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190845 · Mitteilungsvorlage

Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft

Nummer
190845
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
28.11.2019
Letzte Änderung
18.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und Lokale Agenda 23.01.2020 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Rates 12.12.2019 Kenntnisnahme
  3. Sitzung des Beirates Bürgerbeteiligung 17.01.2020 Kenntnisnahme
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Untergeordnet

  1. 190845-1 Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft Antrag zur Vorlage 190845
  2. 190845-3 ST Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
  3. 190845-2 Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft Antrag zur Vorlage 190845

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Mitteilungsvorlage
öffentlich
190845
Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
Beratungsfolge
Rat 12.12.2019 Kenntnisnahme
Beirat Bürgerbeteiligung 17.01.2020 Kenntnisnahme
Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen
und Bürger und Lokale Agenda
23.01.2020 Kenntnisnahme
Der Rat der Bundesstadt Bonn hatte am 11.12.2018 (DS-Nr. 1813055EB8) die
Durchführung eines Bürgerbeteiligungsverfahrens „Bonner Bäderlandschaft“
beschlossen. Zeitliche Vorgabe war es, den Prozess im letzten Drittel 2019
abzuschließen.
Mit der Durchführung dieses Bürgerbeteiligungsverfahrens ist nach erfolgter
Ausschreibung auf der Grundlage des Beschlusses des Rates vom 28.03.2019
die Gesellschaft für Bürgergutachten (gfB) beauftragt worden (DS-Nr.
1910656).
Die öffentliche Auftaktveranstaltung zur Bürgerbeteiligung hat am 15.05.2019 in
der Bundeskunsthalle stattgefunden. Weitere Beteiligungsformate waren die
Planungswerkstatt am 25.06.2019 sowie der Runde Tisch am 10.07.2019.
Kern des Bürgerbeteiligungsverfahrens waren insgesamt vier Planungszellen,
die vom 02.-12.09.2019 an jeweils 4 Tagen mit knapp einhundert zufällig
ausgewählten Bonner Bürgerinnen und Bürgern stattgefunden haben.
Das Planungszellenverfahren ist in den 1970er Jahren entwickelt worden und
ist eines der am besten wissenschaftlich untersuchten
Bürgerbeteiligungsverfahren. Die Grundsätze des Verfahrens und die auch in
Bonn angewendete Kombination von Zufallsauswahl der Bürger, finanzieller
Honorierung der Teilnehmer, mehrtägiger Arbeit, wechselnden Kleingruppen,
vielfältiger bis kontroverser Information, neutraler Prozessbegleitung und
unabhängiger Durchführungträgerschaft haben sich in vielen durchgeführten
Verfahren bewährt. Vertiefende Hinweise zum Planungszellenverfahren können
der einschlägigen Fachliteratur entnommen werden.
Sowohl dem Durchführungsträger, der Gesellschaft für Bürgergutachten, als
auch den Bürgergutachterinnen und -gutachtern ist ein finanzieller Rahmen
genannt worden, der sich aus dem Beschluss des Rates vom 11.12.2019 ergibt
Federführung:
52 Sport- und Bäderamt Dezernat:
Dez. IVSeite 1 von 67

Seite 2
(siehe DS Nr. 1813055EB8). Danach stehen zur Umsetzung des
Bäderkonzeptes die Mittel aus der Bäderpauschale in Höhe von rund 26 Mio. €
zur Verfügung. Weitere Mittel, die darüber hinaus benötigt werden, sind von der
Verwaltung zum Haushalt anzumelden bzw. überplanmäßig bereitzustellen.
Die Bürgerinnen und Bürger haben in den Planungszellen Empfehlungen für
das weitere Vorgehen zur Bäderlandschaft erarbeitet. Diese Empfehlungen
sind in einem Bürgergutachten zusammengefasst worden.
Das Bürgergutachten ist am 21.11.2019 im Rahmen einer öffentlichen
Veranstaltung an den Oberbürgermeister übergeben worden. Das
Bürgergutachten ist als Anhang dieser Vorlage beigefügt.
Die Verwaltung wird zu den Empfehlungen aus dem Bürgergutachten konkrete
Umsetzungsszenarien und -Vorschläge erarbeiten und diese den politischen
Gremien bis Ende des ersten Quartals 2020 zur Beschlussfassung vorlegen.
Die Szenarien und Vorschläge sollen vorab in einer vorbereitenden
Arbeitsgruppe, welche sich aus Vertretern der Fraktionen und der Verwaltung
zusammensetzen soll, vorgestellt und beraten werden.
Anlage/n
1 Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft (öffentlich)Seite 2 von 67

