190845 · Mitteilungsvorlage
Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
Kerndaten
- Nummer
- 190845
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 28.11.2019
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und Lokale Agenda Kenntnisnahme
- Sitzung des Rates Kenntnisnahme
- Sitzung des Beirates Bürgerbeteiligung Kenntnisnahme
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
Verwandte Vorlagen
Untergeordnet
Volltext
Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.
Text anzeigen (100.000 Zeichen)
Mitteilungsvorlage öffentlich 190845 Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft Beratungsfolge Rat 12.12.2019 Kenntnisnahme Beirat Bürgerbeteiligung 17.01.2020 Kenntnisnahme Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und Lokale Agenda 23.01.2020 Kenntnisnahme Der Rat der Bundesstadt Bonn hatte am 11.12.2018 (DS-Nr. 1813055EB8) die Durchführung eines Bürgerbeteiligungsverfahrens „Bonner Bäderlandschaft“ beschlossen. Zeitliche Vorgabe war es, den Prozess im letzten Drittel 2019 abzuschließen. Mit der Durchführung dieses Bürgerbeteiligungsverfahrens ist nach erfolgter Ausschreibung auf der Grundlage des Beschlusses des Rates vom 28.03.2019 die Gesellschaft für Bürgergutachten (gfB) beauftragt worden (DS-Nr. 1910656). Die öffentliche Auftaktveranstaltung zur Bürgerbeteiligung hat am 15.05.2019 in der Bundeskunsthalle stattgefunden. Weitere Beteiligungsformate waren die Planungswerkstatt am 25.06.2019 sowie der Runde Tisch am 10.07.2019. Kern des Bürgerbeteiligungsverfahrens waren insgesamt vier Planungszellen, die vom 02.-12.09.2019 an jeweils 4 Tagen mit knapp einhundert zufällig ausgewählten Bonner Bürgerinnen und Bürgern stattgefunden haben. Das Planungszellenverfahren ist in den 1970er Jahren entwickelt worden und ist eines der am besten wissenschaftlich untersuchten Bürgerbeteiligungsverfahren. Die Grundsätze des Verfahrens und die auch in Bonn angewendete Kombination von Zufallsauswahl der Bürger, finanzieller Honorierung der Teilnehmer, mehrtägiger Arbeit, wechselnden Kleingruppen, vielfältiger bis kontroverser Information, neutraler Prozessbegleitung und unabhängiger Durchführungträgerschaft haben sich in vielen durchgeführten Verfahren bewährt. Vertiefende Hinweise zum Planungszellenverfahren können der einschlägigen Fachliteratur entnommen werden. Sowohl dem Durchführungsträger, der Gesellschaft für Bürgergutachten, als auch den Bürgergutachterinnen und -gutachtern ist ein finanzieller Rahmen genannt worden, der sich aus dem Beschluss des Rates vom 11.12.2019 ergibt Federführung: 52 Sport- und Bäderamt Dezernat: Dez. IVSeite 1 von 67 Seite 2 (siehe DS Nr. 1813055EB8). Danach stehen zur Umsetzung des Bäderkonzeptes die Mittel aus der Bäderpauschale in Höhe von rund 26 Mio. € zur Verfügung. Weitere Mittel, die darüber hinaus benötigt werden, sind von der Verwaltung zum Haushalt anzumelden bzw. überplanmäßig bereitzustellen. Die Bürgerinnen und Bürger haben in den Planungszellen Empfehlungen für das weitere Vorgehen zur Bäderlandschaft erarbeitet. Diese Empfehlungen sind in einem Bürgergutachten zusammengefasst worden. Das Bürgergutachten ist am 21.11.2019 im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung an den Oberbürgermeister übergeben worden. Das Bürgergutachten ist als Anhang dieser Vorlage beigefügt. Die Verwaltung wird zu den Empfehlungen aus dem Bürgergutachten konkrete Umsetzungsszenarien und -Vorschläge erarbeiten und diese den politischen Gremien bis Ende des ersten Quartals 2020 zur Beschlussfassung vorlegen. Die Szenarien und Vorschläge sollen vorab in einer vorbereitenden Arbeitsgruppe, welche sich aus Vertretern der Fraktionen und der Verwaltung zusammensetzen soll, vorgestellt und beraten werden. Anlage/n 1 Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft (öffentlich)Seite 2 von 67 Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft erarbeitet von Bürgerinnen und Bürgern der Bundesstadt Bonn organisiert und begleitet durch die gfb Gesellschaft für Bürgergutachten in Kooperation mit dem Institut für Demokratie- und Partizipationsforschung (IDPF) der Bergischen Universität Wuppertal im Auftrag des Rats der Bundesstadt Bonn Bonn 2019Seite 3 von 67 Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft INHALT Herausgeber und unabhängige Durchführungsträger gfb Gesellschaft für Bürgergutachten Hilmar Sturm, Mark Schwalm, Benno Trütken www.buergergutachten.com Albanistraße 12, 81541 München Telefon (089) 44 14 04-60 Bergische Universität Wuppertal Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften Institut für Demokratie- und Partizipationsforschung (IDPF) www.idpf.eu Bendahler Straße 29 · 42285 Wuppertal Telefon (0202) 439 4793 Auftraggeber Bundesstadt Bonn Berliner Platz 2 · 53103 Bonn Verfasserinnen und Verfasser Die Inhalte dieses Bürgergutachtens stammen von den Bürgergutachterinnen und -gutachtern. Zu Texten und Tabellen zusammengefasst wurden sie von den gfb-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern Mark Schwalm, Hilmar Sturm, Philip Baumer, Yazgülü Zeybek. Layout & Satz René Gruszka, www.bulb-kreativ.com Druck Bundesstadt Bonn Personal- und Organisationsamt Zentrale Dienste 10 - 312 Druckerei und Poststelle Stadthaus, Berliner Platz 2, 53111 Bonn Bildnachweis Umschlagsgestaltung: René Gruszka, www.bulb-kreativ.com Oberbürgermeister der Stadt Bonn, Seite: 7 - Regina Spitz Abbildungen, Seite: 12, 13, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 56, 79 - Bundesstadt Bonn / Giacomo Zucca / Michael Sondermann Architektenentwürfe Hardtbergbad, Seite: 22, 78, 80, 81 - Studio Gollwitzer Architekten GmbH Abbildungen Bäderbegehung, Seite: 64, 65 - Bürgergutachterinnen und -gutachter Alle anderen Abbildungen: Paul Nick, im Auftrag der gfb Gesellschaft für Bürgergutachten Druckauflage 500 INTRO VERFAHREN MITWIRKENDE ERGEBNISSE ANHANG 6 Vorwort des Oberbürgermeisters der Bundesstadt Bonn 8 Vorwort der unabhängigen Durchführungsträger 10 Gesamtergebnisse im Überblick 18 Bonner Bäderlandschaft und Lageplan 22 Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft 24 Auftrag und Verfahren 29 Vorbemerkungen zum besseren Verständnis 30 Die Planungszellen 44 Die Bürgergutachterinnen und Bürgergutachter 46 Weitere Mitwirkende 52 Vorbemerkungen zu den Ergebnissen 54 AE 01 Erste Einschätzungen 56 AE 02 Übersicht aller Bonner Bäder und mögliche Standorte 58 AE 03 Sanierung und gestalterische Maßnahmen 60 AE 04 Konzepte und Visionen für die Bäderlandschaft 62 AE 05 Begehung einiger Bäder 63 AE 06 Vorstellung der Bäder 66 AE 07 Nutzergruppen 1: Vereine und Schule 68 AE 08 Nutzergruppen 2: Öffentlichkeit und besondere Interessen 70 AE 09 Der Betrieb „Bäder“ 74 AE 10 Belegung und Öffnungszeiten 76 AE 11 Offene Arbeitseinheit 77 AE 12 Politikgespräch 78 AE 13 Hardtbergbad-Sanierung 82 AE 14 Die Bonner Bäderlandschaft: Grundsätze und Leitziele 84 AE 15 Maßnahmen 90 Einzelfragebogen zur Nutzung der Bäderlandschaft 98 Teilnehmendenstatistik 108 Verfahrensbewertung 120 Die Bonner Bäderlandschaft: Grundsätze und Leitziele (AE 14) 122 Planungszellen-Ergebnisse zur Arbeitseinheit 14 (AE 14) 124 Einzelergebnisse PZ 1 bis 4 (AE 15)INHALTSeite 4 von 67 76Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft Vorwort des Oberbürgermeisters der Bundesstadt Bonn | INTRO Vorwort des Oberbürgermeisters der Bundesstadt Bonn Liebe Bonnerinnen und Bonner, nach einem außerordentlich gründlichen Bürger- beteiligungsverfahren liegt es hier vor: das erste Bürgergutachten für Bonn. Es ist ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung unserer Bonner Bäderlandschaft. Fast hundert Bonner Bürgerinnen und Bürger aus allen Stadtteilen, gesellschaftlichen Gruppen und Schichten haben daran mitgearbeitet. Das Wort „Arbeit“ ist hier wirklich angemessen. Vier Tage von morgens bis abends Informationen aufnehmen, abwägen, diskutieren, Vorschläge entwickeln und sich zu nicht immer leichten Entscheidungen durchringen, das ist eine Leistung. Viele haben sich dafür frei genommen, einige wurden von ihren Arbeitgeberinnen und Arbeit- gebern freigestellt, denen dafür ein besonderer Dank gilt. Bürgerinnen, Bürger, Rat und Verwaltung haben damit für Bonn Neuland beschritten. Wir haben schon eine gut ausgebaute Bürgerbeteiligung, aber das Verfahren „Bürgergutachten durch Planungszellen“ wurde zum ersten Mal eingesetzt. Die Empfehlungen der Bürgergutachterinnen und Bürgergutachter werden von Rat, Verwaltung und mir genau gelesen. Wir erhoffen uns davon, die Bäder für unsere Stadt so gestalten zu können, dass Schwimmen, Baden und mehr in ihnen auf viele Jahre hinaus Freude und Spaß machen, zur Gesundheit beitragen und auch sportlichen Leis- tungen einen guten Rahmen bieten werden. Dass sich so viele Menschen aus unserer Stadt vier ganze Tage intensiv mit ganz unterschiedli- chen Seiten des Bäderthemas beschäftigt haben, zeigt, wie ich denke, einen großen Bürgersinn und Gemeinschaftsgeist, der unsere Stadt belebt und bereichert. Das ist für die zukünftige Gestaltung der Bonner Bäderlandschaft, aber auch für die Bürger- beteiligung insgesamt ein gutes Zeichen. Ich darf mich bei allen herzlich bedanken, die daran mitgewirkt haben. Ashok Sridharan OberbürgermeisterSeite 5 von 67 98Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft Vorwort der unabhängigen Durchführungsträger | INTRO Vorwort der unabhängigen Durchführungsträger Die Bundesstadt Bonn steht vor großen Herausfor- derungen in der Bäderfrage. Seit Jahren ringt die Stadtgesellschaft um Entscheidungen zur Bäder- landschaft. Nach zwei Bürgerentscheiden zu Fragen des Badens in Bonn konnte keine zufriedenstellende Weichenstellung für die Zukunft erfolgen. So ent- schied sich der Stadtrat für eine Öffentlichkeitsbe- teiligung mit Bürgergutachten durch Planungszel- len. Ziel dieser Bürgerbeteiligung ist ein tragfähiges und zukunftsfähiges Konzept, das, jenseits von parteipolitischen oder tagespolitischen Interessen, den Anspruch der Bonnerinnen und Bonner an die Bäderlandschaft ausdrückt. Das vorliegende Bürgergutachten zeigt das Ergebnis eines Verfah- rens, das für Bonn neu und damit auch ein mutiger Schritt ist. Die Planungszelle ist ein Bürgerbeteiligungsformat, bei dem ein breiter Querschnitt der Einwohnerschaft eingeladen wird, mehrere Tage für ihr Gemeinwesen aktiv zu werden. Erreicht wird dies durch eines der ältesten demokratischen Prinzipien: das Losverfah- ren. Die Zufallsauswahl ermöglicht eine vielfältige Zusammensetzung aus allen Altersgruppen und Interessenschwerpunkten und bindet sogar solche Bürgerinnen und Bürger ein, die sich möglicherwei- se nie für das Thema Frei- und Hallenbäder in Bonn interessiert hätten (diese aber als Steuerzahler mittragen). Im gemeinsamen Gespräch und Aus- tausch miteinander, mit jeweils eigenen Erfahrungen und gemeinsam herausgebildeten Hintergrundinfor- mationen haben sie Empfehlungen für das weitere Vorgehen zur Bäderlandschaft in der Bundesstadt Bonn aus- und angesprochen. Dieses Bürgergutachten fasst die Ziele und Ein- schätzungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen. Es dokumentiert zudem den Weg zu den Vorschlägen und Empfehlungen und gibt Daten über die Beteiligten und ihre Bewertung des Verfah- rens wieder. Den Bürgergutachterinnen und Bürgergutachtern danken wir herzlich für ihre Arbeit und dafür, dass wir in so freundlicher, offener, auch fröhlicher, kon- zentrierter Arbeitsatmosphäre mit ihnen und für sie arbeiten durften. Dem Stadtrat, Herrn Oberbürgermeister Ashok Sridharan, Frau Sport- und Kulturdezernentin Dr. Schneider-Bönninger und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht nur des Sport- und Bäderamtes danken wir für ihr Vertrauen; und allen, an die sich das Bürgergutachten richtet, wünschen wir gutes Gelingen bei der Verwirklichung der Empfehlungen und Anregungen des Bürgergutachtens. Für die gute Zusammenarbeit haben wir so vielen herzlich zu danken, die wir nicht alle nennen können, ganz besonders den Bonner Bürgerinitiativen, Förderver- einen und Interessenvertretungen, die sich für die Bäder einsetzen, der Studio Gollwitzer Architekten GmbH, der Koordinierungsstelle Bürgerbeteiligung der Bundesstadt, der Volkshochschule Bonn sowie unserem Kooperationspartner, dem Institut für Demokratie- und Partizipationsforschung (IDPF) an der Bergischen Universität Wuppertal. Bei dem Gutachten handelt es sich um Empfehlun- gen und Anregungen zum Konkreten, Sichtbaren: zu Bauten vor allem – aber auch zu Grundsätzen, zu Organisation und Personal, zur Finanzierung und zu Öffnungszeiten. Dazu gehören die Fragen: Gibt es einen Ausgleich an anderen Standorten, wenn ein Bad saniert oder ganz geschlossen wird? Was sind Vor- und Nachteile der Sanierungen des alten