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200016 · Beschlussvorlage

Klimanotstand und „Umsetzung Klimamaßnahmen“ (DS 1912774)

Nummer
200016
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
23.04.2020
Letzte Änderung
18.09.2026
  1. Sitzung des Rates 06.02.2020 Entscheidung federführend
  2. Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz 20.05.2020 Empfehlung
  3. Sitzung des Hauptausschusses anstelle des Rates nach § 60 Abs. 1 Satz 2 GO NRW 07.05.2020 Entscheidung federführend
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Untergeordnet

  1. 200016-3 AA Klimanotstand und „Umsetzung Klimamaßnahmen“ (DS 1912774) Antrag zur Vorlage 200016
  2. 200016-1 AA Klimanotstand und „Umsetzung Klimamaßnahmen“ (DS 1912774) Antrag zur Vorlage 200016
  3. 200016-2 AA Klimanotstand und „Umsetzung Klimamaßnahmen“ (DS 1912774) Antrag zur Vorlage 200016
  4. 200016-3 Kommentierung der Vorlage „Klimanotstand und Umsetzung Klimamaßnahmen“ durch den Klimaschutzbeirat

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Beschlussvorlage
öffentlich
200016
Der Oberbürgermeister
Federführung:
56 Amt für Umwelt-, Verbraucherschutz und Lokale Agenda
Dezernat:
Dez. III
Klimanotstand und „Umsetzung Klimamaßnahmen“
(DS 1912774)
Beratungsfolge
Rat 06.02.2020 Entscheidung
Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz 12.03.2020 Empfehlung
Rat 26.03.2020 Entscheidung
Beschlussvorschlag
1. Die Verwaltung wird beauftragt, die in Tabelle 1 aufgeführten
Maßnahmen weiter auszudifferenzieren, zu qualifizieren und danach zur
Beschlussfassung vorzulegen.
2. Im Doppelhaushalt 2021/2022 werden auf der Grundlage der
abgeschätzten Kosten für die Umsetzung der in Tabelle 1 aufgeführten
Maßnahmen und die notwendigen weiteren Analysen Mittel in Höhe von 5 Mio
Euro - vorbehaltlich der noch erforderlichen Beschlüsse (siehe 1.) -
bereitgestellt. Es wird angestrebt, diese Summe unter Ausnutzung von
Fördermöglichkeiten zu reduzieren.
3. Die Beschlussvorlage wird in erster Lesung behandelt und im Anschluss
an den Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz verwiesen.
Begründung
Klimaschutz ist seit 1995 ein Handlungsfeld in der Stadt Bonn und seit einigen
Jahren auch die Klimaanpassung. Die Stadt Bonn hat seitdem zwei
umfangreiche Klimaschutzkonzepte erarbeitet, ein qualifiziertes CO2-
Monitoring etabliert und zahlreiche Maßnahmen umgesetzt. Mit der durch die
Politik ermöglichten Einrichtung der Leitstelle Klimaschutz im Jahr 2011 mit
einem starken Akzent in der Bauleitplanung konnte sich Klimaschutz und in
jüngster Zeit auch die Anpassung als Querschnittsaufgabe in der Verwaltung
professionalisieren. Dies hat einen Beitrag dazu geleistet, dass die CO2-
Emissionen pro Kopf in Bonn von 1990 bis 2016 um 25% gesunken sind.
Einen guten Überblick über Maßnahmen der Stadt Bonn im Bereich
Klimaschutz und Klimaanpassung bieten z.B. die Tätigkeitsberichte der
Leitstelle Klimaschutz, die Jahresberichte der Bonner Energie Agentur und die
Geschäftsberichte des Tiefbauamtes. Die vor kurzem abgeschlossenen, in
Umsetzung oder Planung befindlichen Maßnahmen zum Klimaschutz und zurSeite 1 von 37

Seite 2
Klimaanpassung sind aus Anlass dieser Vorlage aufbereitet worden und
ergänzen damit die aufgeführten Berichte um den aktuellen Stand. Die
Zusammenstellung dieser Maßnahmen ist als Anlage 1 beigefügt.
Als Reaktion auf die Ausrufung des Klimanotstandes und die aktuellen
wissenschaftlichen Erkenntnisse zum sich verstärkenden Klimawandel hat die
Verwaltung unter Beteiligung aller Dezernate – aufbauend auf den bisherigen
Aktivitäten im Klimaschutz – einen Maßnahmenkatalog erarbeitet, den sie in
eigener Organisationshoheit im überwiegenden Teil unmittelbar umsetzen und
in geringeren Anteilen noch weitergehenden Überprüfungen unterziehen wird.
Damit wurde bewusst ein Ansatz einer zeitnahen handlungsorientierten
Maßnahmenumsetzung vor dem Hintergrund der bestehenden Erfahrungen
und Kenntnisse der Potentiale im kommunalen Klimaschutz gewählt. Er
unterscheidet sich damit von den früheren Konzeptansätzen des ersten
Klimaschutzkonzeptes 1999 und des Integrierten Klimaschutzkonzeptes 2013,
die in systematischen Ansätzen über 1,5 – 2 Jahren mit interner und externer
Beteiligung erarbeitet wurden.
Insgesamt umfasst das aktuelle Maßnahmenprogramm ca. 150
Einzelmaßnahmen, welche sich sechs Handlungsfeldern zuordnen lassen:
1. Solares Bonn
2. Klimaschonend Bauen und Wohnen
3. Nachhaltige Bundesstadt Bonn
4. Kommunale Gebäude und Stadtentwicklungskonzepte
5. Stadtmarketing und Kommunikation
6. Klimaanpassung
In Anlage 2 sind für jedes Handlungsfeld einige Maßnahmen beispielhaft
dargestellt. Neben den Maßnahmen, die von der Verwaltung in eigener
Organisationshoheit als zusätzlicher Beitrag zum Klimaschutz umgesetzt
werden, wurden in der verwaltungsinternen Erarbeitung auch Maßnahmen
benannt, die zur Umsetzung eines politischen Beschlusses bedürfen und
sich ebenfalls den oben genannten Handlungsfeldern zuordnen
lassen. Ergänzend wurde die Verwaltung von der Politik mit dem
Ratsbeschluss „Umsetzung Klimamaßnahmen (DS 1912774)“ beauftragt, in
einer Beschlussvorlage umsetzungsfähige Maßnahmen zur Förderung des
kommunalen Klimaschutzes bzw. -resilienz vorzulegen und in ihren
haushaltsbezogenen Erfordernissen für die nächsten fünf Jahre darzustellen.
Die Auswahl der Maßnahmen sollte sich dabei insbesondere an den
verbleibenden und noch nicht umgesetzten Maßnahmen des Integrierten
Klimaschutz- und Klimafolgenanpassungskonzeptes aus dem Jahr 2013
orientieren. Finanzielle Auswirkungen sollten dabei ins Verhältnis zu
erzielbaren CO2-Reduktionen gesetzt werden. Sofern vorhanden, sollen
Fördermaßnahmen des Bundes und des Landes für die
Maßnahmenumsetzung genutzt werden.
In Tabelle 1 sind alle Maßnahmen, die aus Verwaltungssicht einer politischen
Beschlussfassung bedürfen und die verbliebenen und gesondert
gekennzeichneten Maßnahmen aus dem Integrierten Klimaschutzkonzept
zusammengefasst und entsprechend dem Ratsbeschluss „Umsetzung
Klimamaßnahmen“ bewertet. Zur besseren Übersichtlichkeit wurde eine
Unterscheidung zwischen Maßnahmen getroffen, die durch ihre Umsetzung
unmittelbar zu einer CO2-Reduktion führen und solchen, bei denen zunächstSeite 2 von 37

Seite 3
noch Analysen und Konzepte erforderlich sind, um Investitionskosten und CO2-
Reduktionen benennen zu können.
Die unmittelbare Umsetzung der in Tabelle 1 aufgeführten Maßnahmen, bei
denen keine weiteren Analysen mehr erforderlich sind, summieren sich auf
insgesamt 4.279.500€. Damit ließen sich 1649 t CO2 / Jahr einsparen. Die
vorgeschlagenen Maßnahmen, für die zunächst noch vertiefende
Untersuchungen und Konzepte erforderlich sind, haben einen Finanzbedarf von
725.000€.
Die Verwaltung hat bereits in der Vergangenheit zahlreiche Förderprogramme
zur Entlastung des eigenen Haushalts bei der Umsetzung von Klimaschutz-
und Klimaanpassungsmaßnahmen genutzt. Beispielhaft seien hier das
Integrierte Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept sowie Teilkonzepte im
Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative, das durch das BMBF geförderte
ZURES-Projekt, das Projekt Emissionsfreie Innenstadt, ein kürzlich bewilligtes
Förderprojekt zur Bio-Stadt oder ein in zweiter Stufe eingereichter Antrag bei
der Nationalen Anpassungsstrategie genannt. Die Verwaltung wird eine
mögliche Nutzung von Förderungen für konkrete Klimaschutz- und
Klimaanpassungsmaßnahmen auch weiterhin im Blick haben. Es sei aber auch
darauf hingewiesen, dass es mit Verweis auf das EEG keine Förderung von
Maßnahmen zum Ausbau von Photovoltaik gibt. Dies war die Begründung
dafür, dass der Antrag „Solares Bonn 2020“, den die Verwaltung im Rahmen
des Förderaufrufs KommunalerKlimaschutz.NRW eingereicht hat, abgelehnt
wurde.
Der Ratsbeschluss „Umsetzung Klimamaßnahmen“ sieht eine Beteiligung der
Öffentlichkeit vor. Dazu heißt es im Beschluss: „Die notwendige Beteiligung
von Öffentlichkeit und Stakeholdern kann über die beratende Einbeziehung des
Klimaschutzbeirates gewährleistet werden“. Damit dies gewährleistet ist, soll im
Rat am 6.02. eine erste Lesung der Vorlage mit einem anschließenden Verweis
in den AUV am 12. März erfolgen. In der Zwischenzeit wird sich der Beirat mit
der Vorlage befassen und bei Bedarf Kommentierungen und Empfehlungen in
Form einer Mitteilungsvorlage dazu abgeben.
Abschließend sei noch einmal darauf hingewiesen, dass die vorgestellten
Maßnahmen, die von der Verwaltung unmittelbar umgesetzt werden und die
Vorschläge zur politischen Beschlussfassung eine Antwort auf die Ausrufung
des Klimanotstandes bzw. auf den Auftrag der Politik aus dem Beschluss
„Umsetzung Klimamaßnahmen“ darstellen. Die sieben Punkte des
Ratsbeschlusses zur Klimaneutralität bis 2035 haben hier noch keinen
Niederschlag finden können mit einer Ausnahme: In Punkt sechs des
Beschlusses zur Klimaneutralität sollen alle Emission der Verwaltung, der
Stadtwerke Bonn und von Bonn Orange erfasst werden. Dazu wurden
entsprechende Mittel in der Vorlage eingestellt.
Sowohl die Koordination zur Erstellung des Maßnahmenkatalogs der
Verwaltung als auch die Umsetzung des Auftrages aus dem Ratsbeschluss
„Umsetzung Klimamaßnahmen“ erfolgte federführend durch die Leitstelle
Klimaschutz in Zusammenarbeit mit einer eingesetzten Arbeitsgruppe. Die
Leitstelle Klimaschutz im Amt für Umwelt, Verbraucherschutz und Lokale
Agenda wird auch zukünftig sowohl bei den in eigener Organisationshoheit der
Verwaltung umzusetzenden Maßnahmen als auch bei dem durch den Rat zu
beschließenden Maßnahmenprogramm beteiligt. Damit wird gewährleistet,Seite 3 von 37

Seite 4
dass das Maßnahmenprogramm auch bei operativ dezentraler Umsetzung
hinsichtlich Konzeption wie Umsetzungsplanung stets den ausgerufenen
Klimaschutzzielen in bestmöglicher Form dient. Dazu gehören auch verstärkte
Mitzeichnungsbefugnisse für Vorlagen der Verwaltung.
Grundsätzlich kommt dem Umweltamt mit der Leitstelle Klimaschutz nun eine
deutlich erweiterte Rolle zu, die nach weiterer Ausformulierung des
Maßnahmenkatalogs auch mit in einem erhöhten Stellenbedarf verbunden sein
kann (siehe auch Tabelle 1: Stellenbedarfe in den Handlungsfeldern Solares
Bauen und Klimaanpassung). Wie genau eine organisatorisch stärkere
Einbindung des Umweltamtes in klimaschutzrelevante Entscheidungen
umgesetzt wird, ist noch im Detail zu definieren.
Anlage/n
1 Tabelle 1 (öffentlich)
2 Anhänge (öffentlich)Seite 4 von 37

Tabelle 1 - Maßnahmenvorschläge, die nach politischem Grundsatzbeschluss weiter ausdifferenziert und
qualifiziert werden sollenJung
Stadtkonzepte
Klimaschutzmaßnahme Erläuterung CO2-Einsparung
1. vorbereitende
Kosten (Beratung/
Konzeptionierung)
2. Investitionskosten Summe der bereits
abschätzbaren
Kosten (1.+2.)
Kosten/
Nutzen
Bewertung
CO2 Bewertung
Ausbau Photovoltaik
"1.000 Dächer Programm"
Es soll ein Programm aufgelegt werden, um den Ausbau von Photovoltaik zu
erreichen. Mit städtischen Gebäuden als gutes Beispiel vorangehen. Pro
geförderter PV-Anlage soll ein Zuschuss in Höhe von 1.000 Euro angeboten
werden.
1.170 t/a 1.000.000,00 € 1.000.000,00 € 1 3
Verpflichtung zum Bau von PV-
Anlagen bei Neubauten
Bei Neubauten im Rahmen von VE-Vorhaben, Entwicklungsmaßnahmen und
Verkauf städtischer Grundstücke nach dem Beispiel der Stadt Tübingen.
Bauherren müssen dort nachweisen, dass die Installation von PV-Anlagen
unwirtschaftlich ist, um von der Verpflichtung befreit zu werden.
975 t/a 5.000,00 € 5.000,00 € 4 2
Ausbauinitiative Solares Bonn 2020
Beraten - Begleiten - Multiplizieren. Nach dem Bonner Solardachkataster
könnte der überwiegende Teil des städtischen Strombedarfs in Bonn durch
PV-Anlagen auf städtischen Dächern gedeckt werden.
Auf der Basis des abgelehnten Förderantrages "Ausbauinitiative Solares Bonn
2020" sollte unter Berücksichtigung der Ergebnisse des Praxisworkshops mit
EUROSOLAR vom Oktober 2019 ein Konzept für die verstärkte Installation von
PV-Anlagen in Bonn entwickelt und umgesetzt werden.
Die Kosten und die CO2-Einsparung ergeben sich aus dem abgelehnten
Förderantrag abzüglich der Positionen für die solare Kühlung auf der KA
Salierweg und der PV-Anlage auf dem Haus der Natur. Kalkuliert wurde u.a.
die Beratungsleistung der privaten Wohneigentümer, die Schaffung einer
Projektstelle in der Leitstelle Klimaschutz sowie Investitionskosten für
städtische Leuchtturmprojekte (eine detaillierte Aufstellung findet sich im
abgelehnten Förderantrag)
479 t/a 3.008.500,00 € 3.008.500,00 € 1 1
SUMME MAßNAHMENCLUSTER 2.624 t/a 5.000,00 € 4.008.500,00 € 4.013.500,00 €
SUMME HANDLUNGSFELD 2.624 t/a 5.000,00 € 4.008.500,00 € 4.013.500,00 €
Handlungsfeld SOLARES BONN
KostenSeite 5 von 37

