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200267 · Mitteilungsvorlage

Klimaschutzbericht 2019

Nummer
200267
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
25.03.2020
Letzte Änderung
18.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz 20.05.2020 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
200267
Der Oberbürgermeister
Federführung:
56 Amt für Umwelt-, Verbraucherschutz und Lokale Agenda
Dezernat:
Dez. III
Klimaschutzbericht 2019
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz 20.05.2020 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Am 11. April 2019 hatte die Verwaltung dem Ausschuss für Umwelt und
Verbraucherschutz den letzten Tätigkeitsbericht der Leitstelle Klimaschutz für
das Jahr 2018 vorgelegt.
Der als externes Dokument beigefügte aktuelle Fortschrittsbericht umfasst den
Berichtszeitraum 2019.
Die vorangegangenen Berichte sind hier zu finden:
Klimaschutzbericht 2018 (Boris alt: DS 1911015)
Klimaschutzbericht 2011 – 2017: (Boris alt: DS 1811483)
Anlage/n
1 Klimaschutzbericht 2019 final_korr (öffentlich)
2 Anhang Umsetzungsstand IKK (öffentlich)Seite 1 von 53

Tätigkeitsbericht der Leitstelle
Klimaschutz zu Klimaschutz
und Klimaanpassung
Fortschreibung 2019
vorgelegt von der Leitstelle Klimaschutz
im Amt für Umwelt, Verbraucherschutz und Lokale Agenda
der Stadt Bonn
(Stand der Maßnahmen: 31.12.2019)Seite 2 von 53

Seite 2Seite 3 von 53

Seite 3
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung ................................................................................................................. 5
2 Organisation des Klimaschutzes in der Verwaltung ..................................................... 5
3 Klimaschutzziele ......................................................................................................... 6
4 Strategien, Konzepte .................................................................................................. 7
5 CO2-Bilanz Bonn......................................................................................................... 8
6 Kooperationen ........................................................................................................... 9
7 Projekte und Maßnahmen im Bereich Klimaschutz.................................................... 10
7.1 Energieeffizienzstandard ............................................................................................... 10
7.2 Kommunale Gebäude, Anlagen...................................................................................... 10
7.2.1 Neubau und Sanierung ................................................................................................................... 11
7.2.2 Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden ............................................................................ 11
7.3 Versorgung, Erneuerbare Energien ................................................................................ 12
7.3.1 Photovoltaik.................................................................................................................................... 12
7.3.2 Solarthermieanlagen ...................................................................................................................... 13
7.3.3 Fernwärmeausbau 2020 ................................................................................................................. 13
7.4 Mobilität....................................................................................................................... 14
7.4.1 Elektromobilität .............................................................................................................................. 14
7.4.2 Emissionsfreie Innenstadt .............................................................................................................. 14
7.5 Interne Organisation ..................................................................................................... 15
7.5.1 Mitarbeitermobilität ....................................................................................................................... 15
7.5.2 Papieratlas ...................................................................................................................................... 16
7.5.3 Postversand mit GoGreen .............................................................................................................. 18
7.5.4 Azubi-Projekt „Klima- und Energiescouts“ ..................................................................................... 19
7.5.5 Fortbildungsangebote für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ........................................................ 20Seite 4 von 53

Seite 4
7.6 Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit ........................................................................... 21
7.6.1 Klimaschutzkampagne „Neu denken. Einfach handeln.“ ............................................................... 21
7.6.2 Tag der Elektromobilität ................................................................................................................. 24
7.6.3 Bonner Energietage ........................................................................................................................ 25
7.6.4 Stadtradeln ..................................................................................................................................... 26
7.6.5 Klima-Fahrradtouren ...................................................................................................................... 27
7.6.6 Klimaschutz macht Ah! ................................................................................................................... 28
7.6.7 Dicker Pulli-Tag ............................................................................................................................... 29
7.6.8 Weitere Vernetzungsaktivitäten..................................................................................................... 30
7.7 Umweltbildung / BNE .................................................................................................... 31
7.7.1 Netzwerk „Schule trifft Verwaltung“ .............................................................................................. 31
7.7.2 Workshops „Mission Über-Morgen“ .............................................................................................. 32
7.7.3 Klimareise ....................................................................................................................................... 33
7.7.4 Kindermeilen .................................................................................................................................. 34
7.7.5 Weitere Aktivitäten in und mit Bildungseinrichtungen .................................................................. 34
8 Projekte und Maßnahmen im Bereich Klimaanpassung ............................................. 35
8.1 Überblick ...................................................................................................................... 35
8.2 ZURES - Zukunftsorientierte Vulnerabilitäts- und Risikoanalyse als Instrument zur Stärkung
der Resilienz von Städten und urbanen Infrastrukturen .................................................. 36
8.3 Projektskizze mutabor - Mikroskalige Untersuchung und Aktivierung der technischen und
planerischen Anpassungs-kapazität der Stadt Bonn zur Reduzierung des Hitzestresses ... 37
8.4 KliMoPrax – Klimamodelle für die Praxis ....................................................................... 38
8.5 ISKAS – Informationssystem für klimaangepasste Stadtplanung ..................................... 38
8.6 Regionale Klimawandelvorsorgestrategie (KWVS) .......................................................... 39
8.7 KlimNet – Stadt und Land im Fluss ................................................................................. 39
Bei einem Druck dieses Dokumentes bitte „doppelseitig“ und „s/w-Druck“ einstellen.Seite 5 von 53

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1 Einführung
Der Bericht zu Aktivitäten und Maßnahmen der Stadt Bonn im Klimaschutz und zur Anpassung
an den Klimawandel konzentriert sich auf den unmittelbaren Tätigkeitsbereich der Leitstelle
Klimaschutz (LSK) und Kooperationszusammenhänge der LSK mit anderen Fachämtern und
externen Organisationen. Er ergänzt damit andere Tätigkeits- oder Fachberichte wie z.B. der
Bonner Energie Agentur, der Verbraucherzentrale oder von Ämtern der Stadtverwaltung. Vor
dem Hintergrund des Beschlusses „Masterplan Energiewende und Klimaschutz Bonn“
(DS1111026NV7) weist er insbesondere auch auf Zusammenhänge mit dem Masterplan
Energiewende und Klimaschutz aus dem Jahr 2011 sowie dem Integrierten Klimaschutz- und
Klimafolgenanpassungskonzept (DS1111026NV10) aus dem Jahr 2013 hin.
Der vorliegende Fortschreibungsbericht umfasst den Zeitraum von Januar bis Dezember 2019.
Ergänzend sind verfügbar:
 Bericht vom 27. März 2019 = Berichtsjahr 2018 (Boris alt DS 1911015)
 Bericht vom 30. Mai 2018 = Berichtsjahre 2011 – 2017 (Boris alt DS 1811483)
2 Organisation des Klimaschutzes in der Verwaltung
Die LSK koordiniert Aktivitäten innerhalb der Verwaltung und in Kooperation mit Dritten. Im
Rahmen von Vorlagen für Ratsgremien, insbesondere in der Bauleitplanung, ist die LSK in
Verbindung mit dem Amt für Umwelt, Verbraucherschutz und Lokale Agenda als
Organisationseinheit gesondert zeichnungsberechtigt. Die LSK vertritt die Stadt Bonn in
lokalen und regionalen Kooperationen zum Klimaschutz.
Bei Besetzung aller Stellen entsprechen diese unter Berücksichtigung von Teilzeiten und
partieller Mitarbeit in der LSK einem Äquivalent von 3,4 Vollzeitstellen, zzgl. einer bis
September 2019 befristeten Teilzeit-Stelle für die Umsetzung des auf die Stadt Bonn
entfallenden Projektanteils im Projekt ZURES (siehe 8.2)
Als Klimaschutzmanagementsystem bedient sich die Stadt Bonn seit 2003 des European
Energy Award (EEA). In einem Energieteam, das Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
verschiedener Ämter, der Stadtwerke Bonn Energie und Wasser (SWB EnW) sowie der
Verbraucherzentrale umfasst, werden jährlich Klimaschutzmaßnahmen in einem
Energiepolitischen Arbeitsprogramm zusammengefasst und die Umsetzung der geplanten
Maßnahmen in internen Audits bewertet. Nach externen Auditierungen wurde die Stadt Bonn
bereits mehrfach als Klimafreundliche Kommune mit dem EEA ausgezeichnet. Zuletzt
erreichte sie 2019 den Silber-Status.Seite 6 von 53

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3 Klimaschutzziele
Bonn soll bis 2035 klimaneutral werden. Das hat der Stadtrat in seiner Sitzung am 7. November
2019 beschlossen. Um dieses Ziel zu erreichen, sieht der Ratsbeschluss verschiedene
Maßnahmen vor, etwa eine Optimierung der Energiekonzepte städtischer Neubauten oder
eine Reduzierung des Individualverkehrs verbunden mit einer Förderung des ÖPNV. Für den
„Konzern Stadt“, d.h. neben der Verwaltung auch der Stadtwerke Bonn GmbH, sowie der Bonn
Orange AöR sollen die Treibhausgasemissionen bilanziert und - sofern nicht reduzierbar -
kompensiert werden.
Im Dezember 2019 beschloss der Bonner Stadtrat das neue „Leitbild der Stadt Bonn zu
Klimaschutz und Klimaanpassung“ (ALLRIS DS 190114). Darin sind, angepasst an den zuvor
erfolgten Ratsbeschluss, folgende Ziele verankert:
 Die Treibhausgasemissionen in Bonn werden bis zum Jahr 2030 um mindestens 40
Prozent gegenüber 1990 reduziert, verbunden mit einem zweijährlichen Monitoring.
 Die Stadt wird bis spätestens 2035 klimaneutral.
 Die Energieversorgung wird sukzessive bis 2035 nahezu vollständig auf regenerative
Energien umgestellt.
 Die Stadt Bonn entwickelt sich kontinuierlich zur klimaresilienten Stadt weiter und
trägt dazu bei, die Vulnerabilität zu reduzieren.
Das Leitbild enthält außerdem acht Handlungsgrundsätze zur Erreichung dieser Ziele. Das
neue Leitbild ersetzt das bisherige aus dem Jahr 2008.
Die im Masterplan Energiewende und Klimaschutz vom 14.07.2011 gesetzten Ziele, „die CO2-
Emissionen bis zur Mitte des Jahrhunderts um 90% bis 95% gegenüber 1990 zu senken“ sowie
„eine Reduzierung der Emissionen um 40% bis 2020“ anzustreben, sind mit dem
Ratsbeschluss und dem neuen Leitbild insofern überholt.
Die im Leitbild genannte Zielsetzung „mindestens 40% bis 2030“ geht konform mit den
angepassten Zielen im Konvent der Bürgermeister für Klima und Energie (Covenant of
Mayors), dem die Stadt 2009 beigetreten war. Gegenüber der EU hatte sie sich darin
verpflichtet, die CO2-Emissionen bis 2020 um mindestens 20% zu senken. Da diese
Verpflichtung im Jahr 2020 ausläuft, wird die Stadt Bonn auf Beschluss des Rates dem neuen
Konvent für Klima und Energie (Covenant of Mayors for Climate and Energy) beitreten. Damit
verpflichtet sie sich dann zu einer CO2-Reduktion von mindestens 40 Prozent bis 2030.
Im Rahmen der Klima-Bündnis-Mitgliedschaft der Stadt Bonn (siehe auch Kapitel 6) haben
sich die Mitglieder einer Selbstverpflichtung unterworfen, ihre CO2-Emissionen bis zum Jahr
2030 zu halbieren (Referenzjahr 1990). Langfristig sollen die Emissionen auf 2,5 Tonnen CO2-
Äquivalente pro Einwohner/in und Jahr sinken.
Im Integrierten Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept hat die Stadt Bonn in 2013 die
Möglichkeiten einer Reduzierung der CO2-Emissionen um 40% bis 2020 untersuchen lassen.
Als Ergebnis wurde eine Reduzierung um 28% auf der Grundlage der Umsetzung eines
umfassenden Maßnahmenkatalogs für möglich gehalten. Erforderlich dafür wäre ein
städtisches Budget von 53 Millionen Euro gewesen. Eine Umsetzung wurde nicht
beschlossen.Seite 7 von 53

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Abbildung 1: Bonner CO2-Einsparziele in Beschlüssen, Konzepten und Organisationen
4 Strategien, Konzepte
Im Jahr 2011 hat der Rat der Stadt Bonn vor dem Hintergrund der Nuklearkatastrophe in
Fukushima den Masterplan „Energiewende und Klimaschutz in Bonn“ mit einem
umfangreichen Maßnahmenkatalog beschlossen. Über den Umsetzungsstand hat die
Verwaltung den Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz in der Sitzung am 08.01.2013
(DS 1212611NV3) und am 05.04.2016 (DS 1111026NV12) unterrichtet.
Ein Beschlusspunkt im Masterplan sah die Darstellung von Maßnahmen vor, mit denen das
Ziel einer 40%-igen CO2-Reduktion bis 2020 erreicht werden könnte. Zu diesem Zweck hat
die Verwaltung, gefördert durch die Nationale Klimaschutzinitiative, ein Integriertes
Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept (IKSK) unter Beteiligung Externer erarbeiten
lassen. Das IKSK wurde dem Ausschuss für Umwelt- und Verbraucherschutz in der Sitzung
am 10.12.2013 (DS1111026NV10) vorgestellt. Im Ergebnis zeigte es auf, dass bei der
Umsetzung eines umfangreichen Maßnahmenkatalogs 28% weniger CO2-Emissionen allein
durch städtisches Handeln bis 2020 zu erzielen wären. Dafür wären Investitionen bzw.
Mittelbereitstellungen in Höhe von 53 Millionen Euro erforderlich. Eine Umsetzung des
Konzeptes wurde nicht beschlossen. Aus dem IKSK hat die Verwaltung jedoch Anregungen
zur Umsetzung nicht oder nur geringfügig investiver Maßnahmen aufgenommen. Andere
Maßnahmen konnten bzw. können im Rahmen von Förderprojekten umgesetzt werden. Im
Anhang ist der Umsetzungsstand zum IKSK (31.12.2019) dargestellt.
Einen Teil des IKSK stellen auch Konzepte zur Anpassung an den Klimawandel dar. Ziel war
es aufzuzeigen, wie eine Berücksichtigung von Klimaanpassungsbelangen im Rahmen der
Bauleitplanung ermöglicht bzw. optimiert werden kann. Im Ergebnis wurde insbesondere der
dringende Bedarf nach qualifizierten Grundlagen als fundierte Planungs- und Abwägungsbasis
verdeutlicht. Aus diesem Grund hat sich die Stadt Bonn von September 2016 bis SeptemberSeite 8 von 53

