191229-1 ST · Stellungnahme der Verwaltung
Netzinfrastruktur für E-Mobilität in Bad Godesberg
Kerndaten
- Nummer
- 191229-1 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 10.03.2020
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg Kenntnisnahme
Dateien
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Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 191229-1 ST Der Oberbürgermeister Federführung: 56 Amt für Umwelt-, Verbraucherschutz und Lokale Agenda Dezernat: Dez. III Netzinfrastruktur für E-Mobilität in Bad Godesberg Beratungsfolge Bezirksvertretung Bad Godesberg 18.03.2020 Kenntnisnahme Inhalt der Stellungnahme: Die BonnNetz hat die in der Anlage beigefügte Stellungnahme zur Beantwortung der Großen Anfrage abgegeben. Anlage/n 1 Stellungnahme E-Mobilität Bad Godesberg (öffentlich)Seite 1 von 5 Anlagenservice Strom 9. März 2020 Dr. Pascal Köhn Bonn-Netz GmbH Telefon 0228 711-1 Haltestellen Sparkasse KölnBonn Geschäftsführung Sitz Bonn Sandkaule 2 Telefax 0228 711-2770 Bertha-von-Suttner-Platz IBAN DE613 705 0198 1900 676 196 Dipl.-Ing. Theo Waerder Amtsgericht Bonn 53111 Bonn www.bonn-netz.de Beethovenhalle und SWB BIC COLSDE33 HRB 14997 Wilhelmsplatz, Stiftsplatz Gläubiger-ID DE67SWB00000077139 Steuer-Nr. 205 5778 1310 USt-IdNr. DE251557641 Zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2015, Zertifikat-Registrier-Nr. 85465-2010-AQ-GER-DAkkS Stellungnahme zur Anfrage der Bezirksvertretung Bad Godesberg „Netzinfrastruktur für E-Mobilität in Bad Godesberg“ 1. Ist das Bad Godesberger Stromnetz in der Lage, den mit Zunahme der E- Mobilität steigenden Bedarf für Ladevorgänge, insbesondere Schnellladevorgänge, auch auf Privatgrundstücken, bereitzustellen? Die Fähigkeit des Stromnetzes, Elektromobilität zu integrieren ist stark abhängig von der individuellen Verteilung der Elektroautos im Netzgebiet und der eingesetzten Ladetechnologie. Eine Szenarioanalyse für Referenznetze des Bad Godesberger Stromnetzes, bei der angenommen wird, dass die Elektroautos über das Netzgebiet gleich verteilt sind, zeigt, dass mit dem vorhandenen Netz eine Standardladesäule mit 11 kVA Leistung (Standardgröße) an jedem zweiten Hausanschluss betrieben werden kann, ohne dass das Stromnetz überlastet wird. Aus der Szenarioanalyse resultiert ein Lagebild für eine Einschätzung der Leistungsfähigkeit des Stromnetzes. Dennoch ist es erforderlich, Maßnahmen individuell zu prüfen und zu bewerten. Ggf. sind lokal Netzverstärkungsmaßnahmen bei ungünstigen Verteilungen von Elektroautos notwendig, die dann durch die Bonn-Netz GmbH durchgeführt werden. Die meisten verfügbaren Elektroautos laden allerdings mit einer geringeren Leistung als 11 kVA. Neben der Auslastung des Stromnetzes und der Versorgung mit ausreichender elektrischer Leistung, muss auch der Hausanschluss und der Leistungsbezug der Hausinstallation individuell betrachtet werden. Bei Vorhandensein stromintensiver Verbraucher, z.B. elektrische Sauna, kann eine Verstärkung des Hausanschlusses oder Anpassung der elektrischen Hausanlage erforderlich sein. Die Bewertung der Bonn-Netz GmbH betrachtet ausschließlich die Kapazität des Stromnetzes und die Fähigkeit, ausreichende elektrische Leistung an Haushalte zur Verfügung zu stellen.Seite 2 von 5 Seite 2 von 4 Neben Verstärkungsmaßnahmen ist auch der Einsatz eines Lademanagementsystems zur Leistungsbegrenzung des Strombezugs am Hausanschluss möglich. Die SWB Energie und Wasser bietet beispielhaft derartige Lösungen für Kunden an. Die Planungswerte für Hausanschlüsse hinsichtlich der Integration von Elektroautos wurde unsererseits bereits angepasst und erhöht, sodass das Netz bei