Klimaschutzmaßnahmen Erläuterung CO2-Einsparung
1. vorbereitende
Kosten (Beratung/
Konzepterstellung
2. Investitionskosten Summe der bereits
abschätzbaren
Kosten (1.+2.)
Kosten/Nutzen
Bewertung CO2 Bewertung
Energiesparend Wohnen
Aus dem IKK
WS 4 Prozessbegleitende Beratung
für
Wohneigentümergemeinschaften
Ein Beratungsangebot für die Wohnungseigentümergruppen besteht in Bonn
aktuell durch die Dienstleistungsangebote des Vereins „wohnen im
Eigentum“. Hier gibt es von Seite der BEA Überlegungen die Zusammenarbeit
mit dem Verein „wohnen im Eigentum“ zu vertiefen. Es wird vorgeschlagen
diese Aktivitäten fortzuführen, um weitere Einsparpotenziale in diesem
Eigentümersegment zu realisieren.
n.q 20.000,00 € 20.000,00 €
Aus dem IKK
WS 6 Basismaßnahmen
Wohnungswirtschaft
Die Erfahrungen der professionellen Akteure auf dem Wohnungsmarkt sollen
im Bereich Klimaschutz und Energieeffizienz ausgebaut und institutionalisiert
werden. Daher wird vorgeschlagen, ein Forum mit regelmäßigen
Veranstaltungen für die Wohnungswirtschaft aufzubauen, das wichtige
Akteure der Wohnungs- und ggf. Bauwirtschaft zusammenbringt und durch
die Stadt Bonn begleitet und koordiniert wird. Mögliche Themenfelder sind
beispielsweise der Erfahrungsaustausch zu „Sanierung+Energie(-technik) in
der Wohnungswirtschaft“ in Bonn mit Vorträgen von externen
Wohnungsgesellschaften und „Nachhaltige Baustoffe zur energetischen
Modernisierung". Das Engagement der Wohnungsunternehmen gilt es stärker
als bisher in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken und in die
gesamtstädtische Kampagnenarbeit zu integrieren.
1.100 t/a 15.000,00 € 15.000,00 € 4 3
Aus dem IKK
WS 8 Entwicklung einer Gesamt-
Aktion "Stromeffizienz für Bonn"
Um den Trend zu effizienteren Geräten bei den privaten Haushalten
konsequent(er) zu verfolgen und die wirtschaftlichen Einsparpotenziale in
diesem Sektor in der Praxis auch zu erschließen, bedarf es einer
unterstützenden Initiative vor Ort. Deshalb wird vorgeschlagen mit
relevanten Akteuren wie Verbraucherzentrale, Stadtwerke, Handel und
Handwerk Stromsparinitiativen zu entwickeln, die stringente
Öffentlichkeitsarbeit und Beratungen für private Haushalte als Bausteine
umfassen. Als ergänzender Baustein wird die Entwicklung einer Gesamt-
Aktion „Stromeffizienz für Bonn“ vorgeschlagen mit einem breiten Baustein-
Koffer. Als Bestandteil könnte beispielsweise ein Prämienprogramm für das
Erreichen von Stromsparzielen vorgeschlagen werden, das
Austauschprogramm für Haushaltsgeräte weiter etabliert oder
Informationskampagnen zu Beleuchtungsanlagen etc. umgesetzt werden.
2.330 t/a 50.000,00 € 50.000,00 € 3 4
SUMME MAßNAHMENCLUSTER 3.430 t/a 85.000,00 € kA 85.000,00 €
Handlungsfeld KLIMASCHONEND BAUEN UND WOHNEN
KostenSeite 6 von 37

Nachhaltig und ökologisch Bauen
Aus dem IKK
Ü2 Gesamtstädtische
Aufklärungskampagne
"Umweltverträgliche Baustoffe"
Um eine ganzheitliche Strategie zur umweltfreundlichen energetischen
Gebäudemodernisierung in Bonn zu unterstützen, wird die Umsetzung einer
Kampagne „Umweltfreundliche Baumaterialien bei Sanierungsmaßnahmen“
vorgeschlagen, bei dem explizit Planer, Architekten sowie Bauherren
angesprochen werden sollen. In einer ersten Stufe könnte hierbei eine
Fokussierung auf das Thema „Umweltfreundliche Dämmstoffe“ erfolgen. Hier
soll auf bestehende Informationsmaterialien zurückgegriffen werden wie die
Informationsbroschüre „Umweltverträglichkeit von Gebäudedämmstoffen“
und ein dazugehöriges Bewertungstool. Im Sinne der Vorbildfunktion der
Stadt Bonn wird außerdem vorgeschlagen, dass bei Sanierungsmaßnahmen
der kommunalen Liegenschaften eine Berücksichtigung und Bewertung
umweltfreundlicher Dämmstoffe erfolgt und die Erfahrungen entsprechend
aufbereitet und vorgestellt bzw. publiziert werden. Dazu ist die Einrichtung
eines Forums zu empfehlen, mit regelmäßigen Informationsveranstaltungen
für Planer, Architekten etc. Als Initiator und Koordinator könnte die BEA in
Kooperation mit der Verbraucherzentrale das Thema vorantreiben.
n.q. 15.000,00 € 15.000,00 €
SUMME MAßNAHMENCLUSTER n.q. 15.000,00 € kA 15.000,00 €
SUMME HANDLUNGSFELD 3.430 t/a 100.000,00 € kA 100.000,00 €Seite 7 von 37

Klimaschutzmaßnahmen Erläuterung CO2-Einsparung
1. vorbereitende
Kosten (Beratung/
Konzepterstellung
2. Investitionskosten
Summe der bereits
abschätzbaren
Kosten (1.+2.)
Kosten/Nutzen
Bewertung CO2 Bewertung
Klimaneutraler Konzern Stadt Bonn
Klimaneutrale Bundesstadt Bonn
2035
Die Stadt Bonn beabsichtigt mit den Konzerntöchtern Bonn Orange und den
Stadtwerken Bonn bis 2035 klimaneutral zu werden. Klimaneutral bedeutet,
dass bis 2035 die CO2 Bilanz der Stadt Bonn und der genannten Töchter
ausgeglichen ist, also nicht mehr CO2 verbraucht wird, als an anderer Stelle
kompensiert werden kann. Das setzt eine umfassende Reduktion der von der
Stadt Bonn verursachten Treibhausgasemissionen sowie die Schaffung
geeigneter Kompensationsmöglichkeiten voraus. Die Maßnahme zielt darauf
ab, ein Konzept zu erarbeiten, wie das Ziel der Klimaneutralität erreicht
werden kann. Teil des Konzeptes ist die Definition eines praktikablen
Bilanzrahmens, die Identifikation von Potenzialen zur Reduktion und
Kompensation sowie die Erarbeitung einer konkreten Realisierungsstrategie
mit den erforderlichen Maßnahmen. Teil der Strategie soll die Entwicklung
eines „Zertifizierungsverfahrens“ sein. Das Verfahren soll in allen
Verwaltungsstellen sowie den Konzerntöchtern im Rahmen der Umsetzung
des Konzeptes eingesetzt werden. Das Verfahren sollte an gebräuchliche
Energie- und Umweltmanagementsysteme angelehnt sein, sowie die
Nachhaltigkeitskriterien der Stadt Bonn berücksichtigen.
n.q. 120.000,00 € 120.000,00 €
SUMME MAßNAHMENCLUSTER n.q. 120.000,00 € kA 120.000,00 €
Handlungsfeld NACHHALTIGE BUNDESSTADT BONN
KostenSeite 8 von 37

Klimaschutzbelange im städtischen
Haushalt
Bevorzugung von
Klimaschutzprojekten bei der
Haushaltsaufstellung
Die Maßnahme zielt vor dem Hintergrund des Beschlusses zum
Klimanotstand darauf ab, bei allen haushaltsrelevanten Themenbereichen
die Ökologie und den Klimaschutz prioritär zu betrachten. Bei der Aufstellung
des Doppelhaushaltes 2021/2022 sollen in Zukunft Klimaschutzprojekte
bevorzugt werden. Dabei muss die Haushaltssituation beachtet werden. Die
Bundestadt Bonn steht unter Haushaltssicherung. Vor dem Hintergrund der
Haushaltssituation müssen beim Mitteleinsatz Prioritäten auf
Klimaschutzprojekte mit einem hohen Kosten/Nutzen Faktor gelegt werden.
Zur Umsetzung der Maßnahme wird daher die Einführung eines
verwaltungsinternen Verfahrens zur ökonomischen und ökologischen
Bewertung der Klimaschutzwirksamkeit städtischer Projekte empfohlen.
n.q. 30.000,00 € 30.000,00 €
SUMME MAßNAHMENCLUSTER n.q. 30.000,00 € kA 30.000,00 €Beschaffung nach klima- und
ressourcenschutzorientierten
Kriterien
Verpflichtende Beschaffung
nachhaltig produzierter
Büroausstattung
Nachhaltigkeit in der Verwaltung setzt die Anpassung von Strukturen und
Mitteln voraus, um möglichst umweltfreundlich arbeiten zu können. Die
Stadt Bonn hat z.B. bereits umfassende Maßnahmen zur Reduktion des
Papierverbrauchs durchgeführt. Die Maßnahme zielt darauf ab, nach
Möglichkeit nachhaltig produzierte Büroausstattung einzusetzen.
n.q. 15.000,00 € 15.000,00 €
Verzicht auf Mülleimerbeutel
Müllbeutel aus recyceltem Polyethylen sind derzeit die
umweltfreundlichsten Beutel. Ihre Ökobilanz ist deutlich besser als die der
Beutel aus neuwertigem Polyethylen. Deshalb tragen sie den “Blauen Engel”.
Insgesamt wird jedoch empfohlen, nach Möglichkeit keine Müllbeutel zu
benutzen. Auch auf Papierbeutel sollte verzichtet werden. Die Herstellung
von Papierbeuteln aus Frischfasern verbraucht sehr viel Wasser, was
wiederum schlecht für deren Ökobilanz ist. Die Maßnahme zielt daher darauf
ab, die Möglichkeiten für den Verzicht auf Müllbeuteln in der Verwaltung zu
prüfen und schrittweise den Verzicht durchzuführen.
n.q. 5.000,00 € 5.000,00 €
SUMME MAßNAHMENCLUSTER n.q. 20.000,00 € kA 20.000,00 €
SUMME HANDLUNGSFELD n.q. 170.000,00 € kA 170.000,00 €Seite 9 von 37

Klimaschutzmaßnahmen Erläuterung CO2-Einsparung
1. vorbereitende
Kosten (Beratung/
Konzepterstellung
2. Investitionskosten Summe der bereits
abschätzbaren
Kosten (1.+2.)
Kosten/Nutzen
Bewertung CO2 Bewertung
Neubau und energetische
Sanierung städtischer Gebäude &
Anlagen
Standards für nachhaltiges Bauen
bei städtischen Gebäuden
Für die Sanierung und den Neubau städtischer Gebäude wird die
grundsätzliche Berücksichtigung von zertifizierten Nachhaltigkeitsstandards
(z.B. DGNB-Zertifizierungssystem) geprüft und in ihren Auswirkungen
dargestellt. Bei Neubauten wird im Teilbereich Energie bereits heute der
KfW55-Standard als Mindeststandard angewendet.
n.q.
z.B. Einbau neuer Klimatechnik;
Ertüchtigung der
Heizungsanlage. Dargestellt ist
exemplarisch das Rathaus Bad
Godesberg
Dargestellt sind exemplarisch die CO2-Einsparpotenziale für das Rathaus Bad
Godesberg
21 t/a n.q.
z.B. Anstehende
Sanierungsmaßnahmen im
Bäderbereich. Dargestellt sind
die Einsparmöglichkeiten im
Hardtbergbad
Dargestellt sind exemplarisch die CO2- Einsparpotenziale für das
Hardtbergbad
207 t/a n.q.
Optimierung der Belüfter auf der
KA Salierweg
Die Kläranlage Bonn Salierweg ist eine konventionelle mechanisch-
biologische Abwasserreinigungsanlage mit abschließender
Flockungsfilteranlage zur chemischen Reinigung. Im Rahmen der Reinigung
wird durch eine Belüftung der für den biologischen Reinigungsprozess
erforderliche Sauerstoff eingebracht. Der Strom für den Betrieb der Belüfter
soll mit Hilfe erneuerbarer Energien gewonnen werden. Eine erste Schätzung
geht davon aus, dass der Eigenverbrauch bei circa 160.000 kWh/a liegt. Um
diesen Strombedarf zumindest bilanzielle zu decken, ist eine Photovoltaik
Anlage von circa 170 kWpeak erforderlich. Die zusätzlichen Möglichkeiten
einer Batteriespeicherung sind zu prüfen. Für die Kalkulation wurden Kosten
iHv 1.300€/kWp bei 170kWp angenommen.
50 t/a 25.000,00 € 221.000,00 € 246.000,00 € 1 1
Bei allen
Stadtentwicklungsvorhaben ist ein
noch festzulegendes
Klimaschutzprogramm einzuhalten
In der Stadtentwicklung konzentrieren sich die Handlungsfelder im
Klimaschutz im Wesentlichen auf die Entwicklung von verkehrsarmen und
ressourcenschonenden Raum- und Siedlungsstrukturen, den
energiegerechten Städtebau sowie klimaoptimierte Nutzungszuordnungen
und Flächendispositionen. Durch die Verflechtung und die integrierte
Bearbeitung von Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel mit der
Stadtentwicklungsplanung soll eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung
erreicht werden. Zur Erreichung dieses Zielzustands soll ein
„Klimaschutzprogramm für Stadtentwicklungskonzepte“ entwickelt werden.
Die Konzeptkosten beinhalten die Erarbeitung eines Leitbildes sowie das
Klimaschutzprogramm.
n.q. 50.000,00 € 50.000,00 €
SUMME MAßNAHMENCLUSTER 50t/a 75.000,00 € 221.000,00 € 296.000,00 €
Handlungsfeld KOMMUNALE GEBÄUDE UND STADTENTWICKLUNGSPROJEKTE
KostenSeite 10 von 37