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2019 am Forschungsvorhaben ZURES beteiligt, über welches sowohl eine aktuelle
Stadtklimaanalyse als auch eine Planungshinweiskarte sowie Szenarien für die künftige
Entwicklung erarbeitet worden sind (siehe 8.2).
Eine weitere im Masterplan von 2011 aufgeführte Einzelmaßnahme war die Gründung eines
Klimaschutzbeirates, „der unter Beteiligung von Politik und Vertreterinnen und Vertretern
gesellschaftlicher Gruppen das Energiekonzept/Masterplan begleitet.“ Der Beirat wurde
Anfang 2013 gegründet und hat die Erstellung des IKSK begleitet. Auf der Grundlage des IKSK
diskutieren die Mitglieder seitdem Klimaschutzmaßnahmen und können Empfehlungen an den
Umweltausschuss aussprechen. In den Jahren 2018 und 2019 lag der Fokus des Beirates auf
der Klärung interner Strukturen. Eine neue Geschäftsordnung wurde erarbeitet und der Beirat
um neue Mitglieder erweitert. 2019 fanden vier Sitzungen statt. Alle Protokolle und
Empfehlungen werden dem Umweltausschuss als Mitteilungsvorlage zugeleitet. Informationen
zum Klimaschutzbeirat sind auch auf der Website der Stadt eingestellt:
www.bonn.de/klimaschutzbeirat
2017 bis 2018 hat sich die Stadt Bonn am Pilotprojekt „Global Nachhaltige Kommune in NRW“
beteiligt. Als Ergebnis wurde eine kommunale Nachhaltigkeitsstrategie für Bonn erarbeitet, die
im Februar 2019 vom Rat der Stadt beschlossen wurde (Bo-RIS alt: DS 1812770). Mit ihr soll
das kommunale Verwaltungshandeln in Bonn systematisch mit Blick auf nachhaltige
Entwicklung und die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele dargestellt und mit ersten Schritten
daran ausgerichtet werden. Die Nachhaltigkeitsstrategie bildet insofern einen weiteren
Handlungsrahmen für die Aktivitäten der LSK.
5 CO2-Bilanz Bonn
Das Amt für Umwelt, Verbraucherschutz und Lokale Agenda erstellt seit 2008 zweijährliche
CO2-Bilanzen für die Stadt Bonn. Die aktuellen Berechnungen aus dem Jahr 2019 reichen bis
zum Jahr 2016 (ALLRIS 190689). Der zeitliche Rückstand bis zur Fertigstellung einer
jeweiligen CO2-Bilanz resultiert daraus, dass zur Berechnung erforderliche Daten zum Teil
erst mit mehrjähriger Verzögerung zur Verfügung stehen.
Von 1990 bis 2016 sind die Pro-Kopf-CO2-Emissionen in Bonn um 25 Prozent auf jetzt 6,9
Tonnen gesunken. Nach wie vor zu beobachten ist der gegenläufige Trend der CO2-
Emissionen in zwei Bereichen: im stationären Bereich (zum Beispiel Heizungsanlagen in
Gebäuden) sind sie um 34 Prozent gesunken, während sie im Verkehrsbereich im selben
Zeitraum um 12 Prozent angestiegen sind. Dem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, der
Verbesserung der Fahrrad-Infrastruktur und der Anpassung des eigenen Mobilitätsverhaltens
kommen daher bei der Erreichung der CO2-Ziele große Bedeutung zu.Seite 9 von 53

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Abbildung 2: Entwicklung der Kohlendioxid-Emissionen pro Kopf 1990-2016
6 Kooperationen
Die im Klimaschutzbericht 2011 bis 2017 genannten Kooperationen der Stadt Bonn im Bereich
Klimaschutz und Klimaanpassung bestehen auch in 2019 weiter fort:
 Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder:
www.klimabuendnis.org
 Covenant of Mayors: www.konventderbuergermeister.eu
 Region Köln-Bonn e.V., www.region-koeln-bonn.de
 BürgerEnergie Rhein-Sieg eG: http://www.be-rhein-sieg.de
 Bonner Energie Agentur: www.bonner-energie-agentur.de
 Energieberatung Verbraucherzentrale Bonn:
https://www.verbraucherzentrale.nrw/beratungsstellen/bonn-energieberatungSeite 10 von 53

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7 Projekte und Maßnahmen im Bereich Klimaschutz
7.1 Energieeffizienzstandard
Aktuell wird auf der Grundlage des Ratsbeschlusses „Energieeffizienzstandards im Neubau“
vom 22.10.2015 der KfW-Effizienzhaus55-Standard für Wohn- und Nichtwohngebäude
bezogen auf die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014 verpflichtend
festgeschrieben (DS 1512547).
Dies gilt beim Verkauf städtischer Grundstücke, bei vorhabenbezogenen Bebauungsplänen
sowie bei Wettbewerben und Ausschreibungen.
2019 war die LSK in rund 40 Bebauungsplanverfahren eingebunden. Im Bereich Wettbewerbe
bzw. Ausschreibungen sind 2019 folgende zu nennen:
 Ausschreibung „Im Rosenfeld“
 Auswahlverfahren DPDHL Bonner Office Projekt (BOP)
 Wettbewerb Ersatzneubau für die Zentralmensa, ein Studierendenservicezentrum
und Studentisches Wohnen des Studierendenwerks Bonn (Projekt Carré
Nassestraße)
 Wettbewerb Entwicklung eines Wohn- und Büroquartiers Bonn-Plittersdorf,
Kennedyallee/Ahrstraße
 Wettbewerb Wohnen und Nahversorgen an der Siegburger Straße, Bonn
 Bieterkolloquien / fachliche Bewertungsgremien Neubau Bundesamt für Sicherheit in
der Informationstechnik (BSI)
7.2 Kommunale Gebäude, Anlagen
Der Anteil städtischer Gebäude an der gesamtstädtischen CO2-Bilanz beträgt zwar nur drei
Prozent, jedoch sollte die Stadt als Gebäudeeigentümerin Vorbild für klimafreundliches
Handeln sein. Die Stadt Bonn legt seit 2007 Standards für Neubauten und Sanierungen fest,
die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen.
Abbildung 3: Kindergarten in Bonn-Geislar, KfW-Effizienzgebäude55 und Holzbauweise
(© Architekten: rheintreuearchitekten; Fotograf: Patrik Prior)Seite 11 von 53

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7.2.1 Neubau und Sanierung
Das SGB arbeitet derzeit an der Aktualisierung des „Planungsleitfaden für Modernisierungs-,
Neubau-, Umbau-, Erweiterungsbau und Bauunterhaltungsmaßnahmen“. Die energetischen
Anforderungen werden mit der LSK abgestimmt. Für Neubauten wurde vereinbart, dass diese
im Standard des KfW-Effizienzhaus55 unter der Verwendung von Passivhauskomponenten zu
errichten sind. Für Sanierungen ist eine Weiterentwicklung des seit 2007 geltenden Standards
(mindestens Neubaustandard nach EnEV) in Arbeit.
7.2.2 Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden
2019 wurde eine PV-Anlage auf dem Neubau des Betriebsgebäudes Platanenweg errichtet.
Auf der Grundlage des Ratsbeschlusses (DS 1112350NV13) wurde das Dach der
BürgerEnergie Rhein-Sieg eG angeboten. Im November 2018 war zwischen dem Amt für
Stadtgrün und der Genossenschaft ein Pachtvertrag für die Nutzung des Daches zur
Installation einer Photovoltaikanlage für die Dauer von 20 Jahren geschlossen worden. Die
Anlage wurde im Januar 2019 durch die BürgerEnergie Rhein-Sieg eG errichtet. Der
gewonnene Strom wird zu 100% ins Netz eingespeist. Das Nutzungsentgelt beträgt 5% des
Ertrages (Einspeisevergütung).
Die neue PV-Anlage besteht aus 318 Modulen. Sie erstreckt sich über rund 700 Quadratmeter
und bedeckt damit das Dach der Gewerbehalle fast vollständig. Sie verfügt über eine Leistung
von knapp 100 Kilowatt peak. Bei einer 100 prozentigen Einspeisung können auf dem Dach
künftig pro Jahr 86 Megawattstunden Energie produziert und somit 51 Tonnen CO2 eingespart
werden.
Insgesamt waren in 2019 auf städtischen Gebäuden 63 Photovoltaikanlagen mit einer
Gesamtleistung von 1.106 kW(p) installiert.
Abbildung 4: PV-Anlage Betriebsgebäude Platanenweg (© BürgerEnergie Rhein-Sieg eG)Seite 12 von 53

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7.3 Versorgung, Erneuerbare Energien
7.3.1 Photovoltaik
Im Jahr 2019 ist die Zubau-Aktivität bei Photovoltaikanlegen weiter erfreulich angestiegen. Mit
147 neuen Anlagen und einer gesamten Peakleistung von 2.196 kW werden wieder Werte
ähnlich der Boom-Jahre 2010 bis 2012 erreicht.
Insgesamt waren in Bonn am 31.12 2019 1.692 Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von
18.477 Kilowatt (peak) installiert.
Abbildung 3: Entwicklung des Photovoltaikzubaus in Bonn 1990-2019Seite 13 von 53

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7.3.2 Solarthermieanlagen
In Bonn waren am 31.12.2018 insgesamt 2.012 Kollektoranlagen mit einer Fläche von 16.980
m2 installiert. Die Zubauzahlen für 2019 lagen beim für die Förderung zuständigen Bundesamt
für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) zum Zeitpunkt der Berichtserstellung noch nicht vor.
Abbildung 4: Entwicklung thermischer Solaranlagen in Bonn 1988-2018
7.3.3 Fernwärmeausbau 2020
Aktuell ist das Bonner Fernwärmenetz rund 120 Kilometer lang (Vorjahr: 105 km).
Angeschlossen sind mehr als 2.500 Kundinnen und Kunden (Vorjahr 2.100). vom
Einfamilienhaus über große Wohngebäudekomplexe über das historische Bonner Münster
und die Häuser der Museumsmeile bis hin zum Post Tower. Das Ausbauziel von 8 Megawatt
wurde im Jahr 2019 erreicht.
Innerhalb der Ausbau-Initiative „Fernwärme 2020“ treffen sich Vertreterinnen und Vertreter der
Stadtwerke und der Stadtverwaltung halbjährlich zum Austausch über den Fortschritt des
Ausbaus sowie die geplanten Bautätigkeiten, auf die die Stadt Bonn Einfluss hat oder in die
sie eingebunden ist. Bisher haben elf Fachgespräche dieser Art, organisiert durch die LSK,
stattgefunden.Seite 14 von 53

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7.4 Mobilität
7.4.1 Elektromobilität
Die 2012 nach politischem Auftrag gegründete Initiative „eSTART“ widmet sich der Planung
und dem Ausbau der Ladeinfrastruktur in der Region sowie der Öffentlichkeitsarbeit für das
Thema Elektromobilität.
Im Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit wird unter Federführung der SWB Energie und Wasser
(EnW) gemeinsam mit Stadt Bonn, Rhein-Sieg-Kreis und den Energieversorgern
RheinEnergie, Rhein-Sieg-Netz/rhenag, innogy SE,EVG St. Augustin und den Stadtwerken
Troisdorf jährlich der Tag der Elektromobilität organisiert (siehe 7.6.2).
Aus dem anfänglichen Arbeitskreis Ladeinfrastruktur hat sich mittlerweile auf Bonner Seite
eine bilaterale Zusammenarbeit zwischen Stadt Bonn und SWB EnW entwickelt. Ziel ist der
weitere Ausbau auf Bonner Stadtgebiet.
SWB EnW betreibt im Bonner Stadtgebiet derzeit an 35 Standorten insgesamt 41 öffentlich
und halböffentlich zugängliche E-Ladestationen, die mit BonnNatur-Strom versorgt werden.
Hier ist eine aktuelle Übersicht der SWB EnW Ladesäulen zu finden: https://www.stadtwerke-
bonn.de/fuer-zuhause/e-mobility/elektrotankstellen/
Weitere Ladesäulen des TankE-Netzwerkes, zu dem auch SWB EnW gehört, sind hier
einsehbar: https://www.tanke-netzwerk.de/ladenetzwerk/#c427.
Des Weiteren werden bei Bonner Unternehmen 115 gewerbliche Ladestationen durch die
SWB EnW betrieben, das sind 35 mehr als im Vorjahr.
Ein weiterer Arbeitskreis „Grüner Strom“ befasste sich mit der möglichen Errichtung von
Energieanlagen, die durch regenerativen Strom gespeist werden. Dies gestaltet sich weiterhin
schwierig: Die Realisierung einer auf dem Gebiet der Gemeinde Swisttal geplanten
Windenergieanlage ist weiterhin nicht absehbar ebenso wie die mögliche Errichtung einer
weiteren Freiflächen-PV-Anlage auf dem Gebiet der Stadt Troisdorf. Der Arbeitskreis ruht
derzeit.
7.4.2 Emissionsfreie Innenstadt
Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat innerhalb des Programms
„KommunalerKlimaschutz.NRW“ den besonderen Förderbereich „Emissionsfreie Innenstadt“
eingerichtet. Die Stadt Bonn hatte sich dort 2017 beworben. Mitte November 2019 wurde der
Bewilligungsbescheid an die Stadt Bonn und die SWB Energie und Wasser sowie SWB Bus
und Bahn übergeben.
Ziel des Projektes ist die Stärkung der multi- und intermodalen, umweltfreundlichen Mobilität.
Erreicht werden soll dies durch folgende Maßnahmen in den kommenden drei Jahren:Seite 15 von 53

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 Einrichtung von 36 Mobilstationen inklusive vier Fahrradparkhäusern und Ladesäulen
mit Fokus auf E-Taxis,
 Ausbau von Abschnitten von Radschnellrouten und
 die weitere Beschaffung von E-Fahrzeugen für den städtischen Fuhrpark.
Land und EU fördern das Projekt, das im Stadtplanungsamt angesiedelt ist, mit 11,5 Millionen
Euro.
7.5 Interne Organisation
7.5.1 Mitarbeitermobilität
Die Stadt Bonn ist als große öffentliche Arbeitgeberin im besonderen Maße verpflichtet, auch
im Bereich Mobilität eine Vorbildfunktion einzunehmen. Dazu gehört unter anderem auch, die
Sensibilität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für mobilitätsbewusstes Verhalten sowohl für
die Wege zum Dienst als auch bei dienstlich notwendigen Fahrten zu fördern.
7.5.1.1 Fuhrparkmanagement
Aktuell befinden sich folgende Typen von Elektrofahrzeugen im städtischen Bestand:
 15 PKW
 1 Renault Van
 10 Streetscooter
 2 Kipper (Alke und AIXAN Mega)
 36 Pedelecs
 2 E-Lastenräder
 1 Hybridfahrzeug
7.5.1.2 CO2-Kompensation von dienstlichen Flugreisen in der Stadtverwaltung
Nicht vermeidbare dienstliche Flugreisen werden seit 2010 mittels Zahlungen an die
gemeinnützige GmbH „atmosfair“ kompensiert (www.atmosfair.de). Die Gelder werden nach
dem CDM Gold Standard in Projekte zur CO2-Einsparung in Entwicklungsländern investiert.
In der unten stehenden Tabelle sind die jährlich geleisteten Kompensationsbeiträge der
Stadtverwaltung Bonn dargestellt.
Atmosfair reagierte 2019 auf eine zunehmende Zahl von Kritiken, die
Kompensationsdienstleistungen als Ablasshandel oder Green Washing bezeichnen und bietet
nach dem Klimaschutzgrundsatz "Vermeiden und Reduzieren vor Kompensieren" die
Kompensation von Inlandsflügen nicht mehr an. Für Inlandsflüge gibt es in aller Regel eine
alternative, wesentlich emissionsärmere Bahnverbindung.Seite 16 von 53

