200243 · Mitteilungsvorlage
Lokale Agenda-Büro - Durchgeführte und laufende Projekte 2019/2020
Kerndaten
- Nummer
- 200243
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 12.02.2020
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
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Mitteilungsvorlage öffentlich 200243 Der Oberbürgermeister Federführung: 56 Amt für Umwelt-, Verbraucherschutz und Lokale Agenda Dezernat: Dez. III Lokale Agenda-Büro - Durchgeführte und laufende Projekte 2019/2020 Beratungsfolge Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und Lokale Agenda 04.03.2020 Kenntnisnahme Ausschuss für Internationales und Wissenschaft 05.03.2020 Kenntnisnahme Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz 12.03.2020 Kenntnisnahme Mitteilung: Lokale Agenda-Büro - Durchgeführte und laufende Projekte 2019/2020 Das Lokale Agenda-Büro der Stadt Bonn berichtet dem zuständigen Fachausschuss einmal jährlich über die durchgeführten Projekte des vergangenen Jahres und die laufenden Projekte mit Auswirkungen in das Folgejahr. Bei der vorliegenden Zusammenfassung handelt es sich um eine Information in kompakter Form. Für weitere detaillierte Informationen zu den Projekten und Aktivitäten des Lokale Agenda-Büros wird im Text entweder auf Ausschussvorlagen oder auf Internetseiten verwiesen. Die Aufgaben des Lokale Agenda-Büros sind in die Bereiche „Zentrale Themen“, „Fairer Handel“, „Bio-Stadt“ (neu!), „Weitere Handlungsfelder/Projekte“ sowie „Öffentlichkeitsarbeit“ unterteilt. • Personal Seit dem 2.1.2019 ist für den Zeitraum von drei Jahren eine zusätzliche Halbtagsstelle im Lokale Agenda-Büro angesiedelt. Die Stelleninhaberin ist im Rahmen des Landesprogramms „Karrierewege FH-Professur“ zu 100% bei der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg beschäftigt und wird von dort mit 50% der Arbeitszeit der Stadt Bonn zugewiesen. Im Lokale Agenda-Büro übernimmt sie den neuen Aufgabenbereich „Bio-Stadt“. 1. Zentrale Themen 1.1 Nachhaltigkeitsstrategie / Projekt „Global nachhaltige Kommune in NRW“ Der Rat der Stadt Bonn hat Anfang Februar 2019 die erste Bonner Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet. Diese Strategie ist Bonns Beitrag zurSeite 1 von 11 Seite 2 systematischen Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen. Über zwei Jahre wurde unter Federführung des Amtes für Internationales und globale Nachhaltigkeit unter Einbeziehung des Lokale Agenda-Büros daran gearbeitet. Wie kann die große Vision einer weltweit nachhaltigen Entwicklung, zu der sich die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen mit Verabschiedung der Agenda 2030 am 25. September 2015 verpflichtet haben, von Städten und Gemeinden hier in Nordrhein-Westfalen umgesetzt werden? Das war die zentrale Frage des Pilotprojekts „Global nachhaltige Kommune in NRW“, an der sich die Stadt Bonn als eine von 15 Kommunen von 2016 bis 2018 beteiligt hat. Ziel war die Erarbeitung und Verabschiedung einer kommunalen Nachhaltigkeitsstrategie, die sich an den globalen Entwicklungszielen Sustainable Development Goals/SDGs) orientiert. Begleitet wurde das Projekt von der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW e.V. (LAG 21 NRW) in Zusammenarbeit mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt/Engagement Global. In projektbezogenen Arbeitsgremien haben Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft eine Nachhaltigkeitsstrategie für Bonn erarbeitet. Darin enthalten sind umfassende Nachhaltigkeits-Leitlinien, die bis 2030 erreicht werden sollen sowie ein umfassendes Maßnahmenpaket für die nächsten drei bis fünf Jahre. Die Themenfelder sind: Mobilität, Klima und Energie, natürliche