190943-3 ST · Stellungnahme der Verwaltung
Umbenennung der NS-belasteten Straßennamen Antrag zur Vorlage 190943
Kerndaten
- Nummer
- 190943-3 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 28.07.2020
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Rates Entscheidung federführend
- Sitzung des Hauptausschusses Empfehlung
Dateien
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Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 190943-3 ST Der Oberbürgermeister Federführung: 41 Kulturamt Dezernat: Dez. IV Umbenennung der NS-belasteten Straßennamen Antrag zur Vorlage 190943 Beratungsfolge Hauptausschuss 27.08.2020 Empfehlung Rat 01.09.2020 Entscheidung Inhalt der Stellungnahme: Der Antrag auf Umbenennung der NS-belasteten Straßennamen (DS 190943) spiegelt – wie auch die Anträge zur Tafel mit dem Hinweis auf die Grabstätte „von Trotha“ (DS 201156) und zur Gedenktafel für deportierte und ermordete Sinti (DS 201111) – die aktuelle Diskussion über die Frage des richtigen Umgangs mit der Geschichte und zeigt, dass auch die Erinnerungskultur einem Wandel unterliegt. Erinnerungskultur bildet und manifestiert sich im individuellen wie im kollektiven Umgang mit der Geschichte. Bonn steht für eine lebendige, offene und durchaus streitbare Erinnerungskultur. Das gilt auch und insbesondere für die Themen Krieg und Gewalt, Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus, manifestiert in historischen Phänomenen und Gewaltherrschaften wie „Kolonialismus“ bzw. „Postkolonialismus“ oder „Nationalsozialismus“ sowie deren Wahrnehmbarkeit beispielsweise an Hand von „Denkmälern“ und „Straßennamen“. Es ist daher erforderlich, das Thema insgesamt, mit allen erforderlichen Facetten, wissenschaftlich fundiert und systematisch aufzuarbeiten. Hierzu plant die Verwaltung die Durchführung eines eigenen Projekts für die Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes „Aktive Erinnerungskultur“. Aktive Erinnerungskultur bedeutet, im Dialog mit den verschiedenen Initiativen und Akteuren in der Stadt Diskursformate und neue Formen des Erinnerns zu entwickeln (u.a. auch künstlerische und digitale Zugänge), die historische Aufklärung ermöglichen und aufzeigen, was in einer Gesellschaft passieren kann, wenn sie zulässt, dass Demokratie und Menschenrechte beschädigt und zerstört werden. Bei dieser grundlegenden Aufarbeitung wird die Fragen nach geeigneten Orten, nach geeigneter Dokumentation und Vermittlung und auch nach dem Umgang mit historisch-politisch belasteten Straßennamen eine wichtige Rolle spielen, für die es eine von der Politik zu beschließende und dann gesamtstädtisch umzusetzende Konzeption braucht. Die Verwaltung wird im Rahmen der kommenden Haushaltsberatungen hierzu einen konzeptionellen Vorschlag unterbreiten, der u.a. auch auf die Frage von Beteiligungsformen/-möglichkeiten sowie die erforderlichen Ressourcen eingehen wird, da dies nicht ohne zusätzliche, befristete, personelle und finanzielle Ressourcen geleistet werden kann.Seite 1 von 2 Seite 2 Anlage/n KeineSeite 2 von 2
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