Energiemanagement in städtischen
Gebäuden
Aus dem IKK
V2 Ausbau des städtischen
Energiemanagements und Projekt
zur Mitarbeitereinbindung
Hierfür soll die Einstellung zusätzlichen Personals geprüft werden. Die
Heizenergiekosten der kommunalen Liegenschaften lagen in Bonn laut
Energiebericht 2012 bei über 11 Mio. Euro (Anstieg von ca. 14% gegenüber
dem Vorjahr) und die Stromkosten bei über 12 Mio. Euro. Ausgehend von
einer weiteren Energieeinsparung von pauschal 2% bezogen auf die Angaben
aus dem Jahr 2009 wären damit Kosteneinsparungen von rund 460.000 Euro
denkbar, so dass die weitere Gewährleistung eines personell ausreichenden
Energiemanagements der Stadt Bonn durch zusätzliches Personal sich damit
refinanzieren würde. Neben zusätzlichem Personal kann durch regelmäßige
Qualifizierungsmaßnahmen der Mitarbeiter dazu beigetragen werden, dass
zusätzliche (Klimaschutz-)Aufgaben wahrgenommen werden können (z.B.
Schulungsmaßnahmen von Kollegen für Kollegen zum Nutzerverhalten). Dazu
sollen Ressourcen für regelmäßige Qualifizierungsmaßnahmen der
Mitarbeiter zur Verfügung gestellt werden und ein mehrjähriges Projekt zur
Ansprache und Einbindung der Mitarbeiter umgesetzt werden.
860 t/a
SUMME MAßNAHMENCLUSTER 860 t/a kA kA kASeite 11 von 37

Klimaschutzmaßnahmen Erläuterung CO2-Einsparung
1. vorbereitende
Kosten (Beratung/
Konzepterstellung
2. Investitionskosten Summe der bereits
abschätzbaren
Kosten (1.+2.)
Kosten/Nutzen
Bewertung CO2 Bewertung
Klimafreundliche Veranstaltungen
Nachhaltigkeit bei Veranstaltungen
Bei der Durchführung von Veranstaltungen ergeben sich für die Stadt Bonn
zahlreiche Optionen, um auf die Nachhaltigkeit positiven Einfluss zu
nehmen. Beispielsweise ließe sich der Strombedarf der Veranstaltungen aus
Grünstrom decken und auf Einwegplastik verzichtet werden. Weiterhin
könnten Veranstalter zu weiteren, einzuhaltenden Kriterien verpflichtet
werden. Die Veranstaltung Pützchens Markt empfängt rund 1.1 Millionen
Besucher pro Jahr. Eine Verpflichtung zu Ökostrom könnte in Verbindung mit
den vielen Fahrgeschäften einen signifikanten Einfluss haben. Eine
Veranstaltung dieser Größenordnung, die auf Einwegbecher setzt, könnte
durch den vollständigen Ersatz durch lokal gespülte Mehrwegbecher rund 5t
Treibhausgase einsparen. Für die Veranstaltungen auf dem Stadtgebiet soll
ein Konzept erarbeitet werden.
n.q. 15.000,00 € 15.000,00 € 1 1
Zuschussgewährung /
Gebührenreduktion
Ziel der Maßnahme ist die Erarbeitung eines Konzepts, um eine
klimafreundliche Durchführung von Veranstaltungen zu gewährleisten. Dies
gilt insbesondere auch für die drei Veranstaltungen, die die Stadt Bonn selbst
organisiert. Dazu gehören Pützchens Markt, der Weihnachtsmarkt und der
Handwerkermarkt. Neben Auflagen kommen als Instrumente die Gewährung
von Zuschüssen und die Reduktion von Gebühren in Frage.
n.q. 5.000,00 € 5.000,00 €
SUMME MAßNAHMENCLUSTER n.q. 20.000,00 € kA 20.000,00 €
Kosten
Handlungsfeld STADTMARKETING UND KOMMUNIKATIONFreiwilliger Verzicht auf rein
gestalterisch eingesetzte
Beleuchtung
Aus der Earth Hour wird ein Earth
Year
Als Zeichen für mehr Klimaschutz zielt die Maßnahme darauf ab, auf rein
gestalterisch eingesetzte Beleuchtung zu verzichten. Der WWF ruft jährlich zu
einer Earth Hour auf, in der eine Stunde lang auf der gesamten Welt die
Gebäudeillumination für eine Stunde ausgeschaltet wird. Die Stadt Bonn
beteiligt sich regelmäßig an der Aktion.
Als Erweiterung der Earth Hour soll ein Earth Year stattfinden, in dem auf
freiwilliger Basis ein ganzes Jahr lang auf die Beleuchtung verzichtet wird.
n.q.
SUMME MAßNAHMENCLUSTER n.q. kA kA kASeite 12 von 37

Durchführung prominenter
Aktionen zur Öffentlichkeitsarbeit
Wettbewerbe
Es sollen Wettbewerbe eingeführt werden, die in der Bevölkerung Akzeptanz
für die klimapolitischen Ziele der Stadt Bonn schaffen und zur Eigeninitiative
motivieren. Diese Angebote sollen informieren und gute Beispiele aufzeigen
sowie zum mitmachen anregen.
n.q. 20.000,00 € 20.000,00 €
Autofreier Tag
Seit dem Jahr 2000 werden in vielen europäischen Städten autofreie Tage
durchgeführt. In Bonn wurde bisher auf die Teilnahme an der Aktion
verzichtet. Die Aktion soll für mehr Bewusstsein in der Bevölkerung werben
und ein Umdenken anstoßen welche Distanzen tatsächlich mit einem Auto
erledigt werden müssen, und wann sich der ÖPNV oder ein Fahrrad anbieten.
Die Beteiligungsraten der Bevölkerung an einem autofreien Tag liegen
zwischen 15-30%.Die aufgeführten Kosten beinhalten neben der Erarbeitung
eines Konzeptes auch eine Machbarkeitsstudie.
411 t/a 20.000,00 € 20.000,00 € 2 1
Künstlerische Inszenierungen
Um auf den fortschreitenden Klimawandel hinzuweisen und die Bevölkerung
für das Thema zu sensibilisieren könnten Aufträge an Bildende und
Darstellende Künstler vergeben werden, die das Thema Klimawandel populär
mit Kunstwerken darstellen.
n.q. 50.000,00 € 50.000,00 €
SUMME MAßNAHMENCLUSTER 411 t/a 40.000,00 € 50.000,00 € 90.000,00 €
SUMME HANDLUNGSFELD 411 t/a 60.000,00 € 50.000,00 € 110.000,00 €Klimaanpassungs-Maßnahmen Erläuterung CO2-Einsparung
1. vorbereitende
Kosten (Beratung/
Konzepterstellung
2. Investitionskosten Summe der bereits
abschätzbaren
Kosten (1.+2.)
Kosten/Nutzen
Bewertung CO2 Bewertung
Etablierung von Strukturen und
Schaffung von Grundlagen
Institutionalisierung
Klimaanpassung - Schaffung einer
Vollzeitstelle zur Koordination,
Akquise von Kooperationen und
Förderprojekten etc. in der
Leitstelle Klimaschutz
Die proaktive Anpassung an den Klimawandel ist neben dem Klimaschutz
eine weitere Säule zur Zukunftssicherung der Stadt Bonn. Maßnahmen zur
Klimaanpassung erfordern ämterübergreifendes und interdisziplinäres
Handeln. Die Institutionalisierung mit der Schaffung einer Vollzeitstelle zur
Koordination, Akquise von Kooperationen und Förderprojekten ist daher
erforderlich.
n.q.
SUMME MAßNAHMENCLUSTER n.q. kA kA kA
Handlungsfeld KLIMAANPASSUNG
KostenSeite 13 von 37

Gebäudebegrünung und
Entsiegelung
Beratungs- und Förderprogramm zu
Begrünungsmaßnahmen (Dach,
Fassadenbegrünung, …)
Die Notwendigkeit einer an den Klimawandel angepassten Raum- und
Siedlungsentwicklung ist eine drängende Aufgabe der nachhaltigen
Stadtentwicklung. Die Motivation und Einbindung von Bürgerinnen und
Bürgern ist dabei eine zentrale Aufgabe. Durch die gezielte Ansprache von
Betroffenen sowie spezifischen Beratungs- und Förderangeboten sollen gute
Rahmenbedingungen für die Umsetzung von
Gebäudebegrünungsmaßnahmen, Verschattungselementen oder
Flächenentsiegelungen geschaffen werden. Das Förderprogramm soll sich
vordringlich an private Hauseigentümer richten. Die Kosten umfassen die
Entwicklung eines Beratungs- und Förderkonzeptes sowie eine Mittel- und
Ressourcenplanung.
n.q. 80.000,00 € 80.000,00 €
SUMME MAßNAHMENCLUSTER n.q. 80.000,00 € kA 80.000,00 €
Die Entsiegelung von Flächen in der Bonner Innenstadt sowie an den
Außenanlagen städtischer Gebäude steht im Mittelpunkt der Maßnahme. Die
Flächen sollen ökologisch und hitzeresilient bepflanzt und somit klimatisch
aufgewertet werden. Innenstadtflächen können z.B. Verkehrsinseln,
Parkplätze oder Gleisbette von Straßenbahnschienen sein. Im Bereich
städtischer Liegenschaften kommen z.B. Schulhöfe oder Parkplätze in
Betracht. Die Maßnahme fördert das Mikroklima, bietet gute
Rahmenbedingungen zur Verbesserung der Artenvielfalt und verbessert die
Versickerungsfähigkeit von Regenwasser. Die Möglichkeiten zur Entsiegelung
oder Aufwertung durch Pflanzkübel soll geprüft werden.
Entsiegelung n.q.Seite 14 von 37

Erhalt und Schaffung grüner und
blauer Infrastruktur
Ausbau blaue Infrastruktur
In den heißen Sommermonaten wirken Wasserflächen positiv auf das Klima
in überhitzten Städten. Nicht zuletzt bieten sie Pflanzen und Tieren auch in
der Stadt spezielle Lebensräume. Der konsequente Ausbau und Neubau von
Wasserspendern, Brunnenanlagen, Teichen und Seen im Stadtgebiet Bonns
stehen daher im Mittelpunkt der Maßnahme. Hierzu soll eine
Ausbaustrategie für die Stadt Bonn geprüft werden. Die Strategie soll
räumliche Potenziale ermitteln, konkrete Umsetzungsprojekte benennen
und die Kosten für Investition und Betrieb ermitteln. Die Kosten beinhalten
die Entwicklung einer Strategie.
n.q. 50.000,00 € 50.000,00 €
Förderung von nachhaltigen
Außensportanlagen
Bei einer Nutzungsdauer bis circa 830 Stunden pro Jahr liegen ökonomisch
gesehen bei bestimmten Rasenarten die Vorteile beim Naturrasen. Bei
intensiverer Nutzung können Kunstrasenplätze ggf. durch ihre höhere
Belastbarkeit punkten. Ein Kunstrasenplatz wird ökologisch nachhaltiger, je
höher die Nutzungsdauer ist. Ein geringerer Wasserverbrauch, die
Vermeidung eines Düngemitteleintrages und die Weiterentwicklung der
Recyclingverfahren sind dann Argumente für den Kunstrasen bei dem
direkten Vergleich mit einem Naturrasenplatz. Die Maßnahme soll daher
zunächst die ökologische und ökonomische Machbarkeit von
Naturrasenplätzen vor dem Hintergrund der Nutzungsanforderungen prüfen
und auf dieser Grundlage eine Empfehlung erarbeiten. Die Kosten beinhalten
die Erstellung einer Machbarkeitsprüfung.
n.q. 20.000,00 € 20.000,00 €
Unmittelbarer Ersatz städtischer
Bäume
Die Maßnahme zielt darauf ab, die CO2 - Kompensationspotenziale durch die
Anpflanzung von Bäumen im Stadtgeiet zu ermitteln und insbesondere
Ersatzpflanzungen städtischer Bäume unmittelbar durchzuführen. Die Kosten
beinhalten eine Potenzialstudie.
n.q. 25.000,00 € nn - Mehrkosten für
Bäume 25.000,00 €
SUMME MAßNAHMENCLUSTER n.q. 95.000,00 € kA 95.000,00 €Seite 15 von 37

Hinweise zu Tabelle 1:
 Der in dieser Tabelle aufgeführten Kostenkalkulation liegen bei den vorbereitenden Kosten Tagessätze für externe Beratungen in Höhe von 800-900 € zu
Grunde.
 Erläuterung zur Klassifizierung der in den Spalten „CO2-Bewertung“ und „Kosten/Nutzen-Bewertung“ dargestellten Einteilung:Reduktion von Verwundbarkeit
Hitzeschutzkonzept für soziale
Einrichtungen vulnerabler
Bevölkerungsgruppen (Alten- und
Pflegeheime, Kindertagesstätten,
Krankenhäuser)
Die Maßnahme zielt darauf ab, für die sozialen Einrichtungen der Stadt Bonn
ein Hitzeschutzkonzept zu erarbeiten und in die Anwendung zu bringen.
Entwickelt werden sollen praxisgerechte aktive und passive
Kühlungslösungen, wie z.B. die Nachrüstung außenliegender
Verschattungen, die Begrünung von Dächern, die Anlage von Wasserflächen
oder die aktive Kühlung durch geeignete technische Anlagen.
n.q. 70.000,00 € 70.000,00 €
Hitzeaktionsplan
Ziel eines Hitzeaktionsplans ist es, hitzebedingte und UV-bedingte
Erkrankungen und Todesfälle durch Prävention zu vermeiden. Die
Planungshinweiskarte der Klimawandelvorsorgestrategie der Region Köln-
Bonn e.V. empfiehlt für Bonn die Erstellung eines Hitzeaktionsplans. Dieser
sollte in Orientierung an den "Handlungsempfehlungen für die Erstellung von
Hitzeaktionsplänen zum Schutz der menschlichen Gesundheit" des
Umweltbundesamtes entwickelt werden.
n.q. 70.000,00 € 70.000,00 €
SUMME MAßNAHMENCLUSTER n.q. 140.000,00 € kA 140.000,00 €
SUMME HANDLUNGSFELD n.q. 315.000,00 € kA 315.000,00 €
Gesamtsumme aller Bereiche 7.075 t/a 725.000,00 € 4.279.500,00 € 5.004.500,00 €
Übersicht der Intervallgrenzen CO2-Einsparungs-Intervalle Numerisches Nutzen/Kosten Verhältnis
(5 Punkte) > 5.000 t/a 0 - 3
4 Punkte 2.000 t/a - 5.000 t/a 3 - 20
3 Punkte 1.000 t/a - 2.000 t/a 20 - 40
2 Punkte 500 t/a - 1.000 t/a 40 - 59
1 Punkte 0 t/a - 500 t/a > 59Seite 16 von 37