Be- stands? An welchen Orten in Bonn haben Neubauten einen Sinn? Wie kann der Beruf des Fachangestell- ten für Bäderbetriebe (Schwimmmeistergehilfe) und des Meisters für Bäderbetriebe (Schwimmmeister) attraktiver gemacht werden? Oder wie sollen die Belegungs- und Öffnungszeiten der Bäder gestaltet werden, um möglichst vielen Nutzergruppen ent- gegenzukommen? Diese und viele andere Fragen lassen sich nicht einfach mit ja oder nein beantwor- ten; ihnen geht dieses Bürgergutachten nach und gibt Antworten aus Bürgersicht. Was hier vorliegt, sind die Ergebnisse der 92 Bür- gergutachterinnen und Bürgergutachter, die damit der Bundesstadt Bonn ihr Gutachten präsentieren. gfb Gesellschaft für Bürgergutachten Hilmar Sturm und Mark Schwalm ProjektleitungINTROSeite 6 von 67 1110Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft Gesamtergebnisse im Überblick | INTRO Gesamtergebnisse zur Bonner Bäderlandschaft Nach welchen Grundsätzen und Leitzielen soll die Bonner Bäderlandschaft der Zukunft gestaltet werden? Dezentralität/kurze Wege (für alle Bonner Bürger erreichbar) und Funktionalität vorrangig in Bezug auf Hallenbäder •• 39 Öffentliche (bestehende) Standorte erhalten und Neubauten auch an alten Standorten prüfen (Beueler Bütt/Kurfürstenbad) •• 19 Alle Freibäder sollen erhalten bleiben! •• 18 1. Dezentrale Bäder •• 115 Punkte Die Hauptergebnisse der Planungszellen zur Bonner Bäderlandschaft sind in Themengruppen zusammenge- fasst. Im Folgenden wird zuerst zum schnellen Überblick das Endergebnis der viertägigen Beratungen darge- stellt. Gegen Ende des Verfahrens hatten die Teilnehmenden so die Frage beantwortet: Die Stadt Bonn soll sich ein Familien- bzw. Spaßbad für alle Bonner als Naherholungsmöglichkeit leisten (saniertes Hardtbergbad) •• 36 Ein Hallenbad pro Stadtbezirk mit Spezialisierung auf unterschiedliche Nutzergruppen: Hardt- bergbad -Familie, Beueler Bütt -Schulschwimmen und Vereine, Bonn -Sport und Wettkampf, BAD Godesberg -Gesundheit/Fitness •• 23 An den Sportpark Nord ein öffentliches Schwimmbad anbauen als Sport- und Wettkampfbad •• 9 2. Spezialisierung der Bäderlandschaft •• 86 Punkte Mehr Wasserfläche für Vereine, Öffentlichkeit und Schulschwimmen •• 36 Anforderungen an das Schulschwimmen müssen umgesetzt werden; ortsnah zur Schule und Sicherstellung der Wasserzeit von mindestens 30 Min. •• 22 Grundversorgung sichern: Schulschwimmen, Öffentlichkeit, Gesundheitsaspekt und Vereine •• 5 3. Grundversorgung und Erhöhung der Wasserflächen •• 63 Punkte Attraktivität an verschiedenen Standorten verbessern, z. B. Abenteuer, Wasserfall, Rutsche, Wellness, Sport/Profilierung der einzelnen Hallenbäder •• 16 Familienangebote steigern; mindestens ein Kleinkindbereich in einem der Bonner Hallenbäder •• 13 Standardausstattung Hallenbad: 25-m-Becken, Mehrzweckbecken, Lehrbecken mit Hubboden, Kleinkindbereich (Babybecken), Behindertenzugang zu Bad und Becken, variable Trennwand zwischen Lehrbecken und Rest •• 13 4. Ausstattung in den Bädern •• 47 Punkte Energetischer Bau/Energieeffizienz/Technik modernisieren •• 16 Parallel zur Sanierung Hardtbergbad soll ein eigenes Hallenbad in Bad Godesberg gebaut werden •• 6 Frankenbad sanieren oder Römerbad als Kombi- bad (Preisfrage, auch wenn keine weitere Nutzung als Schwimmbad) •• 5 5. Sanierung •• 34 Punkte Öffnungszeiten für die Öffentlichkeit aus- weiten und vereinheitlichen, z. B. Abend- schwimmen •• 15 6. Öffnungszeiten •• 31 Punkte Bad Godesberg braucht ein eigenes Hallenbad •• 9 7. Hallenbad für Bad Godesberg •• 26 Punkte Schwimmbäder als Kulturstätten einrichten (Sonderveranstaltungen während und außerhalb der Öffnungszeiten), kultureller Wert für das Quartier •• 6 8. Verschiedenes •• 17 Punkte Ein bis zwei Freibäder als Bürgerbad betreib- bar machen (eventuell das Freibad Friesdorf „Friesi“) •• 6 9. Bürgerbäder •• 14 Punkte Sozialverträgliche und familienfreundliche Preise •• 7 10. Preise •• 9 Punkte » mehr: AE 14, Seite 82Seite 7 von 67 1312Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft Gesamtergebnisse im Überblick | INTRO 1. Das Kurfürstenbad soll entweder am gleichen Standort oder an der Rigal'schen Wiese durch einen Funktionsbad-Neubau ersetzt werden, der aber die vorhandene Heilquelle etc. thematisch aufgreift. Die Standortfrage könnte auch durch einen Bürgerentscheid beantwortet werden. Gesamtergebnisse zur Bonner Bäderlandschaft Zusammenfassung der wichtigsten Maßnahmen, die am häufigsten von verschiedenen Kleingruppen genannt wurden: Am Ende des Verfahrens stellten die Bürgergutachterinnen und -gutachter auf der Grundlage der Grundsätze und Leitziele für die Bonner Bäderlandschaft konkrete Maßnahmen in mündlichen Vorträgen vor. Es handelte sich um Maßnahmen, die besonders wichtig waren, oder um besonders beispielhafte, die den Charakter der gewünschten Bonner Bäderlandschaft verdeutlichen sollten. Diese sind im Ergebnisteil dargestellt. 2. Die Hardtbergbadsanierung soll nach den Plänen der Module 1 bis 7 (zeitnah) durchgeführt werden und das sanierte Bad möglichst ab Sommer 2022 den Betrieb wieder aufnehmen. 3. Auf rechtsrheinischer Seite muss grundsätzlich ein umfangreiches und vielseitiges Schwimmangebot vorgehalten werden (für Schulen, Vereine, Familien, Menschen mit Behinderungen, sowohl Frei- als auch Hallenbad). Dies kann durch eine Sanierung/einen Umbau der Beueler Bütt oder deren Zusammenlegung zu einem Kombibad am Standort des Ennertbades umgesetzt werden. Auf dem Grundstück der Beueler Bütt soll so außerdem kein Raum für teure Privatprojekte (Luxuswohnungen) entstehen können. 4. Das Frankenbad soll als Zentralbad für den Bonner Norden erhalten bleiben. Es muss jedoch saniert oder durch einen Neubau ersetzt werden. Mindestens die aktuelle Wasserfläche soll in gleichem Umfang weiter vorgehalten werden. Die weitläufigen Flächen am und um das Frankenbad sollen anderweitig nutz- bar gemacht werden (z. B. für Kulturveranstaltungen). Denkbar wäre (bei Erhalt bzw. Sanierung), den Innenhof zu überdachen und so dementsprechend nutzbare Flächen zu gewinnen. 5. Alle bestehenden Freibäder sollen weiterbetrieben werden. 6. Das für das Wasserlandbad vorgesehene Gelände in Dottendorf kann passend als Fläche für ein Sport- bad („Sport- und Saunabad Dottendorf“) dienen, da dort schon andere Sportanlagen vorhanden sind. Der Bonner Süden braucht zudem ein eigenes Hallenbad im Innenstadtbereich. Letzteres könnte aber auch als „Schiffsbad“/„Schwimmschiff“ realisiert werden und somit auch touristische Zugkraft entfalten. Das Viktoriabad oder auch das Gelände der Halle Beuel oder anderer alter Industriestandorte, die brach- liegen, können hier als mögliche Standorte in Betracht gezogen werden. 7. Jeder Bonner Stadtbezirk braucht ein Hallenbad, die aber unterschiedlich spezialisiert sein können. 8. Unabhängig vom jeweiligen Profil, sollten alle Bäder in allen Stadtteilen bestimmte Basiskapazitäten vorhalten, darunter vor allem ein 25-m-Becken, ein Kleinkinderbecken, ein Lehrschwimmbecken mit Varioboden und einen Sprungturm. 9. Wenn der Sollbestand saniert bzw. neugebaut ist, kann als „Kür“ der Bau des Wasserlandbades in Be- tracht gezogen werden. Aber stets: „Pflicht vor Kür“! 10. Grundsätzlich gilt für alle anstehenden Baumaßnahmen: Sie sind umweltfreundlich, energieeffizient und unter Gewährleistung neuester technischer Standards durchzuführen. Die Barrierefreiheit muss stets gewährleistet sein. 11. Der Bedarf des Schulschwimmens soll durch die dezentralen Funktionsbäder gedeckt werden, sodass die schuleigenen Bäder geschlossen werden können. 12. Die Stadt muss die Ausbildung von „Fachangestellten für Bäderbetriebe“ forcieren und so ihren Perso- nalbestand ausbauen, auch um längere (bis zu ganztägige) Öffnungszeiten in allen Bädern gewährleisten zu können. 13. Bonn braucht in Gänze mehr Wasserfläche und mindestens ein wettkampffähiges Becken (Wettkampf- kategorien A bis C). Etwa am Sportpark Nord könnte ein neues „Sportpark-Bad“ mit 50-Meter-Wett- kampfbahnen entstehen, das sowohl für Schulen und Vereine als auch die Öffentlichkeit zugänglich wäre. » mehr: AE 15, Seite 84Seite 8 von 67 1514Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft Gesamtergebnisse im Überblick | INTRO Gesamtergebnisse zur Bonner Bäderlandschaft Gute Verteilung im Stadtgebiet Günstiger Eintrittspreis für Schüler/Studenten ab 2019 (Senkung)/generell günstige Eintrittspreise für alle (auch in Relation zu Spaßbädern) Gute Freibäderlandschaft, schöne Lage Übersicht aller Bonner Bäder und möglicher Standorte Welche Stärken hat die Bonner Bäderlandschaft zum jetzigen Stand? Die Ergebnisse der Arbeitseinheiten 1 bis 13 sollten im Lichte der Gesamtabwägung, also des Endergebnisses, gesehen werden –, denn ein wesentlicher Vorzug des Verfahrens Bürgergutachten durch Planungszellen ist es, dass man sich eine Meinung bildet, diese sich aber im Verlauf des Verfahrens ändern kann und man so neue, vorher nicht bekannte Schwerpunkte bildet. » mehr: AE 02a, Seite 56 Hier sind die jeweils drei höchstbepunkteten Aussagen aufgeführt. Sanierungsstau insgesamt/Sanierungsstau bei den Sanitäranlagen, bei der Technik und im Nutzerbereich Fehlen eines Wellness-/Familienbades und von Angeboten für Kinder und Familien in den Hallenbädern Schwierigkeiten für Schul- und Vereinsschwimmen beim Schwimmenlernen; Bedarf nicht gedeckt und Unterrichtsausfall Welche Schwächen hat die Bonner Bäderlandschaft zum jetzigen Stand? » mehr: AE 02b, Seite 56 Wenn die Sanierung kostengünstiger als ein Neubau einschließlich der Betriebskosten insbesondere bei gut bekanntem Bauzustand ist Wenn die Kosten bezogen auf die gesamte Lebensdauer die eines Neubaus nicht überschreiten und überschaubar sind (inklusive Energieeffizienz) Wenn die Lage und Anbindung gut sind und das Bad ein gewisses Flair hat Sanierung und gestalterische Maßnahmen Unter welchen Voraussetzungen ist eine Sanierung sinnvoll? » mehr: AE 03, Seite 58 Attraktive Angebote für alle Zielgruppen: Bahnenschwimmen für Ältere, Kleinkindbereich, Bereich für Jugendliche, für Frauen und Männer sowie für Vereine und Schulen extra Schwimmzeiten Kombibad oder modulares Bad/Cabriobad Flexibilität bei den Öffnungszeiten für Berufstätige gewährleisten (späte Öffnungszeiten)/ Baden bei Mondschein Konzepte und Visionen für die Bäderlandschaft Stellen Sie sich bitte Ihr ideales Bad in der Zukunft vor! Was zeichnet es besonders aus? » mehr: AE 04, Seite 60 Lehrschwimmbecken mit Hubboden (kinder- und behindertengerecht) mit warmer Wassertemperatur (80 cm tief, 28 Grad Celsius) sowie vier Gruppenumkleidekabinen Barrierefreiheit (z. B. Lifter, Hubbecken, Alarmsysteme, breite Eingänge) Öffnungszeiten länger, flexibler und ganzjährig Nutzergruppen 1 - Vereine und Schulen Welche Merkmale muss ein Hallenbad aufweisen, um den Nutzergruppen gerecht zu werden? » mehr: AE 07, Seite 66 SteuerzahlerBonner Haushalt/Allgemeinwert des Schwimmens für die Stadtgesellschaft im Vergleich zu Kultur (Beethovenstadt) Familien- oder Spaßbäder in privater Hand betreiben, Stadt kann Grundstück zu günstigen Bedingungen zur Verfügung stellen Umweltschutz/Nachhaltigkeit (Materialien, Energieeffizienz, ...) Nutzergruppen 2 - Öffentlichkeit und besondere Interessen Welche Interessen darüber hinaus wurden nicht berücksichtigt und sollten Beachtung finden? » mehr: AE 08, Seite 68 Vorhandene Technik gegen energieeffiziente austauschen; Energiesparmaßnahmen (z. B. Solar- technik, Photovoltaik, Geothermie, Abwärme) Neueste Technik/Digitalisierung und Fernüberwachung mit zentraler Steuerung mehrerer Bäder Ehrenamtliches Engagement zur Unterstützung (z. B. Kasse, Aufsicht, Gastronomie, Reinigung) Der Betrieb „Bäder“ Stellen Sie bitte bis zu fünf Möglichkeiten für einen kostengünstigen Betrieb dar! » mehr: AE 09a, Seite 70Seite 9 von 67 16Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft Gesamtergebnisse im Überblick | INTRO Die Attraktivität des Arbeitsplatzes erhöhen durch attraktives Entgelt- und Arbeitszeitmodell und durch einen schöneren Arbeitsplatz Bessere Betreuung während der Ausbildung zur Senkung der Abbrecherquote und Einführung einer Zwischenqualifikation (Juniorbademeister) Optimierung und Flexibilisierung der Betriebsabläufe durch Digitalisierung als Grundlage für einen Personalpool (Springer) Wie könnte der Engpass beim Bäderpersonal überwunden werden? » mehr: AE 09b, Seite 72 Verlängerung der Öffnungszeiten (6 - 22 Uhr), ganztägig für die Öffentlichkeit Verlängerung der Öffnungszeiten, Berücksichtigung der Berufstätigen Ein öffentlich zugänglicher Belegungsplan (App für freie Schwimmflächen) und eine Öffnungszeiten-App (niederschwellig/per App) Belegung und Öffnungszeiten Was wären aus Ihrer Sicht die fünf wichtigsten Grundsätze