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Jahr Anzahl
Flüge
Zahlung
Euro
CO2
kg
2010/2011 118 1.876,00 73.170
2012 63 962,00 35.240
2013 16 622,00 21.935
2014 53 1.371,00 53.690
2015 36 1.169,00 45.440
2016 75 1.652,00 63.814
2017 85 1.272,00 44.032
2018 58 1.409.00 54.924
2019 49 1.274,00 53.132
Abbildung 5: Übersicht der CO2-Kompensation mit atmosfair 2010-2019
7.5.2 Papieratlas
Die Stadt Bonn verwendet für ihren Bedarf an Büro- und Kopierpapier in der Verwaltung zu
100 Prozent Recyclingpapier mit dem Blauen Engel, einem Güte- und Prüfsiegel für Papiere,
die vollständig aus Altpapier hergestellt werden.
Zum zehnten Mal in Folge wurde die Stadt für ihren Einsatz von und für Recyclingpapier mit
dem Blauen Engel im Rahmen des bundesweiten Städtewettbewerbs „Papieratlas 2019“
ausgezeichnet. Sie gehört somit wiederum zu den „Recyclingpapierfreundlichsten Städten
Deutschlands“. Die Sonderauszeichnung als „Mehrfachsieger“ wurde am 22. Oktober 2019 in
Berlin von Bundesumweltministerin Svenja Schulze an Oberbürgermeister Sridharan
übergeben.
Die Herstellung von Recyclingpapier spart im Vergleich zu Frischfaserpapier rund 70 Prozent
Wasser und 60 Prozent Energie. In Bonn wurden so in den vergangenen zehn Jahren über 58
Millionen Liter Wasser und über 11 Millionen Kilowattstunden Energie eingespart. Die
eingesparte Menge an Wasser entspricht dem täglichen Trinkwasserbedarf von über 470.000
Bundesbürgern. Mit der eingesparten Energie könnten über 3.000 Drei-Personen-Haushalte
ein Jahr lang versorgt werden.
Die Höhe des Papierverbrauchs selbst geht in die Wertung für den Papieratlas nicht ein, wird
jedoch von der Stadt ebenfalls erfasst.
Die Verwaltung nutzt ausschließlich Recycling-Papier. In der Hausdruckerei kommt aufgrund
bestimmter Druckerzeugnisse zu einem sehr geringen Anteil noch Frischfaser-Papier zum
Einsatz. Zum Verbrauch in den Schulen ist anzumerken, dass diese regelmäßig informiert und
gebeten werden, ihren Papierbedarf über den bestehenden Rahmenvertrag der Stadt zu
decken. Die auf diesem Wege beschafften Papiermengen sind im Diagramm abgebildet. Die
Schulen bestellen zum Teil jedoch auch dezentral – diese Mengen tauchen in den obenSeite 17 von 53

Seite 17
dargestellten Zahlen naturgemäß nicht auf. Für die Schulen existieren aufgrund dieser Praxis
keine abschließenden Zahlen zum Gesamt-Verbrauch. Der im Diagramm erkennbare Anstieg
seit 2013 ist demnach nicht notwendigerweise mit einem steigenden Verbrauch
gleichzusetzen, sondern zeigt vielmehr an, dass die von der Stadt favorisierte zentrale
Beschaffung in den Schulen seitdem wieder deutlich zunimmt.
Abbildung 6: Papierverbrauch (Bonner Stadtverwaltung, Schulen, Hausdruckerei) 2010-2019
Während der äußerst geringe Einsatz an Frischfaserpapier und die Zunahme der zentralen
Beschaffung an den Schulen positiv zu bewerten sind, bleibt dennoch festzustellen, dass der
Gesamtpapierverbrauch der Stadt (Verwaltung, Druckerei und Schulen in Summe) trotz
fortschreitender Digitalisierung noch nicht wesentlich gesunken ist. Der jährliche
durchschnittliche Verbrauch (rote Linie) lag in den letzten zehn Jahren bei rund 37,5 Mio. Blatt.
Abbildung 7: Papierverbrauch (summiert) 2010-2019
0
2.000.000
4.000.000
6.000.000
8.000.000
10.000.000
12.000.000
14.000.000
16.000.000
18.000.000
20.000.000
2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Blatt Papier (A4)
Verwaltung
Recycling
Schulen
Recycling
Schulen
Frischfaser
Hausdruckerei
Recycling
Hausdruckerei
Frischfaser
0
5.000.000
10.000.000
15.000.000
20.000.000
25.000.000
30.000.000
35.000.000
40.000.000
45.000.000
2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018Seite 18 von 53

Seite 18
7.5.3 Postversand mit GoGreen
Wie bereits seit 2009, nahm die Stadt Bonn auch 2019 als Partnerin am „GoGreen“-Programm
der Deutschen Post DHL teil, mittels dem die CO2-Emissionen, die durch die Transport-
Logistik beim Brief- und Paketversand entstehen, finanziell ausgeglichen werden. Die
Investitionen der Kompensationsbeiträge erfolgt in internationale Klimaschutzprojekte nach
dem im Kyoto-Protokoll verankerten Clean Development Mechanism nach dem zertifizierten
Gold Standard. 2018 wurden 90,67t CO2 kompensiert. Das Zertifikat für 2019 lag zum
Zeitpunkt der Berichtserstellung noch nicht vor.
Das Projekt GOGREENRegional 2017, bei dem die Kompensationsbeiträge zur Förderung der
emissionsarmen Zustellung verwendet wurden, lief als Pilotprojekt und wurde mit Ablauf des
Jahres 2017 eingestellt.
Abbildung 8: Gogreen-Zertifikat 2018
www.dpdhl.de/gogreen-projekteSeite 19 von 53

Seite 19
7.5.4 Azubi-Projekt „Klima- und Energiescouts“
Im Frühjahr 2018 startete das Deutsche Institut für Urbanistik das bundesweite Projekt
„Kommunale Klima- und Energiescouts“. Ziel des Projekts war es, Auszubildende zu eigenen
Klimaschutz-Aktivitäten zu befähigen, um so den Klimaschutzgedanken in die Verwaltung zu
tragen. Die Bonner Stadtverwaltung beteiligte sich an dem Projekt. Initiiert durch die LSK und
unterstützt vom Ausbildungsleiter der Stadt und einer Ausbilderin des Tiefbauamtes wurden
zwei motivierte Auszubildende gefunden.
Nach einem zweitägigen Einführungs-Workshop in Köln mit Azubis aus ganz Deutschland
widmeten sich die beiden in ihrem Projekt den Energie-Einsparmöglichkeiten in der Kläranlage
Duisdorf am Beispiel des Labor-Muffelofens. Sie ermittelten, dass durch bedarfsgerechte
Aufheizung und Nutzung allein durch diese eine Maßnahme rund 300€ Stromkosten pro Jahr
eingespart werden können.
Abbildung 9: Titelbild der difu-Dokumentation
Das Bonner Projekt schaffte es zwar nicht aufs Siegertreppchen im bundesweiten
Wettbewerb. Es wird aber gemeinsam mit den weiteren 50 eingereichten Projekten in der
Abschlussdokumentation vorgestellt. Die Dokumentation ist hier abrufbar:
https://difu.de/12845Seite 20 von 53

Seite 20
7.5.5 Fortbildungsangebote für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Aufgabe der LSK ist auch, das Thema Klimaschutz und Klimaanpassung in die städtische
Verwaltung zu tragen und Mitarbeitende zu informieren und motivieren, klimafreundlich zu
handeln. Im Amt für Internationales und Globale Nachhaltigkeit beschäftigt sich gleichzeitig
eine Koordinatorin mit dem Auftrag, zum Thema SDGs und Nachhaltigkeit in die Verwaltung
zu wirken. Da Klimaschutz- und Energiefragen ein Teil der SDGs sind, wurde von beiden
Ämtern eine gemeinsame Fortbildungsreihe konzipiert, die vor dem Hintergrund der Bonner
Nachhaltigkeitsstrategie über einzelne Umsetzungsaspekte der SDGs in Bonn informiert. Bei
der Organisation unterstützte des Personal- und Organisationsamt.
Zwei Fortbildungsformate wurden angeboten: Die „Info-Lunches“ fanden zweimal monatlich
statt. Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Fachbereichen informierten bei einem
nachhaltigen Snack über ihren Arbeitsbereich und ihren Bezug zur Nachhaltigkeitsstrategie
und den SDGs. Vorgestellt wurden auf diese Weise u.a. die Klimaschutzkampagne, die Fair
Trade Town Bonn, die internationalen Projektpartnerschaften der Stadt, das Biostädte-
Netzwerk, die Regionalagentur für Arbeitsmarktpolitik, das Solardachkataster u.a.
Abbildung 10: Auszug aus dem Fortbildungsflyer 2019
Während der Sommerferien fanden statt der Lunches Exkursionen zu städtischen
Nachhaltigkeitsorten statt. So wurden das Heizkraftwerk, die Zweiterstellung der SWB, der
Südfriedhof oder die soziale Stadt Tannenbusch von Kolleginnen und Kollegen vor Ort
vorgestellt.
Die Reihe, insbesondere die Info-Lunches, wurde mit je bis zu 30 Teilnehmenden gut
angenommen. Das informelle Format beförderte den Austausch untereinander und den Blick
über den Tellerrand und wird daher auch 2020 mit neuen Themen aus der
Nachhaltigkeitsstrategie fortgesetzt. Die Exkursionen erwiesen sich für viele Kolleginnen und
Kollegen dagegen als zu aufwändig und werden in 2020 nicht wieder angeboten.Seite 21 von 53

Seite 21
7.6 Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit
7.6.1 Klimaschutzkampagne „Neu denken. Einfach handeln.“
Die städtische Klimaschutzkampagne steht seit 2019 unter dem Slogan „Neu denken. Einfach
handeln. Gemeinsam fürs Klima.“ Die Kampagne, die sich an die gesamte Bonner
Stadtgesellschaft richtet, hat zum Ziel, für den Klimaschutz vor Ort und im Alltag zu
sensibilisieren und zu motivieren. Dabei will sie auch den persönlichen und gesellschaftlichen
Mehrwert von lokalem Klimaschutz aufzeigen und auf diese Weise zum Mitmachen motivieren.
Abbildung 11: Slogan der Klimaschutzkampagne
Die Kampagne gliederte sich 2019 in drei Bausteine:
1. Eine Plakat- und Digitalkampagne zum Auftakt, die Bonnerinnen und Bonner vorstellt,
welche in den vier Handlungsfeldern Energie, Mobilität, Konsum und Ernährung schon
heute klimafreundlich handeln. Auf der städtischen Website werden die Menschen und ihre
Aktivitäten näher vorgestellt. Tipps dazu was sich in der Stadt tut und wie man selbst aktiv
werden kann, runden die Geschichten zum jeweiligen Handlungsfeld ab.
2. Gleichzeitig mit Veröffentlichung der Plakate wurden alle Bonnerinnen und Bonner
eingeladen, ihr eigenes Foto und Statement zur Kampagne beizusteuern: bei
verschiedenen Aktionstagen war der Mitmach-Stand der Kampagne vor Ort, um klima-
aktive Bürgerinnen und Bürger für die Kampagne zu gewinnen
3. Auf der Website wurden die entstehenden Fotos eingepflegt. Auf diese Weise entstand
nach und nach eine digitale Galerie, die dem Klimaschutz in Bonn viele Gesichter gibt und
zahlreiche Anregungen für den eigenen Alltag bietet. www.bonn.de/klimaschutz
Abbildung 12: Plakat- und Postkartenmotive der KlimaschutzkampagneSeite 22 von 53

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Bei den Mitmach-Ständen waren Besucherinnen und Besucher aus und in Bonn eingeladen,
Teil der Kampagne zu werden. Die verschiedenen Statements sollen zeigen, wie vielfältig
Klimaschutz im Alltag sein kann und wie vielfältig auch die Menschen sind, die bereits klima-
aktiv sind. Bei folgenden Festen und Veranstaltungen war der Mitmach-Stand zwischen Mai
und Oktober vor Ort:
Datum Anlass Ort
Mittwoch, 15. Mai 2019 Info-Lunch für Mitarbeitende Stadthaus
Samstag, 25. Mai 2019 Rad-Aktionstag und
Auftakt Stadtradeln
Marktplatz
Sonntag, 26. Mai 2019 Tag der Artenvielfalt Botanischer Garten
Samstag, 01. Juni 2019
& Sonntag, 02. Juni 2019
Museumsmeilenfest Vorplatz
Kunstmuseum
Mittwoch, 12. Juni 2019 „Klimaschutz macht Ah!“, s. 7.6.6 Haus der Bildung
Samstag, 29. Juni 2019 Markt der Möglichkeiten im Rahmen
der SDG-Tage 2019
Kult 41
Mittwoch, 03. Juli 2019 7. NRW -Nachhaltigkeitstagung WCCB
Mittwoch, 03. Juli 2019 Abschlussfeier Stadtradeln Altes Rathaus
Samstag, 06. Juli 2019 Tag der E-Mobilität Münsterplatz
Mittwoch, 28. August 2019 Info-Stand vor der Kantine Stadthaus
Dienstag, 03. September 2019 Info-Stand vor der Kantine Stadthaus
Samstag, 28. September 2019 „Rundum Fair“ im Rahmen der
Fairen Woche
Münsterplatz
Samstag, 12. Oktober 2019 Tag der Vereinten Nationen Marktplatz
Mehr als dreihundert Personen beteiligten sich aktiv an der Kampagne. Mit zahlreichen
weiteren Besucherinnen und Besuchern, die nicht abgelichtet werden wollten, konnten
Gespräche zur Arbeit der LSK und zum Klimaschutz in Bonn geführt werden.
Für ausführliche Informationen zu Kampagnenkonzeption, Reichweite und Kosten sei auf den
Sachstandsbericht zur Kampagne verwiesen, der im November 2019 veröffentlicht wurde
(Boris neu DS 190568).Seite 23 von 53

Seite 23
Abbildung 13: Beispiel-Bilder der Mitmach-Aktionen (© Marion Wilde / Bundesstadt Bonn)Seite 24 von 53

