareise Die Klimareise - ein Exkursionstag für Schulklassen zu Organisationen und Unternehmen, die klimafreundliche Akzente setzen - findet seit 2015 in Bonn statt. Auf Initiative der LSK wurde das Projekt gemeinsam mit fünf nordrhein-westfälischen Städten als Projekt für kommunale Klimaschutzthemen entwickelt. Seitdem wird es jährlich zeitgleich in den teilnehmenden Kommunen durchgeführt. Zweimal jährlich finden Planungs- und Austauschtreffen statt, seit 2015 sind weitere Kommunen als Ausrichter hinzugekommen. In Bonn war 2019 eine neunte Klasse von Bonns Fünfter Gesamtschule unterwegs. Zur Vorbereitung wurde von der LSK eine Unterrichtseinheit zu „Klimaschutz, Treibhauseffekt, nachhaltig leben“ organisiert. Ein Weltverteilspiel, ein CO2-Quiz und die Erstellung eigener CO2-Fußabdrücke vermittelten viele Informationen zum Thema. Die Klimareise selbst wurde klimafreundlich mit dem Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln absolviert. Erste Station war der Wissenschaftsladen Bonn. Dieser informierte die Kids über grüne Berufe und Internetplattformen, über die man weitere Details finden kann. Zum Abschluss durften alle am Tablet oder Smartphone das serious game „Serena Supergreen“ spielen, welches für die Berufsbildung konzipiert wurde. Die Müllverwertungsanlage Bonn war die zweite Reisestation. Hier lernte die Gruppe Wissenswertes über den Konzern Stadtwerke, die Sparte Müllverwertung und die Abfallarten. Neu war für die Schülerinnen und Schüler, dass der Dampf aus der Müllverwertung genutzt wird, um dort Strom und Fernwärme zu produzieren. Abbildung 21: Teilnehmende der Klimareise 2019 (© Claudia Walter/Bundesstadt Bonn)Seite 34 von 53 Seite 34 7.7.4 Kindermeilen Bonn beteiligt sich seit 2017 an der Kampagne „Kindermeilen“ des Klima-Bündnisses. Kinder aus ganz Europa machen sich dabei auf eine symbolische Reise, auf der sie sich ein bis vier Wochen lang mit den Themen nachhaltige Mobilität und Klima befassen und versuchen, ihre Alltagsstrecken zu Fuß, mit dem Rad, Roller oder ÖPNV zurückzulegen. Dafür erhalten sie symbolische Grüne Klimameilen, die europaweit gesammelt und jährlich bei der Weltklimakonferenz an die Politik übergeben werden. Die LSK unterstützt die Aktion durch die Projektkoordination vor Ort, entsprechende Informationen an die Bonner Schulen und die Übernahme der Kosten für die Arbeitsmaterialien, die vom Klima-Bündnis bezogen werden können. 2019 beteiligten sich 15 KiTas und Grundschulen mit insgesamt 1.736 Kindern, dies ist wiederum eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr. 25.462 Bonner Meilen konnten an das Klima-Bündnis übergeben werden. Europaweit sammelten mehr als 200.000 Kinder aus 13 Ländern mehr als 3,2 Millionen Meilen. www.kindermeilen.de 7.7.5 Weitere Aktivitäten in und mit Bildungseinrichtungen Tagung „Klimaschutz in Schule und Kommune“ (Dortmund, 21. März 2019): Teilnahme LSK Jugend- und Azubitag der Stadt Bonn (11. Juni 2019): Vortrag und Diskussion LSK Jugendklimawerkstatt an der Friedrich-Ebert-Stiftung (Bonn, 03. Juli 2019): Teilnahme Expertengespräch Projektwoche Hardtberggymnasium (Bonn, 9. Juli 2019): Vortrag und Diskussion LSK Workshop Umwelt & Nachhaltigkeit des BIM e.V. (Bonn, 16. Juli 2020): Vortrag Diskussion, Ideensammlung mit Schülerinnen und Schülern Seminar Hochschule Bonn-Rhein-Sieg IZNE - Wirtschaftswissenschaften (Bonn, 5. Dezember 2019): Gastvorlesung LSK Social Media Workshop der EU Kommission zu Umwelt und Klima für Schülerinnen und Schüler (Bonn, 09. Dezember 2019): Vortrag LSK Seminar Uni Bonn - Geographie (Bonn, 12. Dezember 2019): Gastvorlesung LSKSeite 35 von 53 Seite 35 8 Projekte und Maßnahmen im Bereich Klimaanpassung Im Jahr 2019 konnten die Projekte „ZURES“, „KliMoPrax“ und „Regionale Klimawandel- vorsorgestrategie“ wie vorgesehen abgeschlossen werden. 2019 wurde im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie – „Kommunale Leuchtturmvorhaben“ ein Antrag auf die Förderung des Projektes „mutabor“ gestellt. 8.1 Überblick Der im Integrierten Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept der Stadt Bonn definierte Bedarf nach Planungsgrundlagen für stadtklimatische Belange konnte über das Projekt „ZURES“ mit der Fertigstellung der gesamtstädtischen Klimaanalyse (2018) sowie einer darauf basierenden Planungshinweiskarte (2019) gedeckt werden. Mit diesen öffentlich verfügbaren und für gesamtstädtische Analysen außergewöhnlich hochaufgelösten Karten wurden Planungsgrundlagen geschaffen, welche bereits regelmäßig im Zuge der Bauleitplanung genutzt werden. Auch bei der Bewertung der für die Wohnbaulandaktivierung zur Disposition stehenden Flächen oder bei der Kommentierung zur Überarbeitung des Regionalplans Köln finden sie Verwendung. Die der Verwaltung für Ihre stadtklimatischen Ersteinschätzungen zur Verfügung stehenden Grundlagen haben sich durch die ZURES-Ergebnisse erheblich verbessert. Die entwickelte Planungshinweiskarte bewertet die bioklimatische Bedeutung der Freiflächen sowie die bioklimatische Situation der Siedlungsbereiche und gibt dementsprechende Empfehlungen für die weitere (potenzielle) Entwicklung. Eine der Kategorien ist mit der Empfehlung „Detailgutachten erforderlich“ versehen. Diese zusätzlichen Gutachten können zudem dann erforderlich werden, wenn mit baulichen Entwicklungen enorme Nutzungsintensivierungen verbunden sind. Um solche Detailgutachten perspektivisch in der Verwaltung selbst erarbeiten zu können, beteiligte sich die Stadt Bonn am 2019 beendeten Projekt „KliMoPrax“ unter Federführung des difu. Es stellte sich jedoch ein über die geförderte Laufzeit hinausgehender Entwicklungsbedarf des im Mittelpunkt des Projektes stehenden Stadtklimamodells hinaus, weshalb eine weitere Projektphase beantragt und auch bereits bewilligt wurde. Die Stadt Bonn wird sich an dieser weiteren mehrjährigen Projektphase nicht mehr aktiv beteiligen, die Entwicklung