1
ANHANG
1. Zusammenstellung aktuell abgeschlossener, in Umsetzung oder Planung
befindlicher Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen
1 Einführung
Im Zuge der Sammlung von Maßnahmen zu Klimaschutz und Klimaanpassung durch die Arbeitsgruppe
der Verwaltung wurden bei der Erstellung der Maßnahmenlisten auch solche Maßnahmen benannt,
die bereits abgeschlossen sind oder die derzeit in Planung oder Umsetzung befindlich sind. Da über
diese im Grundsatz bereits in Politik und/oder Verwaltung entschieden wurde, wurden diese
Maßnahmen nicht mit in die Vorschlagsliste der Verwaltung-AG für neue Maßnahmen übernommen.
Der nachfolgende Text gibt einen Überblick über diese bereits abgeschlossenen, in Planung oder
Umsetzung befindlichen Maßnahmen. Es wird darauf hingewiesen, dass es sich hierbei nicht um eine
vollständige Erfassung sämtlicher Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen der Stadt handelt,
sondern um eine Zusammenfassung der im Zuge der AG-Arbeit von den beteiligten Dezernaten
genannten Maßnahmen. Für Details und ausführliche Berichterstattung sei auf die entsprechenden
Berichte verwiesen (Tätigkeitsberichte der Leitstelle Klimaschutz, Jahresberichte der Bonner Energie
Agentur, Geschäftsbericht des Tiefbauamtes u.a.)
Ebenso wird auf den Umsetzungsstand (Dezember 2019) zum Integrierten Klimaschutzkonzept
verwiesen, welches 53 Maßnahmen zum Klimaschutz in Bonn benennt. Diese werden in dem hier
vorliegenden Text nur insoweit benannt, als sie in anderen Projekten aufgegangen sind.
2 Zielsetzungen
Im Jahr 2011 wurde der Masterplan Energiewende und Klimaschutz verabschiedet, demzufolge eine
Reduzierung der lokalen CO2-Emissionen um 40 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 1990 bis 2020
angestrebt werden sollte. Das Integrierte Klimaschutzkonzept von 2013 hatte bei einem
Investitionsaufwand von 53 Mio. Euro eine Zielerreichung von 28% für möglich gehalten. Erreicht
wurden bisher 25% (Stand Ende 2016).
Die Einrichtung der städtischen Leitstelle Klimaschutz und die Gründung des Klimaschutzbeirates mit
Vertreterinnen und Vertretern aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft waren zwei wichtige
strukturelle Maßnahmen innerhalb des o.g. Masterplans.
Im November 2019 beschloss der Rat das Ziel, dass Bonn bis 2035 klimaneutral werden soll. In der
darauffolgenden Ratssitzung wurde zudem das neue Leitbild der Stadt Bonn zu Klimaschutz und
Klimaanpassung beschlossen, welches u.a. vorsieht, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um
mindestens 40 Prozent zu reduzieren. Zugleich wurde auch die neue Verpflichtung innerhalb des
Covenant of Mayors verabschiedet, welche das gleiche Minderungsziel enthält. Zudem wurde die
Berichtspflicht im Covenant vom Klimaschutz auch auf die Klimaanpassung ausgeweitet.
Klimaschutz und Klimaanpassung sind auch Themen innerhalb der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt,
die im Februar 2019 verabschiedet wurde. Die Strategie war in dem zweijährigen Förderprojekt „Global
Nachhaltige Kommune“ von Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft
und Zivilgesellschaft erarbeitet worden.Seite 17 von 37

2
3 Entwicklung und Raumordnung
Für das Themenfeld Klimaanpassung hat sich Bonn zuletzt in zwei Forschungsprojekten als
kommunaler Praxispartner beteiligt: Im Projekt „KliMoPrax“ wurde ein innovatives Stadtklimamodell
in hoher Auflösung entwickelt, das als praxisorientiertes Tool Anwender aus dem Bereich
Stadtplanung, Klimaschutz und Klimaanpassung bei Entscheidungsprozessen unterstützen soll. Im
Verbundvorhaben „ZURES“ wurden für Bonn insbesondere aktuelle Planungsgrundlagen zum Thema
Stadtklima (Hitze) entwickelt.
Zur Fortsetzung der Anstrengungen im Bereich Klimaanpassung wurde beim BMU der Förderantrag
„mutabor“ auf den Weg gebracht. Ziel ist es, aufbauend auf den Ergebnissen aus ZURES,
gesamtstädtisch das technische und planerische Potenzial von Maßnahmen zur Klimaanpassung
(Dach- und Fassadenbegrünung, Entsiegelung etc.) zu ermitteln und deren Wirkung anschließend zu
modellieren. Eine Entscheidung über den Förderantrag steht noch aus.
Im Rahmen der Stadtplanung existieren Festsetzungen, die u.a. eine klimabegünstigende Wirkung
haben: Flachdächer und Dächer ab 200qm und mit einer Neigung von weniger als 15° sind zu begrünen,
ebenso Dächer von nicht überbauten Tiefgaragen. Als verbindlicher Standard beim Verkauf städtischer
Grundstücke, bei vorhabenbezogenen Bebauungsplänen sowie städtebaulichen Verträgen und
Entwicklungsmaßnahmen gilt grundsätzlich der KfW-Effizienzhaus 55- Standard. Im Rahmen der
Aufstellung von Bebauungsplänen werden Fachgutachten erstellt. Ebenso finden Klimaschutz und
Klimaanpassung im Rahmen städtebaulicher Entwicklungskonzepte und in der Bauleitplanung
Berücksichtigung. In Vorbereitung befindet sich aktuell eine demographiegerechte Potentialanalyse,
die zum Ziel hat den Flächenverbrauch bei gleichzeitiger Bereitstellung von Wohnraum zu reduzieren.
Im Bereich Stadtgrün sind Klimaschutz und Klimaanpassung ebenfalls verankert. Grundlagen hierfür
sind der Masterplan Innere Stadt („Grüne Trittsteine“), das Integrierte Handlungskonzept Grüne
Infrastruktur und das Integrierte Freiraumsystem als Planungsinstrument. Auf Grundlage des IFS
erfolgte 2017 ein Freiraum-Monitoring 2017, das jährlich fortgeschrieben und 2022 wieder den
politischen Gremien vorgelegt wird.
Beispielhafte Maßnahmen aus dem Bereich Stadtgrün sind die Umsetzung des Bonner
Staudenkonzeptes (artenreiche Staudenmischpflanzungen für innerstädtische Grünflächen), die
Nutzung heimische Hölzer auf Spielplätzen, die Vergrößerung von Baumscheiben (Entsiegelung), die
Pflege des städtischen Baumkatasters sowie die Anpflanzung klimatoleranter Bäume als
Straßenbäume und auf Friedhöfen. Im Stadtwald, welcher von Naturland und FSC zertifiziert ist, wird
künftig bei Aufforstungen auf klimastabile Arten wie Stieleiche, Winterlinde oder Roterle u.a. gesetzt.
4 Kommunale Gebäude und Anlagen
Die energetische Sanierung der städtischen Dienstgebäude ist eine langfristige Aufgabe. Seit 2007
gelten hierfür wie auch für städtische Neubauten Energieeffizienzstandards, die über die gesetzlichen
Anforderungen hinausgehen.
Auf 45 städtischen Liegenschaften sind aktuell 63 Photovoltaik-Anlagen in Betrieb. Städtische Dächer
sind bei Neubauten und Sanierungen so auszulegen, dass eine Photovoltaikanlage nachgerüstet
werden kann, soweit dies von der Lage und Ausrichtung her möglich ist. Auf der Grundlage eines
Ratsbeschlusses vom 04.10.2012 bietet das SGB potentiell geeignete Dächer der BürgerEnergie Rhein-
Sieg eG und weiteren Interessentinnen und Interessenten zur Installation von Photovoltaikanlagen an.Seite 18 von 37

3
Für das Amt für Stadtgrün wird aktuell ein neue/r Wirtschaftshof/Verwaltung geplant. Der Neubau soll
aus nachhaltigen Baustoffen und mit möglichst geringem Energiebedarf errichtet sowie mit einer
Dach- und Fassadenbegrünung versehen werden.
5 Versorgung und Entsorgung
Maßnahmen im Bereich der Ver- und Entsorgung liegen schwerpunktmäßig im Zuständigkeitsbereichs
des Tiefbauamtes und der Stadtwerke Bonn. Sie zielen auf die verstärkte Nutzung Erneuerbarer
Energien und einen energieeffizienten Betrieb der Anlagen ab.
Bereits errichtet sind Photovoltaikanlagen auf den Kläranlagen Duisdorf und Salierweg, die insgesamt
172.000 kWh/a Energie zur Einspeisung in das Netz erzeugen. Auf den gleichen Kläranlagen sind auch
Blockheizkraftwerke errichtet, die insgesamt 1.500.000 kWh/a für den Eigenverbrauch auf der Anlage
liefern.
In Umsetzung befindlich sind darüber hinaus eine Solarthermie- und eine PV-Anlage auf der
Kläranlage Bad Godesberg. Die Kapazität der PV-Anlage liegt bei 75.000 kWh/a für den
Eigenverbrauch. Die Solarthermie wird zur Gebäudeheizung und Warmwasseraufbereitung der
Betriebsgebäude genutzt.
Auf der Anlage Salierweg wird mit Fördermitteln die Beleuchtung auf LED umgestellt. Ebenso werden
die biologischen Reinigungsstufen optimiert, eine Adsorptionskältemaschine angeschafft sowie
Pumpen und Motoren nach Auslauf der Nutzdauer gegen energieeffizientere ausgetauscht. Eine
Energieanalyse für alle vier Bonner Kläranlagen hilft weiteren Maßnahmen zur Energieeinsparung zu
identifizieren.
Perspektivisch sollen die vier Kläranlagen der Stadt Bonn an einem gemeinsamen Standort, der
Kläranlage Salierweg, gebündelt werden. Das Konzept für die Abfolge der Überleitungen zum
vorteilhaftesten Zeitpunkt aus organisatorischen, technischen und haushalterischen Gesichtspunkten
wird derzeit aufgestellt.
Der systematische Ausbau der Fernwärme in Bonn wird von den Stadtwerken mit ihrem Konzept
Fernwärme 2020 verfolgt. Zweimal im Jahr findet hierzu ein Fachgespräch zwischen Verwaltung und
Stadtwerken statt.
6 Mobilität
Im Bereich der Mobilität sind zwei wesentliche Ziele zum einen die Stärkung des Umweltverbundes
und insbesondere des Radverkehrs und zum anderen die Förderung und der Ausbau von
Elektromobilität.
Im Bereich der Konzepte und Strategien sind der Verkehrsentwicklungsplan 2020 (liegt seit 2012 vor)
der Masterplan Nachhaltige Mobilität (liegt seit Anfang 2019 vor, ohne politischen
Umsetzungsbeschluss) und Verkehrskonzepte in den Ortsteilen (in Planung) zu nennen. Für den
Bereich Ride Pooling / on demand-Mobilität findet derzeit eine Strategie-Abstimmung statt.
Zu den (möglichen) Maßnahmen zur Verbesserung bzw. zum Ausbau des ÖPNV zählen unter anderem
der Ausbau der rechtsrheinischen S13 (in Umsetzung), die „Stadtbahn Buschdorf und Westbahn“ (eine
Machbarkeitsstudie wird aktuell erstellt), die Seilbahn Venusberg (eine positive Machbarkeitsstudie
liegt vor, die Kosten-Nutzen-Analyse ist noch nicht vollständig abgeschlossen).Seite 19 von 37

4
Als Maßnahmen zur Stärkung des Radverkehrs sind unter anderem folgende zu nennen:
 Die Einrichtung von Fahrradstraßen: das 2013 aufgestellte Fahrradstraßenkonzept mit
insgesamt geplanten 52 Kilometern Fahrradstraßen wird nach und nach umgesetzt. Bis Ende
2019 wurden rund 60 Straßen(abschnitte)
 Fahrradverleihsystem: Seit Oktober 2018 gibt es mit Nextbike ein stadtweites
Fahrradverleihsystem, das bei SWB Bus und Bahn angesiedelt ist
 Einrichtung von Umweltspuren (zielt auf ÖPNV und Radverkehr gleichermaßen): Noch bis
31.03.2020 ist testweise eine Umweltspur auf der Kaiserstraße eingerichtet. Eine Umweltspur
am Hermann-Wandersleb-Ring wurde vom Rat abgelehnt. Über eine weitere an der
Endenicher Str. soll Anfang 2020 beraten werden.
Auch dem Fußverkehr kommt im Umweltverbund eine Bedeutung zu: Im Rahmen des „Masterplans
Innere Stadt“ ist u.a. eine Ausweitung/Verbesserung der Fußgängerbereiche am Cityring vorgesehen,
wodurch die Fußgängerzone vergrößert und eine bessere Anbindung an die Uni und den Hofgarten
geschaffen werden kann. Auch in Bad Godesberg, Beuel und Duisdorf wurden bzw. werden
verschiedene Maßnahmen zur Aufwertung von Fußgängerbereichen vorgenommen. Weitere
Maßnahmen sind im Verkehrsentwicklungsplan und im Integrierten Klimaschutzkonzept enthalten.
Für den Ausbau E-Mobilität wird zum einen die Lade-Infrastruktur weiter ausgebaut. Derzeit gibt es
im Bonner Stadtgebiet an 19 Standorten insgesamt 28 E-Ladestationen, versorgt mit Bonn NaturStrom,
Der weitere Ausbau ist in Teilen auch Gegenstand des Projektes „Emissionsfreie Innenstadt“, s.u. Zum
anderen verfolgen die SWB Bus und Bahn das Ziel, bis 2030 die Busflotte auf Elektroantrieb
umzustellen. In der Zwischenzeit werden ältere Diesel-Busse auf Euro-VI-Niveau umgerüstet.
Seit Anfang 2019 läuft das Modellprojekt „Lead City“, an welchem Bonn als eine von fünf deutschen
Städten teilnimmt. Ziel des Projekts ist es, in Städten, in denen es Probleme mit der Luftreinhaltung
(Grenzwerte für Stickstoffdioxid) gibt, testweise größere Maßnahmen für Verbesserungen zu
erproben. In Bonn werden innerhalb des Förderzeitraumes noch bis Ende 2020 verschiedene
Maßnahmen zur Verbesserung des ÖPNV (Angebotsverbesserung durch Taktverdichtung, 365-Euro-
Ticket für Neukunden) sowie Maßnahmen zum betrieblichen Mobilitätsmanagement (Programm
Jobwärts) erprobt. Eine Finanzierung nach Ende des Förderzeitraumes und damit eine Verstetigung
der Maßnahmen ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen.
Ein weiteres umfangreiches Förderprojekt, „Emissionsfreie Innenstadt“, wurde im November 2019
bewilligt. Innerhalb eines Zeitraumes von drei Jahren widmet sich das Projekt dem Ausbau einzelner
Radschnellwege sowie der Errichtung sogenannter Mobilstationen im Innenstadt-Bereich, welche
verschiedene Verkehrsangebote wie ÖPNV, Car-Sharing und Radverleih räumlich verknüpfen und so
den Wechsel zwischen Verkehrsmitteln erleichtern. In Verbindung mit den Mobilstationen steht die
Errichtung von E-Ladestationen und Fahrradparkhäusern ebenfalls auf dem Plan. Dritter Baustein des
Projektes ist der weitere Ausbau des städtischen E-Fuhrparkes.
7 Interne Organisation
Im Bereich der internen Organisation konzentriert sich die Mehrzahl der Maßnahmen auf das Ziel, den
Verbrauch von Ressourcen zu reduzieren, z.B. durch die Digitalisierung von Vorgängen und Akten bzw.
die Vermeidung von Papiernutzung, die Verwendung von Recyclingpapier oder den Einsatz
zertifizierter IT (Blauer Engel). Auch im Bereich der Beschaffung werden Nachhaltigkeitsaspekte zumSeite 20 von 37