Seite 24
7.6.2 Tag der Elektromobilität
Der Tag der Elektromobilität wird seit 2012 von der Initiative eSTART veranstaltet (siehe auch
7.4.1).
2019 fand er am 6. Juli auf dem Bonner Münsterplatz statt. Alle Energieversorger der Initiative
präsentierten dort ein gemeinsames Programm mit Aktionen, Neuerungen und erstmals
kurzen Fachvorträgen zu Themen wie Akku-Systeme, Umweltbilanz oder dem Nutzerverhalten
der Zukunft. Gezielte Fragen beantworteten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der
Unternehmen an ihren Beratungsständen und wiesen auf Förderprogramme hin. Die
Energieversorger stellten Ladesäulen, Wallboxen und die eigenen Elektrofahrzeuge vor.
Autohäuser präsentierten Fahrzeuge verschiedener Hersteller. Auch Elektroroller zogen viele
Interessenten an. Für Kinder gab es einen E-Auto-Parcours. Jugendliche und Erwachsene
übten sich im Segway-fahren.
Alle Informationen zu den aktuellen Veranstaltungen von eSTART finden sich auf der
Internetseite www.estartlive.de.
Abbildung 14: Plakat-Motiv 2019Seite 25 von 53

Seite 25
7.6.3 Bonner Energietage
Seit 2007 fand der Energietag jährlich als gemeinsame Veranstaltung von Stadt Bonn, SWB
Energie und Wasser, Energieberatung der Verbraucherzentrale Bonn und seit 2012 auch der
Bonner Energie Agentur statt. Auf dem Münsterplatz präsentierten sich dabei Unternehmen
und Organisationen mit Infoständen und Fachvorträgen. Kernthemen waren
Energieeinsparung, erneuerbare Energien und Förderprogramme. Zuletzt hatte das Interesse
der Handwerks-Aussteller abgenommen. Zum Teil wurde angegeben, dass die Auftragslage
sehr gut sei und deshalb auf solche Auftritte verzichtet werden könne.
Aus diesem Grund wurde der Energietag 2018 und 2019 ausgesetzt. Die
Veranstaltergemeinschaft erarbeitete ein neues Konzept, das aufgrund des zeitlichen
Planungsvorlaufes ab 2020 umgesetzt werden soll. Künftig soll das Themenspektrum weiter
gefasst werden als bisher: Zusätzlich zu den etablierten Themen sollen z.B. neue Wohnformen
wie gemeinschaftliches, raumsparendes Wohnen, Quartiers-Carsharing, Ressourcen-Aspekte
von Baustoffen, Smart Home u.a. präsentiert werden. Um die Neuausrichtung zu
unterstreichen, soll die Veranstaltung künftig auf mehrere Tage und Teil-Veranstaltungen
gestreckt werden, den Abschluss bildet der Besuchertag auf dem Münsterplatz. Der Untertitel
„Aktionstage für energiebewusstes Bauen, Wohnen und Leben“ unterstreicht diese
konzeptionelle Neurorientierung.Seite 26 von 53

Seite 26
7.6.4 Stadtradeln
Bonn nimmt seit 2012 an der Kampagne STADTRADELN des Klima-Bündnis teil. Ziel der
Kampagne ist, dass möglichst viele Bürger und Bürgerinnen in Teams um die Wette radeln
und Radkilometer für den Klimaschutz sammeln. Die Auswertung durch das Klima-Bündnis
erfolgt bundesweit. Die LSK übernimmt die Projektkoordination vor Ort.
2019 erradelten in Bonn mehr Aktive als jemals zuvor (3.174) so viele Kilometer wie noch nie
(mehr als 602.000). Im Schnitt fuhr jede und jeder Teilnehmende im Aktionszeitraum circa 189
Kilometer.
Am eigens für das Bonner STADTRADELN ausgerufenen Schulwettbewerb nahmen 32
Schulklassen aus acht Schulen teil. Die Klassenteams bestanden aus vier bis 28 Schülerinnen
und Schülern. 314 Kinder und Jugendliche radelten so 27.000 Kilometer. Die fünf
erfolgreichsten Teams gewannen einen Preis für die Klassenkassen. Die Schülerinnen und
Schüler motivierten auch Lehrerkollegien, Eltern und Ehemalige, beim Stadtradeln
mitzumachen.
www.bonn.de/stadtradeln
Abbildung 15: Preisträgerinnen und Preisträger von STADTRADELN 2019 (© Sascha Engst/
Bundesstadt Bonn)Seite 27 von 53

Seite 27
7.6.5 Klima-Fahrradtouren
Die LSK bietet seit 2017 in Kooperation mit dem ADFC Fahrradtouren zu Klimaschutz- und
Nachhaltigkeitsprojekten in Bonn an. Die LSK wählt die Ziele aus und stellt Kontakte her, der
ADFC plant die Streckenführung, überwiegend abseits der Hauptstraßen, und begleitet die
Gruppen.
Die erste Tour des Jahres 2019 führte am 18. Mai zu fünf Zielen: den Start bildete der
Poppelsdorfer Weiher: Der Weiher gehört seit 2019 zum innerstädtischen Lehrpfad
Artenvielfalt, den die Untere Naturschutzbehörde eingerichtet hat, um auf bedeutende Biotope
mitten in der Stadt aufmerksam zu machen. Weiter ging es zur Grünen Spielstadt und den
Internationalen Gärten in Dransdorf: Kräutergarten, Wildbienenbrutanlage und Kunstwerke in
der Natur sind hier zu sehen, ebenso wie Gemüsefelder, die von Menschen aus 15 Ländern
auf dem Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei beackert werden. Als nächste Station stellte
die Solidarische Landwirtschaft Bonn/Rhein-Sieg sich vor, die eine faire biologische und lokale
Lebensmittelversorgung zum Ziel hat. Auf der Kläranlage Salierweg erhielten die
Teilnehmenden dann einen Überblick über eine moderne Abwasserbehandlungsanlage, bevor
es zum Schluss noch zur Photovoltaik-Anlage an der Kennedybrücke ging, die seit 2011 in
Betrieb ist.
Die zweite Tour fand am 14. September 2019 mit 25 Teilnehmenden statt. Erste Station der
Tour war das Feuerlöschboot der Berufsfeuerwehr Bonn. Von dort führte die Radtour zum
Mehrgenerationenprojekt „Amaryllis“ in Vilich-Müldorf, wo rund 70 Menschen zwischen einem
und achtzig Jahren in einer Wohngenossenschaft mit 33 Wohneinheiten am rechtsrheinischen
Bonner Stadtrand leben. Dritte Station waren zwei Renaturierungsmaßnahmen am Vilicher
Bach.
Abbildung 16: Teilnehmende einer Klima-Fahrradtour 2019 (© C. Walter/ Bundesstadt Bonn)Seite 28 von 53

Seite 28
7.6.6 Klimaschutz macht Ah!
„Klimaschutz macht Ah!“ fand in Kooperation mit den Deutschen Institut für Urbanistik und der
Volkshochschule Bonn während der SDG-Tage am 12. Juni 2019 im Haus der Bildung statt –
ein praxisnaher Info-Abend zum städtischen Grün für den Klimaschutz.
In Impulsvorträgen und mit multimedialen Einblicken wurde zunächst gezeigt, welche
Bedeutung städtisches Grün für das Klima hat. In einer interaktiven Diskussion mit Vertretern
der LSK und des Amtes für Stadtgrün wurden konkrete Maßnahmen und Pläne der Stadt Bonn
rund um das Thema Grün und Klimaschutz vorgestellt und mit dem Publikum diskutiert.
Anschließend standen an Info-Ständen Initiativen und städtische Vertreterinnen und Vertreter
für Gespräche und Vernetzung bereit. Hier konnten die Besucherinnen und Besucher erfahren,
wie sie selbst aktiv werden können:
 AG Grüne Infrastruktur: Grüne Inseln
 Bonn im Wandel: Bonn blüht und summt
 Stadtfrüchtchen: Miet-Hochbeete / Urban Gardening
 Untere Naturschutzbehörde: Lehrpfad Artenvielfalt in der Stadt
 Amt für Stadtgrün: städtische Urban Gardening-Angebote
 Leitstelle Klimaschutz: Klimaschutzkampagne und Klimaanalyse-Karten
Abbildung 17: Klimaschutz macht Ah! (© Marion Wilde / Bundesstadt Bonn)Seite 29 von 53

Seite 29
7.6.7 Dicker Pulli-Tag
Initiiert durch einen Bürgerinnenantrag wird am 7. Februar 2020 erstmals in Bonn der „Dicker-
Pulli-Tag“ stattfinden - ein Aktions- und Informationstag zum Thema Klimaschutz und
Energieeffizienz. An diesem Tag sollen in Bildungseinrichtungen, Büros und Privathaushalten
die Heizungen um mindestens ein Grad heruntergeregelt – bei Bedarf gleicht ein dicker Pulli
das Minus aus.
Die Verwaltung wurde von der Politik im Juni 2019
beauftragt, diesen Tag zu unterstützen, indem bei
städtischen und internationalen Einrichtungen für
die (freiwillige) Teilnahme geworben wird.
Im Juni und Juli 2019 fanden zwei
Abstimmungsgespräche zwischen LSK,
Schulamt, Amt für Kinder, Jugend und Familie,
Amt für Internationales und Globale
Nachhaltigkeit, SGB sowie Personalrat statt.
Im Anschluss wurde ein Schreiben von
Oberbürgermeister Sridharan als Schirmherr des
Tages versandt, welches zur Teilnahme am Tag
einlädt. Angeschrieben wurden alle Bonner
Schulen und Kindertageseinrichtungen, Jugend-
zentren und Spielhäuser sowie zahlreiche
internationale und Wissenschaftsorganisationen. Zudem wurde der Tag im Rahmen der
städtischen Netzwerkveranstaltung „Umwelt, Klima, Nachhaltigkeit – Schule trifft Verwaltung“
am 6. November von der LSK gemeinsam mit der Initiatorin vorgestellt.
Die LSK koordiniert die Teilnahme aller interessierten städtischen Stellen. Mehr als 30 Schulen
und Kitas haben sich bis Ende 2019 zur Teilnahme angemeldet, nicht nur mit einer Absenkung
der Temperatur, sondern auch mit Unterrichtseinheiten, Aktionen und Spielen rund um
Klimaschutz und Energie. Darüber hinaus ist in Kooperation mit der Bonner Energie Agentur
und der Verbraucherzentrale NRW ein Rahmenprogramm im Stadthaus zum Aktionstag
geplant.
www.dicker-pulli-tag-bonn.de (Website der Initiatorin)
Abbildung 18: Logo Dicker-Pulli-Tag
© Lukas ZimmermannSeite 30 von 53

Seite 30
7.6.8 Weitere Vernetzungsaktivitäten
Neben den Ständen und Veranstaltungen zur Öffentlichkeitsarbeit verfolgte die LSK das Ziel,
sich noch weiter mit Akteuren in Bonn sowie mit Klimaschutz-Kolleginnen und -Kollegen aus
anderen Kommunen auszutauschen, zu vernetzen und mögliche gemeinsame Aktivitäten
auszuloten. Die wesentlichen Termine waren die folgenden:
 Projektauftakttreffen „TeRRIFICA“ (Wissenschaftsladen Bonn, 6. Januar 2019):
Gastvortrag LSK
 Hitzevorsorge in urbanen Räumen (BBSR Bonn, 21./22. März 2019): Vortrag LSK
 24. Deutscher Fachkongress für kommunales Energiemanagement (Wiesbaden,
1. /2. April 2019): Teilnahme LSK
 Auftaktveranstaltung zur Hitzeaktionsplanung (Stadtverwaltung Köln, 23. Mai
2019): Teilnahme LSK
 ICLEI Resilient Cities Conference (Bonn, 26.-28. Juni 2019): Vortrag, Infostand und
Teilnahme LSK
 IHK-Freitagswerkstatt (Bonn,05. Juli 2019): Vortrag LSK
 Forum Klimafolgenanpassung in Großstädten (LANUV Duisburg, 4. September
2019): Teilnahme LSK
 Vernetzungstreffen Deutsche Anpassungsstrategie (BBSR Bonn, 17./18.
September 2019): Teilnahme LSK
 Nachhaltigkeits-Barcamp (Bonn, 27. September 2019): Teilnahme und
Sessionangebot LSK
 Stadtteilkonferenz Lannesdorf/Obermehlem (02. Oktober 2019): Teilnahme
Thementisch „Umwelt & Klima“ LSK
 Praxiswerkstatt Solare Stadt (Bonn, 8. Oktober 2019) Kooperationsveranstaltung
EUROSOLAR, LSK, SWB, BEA) zur Vernetzung von Kommunen zu dem Thema
 Partnertag der Bonner Energie Agentur (St. Augustin 9. Oktober 2019): Teilnahme
LSK
 Podiumsdiskussion „Klimaschutz (nicht nur) in Bonn“ (bpb Bonn, 14. Oktober
2019): Teilnahme Podiumsdiskussion LSK
 Internationale Gästegruppe der Bundesregierung (Altes Rathaus Bonn, 18.
Oktober 2019): Vortrag LSK
 Internationales Frauenfrühstück (IFZ Bonn, 9. November 2019): Vortrag LSK
 Werkstatt gemeinsam für ein besseres Stadtklima in Bonn (Volksbank Bonn, 14.
November 2019): Vortrag LSK
 Kommunaler Erfahrungsaustausch der EnergieAgentur NRW zu European Energy
Award und CO2-Bilanzierung (Wuppertal, 18. November 2019): Teilnahme LSK
 Bonn Symposium „Mit Nachhaltigkeit überzeugen“ (sef Bonn, 27./28. November
2019): Teilnahme LSK
 FONA Konferenz Zukunftsstadt (Münster, 2./3. Dezember 2019): Infostand,
Impulsvortrag und Moderation Arbeitsgruppe LSK
 Zukunft Bau Kongress 2019 (Bonn, 3./4. Dezember 2019): Teilnahme LSKSeite 31 von 53

Seite 31
7.7 Umweltbildung / BNE
7.7.1 Netzwerk „Schule trifft Verwaltung“
Verschiedene Abteilungen des Amtes für Umwelt, Verbraucherschutz und Lokale Agenda
bieten für Schulen Informationen und Projekte im Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit an.
Dazu gehören z.B. Kindermeilen (LSK), der Paper Angels-Wettbewerb (Lokale Agenda Büro),
Projekte zur Biodiversität (Untere Naturschutzbehörde) und Ernährung (Biostadt Bonn).
Gleichzeitig stellen die Abteilungen im Gespräch mit Lehrerinnen und Lehrern oft fest, dass
viele solcher städtischen Angebote in den Schulen noch zu wenig bekannt sind.
Im Frühjahr 2019 hat die LSK daher eine Netzwerkveranstaltung ins Leben gerufen.
Zielgruppe sind die Schulleitungen und alle Lehrkräfte, die sich an ihrer Schule mit den
Themen Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Fairer Handel, Ernährung oder Biodiversität
beschäftigen oder dies in Zukunft tun möchten. Das Netzwerk dient dazu,
 städtische Angebote und schulische Bedürfnisse miteinander abzugleichen,
 die Kooperation zwischen Umweltverwaltung und Schulen zu intensivieren und
 den Lehrkräften eine Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch zu bieten.
Mit Unterstützung des Schulamtes wurden alle Bonner Schulen zur Auftaktveranstaltung
„Umwelt, Klima, Nachhaltigkeit - Schule trifft Verwaltung“ am 27. März 2019 ins Alte Rathaus
eingeladen. Das Regionale Bildungsbüro sowie Abenteuer Lernen e.V. als Regionalzentrum
Bildung für Nachhaltige Entwicklung waren ebenfalls eingeladen. Aktuelle städtische Projekte
und Angebote mit Fokus Schule wurden vorgestellt; ebenso präsentierten einige Schulen ihre
Maßnahmen oder AGs im o.g. Themenbereich. Ideen und Wünsche für zukünftige
Netzwerktreffen wurden festgehalten.
Abb. 19: Workshop-Auszug „Schule trifft Verwaltung“ (© Marion Wilde / Bundesstadt Bonn)
Am 6. November 2019 fand die zweite Netzwerkveranstaltung im Stadthaus statt. Der Fokus
lag diesmal auf der Planung des Dicker-Pulli-Tages sowie auf der Vorstellung der Aktivitäten
der Biostadt Bonn. Des Weiteren nahmen auch Vertreter außerschulischer Bildungsanbieter
teil, um Angebote vorzustellen.
Die Veranstaltungen waren mit jeweils mehr als 30 Teilnehmenden von rund 20 Schulen gut
besucht. Ein kontinuierlicher Austausch war von den Teilnehmenden sehr gewünscht, so dass
die LSK auch künftig zweimal jährlich ein Treffen veranstalten will.Seite 32 von 53