jedoch verfolgen. Um basierend auf den über ZURES generierten differenzierten Erkenntnissen auf eine Reduktion von Wärmebelastungen bzw. die Vermeidung einer weitergehenden Intensivierung im Zuge des Klimawandels hinzuwirken, beantragte die Leitstelle Klimaschutz die Förderung des Projektes „mutabor“ im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie – Kommunale Leuchtturmvorhaben des Bundesumweltministeriums. Dieser Projektantrag beinhaltet eine gesamtstädtische Potenzialermittlung für Maßnahmen zur Hitzereduktion, eine Modellierung der entsprechenden Effekte sowie die Erarbeitung einer Strategie, um die Umsetzung der Potenziale voranzubringen. Das Projekt ISKAS (siehe 8.5) wendet sich ebenfalls an die kommunale Verwaltung, insbesondere (Stadt-)Planer. Ihnen soll durch ein Online-Informationssystem einSeite 36 von 53 Seite 36 niederschwelliges Angebot zur Verfügung gestellt werden, um Effekte von Maßnahmen(-Kombinationen) zur Klimaanpassung in verschiedenen Bebauungsstrukturen selbst modellieren zu können. Kommunen stehen auch im Fokus eines weiteren Projektes: Zur Stärkung der Resilienz der Region wurde eine Regionale Klimawandelvorsorgestrategie entwickelt (siehe 8.6). Die dort gewonnenen Erkenntnisse werden auch in die Neuaufstellung des Regionalplans eingespeist. Schließlich beteiligt sich die Stadt Bonn an einem Projekt, das sich insbesondere an die Öffentlichkeit wendet (siehe 8.7): Unter Federführung des Wissenschaftsladens werden verschiedene an Bürgerinnen und Bürger, aber auch an Studierende gerichtete Formate erprobt. Die Stadt will durch ihre Beteiligung einen Beitrag zur Sensibilisierung und Information zum Themenspektrum Stadtklima/ Klimawandel leisten. 8.2 ZURES - Zukunftsorientierte Vulnerabilitäts- und Risikoanalyse als Instrument zur Stärkung der Resilienz von Städten und urbanen Infrastrukturen Wie geplant wurde das Projekt ZURES Ende August 2019 für den Projektteil der Stadt Bonn abgeschlossen. Nachdem die gesamtstädtische Klimaanalyse 2018 fertiggestellt worden war, wurde im Jahr 2019 die Planungshinweiskarte fertiggestellt, am 10. Oktober dem Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz präsentiert und veröffentlicht. Die Planungshinweiskarte basiert auf den Ergebnissen der Klimaanalysekarte und bewertet die für die Freiflächen und Siedlungsräume ermittelte bioklimatische Bedeutung bzw. Situation. Entsprechend dieser Einteilung werden Empfehlungen für die weitere Entwicklung der Flächen formuliert. In den Klassen der „sehr hohen bioklimatischen Bedeutung“ sowie der „sehr ungünstigen bioklimatischen Situation“ empfiehlt die Planungshinweiskarte von einer (weiteren) baulichen Entwicklung und Verdichtung abzusehen. Für alle anderen Klassen werden entweder direkte Maßnahmen oder die vorherige Erstellung eines Detailgutachtens empfohlen. In gleicher Sitzung wie die Planungshinweiskarte wurden auch die Ergebnisse der im Sommer 2018 durch die Universität der Vereinten Nationen (UNU) durchgeführten Haushaltsbefragung zum Hitzeempfinden in Bonn vorgestellt. Die Befragung fand als freiwillige Zusatzleistung der UNU in der Innenstadt von Bonn Bad-Godesberg sowie in der Bonner Altstadt (statistischer Bezirk: „Vor dem Sterntor“) statt. Diese Bereiche wurden ausgewählt, da in Ihnen statistische Bezirke mit extremer Wärmebelastung in sommerlichen Hochdruckwetterlagen liegen. An der Haushaltsbefragung nahmen insgesamt 688 Personen teil.Seite 37 von 53 Seite 37 Abbildung 22: Auszug aus der Planungshinweiskarte (Nacht) Zum Projektende wurde zudem ein Projekt-Kurzfilm fertiggestellt und veröffentlicht. Ein Abschluss- und Validierungsworkshop fand an der Universität Stuttgart am 15. und 16. Oktober unter Beteiligung der LSK statt. Alle genannten Ergebnisse (Klimaanalyse, Planungshinweiskarte, Zusammenfassung der Ergebnisse der Haushaltsbefragung, Kurzfilm) sind auf www.bonn.de/zures verfügbar. 8.3 Projektskizze mutabor - Mikroskalige Untersuchung und Aktivierung der technischen und planerischen Anpassungs- kapazität der Stadt Bonn zur Reduzierung des Hitzestresses Im Kontext der Deutschen Anpassungsstrategie (DAS) fördert das BMU Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Die Stadt Bonn reichte dort zum 31.10.2018 im Förderschwerpunkt 3 „Kommunale Leuchtturmvorhaben“ im Rahmen der ersten Stufe der Antragstellung eine Projektskizze mit dem Akronym „mutabor“ ein (Boris alt DS 1813046). Die Federführung des skizzierten Projektes liegt bei der LSK. Weitere Projektpartner sind die Firma GEO NET Umweltconsulting GmbH aus Dresden sowie Berchtoldkrass space & options (Raum-& Stadtplanung) aus Karlsruhe. Ziel von mutabor ist es, aufbauend auf den Ergebnissen des Forschungsvorhabens ZURES, gesamtstädtisch und gleichzeitig räumlich hochaufgelöst das volle technische und planerische Potenzial von Maßnahmen zur Klimaanpassung (Dach- und Fassadenbegrünung, Entsiegelung etc.) zu ermitteln und deren Wirkung anschließend mikroskalig zu modellieren. Auf diese Weise kann zum einen der Effekt bei der Aktivierung sämtlicher ermittelter Potenziale auf gesamtstädtischer Ebene dargestellt werden. Zum anderen können fundierteSeite 38 von 53 Seite 38 Aussagen und Entscheidungsgrundlagen zur lokalspezifischen Realisierbarkeit und Effektivität von Maßnahmen geliefert werden. Ein zweiter wesentlicher Bestandteil von mutabor ist die Darstellung der Vorgehensweise zur tatsächlichen Erschließung der Potenziale. Hierzu wird eine handlungsorientierte Strategie entwickelt, die aufzeigt, welche Kombination aus planerischen Möglichkeiten, Förderprogrammen, finanziellen Anreizen und zusätzlichen Angeboten (wie Information und Beratung) für Bonn geeignet ist, um einen wesentlichen Beitrag zur Aktivierung der ermittelten Potenziale zu leisten. Im Rahmen des zweistufigen Auswahlverfahrens wurde zum 31.10.2018 eine Projektskizze eingereicht. Diese wurde durch den Projektträger ZUG positiv bewertet und als grundsätzlich förderfähig eingestuft. Die Projektpartner wurden daher durch den Projektträger zur Einreichung eines Vollantrags zum 15.06.2019 aufgefordert. Eine Bewilligung des Projektes steht noch aus, eine Rückmeldung wurde zum Frühjahr 2020 in Aussicht gestellt. 