Ressourcen und Umwelt, Arbeit und Wirtschaft, gesellschaftliche Teilhabe und Gender sowie globale Verantwortung und Eine Welt. (Beschlussvorlage DS-Nr.: 1812770) 1.2 Nachhaltigkeitsbericht Gemäß Beschluss des Hauptausschusses werden die Öffentlichkeit, der Ausschuss und der Rat alle drei Jahre in einem fortgeschriebenen Bericht über die nachhaltige Entwicklung in Bonn (kurz: Nachhaltigkeitsbericht) über Entwicklungstendenzen und geplante Maßnahmen informiert. Die Veröffentlichung des 5. Nachhaltigkeitsberichts - für den Berichtszeitraum 2016 bis 2018 – steht unmittelbar bevor. 1.3 Teilnahme am OECD-Programm „A territorial approach to the Sustainable Development Goals: A Role for Cities and Regions to leave no one behind“(Ein regionaler Ansatz zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele) Die Stadt Bonn nimmt an einem eineinhalbjährigen Pilotprogramm der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD) teil - unter Federführung des Amtes für Internationales und globale Nachhaltigkeit und Mitarbeit des Lokale Agenda-Büros. Mit dem Programm werden sechs ausgewählte Städte und Regionen, sogenannte Pilotpartner (außer Bonn sind das die Regionen Flandern und Süddänemark, die Stadt Kitakyushu in Japan sowie die Provinz Cordoba in Argentinien), dabei unterstützt, die SDGs auf der lokalen Ebene umzusetzen. Die Teilnahme an dem Projekt bietet unter anderem die Möglichkeit, an das Projekt „Global Nachhaltige Kommune“ anzuknüpfen und sich bei dem Thema Nachhaltigkeitsberichterstattung mit anderen Kommunen auszutauschen. (siehe auch Mitteilungsvorlage DS-Nr.:1812817) 2019 fanden drei Zusammentreffen in Paris statt, die dem engeren Austausch zur Berichterstattung über nachhaltige Entwicklung, Datenverfügbarkeit und Datenerhebung als auch der Implementierung der SDGs dienten. DarüberSeite 2 von 11 Seite 3 hinaus ging es auch um die Verankerung der SDGs in lokale politische Entscheidungen und regionale Planungen, um Synergien und die Messung von Fortschritten bei der Umsetzung der SDGs. Mit kurzen Beiträgen der regionalen und städtischen Perspektiven konnte eine Mitarbeiterin des Lokale Agenda-Büros die Modifizierung des Indikatorensets für den Bonner Nachhaltigkeitsbericht und die darin vorgesehene Implementierung der SDGs präsentieren. Am 9. und 10. Dezember 2019 richtete das Amt für Internationales und Globale Nachhaltigkeit der Stadt Bonn zusammen mit der OECD einen Runden Tisch in Bonn aus. Mehr als 140 Vertreterinnen und Vertreter aus Städten, Kreisen, Regionen, von nationalen Regierungen und internationalen Organisationen sowie privaten Unternehmen diskutierten im WCCB über die aktuellen Herausforderungen der SDGs. Außerdem wurde der vorläufige Bericht der OECD zum Gesamtprojekt vorgestellt. Die OECD stellte das weiterentwickelte Visualisierungstool vor, das mit den Modellkommunen diskutiert wurde. Eine Mitarbeiterin aus dem Lokale Agenda-Büro nahm an beiden Tagen teil und brachte auch hier die Bonner Erkenntnisse aus dem Prozess der Erstellung des Nachhaltigkeitsberichtes und der SDGs ein. 2. Fairer Handel Zu den Aufgaben des Agenda-Büros gehört die gezielte Unterstützung von Aktivitäten des Fairen Handels in Bonn. Dabei steht das Agenda-Büro zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren unterstützend zur Seite, sorgt für Vernetzung der verschiedensten Beteiligten, initiiert Veranstaltungen und wirbt im städtischen Raum mittels Öffentlichkeits- und Informationsarbeit für die stärkere Nutzung des Fairen Handels. 