für Öffnungszeiten und Verteilung der Nutzungsmöglichkeiten? » mehr: AE 10, Seite 74 Module 1 - 7 umsetzen Rutsche (Modul 7 Ganzjahresrutsche mit Zugang zur Rutsche vom Kinderbereich aus) Vorrangig Modul 5 (Kinder- und Familienbereich) Hardtbergbad-Sanierung Welche von den Elementen, die das Architekturbüro vorgeschlagen hat, sollten vorrangig verwirklicht werden? » mehr: AE 13, Seite 78 Gesamtergebnisse zur Bonner BäderlandschaftSeite 10 von 67 1918Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft Bonner Bäderlandschaft Lageplan Bonner Bäderlandschaft Lageplan | INTRO Hallenbäder Beueler Bütt Frankenbad Hardtbergbad Traglufthalle Friesdorf Kurfürstenhalle Freibäder Ennertbad Freibad Friesdorf Hardtbergbad Melbbad Panoramabad Rüngsdorf Römerbad 1 2 3 4 5 1 2 3 4 5 6Seite 11 von 67 2120Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft Bonner Bäderlandschaft | INTRO » Frankenbad » Melbbad » Römerbad » Traglufthalle Friesdorf Bonner BäderlandschaftSeite 12 von 67 2322 Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft Dieses Bürgergutachten wurde von 92 Bonnerinnen und Bonnern vom 2. bis 5. und vom 9. bis 12. Sep- tember 2019 erarbeitet. Sie waren in einem Zufalls- verfahren ausgewählt worden und haben im Auftrag der Bundesstadt Bonn in vier Planungszellen, davon je zwei parallel, vier Werktage lang intensiv gearbeitet. Dabei sind sie von Expertinnen und Experten informiert worden. Im Folgenden werden Thema, Anlass und Auftrag, Verfahren und Mitwir- kende vorgestellt; dann folgt der Ergebnisteil. Nach diesem ist der Einzelfragebogen mit ersten Einschätzungen zur Nutzung der Frei- und Hallen- bäder, der zu Beginn der Planungszellen von den Teilnehmenden ausgefüllt wurde, dargestellt. Abschließend sind die Teilnehmenden-Statistik und die Verfahrensbewertung abgedruckt. Im Anhang, am Ende des Dokuments, befinden sich die de- taillierten Aufschlüsselungen der abschließenden Arbeitseinheiten von 14 und 15. INTROVERFAHREN » Hardtbergbad Lageplan (studio GA - studio gollwitzer architekten GmbH)Seite 13 von 67 2524Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft Auftrag und Verfahren | VERFAHREN Auftrag und Verfahren Die Frei- und Hallenbäder sind in vielen Kommunen immer wieder Diskussions- und Streitthema. Viele sind in die Jahre gekommen, und es geht um die Frage: instandsetzen – ganz neu bauen – umgestalten? In Bonn haben zwei Bürgerentscheide stattgefun- den: 2017 sprach sich eine Mehrheit der Abstim- menden gegen die Sanierung des Kurfürstenbades aus, und 2018 wiederum eine Mehrheit gegen das geplante „Wasserlandbad“ in Dottendorf, das ein Familien-, Schul- und Sportschwimmbad hätte werden sollen. Der Rat hat deshalb am 27. September 2018 die Ver- waltung beauftragt, einen Vorschlag für eine breite Bürgerbeteiligung zu unterbreiten, der u. a. folgende Elemente enthalten soll: • eine Planungswerkstatt, in der alle rund ums Schwimmen aktiven, engagierten und entschei- denden Gruppen-, die aus ihrer Sicht für die Gestaltung der Bäderlandschaft erforderlichen Anforderungen bestimmen und entsprechende Varianten konzipieren. • Planungsgruppen, in denen nachfolgend ein repräsentativer Schnitt der Bürgerschaft die Varianten zu einer entscheidungsfähigen Bäder landschaft zusammenfasst. • verschiedene Optionen, wie über die auf den Ergebnissen der Planungsgruppen beruhenden Vorschläge zur Gestaltung der Bäderlandschaft verbindlich abgestimmt werden kann.“ (Bundes- stadt Bonn) Das Konzept wurde entwickelt und am 11. Dezember 2018 beschlossen. Ein externes Büro sollte beauf- tragt werden. Nach einer Ausschreibung und dem Vergabeverfahren erhielt schließlich die gfb Ge- sellschaft für Bürgergutachten den Auftrag. Sie hat schon oft mit der Bergischen Universität Wuppertal, Institut für Demokratie- und Partizipationsfor- schung (IDPF) zusammengearbeitet. Es fanden statt: 1) eine große öffentliche Auftaktveranstaltung mit anschließender Beteiligungsmöglichkeit über Postkarten und das Internet 2) eine Planungswerkstatt mit Verbänden, Bürger- initiativen und Behörden 3) ein Runder Tisch zur Besprechung des Arbeits- programms 4) vier Planungszellen zu je vier Tagen. Zur Auftaktveranstaltung am 15. Mai 2019 in der Bundeskunsthalle war die gesamte Öffentlichkeit eingeladen. Die Stabsstelle Bürgerbeteiligung lud außerdem Bonnerinnen und Bonner im Zufallsver- fahren persönlich mit Briefen ein. Die Veranstaltung fand öffentliches Interesse, so dass der WDR im Rah- men der „Lokalzeit“ sogar live berichtete. Zu Anfang des Abends umriss Oberbürgermeister Sridharan den politischen Rahmen und Auftrag für die Bürger- beteiligung. Die gfb stellte das Verfahren vor. Nach einer ausführlichen Frage- und Diskussionsrunde konnten alle Anwesenden an neun Stationen Vor- schläge und Kommentare zu bestehenden und nicht bestehenden Bädern oder allgemeinen Themen aus dem Bäderwesen abgeben und auf Karten schreiben. Die gleichen Karten wurden in den Tagen danach in verschiedenen städtischen Einrichtungen zur Mitnahme ausgelegt. Gleichzeitig konnte auf www.bonn-macht-mit.de jede und jeder Intere- ssierte Beurteilungen zu den Bädern und Anregun- gen zu Verbesserungen einsenden. Diese Möglich- keit wurde auch vielfältig genutzt, wobei die Ein- sendungen in keiner Form repräsentativ sind. Die Ergebnisse wurden inhaltlich zusammengefasst und in die weiteren Beteiligungsschritte eingebracht. Die Planungswerkstatt am 25. Juni 2019 ermög- lichte es den vielen Bürgerinitiativen, ihre Anliegen strukturiert und verdichtet für das weitere Verfahren bereitzustellen. Nochmals wurde dieses Verfahren kurz vorgestellt. Dann brachten alle etwa vierzig Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen, Verbän- den, Behörden, Schulen usw. in kurzen Stellung- nahmen ihre Anliegen ein. Diese wurden erfasst und später für die Vorbereitung der Planungszellen herangezogen. Außerdem wurde über die Informa- tionen gesprochen, die den Bürgergutachterinnen und -gutachtern zur Verfügung gestellt werden können, und auch über Personen, die diese Aufgabe übernehmen könnten. Wie bei jedem Bürgergut- achten gab es auch interessante Themen, die trotz vergleichsweise viel Zeit (vier Tage) nicht vertieft behandelt werden konnten. Dazu gehörten bei- spielsweise genauere finanzielle Fragen. Der Runde Tisch am 11. Juli 2019 diente dazu, das Arbeitsprogramm der Planungszellen zu bespre- chen. Die gfb stellte einen ersten Entwurf vor. Nach Diskussion und Stellungnahmen zeigte sich, dass über die offene Beteiligung und die Planungswerk- statt bereits die relevanten Themen erkannt worden waren. In der Folge wurden die Planungszellen im Detail vorbereitet. Planungszellen durch Bürgergutachten, dieses Be- teiligungsverfahren wurde Anfang der 1970er-Jahre an der Bergischen Universität Wuppertal entwickelt. Professor Peter C. Dienel konzipierte es so, dass es die Bürgerrolle optimal verwirklichen sollte. Wesentliche Eigenschaften des Verfahrens sind, wie schon im obigen Anforderungsprofil der Stadt dargestellt: • Die Teilnehmenden werden im Zufallsverfahren ausgewählt, und zwar aus dem Einwohnermelde- register der Bundesstadt, ab 14 Jahren und unab- hängig von Staatsangehörigkeit oder Erstwohn- sitz. Sie werden eingeladen und dabei unter stützt, dass sie wirklich mitmachen können. • Dazu erhalten sie auch entweder eine Aufwands entschädigung oder Bildungsurlaub. Es handelt sich nämlich um ernsthafte Arbeit im Dienst des Gemeinwesens. • Die Bürgerinnen und Bürger arbeiten in Planungs- zellen, das sind Gruppen von jeweils ungefähr 25 Personen, die vier Tage zusammenbleiben und ihr Arbeitsprogramm absolvieren. • Sie werden von Fachleuten und Interessenver- tretungen möglichst vielseitig bis kontrovers informiert, damit die Bandbreite von Sichtweisen, Erkenntnissen und Interessen spürbar wird. • Das Arbeitsprogramm ist vorbereitet und so aufgebaut, dass möglichst effizient und verdich- tet gearbeitet werden kann. Es enthält die The- men, genaue Zeitpläne, die Referentinnen und Referenten, die Fragen und Aufgaben für die Bürgerinnen und Bürger und Leitfäden für die Prozessbegleitung und Tagungsassistenzen. • Die Vorbereitung des Arbeitsprogramms, Verant- wortung für die Auswahl der Referentinnen und Referenten, Prozessbegleitung und Tagungsassis- tenz sowie Auswertung, Verdichtung der Ergeb- nisse, sowie das Schreiben des Bürgergutachtens liegt in den Händen einer neutralen Instanz, des unabhängigen Durchführungsinstituts, hier der Gesellschaft für Bürgergutachten zusammen mit dem IDPF Wuppertal. • Jedes Bürgergutachten wird veröffentlicht. Bürgerbeteiligung zur Bonner Bäderlandschaft Gesamtverfahren im ÜberblickSeite 14 von 67 2726Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft Ablaufplan | VERFAHREN Das Arbeitsprogramm enthält 16 Arbeitseinheiten von jeweils ungefähr zwei Stunden Dauer. Diese Arbeitseinheiten sind weiter unten genauer beschrieben. Ein typischer Ablauf ist so: 15 bis 30 Minuten Impulsreferate – 10 bis 20 Minu- ten sachliche Nachfragen in der Planungszelle– Auslosen der Teilnehmenden auf fünf Kleingrup- pen zu je ungefähr fünf Personen – Bearbeitung einer Aufgabe in den Kleingruppen: Diskussion und Einigung auf die wichtigsten, besten usw. Vorschlä- ge – Vorstellung der Vorschläge aller Kleingruppen wieder in der Planungszelle – Bewertung der Vor- schläge durch jede einzelne Bürgergutachterin und jeden einzelnen und Bürgergutachter, anonym und individuell mithilfe von Tablets und einer eigenen Software. Auf diese Weise ergänzen sich Großgruppen-, Klein- gruppen- und Einzelarbeit und haben die Teilneh- menden Gelegenheit, immer wieder in Austausch zu treten, aber auch ihre eigenen Gedanken und Willen- simpulse klar-zu-machen und einzubringen. Das Verfahren hat sich seit den 1970er-Jahren auf allen Ebenen von der Kommune bis zur Europäisch- en Union und zu vielen Fragen von der Gestaltung einer Straße über viele Planungsfragen bis zur Gesundheits- und Verbraucherpolitik sowie zur Zukunft der ländlichen Räume in Europa bewährt. Ablaufplan » Auftaktveranstaltung in der Bonner Kunsthalle am 15.05.2019Seite 15 von 67 29 Vorbemerkungen zum besseren Verständnis / Arbeitsprogramm-Überischt | VERFAHRENBürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft Vorbemerkungen zum besseren Verständnis * Mittwoch durch die Politikanhörung gemeinsames Ende um ca. 16.30 Uhr, Beginn um 15 Uhr // AE = Arbeitseinheit · PZ = Planungszelle Zeit PZ 1+3 PZ 2+4 Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag 8.00 - 9.30 9.00 - 10.30 AE 01 Einführung Ziele, Auftrag, erste Einschätzungen AE 05 Begehung einiger Bäder AE 09 Der Betrieb „Bäder“ AE 13 Hardtbergbad-Sanierung 10.00 - 11.30 11.00 - 12.30 AE 02 Übersicht aller Bonner Bäder und möglicher Standorte AE 06 Vorstellung der Bäder AE 10 Belegung und Öffnungszeiten AE 14 Die Bonner Bäderland- schaft: Standorte und Grundangebot 11.30 - 12.30 12.30 - 13.30 Mittagspause Mittagspause Mittagspause Mittagspause 12.30 - 14.00 13.30 - 15.00 AE 03 Sanierung und gestalterische Maßnahmen AE 07 Nutzergruppen 1 Vereine und Schulen AE 11 Offene Arbeitseinheit und Fragen für das Politikgespräch AE 15 Fortsetzung von AE 14 14.30 - 16.00 15.30 - 17.00 AE 04 Konzepte und Visionen für die Bäderlandschaft AE 08 Nutzergruppen 2 Öffentlichkeit und besondere Interessen AE 12 Politikgespräch* (Beginn 15 Uhr für beide PZn) AE 14 Schlussrunde Verfahrensbewertung, Statistik Die Bürgergutachterinnen und -gutachter wurden durch ein elektronisches Zufallsverfahren aus dem Einwohnermelderegister der Bundesstadt Bonn bestimmt. Ziel war es, etwa 100 teilnehmende Personen zu erreichen (vier Planungszellen zu je 25 Personen). Die angeschriebenen Personen er- hielten einen persönlichen Einladungsbrief der gfb, ein Schreiben des Oberbürgermeisters und eine Antwortpostkarte. Diese konnten sie an die gfb zurücksenden. Zeitgleich mit den Einladungen half die Volks- hochschule Bonn, die Veranstaltung als Bildungs- veranstaltung einzurichten: zur Freistellung von Arbeitnehmern zum Zwecke der beruflichen und politischen Weiterbildung (nach dem Arbeitnehmer- weiterbildungsgesetz). Arbeitsprogramm-ÜbersichtSeite 16 von 67 3130Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft Die Planungszellen - AE 01 / AE 02 | VERFAHREN Die Planungszellen Arbeitsprogramm und Information In zwei aufeinanderfolgenden Wochen tagten jeweils zwei Planungszellen im Abstand von einer Stunde. Die ersten beiden Planungszellen tagten vom 2. bis zum 5. und die dritte und vierte vom 9. bis zum 12. September 2019, also von Montag bis Donnerstag, von der Früh bis zum Abend. Tagungslokal war das Wissenschaftszent- rum Bonn in der Ahrstraße 45 zwischen Friesdorf und Plittersdorf. Hier konnten für die Planungszellen not- wendige