8.4 KliMoPrax – Klimamodelle für die Praxis Im Rahmen der Fördermaßnahme „Stadtklima im Wandel“ beteiligte sich die Stadt Bonn, intern koordiniert durch die LSK, am BMBF-geförderten Projekt KliMoPrax– Klimamodelle für die Praxis. Im Rahmen dieses Projektes wird ein hochauflösendes Stadtklimamodell PALM4U zur Anwendung direkt in der Fachverwaltung entwickelt, damit künftig auch die Kompetenz zur Erstellung von Detailgutachten/ Variantenvergleichen in der Fachverwaltung abgebildet werden kann. 2019 endete die Laufzeit des Projektes. Die Abschlussveranstaltung, an der auch die LSK beteiligt war, fand am 14. März 2019 im Deutschen Fußballmuseum Dortmund statt. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte ein Prototyp des Stadtklimamodells PALM4U entwickelt und in ersten Testläufen erprobt werden. Es zeigte sich jedoch, dass bis zur Anwendungsreife des Modells noch weitere Entwicklungsarbeit geleistet werden muss. Daher wurde zur Weiterentwicklung von PALM4U eine zweite Projektphase beantragt und seitens des BMBF bewilligt. Unter dem Akronym „propolis“ wird das Projekt bereits weitergeführt, die Stadt Bonn beteiligt sich jedoch nicht mehr aktiv an dieser Phase. https://uc2-klimoprax-useuclim.org/klimoprax/ 8.5 ISKAS – Informationssystem für klimaangepasste Stadtplanung Gemeinsam mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein- Westfalen (LANUV) sowie dem Deutschen Wetterdienst (DWD) beteiligt sich die Stadt Bonn an der Entwicklung eines Informationssystems für klimaangepasste Stadtplanung in NRW (ISKAS). Bezogen auf verschiedene Bebauungstypen wird ISKAS den Anwenderinnen und Anwendern aufzeigen, wie sich ausgewählte Kombinationen von Klimaanpassungsmaßnahmen in Verbindung mit Nachverdichtung auf die Temperaturen auswirken. In 2019 erfolgte die Vorstellung des Entwicklungsstandes bei der Konferenz „Hitzevorsorge in urbanen Räumen“ (BBSR Bonn, 21./22. März 2019). Dort anwesende Kommunalvertreter undSeite 39 von 53 Seite 39 -vertreterinnen gaben Anregungen zur Weiterentwicklung des Tools, welche durch den Deutschen Wetterdienst dokumentiert, später ausgewertet und soweit praktikabel umgesetzt wurden. Zudem fanden in 2019 weitere Arbeiten zur grafischen Optimierung des Tools sowie der Anwenderfreundlichkeit statt. https://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/klimaforschung/klimawirk/stadtpl/projekt_bonn/stadtpl_b onn_node.html 8.6 Regionale Klimawandelvorsorgestrategie (KWVS) Die Stadt Bonn war über die LSK in der Steuerungsgruppe für die KWVS vertreten. Bei der KWVS ging es darum, die relevanten Akteure (v.a. die Kommunen) im Region Köln/Bonn e.V. für den präventiven Umgang mit dem Klimawandel als integrierte Betrachtung von Klimaanpassung und Klimaschutz zu sensibilisieren. Ihnen sollten auf Basis regionaler Analysen fachliche und methodische Argumentations- und Entscheidungshilfen zur Verfügung gestellt werden, um sie zu befähigen die Relevanz des Klimawandels v.a. in räumlich- planerischen Konzepten zu unterstreichen und darüber letztlich die Resilienz der Region zu stärken. Die Analysen für die KWVS wurde wie auch die Klimaanalyse aus dem Projekt ZURES durch das Gutachterbüro GEO-NET gemäß der VDI Richtlinie „Klima- und Lufthygienekarten für Städte und Regionen“ erstellt. Beide Analysen sind daher weitestgehend kompatibel, Unterschiede begründen sich z.B. in der unterschiedlichen Auflösung sowie den verwendeten Eingangsdaten für die Modellierung. Am 5. Juni wurden die Ergebnisse der Regionalen Klimawandelvorsorgestrategie (KWVS) bei der öffentlichen Projekt-Abschlussveranstaltung in Leverkusen präsentiert. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden in Form einer Praxishilfe aufbereitet und zusammen mit den Analyse- Ergebniskarten sowie der Planungshinweiskarte zum 30. September 2019 fertiggestellt und auf der Projekthomepage veröffentlicht. Die Ergebnisse der Klimawandelvorsorgestrategie sollen auch in die Überarbeitung für den Regionalplan Köln einfließen. https://www.klimawandelvorsorge.de 8.7 KlimNet – Stadt und Land im Fluss Im Projekt KlimNet – Stadt und Land im Fluss geht es darum, die Zivilgesellschaft für die Klimaanpassung in ihrer Stadt zu sensibilisieren und zur Beteiligung zu aktivieren. 2019 wurden im Rahmen von KlimNet federführend durch den Wissenschaftsladen Bonn verschiedene Veranstaltungsformate organisiert. Bei einigen war die LSK aktiv beteiligt: Klimawandel – Grüne Inseln gegen Hitze (19. Februar, Wissenschaftsladen Bonn): Diskussionsbeitrag (Vertreter der LSK) Projekttage im Hardtberggymnasium zu Hitze in Bonn (9.-11. Juli, Hardtberggymnasium): Vortrag und Diskussionsrunde (Vertreter LSK) Werkstatt gemeinsam für ein besseres Stadtklima in Bonn (14. November, Volksbank Bonn): Vortrag mit Diskussion (Vertreter der LSK) www.klimalandschaften-nrw.deSeite 40 von 53 Seite 1 von 13 Anlage zum Bericht zu Klimaschutz und Klimaanpassung Sachstand der Maßnahmen aus dem Integrierten Klimaschutz- und Klimafolgenanpassungskonzept (2013) vorgelegt von der Leitstelle Klimaschutz im Amt für Umwelt, Verbraucherschutz und Lokale Agenda der Stadt Bonn (Stand der Maßnahmen: 31.12.2019)Seite 41 von 53 2 Maßnahmen im Bereich kleine und mittlere Unternehmen Nr. Maßnahme Sachstand KMU 1 Klimaallianzen zwischen der Stadt Bonn und ansässigen Unternehmen Anfang 2017 wurde das Büro Gertec beauftragt, Inhalt und Umfang der KMU-Maßnahmen 1-4 sowie den zur Umsetzung erforderlichen Aufwand detaillierter zu analysieren und darzustellen (DS-Nr. 1612280). Darauf folgte ein Workshop am 12.07.2018 (DS-Nr. 1910522), sowie 2019 eine Umfrage bei