5
Teil berücksichtigt, etwa bei fair gehandelter Dienstkleidung beim Amt für Stadtgrün. Angebote wie
Home office können zudem dazu beitragen, den motorisierten Verkehr in die Stadt zu mindern.
Ein weiterer Aspekt ist die dienstliche Mobilität. Die städtische E-Fahrzeugflotte wird kontinuierlich
ausgebaut; dies gilt für PKW ebenso wie für Nutz- und Transportfahrzeuge, etwa für den Außendienst
im Bereich Stadtgrün. Ebenso sind Pedelecs und derzeit ein E-Lastenrad für kürzere Dienstwege und
Transportfahrten vorhanden.
Über das Berufsbildungsprogramm ERASMUS haben Bonner Verwaltungsmitarbeiterinnen und -
mitarbeiter die Möglichkeit, aktiv Erfahrungen in Kommunen anderer EU-Städte zu sammeln und so
zu einem Know-How-Transfer auch in Klimaschutzfragen beizutragen.
2019 gab es erstmal eine interne Fortbildungsreihe zur internen Kommunikation von Nachhaltigkeits-
und Klimathemen (u.a. Info-Lunches zu Solardachkataster, Energie Agentur, Rad-Team,
klimafreundlicher Ernährung sowie Exkursionen zum Heizkraftwerk und zur SWB-Zweiterstellung).
Die Neuanlage von Geldern – insbesondere Rücklagen und treuhänderisch verwaltetes
Sondervermögen der Stadt Bonn - erfolgt nach Beschluss des Rates seit 2015 unter Berücksichtigung
von festgelegten Nachhaltigkeitskriterien. Im Mai 2018 wurden diese Kriterien um das Thema
„Divestment (Desinvestition) aus fossilen Energieunternehmen sowie Atomenergie“ ergänzt. Aktuell
sind über 80 % der langfristigen Kapitalanlagen nach ethischen und ökologischen Kriterien angelegt.
Ziel ist es, diese Quote auf 100 % zu erhöhen.
8 Kommunikation und Kooperation
Unter den Bereich Kommunikation und Kooperation fallen zahlreiche Maßnahmen der internen und
externen Kommunikation verschiedener Ämter. Hierbei handelt es sich zum einen um Informations-
oder Motivationskampagnen, zum anderen um Veranstaltungen und Projekte, die sich dem Thema
Klimaschutz aus verschiedenen Perspektiven widmen und dabei unterschiedliche Zielgruppen
ansprechen. Ein großer Teil dieser Aktivitäten findet als Kooperation verschiedener Partner, darunter
auch viele zivilgesellschaftliche Akteure, statt.
Die Klimaschutzkampagne „Neu denken. Einfach handeln. Gemeinsam fürs Klima.“ motiviert anhand
von Vorbildern aus Bonn zu Klimaschutz im Alltag und ist bei zahlreichen Festen und Aktionstagen
präsent. Hinzu kommen eigene Veranstaltungen und Aktionstage wie der Tag der Elektromobilität im
Rahmen der eStart-Initiative, Klima-Fahrradtouren, die Teilnahme am (deutschlandweiten)
Stadtradeln oder Informationsveranstaltungen in und mit der VHS. Für Kinder seien beispielhaft die
Kampagnen „Kindermeilen“ und der Klimaführerschein genannt, ebenso gibt es
Umweltbildungsangebote im Haus der Natur und einen Austausch zwischen Lehrkräften und
Umweltverwaltung.
Die Themen Ernährung und biologische Landwirtschaft werden insbesondere durch die Aktivitäten im
Rahmen von „Bio-Stadt Bonn“ aufgegriffen. Die VHS setzt zudem in jedem Halbjahr einen Themen-
Schwerpunkt zu einem der 17 Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs). Für das 2. Halbjahr 2020 ist dies
„Biodiversität und Ernährung“.
Die Bonner Energie Agentur (BEA) betreibt Beratung und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema
energetisches Bauen und Sanieren, gerichtet an private Bauherren sowie Eigentümerinnen und
Eigentümer. Die BEA empfiehlt zudem sog. Energieeffizienz-Partner, die bei Sanierung oder Neubau
unterstützen. Die gelisteten Betriebe und Büros haben sich durch ein Aufnahmeverfahren qualifiziertSeite 21 von 37

6
und nehmen regelmäßig an Partnertagen teil. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW
adressiert ergänzend Mieterinnen und Mieter mit ihren Beratungsangeboten. Beide Einrichtungen
bieten, auch in Kooperation mit den SWB EnW, Info- und Vortragsreihen an. So gab es etwa 2018 einen
Jahresschwerpunkt Solar. Das Online-Solardachkataster der Stadt bietet weitergehende
Informationen zur Sonnenkraft vom eigenen Dach.
Für den Themenbereich Mobilität finden ebenfalls Veranstaltungen und Kampagnen statt, so z.B. der
jährliche Radaktionstag, der Rad-Dialog (2017), Aktionen bei der Einrichtung von Fahrradstraßen u.a.
Innerhalb der Projekte „Lead City“ und „Emissionsfreie Innenstadt“ finden ebenfalls umfangreiche
Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit statt.
Im Bereich der internationalen Kooperation (Projekt- und Klimapartnerschaften) findet nicht nur ein
wechselseitiger Austausch zu Klimaschutz-Themen statt, sondern auch eine Auseinandersetzung und
Vermittlung auf kultureller Ebene, z.B. durch gemeinsam erarbeitete Theaterstücke.
Die Stadt Bonn engagiert sich darüber hinaus in internationalen Netzwerken zu Klimaschutz und
Klimaanpassung (u.a. ICLEI-Städte für Nachhaltigkeit; Europäischer Konvent der Bürgermeister für
Klima und Energie). Bonn ist Mitveranstalter der Konferenzreihe „Resilient Cities“, die seit 2010 jährlich
in Bonn stattfindet und arbeitet eng mit dem in Bonn ansässigen Klimasekretariat der Vereinten
Nationen zusammen (u.a. Bonner UNO-Tag).
Eine weitere kooperative Maßnahme ist die „Klimaallianz“, die zum Ziel hat, die Wirtschaft in die
Klimaschutzaktivitäten der Stadt einzubinden. Aktuell findet eine Unternehmensumfrage statt die
Bedürfnisse und Ideen für zukünftige Austausch- und Beratungsformate erfragt.Seite 22 von 37

7
2. Auszug Maßnahmenprogramm, das von der Verwaltung in eigener
Organisationshoheit umgesetzt wirdAusbau Photovoltaik
Maßnahme Erläuterung
PV-Anlagen auf städtischen
Gebäuden im Bestand
Erhöhung des Anteils von PV-Anlagen auf städtischen Gebäuden: Neben den Neubauten, bei denen
die Installation von PV-Anlagen grundsätzlich vorbereitet und wenn möglich in Kooperation mit
Energiegenossenschaften oder den SWB Bonn realisiert wird, ist das große Potential der städtischen
Bestandsgebäude noch nicht ausreichend erschlossen. Auf der Grundlage einer begonnenen Analyse
wird das Potenzial systematisch erfasst und auf technische Umsetzbarkeit überprüft.
Maßnahme Erläuterung
klimafreundliche Büroausstattung Zur Büroausstattung sollen bevorzugt klimafreundliche und ökologischere Alternativen z.B.
Schreibwerkzeuge mit austauschbaren Mienen beschafft werden. Zudem soll die Anzahl der
Elektrogeräte möglichst gering gehalten bzw. reduziert werden z.B. durch Abschaffung noch
vorhandener Arbeitsplatzdrucker.
klimafreundliche Bewirtung Im Rahmen der Bewirtung bei städtischen Veranstaltungen soll verstärkt darauf geachtet werden
vegetarische Kost, sowie regionale und Bioprodukte anzubieten. Zudem soll nach Möglichkeit auf
Einwegplastik verzichtet und Leitungswasser als Konferenzgetränk angeboten werden.
klimafreundliche Stadthauskantine In Abstimmung mit den Verantwortlichen sollen verschiedene klimafreundlichere Angebote der
Stadthauskantine angeregt werden. Hierunter fällt beispielsweise ein vegetarischer Tag, der Verkauf
von Getränken ausschließlich in Glasflaschen sowie die Steigerung des Anteils von Biolebensmitteln.
Bezug von Ökostrom Sämtliche Einrichtungen der Stadt Bonn werden bereits mit Ökostrom beliefert. Es soll darüber hinaus
geprüft werden inwieweit bspw. auch für das Hosting städtischer Server Ökostrom verwendet wird.
Maßnahme Erläuterung
Umstellung des städtischen Fuhrparks
auf Elektromobilität
Umstellung sowohl der Kraftfahrzeuge als auch Beschaffung weiterer E-Bikes. Prüfung des Bedarfes für
alle Dienststellen.
klimafreundliche Dienstreisen Für Dienstreisen soll ein klarer Vorrang für den ÖPNV gelten. Flugreisen - insbesondere Inlandsflüge -
sollen vermieden werden.
Förderung der ÖPNV Nutzung Die Nutzung des JobTickets soll stärker beworben werden. Es wird geprüft inwieweit Anreize zur
Nutzung des JobTickets angeboten werden können. JobTickets sollen zudem auch für Dienstfahrten
eingesetzt werden. Es wird geprüft inwieweit die Parktarife für städtische Mitarbeiter und politische
Mandatsträger angepasst werden sollten, um ebenfalls zur verstärkten Nutzung des ÖPNV zu
bewegen.
.Förderung des Radverkehrs Der Bedarf nach zusätzlichen Mitarbeiterduschräumen sowie nach Ausleihstellen von Dienstfahrrädern
und Lastenrädern an allen Dienststellen soll geprüft werden. Zudem soll die Nutzung der vorhandenen
Diensträder, Lastenräder und e-bikes beworben werden.
Förderung und Ausweitung von
Telearbeit
für Tätigkeiten die sich hierfür eignen
Förderung von Webinaren als
Fortbildungsmöglichkeit
um Dienstreisen einzusparen
Ausreichende Möglichkeiten zur
Durchführung von Videokonferenzen
schaffen
um Dienstreisen einzusparen
Maßnahme Erläuterung
Sensibilisierung der Mitarbeiter zu
klimafreundlichem Verhalten
Es sollen Aktionen z.B. Wettbewerbe durchgeführt werden, um die Mitarbeiter zu klimafreundlichen
Verhaltensweisen zu motivieren (Strom sparen, Eco Programme Nutzen, Wasserverbrauch reduzieren
etc.). Zudem soll über ein Vorschlagswesen zu neuen Ideen für klimafreundliches Verhalten angeregt
werden.
Bewerbung klimafreundlicher
Angebote
Über das Intranet sollen klimafreundliche Angebote die sowohl dienstlich als auch für den privaten
Alltag nützlich sind kommuniziert werden.
Beschaffung nach klima- und ressourcenschutzorientierten Kriterien
Handlungsfeld SOLARES BONN
Handlungsfeld NACHHALTIGE BUNDESSTADT BONN
Klimafreundliche Mobilität in der Verwaltung
Energieeinsparung durch klimafreundliches NutzerverhaltenSeite 23 von 37

8Maßnahme Erläuterung
Institutionalisierung einer
Steuerungsgruppe Klimaschutz &
Klimaanpassung
mit Vertretern relevanter Ämter
Zusammenstellung aller aktuellen
Fördermöglichkeiten
Zum Klimaschutz sowie zur Klimaanpassung
Kooperation mit Netzwerkpartnern Die Stadt Bonn steht im Erfahrungsaustausch mit anderen Städten und wird diesen weiter
intensivieren. Vorhandene fachlicher Netzwerke sollen verstärkt zur Entwicklung von Projektideen
oder zur wissenschaftlichen Begleitung von Vorhaben genutzt werden.
Reduktion des Papierverbrauchs
Maßnahme Erläuterung
durch Digitalisierung bislang analoger
Prozesse
Beispielsweise durch die Beschaffung von Unterschriftenpads, die Digitalisierung bislang analoger
Einladungsverfahren oder die Reduktion des Postverkehrs zu den Außenstellen
durch Einsparung und Einsatz von
Recyclingpapier
Die Stadt Bonn verwendet bereits fast ausschließlich Recyclingpapier. Es soll jedoch darauf hingewirkt
werden den Anteil der Frischfasernutzung weiter zu reduzieren (z.B. bei Briefumschlägen).
Maßnahme Erläuterung
Austausch von Fenstern insbesondere von teilweise noch vorhandenen Fenstern mit Einscheibenverglasung z.B. im Alten
Rathaus
Maßnahme Erläuterung
Energieeinsparung bei der
Beleuchtung
Umstellung auf LED Beleuchtung und Prüfung, an welchen Positionen Bewegungsmelder eine
Energieeinsparung erbringen könnten.
Reduktion des Heiz- und
Kühlenergieverbrauchs
Beispielsweise durch die Reduktion des Warmwasserverbrauchs an den Handwaschbecken und
gemäßigte Etagentemperatur Sommer wie Winter.
Optimierung der Mülltrennung Klärung der Möglichkeiten auch mit der Reinigungsfirma
Nudging Maßnahmen Anstoßen klimabewusster Entscheidungen über entsprechende Voreinstellungen z.B."beidseitig
kopieren" als Standard
Maßnahme Erläuterung
Erweiterung und verstärkte
Bewerbung der städtischen
Klimaschutzkampagne
Mit einer größeren Medienpräsenz soll die Kampagne in den nächsten Jahren noch bekannter gemacht
werden.
Förderung des sanften
umweltschonenden Städtetourismus
Mit DTV, DB und ADFC in Verbindung setzen
Nutzung des "Frühlingsmarktes" Als Plattform für biologische und nachhaltige Formen der Landwirtschaft, des Gärtnerns und allgemein
des Umgangs mit der Natur
Handlungsfeld STADTMARKETING UND KOMMUNIKATION
Handlungsfeld KOMMUNALE GEBÄUDE UND
STADTENTWICKLUNGSPROJEKTE
Energetische Sanierung städtischer Gebäude & Anlagen
Energieeinsparung durch technische und organisatorische Maßnahmen
Durchführung prominenter Aktionen zur Öffentlichkeitsarbeit
Kontinuierliche Weiterentwicklung der städtischen Klimaschutz- und KlimaanpassungsaktivitätenSeite 24 von 37

