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190911-1 ST · Stellungnahme der Verwaltung

E-Mobilität und Hardtberger Stromnetz

Nummer
190911-1 ST
Art
Stellungnahme der Verwaltung
Veröffentlicht
20.12.2019
Letzte Änderung
18.09.2026
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  1. 190911 E-Mobilität und Hardtberger Stromnetz

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Stellungnahme der Verwaltung
öffentlich
190911-1 ST
E-Mobilität und Hardtberger Stromnetz
Beratungsfolge
Bezirksvertretung Hardtberg Kenntnisnahme
Inhalt der Stellungnahme:
Der Netzbetreiber Bonn-Netz GmbH wurde um Stellungnahme gebeten und hat
zu den Fragen die in der Anlage beigefügte Stellungnahme abgegeben.
Anlage/n
1 Stellungnahme SWB (öffentlich)
Federführung:
56 Amt für Umwelt-, Verbraucherschutz und Lokale Agenda Dezernat:
Dez. IIISeite 1 von 4

Bonn-Netz GmbH Telefon 0228 711-1 Haltestellen Sparkasse KölnBonn Geschäftsführung Sitz Bonn
Sandkaule 2 Telefax 0228 711-2770 Bertha-von-Suttner-Platz IBAN DE613 705 0198 1900 676 196 Dipl.-Ing. Theo Waerder Amtsgericht Bonn
53111 Bonn www.bonn-netz.de Beethovenhalle und SWB BIC COLSDE33 HRB 14997
Wilhelmsplatz, Stiftsplatz Gläubiger-ID DE67SWB00000077139 Steuer-Nr. 205 5778 1310
USt-IdNr. DE251557641
Zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2015, Zertifikat-Registrier-Nr. 85465-2010-AQ-GER-DAkkS
Bonn-Netz GmbH
Postfach 23 67 . 53013 Bonn Ihr Ansprechpartner
Bundesstadt Bonn
Amt 56
Amtsleitung.Amt56@bonn.de
Pascal Koehn
Telefon
0228 711-3504
Telefax
0228 711-3300
E-Mail
pascal.koehn@bonn-netz.de
Datum
06.12.2019
Kleine Anfrage BV Hardberg 96034/2019 vom 27.11.2019;
E-Mobilität und Hardtberger Stromnetz
Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der wir gerne wie folgt Stellung nehmen:
1. Ist das Hardtberger Stromnetz in der Lage, den mit Zunahme der E-Mobilität
steigenden Bedarf für Ladevorgänge, insbesondere Schnellladevorgänge,
auch auf Privatgrundstücken, bereitzustellen?
Die Fähigkeit des Stromnetzes, Elektromobilität zu integrieren ist stark abhängig
von der individuellen Verteilung der Elektroautos im Netzgebiet und der einge-
setzten Ladetechnologie. Eine Szenarioanalyse für Referenznetze des Hardtberger
Stromnetzes, bei der angenommen wird, dass die Elektroautos über das Netzge-
biet gleich verteilt sind zeigt, dass mit dem vorhandenen Netz eine Standardlade-
säule mit 11 kVA Leistung (Standardgröße) an jedem zweiten Hausanschluss be-
trieben werden kann, ohne dass das Stromnetz überlastet wird.
Aus der Szenarioanalyse resultiert ein Lagebild für eine Einschätzung der Leistungs-
fähigkeit des Stromnetzes. Dennoch ist es erforderlich, Maßnahmen individuell zu
prüfen und zu bewerten. Ggf. sind lokal Netzverstärkungsmaßnahmen bei ungüns-
tigen Verteilungen von Elektroautos notwendig, die dann durch die Bonn-Netz
GmbH durchgeführt werden. Die meisten verfügbaren Elektroautos laden aller-
dings mit einer geringeren Leistung als 11 kVA.
Neben der Auslastung des Stromnetzes und der Versorgung mit ausreichender
elektrischer Leistung, muss auch der Hausanschluss und der Leistungsbezug der
Hausinstallation individuell betrachtet werden. Bei Vorhandensein stromintensiver
Verbraucher, z.B. elektrische Sauna, kann eine Verstärkung des HausanschlussesSeite 2 von 4