Unternehmen, um ein umfassenderes Bild über die Bedarfe und relevanten Themen zu erhalten. Anfang 2020 wird der Ergebnisbericht auf der Grundlage der Umfrage erwartet. KMU 2 Aufbau eines Netzwerkes für das Thema "Kälte in Unternehmen" KMU 3 Ausbau eines niederschwelligen Energieeffizienz- beratungsangebotes für KMU KMU 4 Serviceangebot für Nutzerprojekte in Unternehmen KMU 5 Erstellung eines Energiekostenspiegels für Büro- und Gewerbeimmobilien Im Jahr 2015 hatte die Recherche, ob die vorliegende Büromarktstudie um die Energiekosten erweitert werden kann, ergeben, dass es nach damaligem Kenntnisstand keine Möglichkeit einer belastbaren Abschätzung der Energieverbräuche auf der Grundlage der in der Büromarktstudie qualitativ erfassten Merkmale gab (DS-Nr. 1510263NV4). Die Maßnahme wurde nicht weiterverfolgt, da andere Varianten der Erfassung der Energieverbräuche, bzw. -kosten mit erheblichem Aufwand verbunden wären. Die Ergebnisse eines Forschungsprojektes des IWU zum Thema „Primärdatenerhebung Nichtwohnungsbau“ (Laufzeit 2015 -2020) werden abgewartet, um möglicherweise darauf aufbauen zu können. KMU 6 Umsetzung und Bekanntmachung von Leuchtturmprojekten in KMU Die IHK Bonn/Rhein-Sieg hat im Jahr 2014 eine Broschüre über energetische Leuchttürme veröffentlicht: https://www.ihk-bonn.de/fachbereiche/innovation-und-umwelt/energie/broschuere-energetische-leuchttuerme.html Die IHK Bonn/Rhein-Sieg beteiligt sich gemeinsam mit dem Bundesverband der Energieabnehmer e.V. (VEA) an der bundesweiten „Initiative Energieeffizienz-Netzwerke“ mit zwei Energieeffizienznetzwerken: https://www.ihk-bonn.de/innovation-und-umwelt/energie/regionales-energieeffizienznetzwerk-bonnrhein-sieg.html Ziel ist es, im Rahmen des Netzwerks eine Steigerung der Energieeffizienz in Unternehmen zu erzielen. Zudem gab es im Jahr 2019 erstmals eine Veranstaltungsreihe der IHK zum Thema Ressourceneffizienz, bei der ebenfalls vorbildliche Projekte gezeigt wurden.Seite 42 von 53 3 Verwaltungsbezogene Maßnahmen Nr. Maßnahme Sachstand V 1 Intracting in der Stadtverwaltung Nach Aussage des SGB im Jahr 2014 führt ein Intractingmodell nicht zu mehr Investitionen in Energiesparmaßnahmen, da Geld und Personal und nicht Strukturen die limitierenden Faktoren sind. Zudem gibt es laut Energiemanagement des SGB bei den städtischen Liegenschaften kein Potenzial für ein Einsparcontracting und damit auch keine Grundlage für ein Intracting. V 2 Ausbau des städtischen Energiemanagements und Projekt zur Mitarbeitereinbindung Aufgrund der Haushaltslage gab es nach Aussage des SGB im Jahr 2014 keinen Spielraum für personelle Erweiterungen und Verstärkungen (Diskussion im Zusammenhang mit Personal für die eigene Durchführung von Maßnahmen versus Contracting / siehe Punkt V 1). 2017 wurde der Geschäftsbereich Energiemanagement aufgelöst und ist mittlerweile als Team der Abteilung Neubau untergeordnet. V 3 Internes Marketing für Klimaschutz innerhalb der Verwaltung Im Rahmen der Klimaschutzkampagne „Neu denken. Einfach handeln. Gemeinsam fürs Klima.“ und vor dem Hintergrund der ersten Bonner Nachhaltigkeitsstrategie gab es im Jahr 2019 eine interne Fortbildungsreihe zu diversen Themen aus dem Bereich Klimaschutz und Klimaanpassung. (u.a. Info-Lunches zu Solardachkataster, Energie Agentur, Rad-Team, klimafreundlicher Ernährung sowie Exkursionen zum Heizkraftwerk und zur SWB-Zweiterstellung). Die Info-Lunch-Reihe wird 2020 fortgeführt. Die Klimaschutzkampagne lud 2019 Kolleginnen und Kollegen zur Mitwirkung ein. Mehr als 50 Mitarbeitende beteiligten sich, die entstandenen Fotos mündeten in eine Intranet-Galerie mit angeschlossenen Klimaschutz-Tipps. Die Kampagne und die internen Klimaschutz-Aktivitäten der Verwaltung wurden beim Jugend- und Azubitag 2019 vorgestellt. Zwei Auszubildende des Tiefbauamtes beteiligten sich, betreut von der Leitstelle Klimaschutz, am Projekt „Klima- und Energiescouts“ des Deutschen Instituts für Urbanistik. V 4 Integration des Themas Klimaschutz im "Haus der Natur-Waldinformations- zentrum" Das Haus der Natur wurde im Juni 2019 nach umfangreicher Sanierung und Umgestaltung wiedereröffnet. Die neue Dauerausstellung widmet sich dem Großstadtwald und dem Konzept der Nachhaltigkeit anhand der Waldnutzung. Entlang der Wanderwege nahe des Waldinformationszentrums gibt es bereits seit längerem Stationen mit Hinweisen zu CO2-Emissionen durch Konsum, Fliegen, Autofahren und Fleischverzehr.Seite 43 von 53 4 Maßnahmen Energieversorgung und erneuerbare Energien Nr. Maßnahme Sachstand EE 1 Strategischer Ausbau der Fernwärme und Nahwärme Die Stadtwerke Bonn verfolgen mit ihrem Konzept Fernwärme 2020 den systematischen Ausbau der Fernwärme in Bonn. https://www.stadtwerke-bonn.de/energieundwasser/privatkunden/produkte/fernwaerme.html Unter Federführung der LSK findet seit 2013 zweimal im Jahr ein Fachgespräch zum Fernwärmeausbau statt. Dort berichten die Stadtwerke über den Ausbaustand, Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung über anstehende Bauvorhaben oder Bebauungspläne, die für einen potenziellen Fernwärmeanschluss relevant sind. EE 2 Austausch alter und emissionsintensiver Heizungsanlagen Das Thema „Heizungstausch“ ist ein grundlegender inhaltlicher Baustein bei Beratungs- und Bildungsangeboten der Bonner Energie Agentur (BEA). Fragen zur Heizungstechnik (Holzpellets, Wärmepumpe, ...) spielen eine große Rolle in der Beratungsnachfrage und bei Angeboten der BEA wie Vortragsveranstaltungen. Am 7. Februar 2020 findet in Bonn der „Dicker Pulli-Tag“ statt, an dem die Heizung mindestens ein Grad heruntergedreht wird. Es ist ein symbolischer Tag, der auf Klimaschutz und Energieeinsparung -insbesondere beim Heizen- aufmerksam machen soll. EE 3 Ausbau der Solarthermie siehe EE 4 EE 4 Ausbau der Photovoltaik Unter Federführung der Leitstelle Klimaschutz hat sich die Stadt Bonn im Jahr 2017 anlässlich des Projektaufrufes "KommunalerKlimaschutz.NRW" mit dem Projekt „Ausbauinitiative Solares Bonn 2020 / Beraten – Begleiten - Multiplizieren" beworben. Ziel war es, über eine Kampagne und breitgefächerte Maßnahmen, den Zubau von Photovoltaik- und Solarthermieanlagen zu steigern. Leider wurde das Projekt seitens des Projektträgers ETN als nicht förderwürdig eingestuft. Durch die Neuauflage des Solardachkatasters im Herbst 2017 können Dachflächen nun detailschärfer bewertet werden. Zahlreiche Vorträge zum neuen Solardachkataster und Bewerbung des Katasters bei Veranstaltungen der BEA und der LSK sollen den PV-Zubau anstoßen. Die BEA unterstützt das Thema Solarthermie und Photovoltaik in der Beratung. 