Bürgergutachten zur
Bonner Bäderlandschaft
erarbeitet von
Bürgerinnen und Bürgern der Bundesstadt Bonn
organisiert und begleitet durch die
gfb Gesellschaft für Bürgergutachten
in Kooperation mit dem
Institut für Demokratie- und Partizipationsforschung (IDPF)
der Bergischen Universität Wuppertal
im Auftrag des
Rats der Bundesstadt Bonn
Bonn 2019Seite 3 von 67

Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft INHALT
Herausgeber und unabhängige Durchführungsträger
gfb Gesellschaft für Bürgergutachten
Hilmar Sturm, Mark Schwalm, Benno Trütken
www.buergergutachten.com
Albanistraße 12, 81541 München
Telefon (089) 44 14 04-60
Bergische Universität Wuppertal
Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften
Institut für Demokratie- und Partizipationsforschung (IDPF)
www.idpf.eu
Bendahler Straße 29 · 42285 Wuppertal
Telefon (0202) 439 4793
Auftraggeber
Bundesstadt Bonn
Berliner Platz 2 · 53103 Bonn
Verfasserinnen und Verfasser
Die Inhalte dieses Bürgergutachtens stammen von den Bürgergutachterinnen und -gutachtern.
Zu Texten und Tabellen zusammengefasst wurden sie von den gfb-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern Mark Schwalm,
Hilmar Sturm, Philip Baumer, Yazgülü Zeybek.
Layout & Satz
René Gruszka, www.bulb-kreativ.com
Druck
Bundesstadt Bonn
Personal- und Organisationsamt
Zentrale Dienste
10 - 312 Druckerei und Poststelle
Stadthaus, Berliner Platz 2, 53111 Bonn
Bildnachweis
Umschlagsgestaltung: René Gruszka, www.bulb-kreativ.com
Oberbürgermeister der Stadt Bonn, Seite: 7 - Regina Spitz
Abbildungen, Seite: 12, 13, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 56, 79 - Bundesstadt Bonn / Giacomo Zucca / Michael Sondermann
Architektenentwürfe Hardtbergbad, Seite: 22, 78, 80, 81 - Studio Gollwitzer Architekten GmbH
Abbildungen Bäderbegehung, Seite: 64, 65 - Bürgergutachterinnen und -gutachter
Alle anderen Abbildungen: Paul Nick, im Auftrag der gfb Gesellschaft für Bürgergutachten
Druckauflage
500
INTRO
VERFAHREN
MITWIRKENDE
ERGEBNISSE
ANHANG
6 Vorwort des Oberbürgermeisters der Bundesstadt Bonn
8 Vorwort der unabhängigen Durchführungsträger
10 Gesamtergebnisse im Überblick
18 Bonner Bäderlandschaft und Lageplan
22 Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
24 Auftrag und Verfahren
29 Vorbemerkungen zum besseren Verständnis
30 Die Planungszellen
44 Die Bürgergutachterinnen und Bürgergutachter
46 Weitere Mitwirkende
52 Vorbemerkungen zu den Ergebnissen
54 AE 01 Erste Einschätzungen
56 AE 02 Übersicht aller Bonner Bäder und mögliche Standorte
58 AE 03 Sanierung und gestalterische Maßnahmen
60 AE 04 Konzepte und Visionen für die Bäderlandschaft
62 AE 05 Begehung einiger Bäder
63 AE 06 Vorstellung der Bäder
66 AE 07 Nutzergruppen 1: Vereine und Schule
68 AE 08 Nutzergruppen 2: Öffentlichkeit und besondere Interessen
70 AE 09 Der Betrieb „Bäder“
74 AE 10 Belegung und Öffnungszeiten
76 AE 11 Offene Arbeitseinheit
77 AE 12 Politikgespräch
78 AE 13 Hardtbergbad-Sanierung
82 AE 14 Die Bonner Bäderlandschaft: Grundsätze und Leitziele
84 AE 15 Maßnahmen
90 Einzelfragebogen zur Nutzung der Bäderlandschaft
98 Teilnehmendenstatistik
108 Verfahrensbewertung
120 Die Bonner Bäderlandschaft: Grundsätze und Leitziele (AE 14)
122 Planungszellen-Ergebnisse zur Arbeitseinheit 14 (AE 14)
124 Einzelergebnisse PZ 1 bis 4 (AE 15)INHALTSeite 4 von 67

76Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
Vorwort des Oberbürgermeisters der Bundesstadt Bonn | INTRO
Vorwort des Oberbürgermeisters
der Bundesstadt Bonn
Liebe Bonnerinnen und Bonner,
nach einem außerordentlich gründlichen Bürger-
beteiligungsverfahren liegt es hier vor: das erste
Bürgergutachten für Bonn. Es ist ein wichtiger
Beitrag zur Weiterentwicklung unserer Bonner
Bäderlandschaft. Fast hundert Bonner Bürgerinnen
und Bürger aus allen Stadtteilen, gesellschaftlichen
Gruppen und Schichten haben daran mitgearbeitet.
Das Wort „Arbeit“ ist hier wirklich angemessen.
Vier Tage von morgens bis abends Informationen
aufnehmen, abwägen, diskutieren, Vorschläge
entwickeln und sich zu nicht immer leichten
Entscheidungen durchringen, das ist eine Leistung.
Viele haben sich dafür frei genommen, einige
wurden von ihren Arbeitgeberinnen und Arbeit-
gebern freigestellt, denen dafür ein besonderer
Dank gilt.
Bürgerinnen, Bürger, Rat und Verwaltung haben
damit für Bonn Neuland beschritten. Wir haben
schon eine gut ausgebaute Bürgerbeteiligung,
aber das Verfahren „Bürgergutachten durch
Planungszellen“ wurde zum ersten Mal eingesetzt.
Die Empfehlungen der Bürgergutachterinnen und
Bürgergutachter werden von Rat, Verwaltung und
mir genau gelesen. Wir erhoffen uns davon, die
Bäder für unsere Stadt so gestalten zu können,
dass Schwimmen, Baden und mehr in ihnen auf
viele Jahre hinaus Freude und Spaß machen, zur
Gesundheit beitragen und auch sportlichen Leis-
tungen einen guten Rahmen bieten werden.
Dass sich so viele Menschen aus unserer Stadt
vier ganze Tage intensiv mit ganz unterschiedli-
chen Seiten des Bäderthemas beschäftigt haben,
zeigt, wie ich denke, einen großen Bürgersinn und
Gemeinschaftsgeist, der unsere Stadt belebt und
bereichert. Das ist für die zukünftige Gestaltung der
Bonner Bäderlandschaft, aber auch für die Bürger-
beteiligung insgesamt ein gutes Zeichen.
Ich darf mich bei allen herzlich bedanken,
die daran mitgewirkt haben.
Ashok Sridharan
OberbürgermeisterSeite 5 von 67

98Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
Vorwort der unabhängigen Durchführungsträger | INTRO
Vorwort der unabhängigen
Durchführungsträger
Die Bundesstadt Bonn steht vor großen Herausfor-
derungen in der Bäderfrage. Seit Jahren ringt die
Stadtgesellschaft um Entscheidungen zur Bäder-
landschaft. Nach zwei Bürgerentscheiden zu Fragen
des Badens in Bonn konnte keine zufriedenstellende
Weichenstellung für die Zukunft erfolgen. So ent-
schied sich der Stadtrat für eine Öffentlichkeitsbe-
teiligung mit Bürgergutachten durch Planungszel-
len. Ziel dieser Bürgerbeteiligung ist ein tragfähiges
und zukunftsfähiges Konzept, das, jenseits von
parteipolitischen oder tagespolitischen Interessen,
den Anspruch der Bonnerinnen und Bonner an
die Bäderlandschaft ausdrückt. Das vorliegende
Bürgergutachten zeigt das Ergebnis eines Verfah-
rens, das für Bonn neu und damit auch ein mutiger
Schritt ist.
Die Planungszelle ist ein Bürgerbeteiligungsformat,
bei dem ein breiter Querschnitt der Einwohnerschaft
eingeladen wird, mehrere Tage für ihr Gemeinwesen
aktiv zu werden. Erreicht wird dies durch eines der
ältesten demokratischen Prinzipien: das Losverfah-
ren. Die Zufallsauswahl ermöglicht eine vielfältige
Zusammensetzung aus allen Altersgruppen und
Interessenschwerpunkten und bindet sogar solche
Bürgerinnen und Bürger ein, die sich möglicherwei-
se nie für das Thema Frei- und Hallenbäder in Bonn
interessiert hätten (diese aber als Steuerzahler
mittragen). Im gemeinsamen Gespräch und Aus-
tausch miteinander, mit jeweils eigenen Erfahrungen
und gemeinsam herausgebildeten Hintergrundinfor-
mationen haben sie Empfehlungen für das weitere
Vorgehen zur Bäderlandschaft in der Bundesstadt
Bonn aus- und angesprochen.
Dieses Bürgergutachten fasst die Ziele und Ein-
schätzungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer
zusammen. Es dokumentiert zudem den Weg zu
den Vorschlägen und Empfehlungen und gibt Daten
über die Beteiligten und ihre Bewertung des Verfah-
rens wieder.
Den Bürgergutachterinnen und Bürgergutachtern
danken wir herzlich für ihre Arbeit und dafür, dass
wir in so freundlicher, offener, auch fröhlicher, kon-
zentrierter Arbeitsatmosphäre mit ihnen und für
sie arbeiten durften.
Dem Stadtrat, Herrn Oberbürgermeister Ashok
Sridharan, Frau Sport- und Kulturdezernentin Dr.
Schneider-Bönninger und den Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern nicht nur des Sport- und Bäderamtes
danken wir für ihr Vertrauen; und allen, an die sich
das Bürgergutachten richtet, wünschen wir gutes
Gelingen bei der Verwirklichung der Empfehlungen
und Anregungen des Bürgergutachtens. Für die
gute Zusammenarbeit haben wir so vielen herzlich
zu danken, die wir nicht alle nennen können, ganz
besonders den Bonner Bürgerinitiativen, Förderver-
einen und Interessenvertretungen, die sich für die
Bäder einsetzen, der Studio Gollwitzer Architekten
GmbH, der Koordinierungsstelle Bürgerbeteiligung
der Bundesstadt, der Volkshochschule Bonn sowie
unserem Kooperationspartner, dem Institut für
Demokratie- und Partizipationsforschung (IDPF)
an der Bergischen Universität Wuppertal.
Bei dem Gutachten handelt es sich um Empfehlun-
gen und Anregungen zum Konkreten, Sichtbaren:
zu Bauten vor allem – aber auch zu Grundsätzen, zu
Organisation und Personal, zur Finanzierung und zu
Öffnungszeiten. Dazu gehören die Fragen: Gibt es
einen Ausgleich an anderen Standorten, wenn ein
Bad saniert oder ganz geschlossen wird? Was sind
Vor- und Nachteile der Sanierungen des alten Be-
stands? An welchen Orten in Bonn haben Neubauten
einen Sinn? Wie kann der Beruf des Fachangestell-
ten für Bäderbetriebe (Schwimmmeistergehilfe) und
des Meisters für Bäderbetriebe (Schwimmmeister)
attraktiver gemacht werden? Oder wie sollen die
Belegungs- und Öffnungszeiten der Bäder gestaltet
werden, um möglichst vielen Nutzergruppen ent-
gegenzukommen? Diese und viele andere Fragen
lassen sich nicht einfach mit ja oder nein beantwor-
ten; ihnen geht dieses Bürgergutachten nach und
gibt Antworten aus Bürgersicht.
Was hier vorliegt, sind die Ergebnisse der 92 Bür-
gergutachterinnen und Bürgergutachter, die damit
der Bundesstadt Bonn ihr Gutachten präsentieren.
gfb Gesellschaft für Bürgergutachten
Hilmar Sturm und Mark Schwalm
ProjektleitungINTROSeite 6 von 67