Seite 32
7.7.2 Workshops „Mission Über-Morgen“
Vom 28. Juni bis 02. Juli 2019 fanden in der Brotfabrik die Projekttage „Mission Über-Morgen“
für Schülerinnen und Schüler der 5. bis 8. Klasse statt. Die LSK wurde angefragt, hier einen
Impulsvortrag für Alle zu geben sowie einen von sechs parallelen Workshops mit täglich
wechselnden Kleingruppen durchzuführen. Die LSK konzipierte einen Kreativ-Workshop, in
dem die Kinder und Jugendlichen ihre eigenen Klimaschutz-Botschaften und Plakate
entwickelten. Zur Einführung wurde Kampagnenwissen vermittelt und gemeinsam Ideen für
Klimaschutz im Alltag gesammelt, bevor die Kinder und Jugendlichen ihre eigenen Plakate
erstellten. An den drei Projekttagen nahmen rund 220 Kinder teil.
Abbildung 20: Workshop Mission ÜberMorgen (© Marion Wilde/ Bundesstadt Bonn)Seite 33 von 53

Seite 33
7.7.3 Klimareise
Die Klimareise - ein Exkursionstag für Schulklassen zu Organisationen und Unternehmen, die
klimafreundliche Akzente setzen - findet seit 2015 in Bonn statt. Auf Initiative der LSK wurde
das Projekt gemeinsam mit fünf nordrhein-westfälischen Städten als Projekt für kommunale
Klimaschutzthemen entwickelt. Seitdem wird es jährlich zeitgleich in den teilnehmenden
Kommunen durchgeführt. Zweimal jährlich finden Planungs- und Austauschtreffen statt, seit
2015 sind weitere Kommunen als Ausrichter hinzugekommen.
In Bonn war 2019 eine neunte Klasse von Bonns Fünfter Gesamtschule unterwegs.
Zur Vorbereitung wurde von der LSK eine Unterrichtseinheit zu „Klimaschutz, Treibhauseffekt,
nachhaltig leben“ organisiert. Ein Weltverteilspiel, ein CO2-Quiz und die Erstellung eigener
CO2-Fußabdrücke vermittelten viele Informationen zum Thema.
Die Klimareise selbst wurde klimafreundlich mit dem Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln
absolviert. Erste Station war der Wissenschaftsladen Bonn. Dieser informierte die Kids über
grüne Berufe und Internetplattformen, über die man weitere Details finden kann. Zum
Abschluss durften alle am Tablet oder Smartphone das serious game „Serena Supergreen“
spielen, welches für die Berufsbildung konzipiert wurde.
Die Müllverwertungsanlage Bonn war die zweite Reisestation. Hier lernte die Gruppe
Wissenswertes über den Konzern Stadtwerke, die Sparte Müllverwertung und die Abfallarten.
Neu war für die Schülerinnen und Schüler, dass der Dampf aus der Müllverwertung genutzt
wird, um dort Strom und Fernwärme zu produzieren.
Abbildung 21: Teilnehmende der Klimareise 2019 (© Claudia Walter/Bundesstadt Bonn)Seite 34 von 53

Seite 34
7.7.4 Kindermeilen
Bonn beteiligt sich seit 2017 an der Kampagne „Kindermeilen“ des Klima-Bündnisses. Kinder
aus ganz Europa machen sich dabei auf eine symbolische Reise, auf der sie sich ein bis vier
Wochen lang mit den Themen nachhaltige Mobilität und Klima befassen und versuchen, ihre
Alltagsstrecken zu Fuß, mit dem Rad, Roller oder ÖPNV zurückzulegen. Dafür erhalten sie
symbolische Grüne Klimameilen, die europaweit gesammelt und jährlich bei der
Weltklimakonferenz an die Politik übergeben werden.
Die LSK unterstützt die Aktion durch die
Projektkoordination vor Ort, entsprechende
Informationen an die Bonner Schulen und die
Übernahme der Kosten für die Arbeitsmaterialien,
die vom Klima-Bündnis bezogen werden können.
2019 beteiligten sich 15 KiTas und Grundschulen
mit insgesamt 1.736 Kindern, dies ist wiederum eine
Steigerung gegenüber dem Vorjahr. 25.462 Bonner
Meilen konnten an das Klima-Bündnis übergeben
werden. Europaweit sammelten mehr als 200.000
Kinder aus 13 Ländern mehr als 3,2 Millionen
Meilen.
www.kindermeilen.de
7.7.5 Weitere Aktivitäten in und mit Bildungseinrichtungen
 Tagung „Klimaschutz in Schule und Kommune“ (Dortmund, 21. März 2019):
Teilnahme LSK
 Jugend- und Azubitag der Stadt Bonn (11. Juni 2019): Vortrag und Diskussion LSK
 Jugendklimawerkstatt an der Friedrich-Ebert-Stiftung (Bonn, 03. Juli 2019):
Teilnahme Expertengespräch
 Projektwoche Hardtberggymnasium (Bonn, 9. Juli 2019): Vortrag und Diskussion
LSK
 Workshop Umwelt & Nachhaltigkeit des BIM e.V. (Bonn, 16. Juli 2020): Vortrag
Diskussion, Ideensammlung mit Schülerinnen und Schülern
 Seminar Hochschule Bonn-Rhein-Sieg IZNE - Wirtschaftswissenschaften (Bonn,
5. Dezember 2019): Gastvorlesung LSK
 Social Media Workshop der EU Kommission zu Umwelt und Klima für
Schülerinnen und Schüler (Bonn, 09. Dezember 2019): Vortrag LSK
 Seminar Uni Bonn - Geographie (Bonn, 12. Dezember 2019): Gastvorlesung LSKSeite 35 von 53

Seite 35
8 Projekte und Maßnahmen im Bereich Klimaanpassung
Im Jahr 2019 konnten die Projekte „ZURES“, „KliMoPrax“ und „Regionale Klimawandel-
vorsorgestrategie“ wie vorgesehen abgeschlossen werden. 2019 wurde im Rahmen der
Deutschen Anpassungsstrategie – „Kommunale Leuchtturmvorhaben“ ein Antrag auf die
Förderung des Projektes „mutabor“ gestellt.
8.1 Überblick
Der im Integrierten Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept der Stadt Bonn definierte
Bedarf nach Planungsgrundlagen für stadtklimatische Belange konnte über das Projekt
„ZURES“ mit der Fertigstellung der gesamtstädtischen Klimaanalyse (2018) sowie einer darauf
basierenden Planungshinweiskarte (2019) gedeckt werden. Mit diesen öffentlich verfügbaren
und für gesamtstädtische Analysen außergewöhnlich hochaufgelösten Karten wurden
Planungsgrundlagen geschaffen, welche bereits regelmäßig im Zuge der Bauleitplanung
genutzt werden. Auch bei der Bewertung der für die Wohnbaulandaktivierung zur Disposition
stehenden Flächen oder bei der Kommentierung zur Überarbeitung des Regionalplans Köln
finden sie Verwendung. Die der Verwaltung für Ihre stadtklimatischen Ersteinschätzungen zur
Verfügung stehenden Grundlagen haben sich durch die ZURES-Ergebnisse erheblich
verbessert.
Die entwickelte Planungshinweiskarte bewertet die bioklimatische Bedeutung der Freiflächen
sowie die bioklimatische Situation der Siedlungsbereiche und gibt dementsprechende
Empfehlungen für die weitere (potenzielle) Entwicklung. Eine der Kategorien ist mit der
Empfehlung „Detailgutachten erforderlich“ versehen. Diese zusätzlichen Gutachten können
zudem dann erforderlich werden, wenn mit baulichen Entwicklungen enorme
Nutzungsintensivierungen verbunden sind. Um solche Detailgutachten perspektivisch in der
Verwaltung selbst erarbeiten zu können, beteiligte sich die Stadt Bonn am 2019 beendeten
Projekt „KliMoPrax“ unter Federführung des difu. Es stellte sich jedoch ein über die geförderte
Laufzeit hinausgehender Entwicklungsbedarf des im Mittelpunkt des Projektes stehenden
Stadtklimamodells hinaus, weshalb eine weitere Projektphase beantragt und auch bereits
bewilligt wurde. Die Stadt Bonn wird sich an dieser weiteren mehrjährigen Projektphase nicht
mehr aktiv beteiligen, die Entwicklung jedoch verfolgen.
Um basierend auf den über ZURES generierten differenzierten Erkenntnissen auf eine
Reduktion von Wärmebelastungen bzw. die Vermeidung einer weitergehenden Intensivierung
im Zuge des Klimawandels hinzuwirken, beantragte die Leitstelle Klimaschutz die Förderung
des Projektes „mutabor“ im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie – Kommunale
Leuchtturmvorhaben des Bundesumweltministeriums. Dieser Projektantrag beinhaltet eine
gesamtstädtische Potenzialermittlung für Maßnahmen zur Hitzereduktion, eine Modellierung
der entsprechenden Effekte sowie die Erarbeitung einer Strategie, um die Umsetzung der
Potenziale voranzubringen.
Das Projekt ISKAS (siehe 8.5) wendet sich ebenfalls an die kommunale Verwaltung,
insbesondere (Stadt-)Planer. Ihnen soll durch ein Online-Informationssystem einSeite 36 von 53

Seite 36
niederschwelliges Angebot zur Verfügung gestellt werden, um Effekte von
Maßnahmen(-Kombinationen) zur Klimaanpassung in verschiedenen Bebauungsstrukturen
selbst modellieren zu können.
Kommunen stehen auch im Fokus eines weiteren Projektes: Zur Stärkung der Resilienz der
Region wurde eine Regionale Klimawandelvorsorgestrategie entwickelt (siehe 8.6). Die dort
gewonnenen Erkenntnisse werden auch in die Neuaufstellung des Regionalplans eingespeist.
Schließlich beteiligt sich die Stadt Bonn an einem Projekt, das sich insbesondere an die
Öffentlichkeit wendet (siehe 8.7): Unter Federführung des Wissenschaftsladens werden
verschiedene an Bürgerinnen und Bürger, aber auch an Studierende gerichtete Formate
erprobt. Die Stadt will durch ihre Beteiligung einen Beitrag zur Sensibilisierung und Information
zum Themenspektrum Stadtklima/ Klimawandel leisten.
8.2 ZURES - Zukunftsorientierte Vulnerabilitäts- und Risikoanalyse
als Instrument zur Stärkung der Resilienz von Städten und
urbanen Infrastrukturen
Wie geplant wurde das Projekt ZURES Ende August 2019 für den Projektteil der Stadt Bonn
abgeschlossen. Nachdem die gesamtstädtische Klimaanalyse 2018 fertiggestellt worden war,
wurde im Jahr 2019 die Planungshinweiskarte fertiggestellt, am 10. Oktober dem Ausschuss
für Umwelt und Verbraucherschutz präsentiert und veröffentlicht. Die Planungshinweiskarte
basiert auf den Ergebnissen der Klimaanalysekarte und bewertet die für die Freiflächen und
Siedlungsräume ermittelte bioklimatische Bedeutung bzw. Situation. Entsprechend dieser
Einteilung werden Empfehlungen für die weitere Entwicklung der Flächen formuliert. In den
Klassen der „sehr hohen bioklimatischen Bedeutung“ sowie der „sehr ungünstigen
bioklimatischen Situation“ empfiehlt die Planungshinweiskarte von einer (weiteren) baulichen
Entwicklung und Verdichtung abzusehen. Für alle anderen Klassen werden entweder direkte
Maßnahmen oder die vorherige Erstellung eines Detailgutachtens empfohlen.
In gleicher Sitzung wie die Planungshinweiskarte wurden auch die Ergebnisse der im Sommer
2018 durch die Universität der Vereinten Nationen (UNU) durchgeführten Haushaltsbefragung
zum Hitzeempfinden in Bonn vorgestellt. Die Befragung fand als freiwillige Zusatzleistung der
UNU in der Innenstadt von Bonn Bad-Godesberg sowie in der Bonner Altstadt (statistischer
Bezirk: „Vor dem Sterntor“) statt. Diese Bereiche wurden ausgewählt, da in Ihnen statistische
Bezirke mit extremer Wärmebelastung in sommerlichen Hochdruckwetterlagen liegen. An der
Haushaltsbefragung nahmen insgesamt 688 Personen teil.Seite 37 von 53

Seite 37
Abbildung 22: Auszug aus der Planungshinweiskarte (Nacht)
Zum Projektende wurde zudem ein Projekt-Kurzfilm fertiggestellt und veröffentlicht.
Ein Abschluss- und Validierungsworkshop fand an der Universität Stuttgart am 15. und 16.
Oktober unter Beteiligung der LSK statt.
Alle genannten Ergebnisse (Klimaanalyse, Planungshinweiskarte, Zusammenfassung der
Ergebnisse der Haushaltsbefragung, Kurzfilm) sind auf www.bonn.de/zures verfügbar.
8.3 Projektskizze mutabor - Mikroskalige Untersuchung und
Aktivierung der technischen und planerischen Anpassungs-
kapazität der Stadt Bonn zur Reduzierung des Hitzestresses
Im Kontext der Deutschen Anpassungsstrategie (DAS) fördert das BMU Maßnahmen zur
Anpassung an den Klimawandel. Die Stadt Bonn reichte dort zum 31.10.2018 im
Förderschwerpunkt 3 „Kommunale Leuchtturmvorhaben“ im Rahmen der ersten Stufe der
Antragstellung eine Projektskizze mit dem Akronym „mutabor“ ein (Boris alt DS 1813046).
Die Federführung des skizzierten Projektes liegt bei der LSK. Weitere Projektpartner sind die
Firma GEO NET Umweltconsulting GmbH aus Dresden sowie Berchtoldkrass space & options
(Raum-& Stadtplanung) aus Karlsruhe.
Ziel von mutabor ist es, aufbauend auf den Ergebnissen des Forschungsvorhabens ZURES,
gesamtstädtisch und gleichzeitig räumlich hochaufgelöst das volle technische und planerische
Potenzial von Maßnahmen zur Klimaanpassung (Dach- und Fassadenbegrünung,
Entsiegelung etc.) zu ermitteln und deren Wirkung anschließend mikroskalig zu modellieren.
Auf diese Weise kann zum einen der Effekt bei der Aktivierung sämtlicher ermittelter
Potenziale auf gesamtstädtischer Ebene dargestellt werden. Zum anderen können fundierteSeite 38 von 53