2018 war „Solar“ das Jahres- Schwerpunkt-Thema. Es wurden Vorträge, Beratungsaktionen und ein Infoabend veranstaltet, auch in Kooperation mit der Leitstelle Klimaschutz, der VZ und den Stadtwerken. Zudem fand im Oktober 2019 die Praxiswerkstatt „Solare Stadt“ in Kooperation mit der Stadt Bonn, EUROSOLAR, den SWB und der BEA statt, mit dem Ziel, Kommunen beim Ausbau der Solarenergie zu stärken.Seite 44 von 53 5 Dennoch reichen die Aktivitäten nicht aus, um den erforderlichen Zubau zu fördern. Nur 2% des Potenzials im Bereich Photovoltaik werden genutzt (bei Nutzung aller geeigneten Dächer könnte die Hälfte des Stromverbrauches der Stadt gedeckt werden). EE 5 Aufklärungskampagne zur energieeffizienten Sanierung mit Geothermie im Wohnungsbau Nach Gesprächen innerhalb Fachkreisen ist die Entscheidung gegen eine grundsätzliche Aufklärungskampagne gefallen. Im Rahmen von Sanierungen sind Wärmepumpen nur zu empfehlen, wenn durch Ertüchtigung der Gebäudehülle der Energiebedarf deutlich sinkt und zudem auf ein Niedertemperatursystem – in der Regel Fußbodenheizung - umgerüstet wird. Ansonsten sind Wärmepumpen nicht effizient. Darüber wird in den individuellen Beratungen aufgeklärt. Unabhängig davon hat die Stadt Bonn Anfang 2017 unter Federführung des Umweltamtes eine Fachtagung zum Thema Geothermie organisiert. Die BEA hat einen ihrer Partnertage 2016 rund um das Thema Wärmepumpen veranstaltet. Auch die VZ geht in Ihren Beratungen intensiv auf die effiziente Nutzung von Wärmepumpen ein. Bei der Abstimmung von Energiekonzepten im Rahmen von Bebauungsplanverfahren weist die Leitstelle Klimaschutz Bauherren und Investoren auf das Potenzial im Bonner Stadtgebiet hin und berät u.a. hinsichtlich effizienter Wärmeversorgung. Maßnahmen Wohnen und Stromeinsparung Nr. Maßnahme Sachstand WS 1 Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit zu dem bestehenden Energieberatungsangebot Öffentlichkeitsarbeit zum bestehenden Beratungsangebot ist permanenter Baustein der Arbeit der BEA. Als wichtigste Kontaktkanäle wurden in der Evaluation räumliche Präsenz, Pressemitteilungen und das Internet benannt. Weitere relevante Kontaktkanäle sind Empfehlungen, Messen und Vorträge sowie Hinweise von der Stadt Bonn bzw. der Verbraucherzentrale Bonn. Neben regelmäßigen Pressemitteilungen und der Betreuung und Weiterentwicklung der Website werden kontinuierlich weitere Formate und Kanäle getestet (Buswerbung, Werbung online oder über Radio etc.). Neu im Jahr 2019 war die mehrmalige Präsenz mit einem Stand in der Innenstadt mit einer guten Resonanz. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Öffentlichkeitsarbeit über die verschiedenen Kooperationspartner, wie die Verbraucherzentrale, die Stadtwerke Bonn und die Stadt Bonn. Das Konzept des Energietags wurde 2018/2019 überarbeitet. Im Jahr 2020 werden die „Bonner Energietage“ mit dem Fokus auf klimabewusstes Bauen, Wohnen und Leben stattfinden. Mit der Fokussierung auf den Klimaschutz geben die Veranstalter – UN-Klimastadt Bonn, SWB Energie und Wasser, Verbraucherzentrale NRW und Bonner Energie Agentur (BEA) – den Energietagen ein zeitgemäßes Profil. Die bewährte Bau- und Sanierungsberatung wird durch die Themen nachhaltiges Wohnen, Mobilität sowie Klimaanpassung ergänzt. Damit sprechen die Bonner Energietage eine größere Besuchergruppe an, als zuvor der Bonner Energietag (2007-17) und die Bonner Solarwoche (1996-2006).Seite 45 von 53 6 WS 2 Ausbau des Qualifizierungssystems "Energieeffizienzpartner" Das Energieeffizienzpartner-System umfasst derzeit 28 Mitglieder (Betriebe, Energieberatungs-, Ingenieur- und Architekturbüros). Es können für den gesamten Sanierungsprozess qualifizierte Ansprechpartnerinnen und -partner empfohlen werden. Verbraucherzentrale sowie energieagentur rhein-sieg verweisen ebenfalls auf die Energieeffizienzpartner. Es gab zwei gemeinsame große Veranstaltungen. Seit 2013 werden jährlich vier Partnertage veranstaltet, um über aktuelle Fachthemen zu informieren sowie um den Gewerke übergreifenden Austausch zu fördern. Die Akquise neuer Betriebe und Büros gestaltet sich schwierig. Als Gründe hierfür werden die sehr gute Auftragslage einerseits und ein zusätzlicher Zeitaufwand für die Mitglieder andererseits vermutet. WS 3 Selbstverständnis als umfassende "Modernisierungs-beratung" und entsprechende Strategieausrichtung Die Beratung in der Bonner Energie Agentur erfolgt durch Architektinnen und Ingenieure, die mit dem gesamten Bau- und Planungsprozess vertraut sind. Je nach Umfang und Bauvorhaben plädiert die BEA-Beratung dafür, „nicht zu kurz zu springen“, sondern zu Beginn zu überlegen, welche weiteren Aspekte jetzt und in Zukunft eine Rolle spielen können. Darunter fallen auch Themen wie zusätzlicher Wohnraum, Aus- und Umbau, Abtrennung einer Wohneinheit, Sicherheit sowie Barrierefreiheit. Dabei geht es auch darum, mit der Umsetzung spätere Maßnahmen vorzubereiten, z.B. Grundrissänderungen, die spätere Nutzung erneuerbarer Energie oder weitere Dämmmaßnahmen. Bei Aus- und Umbaumaßnahmen wird empfohlen, ein Architekturbüro hinzuzuziehen. WS 4 Prozessbegleitende Beratung für Wohnungseigentümer- gemeinschaften Durch Vorträge in Kooperation mit