1110Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
Gesamtergebnisse im Überblick | INTRO
Gesamtergebnisse zur
Bonner Bäderlandschaft
Nach welchen Grundsätzen und Leitzielen soll die
Bonner Bäderlandschaft der Zukunft gestaltet werden?
Dezentralität/kurze Wege (für alle Bonner Bürger erreichbar) und
Funktionalität vorrangig in Bezug auf Hallenbäder •• 39
Öffentliche (bestehende) Standorte erhalten und Neubauten auch an
alten Standorten prüfen (Beueler Bütt/Kurfürstenbad) •• 19
Alle Freibäder sollen erhalten bleiben! •• 18
1. Dezentrale Bäder •• 115 Punkte
Die Hauptergebnisse der Planungszellen zur Bonner Bäderlandschaft sind in Themengruppen zusammenge-
fasst. Im Folgenden wird zuerst zum schnellen Überblick das Endergebnis der viertägigen Beratungen darge-
stellt. Gegen Ende des Verfahrens hatten die Teilnehmenden so die Frage beantwortet:
Die Stadt Bonn soll sich ein Familien- bzw. Spaßbad für alle Bonner als Naherholungsmöglichkeit
leisten (saniertes Hardtbergbad) •• 36
Ein Hallenbad pro Stadtbezirk mit Spezialisierung auf unterschiedliche Nutzergruppen: Hardt-
bergbad -Familie, Beueler Bütt -Schulschwimmen und Vereine, Bonn -Sport und Wettkampf,
BAD Godesberg -Gesundheit/Fitness •• 23
An den Sportpark Nord ein öffentliches Schwimmbad anbauen als Sport- und Wettkampfbad •• 9
2. Spezialisierung der Bäderlandschaft •• 86 Punkte
Mehr Wasserfläche für Vereine, Öffentlichkeit und Schulschwimmen •• 36
Anforderungen an das Schulschwimmen müssen umgesetzt werden; ortsnah zur Schule und
Sicherstellung der Wasserzeit von mindestens 30 Min. •• 22
Grundversorgung sichern: Schulschwimmen, Öffentlichkeit, Gesundheitsaspekt und Vereine •• 5
3. Grundversorgung und Erhöhung der Wasserflächen •• 63 Punkte
Attraktivität an verschiedenen Standorten verbessern, z. B. Abenteuer, Wasserfall, Rutsche,
Wellness, Sport/Profilierung der einzelnen Hallenbäder •• 16
Familienangebote steigern; mindestens ein Kleinkindbereich in einem der Bonner Hallenbäder •• 13
Standardausstattung Hallenbad: 25-m-Becken, Mehrzweckbecken, Lehrbecken mit Hubboden,
Kleinkindbereich (Babybecken), Behindertenzugang zu Bad und Becken, variable Trennwand
zwischen Lehrbecken und Rest •• 13
4. Ausstattung in den Bädern •• 47 Punkte
Energetischer Bau/Energieeffizienz/Technik
modernisieren •• 16
Parallel zur Sanierung Hardtbergbad soll ein
eigenes Hallenbad in Bad Godesberg gebaut
werden •• 6
Frankenbad sanieren oder Römerbad als Kombi-
bad (Preisfrage, auch wenn keine weitere Nutzung
als Schwimmbad) •• 5
5. Sanierung •• 34 Punkte
Öffnungszeiten für die Öffentlichkeit aus-
weiten und vereinheitlichen, z. B. Abend-
schwimmen •• 15
6. Öffnungszeiten •• 31 Punkte
Bad Godesberg braucht ein eigenes Hallenbad •• 9
7. Hallenbad für Bad Godesberg •• 26 Punkte
Schwimmbäder als Kulturstätten einrichten
(Sonderveranstaltungen während und außerhalb
der Öffnungszeiten), kultureller Wert für das
Quartier •• 6
8. Verschiedenes •• 17 Punkte
Ein bis zwei Freibäder als Bürgerbad betreib-
bar machen (eventuell das Freibad Friesdorf
„Friesi“) •• 6
9. Bürgerbäder •• 14 Punkte
Sozialverträgliche und familienfreundliche Preise •• 7
10. Preise •• 9 Punkte
» mehr: AE 14, Seite 82Seite 7 von 67