Seite 2
oder Anpassung der elektrischen Hausanlage erforderlich sein. Die Bewertung der
Bonn-Netz GmbH betrachtet ausschließlich die Kapazität des Stromnetzes und die
Fähigkeit, ausreichende elektrische Leistung an Haushalte zur Verfügung zu stellen.
Neben Verstärkungsmaßnahmen ist auch der Einsatz eines Lademanagementsys-
tems zur Leistungsbegrenzung des Strombezugs am Hausanschluss möglich. Die
SWB Energie und Wasser bietet beispielhaft derartige Lösungen für Kunden an.
Die Planungswerte für Hausanschlüsse hinsichtlich der Integration von Elektroau-
tos wurde bereits angepasst und erhöht, sodass das Netz bei allen Umbau- und
Erweiterungsmaßnahmen entsprechend ausgelegt wird.
Schnellladesäulen sind als Technologie nicht für den Einsatz in Privathaushalten
vorgesehen. Einerseits übersteigt die typische Anschlussleistung von 150 kVA
deutlich die üblichen Anschlussgrößen für Ein- und Mehrfamilienhäuser. Anderer-
seits liegen die reinen Anschaffungskosten von Schnellladesäulen im Bereich von
ca. 100.000 Euro.
Die folgende Grafik aus dem FNN-Hinweis „Netzintegration Elektromobilität“ des
Verbands der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik e.V. (VDE) zeigt
die typischen Anschlussleistungen für Elektromobilität in unterschiedlichen An-
wendungsfällen:
Der Anschluss von Schnellladesäulen ist aufgrund der hohen Leistung immer eine
Einzelfallbetrachtung und erfordert eine detaillierte Planung. Die Leistung liegt im
Bereich der Stromtragfähigkeit eines Niederspannungskabels, sodass ein An-
schluss an ein bestehendes Niederspannungsnetz nicht möglich ist, sondern in der
Regel ein eigenes Anschlusskabel von der Einspeisestelle gelegt werden muss.
2. Falls nicht:
a. Sind hiervon die Hardtberger Ortsteile unterschiedlich betroffen?
Im Grundsatz gehen wir davon aus, dass unsere Referenznetze im Allgemeinen für
das Netzgebiet gültig sind. Lokal kann es eine höhere oder niedrigere Integra-
tionsfähigkeit geben.Seite 3 von 4

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b. Ergeben sich hierdurch Einschränkungen für die Käufer von E-Autos?
Als Netzbetreiber ist die Bonn-Netz GmbH verpflichtet, die Anschlussleistung für
Elektromobilität zur Verfügung zu stellen. Hier gibt es nur wenige Ein-
schränkungen. Bei notwendigen Baumaßnahmen können eventuell Wartezeiten für
die Ausführung auftreten, sodass zunächst ggf. nur eine geringere Ladeleistung zur
Verfügung steht.
c. Sind dabei unterschiedliche Netzbetreiber involviert und mit welchen zu
erwartenden Komplikationen?
Die Bonn-Netz GmbH ist der einzige Netzbetreiber für das Stromnetz in Bonn.
d. Welche Ertüchtigungsmaßnahmen für das Stromnetz sind erforderlich, um-
setzungsreif geplant, wann werden diese umgesetzt, zu welchen Kosten und
wie hoch werden die Netzbetreiber ggf. finanziell durch Land und Bund ent-
lastet?
Für den Fall, dass Netzengpässe infolge von Ladevorgängen auftreten, ist die Bonn-
Netz GmbH berechtigt, eine zeitlich beschränkte Leistungsreduktion für Ladevor-
gänge durchzuführen. Die Steuerungstechnologie wird derzeit vorbereitet und
zeitnah ausgebracht. Hierbei entstehen geringe Mehrkosten, da wir die zukünftige
Infrastruktur des Messstellenbetriebs (Smart Meter) nutzen, die aufgrund gesetzli-
cher Vorgaben für den Messstellenbetrieb aufgebaut werden muss.
Die Bonn-Netz GmbH führt derzeit eine Netzstudie durch, die insbesondere die
zukünftigen Erfordernisse für Elektromobilität bewertet. Kurzfristig erwarten wir
keine Netzengpässe. Die Langfristig notwendigen Maßnahmen werden im Rahmen
der Studie bewertet und anschließend umgesetzt.
Eine Entlastung durch Bund und Land findet nicht statt.
Sonstiges
Der Tätigkeitsbereich von Elektroinstallationsbetrieben umfasst die Hausinstalla-
tion hinter dem netzseitigen Übergabepunkt im Haus. Die Fachunternehmen ha-
ben im Allgemeinen keinen Zugang zu detaillierten Informationen über unser
Stromnetz. Aus diesem Grund können wir die genannte Bewertung, im speziellen
für das Bonner Stromnetz, nicht nachvollziehen. Ggf. handelt es sich dabei um eine
allgemeine Aussage zum Thema Netzintegration von E-Mobilität, die nicht
zwangsläufig für das Bonner Netzgebiet gültig ist.
Freundliche Grüße
gez.
Theo WaerderSeite 4 von 4

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Datenstand: 03.11.2026, 12:45 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de