allen Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen auch für die zunehmende Integration von Elektroautos ausgelegt wird. Schnellladesäulen sind als Technologie nicht für den Einsatz in Privathaushalten vorgesehen. Einerseits übersteigt die typische Anschlussleistung von 150 kVA deutlich die üblichen Anschlussgrößen für Ein- und Mehrfamilienhäuser. Andererseits liegen die reinen Anschaffungskosten von Schnellladesäulen im Bereich von ca. 100.000 Euro. Die folgende Grafik aus dem FNN-Hinweis „Netzintegration Elektromobilität“ des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik e.V. (VDE) zeigt die typischen Anschlussleistungen für Elektromobilität in unterschiedlichen Anwendungsfällen: Der Anschluss von Schnellladesäulen ist aufgrund der hohen Leistung immer eine Einzelfallbetrachtung und erfordert eine detaillierte Planung. Die Leistung liegt im Bereich der Stromtragfähigkeit eines Niederspannungskabels, sodass ein Anschluss an ein bestehendes Niederspannungsnetz nicht möglich ist, sondern in der Regel ein eigenes Anschlusskabel von der Einspeisestelle gelegt werden muss. 2. Falls nicht: a. Sind hiervon die Bad Godesberger Ortsteile unterschiedlich betroffen?Seite 3 von 5 Seite 3 von 4 Im Grundsatz gehen wir davon aus, dass unsere Referenznetze im Allgemeinen für das Netzgebiet gültig sind. Lokal kann es eine höhere oder niedrigere Integrationsfähigkeit geben. b. Ergeben sich hierdurch Einschränkungen für die Käufer von E-Autos? Als Netzbetreiber ist die Bonn-Netz GmbH verpflichtet, die Anschlussleistung für Elektromobilität zur Verfügung zu stellen. Hier gibt es nur wenige Einschränkungen. Bei notwendigen Baumaßnahmen können eventuell Wartezeiten für die Ausführung auftreten, sodass zunächst ggf. nur eine geringere Ladeleistung zur Verfügung steht. c. Sind dabei unterschiedliche Netzbetreiber involviert und mit welchen zu erwartenden Komplikationen? Die Bonn-Netz GmbH ist der einzige Netzbetreiber für das Stromnetz in Bonn. d. Welche Ertüchtigungsmaßnahmen für das Stromnetz sind erforderlich, umsetzungsreif geplant, wann werden diese umgesetzt, zu welchen Kosten und wie hoch werden die Netzbetreiber ggf. finanziell durch Land und Bund entlastet? Für den Fall, dass Netzengpässe infolge von Ladevorgängen auftreten, ist die Bonn-Netz GmbH berechtigt, eine zeitlich beschränkte Leistungsreduktion für Ladevorgänge durchzuführen. Die Steuerungstechnologie wird derzeit vorbereitet und zeitnah ausgebracht. Hierbei entstehen geringe Mehrkosten, da wir die zukünftige Infrastruktur des Messstellenbetriebs (Smart Meter) nutzen, die aufgrund gesetzlicher Vorgaben für den Messstellenbetrieb aufgebaut werden muss. Die Bonn-Netz GmbH führt derzeit eine Netzstudie durch, die insbesondere die zukünftigen Erfordernisse für Elektromobilität bewertet. Kurzfristig erwarten wir keine Netzengpässe. Die langfristig notwendigen Maßnahmen werden im Rahmen der Studie bewertet und anschließend umgesetzt. Eine Entlastung durch Bund und Land findet nicht statt. SonstigesSeite 4 von 5 Seite 4 von 4 Der Tätigkeitsbereich von Elektroinstallationsbetrieben umfasst die Hausinstallation hinter dem netzseitigen Übergabepunkt im Haus. Die Fachunternehmen haben im Allgemeinen keinen Zugang zu detaillierten Informationen über unser Stromnetz. Aus diesem Grund können wir die genannte Bewertung, im speziellen für das Bonner Stromnetz, nicht nachvollziehen. Ggf. handelt es sich dabei um eine allgemeine Aussage zum Thema Netzintegration von E-Mobilität, die nicht zwangsläufig für das Bonner Netzgebiet gültig ist.Seite 5 von 5
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 10:43 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de