9Maßnahme Erläuterung
Naschgarten der Bildung Der Hof des Hauses der Bildung könnte als Naschgarten in Wert gesetzt werden. Begleitet von Kursen
zu Selbstorganisation und Pflanzenanbau entwickeln Bürgerinnen und Bürger einen Naschgarten.
Fortbildung für Erzieherinnen und
Erzieher mit Lerninhalten für Umwelt-
und Klimaschutz
.
Schulungen zum Thema
Nachhaltigkeit und Klimaschutz im
Alltag
Angebot von Schulungen um Wissenslücken zu schließen und Aufklärung zum Thema Nachhaltigkeit
voranzutreiben. Z.B. wie kann ich in meinem Alltag das Klima schützen? Wie erkenne ich regionale
Produkte im Supermarkt, wo kann ich verpackungsfrei einkaufen?
Verstärkte Aus- und Fortbildung in
Umwelt- und Klimaschutzberufen
.
Entwicklung eines
Umweltbildungsformates für
Grundschulkinder
Buchbar im Haus der Natur, z.B. zum Thema "unsere Bäume in der Stadt", "unser Klima in der Stadt"
Organisation themenbezogener
ErOpen-Berufsbildungsaufenthalte
hierzu sollen Fördermittel beantragt werden
Maßnahme Erläuterung
Regelmäßige Aktualisierung der
Klimaanalysekarte und
Planungshinweiskarte
Über das Projekt ZURES wurde 2018 eine aktuelle Klimaanalyse sowie 2019 eine aktuelle
Planungshinweiskarte (Hitze) erarbeitet. Diese Karten sollten in regelmäßigen Abständen (etwa alle 5
Jahre) aktualisiert werden.
jährliche Zusammenfassung
relevanter Klimakennwerte ggf auch
der Extremwetterlagen
Zur Darstellung der Entwicklung relevanter Stadtklimakennwerte wie Hitzetage, Tropennächte,
Sommertage, Jahresdurchschnittstemperatur etc.
Maßnahme Erläuterung
Erstellung und Fortschreibung eines
Gründachkatasters
Um den Bestand von Dachbegrünungen erfassen und fortschreiben zu können.
Konzept "Grün" in der Dreifachen
Innenentwicklung
Die Dreifache Innenentwicklung beschreibt ein Prinzip, nachdem es im Bereich der Innenentwicklung
gleichermaßen um die bauliche, verkehrstechnische sowie grünplanerische Entwicklung geht.
Maßnahme Erläuterung
Versiegelte Flächen verringern und
begrünen
Prüfung inwieweit z.B. einzelne Parkplätze zugunsten von Baumstandorten in öffentlichen
Straßenräumen aufgegeben werden können. Dies steht u.a. in Abhängigkeit von darunter liegenden
Leitungen, den Abständen zu Häusern, der nachbarschaftlichen Akzeptanz und dem Pflegeaufwand.
Maßnahme Erläuterung
Schattenspender in Kitas Bäume, Markisen, Sonnensegel installieren um verschattete Außenspielflächen zu schaffen und die
Sonneneinstrahlung auf die Fassade/Fenster zu reduzieren
Bau von sog. "mobilen grünen
Zimmern" im Stadtgebiet
Mobile grüne Zimmer mit vertikaler Begrünung sowie einem belaubten Dach sollen für mehr
Aufenthaltsqualität und mikroklimatische Reduktion der Wärmebelastung an heißen Tagen sorgen.
Außenanlagenplanung an
Regenwasserspeicherung bzw.
–sammlung anpassen
.
Bepflanzungen für Insekten insektenfreundliche Bepflanzungen z.B. an Fensterbänken und Balkonen
Gebäudebegrünung
Entsiegelung
Erhalt und Schaffung grüner und blauer Infrastruktur
Handlungsfeld KLIMAANPASSUNG
Angebot zielgruppenorientierter (Weiter-)Bildungsangebote
Etablierung von Strukturen und Schaffung von GrundlagenSeite 25 von 37

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3. Umsetzungsstand des Integrierten Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzeptes
Maßnahmen im Bereich kleine und mittlere Unternehmen
Nr. Maßnahme Sachstand
KMU 1 Klimaallianzen zwischen der
Stadt Bonn und ansässigen
Unternehmen Anfang 2017 wurde das Büro Gertec beauftragt, Inhalt und Umfang der KMU-Maßnahmen 1-4 sowie den zur Umsetzung
erforderlichen Aufwand detaillierter zu analysieren und darzustellen (DS-Nr. 1612280). Darauf folgte ein Workshop am
12.07.2018 (DS-Nr. 1910522), sowie 2019 eine Umfrage bei Unternehmen, um ein umfassenderes Bild über die Bedarfe
und relevanten Themen zu erhalten. Anfang 2020 wird der Ergebnisbericht auf der Grundlage der Umfrage erwartet.
KMU 2 Aufbau eines Netzwerkes für
das Thema "Kälte in
Unternehmen"
KMU 3 Ausbau eines niederschwelligen
Energieeffizienz-
beratungsangebotes für KMU
KMU 4 Serviceangebot für
Nutzerprojekte in Unternehmen
KMU 5 Erstellung eines
Energiekostenspiegels für Büro-
und Gewerbeimmobilien
Im Jahr 2015 hatte die Recherche, ob die vorliegende Büromarktstudie um die Energiekosten erweitert werden kann,
ergeben, dass es nach damaligem Kenntnisstand keine Möglichkeit einer belastbaren Abschätzung der Energieverbräuche
auf der Grundlage der in der Büromarktstudie qualitativ erfassten Merkmale gab (DS-Nr. 1510263NV4). Die Maßnahme
wurde nicht weiterverfolgt, da andere Varianten der Erfassung der Energieverbräuche, bzw. -kosten mit erheblichem
Aufwand verbunden wären.
Die Ergebnisse eines Forschungsprojektes des IWU zum Thema „Primärdatenerhebung Nichtwohnungsbau“ (Laufzeit 2015
-2020) werden abgewartet, um möglicherweise darauf aufbauen zu können.
KMU 6 Umsetzung und
Bekanntmachung von
Leuchtturmprojekten in KMU
Die IHK Bonn/Rhein-Sieg hat im Jahr 2014 eine Broschüre über energetische Leuchttürme veröffentlicht:
https://www.ihk-bonn.de/fachbereiche/innovation-und-umwelt/energie/broschuere-energetische-leuchttuerme.html
Die IHK Bonn/Rhein-Sieg beteiligt sich gemeinsam mit dem Bundesverband der Energieabnehmer e.V. (VEA) an der
bundesweiten „Initiative Energieeffizienz-Netzwerke“ mit zwei Energieeffizienznetzwerken:
https://www.ihk-bonn.de/innovation-und-umwelt/energie/regionales-energieeffizienznetzwerk-bonnrhein-sieg.html
Ziel ist es, im Rahmen des Netzwerks eine Steigerung der Energieeffizienz in Unternehmen zu erzielen.Seite 26 von 37

11
Zudem gab es im Jahr 2019 erstmals eine Veranstaltungsreihe der IHK zum Thema Ressourceneffizienz, bei der ebenfalls
vorbildliche Projekte gezeigt wurden.
Verwaltungsbezogene Maßnahmen
Nr. Maßnahme Sachstand
V 1 Intracting in der
Stadtverwaltung
Nach Aussage des SGB im Jahr 2014 führt ein Intractingmodell nicht zu mehr Investitionen in Energiesparmaßnahmen, da
Geld und Personal und nicht Strukturen die limitierenden Faktoren sind.
Zudem gibt es laut Energiemanagement des SGB bei den städtischen Liegenschaften kein Potenzial für ein
Einsparcontracting und damit auch keine Grundlage für ein Intracting.
V 2 Ausbau des städtischen
Energiemanagements und
Projekt zur
Mitarbeitereinbindung
Aufgrund der Haushaltslage gab es nach Aussage des SGB im Jahr 2014 keinen Spielraum für personelle Erweiterungen und
Verstärkungen (Diskussion im Zusammenhang mit Personal für die eigene Durchführung von Maßnahmen versus
Contracting / siehe Punkt V 1).
2017 wurde der Geschäftsbereich Energiemanagement aufgelöst und ist mittlerweile als Team der Abteilung Neubau
untergeordnet.
V 3 Internes Marketing für
Klimaschutz innerhalb der
Verwaltung
Im Rahmen der Klimaschutzkampagne „Neu denken. Einfach handeln. Gemeinsam fürs Klima.“ und vor dem Hintergrund
der ersten Bonner Nachhaltigkeitsstrategie gab es im Jahr 2019 eine interne Fortbildungsreihe zu diversen Themen aus
dem Bereich Klimaschutz und Klimaanpassung. (u.a. Info-Lunches zu Solardachkataster, Energie Agentur, Rad-Team,
klimafreundlicher Ernährung sowie Exkursionen zum Heizkraftwerk und zur SWB-Zweiterstellung). Die Info-Lunch-Reihe
wird 2020 fortgeführt.
Die Klimaschutzkampagne lud 2019 Kolleginnen und Kollegen zur Mitwirkung ein. Mehr als 50 Mitarbeitende beteiligten
sich, die entstandenen Fotos mündeten in eine Intranet-Galerie mit angeschlossenen Klimaschutz-Tipps.
Die Kampagne und die internen Klimaschutz-Aktivitäten der Verwaltung wurden beim Jugend- und Azubitag 2019
vorgestellt.
Zwei Auszubildende des Tiefbauamtes beteiligten sich, betreut von der Leitstelle Klimaschutz, am Projekt „Klima- und
Energiescouts“ des Deutschen Instituts für Urbanistik.
V 4 Integration des Themas
Klimaschutz im "Haus der
Natur-Waldinformations-
zentrum"
Das Haus der Natur wurde im Juni 2019 nach umfangreicher Sanierung und Umgestaltung wiedereröffnet. Die neue
Dauerausstellung widmet sich dem Großstadtwald und dem Konzept der Nachhaltigkeit anhand der Waldnutzung.
Entlang der Wanderwege nahe des Waldinformationszentrums gibt es bereits seit längerem Stationen mit Hinweisen zu
CO2-Emissionen durch Konsum, Fliegen, Autofahren und Fleischverzehr.Seite 27 von 37

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Maßnahmen Energieversorgung und erneuerbare Energien
Nr. Maßnahme Sachstand
EE 1 Strategischer Ausbau der
Fernwärme und Nahwärme
Die Stadtwerke Bonn verfolgen mit ihrem Konzept Fernwärme 2020 den systematischen Ausbau der Fernwärme in
Bonn.
https://www.stadtwerke-bonn.de/energieundwasser/privatkunden/produkte/fernwaerme.html
Unter Federführung der LSK findet seit 2013 zweimal im Jahr ein Fachgespräch zum Fernwärmeausbau statt. Dort
berichten die Stadtwerke über den Ausbaustand, Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung über anstehende
Bauvorhaben oder Bebauungspläne, die für einen potenziellen Fernwärmeanschluss relevant sind.
EE 2 Austausch alter und
emissionsintensiver
Heizungsanlagen
Das Thema „Heizungstausch“ ist ein grundlegender inhaltlicher Baustein bei Beratungs- und Bildungsangeboten der
Bonner Energie Agentur (BEA). Fragen zur Heizungstechnik (Holzpellets, Wärmepumpe, ...) spielen eine große Rolle in
der Beratungsnachfrage und bei Angeboten der BEA wie Vortragsveranstaltungen.
Am 7. Februar 2020 findet in Bonn der „Dicker Pulli-Tag“ statt, an dem die Heizung mindestens ein Grad
heruntergedreht wird. Es ist ein symbolischer Tag, der auf Klimaschutz und Energieeinsparung -insbesondere beim
Heizen- aufmerksam machen soll.
EE 3 Ausbau der Solarthermie siehe EE 4
EE 4 Ausbau der Photovoltaik Unter Federführung der Leitstelle Klimaschutz hat sich die Stadt Bonn im Jahr 2017 anlässlich des Projektaufrufes
"KommunalerKlimaschutz.NRW" mit dem Projekt „Ausbauinitiative Solares Bonn 2020 / Beraten – Begleiten -
Multiplizieren" beworben. Ziel war es, über eine Kampagne und breitgefächerte Maßnahmen, den Zubau von
Photovoltaik- und Solarthermieanlagen zu steigern. Leider wurde das Projekt seitens des Projektträgers ETN als nicht
förderwürdig eingestuft.
Durch die Neuauflage des Solardachkatasters im Herbst 2017 können Dachflächen nun detailschärfer bewertet
werden. Zahlreiche Vorträge zum neuen Solardachkataster und Bewerbung des Katasters bei Veranstaltungen der BEA
und der LSK sollen den PV-Zubau anstoßen.
Die BEA unterstützt das Thema Solarthermie und Photovoltaik in der Beratung. 2018 war „Solar“ das Jahres-
Schwerpunkt-Thema. Es wurden Vorträge, Beratungsaktionen und ein Infoabend veranstaltet, auch in Kooperation mit
der Leitstelle Klimaschutz, der VZ und den Stadtwerken.
Zudem fand im Oktober 2019 die Praxiswerkstatt „Solare Stadt“ in Kooperation mit der Stadt Bonn, EUROSOLAR, den
SWB und der BEA statt, mit dem Ziel, Kommunen beim Ausbau der Solarenergie zu stärken.Seite 28 von 37

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Dennoch reichen die Aktivitäten nicht aus, um den erforderlichen Zubau zu fördern. Nur 2% des Potenzials im Bereich
Photovoltaik werden genutzt (bei Nutzung aller geeigneten Dächer könnte die Hälfte des Stromverbrauches der Stadt
gedeckt werden).
EE 5 Aufklärungskampagne zur
energieeffizienten Sanierung mit
Geothermie im Wohnungsbau
Nach Gesprächen innerhalb Fachkreisen ist die Entscheidung gegen eine grundsätzliche Aufklärungskampagne
gefallen. Im Rahmen von Sanierungen sind Wärmepumpen nur zu empfehlen, wenn durch Ertüchtigung der
Gebäudehülle der Energiebedarf deutlich sinkt und zudem auf ein Niedertemperatursystem – in der Regel
Fußbodenheizung - umgerüstet wird. Ansonsten sind Wärmepumpen nicht effizient. Darüber wird in den individuellen
Beratungen aufgeklärt.
Unabhängig davon hat die Stadt Bonn Anfang 2017 unter Federführung des Umweltamtes eine Fachtagung zum
Thema Geothermie organisiert. Die BEA hat einen ihrer Partnertage 2016 rund um das Thema Wärmepumpen
veranstaltet. Auch die VZ geht in Ihren Beratungen intensiv auf die effiziente Nutzung von Wärmepumpen ein.
Bei der Abstimmung von Energiekonzepten im Rahmen von Bebauungsplanverfahren weist die Leitstelle Klimaschutz
Bauherren und Investoren auf das Potenzial im Bonner Stadtgebiet hin und berät u.a. hinsichtlich effizienter
Wärmeversorgung.
Maßnahmen Wohnen und Stromeinsparung
Nr. Maßnahme Sachstand
WS 1 Verstärkung der
Öffentlichkeitsarbeit zu dem
bestehenden
Energieberatungsangebot
Öffentlichkeitsarbeit zum bestehenden Beratungsangebot ist permanenter Baustein der Arbeit der BEA.
Als wichtigste Kontaktkanäle wurden in der Evaluation räumliche Präsenz, Pressemitteilungen und das Internet
benannt. Weitere relevante Kontaktkanäle sind Empfehlungen, Messen und Vorträge sowie Hinweise von der Stadt
Bonn bzw. der Verbraucherzentrale Bonn.
Neben regelmäßigen Pressemitteilungen und der Betreuung und Weiterentwicklung der Website werden
kontinuierlich weitere Formate und Kanäle getestet (Buswerbung, Werbung online oder über Radio etc.). Neu im Jahr
2019 war die mehrmalige Präsenz mit einem Stand in der Innenstadt mit einer guten Resonanz.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Öffentlichkeitsarbeit über die verschiedenen Kooperationspartner, wie die
Verbraucherzentrale, die Stadtwerke Bonn und die Stadt Bonn.
Das Konzept des Energietags wurde 2018/2019 überarbeitet. Im Jahr 2020 werden die „Bonner Energietage“ mit dem
Fokus auf klimabewusstes Bauen, Wohnen und Leben stattfinden. Mit der Fokussierung auf den Klimaschutz geben
die Veranstalter – UN-Klimastadt Bonn, SWB Energie und Wasser, Verbraucherzentrale NRW und Bonner Energie
Agentur (BEA) – den Energietagen ein zeitgemäßes Profil. Die bewährte Bau- und Sanierungsberatung wird durch dieSeite 29 von 37