wohnen-im-eigentum sowie durch Ansprechpartner bei den Energieeffizienzpartnern wurde versucht, den Anliegen von Wohnungseigentümergemeinschaften Rechnung zu tragen. Eine Prozessbegleitung wird derzeit als schwierig gesehen, einerseits in Abgrenzung zu den am Markt tätigen Beraterinnen und Beratern, andererseits, weil hierfür Personal und sehr spezifisches Knowhow erforderlich ist. Die Aktivitäten ruhen derzeit. Vorträge mit wohnen-im-eigentum sind aufgrund von Haftungsfragen nicht mehr möglich. Das Thema wurde versucht stärker zu bespielen, u.a. durch Angebot von Vorträgen vor Ort in Kooperation mit der VZ. Die Erfahrung hat gezeigt, dass dieses Zusatzangebot, zusätzliche Ressourcen bei der BEA benötigen würden. WS 5 Sanierungsbegleiter als Freund und Helfer Die BEA sieht das Bedürfnis nach einem „Freund und Helfer“ im Sanierungsprozess. Allerdings sind Bauleistungen streng durch die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure geregelt. Das bedeutet: Im Regelfall sind Architekt/in oder Ingenieur/in dieser „Freund und Helfer“. In der Praxis werden für kleinere Sanierungsvorhaben oft keine Architekturbüros mehr beauftragt. Erste Konsequenz ist hier, wieder verstärkt für Planung und Baubegleitung zu werben. Wird dies nicht umgesetzt, gilt es, weitere Möglichkeiten aufzuzeigen. Hierfür wird in der BEA-Beratung neben einer individuell empfohlenen Energieberatung auf die qualifizierten Betriebe und Büros sowie auf eine Sanierungsbegleitung hingewiesen. Die Sanierungsbegleitung ersetzt nicht die Architektenleistungen und bezieht sich auf die KfW-Fördermittel. Sie wird detailliert von der KfW beschrieben und geregelt. Ziel der BEA-Beratung ist ein Aufzeigen von Schritten mit jeweiligen Ansprechpartnern für den gesamten Sanierungsprozess.Seite 46 von 53 7 WS 6 Basismaßnahmen Wohnungswirtschaft Die Leitstelle Klimaschutz informiert und berät die Akteure in der Wohnungswirtschaft im Rahmen von Bebauungsplanverfahren über die vorhandenen Beschlüsse zu Energieeffizientem Bauen und dem Einsatz Erneuerbarer Energien und deren Umsetzung. Hinsichtlich des Bestandes gibt es derzeit keine Aktivitäten. WS 7 Anreiz zur energetischen Modernisierung von Wohnraum für einkommensschwache Haushalte Das sogenannte Klimabonus-Modell, welches die Stadt Bielefeld anwendet, wurde seitens der LSK in Abstimmung mit Amt 50 näher untersucht. Aufgrund mangelnder Datenlage, die die Wirtschaftlichkeit des Klimabonus-Modells belegt und der derzeitigen Situation in Bonn, wird die Maßnahme vorerst nicht weiterverfolgt. WS 8 Entwicklung einer Gesamt-Aktion "Stromeffizienz für Bonn" Das Thema Stromeffizienz spielt in der Beratung der Verbraucherzentrale Bonn und der BEA eine zentrale Rolle. Auch die Stadtwerke Bonn haben Angebote zum Stromsparen, wie die StromSparbox, BonnPlus PV oder den Energieeffizienz-Preis. Eine „Gesamtaktion“ steht noch aus. Übergreifende Maßnahmen Nr. Maßnahme Sachstand Ü 1 Gesamtstädtische Kampagne zu Konsum und Ernährung Auf der Grundlage des Beschlusses DS-Nr. 1910042 ist die Stadt Bonn dem Netzwerk der Biostädte beigetreten. Dafür wurde im Amt für Umwelt, Verbraucherschutz und Lokale Agenda eine halbe Stelle eingerichtet. Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren. https://www.bonn.de/bio-stadt Folgende Aktionen wurden bereits umgesetzt: Am 28.09.2019 wurde das 1. Bonner Agri-Kultur-Festival zusammen mit Stadt.Land.Markt. e.V., Regionalwert AG Rheinland, Wissenschaftsladen (WiLa) Bonn veranstaltet. Es wurden Fördermittel vom BLE (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung), Richtlinie über die Förderung von Projekten zur Information von Verbraucherinnen und Verbrauchern über regionale Wertschöpfungsketten zur Erzeugung von Bioprodukten sowie zur Umsetzung von begleitenden pädagogischen Angeboten (RIGE) erfolgreich akquiriert. Im Rahmen der RIGE werden ab Dezember 2019 einmal monatlich ökologische Vernetzungscafés im Winter und ökologische Frühstücke im Sommer stattfinden Ein Einkaufsführer „Produkte aus ökologischem Landbau“ wurde aktualisiert und neugestaltet. Schon zuvor wurde aufgrund des Beschlusses DS-Nr. 1710400NV4 in die Ausschreibungen zur Mittagsverpflegung in Schulen ab dem Schuljahr 2018/2019 und für Kindergärten ab 2019 ein Anteil von 10% gesiegelter Bioprodukte und Fisch mit dem MSC Siegel oder vergleichbarer Standards als Mindestanforderung aufgenommen.Seite 47 von 53 8 Auch die städtische Klimaschutzkampagne zielt u.a. auf die Themen Konsum und Ernährung ab: https://www.bonn.de/themen-entdecken/umwelt-natur/klimaschutzkampagne-neu-denken.php Ü 2 Gesamtstädtische Aufklärungskampagne "Umweltverträgliche Baustoffe" Das Thema "Umweltverträgliche Baustoffe" wird durch die Bonner Energie Agentur abgedeckt und ist sowohl in Beratungen, als auch bei Infoabenden oder Partnertagen wichtiger Bestandteil. Am 7.11.2019 hat der Rat beschlossen, das „Nachhaltige Bauen“ insbesondere vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Bonn sowohl bei städtischen als auch bei größeren Baumaßnahmen wie Investorenbauten stärker zu berücksichtigen. Dazu soll zunächst ein Konzept erstellt werden. Unabhängig davon wurde bereits vorher beschlossen, den Neubau des Wirtschaftshofes für das Amt für Stadtgrün unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit umzusetzen. Im Sinne der Vorbildfunktion soll ein Gebäude mit möglichst geringem Energiebedarf, aus nachhaltigen und nachwachsenden Baustoffen mit Gründach, ggf. Teilfassadenbegrünung und Solaranlage realisiert werden. Eine gesamtstädtische Kampagne steht allerdings noch aus. Mobilität Nr. Maßnahme Sachstand M 1 Ausbau des Radverkehrsnetzes Der „Runde Tisches Radverkehr“ mit drei Arbeitsgruppen, trifft sich seit 2005 regelmäßig mehrmals im Jahr. https://www.bonn.de/themen-entdecken/verkehr-mobilitaet/radverkehr.php Das Fahrradstraßenkonzept mit insgesamt geplanten 52 Kilometern Fahrradstraßen wird kontinuierlich umgesetzt. Derzeit gibt es rund 60 Straßen/(-abschnitte) als Fahrradstraßen. 