2.1 Faire Woche Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Regel auf der Durchführung der bundesweiten Fairen Woche, 2019 vom 13. bis 30. September, um die überregionalen Synergieeffekte in der Öffentlichkeitsarbeit zu nutzen. Die Veranstaltungsreihe wurde auf Initiative des Lokale Agenda-Büros erneut auf verschiedenen Werbeflächen in der Öffentlichkeit beworben. Dazu gehörten 35 Megalights, 10 Infoscreens an Hauptbahnhof und Stadthalle Bad Godesberg, 20 Plakate auf Fahrertrennwänden in Bussen des ÖPNV sowie 125 Plakate auf Litfass-Säulen, die sich jeweils über mehrere Wochen der Fairen Woche widmeten. Diese Werbeflächen konnten größtenteils kostenfrei oder rabattiert in Anspruch genommen werden. Die Bonner Veranstaltungen zur Fairen Woche wurden wie in den Vorjahren vom Lokale Agenda-Büro von den verschiedensten Akteuren erfragt und in einem Programmheft zusammengefasst. Es wies in einer Auflage von 2.000 Stück in diesem Jahr auf insgesamt 70 Veranstaltungen hin, darunter konsumkritische Stadtrundgänge, Verkostungen, Kleidertausch, Produzentenbesuch, Infostände, Gottesdienste und Vorträge. Zu den Veranstaltungen im Rahmen der Fairen Woche, die das Agenda-Büro initiierend ins Leben rief und / oder finanziell oder organisatorisch unterstützen konnte, gehörten:Seite 3 von 11 Seite 4 - die „5. Rundum Fair“, das öffentliche Bonner Faire Frühstück, kombiniert mit einer Fairen Modenschau, Infoständen, vielen Interviews und einem konsumkritischen Stadtrundgang, in diesem Jahr auf dem Bonner Münsterplatz ergänzt um das nachfolgende Agrikulturfestival (siehe Seite 10 dieses Berichts). Die Veranstaltung konnte erneut um die 700 Besucherinnen und Besucher anziehen. Die Veranstaltung wurde im Jahr 2014 vom Agenda-Büro ins Leben gerufen und gewinnt seitdem in der Stadt an Renommee. Wie in den Vorjahren wurde sie über Handzettel, Plakate, Pressemitteilungen, social media und Internetseite beworben (siehe auch www.rundumfair.de). Veranstalter sind Bonner Initiativen und Vereine wie die Frauenrechtsorganisation Femnet, die Verbraucherzentrale Bonn, der Weltladen Bonn, das Katholische Stadtdekanat Bonn, das Lokale Agenda-Büro und einige weitere Initiativen; das Organisationsteam setzte sich aus elf Personen aus diesem Veranstalterbündnis zusammen, an dem Veranstaltungstag selbst sorgten insgesamt 46 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer für das Gelingen. Für diesen Kreis fand zudem im Vorfeld der Rundum Fair eine Kurzschulung von drei Stunden zu den grundsätzlichen Themen des Fairen Handels statt, zu seinen Produkten, seinen Siegeln, fairer Kleidung sowie dem Schwerpunktthema der Fairen Woche, der Gleichstellung der Geschlechter. Mit diesem Wissen sollten die Helferinnen und Helfer in der Lage sein, den Gästen der Rundum Fair Auskunft über den Fairen Handel zu geben. - die 7. Bonner Filmfair, die Filmreihe des Bonner Netzwerkes für Entwicklung in der Fairen Woche in Zusammenarbeit mit dem Programmkino Woki Filmpalast. Das Organisationsteam besteht aus Oikocredit Westdeutscher Förderkreis, dem Weltladen Bonn, dem Partnerschaftsverein Bonn–La Paz, dem Lokale Agenda-Büro und der Ideenschmiede für Nachhaltigkeit. Die Filmreihe befasst sich mit der Art des Lebens in industrialisierten Ländern und den entsprechenden weltweiten Folgen. In diesem Jahr umfasste das Angebot für die Bonner Interessierten wie im Vorjahr zehn Dokumentar- und Spielfilme, die im Woki von annähernd 1.000 Besucherinnen und Besuchern gesehen wurden. An die Dokumentarfilme schließen in der Regel Podiumsdiskussionen mit Expertinnen und Experten an zu Themen wie Produktionsbedingungen, Landwirtschaft, Wirtschaftswachstum und Flüchtlingsleben. Eine zweite wichtige Zielgruppe der Filmfair sind die Schulen der Region: 2019 hat aufgrund eines Aktionstages einer ganzen Schule eine sehr hohe Anzahl Schülerinnen und Schüler Filme aus