technische Infrastruktur und Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden: zwei große Plenarsäle, acht Kleingruppenräume und eine gute Versorgung mit Speisen und Getränken. Jede Planungszelle wurde von einer Prozessbegleite- rin, einem Prozessbegleiter und einer Tagungsassistenz betreut. Im Tagungsbüro waren weitere Mitarbeiter der gfb tätig. AE 01 Ziele, Auftrag, erste Einschätzungen Zu Beginn der Arbeit begrüßten für die Bundesstadt Bonn Frau Dr. Birgit Schneider-Bönninger, Herr Ste- fan Günther und Herr Dirk Lahmann die Teilnehmen- den der Planungszellen. Sie erläuterten den Bürger- gutachterinnen und -gutachtern die Bedeutung und die Gründe, weshalb sich die Stadt entschloss, ein Bürgergutachten erstmals durch Planungszellen in Auftrag zu geben. Die Bäderlandschaft insgesamt und mehrere einzelne Bäder bedürften einer Sanie- rung bzw. Neuordnung. Sport- und Kulturdezernen- tin Frau Dr. Schneider-Bönninger betonte, dass die Planungszellen-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer „Hoffnungsträger“ in diesem Prozess seien. Sie wünschte allen Teilnehmenden viele inspirierende Momente, Erfolg und Spaß. Nach einer kurzen Einführung in das Verfahren und die Organisation durch die Prozessbegleitung der gfb ging es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schon an die Arbeit: Zunächst füllten sie einen Ein- zelfragebogen aus, in dem ihre Nutzung der Hallen- und Freibäder erhoben wurde (Auswertung im Teil über die Bürgergutachterinnen und Bürgergutach- ter, ab Seite 88). In der ersten Kleingruppenarbeit wurden die Teilnehmenden gebeten zusammen- zutragen, welche Erinnerungen, Erfahrungen oder Gefühle sie mit Bädern verbinden. AE 02 Übersicht aller Bonner Bäder und möglicher Standorte Ein erster Überblick über die Bäderlandschaft Bonns wurde von Frau Elke Palm, stellvertretende Leite- rin des Sport- und Bäderamtes, sowie von Herrn Stefan Günther, dem Amtsleiter des Sport- und Bäderamtes, gegeben. Das Stadtplanungsamt war vertreten durch Herrn Guido Schlottmann, der auf Details möglicher neuer Standorte, zum Beispiel der Rigal'schen Wiese in Bad Godesberg, einging. Er beschrieb auch, wie die übliche Vorgehensweise bei Flächennutzungsplanänderung und Planfeststel- lungsverfahren sei, und stand den Bürgergutachte- rinnen und -gutachtern für Fragen zur Verfügung. Die Bundesstadt Bonn betreibt zwei Hallenbäder, ein Kombibad und fünf Freibäder, wovon eins nach der Freibadsaison mit einer Traglufthalle überdacht wird und dadurch als Hallenbad genutzt werden kann. Somit stünden der Öffentlichkeit im Herbst, Winter und Frühling vier Bäder zur Verfügung, so Palm und Günther. In jedem Stadtteil befindet oder befand sich ein Hallenbad. In Bonn-Beuel steht das Hallen- bad Beueler Bütt aus dem Jahr 1969. Das Frankenbad im Bezirk Bonn hat als einziges Hal- lenbad ein wettkampftaugliches Schwimmbecken, das aber bei einer Sanierung die Wettkampftauglich- keit einbüßen würde, da nach neuen Richtlinien des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) dann zwei Schwimmbahnen fehlen würden; derzeit genieße es noch „Bestandsschutz“, welcher Wettkämpfe erlau- be. Das Bad verfügt über ein Mehrzweck- und ein Lehrschwimmbecken. Das Bad und die unmittelbare Umgebung stehen unter Denkmalschutz der bei einer Sanierung oder Gebäudeumnutzung beachtet werden muss. Das dritte massive Hallenbad ist das Hardtberg- bad aus den 70er Jahren, das aber zugleich auch ein Freibad ist, also ein sogenanntes Kombibad. Es verfügt über ein Mehrzweckbecken mit fünf Bahnen und ein Lehrschwimmbecken in der Halle. Ein Rats- beschluss vom September 2016 sieht eine weitrei- chende Sanierung des Bades vor. Diese wurde in sieben Elemente und Bauabschnitte unterteilt, von denen drei Bauabschnitte, die Sanierung des Hal- lenbads im Bestand, ein zusätzliches Lehrschwimm- becken und die Freibadsanierung, nicht mehr zur Disposition stehen: Sie wurden im Juli 2019 vom Stadtrat beschlossen. Die anderen vier Module (4 - 7) sind noch nicht beschlossen und sind Gegenstand und Thema der Planungszellen in der Arbeitseinheit 13. Der Interimslösung für Bad Godesberg dient das Freibad Friesdorf. Mit Hilfe einer Traglufthalle, die zunächst für vier Jahre gemietet wurde, konnte der Ausfall des Kurfürstenbads überbrückt werden. Das Bad verfügt über ein Mehrzweckbecken und ein Lehrschwimmbecken und wird vor allem von Schulen und Vereinen genutzt. Ein möglicher neuer Standort könnte die Rigal'sche Wiese am Rhein in Bad Godesberg sein. Das Kurfürstenbad in Bad Godesberg ist seit Mai 2016 geschlossen. Es gab er- hebliche Mängel am Lüftungs- und Heizungssystem, den Sanitär- und elektrischen Anlagen. Das Bad ver- fügte über ein Mehrzweckbecken und eine Sauna. Die öffentlichen Freibäder sind das Ennertbad in Bonn-Pützchen, das Freibad in Friesdorf mit der Traglufthalle im Winter, das Hardtbergbad, das Melbbad in Poppelsdorf, das Freibad in Rüngsdorf und das Römerbad als Erholungszentrum im Sommer. Neben diesen gibt es auch noch eine Reihe von nicht öffentlichen Bädern, die der Vollständigkeit halber erwähnt werden. Die Öffentlichkeit hat dort keinen Zutritt. Sie dienen ausschließlich dem Schul- und Vereinsschwimmen. Ein großes Vereinsschwimmbad liegt im Sportpark Nord, Heimstätte des Bonner NC. Es wird von den Schwimm- und Sportfreunden Bonn (SSF) betrieben. Die Schullehrschwimmbecken befinden sich in der Derletalschule, in der Ludwig- Richter-Schule, in der Bodelschwinghschule, in der Rheinschule und am Konrad-Adenauer-Gymnasium. Im Zufallsverfahren wurden die Teilnehmenden in Kleingruppen eingeteilt und diskutierten über die Stärken und Schwächen der Bonner Bäderland- schaft zum jetzigen Zeitpunkt.Seite 17 von 67 3332Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft AE 03 / AE 04 | VERFAHREN Es ist eine Abwägungssache, ob saniert oder neu gebaut wird, meint Tobias Reckert von der Studio Gollwitzer Architekten GmbH, die sowohl Sanie- rungen als auch Schwimmbadneubauten begleitet und umsetzt. Ältere Schwimmhallen hätten für die Bevölkerung oft einen emotionalen Stellenwert. Sie liegen häufig an zentralen Orten und sind somit gut zu erreichen. Eine Sanierung kann kostengüns- tiger sein als ein Neubau, ist aber dafür häufig im laufenden Unterhalt kostenintensiver, da sanierte Schwimmbäder energetisch meist nicht auf den Stand eines Neubaus kommen. Bei Sanierungen kommt es zu längeren Schließzeiten, während bei einem Neubau auf einem anderen Grundstück das alte Hallenbad weiterbetrieben werden kann. Neu- bauten könnten besser an den gegenwärtigen und zukünftigen Bedarf angepasst werden und besäßen insgesamt eine höhere Lebensdauer als sanierte Schwimmbäder. AE 03 Sanierung und gestalterische Maßnahmen Bei älteren Schwimmhallen, die saniert werden, könnten unvorhergesehene Kosten anfallen, da es ausgeschlossen sei, alle möglichen Mängel im Vorfeld zu entdecken. Eine komplette Neuge- staltung einer Schwimmhalle sei bei einer Sanie- rung durchaus möglich, doch je mehr Attraktionen das Schwimmbad haben soll, desto eher werde neu gebaut. Katrin Bisping von der Unteren Denkmalbehörde thematisierte in ihrem Vortrag das Frankenbad und stellte in diesem Zusammenhang die verschiedenen Stufen des Denkmalschutzes vor sowie den zugehö- rigen denkmalpflegerischen Bindungsplan. Aufgabe der Kleingruppen war es zu überlegen, unter welchen Voraussetzungen eine Sanierung der Bäder sinnvoll sei. AE 04 Konzepte und Visionen für die Bäderlandschaft In den beiden Impulsvorträgen wurden die Schwer- punkte auf die zukünftigen Trends, Wirtschaft- lichkeit und das Bäderpersonal gelegt. Diether Vatheuer, Geschäftsführer der PROVA GmbH, führte zusammen mit Eric Voß von der Bäder Betriebs GmbH Fulda ins Thema ein; sie berichteten aus ihrer langjährigen Praxis und Beratung. Bei den zukünftigen Trends sollte auf die veränder- ten Rahmenbedingungen Rücksicht genommen wer- den. Die Zeitfenster, wann eine Familie als Ganzes etwas unternimmt, sind im Vergleich zur Vergangen- heit kleiner geworden. Das Freizeitangebot ist aber zugleich gewachsen. Kurzurlaube werden immer po- pulärer, es gibt Zooerlebniswelten, verkaufsoffene Sonntage, mehr Stadtfeste und Fahrradtourismus, um nur einige Aspekte der möglichen Freizeitaktivi- täten und Angebote zu nennen. Bäder sind nur ein Modul der Freizeitbranche insgesamt. Entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg sind Konsequenz in Architektur, bei den Mitarbeitern, den angebotenen Produkten und dem Leitbild des Bades. In Studien wurde herausgefunden, dass den Badegästen Sau- berkeit, Sicherheit, Service und Qualität des Ange- bots am wichtigsten sind. Eintrittspreise, Nähe zum Wohnort und das Ambiente eines Bades sind eher als nachrangige Eigenschaften zu betrachten. Die Zukunftsthemen der Bäder zielen auf die Gesund- heitserhaltung der Gäste ab. Bewegungsparcours für Kinder und Kinderbereiche sind weitere wichtige Bausteine für eine erfolgreiche Bäderlandschaft. Die Zukunft einer Bäderlandschaft braucht flexible- re Öffnungszeiten. Es gibt einen Fachkräftemangel beim Bäderpersonal. Nur ein Drittel der Betriebe bildet aus, hinzu kommen eine hohe Durchfallquote von 50 Prozent und ein Wechsel des Berufs nach circa drei bis vier Jahren. Wieder wurden Kleingruppen gebildet; sie wurden gefragt: Stellen Sie sich bitte Ihr ideales Bad in der Zukunft vor. Was zeichnet es besonders aus?Seite 18 von 67 3534Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft AE 05/06 / AE 07 | VERFAHREN Der zweite Tag begann mit einer Begehung, damit die Teilnehmenden einen Eindruck von den Bädern bekommen. Aus Zeit- und logistischen Gründen war es nicht möglich, mehrere oder gar alle Bäder zu be- suchen. Daher wurde eine Auswahl getroffen, die die Vielfalt der Bäderlandschaft abbilden sollte. Dafür wurde jede Planungszelle in fünf Kleingruppen ein- geteilt, die jeweils ein Hallen- bzw. Freibad bereis- ten. Die fünf Bäder waren: die Beueler Bütt in Beuel, das geschlossene Kurfürstenbad in Bad Godesberg mit einem Besuch der möglichen Neubaufläche an der Rigal’schen Wiese, das denkmalgeschützte Frankenbad im Stadtteil Bonn, das Hardtbergbad in Westbonn und das Freibad in Friesdorf. Somit sind viele Arten von Bädern abgedeckt: ein klassisches Hallenbad, ein Kombibad, ein wettkampftaugliches Bad, ein Freibad und ein Bad mit Traglufthalle. Die Teilnehmenden wurden beauftragt, mit den zur Verfügung gestellten Tablets Fotos zu machen und davon bis zu insgesamt drei auszuwählen, die die schönsten, schlimmsten, charmantesten oder besonderen Merkmale des jeweiligen Bades aufzei- gen. Sie wurden von Badpersonal durch die Bäder begleitet und hatten die Möglichkeit, ihnen Fragen zu stellen. AE 05 / 06 Begehung einiger Bäder / Vorstellung der Bäder Zurück im Tagungshaus wurden Plakate mit eben diesen Fotos ausgedruckt und jeder Kleingruppe zur Verfügung gestellt, um das jeweilige Bad den anderen Bürgergutachterinnen und -gutachtern im Plenum vorzustellen und dessen Vor- und Nachteile zu beschreiben. Die Begehung erlaubte den Teilneh- merinnen und Teilnehmern auch einen Blick hinter die Fassade, von den Personalräumen über die La- gerräume bis hin zu den Betriebsräumen durften sie alles besichtigen. Am Ende dieser Referate hatten alle einen Eindruck von den verschiedenen Arten und Zuständen der Bäder in Bonn. AE 07 Nutzergruppen 1: Vereine und Schulen Der Themenkomplex Nutzergruppen und Bäder erschien als ein so wichtiger, dass er auf zwei Arbeitseinheiten ausgedehnt wurde. Beginnend mit Vorträgen zu den Vereinen und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) wurde die erste Nutzergruppe mit der weiteren wichtigen Gruppe des Schulschwimmens beendet. Jan Reche, Vorstandsmitglied der Stadtschulpflegschaft, infor- mierte über die Bedürfnisse des Schulschwimmens. Besonders wichtig sei, dass die Wege von den Schu- len zu den Bädern kurz seien, weil die Wasserzeit und nicht die Unterrichtszeit bei den Schulkindern im Vordergrund stehen müsse. Schulschwimmen sei eine kommunale Pflichtaufgabe, und die Stadt Bonn solle durch entsprechende Angebote auch kurzfristige Übergangslösungen für Bad Godesberg bereithalten, bis ein Neubau bzw. eine Sanierung erfolgt sei. Für den Stadtsportbund Bonn e.V., den größten Sportverein der Region, sprach Ute Pilger und plä- dierte tendenziell für Neubauten statt Sanierungen. Es könnten als Lösung ein Schwimmbad neu gebaut und zwei Bäder saniert werden. Für das (Vereins-) Schwimmen sei es wichtig, dass Wettkämpfe ausge- tragen werden können, Sport im und unter Wasser stattfindet, Schwimmen ohne Barrieren möglich ist, Gesundheitsangebote vorgehalten und Famili- enschwimmen in Bonn attraktiv angeboten werden kann. Klaus-Peter Hentschel schloss mit seinem Vortrag für die