Seite 38
Aussagen und Entscheidungsgrundlagen zur lokalspezifischen Realisierbarkeit und
Effektivität von Maßnahmen geliefert werden. Ein zweiter wesentlicher Bestandteil von
mutabor ist die Darstellung der Vorgehensweise zur tatsächlichen Erschließung der
Potenziale. Hierzu wird eine handlungsorientierte Strategie entwickelt, die aufzeigt, welche
Kombination aus planerischen Möglichkeiten, Förderprogrammen, finanziellen Anreizen und
zusätzlichen Angeboten (wie Information und Beratung) für Bonn geeignet ist, um einen
wesentlichen Beitrag zur Aktivierung der ermittelten Potenziale zu leisten.
Im Rahmen des zweistufigen Auswahlverfahrens wurde zum 31.10.2018 eine Projektskizze
eingereicht. Diese wurde durch den Projektträger ZUG positiv bewertet und als grundsätzlich
förderfähig eingestuft. Die Projektpartner wurden daher durch den Projektträger zur
Einreichung eines Vollantrags zum 15.06.2019 aufgefordert. Eine Bewilligung des Projektes
steht noch aus, eine Rückmeldung wurde zum Frühjahr 2020 in Aussicht gestellt.
8.4 KliMoPrax – Klimamodelle für die Praxis
Im Rahmen der Fördermaßnahme „Stadtklima im Wandel“ beteiligte sich die Stadt Bonn, intern
koordiniert durch die LSK, am BMBF-geförderten Projekt KliMoPrax– Klimamodelle für die
Praxis. Im Rahmen dieses Projektes wird ein hochauflösendes Stadtklimamodell PALM4U zur
Anwendung direkt in der Fachverwaltung entwickelt, damit künftig auch die Kompetenz zur
Erstellung von Detailgutachten/ Variantenvergleichen in der Fachverwaltung abgebildet
werden kann.
2019 endete die Laufzeit des Projektes. Die Abschlussveranstaltung, an der auch die LSK
beteiligt war, fand am 14. März 2019 im Deutschen Fußballmuseum Dortmund statt.
Bis zu diesem Zeitpunkt konnte ein Prototyp des Stadtklimamodells PALM4U entwickelt und
in ersten Testläufen erprobt werden. Es zeigte sich jedoch, dass bis zur Anwendungsreife des
Modells noch weitere Entwicklungsarbeit geleistet werden muss. Daher wurde zur
Weiterentwicklung von PALM4U eine zweite Projektphase beantragt und seitens des BMBF
bewilligt. Unter dem Akronym „propolis“ wird das Projekt bereits weitergeführt, die Stadt Bonn
beteiligt sich jedoch nicht mehr aktiv an dieser Phase.
https://uc2-klimoprax-useuclim.org/klimoprax/
8.5 ISKAS – Informationssystem für klimaangepasste Stadtplanung
Gemeinsam mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-
Westfalen (LANUV) sowie dem Deutschen Wetterdienst (DWD) beteiligt sich die Stadt Bonn
an der Entwicklung eines Informationssystems für klimaangepasste Stadtplanung in NRW
(ISKAS).
Bezogen auf verschiedene Bebauungstypen wird ISKAS den Anwenderinnen und Anwendern
aufzeigen, wie sich ausgewählte Kombinationen von Klimaanpassungsmaßnahmen in
Verbindung mit Nachverdichtung auf die Temperaturen auswirken.
In 2019 erfolgte die Vorstellung des Entwicklungsstandes bei der Konferenz „Hitzevorsorge in
urbanen Räumen“ (BBSR Bonn, 21./22. März 2019). Dort anwesende Kommunalvertreter undSeite 39 von 53

Seite 39
-vertreterinnen gaben Anregungen zur Weiterentwicklung des Tools, welche durch den
Deutschen Wetterdienst dokumentiert, später ausgewertet und soweit praktikabel umgesetzt
wurden. Zudem fanden in 2019 weitere Arbeiten zur grafischen Optimierung des Tools sowie
der Anwenderfreundlichkeit statt.
https://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/klimaforschung/klimawirk/stadtpl/projekt_bonn/stadtpl_b
onn_node.html
8.6 Regionale Klimawandelvorsorgestrategie (KWVS)
Die Stadt Bonn war über die LSK in der Steuerungsgruppe für die KWVS vertreten. Bei der
KWVS ging es darum, die relevanten Akteure (v.a. die Kommunen) im Region Köln/Bonn e.V.
für den präventiven Umgang mit dem Klimawandel als integrierte Betrachtung von
Klimaanpassung und Klimaschutz zu sensibilisieren. Ihnen sollten auf Basis regionaler
Analysen fachliche und methodische Argumentations- und Entscheidungshilfen zur Verfügung
gestellt werden, um sie zu befähigen die Relevanz des Klimawandels v.a. in räumlich-
planerischen Konzepten zu unterstreichen und darüber letztlich die Resilienz der Region zu
stärken. Die Analysen für die KWVS wurde wie auch die Klimaanalyse aus dem Projekt
ZURES durch das Gutachterbüro GEO-NET gemäß der VDI Richtlinie „Klima- und
Lufthygienekarten für Städte und Regionen“ erstellt. Beide Analysen sind daher weitestgehend
kompatibel, Unterschiede begründen sich z.B. in der unterschiedlichen Auflösung sowie den
verwendeten Eingangsdaten für die Modellierung.
Am 5. Juni wurden die Ergebnisse der Regionalen Klimawandelvorsorgestrategie (KWVS) bei
der öffentlichen Projekt-Abschlussveranstaltung in Leverkusen präsentiert. Die gewonnenen
Erkenntnisse wurden in Form einer Praxishilfe aufbereitet und zusammen mit den Analyse-
Ergebniskarten sowie der Planungshinweiskarte zum 30. September 2019 fertiggestellt und
auf der Projekthomepage veröffentlicht. Die Ergebnisse der Klimawandelvorsorgestrategie
sollen auch in die Überarbeitung für den Regionalplan Köln einfließen.
https://www.klimawandelvorsorge.de
8.7 KlimNet – Stadt und Land im Fluss
Im Projekt KlimNet – Stadt und Land im Fluss geht es darum, die Zivilgesellschaft für die
Klimaanpassung in ihrer Stadt zu sensibilisieren und zur Beteiligung zu aktivieren. 2019
wurden im Rahmen von KlimNet federführend durch den Wissenschaftsladen Bonn
verschiedene Veranstaltungsformate organisiert. Bei einigen war die LSK aktiv beteiligt:
 Klimawandel – Grüne Inseln gegen Hitze (19. Februar, Wissenschaftsladen Bonn):
Diskussionsbeitrag (Vertreter der LSK)
 Projekttage im Hardtberggymnasium zu Hitze in Bonn (9.-11. Juli,
Hardtberggymnasium): Vortrag und Diskussionsrunde (Vertreter LSK)
 Werkstatt gemeinsam für ein besseres Stadtklima in Bonn (14. November,
Volksbank Bonn): Vortrag mit Diskussion (Vertreter der LSK)
www.klimalandschaften-nrw.deSeite 40 von 53

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Anlage zum
Bericht zu Klimaschutz und
Klimaanpassung
Sachstand der Maßnahmen aus dem
Integrierten Klimaschutz- und
Klimafolgenanpassungskonzept (2013)
vorgelegt von der Leitstelle Klimaschutz
im Amt für Umwelt, Verbraucherschutz und Lokale Agenda
der Stadt Bonn
(Stand der Maßnahmen: 31.12.2019)Seite 41 von 53

2
Maßnahmen im Bereich kleine und mittlere Unternehmen
Nr. Maßnahme Sachstand
KMU 1 Klimaallianzen zwischen der
Stadt Bonn und ansässigen
Unternehmen Anfang 2017 wurde das Büro Gertec beauftragt, Inhalt und Umfang der KMU-Maßnahmen 1-4 sowie den zur Umsetzung
erforderlichen Aufwand detaillierter zu analysieren und darzustellen (DS-Nr. 1612280). Darauf folgte ein Workshop am
12.07.2018 (DS-Nr. 1910522), sowie 2019 eine Umfrage bei Unternehmen, um ein umfassenderes Bild über die Bedarfe
und relevanten Themen zu erhalten. Anfang 2020 wird der Ergebnisbericht auf der Grundlage der Umfrage erwartet.
KMU 2 Aufbau eines Netzwerkes für
das Thema "Kälte in
Unternehmen"
KMU 3 Ausbau eines niederschwelligen
Energieeffizienz-
beratungsangebotes für KMU
KMU 4 Serviceangebot für
Nutzerprojekte in Unternehmen
KMU 5 Erstellung eines
Energiekostenspiegels für Büro-
und Gewerbeimmobilien
Im Jahr 2015 hatte die Recherche, ob die vorliegende Büromarktstudie um die Energiekosten erweitert werden kann,
ergeben, dass es nach damaligem Kenntnisstand keine Möglichkeit einer belastbaren Abschätzung der Energieverbräuche
auf der Grundlage der in der Büromarktstudie qualitativ erfassten Merkmale gab (DS-Nr. 1510263NV4). Die Maßnahme
wurde nicht weiterverfolgt, da andere Varianten der Erfassung der Energieverbräuche, bzw. -kosten mit erheblichem
Aufwand verbunden wären.
Die Ergebnisse eines Forschungsprojektes des IWU zum Thema „Primärdatenerhebung Nichtwohnungsbau“ (Laufzeit 2015
-2020) werden abgewartet, um möglicherweise darauf aufbauen zu können.
KMU 6 Umsetzung und
Bekanntmachung von
Leuchtturmprojekten in KMU
Die IHK Bonn/Rhein-Sieg hat im Jahr 2014 eine Broschüre über energetische Leuchttürme veröffentlicht:
https://www.ihk-bonn.de/fachbereiche/innovation-und-umwelt/energie/broschuere-energetische-leuchttuerme.html
Die IHK Bonn/Rhein-Sieg beteiligt sich gemeinsam mit dem Bundesverband der Energieabnehmer e.V. (VEA) an der
bundesweiten „Initiative Energieeffizienz-Netzwerke“ mit zwei Energieeffizienznetzwerken:
https://www.ihk-bonn.de/innovation-und-umwelt/energie/regionales-energieeffizienznetzwerk-bonnrhein-sieg.html
Ziel ist es, im Rahmen des Netzwerks eine Steigerung der Energieeffizienz in Unternehmen zu erzielen.
Zudem gab es im Jahr 2019 erstmals eine Veranstaltungsreihe der IHK zum Thema Ressourceneffizienz, bei der ebenfalls
vorbildliche Projekte gezeigt wurden.Seite 42 von 53

3
Verwaltungsbezogene Maßnahmen
Nr. Maßnahme Sachstand
V 1 Intracting in der
Stadtverwaltung
Nach Aussage des SGB im Jahr 2014 führt ein Intractingmodell nicht zu mehr Investitionen in Energiesparmaßnahmen, da
Geld und Personal und nicht Strukturen die limitierenden Faktoren sind.
Zudem gibt es laut Energiemanagement des SGB bei den städtischen Liegenschaften kein Potenzial für ein
Einsparcontracting und damit auch keine Grundlage für ein Intracting.
V 2 Ausbau des städtischen
Energiemanagements und
Projekt zur
Mitarbeitereinbindung
Aufgrund der Haushaltslage gab es nach Aussage des SGB im Jahr 2014 keinen Spielraum für personelle Erweiterungen und
Verstärkungen (Diskussion im Zusammenhang mit Personal für die eigene Durchführung von Maßnahmen versus
Contracting / siehe Punkt V 1).
2017 wurde der Geschäftsbereich Energiemanagement aufgelöst und ist mittlerweile als Team der Abteilung Neubau
untergeordnet.
V 3 Internes Marketing für
Klimaschutz innerhalb der
Verwaltung
Im Rahmen der Klimaschutzkampagne „Neu denken. Einfach handeln. Gemeinsam fürs Klima.“ und vor dem Hintergrund
der ersten Bonner Nachhaltigkeitsstrategie gab es im Jahr 2019 eine interne Fortbildungsreihe zu diversen Themen aus
dem Bereich Klimaschutz und Klimaanpassung. (u.a. Info-Lunches zu Solardachkataster, Energie Agentur, Rad-Team,
klimafreundlicher Ernährung sowie Exkursionen zum Heizkraftwerk und zur SWB-Zweiterstellung). Die Info-Lunch-Reihe
wird 2020 fortgeführt.
Die Klimaschutzkampagne lud 2019 Kolleginnen und Kollegen zur Mitwirkung ein. Mehr als 50 Mitarbeitende beteiligten
sich, die entstandenen Fotos mündeten in eine Intranet-Galerie mit angeschlossenen Klimaschutz-Tipps.
Die Kampagne und die internen Klimaschutz-Aktivitäten der Verwaltung wurden beim Jugend- und Azubitag 2019
vorgestellt.
Zwei Auszubildende des Tiefbauamtes beteiligten sich, betreut von der Leitstelle Klimaschutz, am Projekt „Klima- und
Energiescouts“ des Deutschen Instituts für Urbanistik.
V 4 Integration des Themas
Klimaschutz im "Haus der
Natur-Waldinformations-
zentrum"
Das Haus der Natur wurde im Juni 2019 nach umfangreicher Sanierung und Umgestaltung wiedereröffnet. Die neue
Dauerausstellung widmet sich dem Großstadtwald und dem Konzept der Nachhaltigkeit anhand der Waldnutzung.
Entlang der Wanderwege nahe des Waldinformationszentrums gibt es bereits seit längerem Stationen mit Hinweisen zu
CO2-Emissionen durch Konsum, Fliegen, Autofahren und Fleischverzehr.Seite 43 von 53