einem speziellen Schulangebot der Filmfair gesehen, allein an der Integrierten Gesamtschule Beuel ca. 1.300, darüber hinaus noch etwa 400 weitere an anderen Schulen. (siehe auch www.filmfair.de) - die Veranstaltung „Weltweit fairbunden im Einsatz für Geschlechtergerechtigkeit“ der Frauenrechtsorganisation Femnet in Kooperation mit dem Lokale Agenda-Büro. Eine Gewerkschafterin und eine Textilarbeiterin, beide aus Tunesien, berichteten im Haus der Bildung über ihren Kampf für würdige Arbeit in der Produktion von Berufskleidung und appellierten an Beschafferinnen und Beschaffer, beim Einkauf auf Menschenrechte zu achten. 2.2 Veranstaltungen außerhalb der Fairen WocheSeite 4 von 11 Seite 5 Zum Internationalen Frauentag im März hatte das Lokale Agenda-Büro in Zusammenarbeit mit Oikocredit Westdeutscher Förderkreis zu einem Poetryslam- und Diskussionsabend eingeladen. Unter dem Titel „Stark, mutig, kämpferisch – Frauen weltweit im Einsatz für ihre Rechte!“ ging es bei der Veranstaltung um wegweisende Frauen, die wirtschaftliche Basis emanzipatorischer Entwicklung, Mikrofinanzen und Empowerment für Frauen im Fairen Handel. Zu den Gästen gehörte auch eine Vertreterin von Fairtrade Afrika. Im Mai konnte das Lokale Agenda-Büro in der Brotfabrik unter dem Titel „untouched/touched“ ein Konzert des klassischen indischen Trios Maharaj für Menschenrechte und gegen Kinderarbeit präsentieren. Die Musiker werden bei ihren Auftritten in Deutschland begleitet vom Kinderarbeitsexperten und Buchautor Benjammin Pütter. Er ergänzte das Konzert um einen Vortrag über ausbeuterische und gesundheitsschädigende Kinderarbeit in Indien und ging auf die Frage ein, was Kinderarbeit mit unserem hiesigen Konsumverhalten zu tun hat. Ein Infostand der Bonner Gruppe von terre des hommes stand Interessierten für weitere Informationen über Kinderarbeit zur Verfügung. Im Juni hat das Lokale Agenda-Büro die Arbeit der Fair Trade Town Bonn auf dem Markt der Möglichkeiten des Forums Zukunft vorgestellt und Anfang September konnte die zuständige Mitarbeiterin im Lokale Agenda-Büro im Rahmen des übergreifenden internen Info-Lunchs knapp 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt über die Fair Trade Town Bonn informieren. 3. Bio-Stadt Als neuer Aufgabenbereich ist im Lokale Agenda-Büro das Thema „Bio-Stadt“ hinzugekommen. Der Rat der Stadt Bonn hat am 7.2.2019 beschlossen, dem Netzwerk der Bio-Städte, -Gemeinden und –Landkreise beizutreten (Drucksachen-Nr. 1910042). Im März 2019 wurde auf der zweiten regionalen Bio-Gastro-Messe in Bonn der Stadt Bonn offiziell die Urkunde zum Beitritt zum Netzwerk der Biostädte überreicht. Für die Aktivitäten der Bio-Stadt Bonn steht das Agenda-Büro sowohl Kolleginnen und Kollegen innerhalb der Stadtverwaltung als auch zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren unterstützend zur Seite, sorgt für Vernetzung der verschiedensten Beteiligten der in Bonn engagierten Initiativen im Bio- und Ernährungsbereich, initiiert Veranstaltungen und wirbt im städtischen Raum mittels Öffentlichkeits- und Informationsarbeit für die Aufklärung und Bewusstseinsbildung zur gesunden und regionalen Ernährung mit Bio-Lebensmitteln für Bonnerinnen und Bonner. Dabei konzentriert sich die Arbeit auf folgende in verschiedenen Ratsbeschlüssen festgelegte Handlungsfelder: 1. Mehr Bio in Bonner Kindereinrichtungen, 2. Mehr Bio auf landwirtschaftlichen Flächen der Stadt Bonn sowie 3. Mehr Bio für Bonnerinnen und Bonner. (DS-Nr. 1710400EB3, DS-Nr. 1813388 und DS-Nr. 1910042). Die Koordination der Bio-Stadt Bonn unterstützt bezüglich der beiden ersten Handlungsfelder (Mittagsverpflegung und landwirtschaftliche Flächen) beratend das Amt