Deutsche Lebensrettungsgesell- schaft Bezirk Bonn die Runde ab. Für diese Gruppe sei es wichtig, dass sie ihre primäre Aufgabe erfüllen könne: die Schwimm- und Rettungsschwimm-Aus- bildung. Aus dieser Perspektive sei es sinnvoll, ein zentrales Großbad mit der nötigen Infrastruktur zu haben, bestehend aus einem Sprungturm, einem drei bis fünf Meter tiefen Becken in einem Bereich von mindestens fünf mal fünf Metern sowie einem 25-Meter-Becken, um die notwendigen Prüfungen durchführen zu können. Darüber hinaus benötigt die DLRG Unterrichts- und Lagerräume für die Ausbil- dung und Ausrüstung. Nach den drei Vorträgen besprachen die Klein- gruppen die Frage, welche Merkmale ein Hallenbad aufweisen müsse, um den Nutzergruppen gerecht zu werden.Seite 19 von 67 3736Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft AE 08 / AE 09 - AE 10 | VERFAHREN In dieser Arbeitseinheit kamen Bürgerinitiativen, Fördervereine, ein Behindertenverein und andere Initiativen zu Wort. Durch die große Zahl von elf Referentinnen und Referenten konnte jede Gruppe nur einige Minuten referieren. Younis Kamil, erster Vorsitzender des Internatio- nalen SportClubs AlHilal, verwies auf ein Bedürfnis nach geschlechtergetrenntem Schwimmen in Bonn. Die Behindertengemeinschaft Bonn, vertreten durch Johannes Wiedemann, zeigte auf, dass behinderte Menschen kurze Wege zum und ins Bad bräuchten. Eine Bereitstellung von Rollstühlen im Schwimmbad sei sinnvoll. Sportbäder kämen ihren Bedürfnissen eher als Badelandschaften entgegen. Maren Storck vom Förderverein „Unser Melbbad“ berichtete, wie der Verein Geld direkt ins Bad investiert hat, zum Beispiel in ein Volleyballfeld oder einen Spielplatz, um das Bad attraktiver zu machen. Ein weiteres Referat hielt Rafael Rögers von den Freibadfreunden Friesdorf. Mit 3000 Mitgliedern haben sie es ge- schafft, den Betrieb des charmanten „Friesi“ durch finanzielle Zuschüsse aufrechtzuerhalten und das Bad als Treffpunkt für das Quartier zu nutzen. Sie haben die Gastronomie übernommen, bieten unter anderem Schwimmkurse und Filmnächte im Som- mer an. Der Förderverein Panoramabad Rüngsdorf hat sich als ein Ziel die Förderung des Schwim- mens auf die Fahnen geschrieben. Er schafft für die Bonner Bürgerschaft den Vorteil einer Verlängerung der Saison und längerer Öffnungszeiten. Die Bürger könnten sich das Panoramabad auch als Kombibad für die Zukunft vorstellen. Hildegard Kinzel betonte in ihrem Vortrag die Bedeutung des Frankenbads AE 08 Nutzergruppen 2: Öffentlichkeit und besondere Interessen auch als Kulturstätte. Die Frankenbad-Freunde könnten sich eine parallele Nutzung des Bads unter dem Motto: „in Kunst schwimmen“ vorstellen oder alternativ und etwas weiter gefasst als Bürgerhaus für Kultur und als Sportstätte. Übereinstimmend befanden die sechs weiteren Vereine und Initiativen, die sich in einem Vortrag versammelten, die Dezentralität der Bäder in den vier Stadtbezirken an den bewährten Standorten für wichtig. In Bad Godesberg solle das Kurfürs- tenbad saniert werden, und das Frankenbad solle als Schwimmbad erhalten bleiben. Sie befürchten, dass die Stadt das Grundstück des Kurfürstenbades verkaufen will, damit dort ein (Hochschul-)Campus errichtet werden kann. Die Eintrittspreise sollen be- zahlbar sein und bleiben. Der Sport, die Freizeit und die Gesundheitsförderung sind wichtige Bestand- teile, die durch die Bäder gewährleistet würden. Sie wären ein guter Ausgangspunkt für die Quar- tiersentwicklung. Vertreten auf dem Podium waren Klaus Cavalar für die Initiative Familienschwimmen für Bonn, Jochen Engels für den Förderverein Panoramabad Rüngsdorf, Birte Kümpel für Bürger. Bad.Godesberg e. V., Anja Niemeier für die Bürgeri- nitiative Kurfürstenbad bleibt!, Martin Seiler für die Bürgerinitiative Frankenbad bleibt Schwimmbad und Britta von der Lippe für die Beueler-Bütt-Initiative. Als letzten Arbeitsauftrag für den Tag erhielten die Bürgergutachterinnen und -gutachter die Frage, welche Interessen darüber hinaus nicht berücksich- tigt wurden und Beachtung finden sollen. AE 09 Der Betrieb „Bäder“ In zwei Vorträgen wurde das Thema Bäderbetrieb vorgestellt. Dr. Hartwig Carls-Kramp begann mit ei- nem Referat über Bürgerbäder. In Schwerte betreibt die Elsebad GmbH seit vielen Jahren ein Freibad. Bürgerbäder werden neben den städtischen Bädern immer beliebter. Sie bedürfen aber einer aktiven Bürgerschaft, die so etwas betreiben möchte. Es er- fordert viele helfende und mutige Hände. Die Stadt kann einen solchen Prozess nicht einleiten. Er muss von „unten“ wachsen. Vorteile gegenüber städti- schen Betreibern ist bei Bürgerbädern der niedrige- re Verwaltungsaufwand. Häufig können Sponsoren für verschiedenste Dinge und Aufgaben gefunden werden, die den Betrieb in Bädern oder die Instand- haltungskosten niedrig halten. Diese Möglichkeiten haben städtische Betriebe nicht. Der stellvertretende Betriebsleiter des Sport- und Bäderamtes der Bundesstadt Bonn verwies in seinem Impulsvortrag auf die Besonderheiten, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigen, um die technischen und sanitären Anlagen zu warten und instand zu halten. Es gäbe jetzt schon einen Engpass beim Fachpersonal. Eine Bündelung der Arbeitskräfte und Aufgaben in den Bädern sei eine notwendige Folge. Außerdem könnte durch weitere Digitalisierungs- und Vernetzungsmaßnahmen das Fehlen von Fachpersonal ausgeglichen werden. Für die Kleingruppen galt es nun, zwei Arbeitsauf- träge zu bearbeiten. Erstens: Welche Möglichkeiten gibt es für einen kostengünstigen Betrieb? Zwei- tens: Wie könnte der Engpass beim Bäderpersonal überwunden werden? Belegung und Öffnungszeiten wurden von Marc Wester, dem Bäderbetriebsleiter des Sport- und Bäderamtes, vorgestellt. Schulschwimmen und Ver- einsschwimmen nehmen einen Großteil der Wasser- zeiten in den Hallenbädern in Anspruch. In einigen Hallenbädern gibt es so gut wie keine Schwimmzeit für die Öffentlichkeit. Es bedarf planerischer An- strengungen, den Schulen genügend Wasserzeiten zur Verfügung zu stellen. In den Hallenbädern gibt es verschiedene Öffnungszeiten, und in einigen Bädern können der Öffentlichkeit an einigen Tagen gar keine Schwimmzeiten angeboten werden. So ist zum Beispiel die Beueler Bütt montags geschlossen, dienstags von 6.30 bis 16.45 Uhr, mittwochs von 6.30 bis 8 Uhr und 15 bis 19 Uhr, freitags von 6.30 bis 21 Uhr und sonn- und feiertags von 8 bis 15 Uhr geöffnet. Die im Zufallsverfahren zusammengestellten Klein- gruppen besprachen und bearbeiteten folgende Frage: Was wären aus ihrer Sicht die wichtigsten Grundsätze für Öffnungszeiten und Verteilung der Nutzungsmöglichkeiten? AE 10 Belegung und ÖffnungszeitenSeite 20 von 67 3938Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft AE 11 - AE 12 / AE 13 | VERFAHREN AE 11 Offene Arbeitseinheit In Planungszellen wird anhand eines einheitlichen, straffen Arbeitsprogramms vorgegangen. Doch gibt es Themen, die vielleicht den Bürgergutachterinnen und -gutachtern wichtig erscheinen, die nicht im Arbeitsprogramm berücksichtigt werden konnten. Dafür gibt es in aller Regel eine offene Arbeitsein- heit, in der – angelehnt an die Arbeitstechnik „Open Space“ („offener Raum“) – eigene Themen vorge- schlagen und bearbeitet werden. In den Planungszellen wurden die Themen gesam- melt, zum größten Teil dann auch in Kleingruppen bearbeitet, auf eigenen Plakaten der Kleingruppen dokumentiert und in der Planungszelle vorgestellt. Nur hier wurden die Kleingruppen nach Interesse gebildet. Zusätzlich erarbeiteten wieder nach Zufallsverfah- ren zusammengestellte Kleingruppen ihre wichtigs- ten Fragen für das Politikgespräch. AE 12 Politikgespräch Das Bürgergutachten ist vom Stadtrat beschlossen worden, er entscheidet letztlich über die Bonner Bäderlandschaft und darüber, welche Maßnahmen getroffen werden und welche nicht. Deshalb soll es auch eine Verzahnung zwischen Stadtrat und Pla- nungszellen geben. Vertreterinnen und Vertreter der meisten Fraktionen des Stadtrats gaben zuerst eine kurze Stellungnah- me zur Bonner Bäderlandschaft ab. Dann stellten die Kleingruppen der Planungszellen in einer festen Reihenfolge ihre vorbereiteten Fragen. Die Politikanhörung wird nicht weiter dokumentiert, sondern diente als Hintergrundinformation für die Bürgergutachterinnen und -gutachter. AE 13 Hardtbergbad-Sanierung In der letzten inhaltlichen Arbeitseinheit, die von Referaten begleitet wurde, stand die Hardtbergbad- Sanierung im Fokus. In einer Live-Schaltung nach Berlin konnte Tobias Reckert vor den Planungszel- lenteilnehmerinnen und -teilnehmern seinen Vortrag halten. Dem Studio Gollwitzer Architekten GmbH wurde vom Stadtrat der Auftrag erteilt, die Hardt- bergbad-Sanierung zu planen. Diese, so teilte der Referent den Anwesenden mit, sei in acht Module untergliedert. Die ersten drei Module stünden nicht mehr zur Disposition und beträfen vor allem die Gebäudesanierung des Hallenbads, den Anbau eines Lehrschwimmbeckens im Hallenbad und die Sanierung des Freibads. Diese Elemente würden zeitnah umgesetzt. Im Projekt seien aber noch weitere fünf Module angedacht und angerissen. Das Modul 4 kann das Lehrschwimmbecken um ein Freizeit- und Kursbe- cken erweitern. Im 5. Modul ist ein Familienbereich zur Verbesserung des Familienangebots geplant. Modul 6 erweitert nochmals den Familienbereich um ein gastronomisches Angebot, während das 7. Modul eine Hallenrutsche bereithält, die vom Freibad und vom Hallenbad aus zugänglich ist. Im letzten, dem Modul 8, ist eine Erweiterung im Untergeschoss als Kletterwald geplant. Theodoros Marinos vom städtischen Gebäudema- nagement erklärte in seinem Vortrag den Bürger- gutachterinnen und -gutachtern einige Rahmen- bedingungen der Sanierung und die Ziele aus Sicht der Stadt. Er ergänzte den Vortrag von Reckert und stand für Rückfragen zur Verfügung. Rede und Antwort standen während des Politikgesprächs: Rolf Beu, Ratsmitglied, Sportpolitischer Sprecher, Bündnis 90/Die Grünen Florian Bräuer, Ratsmitglied, Sportpolitischer Sprecher, FDP Tobias Haßdenteufel, Ratsmitglied, Sportpolitischer Sprecher, Die Linke Felix Kopinski, Ratsmitglied, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender, Die Sozialliberalen Gordon Land, Ratsmitglied, Vorsitzender Orts- verband Bonn-Nordstadt, CDU Jürgen Lüssen, Freie Wählervereinigung, Bürger Bund Bonn e.V., BBB (anwesend am 11.09.2019) Gabi Mayer, Ratsmitglied, Sportpolitische Sprecherin, SPD Johannes Schott, Ratsmitglied, Bürger Bund Bonn e.V., BBB (anwesend am 04.09.2019)Seite 21 von 67 4140Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft AE 14 & AE 15 - AE 16 | VERFAHREN AE 14 und AE 15 Die Bonner Bäderlandschaft: Standorte und Grundangebot Die letzte inhaltliche Arbeitseinheit sollte einen neuen Blick auf die Bonner Bäderlandschaft ermög- lichen und alle bisherigen Teilergebnisse nochmals prüfen und abwägen. Dazu sahen sich die Teilneh- menden alle Plakate ihrer Planungszelle, ihre Pläne und Fotografien an, diskutierten in Kleingruppen und stellten schließlich die Bürgerempfehlungen in einer Prioritätenliste (AE 14) und in Textform, münd- lich vorgetragen (AE 15), zusammen. AE 16 Schlussrunde Ganz zum Schluss der Planungszellenarbeit füllten die Bürgergutachterinnen und -gutachter mehre- re Fragebögen anonym aus: zur Statistik und zur Bewertung des Verfahrens. Es gab außerdem eine Schlussrunde, in der alle Teilnehmenden noch- mals zu Wort kamen. Dann wurde der erfolgreiche Abschluss der Planungszelle bei einem Glas Sekt oder Saft gefeiert. Dirk Lahmann, der Leiter Koor- dinierungsstelle Bürgerbeteiligung der Stadt Bonn, verabschiedete die Teilnehmenden im Namen des Oberbürgermeisters mit einem herzlichen Danke- schön und sagte ihnen zu, ihre Ergebnisse gebüh- rend zu würdigen.Seite 22 von 67 Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft Mitwirkende MITWIRKENDESeite 23 von 67 4544Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft Die Bürgergutachterinnen und Bürgergutachter | MITWIRKENDE Sulaiman Al Horda Katrin Görnert Frank Recktenwald Uwe Baar Manuela Halbekath Ariane Reinecke Zumrud Baghiyeva Maja Hambuch N.N. Christel Balik Michael Hartmond Karen Ritter Thorsten Behrendt Regina Haverkamp Juri Romashkin Gabriele Belloff Bernd Heer Kjeld Sankuhl Sarah Bißeling Christine Hemmer Charlotte Schiermeyer Dr. Weert Börner Andreas Henkel Dr. Barbara Schilling Dilara Bozdag Rabea Heß Julian Schmickler Lars Bröcker Michael Hönig Elena Schmidt Victor Bukar Rebecca Jacobs Tim Schmitz Sing-Tse Chin Wolfram Kalkreuth Renate Schoenen Sophie Dappert Dr. Christian Kanig Ingeborg Schubbe Anne Daufenbach Paula Keller Sheik Fares Sheikho Ruth Dederichs Moritz Kirchesch Rolf Speidel Ibrahim Diane Christiane Klencz Lilith Spitta Moritz