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Themen nachhaltiges Wohnen, Mobilität sowie Klimaanpassung ergänzt. Damit sprechen die Bonner Energietage eine
größere Besuchergruppe an, als zuvor der Bonner Energietag (2007-17) und die Bonner Solarwoche (1996-2006).
WS 2 Ausbau des
Qualifizierungssystems
"Energieeffizienzpartner"
Das Energieeffizienzpartner-System umfasst derzeit 28 Mitglieder (Betriebe, Energieberatungs-, Ingenieur- und
Architekturbüros). Es können für den gesamten Sanierungsprozess qualifizierte Ansprechpartnerinnen und -partner
empfohlen werden.
Verbraucherzentrale sowie energieagentur rhein-sieg verweisen ebenfalls auf die Energieeffizienzpartner. Es gab zwei
gemeinsame große Veranstaltungen.
Seit 2013 werden jährlich vier Partnertage veranstaltet, um über aktuelle Fachthemen zu informieren sowie um den
Gewerke übergreifenden Austausch zu fördern. Die Akquise neuer Betriebe und Büros gestaltet sich schwierig. Als
Gründe hierfür werden die sehr gute Auftragslage einerseits und ein zusätzlicher Zeitaufwand für die Mitglieder
andererseits vermutet.
WS 3 Selbstverständnis als umfassende
"Modernisierungs-beratung" und
entsprechende
Strategieausrichtung
Die Beratung in der Bonner Energie Agentur erfolgt durch Architektinnen und Ingenieure, die mit dem gesamten Bau-
und Planungsprozess vertraut sind. Je nach Umfang und Bauvorhaben plädiert die BEA-Beratung dafür, „nicht zu kurz
zu springen“, sondern zu Beginn zu überlegen, welche weiteren Aspekte jetzt und in Zukunft eine Rolle spielen
können. Darunter fallen auch Themen wie zusätzlicher Wohnraum, Aus- und Umbau, Abtrennung einer Wohneinheit,
Sicherheit sowie Barrierefreiheit. Dabei geht es auch darum, mit der Umsetzung spätere Maßnahmen vorzubereiten,
z.B. Grundrissänderungen, die spätere Nutzung erneuerbarer Energie oder weitere Dämmmaßnahmen. Bei Aus- und
Umbaumaßnahmen wird empfohlen, ein Architekturbüro hinzuzuziehen.
WS 4 Prozessbegleitende Beratung für
Wohnungseigentümer-
gemeinschaften
Durch Vorträge in Kooperation mit wohnen-im-eigentum sowie durch Ansprechpartner bei den
Energieeffizienzpartnern wurde versucht, den Anliegen von Wohnungseigentümergemeinschaften Rechnung zu
tragen. Eine Prozessbegleitung wird derzeit als schwierig gesehen, einerseits in Abgrenzung zu den am Markt tätigen
Beraterinnen und Beratern, andererseits, weil hierfür Personal und sehr spezifisches Knowhow erforderlich ist. Die
Aktivitäten ruhen derzeit. Vorträge mit wohnen-im-eigentum sind aufgrund von Haftungsfragen nicht mehr möglich.
Das Thema wurde versucht stärker zu bespielen, u.a. durch Angebot von Vorträgen vor Ort in Kooperation mit der VZ.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass dieses Zusatzangebot, zusätzliche Ressourcen bei der BEA benötigen würden.
WS 5 Sanierungsbegleiter als Freund
und Helfer
Die BEA sieht das Bedürfnis nach einem „Freund und Helfer“ im Sanierungsprozess. Allerdings sind Bauleistungen
streng durch die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure geregelt. Das bedeutet: Im Regelfall sind Architekt/in
oder Ingenieur/in dieser „Freund und Helfer“. In der Praxis werden für kleinere Sanierungsvorhaben oft keine
Architekturbüros mehr beauftragt. Erste Konsequenz ist hier, wieder verstärkt für Planung und Baubegleitung zu
werben. Wird dies nicht umgesetzt, gilt es, weitere Möglichkeiten aufzuzeigen. Hierfür wird in der BEA-Beratung
neben einer individuell empfohlenen Energieberatung auf die qualifizierten Betriebe und Büros sowie auf eine
Sanierungsbegleitung hingewiesen. Die Sanierungsbegleitung ersetzt nicht die Architektenleistungen und bezieht sich
auf die KfW-Fördermittel. Sie wird detailliert von der KfW beschrieben und geregelt.Seite 30 von 37

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Ziel der BEA-Beratung ist ein Aufzeigen von Schritten mit jeweiligen Ansprechpartnern für den gesamten
Sanierungsprozess.
WS 6 Basismaßnahmen
Wohnungswirtschaft
Die Leitstelle Klimaschutz informiert und berät die Akteure in der Wohnungswirtschaft im Rahmen von
Bebauungsplanverfahren über die vorhandenen Beschlüsse zu Energieeffizientem Bauen und dem Einsatz
Erneuerbarer Energien und deren Umsetzung.
Hinsichtlich des Bestandes gibt es derzeit keine Aktivitäten.
WS 7 Anreiz zur energetischen
Modernisierung von Wohnraum
für einkommensschwache
Haushalte
Das sogenannte Klimabonus-Modell, welches die Stadt Bielefeld anwendet, wurde seitens der LSK in Abstimmung mit
Amt 50 näher untersucht.
Aufgrund mangelnder Datenlage, die die Wirtschaftlichkeit des Klimabonus-Modells belegt und der derzeitigen
Situation in Bonn, wird die Maßnahme vorerst nicht weiterverfolgt.
WS 8 Entwicklung einer Gesamt-Aktion
"Stromeffizienz für Bonn"
Das Thema Stromeffizienz spielt in der Beratung der Verbraucherzentrale Bonn und der BEA eine zentrale Rolle. Auch
die Stadtwerke Bonn haben Angebote zum Stromsparen, wie die StromSparbox, BonnPlus PV oder den
Energieeffizienz-Preis.
Eine „Gesamtaktion“ steht noch aus.
Übergreifende Maßnahmen
Nr. Maßnahme Sachstand
Ü 1 Gesamtstädtische Kampagne zu
Konsum und Ernährung
Auf der Grundlage des Beschlusses DS-Nr. 1910042 ist die Stadt Bonn dem Netzwerk der Biostädte beigetreten. Dafür
wurde im Amt für Umwelt, Verbraucherschutz und Lokale Agenda eine halbe Stelle eingerichtet. Das Projekt hat eine
Laufzeit von drei Jahren.
https://www.bonn.de/bio-stadt
Folgende Aktionen wurden bereits umgesetzt:
Am 28.09.2019 wurde das 1. Bonner Agri-Kultur-Festival zusammen mit Stadt.Land.Markt. e.V., Regionalwert AG
Rheinland, Wissenschaftsladen (WiLa) Bonn veranstaltet.
Es wurden Fördermittel vom BLE (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung), Richtlinie über die Förderung von
Projekten zur Information von Verbraucherinnen und Verbrauchern über regionale Wertschöpfungsketten zur Erzeugung
von Bioprodukten sowie zur Umsetzung von begleitenden pädagogischen Angeboten (RIGE) erfolgreich akquiriert.
Im Rahmen der RIGE werden ab Dezember 2019 einmal monatlich ökologische Vernetzungscafés im Winter und
ökologische Frühstücke im Sommer stattfinden
Ein Einkaufsführer „Produkte aus ökologischem Landbau“ wurde aktualisiert und neugestaltet.Seite 31 von 37

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Schon zuvor wurde aufgrund des Beschlusses DS-Nr. 1710400NV4 in die Ausschreibungen zur Mittagsverpflegung in
Schulen ab dem Schuljahr 2018/2019 und für Kindergärten ab 2019 ein Anteil von 10% gesiegelter Bioprodukte und Fisch
mit dem MSC Siegel oder vergleichbarer Standards als Mindestanforderung aufgenommen.
Auch die städtische Klimaschutzkampagne zielt u.a. auf die Themen Konsum und Ernährung ab:
https://www.bonn.de/themen-entdecken/umwelt-natur/klimaschutzkampagne-neu-denken.php
Ü 2 Gesamtstädtische
Aufklärungskampagne
"Umweltverträgliche Baustoffe"
Das Thema "Umweltverträgliche Baustoffe" wird durch die Bonner Energie Agentur abgedeckt und ist sowohl in
Beratungen, als auch bei Infoabenden oder Partnertagen wichtiger Bestandteil.
Am 7.11.2019 hat der Rat beschlossen, das „Nachhaltige Bauen“ insbesondere vor dem Hintergrund der
Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Bonn sowohl bei städtischen als auch bei größeren Baumaßnahmen wie
Investorenbauten stärker zu berücksichtigen. Dazu soll zunächst ein Konzept erstellt werden.
Unabhängig davon wurde bereits vorher beschlossen, den Neubau des Wirtschaftshofes für das Amt für Stadtgrün unter
dem Aspekt der Nachhaltigkeit umzusetzen. Im Sinne der Vorbildfunktion soll ein Gebäude mit möglichst geringem
Energiebedarf, aus nachhaltigen und nachwachsenden Baustoffen mit Gründach, ggf. Teilfassadenbegrünung und
Solaranlage realisiert werden.
Eine gesamtstädtische Kampagne steht allerdings noch aus.
Mobilität
Nr. Maßnahme Sachstand
M 1 Ausbau des Radverkehrsnetzes Der „Runde Tisches Radverkehr“ mit drei Arbeitsgruppen, trifft sich seit 2005 regelmäßig mehrmals im Jahr.
https://www.bonn.de/themen-entdecken/verkehr-mobilitaet/radverkehr.php
Das Fahrradstraßenkonzept mit insgesamt geplanten 52 Kilometern Fahrradstraßen wird kontinuierlich umgesetzt.
Derzeit gibt es rund 60 Straßen/(-abschnitte) als Fahrradstraßen.
2019 wurde ein Gutachten (Entwicklungskonzept Radverkehr) vorgelegt, dass unter Berücksichtigung schon vorhandener
Gutachten und Konzepte eine Vielzahl kurz-, mittel- und langfristiger Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs in
der Innenstadt vorschlägt.
U.a. wird auf den Straßen Sandkaule und Welschnonnenstraße, zwischen Bertha-von-Suttner-Platz und Theaterstraße,
Anfang 2020 ein gesicherter Radfahrstreifen eingerichtet werden, eine so genannte Protected Bike Lane (PBL).
M 2 Radschnellrouten Bis 2022 werden die Teilabschnitte der Radpendlerroute Bonn-Alfter-Bornheim auf Bonner Stadtgebiet ausgebaut.
Ebenso sind der Ausbau der Radwege in der Rheinaue rechts- und linksrheinisch vorgesehen. Diese Maßnahmen sind
auch Bestandteile des Förderprojektes „Emissionsfreie Innenstadt“.Seite 32 von 37

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M 3 Aufbau eines
Fahrradverleihsystems
Seit Oktober 2018 bieten die Stadtwerke zusammen mit dem Partner Nextbike an 100 Stationen ein öffentliches
Fahrradmietsystem mit 900 Rädern im Free-Floating-System an.
M 4 Stadtradeln und andere Events Bonn nimmt seit 2012 an der Aktion Stadtradeln teil und freut sich über die kontinuierlich steigende Teilnehmerzahl.
Insgesamt wurden in den vergangenen acht Jahren 2,6 Millionen Kilometer geradelt und dadurch bis zu 371 Tonnen
CO2-Ausstoß vermieden. Im Jahr 2019 wurden mit 3174 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die zusammen rund
603.000km geradelt sind und damit 86 Tonnen CO2 gespart haben, neue Rekorde aufgestellt.
Darüber hinaus wurden sowohl 2018 als auch 2019 jeweils zwei Fahrradtouren durch oder in Zusammenarbeit mit der
LSK veranstaltet, bei denen verschiedene Stationen zum Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit mit dem Fahrrad
angefahren und besichtigt wurden.
Seitens des Fahrradteams im Stadtplanungsamt werden jährlich der Radaktionstag sowie die Initiative „Mit der Rad zur
Arbeit“ durchgeführt.
M 5 Fahrradbeförderung auf den
Venusberg
Der 2014 eingerichtete Fahrradbus, der von Montag bis Freitag im halbstündlichen Takt zwischen Poppelsdorf und
Venusberg Uniklinikum verkehrte, wurde wegen fehlender Akzeptanz wieder eingestellt. Eine bessere Lösung könnte die
Seilbahn bieten.
M 6 Fahrradabstellmöglichkeiten,
Fahrradboxen
Die Radstation in der Quantiusstraße mit 500 Stellplätzen wurde Mitte 2018 eröffnet
Bike & Ride: Bis Ende 2019 gibt es insgesamt über 2600 Stellplätze an Haltestellen, von denen über 1400
überdacht sind.
Im Rahmen des Förderprojektes „Emissionsfreie Innenstadt“ werden zudem zwei Fahrradparkhäuser gebaut, sowie eine
Radstation in Bad Godesberg.
M 7 Erweitern Unterführung
Kaiserplatz
Im Masterplan Innere Stadt ist die Idee verankert, statt einer Erweiterung der Unterführung eine zweite Röhre für
Radfahrer vorzusehen. Es handelt sich hier allerdings um Gelände der Universität. Zudem muss die Deutsche Bahn
eingebunden werden.
M 8 Ausweitung der
Fußgängerbereiche in den
Zentren
Mit dem erweiterten City-Ring soll der Autoverkehr auf Rathausgasse, Stockenstraße, Am Hof und Wesselstraße
verringert werden, um die Innenstadt zu entlasten und die städtebauliche Anbindung des Hauptgebäudes der Universität
an die Fußgängerzone zu verbessern. Im Zusammenhang mit dem ISEK Bad Godesberg (auf Basis der Ergebnisse des
Leitbildprozesses Bad Godesberg) soll in den nächsten Jahren die gestalterische Aufwertung der Innenstadt und der
Fußgängerzone fortgesetzt werden. Es ist vorgesehen, 2020 zunächst Gestaltungsleitlinien für diese
Umgestaltungsmaßnahmen (u.a. im Bereich „Am Fronhof“) erarbeiten zu lassen. In Beuel sollen auf der „Einkaufsmeile“
Friedrich-Breuer-Straße die Seitenbereiche zugunsten der Fußgänger verändert werden. In Duisdorf soll mit der
Umgestaltung des Burgweihers die Anbindung an die Fußgängerzone für Fußgänger verbessert werden.Seite 33 von 37