für Wirtschaftsförderung, das Schulamt sowie das Jugendamt; das dritte Handlungsfeld ist komplett im Lokale Agenda-Büro angesiedelt und wird durch die Kooperation mit den Initiativen im Bio- und Ernährungsbereich in Bonn bearbeitet.Seite 5 von 11 Seite 6 3.1. Mehr Bio für Bonnerinnen und Bonner - Bonner Agrikulturfestival Am Samstag, den 28. September 2019, fand unter dem Motto „Wir feiern gutes Essen – vom Acker über den Teller bis zum Kompost“ das erste Agrikultur- Festival in Bonn statt. An über dreißig Ständen stellten sich Initiativen und Institutionen aus Bonn und Umgebung vor, die sich für regionales, gesundes, ökologisches, klimafreundliches, fair produziertes Essen und gegen Lebensmittelverschwendung und Plastikmüll engagieren. Das Agrikultur- Festival fand im Rahmen der Fairen Woche statt und schloss sich nahtlos an die Rundum Fair auf dem Bonner Münsterplatz an (siehe auch Seite 4 dieses Berichts). Veranstaltet wurde das erste Bonner Agrikultur-Festival nach dem Vorbild des Agrikulturfestivals in Freiburg vom Stadt.Land.Markt e.V. in Kooperation mit der Bio-Stadt Bonn, der Regionalwert AG Rheinland und dem Wissenschaftsladen (WiLa) Bonn. Auf dem Agrikulturfestival informierten zahlreiche Initiativen über ihre Arbeit, gaben praktische Tipps und luden zum Probieren, Diskutieren und Mitmachen ein. Parallel fanden Vorträge und Workshops für alle Interessierten statt. Und neben dem Genuss in Form von regionalen Speisen und Getränken kam auch die Musik beim Agrikulturfestival nicht zu kurz: Für Stimmung auf der Bühne sorgten die Bands Külturklüngel und Alpaca Social Club. Das Agrikulturfestival stieß auf großes Interesse beim Bonner Publikum! - Entwicklung einer VHS-Reihe Gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Bonn wurde eine VHS-Reihe für Wintersemester 2020 „Biologische Vielfalt in der Stadt: Essbares von hier für hier“ entwickelt. Die Koordinatorin der Bio-Stadt Bonn hat fünf Referenteninnen und Referenten zu den Bio-Themen gewinnen können. Es finden von Februar bis Juni 2020 folgende Vorträge statt: „Bio Imkerei: Die wesensgemäße Bienenhaltung“ (12.2.), „Wissen, wo es herkommt: Ich erzeuge mein Essen selbst“ (19.2.), „Kompost: Eine Welt für sich“ (4.3.), „Gärtnern auf dem Hochbeet“ (18.3.), „Besser essen: regionales Superfood“ (30.4.) sowie „Kräuter am Wegesrand“ (17.5.). Alle Veranstaltungen (außer der Kräuterwanderung) sind kostenfrei und finden in den VHS-Räumlichkeiten in Bad Godesberg statt. 3.2. Veranstaltungsreihe „Bio-Stadt Bonn - Wir feiern gutes Essen vom Acker über den Teller bis zum Kompost!“ Im Juni 2019 stellte die Bio-Stadt Bonn gemeinsam mit dem Verein „Stadt.Land.Markt e.V.“ einen Förderantrag im Rahmen der neu ausgeschriebenen Förderlinie "Richtlinie über die Förderung von Projekten zur Information von Verbraucherinnen und Verbrauchern über regionale Wertschöpfungsketten zur Erzeugung von Bioprodukten sowie zur Umsetzung von begleitenden pädagogischen Angeboten (RIGE)". In der Ursprungsantragstellung war als Maßnahme auch die Finanzierung des 1. Bonner Agrikulturfestivals eingeplant. Leider wurde seitens der Gutachter diese Maßnahme gestrichen. Im November 2019 erhielt die Bio-Stadt Bonn und der Verein Stadt.Land.Markt e.V. aber die Förderung für die dreijährige Veranstaltungsreihe „Wir feiern gutes Essen vom Acker über den Teller bis zum Kompost“. Es werden Veranstaltungen in drei verschiedenen FormatenSeite 6 von 11 Seite 7 (Vernetzungscafés, BarCamp und Freitags-Picknicks) stattfinden, die den Austausch von interessierten Bürgerinnen und Bürger untereinander und mit verschiedenen Akteuren des Ernährungssystems entlang der gesamten Wertschöpfungskette fördern sollen – vom