Dintera Manuel Knaus Samuel Steinborn Rolf Dörrstock Oksana Krämling Nicole Stephan Günter Engel Charlotte Krömer Dr. Tilmann Trebst Luise Ermert Stefanie Kuban Aleksandra Trkulja Olivier Essouma Sophie-Charlotte Lejczyk Ketevan Turkadze Wiltrud Feddeck Regina Macioßek-Isso Michael Vieth Miles Ferreira Borges Dr. Gisela Maintz Ursula Villwock Lars Förster Martin Martiny Michael Vogel Lisa Fournier Kristin Metzen Elisabeth Waldorf Gabriele Freiwald Hermann-Josef Müller Matthias Wallraf Leonie Frohn Maryia Nashkevich Franz Witte Charlotte Gatzmann Tim Niephaus Christian Wößner Barbara Gaus Astrid Raderschadt Juliane Wrobel Christoph Goebel Hassan Rasheed Sophia Zavelberg Die Bürgergutachterinnen und BürgergutachterSeite 24 von 67 4746Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft Referentinnen und Referenten | MITWIRKENDE Weitere Mitwirkende Damit die Bürgergutachterinnen und -gutachter in einer guten Struktur arbeiten können und mit wichtigsten Informationen versehen werden, bedarf es einer großen Zahl von Menschen, die im Hintergrund oder als Refe- rentinnen oder Referenten vor- und mitarbeiten. Allen sei herzlich gedankt: Referentinnen und Referenten Rolf Beu, Ratsmitglied, Sportpolitischer Sprecher, Bündnis 90/Die Grünen Katrin Bisping, Stadtkonservatorin Untere Denkmalbehörde, Stadt Bonn Florian Bräuer, Ratsmitglied, Sportpolitischer Sprecher, FDP Dr. Hartwig Carls-Kramp, 1. Vorsitzender Netzwerk Bürgerbäder, Geschäftsführer gem. Elsebad GmbH in Schwerte Klaus Cavalar, Initiative Familienschwimmen für Bonn Jochen Engels, Kassierer, Förderverein Panoramabad Rüngsdorf Stefan Günther, Amtsleitung Sport- und Bäderamt, Bundesstadt Bonn Tobias Haßdenteufel, Ratsmitglied, Sportpolitischer Sprecher, Die Linke Klaus-Peter Hentschel, Deutsche Lebensrettungsgesellschaft Bezirk Bonn Younis Kamil, 1. Vorsitzender, Internationaler Sport Club AlHilal Hildegard Kinzel, Mitglied der Frankenbad-Freunde Armin Koenen, Stellv. Betriebsleiter Bäder, Sport- und Bäderamt, Stadt Bonn Felix Kopinski, Ratsmitglied, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender, Die Sozialliberalen Birte Kümpel, Bürger.Bad.Godesberg e. V. Theodoros Marinos, Städtisches Gebäudemanagement, Geschäftsbereich Bauunterhaltung und Bäder, Stadt Bonn Gabi Mayer, Ratsmitglied, Sportpolitische Sprecherin, SPD Anja Niemeier, Bürgerinitiative Kurfürstenbad bleibt! Gordon Land, Ratsmitglied, Vorsitzender Ortsverband Bonn-Nordstadt, CDU Jürgen Lüssen, Stellvertretender Sportpolitischer Sprecher, Bürger Bund Bonn e.V., BBB Elke Palm, Abteilungsleiterin Sport und Bäder, stellvertretende Leiterin des Sport- und Bäderamtes, Stadt Bonn Ute Pilger, 1. Vorsitzende, Stadtsportbund Bonn e. V. Tobias Reckert, Dipl.-Ing. Architekt, Büroleitung StudioGA - Berlin, Studio Gollwitzer Architekten GmbH Jan Reche, Vorstand, Stadtschulpflegschaft Rafael Röger, Stellv. Vorsitzender, Freibad Freunde Friesdorf Guido Schlottmann, Abteilungsleiter im Stadtplanungsamt, Stadt Bonn Johannes Schott, Ratsmitglied, Bürger Bund Bonn e.V., BBB Martin Seiler, Bürgerinitiative Frankenbad bleibt Schwimmbad Maren Storck, 1. Vorsitzende Unser Melbbad Diether Vatheuer, Geschäftsführender Gesellschafter PROVA GmbH Eric Voß, Geschäftsführer der Bäder Betriebs GmbH Fulda Britta von der Lippe, Gründerin Beueler-Bütt-Initiative Marc Wester, Bäderbetriebsleiter Sport- und Bäderamt, Stadt Bonn Johannes Wiedemann, Koordinator, Behindertengemeinschaft Bonn Stadtverwaltung der Bundesstadt Bonn Dr. Birgit Schneider-Bönninger, Kultur- und Sportdezernentin Bundesstadt Dirk Lahmann, Leiter Koordinierungsstelle Bürgerbeteiligung Stephan Wielpütz, Bürgerbüro, Bürgerbeteiligung, Ombudsstelle Referentinnen und Referenten im VerfahrenSeite 25 von 67 4948Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft gfb und IDPF Philipp Baumer, B.A. Prof. Dr. Wolfgang Bergem Kyra Böhme Michelle Bube, B.A. Gerrit Pfau, M.A. Paul Nick, B.A. Mark Schwalm, Mag. phil. Prof. Dr. Hilmar Sturm Fabian Sturm Yazgülü Zeybek, M.Sc.MITWIRKENDE gfb und IDPF | MITWIRKENDESeite 26 von 67 Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft Ergebnisse: Empfehlungen und Anregungen zur Bonner Bäderlandschaft ERGEBNISSESeite 27 von 67 52Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft Vorbemerkungen zu den Ergebnissen | ERGEBNISSE Vorbemerkung zu Auswertung und Punktzahlen Vier Planungszellen haben unabhängig vonein- ander das gleiche Arbeitsprogramm durchlaufen. Kleingruppen einigten sich auf ihre bis zu drei oder fünf wichtigsten Aussagen und stellten sie in ihrer Planungszelle vor. Dort wurden sie erfasst; inhaltlich gleiche und ähnliche zusammengeführt. Dann hatte jede und jeder die Möglichkeit, drei bis fünf Punk- te zu verteilen, und zwar frei. Man konnte einen, zwei, drei oder auch fünf Punkte auf eine Anregung vergeben. Die Punktwerte bedeuten also keine „Stimmen“ wie bei Abstimmungen oder Wahlen. Daher werden auch keine Prozente ausgerechnet. Bei 92 Teilnehmen- den, die bis zum Schluss blieben, können also 92 Punkte bereits Einstimmigkeit bedeuten, und die absolute Mehrheit könnte schon bei 47 Stimmen erreicht sein. Allerdings können auch im Extremfall theoretisch neun Personen 45 Stimmen zusam- menbringen, wenn sie alle fünf Stimmen auf eine Aussage geben. In der Praxis kommt das sehr selten vor; die meisten Bürgergutachterinnen und -gutach- ter vergeben einzelne, auch zwei oder drei Punkte auf eine Empfehlung und bedenken immer mehrere Aussagen mit Punkten. Die Punkte sind stets nach der Wichtigkeit oder Zustimmung vergeben worden. Alle Ergebnisse der Arbeitseinheiten 1 bis 13 sind mit dem Hinweis zu versehen, dass es im Laufe der vier Tage hoffentlich zu Meinungsänderungen und Neu- bewertungen gekommen ist. Die Arbeitseinheiten 14 und 15 bilden das Endergebnis. Von ihnen aus sollte sozusagen auf die vorbereitenden Arbeitseinheiten zurückgeblickt werden.ERGEBNISSESeite 28 von 67 5554Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft AE 01 Erste Einschätzungen | ERGEBNISSE AE 01 Erste Einschätzungen Ziel der ersten Arbeitseinheit war – neben einer Einführung in Auftrag, Thema und Verfahren –, einen ersten Eindruck davon zu gewinnen, welche Erinne- rungen, Erfahrungen oder Gefühle die Bürgergut- achterinnen und Bürgergutachter mit den Bädern verbinden. Denn Schwimmbäder bestehen aus mehr als Wasser, Wiese und Gebäude für die Gemeinschaft und jeden Einzelnen. Sie bergen Erfahrungsschätze für Menschen, sind Räume für Entfaltung und Leben. Die Bürgergutachterinnen und Bürgergutachter verbanden mit den Bädern positive Kindheitserin- nerungen und Erfolgserlebnisse, zum Beispiel beim Schwimmenlernen. Auch dachten sie dabei an die Entspannung, die Auszeit vom Alltag oder das Frei- heitsgefühl. Das Familienerlebnis im Schwimmbad, die Rutschen und die sportlichen Aktivitäten einer- seits, aber auch das gastronomische Angebot, dar- unter das Eisessen oder Pommes rot/weiß wurden genannt. Einige der Teilnehmenden sprachen aber auch negative Erfahrungen und Gefühle an, wie das kalte Wasser, die fehlende Hygiene oder die Angst vor dem Sprungbrett. Da sich diese subjektiven Erfahrungen nicht ge- wichten und bewerten lassen, wurden die genann- ten Aspekte nicht bepunktet. Sie sind als eine Sammlung von persönlichen Erlebnissen zu be- trachten und werden hier ohne bestimmte Reihen- folge dargestellt. Pommes essen/Pommes Schranke (rot/weiß) Eis essen Im Freibad gute Verpflegung am Kiosk, eigenes Essen mitbringen Erinnerung an die Kindheit/Spaß und Gemeinschaft Positive Kindheitserinnerungen, die viele Jahre zurückliegen Früher: knappe Badezeiten Übernachten mit Kindern im Schwimmbad; nachts im Schwimmbad Früher gab es kaum bis keine Angebote an Schwimmstätten (allgemein) Erfolg (ich kann's) Sportliche Aktivitäten und Gesundheit/Wettkampf Früh- oder Spätschwimmen für Berufstätige als sportliche Alternative Schwimmbad als Lernort Schwimmen lernen/Abzeichen machen und damit verbundener Stolz Schulschwimmen (früher weniger Schwimmangebote in den Schulen als heute) Schwimmen ist ein gesunder und schöner Sport, trotz Kälte, Nässe und Lärm Schwimmen als Freizeitbewegung (springen, rutschen und bewegen) Erfolgserlebnisse, z. B. schwimmen lernen, Überwindung, Mutproben Pflicht (Schulschwimmkurs, gesellschaftlich, z. T. sogar versetzungsrelevant) Spaß, Erholung und alleine mit Freunden ohne Eltern, Freiheit, Unabhängigkeit Spaß mit Freunden und Familie/Geselligkeit Ort für Treffen mit Familie und Freunden, auch neue Kontakte Entspannung und Freizeit/hoher Erholungswert vor allem in den Morgenstunden im Freibad Auszeit vom Alltag, Urlaubsgefühl Erschwingliches Ferienprogramm, Abwechslung, Alternative zum Strandurlaub Ausflüge mit Großeltern etc. Alleine ohne Eltern Freiheitsgefühl Familienfreundlich, hinsichtlich Größe überschaubar, kleines Schwimmbad im Ortsteil, man kann Kinder mal alleine lassen Ferien- und Urlaubszeit (Urlaubsfeeling) Freizeitschwerpunkt nach der Schule im Sommer mit Freunden Familienerlebnis/Familienausflugsziel (Picknickdecken auf großen Rasenflächen) Freibäder als Angstraum/im Hinblick auf aktuelle Vorfälle mit Jugendlichen Angst bzw. Adrenalin beim Springen/Ängste überwinden Mutproben (Turmspringen) und Nervenkitzel Schamgefühle Sicherheit und Selbstständigkeit (es hat was mit Erwachsenwerden zu tun und Vertrauen lernen für die Eltern und in sich selbst) Freiheit in der Freizeitgestaltung (kein Vereinszwang) Erholung, Ausgleich und Entspannung/Gefühl der Schwerelosigkeit Schattenplatz im Schwimmbad Sonne und Wiese Rutschen und Wasserspiele Beachvolleyball Kulturelle Aspekte von Badebekleidung Frühmorgens bei Nebel über dem Wasser und herunterfallendem Herbstlaub Negatives: beinahe ertrinken, Sonnenbrand, Insekten- stiche, viele Menschen, Lärm, Chlor, Hygiene ... Kaltes Wasser, Frieren, ungemütlich, kalte Atmosphäre, keine Sicht auf den Beckenboden Feucht, laut, nass, kalt, muffig, langweilig Schmutzige und enge Umkleiden und unhygienische Sanitäranlagen Zunehmende Verschmutzung in den Bädern, Attraktivität hat nachgelassen Freude am Schwimmen verloren Aufenthalt im Bad verkürzt Aufenthalt nur noch als Aufsichtsperson für Kinder Hygiene (unangenehm)/starker Chlorgeruch und verschmutzte Toiletten und Umkleiden (vor allem bei überfüllten Freibädern) Angst (vor tiefem Wasser, hohem Sprungbrett, Strömung, ...) Schlechte Parkplatzsituation Welche Erinnerung, Erfahrung oder Gefühle verbinden Sie mit Bädern?Seite 29 von 67 5756Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft AE 02 Übersicht aller Bonner Bäder und möglicher Standorte | ERGEBNISSE AE 02 Übersicht aller Bonner Bäder und möglicher Standorte Die zweite Arbeitseinheit diente zur Übersicht der Bonner Bäderlandschaft, der jetzigen Standorte und möglicher Alternativen. In dieser Arbeitseinheit sollten die Teilnehmenden den jetzigen Stand der Bonner Bäderlandschaft und ihre Eigenschaften näher diskutieren und dabei die verschiedenen Stärken und Schwächen benennen. Zum ersten Mal im Verfahren konnten die Teilnehmenden für die in den Kleingruppen erarbeiteten Aspekte Punkte vergeben – jeweils drei für die Stärken und für die Schwächen der Bonner Bäderlandschaft. Die Dezentralität der Bäder wurde als Stärke der Bonner Bäderlandschaft besonders hervorgehoben, denn die Verteilung der Bäder im Stadtgebiet wurde als sehr positiv bewertet. Dabei bemerkten die Bür- gergutachterinnen und -gutachter aber auch, dass diese Stärke der Bonner Bäderlandschaft von der Funktionsfähigkeit aller Bäder abhängt. Die Teilnehmenden fanden, dass die günstigen Eintrittspreise für alle, insbesondere für Schüler und Studenten, eine attraktive Bäderlandschaft in Bonn ausmachen. Die gute Freibäderlandschaft, die wiederum von schöner Landschaft umgeben ist, und überhaupt das Freibadangebot wurden als weitere Stärken bezeichnet. Dabei waren aus Sicht vieler die mehr als ausreichende verkehrstechnische Erreichbarkeit der Bäder und die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr wichtige Vorteile. Als größte Schwäche der Bäderlandschaft wurde der Sanierungsstau bewertet, vor allem bei den Sani- täranlagen, der Technik und im Nutzerbereich. Den Zustand der Bäder, die marode Substanz bei Technik und im Nutzerbereich, z. B. in den Umkleidekabinen, empfinden die Teilnehmenden als klaren Nachteil. Ein entspannendes Wellness-/Familienbad und allgemein Angebote für Kinder und Familien in den Hallenbädern fehlen einem großen Teil der Teilneh- menden. Sie bemängeln, dass ein Hallenbad mit attraktiven Angeboten für alle Altersgruppen fehlt. Das mangelhafte Angebot an Wasserzeiten für Schul- und Vereinsschwimmen wird ebenfalls als eine große Schwäche hervorgehoben. Die Bürger- gutachterinnen und -gutachter sehen dabei