2019 wurde ein Gutachten (Entwicklungskonzept Radverkehr) vorgelegt, dass unter Berücksichtigung schon vorhandener Gutachten und Konzepte eine Vielzahl kurz-, mittel- und langfristiger Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs in der Innenstadt vorschlägt. U.a. wird auf den Straßen Sandkaule und Welschnonnenstraße, zwischen Bertha-von-Suttner-Platz und Theaterstraße, Anfang 2020 ein gesicherter Radfahrstreifen eingerichtet werden, eine so genannte Protected Bike Lane (PBL). M 2 Radschnellrouten Bis 2022 werden die Teilabschnitte der Radpendlerroute Bonn-Alfter-Bornheim auf Bonner Stadtgebiet ausgebaut. Ebenso sind der Ausbau der Radwege in der Rheinaue rechts- und linksrheinisch vorgesehen. Diese Maßnahmen sind auch Bestandteile des Förderprojektes „Emissionsfreie Innenstadt“.Seite 48 von 53 9 M 3 Aufbau eines Fahrradverleihsystems Seit Oktober 2018 bieten die Stadtwerke zusammen mit dem Partner Nextbike an 100 Stationen ein öffentliches Fahrradmietsystem mit 900 Rädern im Free-Floating-System an. M 4 Stadtradeln und andere Events Bonn nimmt seit 2012 an der Aktion Stadtradeln teil und freut sich über die kontinuierlich steigende Teilnehmerzahl. Insgesamt wurden in den vergangenen acht Jahren 2,6 Millionen Kilometer geradelt und dadurch bis zu 371 Tonnen CO2-Ausstoß vermieden. Im Jahr 2019 wurden mit 3174 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die zusammen rund 603.000km geradelt sind und damit 86 Tonnen CO2 gespart haben, neue Rekorde aufgestellt. Darüber hinaus wurden sowohl 2018 als auch 2019 jeweils zwei Fahrradtouren durch oder in Zusammenarbeit mit der LSK veranstaltet, bei denen verschiedene Stationen zum Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit mit dem Fahrrad angefahren und besichtigt wurden. Seitens des Fahrradteams im Stadtplanungsamt werden jährlich der Radaktionstag sowie die Initiative „Mit der Rad zur Arbeit“ durchgeführt. M 5 Fahrradbeförderung auf den Venusberg Der 2014 eingerichtete Fahrradbus, der von Montag bis Freitag im halbstündlichen Takt zwischen Poppelsdorf und Venusberg Uniklinikum verkehrte, wurde wegen fehlender Akzeptanz wieder eingestellt. Eine bessere Lösung könnte die Seilbahn bieten. M 6 Fahrradabstellmöglichkeiten, Fahrradboxen Die Radstation in der Quantiusstraße mit 500 Stellplätzen wurde Mitte 2018 eröffnet Bike & Ride: Bis Ende 2019 gibt es insgesamt über 2600 Stellplätze an Haltestellen, von denen über 1400 überdacht sind. Im Rahmen des Förderprojektes „Emissionsfreie Innenstadt“ werden zudem vier Fahrradparkhäuser gebaut. Im Bahnhofsgebäude in Bad Godesberg wird eine Radstation eingerichtet. M 7 Erweitern Unterführung Kaiserplatz Im Masterplan Innere Stadt ist die Idee verankert, statt einer Erweiterung der Unterführung eine zweite Röhre für Radfahrer vorzusehen. Es handelt sich hier allerdings um Gelände der Universität. Zudem muss die Deutsche Bahn eingebunden werden. M 8 Ausweitung der Fußgängerbereiche in den Zentren Mit dem erweiterten City-Ring soll der Autoverkehr auf Rathausgasse, Stockenstraße, Am Hof und Wesselstraße verringert werden, um die Innenstadt zu entlasten und die städtebauliche Anbindung des Hauptgebäudes der Universität an die Fußgängerzone zu verbessern. Im Zusammenhang mit dem ISEK Bad Godesberg (auf Basis der Ergebnisse des Leitbildprozesses Bad Godesberg) soll in den nächsten Jahren die gestalterische Aufwertung der Innenstadt und der Fußgängerzone fortgesetzt werden. Es ist vorgesehen, 2020 zunächst Gestaltungsleitlinien für diese Umgestaltungsmaßnahmen (u.a. im Bereich „Am Fronhof“) erarbeiten zu lassen. In Beuel sollen auf der „Einkaufsmeile“ Friedrich-Breuer-Straße die Seitenbereiche zugunsten der Fußgänger verändert werden. In Duisdorf soll mit der Umgestaltung des Burgweihers die Anbindung an die Fußgängerzone für Fußgänger verbessert werden.Seite 49 von 53 10 M 9 Lieferservice von Geschäften fördern Die 2017 von der Deutschen Post DHL als Pilotprojekt aufgebaute Plattform https://city.allyouneed.com/de/ wurde im zweiten Halbjahr 2018 wieder eingestellt. Zwar gab es positive Resonanz einerseits des stationären Handels und andererseits der lokalen Käufer in Bonn und die hohe Relevanz des logistischen Service-Angebots im stationären Umfeld wurde bestätigt In den ersten neun Monaten konnten 167 Händler in Bonn für den Service gewonnen werden. Doch trotz zahlreicher und intensiver Unterstützung von vielen Seiten (Amt 03, IHK, EHV etc.) konnte die Zahl der teilnehmenden Geschäfte keine relevante Größe erreichen. M 10 Erhöhung der Netzqualität im Fußgängerverkehr Hier werden viele kleine Einzelmaßnahmen, wie Umgestaltung von Kreuzungen, Einmündungen und das Anlegen von Zebrastreifen und Querungshilfen dazu führen, dass eine Verbesserung des Netzes entsteht. Siehe auch M8. M 11 Öffentlichkeitsarbeit Fußverkehr Die Leitstelle Klimaschutz führt seit 2017 die Kampagne "Kindermeilen" des Klima-Bündnis durch. Dabei geht es u.a. darum, Kinder dazu zu bewegen, möglichst viele Wege zu Fuß zu gehen und darüber auch die Erwachsenen zu erreichen. M 12 Erstellen einer oder mehrerer raumbezogener Stellplatzsatzungen Aus der in der Bauordnung NRW (BauO NRW) neu gefassten Regelung für die Einrichtung von Stellplätzen erwachsen für die Kommunen sowohl Möglichkeiten, als auch – wenn sie sich für den Erlass einer Satzung entscheiden – Pflichten. So besteht die Chance, Einfluss auf die Ausgestaltung von Bauvorhaben sowie auf die städtebauliche und verkehrliche Entwicklung zu nehmen. Eigenen kommunalen Stellplatzsatzungen kommt dabei im Vergleich zu den landesweit einheitlichen Regelungen, die in der angekündigten, noch zu erstellenden Rechtsverordnung noch festzulegen sind, ein besonderer Stellenwert zu: sie ermöglichen es, die Stellplatzregelungen differenziert auf örtliche Gegebenheiten und