Bio-Landwirt über den Verarbeiter bis in den Handel, die Gemeinschaftsgastronomie und die privaten Haushalte. Das erste ökologische Vernetzungscafé fand am 18. Dezember im MIGRApolis-Haus der Vielfalt statt. Zu Gast war Bio-Landwirt Bernd Schmitz aus Hennef-Hanf. 4. Weitere Handlungsfelder / Projekte 4.1 „Paper Angels: Wir für Recyclingpapier“ Das Umweltbildungsprojekt „Paper Angels: Wir für Recyclingpapier“, führt das Lokale Agenda-Büro der Stadt Bonn in Zusammenarbeit mit der Deutschen Post DHL Group als Sponsor und der in Bonn ansässigen Tropenwaldstiftung OroVerde als Fachpartner und Bildungsexperte bereits seit 2008 durch - im Jahr 2019 zum zwölften Mal. Die Aktion rund um die Themen Papierverbrauch, Papierrecycling und dem Blauen Engel als Güte- und Prüfsiegel für Recyclingpapier richtet sich an alle fünften Klassen von Bonner Schulen. Es geht darum, dass sich die Schülerinnen und Schüler anhand der bereitgestellten Materialien (Geschichtenposter mit spannenden wirklichkeitsnahen Geschichten sowie farbenfrohe Tierpostkarten mit kniffligen Rätseln) mit einem ressourcenschonenden Verbrauchsverhalten und insbesondere mit dem Thema Recyclingpapier vertraut machen. Nach erfolgreichem Bearbeiten der Materialien und Rätsel können die Klassen einen Lösungssatz einreichen. Unter allen richtigen Einsendungen wurden in diesem Jahr wieder sechs Geldpreise à 150 Euro sowie zwei Baumpflanzaktionen im Siebengebirge verlost. 2019 haben 34 Bonner fünfte Klassen teilgenommen mit 905 Kindern – ein weiterer Teilnahmerekord seit Umstellung des Konzepts im Jahr 2016. Bei der Abschlussveranstaltung im Post Tower stellten die ausgelosten Gewinner-Klassen ihr erworbenes Fachwissen den erwachsenen Fachleuten und der Presse vor. In kleinen Theaterstücken, Mitmachaktionen und sogar einem selbstgedrehten Erklärvideo machten sie kreativ und fantasiereich deutlich, dass wir in Deutschland durch unseren sehr hohen Papierverbrauch dazu beitragen, den Lebensraum von Tieren und Pflanzen in anderen Teilen der Welt zu zerstören. Wer dagegen den Wald und die Umwelt schonen möchte, sollte schon beim Einkauf von Papierprodukten auf Recyclingpapier mit dem Blauen Engel achten. Die Preisgelder, die Druckkosten für die Materialien, sowie die Organisation und Durchführung der bereits zum zweiten Mal zusätzlich verlosten Baumpflanzaktionen wurden von der Deutschen Post DHL Group übernommen. Die Entwicklung der aktuellen Wettbewerbsmaterialien und weiterer ergänzender Unterrichtsmaterialien erfolgte durch OroVerde. Die komplette Koordination des Wettbewerbs liegt in den Händen des Lokale Agenda-Büros. Die Aktion wird auch im Jahr 2020 in derselben Form stattfinden – mit Ausnahme der Baumpflanzaktion. Deutsche Post DHL Group möchte damit ein Jahr aussetzen. Stattdessen wird es eine Baumpflanzaktion mit zwei Schulklassen über das städtische Forstamt und das Haus der Natur geben.Seite 7 von 11 Seite 8 Insgesamt haben die Veranstalter Stadt Bonn, Deutsche Post DHL Group und OroVerde mit der Aktion „Paper Angels“ in den zwölf Jahren fast 11 000 Schülerinnen und Schüler in Bonner Schulen erreicht. 4.2 Städtewettbewerb „Papieratlas“ Die Stadt Bonn ist im Rahmen des „Papieratlas“-Wettbewerbs bereits zum zehnten Mal in Folge für ihren Einsatz von Recyclingpapier mit dem Blauen Engel als eine der „Recyclingpapierfreundlichsten Städte Deutschlands“ ausgezeichnet und in diesem Jahr mit der Sonderauszeichnung „Mehrfachsieger“ besonders geehrt worden. Oberbürgermeister Ashok Sridharan nahm den Preis am 22.10.2019 in Berlin persönlich von Bundesumweltministerin Svenja Schulze entgegen. Bonn nutzt in Verwaltung und Hausdruckerei fast ausschließlich Papier mit dem Blauen Umweltengel, dem Güte- und Prüfsiegel für Papiere, die zu 100 Prozent aus Altpapier hergestellt werden. Die Herstellung von Recyclingpapier spart rund 70 Prozent Wasser und 60 Prozent Energie gegenüber Frischfaserpapier. Die Verwendung von Altpapier leistet zudem einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Wälder. 