Schwie- rigkeiten beim Schwimmenlernen, da der Bedarf nicht gedeckt sei und der Unterricht ausfallen müsse. Für Inklusionsschulen und andere Nutzer- gruppen hingegen sei die fehlende Barrierefreiheit eine Beeinträchtigung. Negativ seien ferner die uneinheitlichen und kurzen Öffnungszeiten der Bonner Bäderlandschaft sowie damit zusammenhängend das zu knapp bemessene Fachpersonal in den Bädern. AE 02a: Welche Stärken hat die Bonner Bäderlandschaft zum jetzigen Stand? Gute Verteilung im Stadtgebiet 83 Günstiger Eintrittspreis für Schüler/Studen- ten ab 2019 (Senkung)/generell günstige Eintrittspreise für alle (auch in Relation zu Spaßbädern) 44 Gute Freibäderlandschaft, schöne Lage 37 Erreichbarkeit der Bäder mehr als ausreichend (Anbindung an ÖPNV) 27 Sehr gutes Freibadangebot 15 Politischer Wille der Stadt ist vorhanden, etwas anzustoßen und dabei die Bürger zu beteiligen 12 Mehrere Freiflächen, mehrere große Wiesen 10 Ausreichende Anzahl an Freibädern 9 Freibäder in relativ annehmbarer Situation (im Vergleich zu Hallenbädern in Bonn) 7 Einführung einer Saisonkarte für die Freibäder 7 Noch gibt es ein Wettkampfbecken 3 Weitere Aussagen 4 Gesamt 258 AE 02b: Welche Schwächen hat die Bonner Bäderlandschaft zum jetzigen Stand? Sanierungsstau insgesamt/Sanierungsstau bei den Sanitäranlagen, der Technik und im Nutzerbereich 65 Fehlen eines Wellness-/Familienbades und Angebote für Kinder und Familien in den Hallenbädern 42 Schwierigkeiten für Schul- und Vereins- schwimmen beim Schwimmenlernen; Bedarf nicht gedeckt und Unterrichtsausfall 24 Uneinheitliche und insgesamt kurze Öffnungszeiten 22 Fehlende Barrierefreiheit aller Bäder/ u. a. für Inklusionsschulen 21 Zu wenig Fachpersonal (Bereich Technik)/ zu wenig Fachangestellte für Bäderbetriebe 19 Zu alte und zu marode Bäder (Energie- effizienz)/keine Spaßbäder 18 Öffnungszeiten nach Wetter und Bedarf ausrichten 12 Kein Hallenbad in Bad Godesberg 10 Jahrelange Wartezeit auf Schwimmkurse und zu geringes Schwimmkursangebot 9 Kein öffentlich zugängliches 50-m-Becken in den Hallenbädern 5 Stadt Bonn hat den Zeitgeist nicht erkannt und in der Vergangenheit die Situation der Bäder nicht angepackt 5 Keine Abtrennung von Sport- und Freizeit- schwimmbecken in den Freibädern 4 Nutzungskonzept für Hallenbäder hinsichtlich Grundangebot und Spezialisierung fehlt 4 Teilweise nicht funktionsfähig 3 Fehlende Schwimmzeiten wegen hohen Sanierungsstaus (z. B. für Vereine) 3 Weitere Aussagen 5 Gesamt 258 » Großer Lageplan: Seite 18Seite 30 von 67 5958Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft AE 03 Sanierung und gestalterische Maßnahmen | ERGEBNISSE AE 03 Sanierung und gestalterische Maßnahmen Die Sanierung der Bäder und gestalterische Maß- nahmen waren das Thema der dritten Arbeitseinheit, mit dem sich die Bonner Bürgerinnen und Bürger am ersten Arbeitstag befassten. Im Vordergrund dieser Arbeitseinheit standen die jeweiligen Vor- und Nach- teile einer Sanierung oder eines Neubaus – hinsicht- lich gestalterischer Möglichkeiten, des Zustands der Bäder, aber auch der Kosten. Die Kleingruppen sollten die Voraussetzungen benennen, unter denen eine Sanierung sinnvoll wäre. Dabei stand ganz klar die Kostenfrage für sie im Vordergrund. Solange die Kosten der Sanierung die eines Neubaus nicht überschreiten, befanden die Teilnehmenden eine Sanierung für sinnvoll. Ausdrücklich wurden die Kosten auf die gesamte Lebensdauer eines Bades bezogen, also beinhalten dabei neben den Sanierungskosten auch die Be- triebskosten. Bei einem Bad in optimaler Lage, mit guter Anbin- dung und einem gewissen Flair sprechen sich viele Teilnehmende für eine Sanierung aus. Sollte eine sinnvolle, passende Fläche für einen Neu- bau nicht zur Verfügung stehen oder sollten keine Alternativen möglich sein, da Flächen anderweitig besser genutzt werden, dann wäre aus Sicht der Teilnehmenden eine Sanierung ebenfalls sinnvoll. Wichtig war außerdem, dass bei einer Sanierung die Standards eines Neubaus erreicht werden können – auch mit Blick auf die Barrierefreiheit. Bei bestehenden Bädern, finden die Bürgergut- achterinnen und -gutachter, macht eine Sanierung besonders Sinn, wenn der Bau besonders ästhetisch ist und hochwertig ausgeführt wurde, wenn dieses Bad ausbaufähig ist und so Parkplätze, Anbauten, zusätzliche Schwimmbecken sowie Gastronomie hinzugebaut werden können oder auch wenn der Bedarf des bestehenden Bades entsprechend hoch ist. Die Versorgung des Stadtteils mit einem Bad am bestehenden Standort war ebenso wichtig. Unter welchen Voraussetzungen ist eine Sanierung sinnvoll? Wenn die Sanierung kostengünstiger als ein Neubau ist einschließlich der Betriebskosten insbesondere bei gut bekanntem Bauzustand 53 Wenn die Kosten bezogen auf die gesamte Lebensdauer die eines Neubaus nicht über- schreiten und überschaubar sind (inklusive Energieeffizienz) 49 Wenn die Lage und Anbindung gut sind und das Bad ein gewisses Flair hat 28 Wenn keine sinnvolle passende Fläche für einen Neubau zur Verfügung steht 23 Wenn die Sanierung Neubaustandards erreicht und Barrierefreiheit erreicht wird 20 Wenn ein bestehender Bau sehr ästhetisch und hochwertig ausgeführt wurde 18 Wenn ein Ausbau bestehender Bäder möglich ist (z. B. Parkplätze, Anbauten, zusätzliche Schwimmbecken sowie Gastronomie) 16 Wenn die Kosten für Sanierung und für Neubau in einem vernünftigen Verhältnis stehen (inkl. Betriebskosten) 16 Wenn nur so ein Stadtteil mit einem Bad versorgt werden kann/Standort 16 Wenn der Bedarf des bestehenden Bades entsprechend hoch ist 15 Wenn Sanierung nachhaltig ist/langfristige Perspektive wie ein Neubau 15 Wenn es möglichst wenig Schließzeit bei der Sanierung des Bades gibt 15 Wenn dafür keine weiteren öffentlichen Flächen versiegelt und umgebaut werden, die bereits einem anderen öffentlichen Nutzen dienen 14 Weil dann ein Baudenkmal mitsamt seiner ursprünglichen Funktion erhalten bleibt 14 Wegen mangelnder Alternativen (frei werden- de Flächen sollten besser für Wohnungsbau und Grünflächen genutzt werden; Umwelt- schutz, Bsp. Ennert) 13 Wenn die Ausfallzeit durch andere Bäder kompensiert werden kann 12 Wenn die Sanierung zeitnah geschehen kann und wenn sie nicht länger dauert als ein Neubau 11 Wenn Bedarf an notwendigen Wasserflächen damit gedeckt werden kann unter Berücksich- tigung der Lehrschwimmbecken 11 Falls Baugenehmigung, Verfahren usw. für Neubau unverhältnismäßig lange dauern 10 Wenn dort an gleicher Stelle kein kostengüns- tigerer Neubau gebaut werden kann 9 Wenn die Sanierungsmittel einer größeren Öffentlichkeit zugutekommen 8 Bei variierendem Nutzungsplan von z. B. Sport- zu Familienbad 7 Weitere Aussagen 53 Gesamt 446Seite 31 von 67 6160Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft AE 04 Konzepte und Visionen für die Bäderlandschaft | ERGEBNISSE AE 04 Konzepte und Visionen für die Bäderlandschaft Einen Blick in die Zukunft der Bonner Bäderland- schaft warfen die Bürgergutachterinnen und -gut- achter in der Arbeitseinheit 4. Hier wurden Kon- zepte und Visionen diskutiert und das zukünftige Bade- und Freizeitverhalten sowie das Angebot der Bäderlandschaft etwas vorausschauender betrach- tet. Die Teilnehmenden sollten sich dabei ihr ideales Bad vorstellen und dessen besondere Merkmale aufzeigen. Am höchsten bewertet wurde das ideale Bad der Zukunft mit einem attraktiven Angebot für alle Ziel- gruppen. Dabei sollen alle auf ihre Kosten kommen können: die Älteren, die Bahnen schwimmen wollen, Familien im Kleinkindbereich, Jugendliche, Frauen und Männer. Der Bedarf der Vereine und Schulen soll dabei mit extra Schwimmzeiten abgedeckt sein. Die Bürgergutachterinnen und -gutachter befanden das Modell des Kombibades, in dem Freibad und Hal- lenbad zusammen bestehen, für eine zukunftsfähige Lösung für die Bonner Bäderlandschaft. Baden bei Mondschein lautete eine andere Vision für Bonn. Damit war gemeint, dass die Öffnungszeiten flexibler gestaltet werden sollten, sodass auch Be- rufstätige bei späten Öffnungszeiten, also bei Mond- schein, das Schwimmangebot wahrnehmen könnten. Das Schwimmangebot sollte laut den Teilnehmen- den am besten auch Sauna- und Wellnessangebote beinhalten. Dazu gehören ein Ruhebereich mit Wasserbetten, Grotten mit LED-Sternenhimmel und ein Sole-Bereich. Daneben hat ein ideales Bad vor allem auch eine sichere Umgebung und einen hohen Sicherheits- standard, der durch eine Aufsicht und technische Hilfsmittel unterstützt wird. Ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis mit familiengerechten Eintrittspreisen sowie ein anspre- chendes, zeitgemäßes Ambiente zeichnen das ideale Bad der Zukunft aus. Für Kinder- und Jugendliche soll zukünftiges Baden in Bonn zum Schwimmenlernen ein multifunktiona- les Lehrschwimmbecken mit Hubboden enthalten. Um mehr Spaß zu haben, sollen sie den zeitlosen, wandelbaren Kinder- und Jugendbereich mit wech- selnden Attraktionen besuchen können. Stellen Sie sich bitte Ihr ideales Bad in der Zukunft vor. Was zeichnet es besonders aus? Attraktive Angebote für alle Zielgruppen: Bahnenschwimmen für Ältere, Kleinkindbe- reich, Jugendliche, für Frauen/Männer sowie für Vereine und Schulen extra Schwimmzeiten 58 Kombibad oder modulares Bad/Cabriobad 32 Flexibilität bei den Öffnungszeiten für Berufs- tätige gewährleisten (späte Öffnungszeiten)/ Baden bei Mondschein 31 Sauna und Wellness, Ruhebereich mit Was- serbetten, Grotten mit LED-Sternenhimmel, Solebereich 24 Hoher Sicherheitsstandard (Aufsicht und technische Hilfsmittel), sichere Umgebung 23 Angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis und familiengerechte Eintrittspreise 21 Ein ansprechendes zeitgemäßes Ambiente: Helligkeit, Farbe, Ruhebereich 20 Multifunktionales Lehrschwimmbecken mit Hubboden 17 Zeitloser, wandelbarer Kinder- und Jugend- bereich mit wechselnden Attraktionen (auf- blasbare Wasserlandschaften, Rutschen, mit Kinderbetreuung) 17 Schwimmen ohne Chlor/Naturlandschaft mit Fluss und See oder hochwertige Wasser- aufbereitung 16 Klimaneutral und nachhaltig 16 Gute Infrastruktur, ÖPNV Anbindung, Park- plätze, Stellplätze für Fahrräder/Pedelecs/ Rollstühle/Kinderwagen 15 Für jeden Bedarf getrennte Schwimmbecken z.B. zum Ausruhen, Kinderbereich oder Kombi aus Innen- und Außenbecken 14 Sportlichen Aspekt nicht vernachlässigen (klassische Schwimmbahn und 50-m- Bahn, Gesundheitsaspekte) 13 Sauberkeit 12 Das Bad als Begegnungsstätte und als Ort für Kulturveranstaltungen z. B. Kino am Abend/den Tag verleben mit Wasser 12 Modernes und gesundes Gastronomie- angebot mit attraktiven Angeboten wie Kindergeburtstagen 11 Kombi aus Sport und Spaß 9 Kommunikationsinseln im Trockenen und Nassen 7 24/7-Öffnungszeiten 7 Wenn es viel Programmvielfalt gibt (Kurse) 7 Barrierefreiheit und bessere Inklusion, z. B. mehr Platz in Umkleiden 7 Weitere Aussagen 45 Gesamt 434Seite 32 von 67 6362Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft AE 05 Begehung einiger Bäder / AE 06 Vorstellung der Bäder | ERGEBNISSE AE 05 Begehung einiger Bäder Nachdem sich die Bürgergutachterinnen und Bürgergutachter am ersten Tag bereits einen Überblick zu möglichen von der Verwaltung geprüften Standorten, Sanierungsmaßnahmen und Visionen für die Bonner Bäderlandschaft verschafft hatten, konnten sie sich zu Beginn des zweiten Tages unterschiedliche Bonner Bäder ansehen. Die Kleingruppen trafen sich morgens jeweils direkt an je einem anderen Bad. Besucht wurden das Frankenbad, die Beueler Bütt, das Hardtber- gbad, das Kurfürstenbad und das Schwimmbad Friesdorf. Das Badpersonal stand bereit, um Fragen zu beantworten und die Teilnehmenden durch das Bad zu begleiten. Dabei wurden ihnen auch techni- sche Anlagen und nichtöffentliche Bereiche gezeigt, damit sie sich ein umfassendes Bild des jeweiligen Bades machen konnten. Der Arbeitsauftrag bestand darin, Fotos von den schönsten und schlechtesten Aspekten der besuchten Bäder zu machen und in der Kleingruppe über die gesammelten Eindrücke zu diskutieren. Am Ende sollten sie die drei besten und schlechtesten Beispielfotos auswählen. AE 06 Vorstellung der Bäder Nachdem die einzelnen Kleingruppen von der Bäder- begehung zurück zum Tagungsort gekommen waren, wurden die von ihnen ausgewählten Fotos im Groß- format auf ein Plakat gedruckt, das sie zusätzlich beschriften konnten. Damit sollten auch andere als optische Eindrücke festgehalten und geteilt werden können. Beueler Bütt: Nach Ansicht der Bürgergutachterinnen und Bürgergutachter zeichnete sich die Beueler Bütt vor allem durch ihre modernen und sauberen Duschbereiche, einen freundlichen und lichtdurch- fluteten Schwimmbereich sowie durch ihre weiteren Sportanlagen aus, darunter eine Ruderanlage und eine Gymnastikhalle. Negativ blieben den Kleingruppen, die die Beueler