kommunale Entwicklungsstrategien auszurichten. Sobald die angekündigte Rechtsverordnung vorliegt, soll eine entsprechende Stellplatzsatzung erarbeitet werden. M 13 Multimodales Mobilitätsmanagement Für das kommunale Mobilitätsmanagement wurde bei 61-3 die Stelle eines Mobilitätsmanagers eingerichtet, mit dem Ziel durch Verhaltensänderung die nachhaltige und umweltfreundliche Mobilität zu stärken. Der Mobilitätsmanager koordiniert und initiiert hier u.a. entsprechende Ideen und Maßnahmen zur Wahrnehmung in den mobilitätsrelevanten Arbeitsbereichen in der Verwaltung. Im Zuge der Lead-City Förderung wurde zunächst befristet für die Jahre 2019/20 das betriebliche Mobilitätsprogramm „JOBWÄRTS einfach besser pendeln“ gemeinsam mit den Kooperationspartnern Rhein-Sieg-Kreis und Zukunftsnetz Mobilität NRW beim VRS gestartet. Ziel dieses Programms ist es, in der Region eine nachhaltige und funktionierende Mobilitätsentwicklung zu fördern. Hierzu soll das Mobilitätsverhalten der Mitarbeiter/innen durch attraktive Angebote und eine zielgruppenspezifische Kommunikation beeinflusst werden. Hierfür werden die Arbeitgeber in Bonn und dem Rhein-Sieg- Kreis eingebunden, da gerade diese gewisse Steuerungs- und Einwirkungsmöglichkeiten (z.B. JobTickets, Fahrradabstellplätze etc.) auf die private Mobilität ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter insbesondere auf dem Arbeitsweg haben. Zum Aufbau und für die professionelle Durchführung des Vorhabens wurde ein Projektteam bestehend aus 4 Personen befristet für die Laufzeit des Förderprogramms bis 31.12.2020 eingestellt. Bei Erfolg des Programms ist eine Fortsetzung des Programms unbedingt anzustreben.Seite 50 von 53 11 M 14 Mobilitätsmanagement Stadtverwaltung Im Jahr 2010 wurde ein Mobilitätsmanagementkonzept (17-Punkte-Katalog) beschlossen (DS-Nr. 1012634NV9), was in großen Teilen umgesetzt wurde. Darüber hinaus werden Maßnahmen, wie Anschaffung weiterer E-Fahrzeuge, verstärkte Nutzung von Jobtickets, betriebliches Mobilitätsmanagement innerhalb der Förderprogramme Lead City und Emissionsfreie Innenstadt umgesetzt. So sollen 17 neue E-Fahrzeuge beschafft werden. Aktuell sind in der Stadtverwaltung 28 reine E-Fahrzeuge und 38 Pedelecs, darunter zwei Lastenräder im Einsatz. Das Fuhrparkmanagement und das interne Mobilitätszentrum stellen zudem für den Dienstbetrieb zusätzliche Mobilitätsmöglichkeiten neben den bekannten Fahrzeugen und Pedelecs bereit: Das Lastenrad (auch Cargobike genannt) mit Tretkraftunterstützung bis 25 km/h für Einsätze mit leichtem Gepäck, sowie das Faltrad für die letzte Meile bei Dienstfahrten. M 15 Gebrochener Verkehr, P&R sowie B&R, Fahrradboxen Im Rahmen des Förderprojektes „Emissionsfreie Innenstadt“ werden 36 Mobilstationen errichtet um den Umweltverbund zu stärken. Zudem werden Fahrradabstellanlagen und Fahrradparkhäuser errichtet. Mit dem Ausbau der S13 wird ein neues P&R Angebot in Bonn-Villich entstehen. M 16 Verbesserung Car-sharing, Car- to-go etc. Im Rahmen des Förderprojektes “Emissionsfreie Innenstadt” werden 36 Mobilstationen errichtet. Dabei werden auch Parkplätze für Car-Sharing Anbieter ausgewiesen. Im Rahmen von vorhabenbezogenen Bebauungsplänen werden Mobilitätskonzepte gefordert, mit dem Ziel, den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren. Auch dabei spielen Car-Sharing Angebote eine Rolle. M 17 Umfassende Ausstattung von ÖPNV-Haltestellen Diese Maßnahme ist Bestandteil des Nahverkehrsplans der Stadt Bonn. Zudem werden im Rahmen des Förderprojektes „Emissionsfreie Innenstadt“ werden 36 Mobilstationen gebaut. M 18 Ergreifen von Maßnahmen zur ÖPNV- Beschleunigung Im Beschluss des Hauptausschusses vom 26.04.2018 wurde die Verwaltung beauftragt wurde, in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken, linienscharf Vorschläge zur Beschleunigung der Bus- und Bahnlinien zu machen. Dazu wurden von den Stadtwerken Linienbewertungen für aktuell insgesamt 12 Buslinien erstellt. Seitens der Verwaltung werden diese Listen ausgewertet und den politischen Gremien werden Maßnahmen zum Beschluss vorgelegt. Da während der Auswertung der Listen außerdem deutlich wurde, dass zur Überwachung der Parkverstöße und zur Überprüfung der Ampelschaltungen zusätzliches Personal notwendig ist, wurden im Rahmen der Beschlussvorlage zur Beschleunigung der Linie 631 auch insgesamt fünf neue Stellen in den Ämtern 33 und 66 beschlossen (DS-Nr.190442) M 19 Bau neuer ÖPNV- Verknüpfungspunkte und neuer –Linien Entsprechende Maßnahmen sind im ÖPNV-Plan des Landes NRW angemeldet (z.B. Westbahn, Stadt- und Straßenbahn nach Buschdorf und Seilbahn Venusberg) M 20 Hardtbergbahn als Straßenbahn siehe M 19 Hardtbergbahn wurde umbenannt in Westbahn. Eine Machbarkeitsstudie mit Varianten wurde Ende 2019 vorgelegt. M 21 Steigerung der Kundenfreundlichkeit im ÖPNV Diese Maßnahme ist Bestandteil des Nahverkehrsplans der Stadt Bonn.Seite 51 von 53 12 M 22 Jobticketkampagne „Innovative Tarifangebote“ ist eine Maßnahme im Programm „Lead Cities“. Ein Betrieb muss nur 35% Jobtickets abnehmen. Bisher wird das Angebot aber nicht gut angenommen. Im Rahmen der Initiative „Jobwärts“ wird eine Analyse über das Mobilitätsverhalten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern erstellt. Darauf sollen dann entsprechende Angebote entwickelt werden. M 23 Modellprojekt für E-Mobilität Der Rat der Stadt Bonn hat auf Grundlage des EmoG (Elektromobilitätsgesetz) eine kostenlose Nutzung gebührenpflichtiger Parkplätze für E-Fahrzeuge (Definition nach EmoG) beschlossen (DS-Nr. 1611645EB). Seit 01.03.17 ist die Befreiung der E-Kfz von den Parkgebühren in Kraft. Im Programm „Emissionsfreie Innenstadt“ ist das Thema E-Mobilität ein wichtiger Bestandteil. So erhalten ausgewählte Mobilstationen ergänzende Angebote zu
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 17:47 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de