2019 beteiligten sich 102 Groß- und Mittelstädte an dem Wettbewerb, der von der Initiative Pro Recyclingpapier in Kooperation mit dem Bundesumweltministerium, dem Umweltbundesamt, dem Deutschen Städtetag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund seit 2008 jährlich durchgeführt wird. In den vergangenen zehn Jahren bewirkte Bonn durch den Einsatz von Recyclingpapier eine Einsparung von mehr als 58 Millionen Litern Wasser und mehr als 11 Millionen Kilowattstunden Energie. Die eingesparte Menge an Wasser entspricht dem durchschnittlichen täglichen Wasserverbrauch von rund 470.000 Bundesbürgern. Mit der eingesparten Energie könnten mehr als 3.000 deutsche Drei-Personen-Haushalte ein Jahr lang versorgt werden. (Weitere Informationen unter www.papieratlas.de) Weiterhin achtet das Lokale Agenda-Büro darauf, dass hausintern Recyclingpapier mit Blauem Umweltengel eingesetzt wird und gibt diese Anregung auch an Kooperationspartner weiter. Neuerdings können sich auch Schulen von der Initiative Pro Recyclingpapier in Kooperation mit dem Bundesumweltministerium als „Recyclingpapierfreundliche Schule“ auszeichnen lassen. Die Bonner Grundschulen Am Domhof, Michaelschule sowie Münsterschule erhielten 2019 diese Auszeichnung. (Nähere Infos hierzu: www.recyclingpapier-bildet.de) 4.3 Ökoprofit Bereits seit 2007 wird Ökoprofit (Ökologisches Projekt für Integrierte Umwelttechnik) in Bonn durchgeführt. Die Projektrunden 2007/2008, 2008/2009 und 2011/2012 schlossen insgesamt 38 Bonner Unternehmen erfolgreich mit der Auszeichnung zum „Ökoprofit_Betrieb“ ab. Im Jahr 2014 folgte eineSeite 8 von 11 Seite 9 gemeinsame Projektrunde mit dem Rhein-Sieg-Kreis. Hieran beteiligten sich vier Unternehmen aus Bonn und zehn Betriebe aus dem Rhein-Sieg-Kreis. Eine weitere Projektrunde nach dem alten Format scheiterte 2018 daran, dass die geforderte Mindestanzahl an Unternehmen für eine Förderung durch das Land NRW nicht erreicht wurde. Um interessierten Unternehmen trotzdem die Möglichkeit zu bieten, sich im Rahmen des Projekts Ökoprofit mit den Fragen von Umwelt- und Klimaschutz zu beschäftigen, das Umweltmanagement in ihren Betrieben zu verbessern und gleichzeitig Kosten zu senken, wurde das Format leicht verändert: Die drei neuen Betriebe (zwei davon aus Bonn) führten das Projekt innerhalb der Jahre 2018/2019 in Begleitung des Ökoprofit-Klubs durch und wurden am 10. Dezember 2019 als Ökoprofit-Betrieb ausgezeichnet. Im Ökoprofit-Klub beschäftigen sich derzeit sieben bereits zertifizierte Unternehmen mit der Weiterentwicklung ihrer Umweltprogramme. Am 10. Dezember 2019 wurden diese ebenfalls erneut für ihr Engagement für den Umwelt- und Klimaschutz ausgezeichnet. (Nachrichtlich: Von den sieben Klubbetrieben sind sechs aus Bonn.) Die Palette der Umweltschutzprojekte in den Unternehmen reicht von Maßnahmen der Energieeffizienz wie Heizungsoptimierung über die Einführung von Videokonferenzen statt Dienstreisen bis hin zum Abfallmanagement. Eine weitere Projektrunde ist angestrebt. Weitere Informationen unter www.bonn.de/oekoprofit 5. Öffentlichkeitsarbeit 5.1 Newsletter Alle zwei Monate gibt das Lokale Agenda-Büro den Newsletter „Agenda 21 aktuell“ heraus. Der Newsletter bietet Informationen zu den Aktivitäten sowohl der Stadt Bonn selbst als auch der in Bonn aktiven Agenda-Initiativen, - Gruppierungen, Vereine und