4
Maßnahmen Energieversorgung und erneuerbare Energien
Nr. Maßnahme Sachstand
EE 1 Strategischer Ausbau der
Fernwärme und Nahwärme
Die Stadtwerke Bonn verfolgen mit ihrem Konzept Fernwärme 2020 den systematischen Ausbau der Fernwärme in
Bonn.
https://www.stadtwerke-bonn.de/energieundwasser/privatkunden/produkte/fernwaerme.html
Unter Federführung der LSK findet seit 2013 zweimal im Jahr ein Fachgespräch zum Fernwärmeausbau statt. Dort
berichten die Stadtwerke über den Ausbaustand, Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung über anstehende
Bauvorhaben oder Bebauungspläne, die für einen potenziellen Fernwärmeanschluss relevant sind.
EE 2 Austausch alter und
emissionsintensiver
Heizungsanlagen
Das Thema „Heizungstausch“ ist ein grundlegender inhaltlicher Baustein bei Beratungs- und Bildungsangeboten der
Bonner Energie Agentur (BEA). Fragen zur Heizungstechnik (Holzpellets, Wärmepumpe, ...) spielen eine große Rolle in
der Beratungsnachfrage und bei Angeboten der BEA wie Vortragsveranstaltungen.
Am 7. Februar 2020 findet in Bonn der „Dicker Pulli-Tag“ statt, an dem die Heizung mindestens ein Grad
heruntergedreht wird. Es ist ein symbolischer Tag, der auf Klimaschutz und Energieeinsparung -insbesondere beim
Heizen- aufmerksam machen soll.
EE 3 Ausbau der Solarthermie siehe EE 4
EE 4 Ausbau der Photovoltaik Unter Federführung der Leitstelle Klimaschutz hat sich die Stadt Bonn im Jahr 2017 anlässlich des Projektaufrufes
"KommunalerKlimaschutz.NRW" mit dem Projekt „Ausbauinitiative Solares Bonn 2020 / Beraten – Begleiten -
Multiplizieren" beworben. Ziel war es, über eine Kampagne und breitgefächerte Maßnahmen, den Zubau von
Photovoltaik- und Solarthermieanlagen zu steigern. Leider wurde das Projekt seitens des Projektträgers ETN als nicht
förderwürdig eingestuft.
Durch die Neuauflage des Solardachkatasters im Herbst 2017 können Dachflächen nun detailschärfer bewertet
werden. Zahlreiche Vorträge zum neuen Solardachkataster und Bewerbung des Katasters bei Veranstaltungen der BEA
und der LSK sollen den PV-Zubau anstoßen.
Die BEA unterstützt das Thema Solarthermie und Photovoltaik in der Beratung. 2018 war „Solar“ das Jahres-
Schwerpunkt-Thema. Es wurden Vorträge, Beratungsaktionen und ein Infoabend veranstaltet, auch in Kooperation mit
der Leitstelle Klimaschutz, der VZ und den Stadtwerken.
Zudem fand im Oktober 2019 die Praxiswerkstatt „Solare Stadt“ in Kooperation mit der Stadt Bonn, EUROSOLAR, den
SWB und der BEA statt, mit dem Ziel, Kommunen beim Ausbau der Solarenergie zu stärken.Seite 44 von 53

5
Dennoch reichen die Aktivitäten nicht aus, um den erforderlichen Zubau zu fördern. Nur 2% des Potenzials im Bereich
Photovoltaik werden genutzt (bei Nutzung aller geeigneten Dächer könnte die Hälfte des Stromverbrauches der Stadt
gedeckt werden).
EE 5 Aufklärungskampagne zur
energieeffizienten Sanierung mit
Geothermie im Wohnungsbau
Nach Gesprächen innerhalb Fachkreisen ist die Entscheidung gegen eine grundsätzliche Aufklärungskampagne
gefallen. Im Rahmen von Sanierungen sind Wärmepumpen nur zu empfehlen, wenn durch Ertüchtigung der
Gebäudehülle der Energiebedarf deutlich sinkt und zudem auf ein Niedertemperatursystem – in der Regel
Fußbodenheizung - umgerüstet wird. Ansonsten sind Wärmepumpen nicht effizient. Darüber wird in den individuellen
Beratungen aufgeklärt.
Unabhängig davon hat die Stadt Bonn Anfang 2017 unter Federführung des Umweltamtes eine Fachtagung zum
Thema Geothermie organisiert. Die BEA hat einen ihrer Partnertage 2016 rund um das Thema Wärmepumpen
veranstaltet. Auch die VZ geht in Ihren Beratungen intensiv auf die effiziente Nutzung von Wärmepumpen ein.
Bei der Abstimmung von Energiekonzepten im Rahmen von Bebauungsplanverfahren weist die Leitstelle Klimaschutz
Bauherren und Investoren auf das Potenzial im Bonner Stadtgebiet hin und berät u.a. hinsichtlich effizienter
Wärmeversorgung.
Maßnahmen Wohnen und Stromeinsparung
Nr. Maßnahme Sachstand
WS 1 Verstärkung der
Öffentlichkeitsarbeit zu dem
bestehenden
Energieberatungsangebot
Öffentlichkeitsarbeit zum bestehenden Beratungsangebot ist permanenter Baustein der Arbeit der BEA.
Als wichtigste Kontaktkanäle wurden in der Evaluation räumliche Präsenz, Pressemitteilungen und das Internet
benannt. Weitere relevante Kontaktkanäle sind Empfehlungen, Messen und Vorträge sowie Hinweise von der Stadt
Bonn bzw. der Verbraucherzentrale Bonn.
Neben regelmäßigen Pressemitteilungen und der Betreuung und Weiterentwicklung der Website werden
kontinuierlich weitere Formate und Kanäle getestet (Buswerbung, Werbung online oder über Radio etc.). Neu im Jahr
2019 war die mehrmalige Präsenz mit einem Stand in der Innenstadt mit einer guten Resonanz.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Öffentlichkeitsarbeit über die verschiedenen Kooperationspartner, wie die
Verbraucherzentrale, die Stadtwerke Bonn und die Stadt Bonn.
Das Konzept des Energietags wurde 2018/2019 überarbeitet. Im Jahr 2020 werden die „Bonner Energietage“ mit dem
Fokus auf klimabewusstes Bauen, Wohnen und Leben stattfinden. Mit der Fokussierung auf den Klimaschutz geben
die Veranstalter – UN-Klimastadt Bonn, SWB Energie und Wasser, Verbraucherzentrale NRW und Bonner Energie
Agentur (BEA) – den Energietagen ein zeitgemäßes Profil. Die bewährte Bau- und Sanierungsberatung wird durch die
Themen nachhaltiges Wohnen, Mobilität sowie Klimaanpassung ergänzt. Damit sprechen die Bonner Energietage eine
größere Besuchergruppe an, als zuvor der Bonner Energietag (2007-17) und die Bonner Solarwoche (1996-2006).Seite 45 von 53

6
WS 2 Ausbau des
Qualifizierungssystems
"Energieeffizienzpartner"
Das Energieeffizienzpartner-System umfasst derzeit 28 Mitglieder (Betriebe, Energieberatungs-, Ingenieur- und
Architekturbüros). Es können für den gesamten Sanierungsprozess qualifizierte Ansprechpartnerinnen und -partner
empfohlen werden.
Verbraucherzentrale sowie energieagentur rhein-sieg verweisen ebenfalls auf die Energieeffizienzpartner. Es gab zwei
gemeinsame große Veranstaltungen.
Seit 2013 werden jährlich vier Partnertage veranstaltet, um über aktuelle Fachthemen zu informieren sowie um den
Gewerke übergreifenden Austausch zu fördern. Die Akquise neuer Betriebe und Büros gestaltet sich schwierig. Als
Gründe hierfür werden die sehr gute Auftragslage einerseits und ein zusätzlicher Zeitaufwand für die Mitglieder
andererseits vermutet.
WS 3 Selbstverständnis als umfassende
"Modernisierungs-beratung" und
entsprechende
Strategieausrichtung
Die Beratung in der Bonner Energie Agentur erfolgt durch Architektinnen und Ingenieure, die mit dem gesamten Bau-
und Planungsprozess vertraut sind. Je nach Umfang und Bauvorhaben plädiert die BEA-Beratung dafür, „nicht zu kurz
zu springen“, sondern zu Beginn zu überlegen, welche weiteren Aspekte jetzt und in Zukunft eine Rolle spielen
können. Darunter fallen auch Themen wie zusätzlicher Wohnraum, Aus- und Umbau, Abtrennung einer Wohneinheit,
Sicherheit sowie Barrierefreiheit. Dabei geht es auch darum, mit der Umsetzung spätere Maßnahmen vorzubereiten,
z.B. Grundrissänderungen, die spätere Nutzung erneuerbarer Energie oder weitere Dämmmaßnahmen. Bei Aus- und
Umbaumaßnahmen wird empfohlen, ein Architekturbüro hinzuzuziehen.
WS 4 Prozessbegleitende Beratung für
Wohnungseigentümer-
gemeinschaften
Durch Vorträge in Kooperation mit wohnen-im-eigentum sowie durch Ansprechpartner bei den
Energieeffizienzpartnern wurde versucht, den Anliegen von Wohnungseigentümergemeinschaften Rechnung zu
tragen. Eine Prozessbegleitung wird derzeit als schwierig gesehen, einerseits in Abgrenzung zu den am Markt tätigen
Beraterinnen und Beratern, andererseits, weil hierfür Personal und sehr spezifisches Knowhow erforderlich ist. Die
Aktivitäten ruhen derzeit. Vorträge mit wohnen-im-eigentum sind aufgrund von Haftungsfragen nicht mehr möglich.
Das Thema wurde versucht stärker zu bespielen, u.a. durch Angebot von Vorträgen vor Ort in Kooperation mit der VZ.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass dieses Zusatzangebot, zusätzliche Ressourcen bei der BEA benötigen würden.
WS 5 Sanierungsbegleiter als Freund
und Helfer
Die BEA sieht das Bedürfnis nach einem „Freund und Helfer“ im Sanierungsprozess. Allerdings sind Bauleistungen
streng durch die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure geregelt. Das bedeutet: Im Regelfall sind Architekt/in
oder Ingenieur/in dieser „Freund und Helfer“. In der Praxis werden für kleinere Sanierungsvorhaben oft keine
Architekturbüros mehr beauftragt. Erste Konsequenz ist hier, wieder verstärkt für Planung und Baubegleitung zu
werben. Wird dies nicht umgesetzt, gilt es, weitere Möglichkeiten aufzuzeigen. Hierfür wird in der BEA-Beratung
neben einer individuell empfohlenen Energieberatung auf die qualifizierten Betriebe und Büros sowie auf eine
Sanierungsbegleitung hingewiesen. Die Sanierungsbegleitung ersetzt nicht die Architektenleistungen und bezieht sich
auf die KfW-Fördermittel. Sie wird detailliert von der KfW beschrieben und geregelt.
Ziel der BEA-Beratung ist ein Aufzeigen von Schritten mit jeweiligen Ansprechpartnern für den gesamten
Sanierungsprozess.Seite 46 von 53

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WS 6 Basismaßnahmen
Wohnungswirtschaft
Die Leitstelle Klimaschutz informiert und berät die Akteure in der Wohnungswirtschaft im Rahmen von
Bebauungsplanverfahren über die vorhandenen Beschlüsse zu Energieeffizientem Bauen und dem Einsatz
Erneuerbarer Energien und deren Umsetzung.
Hinsichtlich des Bestandes gibt es derzeit keine Aktivitäten.
WS 7 Anreiz zur energetischen
Modernisierung von Wohnraum
für einkommensschwache
Haushalte
Das sogenannte Klimabonus-Modell, welches die Stadt Bielefeld anwendet, wurde seitens der LSK in Abstimmung mit
Amt 50 näher untersucht.
Aufgrund mangelnder Datenlage, die die Wirtschaftlichkeit des Klimabonus-Modells belegt und der derzeitigen
Situation in Bonn, wird die Maßnahme vorerst nicht weiterverfolgt.
WS 8 Entwicklung einer Gesamt-Aktion
"Stromeffizienz für Bonn"
Das Thema Stromeffizienz spielt in der Beratung der Verbraucherzentrale Bonn und der BEA eine zentrale Rolle. Auch
die Stadtwerke Bonn haben Angebote zum Stromsparen, wie die StromSparbox, BonnPlus PV oder den
Energieeffizienz-Preis.
Eine „Gesamtaktion“ steht noch aus.
Übergreifende Maßnahmen
Nr. Maßnahme Sachstand
Ü 1 Gesamtstädtische Kampagne zu
Konsum und Ernährung
Auf der Grundlage des Beschlusses DS-Nr. 1910042 ist die Stadt Bonn dem Netzwerk der Biostädte beigetreten. Dafür
wurde im Amt für Umwelt, Verbraucherschutz und Lokale Agenda eine halbe Stelle eingerichtet. Das Projekt hat eine
Laufzeit von drei Jahren.
https://www.bonn.de/bio-stadt
Folgende Aktionen wurden bereits umgesetzt:
Am 28.09.2019 wurde das 1. Bonner Agri-Kultur-Festival zusammen mit Stadt.Land.Markt. e.V., Regionalwert AG
Rheinland, Wissenschaftsladen (WiLa) Bonn veranstaltet.
Es wurden Fördermittel vom BLE (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung), Richtlinie über die Förderung von
Projekten zur Information von Verbraucherinnen und Verbrauchern über regionale Wertschöpfungsketten zur Erzeugung
von Bioprodukten sowie zur Umsetzung von begleitenden pädagogischen Angeboten (RIGE) erfolgreich akquiriert.
Im Rahmen der RIGE werden ab Dezember 2019 einmal monatlich ökologische Vernetzungscafés im Winter und
ökologische Frühstücke im Sommer stattfinden
Ein Einkaufsführer „Produkte aus ökologischem Landbau“ wurde aktualisiert und neugestaltet.
Schon zuvor wurde aufgrund des Beschlusses DS-Nr. 1710400NV4 in die Ausschreibungen zur Mittagsverpflegung in
Schulen ab dem Schuljahr 2018/2019 und für Kindergärten ab 2019 ein Anteil von 10% gesiegelter Bioprodukte und Fisch
mit dem MSC Siegel oder vergleichbarer Standards als Mindestanforderung aufgenommen.Seite 47 von 53