1312Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
Gesamtergebnisse im Überblick | INTRO
1. Das Kurfürstenbad soll entweder am gleichen Standort oder an der Rigal'schen Wiese durch einen
Funktionsbad-Neubau ersetzt werden, der aber die vorhandene Heilquelle etc. thematisch aufgreift.
Die Standortfrage könnte auch durch einen Bürgerentscheid beantwortet werden.
Gesamtergebnisse zur
Bonner Bäderlandschaft
Zusammenfassung der wichtigsten Maßnahmen,
die am häufigsten von verschiedenen Kleingruppen
genannt wurden:
Am Ende des Verfahrens stellten die Bürgergutachterinnen und -gutachter auf der Grundlage der Grundsätze
und Leitziele für die Bonner Bäderlandschaft konkrete Maßnahmen in mündlichen Vorträgen vor. Es handelte
sich um Maßnahmen, die besonders wichtig waren, oder um besonders beispielhafte, die den Charakter der
gewünschten Bonner Bäderlandschaft verdeutlichen sollten. Diese sind im Ergebnisteil dargestellt.
2. Die Hardtbergbadsanierung soll nach den Plänen der Module 1 bis 7 (zeitnah) durchgeführt werden
und das sanierte Bad möglichst ab Sommer 2022 den Betrieb wieder aufnehmen.
3. Auf rechtsrheinischer Seite muss grundsätzlich ein umfangreiches und vielseitiges Schwimmangebot
vorgehalten werden (für Schulen, Vereine, Familien, Menschen mit Behinderungen, sowohl Frei- als auch
Hallenbad). Dies kann durch eine Sanierung/einen Umbau der Beueler Bütt oder deren Zusammenlegung
zu einem Kombibad am Standort des Ennertbades umgesetzt werden. Auf dem Grundstück der Beueler
Bütt soll so außerdem kein Raum für teure Privatprojekte (Luxuswohnungen) entstehen können.
4. Das Frankenbad soll als Zentralbad für den Bonner Norden erhalten bleiben. Es muss jedoch saniert
oder durch einen Neubau ersetzt werden. Mindestens die aktuelle Wasserfläche soll in gleichem Umfang
weiter vorgehalten werden. Die weitläufigen Flächen am und um das Frankenbad sollen anderweitig nutz-
bar gemacht werden (z. B. für Kulturveranstaltungen). Denkbar wäre (bei Erhalt bzw. Sanierung),
den Innenhof zu überdachen und so dementsprechend nutzbare Flächen zu gewinnen.
5. Alle bestehenden Freibäder sollen weiterbetrieben werden.
6. Das für das Wasserlandbad vorgesehene Gelände in Dottendorf kann passend als Fläche für ein Sport-
bad („Sport- und Saunabad Dottendorf“) dienen, da dort schon andere Sportanlagen vorhanden sind.
Der Bonner Süden braucht zudem ein eigenes Hallenbad im Innenstadtbereich. Letzteres könnte aber
auch als „Schiffsbad“/„Schwimmschiff“ realisiert werden und somit auch touristische Zugkraft entfalten.
Das Viktoriabad oder auch das Gelände der Halle Beuel oder anderer alter Industriestandorte, die brach-
liegen, können hier als mögliche Standorte in Betracht gezogen werden.
7. Jeder Bonner Stadtbezirk braucht ein Hallenbad, die aber unterschiedlich spezialisiert sein können.
8. Unabhängig vom jeweiligen Profil, sollten alle Bäder in allen Stadtteilen bestimmte Basiskapazitäten
vorhalten, darunter vor allem ein 25-m-Becken, ein Kleinkinderbecken, ein Lehrschwimmbecken mit
Varioboden und einen Sprungturm.
9. Wenn der Sollbestand saniert bzw. neugebaut ist, kann als „Kür“ der Bau des Wasserlandbades in Be-
tracht gezogen werden. Aber stets: „Pflicht vor Kür“!
10. Grundsätzlich gilt für alle anstehenden Baumaßnahmen: Sie sind umweltfreundlich, energieeffizient
und unter Gewährleistung neuester technischer Standards durchzuführen. Die Barrierefreiheit muss stets
gewährleistet sein.
11. Der Bedarf des Schulschwimmens soll durch die dezentralen Funktionsbäder gedeckt werden, sodass
die schuleigenen Bäder geschlossen werden können.
12. Die Stadt muss die Ausbildung von „Fachangestellten für Bäderbetriebe“ forcieren und so ihren Perso-
nalbestand ausbauen, auch um längere (bis zu ganztägige) Öffnungszeiten in allen Bädern gewährleisten
zu können.
13. Bonn braucht in Gänze mehr Wasserfläche und mindestens ein wettkampffähiges Becken (Wettkampf-
kategorien A bis C). Etwa am Sportpark Nord könnte ein neues „Sportpark-Bad“ mit 50-Meter-Wett-
kampfbahnen entstehen, das sowohl für Schulen und Vereine als auch die Öffentlichkeit zugänglich wäre.
» mehr: AE 15, Seite 84Seite 8 von 67