Institutionen. Aktuelle Veranstaltungs- und Terminhinweise runden die einzelnen Ausgaben ab. Unter www.bonn.de/newsletter („Lokale Agenda“) kann der Newsletter kostenlos abonniert werden. Zusätzlich zum elektronischen Versand wird eine Auflage von 1500 Exemplaren für die Auslage an den städtischen Informationsstellen und die Weitergabe an Multiplikatoren gedruckt. Die jeweils aktuelle Ausgabe des Newsletters „Agenda 21 aktuell“ ist unter https://www.bonn.de/themen-entdecken/umwelt-natur/agenda-newsletter.php hinterlegt. Umweltbildung und Bildung für Nachhaltige Entwicklung sind integrale Bestandteile der Erziehung im Kindergarten und in der Schule. Mit dem Newsletter „Nachhaltigkeit lernen“ bietet das Lokale Agenda-Büro einen besonderen Informationsservice für Pädagoginnen und Pädagogen in der schulischen und vorschulischen Bildung. Es wird auf neue Unterrichtsmaterialien, interessante Veranstaltungen und Termine, aktuelle Wettbewerbe und vieles mehr mit Bezug zu den Themenbereichen Nachhaltigkeit, Fairer Handel sowie Klimaschutz hingewiesen; viele Angebote sind kostenlos. Im Jahr 2019 erschienen 22 Ausgaben des Newsletters „Nachhaltigkeit lernen“. Einsehbar sind die noch aktuellen Newsletter unterSeite 9 von 11 Seite 10 https://www.bonn.de/themen-entdecken/umwelt-natur/newsletter-nachhaltigkeit- lernen.php. Unter www.bonn.de/newsletter („Lokale Agenda“) kann der Newsletter kostenlos abonniert werden. 5.2 Forum Zukunft – Lokale Agenda Bonn (ehemals Gesprächskreis Lokale Agenda) Mindestens zweimal jährlich lädt das Agenda-Büro zum Vernetzungstreffen der lokal agierenden Agenda-Gruppen zum „Gesprächskreis Lokale Agenda“ ein. Anfang 2019 hat der Gesprächskreis auf Initiative des Lokalen Agenda-Büros in einem partizipativen (durch das Agenda-Büro gesteuerten) Prozess mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern in einem gesonderten Arbeitskreis dem Gesprächskreis einen neuen Namen gegeben: Forum Zukunft – Lokale Agenda Bonn. Das war nötig, da der Gesprächskreis zukünftig nicht mehr nur zu regelmäßigen Austauschtreffen zusammenkommen, sondern darüber hinaus auch Veranstaltungen in Bonn organisieren wird. Der neue Name soll sowohl die Arbeit des Forums nach außen sichtbarer machen, als auch zur Eigen- Identifizierung und Motivation zur Mitarbeit beitragen. Zusätzlich wurde für das Forum Zukunft – Lokale Agenda Bonn folgendes Logo entwickelt. 5.2.1 Markt der Möglichkeiten Als erste Veranstaltung des Forum Zukunft – Lokale Agenda Bonn fand am 29. Juni 2020 ein Markt der Möglichkeiten statt. Koordiniert und geplant von dem Lokalen Agenda-Büro der Stadt Bonn informierten auf dieser Veranstaltung insgesamt 21 Bonner Vereine, Initiativen und Organisationen (alles Mitglieder des Forums Zukunft – Lokale Agenda Bonn) über ihre Tätigkeiten und machten damit das Thema Nachhaltigkeit in Bonn erlebbar. Von Alternativen zu Plastik von Zero Waste Bonn und dem Schokoladenspiel des Weltladens über das Mappingtool von Unity effect als Kartierung der Initiativen im Bonner Raum und den Fördermöglichkeiten des Bonner Spendenparlaments bis hin zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung von foodsharing Bonn und Bastelaktionen von Solarbooten aus Abfall für Kids (Recycling und erneuerbare Energien) gab es für das Bonner Publikum viel zu entdecken, auszuprobieren und zu lernen. Der Markt der Möglichkeiten fand im Kult 41 im Rahmen der Abschlussveranstaltung zur Weltbaustelle statt (diese wurde organisiert vom Amt für Internationales und Globale Nachhaltigkeit) und war eingebettet in das Gesamtevent eines Straßenfestes.Seite 10 von 11 Seite 11 Anlage/n KeineSeite 11 von 11
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