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M 9 Lieferservice von Geschäften
fördern
Die 2017 von der Deutschen Post DHL als Pilotprojekt aufgebaute Plattform https://city.allyouneed.com/de/ wurde im
zweiten Halbjahr 2018 wieder eingestellt. Zwar gab es positive Resonanz einerseits des stationären Handels und
andererseits der lokalen Käufer in Bonn und die hohe Relevanz des logistischen Service-Angebots im stationären Umfeld
wurde bestätigt In den ersten neun Monaten konnten 167 Händler in Bonn für den Service gewonnen werden. Doch
trotz zahlreicher und intensiver Unterstützung von vielen Seiten (Amt 03, IHK, EHV etc.) konnte die Zahl der
teilnehmenden Geschäfte keine relevante Größe erreichen.
M 10 Erhöhung der Netzqualität im
Fußgängerverkehr
Hier werden viele kleine Einzelmaßnahmen, wie Umgestaltung von Kreuzungen, Einmündungen und das Anlegen von
Zebrastreifen und Querungshilfen dazu führen, dass eine Verbesserung des Netzes entsteht.
Siehe auch M8.
M 11 Öffentlichkeitsarbeit
Fußverkehr
Die Leitstelle Klimaschutz führt seit 2017 die Kampagne "Kindermeilen" des Klima-Bündnis durch. Dabei geht es u.a.
darum, Kinder dazu zu bewegen, möglichst viele Wege zu Fuß zu gehen und darüber auch die Erwachsenen zu erreichen.
M 12 Erstellen einer oder mehrerer
raumbezogener
Stellplatzsatzungen
Aus der in der Bauordnung NRW (BauO NRW) neu gefassten Regelung für die Einrichtung von Stellplätzen erwachsen für
die Kommunen sowohl Möglichkeiten, als auch – wenn sie sich für den Erlass einer Satzung entscheiden – Pflichten. So
besteht die Chance, Einfluss auf die Ausgestaltung von Bauvorhaben sowie auf die städtebauliche und
verkehrliche Entwicklung zu nehmen. Eigenen kommunalen Stellplatzsatzungen kommt dabei im Vergleich zu den
landesweit einheitlichen Regelungen, die in der angekündigten, noch zu erstellenden Rechtsverordnung
noch festzulegen sind, ein besonderer Stellenwert zu: sie ermöglichen es, die Stellplatzregelungen differenziert auf
örtliche Gegebenheiten und kommunale Entwicklungsstrategien auszurichten.
Sobald die angekündigte Rechtsverordnung vorliegt, soll eine entsprechende Stellplatzsatzung erarbeitet werden.
M 13 Multimodales
Mobilitätsmanagement
Für das kommunale Mobilitätsmanagement wurde bei 61-3 die Stelle eines Mobilitätsmanagers eingerichtet, mit dem
Ziel durch Verhaltensänderung die nachhaltige und umweltfreundliche Mobilität zu stärken.
Der Mobilitätsmanager koordiniert und initiiert hier u.a. entsprechende Ideen und Maßnahmen zur Wahrnehmung in
den mobilitätsrelevanten Arbeitsbereichen in der Verwaltung.
Im Zuge der Lead-City Förderung wurde zunächst befristet für die Jahre 2019/20 das betriebliche Mobilitätsprogramm
„JOBWÄRTS einfach besser pendeln“ gemeinsam mit den Kooperationspartnern Rhein-Sieg-Kreis und Zukunftsnetz
Mobilität NRW beim VRS gestartet.
Ziel dieses Programms ist es, in der Region eine nachhaltige und funktionierende Mobilitätsentwicklung zu fördern.
Hierzu soll das Mobilitätsverhalten der Mitarbeiter/innen durch attraktive Angebote und eine zielgruppenspezifische
Kommunikation beeinflusst werden. Hierfür werden die Arbeitgeber in Bonn und dem Rhein-Sieg- Kreis eingebunden, da
gerade diese gewisse Steuerungs- und Einwirkungsmöglichkeiten (z.B. JobTickets, Fahrradabstellplätze etc.) auf die
private Mobilität ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter insbesondere auf dem Arbeitsweg haben. Zum Aufbau und für
die professionelle Durchführung des Vorhabens wurde ein Projektteam bestehend aus 4 Personen befristet für die
Laufzeit des Förderprogramms bis 31.12.2020 eingestellt. Bei Erfolg des Programms ist eine Fortsetzung des Programms
unbedingt anzustreben.Seite 34 von 37

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M 14 Mobilitätsmanagement
Stadtverwaltung
Im Jahr 2010 wurde ein Mobilitätsmanagementkonzept (17-Punkte-Katalog) beschlossen (DS-Nr. 1012634NV9), was in
großen Teilen umgesetzt wurde. Darüber hinaus werden Maßnahmen, wie Anschaffung weiterer E-Fahrzeuge, verstärkte
Nutzung von Jobtickets, betriebliches Mobilitätsmanagement innerhalb der Förderprogramme Lead City und
Emissionsfreie Innenstadt umgesetzt. So sollen 17 neue E-Fahrzeuge beschafft werden. Aktuell sind in der
Stadtverwaltung 28 reine E-Fahrzeuge und 38 Pedelecs, darunter zwei Lastenräder im Einsatz. Das Fuhrparkmanagement
und das interne Mobilitätszentrum stellen zudem für den Dienstbetrieb zusätzliche Mobilitätsmöglichkeiten neben den
bekannten Fahrzeugen und Pedelecs bereit: Das Lastenrad (auch Cargobike genannt) mit Tretkraftunterstützung bis 25
km/h für Einsätze mit leichtem Gepäck, sowie das Faltrad für die letzte Meile bei Dienstfahrten.
M 15 Gebrochener Verkehr, P&R
sowie B&R,
Fahrradboxen
Im Rahmen des Förderprojektes „Emissionsfreie Innenstadt“ werden 36 Mobilstationen errichtet um den
Umweltverbund zu stärken. Zudem werden Fahrradabstellanlagen und Fahrradparkhäuser errichtet.
Mit dem Ausbau der S13 wird ein neues P&R Angebot in Bonn-Villich entstehen.
M 16 Verbesserung Car-sharing, Car-
to-go etc.
Im Rahmen des Förderprojektes “Emissionsfreie Innenstadt” werden 36 Mobilstationen errichtet. Dabei werden auch
Parkplätze für Car-Sharing Anbieter ausgewiesen.
Im Rahmen von vorhabenbezogenen Bebauungsplänen werden Mobilitätskonzepte gefordert, mit dem Ziel, den
motorisierten Individualverkehr zu reduzieren. Auch dabei spielen Car-Sharing Angebote eine Rolle.
M 17 Umfassende Ausstattung von
ÖPNV-Haltestellen
Diese Maßnahme ist Bestandteil des Nahverkehrsplans der Stadt Bonn.
Zudem werden im Rahmen des Förderprojektes „Emissionsfreie Innenstadt“ werden 36 Mobilstationen gebaut.
M 18 Ergreifen von Maßnahmen zur
ÖPNV-
Beschleunigung
Im Beschluss des Hauptausschusses vom 26.04.2018 wurde die Verwaltung beauftragt wurde, in Zusammenarbeit mit
den Stadtwerken, linienscharf Vorschläge zur Beschleunigung der Bus- und Bahnlinien zu machen. Dazu wurden von den
Stadtwerken Linienbewertungen für aktuell insgesamt 12 Buslinien erstellt. Seitens der Verwaltung werden diese Listen
ausgewertet und den politischen Gremien werden Maßnahmen zum Beschluss vorgelegt. Da während der Auswertung
der Listen außerdem deutlich wurde, dass zur Überwachung der Parkverstöße und zur Überprüfung der
Ampelschaltungen zusätzliches Personal notwendig ist, wurden im Rahmen der Beschlussvorlage zur Beschleunigung der
Linie 631 auch insgesamt fünf neue Stellen in den Ämtern 33 und 66 beschlossen (DS-Nr.190442)
M 19 Bau neuer ÖPNV-
Verknüpfungspunkte und neuer
–Linien
Entsprechende Maßnahmen sind im ÖPNV-Plan des Landes NRW angemeldet (z.B. Westbahn, Stadt- und Straßenbahn
nach Buschdorf und Seilbahn Venusberg)
M 20 Hardtbergbahn als Straßenbahn siehe M 19
Hardtbergbahn wurde umbenannt in Westbahn. Eine Machbarkeitsstudie mit Varianten wurde Ende 2019 vorgelegt.
M 21 Steigerung der
Kundenfreundlichkeit im ÖPNV
Diese Maßnahme ist Bestandteil des Nahverkehrsplans der Stadt Bonn.Seite 35 von 37

20
M 22 Jobticketkampagne „Innovative Tarifangebote“ ist eine Maßnahme im Programm „Lead Cities“.
Ein Betrieb muss nur 35% Jobtickets abnehmen. Bisher wird das Angebot aber nicht gut angenommen. Im Rahmen der
Initiative „Jobwärts“ wird eine Analyse über das Mobilitätsverhalten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern erstellt.
Darauf sollen dann entsprechende Angebote entwickelt werden.
M 23 Modellprojekt für E-Mobilität Der Rat der Stadt Bonn hat auf Grundlage des EmoG (Elektromobilitätsgesetz) eine kostenlose Nutzung
gebührenpflichtiger Parkplätze für E-Fahrzeuge (Definition nach EmoG) beschlossen (DS-Nr. 1611645EB). Seit 01.03.17 ist
die Befreiung der E-Kfz von den Parkgebühren in Kraft.
Im Programm „Emissionsfreie Innenstadt“ ist das Thema E-Mobilität ein wichtiger Bestandteil.
So erhalten ausgewählte Mobilstationen ergänzende Angebote zum Transport über Lasten-E-Bikes. Darüber hinaus
sollen mit Schnellladesäulen emissionsfreie Antriebe bei Taxis gefördert werden. Deshalb sind an einigen Punkten
Ladesäulen mit Fokus auf den Taxi-Verkehr geplant.
M 24 Elektromobiler ÖPNV (Busse) Die Stadtwerke Bonn Verkehrs GmbH hat im Rahmen des von der EU geförderten Demonstrationsprojektes „ZeEUS“ 6
Elektrobusse (12m) getestet. Die Busse werden mit Naturstrom betrieben. Es wurden sieben Elektrobusse bestellt, die
voraussichtlich ab dem 3. Quartal 2020 zum Einsatz kommen. Die Gesamtumstellung des Fuhrparks bis 2030 (188 eigene
Busse ca. 25 Busse von Fremdunternehmen) auf Elektroantrieb ist erklärte Absicht.
M 25 Elektromobiler Lieferverkehr (e-
City-Logistik)
Am 28.3.18 fand auf Einladung des Amtes für Wirtschaftsförderung, Liegenschaften und Tourismus der Stadt Bonn ein
Expertengespräch zur „Emissions- und lärmfreie Anlieferung von Waren in die Innenstadt“ statt (DS-Nr. 1811950).
Zusammengefasst gab es folgende Ergebnisse:
 Eine konzentrierte Lieferung über auswärtige Hauptumschlagbasen, die von allen Unternehmen genutzt werden,
wird als nicht machbar angesehen.
 Innerstädtische Logistik ist sehr vielfältig (Lieferverkehre, KEP, private Transporte etc.),
daher gibt es nicht „eine“ Lösung; es wird vielmehr eine Reihe kleinerer Lösungsmöglichkeiten geben, die in ihrer
Summe positive Auswirkungen zeigen werden.
 Für den Teilbereich privater Transporte und einen Teil der Kurier-, Express- und Paketdienste sind zwei Ansätze für
Verbesserungen denkbar:
 Paketstationen an Mobilstationen
 Leih-Lastenräder an Mobilstationen
Bei 15 der im Rahmen des Förderprojektes „Emissionsfreie Innenstadt“ geplanten Mobilstationen werden
Reserveflächen eingeplant, auf den später City-Logistik Angebote errichtet werden können. Zudem ist die Beschaffung
von 18 E-Lasten-Bikes vorgesehen, die in das Fahrradmietsystem eingebunden werden sollen.
M 26 Förderung Pedelecs Im Rahmen des Förderprojektes „Emissionsfreie Innenstadt“ werden Radschnellrouten gebaut, Abstellanlagen und
Fahrradparkhäuser errichtet, die die Sicherheit bei der Nutzung von Pedelecs fördern.
Zudem bieten die geplanten Mobilstationen E-Bike-Ladestationen, sowie ergänzende Angebote zum Transport über
Lasten-E-Bikes.
M 27 Starthilfekonzept
Elektromobilität
Die 2012 nach politischem Auftrag gegründete Initiative „eSTART“ widmet sich der Planung und dem Ausbau der
Ladeinfrastruktur in der Region sowie der Öffentlichkeitsarbeit für das Thema Elektromobilität.Seite 36 von 37

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Im Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit wird unter Federführung der SWB Energie und Wasser (EnW) gemeinsam mit Stadt
Bonn/LSK, Rhein-Sieg-Kreis und den Energieversorgern RheinEnergie, Rhein-Sieg-Netz/rhenag, innogy SE,EVG St.
Augustin und den Stadtwerken Troisdorf jährlich der Tag der Elektromobilität organisiert.
Aus dem anfänglichen Arbeitskreis Ladeinfrastruktur hat sich mittlerweile auf Bonner Seite eine bilaterale Planungsrunde
zwischen Stadt Bonn und SWB EnW herauskristallisiert, in welcher der weitere Ausbau auf Bonner Stadtgebiet
vorangetrieben wird. Dieser ist in Teilen auch Gegenstand des geplanten Förderprojektes „Emissionsfreie Innenstadt“.
SWB EnW betreibt im Bonner Stadtgebiet derzeit an 35 Standorten insgesamt 41 öffentlich und halböffentlich
zugängliche E-Ladestationen, die mit BonnNatur-Strom versorgt werden.
Ein weiterer Arbeitskreis „Grüner Strom“ befasste sich mit der möglichen Errichtung von Energieanlagen, die durch
regenerativen Strom gespeist werden. Bisher konnte allerdings noch kein Projekt realisiert werden.
M 28 Verschärfen der Umweltzone Die Umweltzone ist Bestandteils des Luftreinhalteplans, der von der Bezirksregierung Köln aufgestellt und
fortgeschrieben wird. Am 15.8.2019 ist die 2. Fortschreibung des Luftreinhalteplans Bonn in Kraft getreten. Die
Fortschreibung durch die zuständige Bezirksregierung Köln war erforderlich geworden, weil der Grenzwert für den
gesundheitsschädlichen Luftschadstoff Stickstoffdioxid (NO2) von 40 μg/m³ (Jahresmittelwert) noch nicht überall im
Stadtgebiet Bonn eingehalten wird. Der aktuelle Luftreinhalteplan prognostiziert die Einhaltung des Grenzwertes für
Stickstoffdioxid im gesamten Stadtgebiet bis zum Jahr 2020 ohne streckenbezogene Fahrverbote für bestimmte
Fahrzeuggruppen, so dass aus Sicht des Landes NRW und der Stadt Bonn eine Verschärfung der Umweltzone obsolet ist.
Im weiteren Verfahren wird hierzu vor dem OVG Münster verhandelt werden.Seite 37 von 37

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Datenstand: 03.11.2026, 03:38 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de