Bütt besuchten, die ihrer Meinung nach unattrak- tiv gestalteten Außen- und Eingangsbereiche des Bades in Erinnerung. Auch die nichtöffentlichen Arbeitsbereiche des Badpersonals wurden als renovierungsbedürftig betrachtet. Frankenbad: Die Zuschauertribüne des Frankenbades wurde als positives Alleinstellungsmerkmal betrachtet. Auch die praktische Aufteilung der separaten Sport-, Lehr- und Mehrzweckbecken wurde als positiv empfunden. Bemängelt wurden vor allem die in Teilen veralteten technischen Anlagen des Bades. Freibad Friesdorf: Das Freibad Friesdorf („Friesi“) blieb den Kleingrup- pen vor allem durch seine gepflegten und anspre- chenden Grünanlagen in Erinnerung. Negativ fiel hingegen der Eindruck eines Teils der Badausstattung auf, wie etwa der renovierungsbe- dürftige Sprungturm. Hardtbergbad: Am Kombibad im Bonner Stadtbezirk Hardtberg empfanden die Bürgergutachterinnen und Bürger- gutachter vor allem die attraktiv gestalteten und unter anderem mit Strandkörben ausgestatteten Außenbereiche als besonders positiv. Eine zu geringe Anzahl an Parkplätzen und der äußerlich schlechte Zustand der technischen Anlagen hinterließen einen negativen Eindruck bei den Teilnehmenden. Kurfürstenbad: Das nicht mehr betriebene Kurfürstenbad in Bad Godesberg überzeugte die Teilnehmenden vor allem durch seinen Charakter als Heilbad. Daher wurden unter anderem der Brunnen am Eingang und das Quellbecken im Außenbereich als positiv empfunden. Insbesondere der technisch schlechte Zustand des Bades sowie der allgemein renovierungsbe- dürftige Zustand des Gebäudes hinterließen einen negativen Eindruck.Seite 33 von 67 6564Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft AE 06 Vorstellung der Bäder | ERGEBNISSE Positivbeispiele Beueler Bütt Negativbeispiele Beueler Bütt Positivbeispiele Frankenbad Positivbeispiele Freibad Friesdorf Positivbeispiele Hardtbergbad Positivbeispiele Kurfürstenbad Negativbeispiele Frankenbad Negativbeispiele Freibad Friesdorf Negativbeispiele Hardtbergbad Negativbeispiele KurfürstenbadSeite 34 von 67 6766Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft AE 07 Nutzergruppen 1 | ERGEBNISSE AE 07 Nutzergruppen 1 Welche Merkmale muss ein Hallenbad aufweisen, um den Nutzergruppen gerecht zu werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Bürgergutachterinnen und -gutachter in der ersten von zwei inhaltlich aufeinander abgestimmten Arbeitseinheiten, die sich mit den Bedarfen der unterschiedlichen Nutzer- gruppen der Bonner Bäder beschäftigten. Für besonders wichtig erachteten die Teilnehmen- den hierbei vor allem eine kinder- und behinder- tengerechte Ausstattung der Bäder durch allge- meine Barrierefreiheit (z. B. breite Eingänge) sowie leicht zugängliche und nutzbare Schwimmbecken, etwa durch Lifte oder Hubböden für einstellbare Wassertiefen. Wie bereits in den vorhergegangenen Arbeitseinhei- ten spielten auch beim Thema Nutzergruppen die Öffnungszeiten der Bäder eine wichtige Rolle. Um möglichst vielen Nutzern die Möglichkeit zu bieten, die Angebote der Bonner Bäder in Anspruch nehmen zu können, sollten diese flexibler, länger und ganz- jährig geöffnet sein. Damit ausreichende und schnell erreichbare Was- serflächen für das Schulschwimmen in Bonn vorhan- den und auch Sport- und Trainingsmöglichkeiten für Vereine (etwa die Deutsche Lebens-Rettungs-Ge- sellschaft) gegeben sind, sollten die Bonner Bäder über separate Lehr- und Sportbecken verfügen. Zu dieser Ausstattung sollten weiter auch Sprungtür- me, Lager- und Schulungsräume sowie genügend Umkleiden gehören. Besonders bei Sportbecken, das für Wettkämpfe geeignet sein soll, sollte darauf geachtet werden, dass es im Hinblick auf Maße und Ausstattung aktuellen Vorgaben für den offiziellen Wettkampfbetrieb entsprechen, auch um Bonn als „Sportstadt“ profilieren zu können. Neben den eigentlichen Schwimmbereichen sollte auch das „Drumherum“ ansprechend gestaltet sein. Dazu zählten für die Teilnehmenden zum Beispiel eine schön gestaltete Eingangshalle mit gemütli- chen Sitzmöglichkeiten und gastronomischen Ange- boten (Kaffee, Snacks etc.). Welche Merkmale muss ein Hallenbad aufweisen, um den Nutzergruppen gerecht zu werden? Lehrschwimmbecken mit Hubboden (kinder- und behindertengerecht) mit warmer Wasser- temperatur (80cm tief, 28 Grad Celsius) sowie vier Gruppenumkleiden 56 Barrierefreiheit (z. B. Lifter, Hubbecken, Alarmsysteme, breite Eingänge) 41 Öffnungszeiten länger, flexibler und ganzjährig 39 DLRG/Sprungturm von 3 m Höhe/25 m langes Schwimmbecken/2 m tief/im weiteren Verlauf 3 - 5 m tief 38 Ein Sportbecken mit den erforderlichen Maßen und Tiefen; abtrennbar vom restlichen Schwimmbad/Schwimmvereinssport sollte möglich sein 34 Es muss den Richtlinien des Schulsports entsprechen 28 Ausreichend Personal für den Lehrbetrieb 24 Günstige Entfernung zu möglichst vielen Schulen/gute Erreichbarkeit vor allem mit dem ÖPNV 24 Beckenarten: Lehr-, Sport-, Baby-, Außen-, Sprungturm- (1 m fest und 3 - 5 m höhen- verstellbar) und Vario-Becken 19 Für die drei Nutzergruppen Schul-, Sport- und Rettungsschwimmen müssen die Schwimmbäder ausgelegt sein 17 Vergrößerung der Wasserfläche lokal und allgemein 17 Acht Sammelumkleiden, Einzel- und Familien- umkleiden für die Öffentlichkeit 15 Ausreichende Flächen für Sozialräume für Mitarbeiter, Lager- und Schulungsräume 12 Individualsport und Angebote für Kinder und Jugendliche sollten harmonisch miteinander verbunden sein 10 Eine schöne Eingangshalle mit genütlichen Sitzmöglichkeiten, Kaffeeautomat, Getränke- automat und Süßigkeiten sowie eine freund- liche Kassendame 8 Ein Kinder- und Spaßbereich 7 Genügend Platz als Sitzfläche und Rückzugsort 7 Flexible Wasserparcours: um Sportbecken temporär umzugestalten in Spaß- und Bewegungsflächen 7 Einzelduschen 7 Ein Gastronomiebereich 6 Weitere Aussagen 28 Gesamt 444Seite 35 von 67 6968Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft AE 08 Nutzergruppen 2 | ERGEBNISSE AE 08 Nutzergruppen 2 Im Anschluss an die Arbeitseinheit 07 ging es nun um die Bedürfnisse jener Gruppen in der Bevölke- rung, die in der vorausgegangenen Arbeitseinheit noch nicht berücksichtigt wurden. Einbezogen wur- den hier zudem auch jene Interessengruppen, die nicht unmittelbar in den Schwimm- und Badebetrieb einbezogen sind, sondern für dessen Rahmenbedin- gungen von Bedeutung sind. Konkret nannten die Bürgergutachterinnen und -gutachter hier mehr- heitlich die Bonner Steuerzahlerinnen und Steuer- zahler, deren Interesse an einer genauen, gewis- senhaften und angemessenen finanziellen Planung der Bonner Bäderlandschaft berücksichtigt werden sollte. Die Idee einer Kooperation von öffentlichen und privaten Betreibern fand Zustimmung unter den Teilnehmenden, unter der Voraussetzung, dass ein solches Betriebsmodell effizient und für die Nutzer der Bäder vorteilhaft gestaltet werden kann. Auch der Umweltschutz wurde als eine zentrale Voraussetzung zukünftiger Sanierungsmaßnahmen gesehen. Eine nachhaltige und energieeffiziente Planung und Umsetzung sollte bei Bauarbeiten im Bereich Bäder stets gewährleistet sein. Viele Teilnehmende sprachen sich ebenfalls dafür aus, zusätzlich noch die Meinung der Bademeister in die weitere Planung mit einzubeziehen, ebenso die Interessen von Kindern und Jugendlichen. Auch der Vorschlag festgelegter Zeiträume für getrenntge- schlechtliches Schwimmen für Frauen und Männer fand große Zustimmung unter den Bürgerinnen und Bürgern, wobei diese Idee nicht etwa aus religiösen, sondern aus Integrationsgründen als vielverspre- chend betrachtet wurde. Welche Interessen darüber hinaus wurden nicht berücksichtigt und sollten Beachtung finden? Steuerzahler/Bonner Haushalt/Allgemeinwert des Schwimmens für die Stadtgesellschaft im Vergleich zu Kultur (Beethovenstadt) 75 Familien- oder Spaßbäder in privater Hand betreiben, Stadt kann Grundstück zu günsti- gen Bedingungen zur Verfügung stellen 37 Umweltschutz/Nachhaltigkeit (Materialien, Energieeffizien, ...) 32 Getrenntgeschlechtliches Schwimmen/ Frauen- und Männerschwimmen aus Integrations-, nicht aus Religionsgründen (für ALLE Frauen oder ALLE Männer) 30 Bademeister zur aktuellen Lage, zu Bedürf- nissen und Lösungen befragen 23 Fehlende Zielgruppen: Schüler/Jugendliche, Senioren, Eltern mit Kleinkindern, Studenten und sozial Schwache 22 Seniorenschwimmen (z. B. Aquagymnastik und angeschlossener Physiobereich) 21 Entscheidungen auf Basis einer Kosten- Nutzen-Analyse treffen (Kostenfaktor, Finanzierbarkeit) 21 Interessen der Kinder und Jugendlichen abfragen (Action- und Erlebnisbereiche) 20 Bezahlbarkeit der Sanierung und der Umbauten 19 Gesundheitsaspekte (Aquagymnastik, Yoga, Gymnastik, Angebote für schwangere Frauen ...) 18 Fehlende Sanierungsgutachten 13 Leistungs- und Wettkampfschwimmen/ Wettkampftauglichkeit eines Bades 13 Nutzungszahlen und Bevölkerungsdichte einbeziehen 11 Schwimmbad in private Trägerschaft mit städtischen Zuschüssen ist Überlegung wert 11 Saunalandschaft zu bezahlbaren Preisen anbieten 9 Viktoriabad erhalten, aber einfach strukturie- ren, z. B. für Frauenschwimmen für alle Frauen, für Behinderte, für Kinder, für Schulen 8 Machbarkeit der Forderungen der Bürger- initiativen und Fördervereine 7 1 h Schwimmzeit/Woche jeweils für Männer und Frauen 7 Weitere Aussagen 31 Gesamt 428Seite 36 von 67 7170Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft AE 09a Der Betrieb „Bäder“ | ERGEBNISSE AE 09a Der Betrieb „Bäder“ Die Arbeitseinheit 09 umfasste zwei Arbeitsaufträ- ge: Möglichkeiten für einen kostengünstigen Betrieb und Ideen, wie mit dem Mangel an Bäderpersonal umgegangen werden könnte. Zu Beginn des dritten Tages setzten sich die Bür- gergutachterinnen und Bürgergutachter zunächst damit auseinander, wie Bäder kostengünstig und effizient betrieben werden können. Besonders großes Potenzial für Kostenersparnisse sahen sie in der Erneuerung der vorhandenen technischen Anlagen, indem ältere mit hohem Energieverbrauch durch neuere, energiesparende ersetzt werden. Die benötigte Energie sollte dabei möglichst aus erneu- erbaren und umweltschonenden Quellen bezogen werden, zum Beispiel Solarenergie, Geothermie oder durch die Nutzung von Abwärme. Auch die Digitalisierung spielte hierbei für die Teil- nehmenden eine Rolle. Eine zentrale Steuerung der Technik mehrerer Bäder wurde als eine Möglichkeit betrachtet, diese effizienter zu betreiben. Zwei Vorschläge befassten sich mit den Potenzialen bürgerschaftlichen Engagements im Bäderbetrieb. Durch ehrenamtliche Tätigkeiten (zum Beispiel durch Arbeit an der Kasse, als Aufsicht oder in der Gastronomie) könnten anfallende Aufgaben ohne große zusätzliche Kosten bewältigt werden. Eine weitere Möglichkeit, öffentliche Bäder kostengünsti- ger zu betreiben, besteht nach Aussage der Teilneh- menden in der Entwicklung und Umsetzung eines Bürgerbad-Modells für einige der Bonner Bäder. Dies bedeutet, dass der Betrieb eines Bads von der Kommune auf eine in der Regel gemeinnützig orientierte Gruppe von Bürgern übertragen wird, die sich bereit erklärt, ein Bad mit Unterstützung der Kommune durch Eigenarbeit in stand zu halten und zu betreiben. Neben Modellen zur Kosteneinsparung wurde auch auf Maßnahmen zur Steigerung von Einnahmen verwiesen, die aber nicht zu Lasten der Nutzer, etwa durch eine Erhöhung von Eintrittspreisen, ausfallen sollten. Darunter fiel zum Beispiel die Nutzung freier Flächen der Bäder für Werbung oder Sponsoring. Weitere Einnahmen könnten auch durch die Steigerung der Attraktivität der Angebote ein- zelner Bäder generiert werden, etwa durch speziell auf Kinder und Jugendliche zugeschnittene Events („Pool Party“). Stellen Sie bitte bis zu fünf Möglichkeiten für einen kostengünstigen Betrieb dar! Vorhandene Technik gegen energieeffiziente austauschen; Energiesparmaßnahmen (z. B. Solartechnik, Photovoltaik, Geothermie, Abwärme) 54 Neueste Technik/Digitalisierung und Fernüberwachung mit zentraler Steuerung mehrerer Bäder 32 Ehrenamtliches Engagement zur Unterstüt- zung (z. B. Kasse, Aufsicht, Gastronomie, Reinigung) 30 Sponsoring/Freibadfläche für zusätzliche Einnahmen nutzen/Werbung 28 Entwicklung eines Bürgerbadmodells durch die Stadt Bonn; Rahmenbedingungen schaffen 18 Steigerung von Einnahmen durch zusätzliche Angebote für Kinder/ Jugendliche (Pool-Party) 16 Dauerhafte Wartung und Instandsetzung 9 Outsourcing (Fremdvergabe) und Bündelung von Dienstleistungen z. B. von Reinigungspersonal 8 Privatisierung durch Übernahme durch einen Förderverein 7 Modernisierung durch N
Gekürzt — den vollständigen Text enthält das PDF.
Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.
bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 10:10 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de