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Auch die städtische Klimaschutzkampagne zielt u.a. auf die Themen Konsum und Ernährung ab:
https://www.bonn.de/themen-entdecken/umwelt-natur/klimaschutzkampagne-neu-denken.php
Ü 2 Gesamtstädtische
Aufklärungskampagne
"Umweltverträgliche Baustoffe"
Das Thema "Umweltverträgliche Baustoffe" wird durch die Bonner Energie Agentur abgedeckt und ist sowohl in
Beratungen, als auch bei Infoabenden oder Partnertagen wichtiger Bestandteil.
Am 7.11.2019 hat der Rat beschlossen, das „Nachhaltige Bauen“ insbesondere vor dem Hintergrund der
Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Bonn sowohl bei städtischen als auch bei größeren Baumaßnahmen wie
Investorenbauten stärker zu berücksichtigen. Dazu soll zunächst ein Konzept erstellt werden.
Unabhängig davon wurde bereits vorher beschlossen, den Neubau des Wirtschaftshofes für das Amt für Stadtgrün unter
dem Aspekt der Nachhaltigkeit umzusetzen. Im Sinne der Vorbildfunktion soll ein Gebäude mit möglichst geringem
Energiebedarf, aus nachhaltigen und nachwachsenden Baustoffen mit Gründach, ggf. Teilfassadenbegrünung und
Solaranlage realisiert werden.
Eine gesamtstädtische Kampagne steht allerdings noch aus.
Mobilität
Nr. Maßnahme Sachstand
M 1 Ausbau des Radverkehrsnetzes Der „Runde Tisches Radverkehr“ mit drei Arbeitsgruppen, trifft sich seit 2005 regelmäßig mehrmals im Jahr.
https://www.bonn.de/themen-entdecken/verkehr-mobilitaet/radverkehr.php
Das Fahrradstraßenkonzept mit insgesamt geplanten 52 Kilometern Fahrradstraßen wird kontinuierlich umgesetzt.
Derzeit gibt es rund 60 Straßen/(-abschnitte) als Fahrradstraßen.
2019 wurde ein Gutachten (Entwicklungskonzept Radverkehr) vorgelegt, dass unter Berücksichtigung schon vorhandener
Gutachten und Konzepte eine Vielzahl kurz-, mittel- und langfristiger Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs in
der Innenstadt vorschlägt.
U.a. wird auf den Straßen Sandkaule und Welschnonnenstraße, zwischen Bertha-von-Suttner-Platz und Theaterstraße,
Anfang 2020 ein gesicherter Radfahrstreifen eingerichtet werden, eine so genannte Protected Bike Lane (PBL).
M 2 Radschnellrouten Bis 2022 werden die Teilabschnitte der Radpendlerroute Bonn-Alfter-Bornheim auf Bonner Stadtgebiet ausgebaut.
Ebenso sind der Ausbau der Radwege in der Rheinaue rechts- und linksrheinisch vorgesehen. Diese Maßnahmen sind
auch Bestandteile des Förderprojektes „Emissionsfreie Innenstadt“.Seite 48 von 53

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M 3 Aufbau eines
Fahrradverleihsystems
Seit Oktober 2018 bieten die Stadtwerke zusammen mit dem Partner Nextbike an 100 Stationen ein öffentliches
Fahrradmietsystem mit 900 Rädern im Free-Floating-System an.
M 4 Stadtradeln und andere Events Bonn nimmt seit 2012 an der Aktion Stadtradeln teil und freut sich über die kontinuierlich steigende Teilnehmerzahl.
Insgesamt wurden in den vergangenen acht Jahren 2,6 Millionen Kilometer geradelt und dadurch bis zu 371 Tonnen
CO2-Ausstoß vermieden. Im Jahr 2019 wurden mit 3174 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die zusammen rund
603.000km geradelt sind und damit 86 Tonnen CO2 gespart haben, neue Rekorde aufgestellt.
Darüber hinaus wurden sowohl 2018 als auch 2019 jeweils zwei Fahrradtouren durch oder in Zusammenarbeit mit der
LSK veranstaltet, bei denen verschiedene Stationen zum Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit mit dem Fahrrad
angefahren und besichtigt wurden.
Seitens des Fahrradteams im Stadtplanungsamt werden jährlich der Radaktionstag sowie die Initiative „Mit der Rad zur
Arbeit“ durchgeführt.
M 5 Fahrradbeförderung auf den
Venusberg
Der 2014 eingerichtete Fahrradbus, der von Montag bis Freitag im halbstündlichen Takt zwischen Poppelsdorf und
Venusberg Uniklinikum verkehrte, wurde wegen fehlender Akzeptanz wieder eingestellt. Eine bessere Lösung könnte die
Seilbahn bieten.
M 6 Fahrradabstellmöglichkeiten,
Fahrradboxen
Die Radstation in der Quantiusstraße mit 500 Stellplätzen wurde Mitte 2018 eröffnet
Bike & Ride: Bis Ende 2019 gibt es insgesamt über 2600 Stellplätze an Haltestellen, von denen über 1400
überdacht sind.
Im Rahmen des Förderprojektes „Emissionsfreie Innenstadt“ werden zudem vier Fahrradparkhäuser gebaut. Im
Bahnhofsgebäude in Bad Godesberg wird eine Radstation eingerichtet.
M 7 Erweitern Unterführung
Kaiserplatz
Im Masterplan Innere Stadt ist die Idee verankert, statt einer Erweiterung der Unterführung eine zweite Röhre für
Radfahrer vorzusehen. Es handelt sich hier allerdings um Gelände der Universität. Zudem muss die Deutsche Bahn
eingebunden werden.
M 8 Ausweitung der
Fußgängerbereiche in den
Zentren
Mit dem erweiterten City-Ring soll der Autoverkehr auf Rathausgasse, Stockenstraße, Am Hof und Wesselstraße
verringert werden, um die Innenstadt zu entlasten und die städtebauliche Anbindung des Hauptgebäudes der Universität
an die Fußgängerzone zu verbessern. Im Zusammenhang mit dem ISEK Bad Godesberg (auf Basis der Ergebnisse des
Leitbildprozesses Bad Godesberg) soll in den nächsten Jahren die gestalterische Aufwertung der Innenstadt und der
Fußgängerzone fortgesetzt werden. Es ist vorgesehen, 2020 zunächst Gestaltungsleitlinien für diese
Umgestaltungsmaßnahmen (u.a. im Bereich „Am Fronhof“) erarbeiten zu lassen. In Beuel sollen auf der „Einkaufsmeile“
Friedrich-Breuer-Straße die Seitenbereiche zugunsten der Fußgänger verändert werden. In Duisdorf soll mit der
Umgestaltung des Burgweihers die Anbindung an die Fußgängerzone für Fußgänger verbessert werden.Seite 49 von 53

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M 9 Lieferservice von Geschäften
fördern
Die 2017 von der Deutschen Post DHL als Pilotprojekt aufgebaute Plattform https://city.allyouneed.com/de/ wurde im
zweiten Halbjahr 2018 wieder eingestellt. Zwar gab es positive Resonanz einerseits des stationären Handels und
andererseits der lokalen Käufer in Bonn und die hohe Relevanz des logistischen Service-Angebots im stationären Umfeld
wurde bestätigt In den ersten neun Monaten konnten 167 Händler in Bonn für den Service gewonnen werden. Doch
trotz zahlreicher und intensiver Unterstützung von vielen Seiten (Amt 03, IHK, EHV etc.) konnte die Zahl der
teilnehmenden Geschäfte keine relevante Größe erreichen.
M 10 Erhöhung der Netzqualität im
Fußgängerverkehr
Hier werden viele kleine Einzelmaßnahmen, wie Umgestaltung von Kreuzungen, Einmündungen und das Anlegen von
Zebrastreifen und Querungshilfen dazu führen, dass eine Verbesserung des Netzes entsteht.
Siehe auch M8.
M 11 Öffentlichkeitsarbeit
Fußverkehr
Die Leitstelle Klimaschutz führt seit 2017 die Kampagne "Kindermeilen" des Klima-Bündnis durch. Dabei geht es u.a.
darum, Kinder dazu zu bewegen, möglichst viele Wege zu Fuß zu gehen und darüber auch die Erwachsenen zu erreichen.
M 12 Erstellen einer oder mehrerer
raumbezogener
Stellplatzsatzungen
Aus der in der Bauordnung NRW (BauO NRW) neu gefassten Regelung für die Einrichtung von Stellplätzen erwachsen für
die Kommunen sowohl Möglichkeiten, als auch – wenn sie sich für den Erlass einer Satzung entscheiden – Pflichten. So
besteht die Chance, Einfluss auf die Ausgestaltung von Bauvorhaben sowie auf die städtebauliche und
verkehrliche Entwicklung zu nehmen. Eigenen kommunalen Stellplatzsatzungen kommt dabei im Vergleich zu den
landesweit einheitlichen Regelungen, die in der angekündigten, noch zu erstellenden Rechtsverordnung
noch festzulegen sind, ein besonderer Stellenwert zu: sie ermöglichen es, die Stellplatzregelungen differenziert auf
örtliche Gegebenheiten und kommunale Entwicklungsstrategien auszurichten.
Sobald die angekündigte Rechtsverordnung vorliegt, soll eine entsprechende Stellplatzsatzung erarbeitet werden.
M 13 Multimodales
Mobilitätsmanagement
Für das kommunale Mobilitätsmanagement wurde bei 61-3 die Stelle eines Mobilitätsmanagers eingerichtet, mit dem
Ziel durch Verhaltensänderung die nachhaltige und umweltfreundliche Mobilität zu stärken.
Der Mobilitätsmanager koordiniert und initiiert hier u.a. entsprechende Ideen und Maßnahmen zur Wahrnehmung in
den mobilitätsrelevanten Arbeitsbereichen in der Verwaltung.
Im Zuge der Lead-City Förderung wurde zunächst befristet für die Jahre 2019/20 das betriebliche Mobilitätsprogramm
„JOBWÄRTS einfach besser pendeln“ gemeinsam mit den Kooperationspartnern Rhein-Sieg-Kreis und Zukunftsnetz
Mobilität NRW beim VRS gestartet.
Ziel dieses Programms ist es, in der Region eine nachhaltige und funktionierende Mobilitätsentwicklung zu fördern.
Hierzu soll das Mobilitätsverhalten der Mitarbeiter/innen durch attraktive Angebote und eine zielgruppenspezifische
Kommunikation beeinflusst werden. Hierfür werden die Arbeitgeber in Bonn und dem Rhein-Sieg- Kreis eingebunden, da
gerade diese gewisse Steuerungs- und Einwirkungsmöglichkeiten (z.B. JobTickets, Fahrradabstellplätze etc.) auf die
private Mobilität ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter insbesondere auf dem Arbeitsweg haben. Zum Aufbau und für
die professionelle Durchführung des Vorhabens wurde ein Projektteam bestehend aus 4 Personen befristet für die
Laufzeit des Förderprogramms bis 31.12.2020 eingestellt. Bei Erfolg des Programms ist eine Fortsetzung des Programms
unbedingt anzustreben.Seite 50 von 53

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M 14 Mobilitätsmanagement
Stadtverwaltung
Im Jahr 2010 wurde ein Mobilitätsmanagementkonzept (17-Punkte-Katalog) beschlossen (DS-Nr. 1012634NV9), was in
großen Teilen umgesetzt wurde. Darüber hinaus werden Maßnahmen, wie Anschaffung weiterer E-Fahrzeuge, verstärkte
Nutzung von Jobtickets, betriebliches Mobilitätsmanagement innerhalb der Förderprogramme Lead City und
Emissionsfreie Innenstadt umgesetzt. So sollen 17 neue E-Fahrzeuge beschafft werden. Aktuell sind in der
Stadtverwaltung 28 reine E-Fahrzeuge und 38 Pedelecs, darunter zwei Lastenräder im Einsatz. Das Fuhrparkmanagement
und das interne Mobilitätszentrum stellen zudem für den Dienstbetrieb zusätzliche Mobilitätsmöglichkeiten neben den
bekannten Fahrzeugen und Pedelecs bereit: Das Lastenrad (auch Cargobike genannt) mit Tretkraftunterstützung bis 25
km/h für Einsätze mit leichtem Gepäck, sowie das Faltrad für die letzte Meile bei Dienstfahrten.
M 15 Gebrochener Verkehr, P&R
sowie B&R,
Fahrradboxen
Im Rahmen des Förderprojektes „Emissionsfreie Innenstadt“ werden 36 Mobilstationen errichtet um den
Umweltverbund zu stärken. Zudem werden Fahrradabstellanlagen und Fahrradparkhäuser errichtet.
Mit dem Ausbau der S13 wird ein neues P&R Angebot in Bonn-Villich entstehen.
M 16 Verbesserung Car-sharing, Car-
to-go etc.
Im Rahmen des Förderprojektes “Emissionsfreie Innenstadt” werden 36 Mobilstationen errichtet. Dabei werden auch
Parkplätze für Car-Sharing Anbieter ausgewiesen.
Im Rahmen von vorhabenbezogenen Bebauungsplänen werden Mobilitätskonzepte gefordert, mit dem Ziel, den
motorisierten Individualverkehr zu reduzieren. Auch dabei spielen Car-Sharing Angebote eine Rolle.
M 17 Umfassende Ausstattung von
ÖPNV-Haltestellen
Diese Maßnahme ist Bestandteil des Nahverkehrsplans der Stadt Bonn.
Zudem werden im Rahmen des Förderprojektes „Emissionsfreie Innenstadt“ werden 36 Mobilstationen gebaut.
M 18 Ergreifen von Maßnahmen zur
ÖPNV-
Beschleunigung
Im Beschluss des Hauptausschusses vom 26.04.2018 wurde die Verwaltung beauftragt wurde, in Zusammenarbeit mit
den Stadtwerken, linienscharf Vorschläge zur Beschleunigung der Bus- und Bahnlinien zu machen. Dazu wurden von den
Stadtwerken Linienbewertungen für aktuell insgesamt 12 Buslinien erstellt. Seitens der Verwaltung werden diese Listen
ausgewertet und den politischen Gremien werden Maßnahmen zum Beschluss vorgelegt. Da während der Auswertung
der Listen außerdem deutlich wurde, dass zur Überwachung der Parkverstöße und zur Überprüfung der
Ampelschaltungen zusätzliches Personal notwendig ist, wurden im Rahmen der Beschlussvorlage zur Beschleunigung der
Linie 631 auch insgesamt fünf neue Stellen in den Ämtern 33 und 66 beschlossen (DS-Nr.190442)
M 19 Bau neuer ÖPNV-
Verknüpfungspunkte und neuer
–Linien
Entsprechende Maßnahmen sind im ÖPNV-Plan des Landes NRW angemeldet (z.B. Westbahn, Stadt- und Straßenbahn
nach Buschdorf und Seilbahn Venusberg)
M 20 Hardtbergbahn als Straßenbahn siehe M 19
Hardtbergbahn wurde umbenannt in Westbahn. Eine Machbarkeitsstudie mit Varianten wurde Ende 2019 vorgelegt.
M 21 Steigerung der
Kundenfreundlichkeit im ÖPNV
Diese Maßnahme ist Bestandteil des Nahverkehrsplans der Stadt Bonn.Seite 51 von 53

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M 22 Jobticketkampagne „Innovative Tarifangebote“ ist eine Maßnahme im Programm „Lead Cities“.
Ein Betrieb muss nur 35% Jobtickets abnehmen. Bisher wird das Angebot aber nicht gut angenommen. Im Rahmen der
Initiative „Jobwärts“ wird eine Analyse über das Mobilitätsverhalten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern erstellt.
Darauf sollen dann entsprechende Angebote entwickelt werden.
M 23 Modellprojekt für E-Mobilität Der Rat der Stadt Bonn hat auf Grundlage des EmoG (Elektromobilitätsgesetz) eine kostenlose Nutzung
gebührenpflichtiger Parkplätze für E-Fahrzeuge (Definition nach EmoG) beschlossen (DS-Nr. 1611645EB). Seit 01.03.17 ist
die Befreiung der E-Kfz von den Parkgebühren in Kraft.
Im Programm „Emissionsfreie Innenstadt“ ist das Thema E-Mobilität ein wichtiger Bestandteil.
So erhalten ausgewählte Mobilstationen ergänzende Angebote zu

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Datenstand: 02.11.2026, 17:47 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de