1514Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
Gesamtergebnisse im Überblick | INTRO
Gesamtergebnisse zur
Bonner Bäderlandschaft
Gute Verteilung im Stadtgebiet
Günstiger Eintrittspreis für Schüler/Studenten ab 2019 (Senkung)/generell günstige Eintrittspreise
für alle (auch in Relation zu Spaßbädern)
Gute Freibäderlandschaft, schöne Lage
Übersicht aller Bonner Bäder und möglicher Standorte
Welche Stärken hat die Bonner Bäderlandschaft zum jetzigen Stand?
Die Ergebnisse der Arbeitseinheiten 1 bis 13 sollten im Lichte der Gesamtabwägung, also des Endergebnisses,
gesehen werden –, denn ein wesentlicher Vorzug des Verfahrens Bürgergutachten durch Planungszellen ist es,
dass man sich eine Meinung bildet, diese sich aber im Verlauf des Verfahrens ändern kann und man so neue,
vorher nicht bekannte Schwerpunkte bildet.
» mehr: AE 02a, Seite 56
Hier sind die jeweils drei höchstbepunkteten
Aussagen aufgeführt.
Sanierungsstau insgesamt/Sanierungsstau bei den Sanitäranlagen, bei der Technik und im Nutzerbereich
Fehlen eines Wellness-/Familienbades und von Angeboten für Kinder und Familien in den Hallenbädern
Schwierigkeiten für Schul- und Vereinsschwimmen beim Schwimmenlernen;
Bedarf nicht gedeckt und Unterrichtsausfall
Welche Schwächen hat die Bonner Bäderlandschaft
zum jetzigen Stand?
» mehr: AE 02b, Seite 56
Wenn die Sanierung kostengünstiger als ein Neubau einschließlich der Betriebskosten insbesondere
bei gut bekanntem Bauzustand ist
Wenn die Kosten bezogen auf die gesamte Lebensdauer die eines Neubaus nicht überschreiten und
überschaubar sind (inklusive Energieeffizienz)
Wenn die Lage und Anbindung gut sind und das Bad ein gewisses Flair hat
Sanierung und gestalterische Maßnahmen
Unter welchen Voraussetzungen ist eine Sanierung sinnvoll?
» mehr: AE 03, Seite 58
Attraktive Angebote für alle Zielgruppen: Bahnenschwimmen für Ältere, Kleinkindbereich, Bereich für
Jugendliche, für Frauen und Männer sowie für Vereine und Schulen extra Schwimmzeiten
Kombibad oder modulares Bad/Cabriobad
Flexibilität bei den Öffnungszeiten für Berufstätige gewährleisten (späte Öffnungszeiten)/
Baden bei Mondschein
Konzepte und Visionen für die Bäderlandschaft
Stellen Sie sich bitte Ihr ideales Bad in der Zukunft vor!
Was zeichnet es besonders aus?
» mehr: AE 04, Seite 60
Lehrschwimmbecken mit Hubboden (kinder- und behindertengerecht) mit warmer Wassertemperatur
(80 cm tief, 28 Grad Celsius) sowie vier Gruppenumkleidekabinen
Barrierefreiheit (z. B. Lifter, Hubbecken, Alarmsysteme, breite Eingänge)
Öffnungszeiten länger, flexibler und ganzjährig
Nutzergruppen 1 - Vereine und Schulen
Welche Merkmale muss ein Hallenbad aufweisen,
um den Nutzergruppen gerecht zu werden?
» mehr: AE 07, Seite 66
SteuerzahlerBonner Haushalt/Allgemeinwert des Schwimmens für die Stadtgesellschaft im
Vergleich zu Kultur (Beethovenstadt)
Familien- oder Spaßbäder in privater Hand betreiben, Stadt kann Grundstück zu günstigen
Bedingungen zur Verfügung stellen
Umweltschutz/Nachhaltigkeit (Materialien, Energieeffizienz, ...)
Nutzergruppen 2 - Öffentlichkeit und besondere Interessen
Welche Interessen darüber hinaus wurden nicht berücksichtigt und
sollten Beachtung finden?
» mehr: AE 08, Seite 68
Vorhandene Technik gegen energieeffiziente austauschen; Energiesparmaßnahmen (z. B. Solar-
technik, Photovoltaik, Geothermie, Abwärme)
Neueste Technik/Digitalisierung und Fernüberwachung mit zentraler Steuerung mehrerer Bäder
Ehrenamtliches Engagement zur Unterstützung (z. B. Kasse, Aufsicht, Gastronomie, Reinigung)
Der Betrieb „Bäder“
Stellen Sie bitte bis zu fünf Möglichkeiten für einen kostengünstigen
Betrieb dar!
» mehr: AE 09a, Seite 70Seite 9 von 67

16Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
Gesamtergebnisse im Überblick | INTRO
Die Attraktivität des Arbeitsplatzes erhöhen durch attraktives Entgelt- und Arbeitszeitmodell und
durch einen schöneren Arbeitsplatz
Bessere Betreuung während der Ausbildung zur Senkung der Abbrecherquote und Einführung einer
Zwischenqualifikation (Juniorbademeister)
Optimierung und Flexibilisierung der Betriebsabläufe durch Digitalisierung als Grundlage für einen
Personalpool (Springer)
Wie könnte der Engpass beim Bäderpersonal überwunden werden?
» mehr: AE 09b, Seite 72
Verlängerung der Öffnungszeiten (6 - 22 Uhr), ganztägig für die Öffentlichkeit
Verlängerung der Öffnungszeiten, Berücksichtigung der Berufstätigen
Ein öffentlich zugänglicher Belegungsplan (App für freie Schwimmflächen) und eine Öffnungszeiten-App
(niederschwellig/per App)
Belegung und Öffnungszeiten
Was wären aus Ihrer Sicht die fünf wichtigsten Grundsätze für
Öffnungszeiten und Verteilung der Nutzungsmöglichkeiten?
» mehr: AE 10, Seite 74
Module 1 - 7 umsetzen
Rutsche (Modul 7 Ganzjahresrutsche mit Zugang zur Rutsche vom Kinderbereich aus)
Vorrangig Modul 5 (Kinder- und Familienbereich)
Hardtbergbad-Sanierung
Welche von den Elementen, die das Architekturbüro vorgeschlagen
hat, sollten vorrangig verwirklicht werden?
» mehr: AE 13, Seite 78
Gesamtergebnisse zur
Bonner BäderlandschaftSeite 10 von 67

1918Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
Bonner Bäderlandschaft Lageplan
Bonner Bäderlandschaft Lageplan | INTRO
Hallenbäder
Beueler Bütt
Frankenbad
Hardtbergbad
Traglufthalle Friesdorf
Kurfürstenhalle
Freibäder
Ennertbad
Freibad Friesdorf
Hardtbergbad
Melbbad
Panoramabad Rüngsdorf
Römerbad
1
2
3
4
5
1
2
3
4
5
6Seite 11 von 67

2120Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
Bonner Bäderlandschaft | INTRO
» Frankenbad
» Melbbad
» Römerbad
» Traglufthalle Friesdorf
Bonner BäderlandschaftSeite 12 von 67

2322
Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
Bürgergutachten zur
Bonner Bäderlandschaft
Dieses Bürgergutachten wurde von 92 Bonnerinnen
und Bonnern vom 2. bis 5. und vom 9. bis 12. Sep-
tember 2019 erarbeitet. Sie waren in einem Zufalls-
verfahren ausgewählt worden und haben im Auftrag
der Bundesstadt Bonn in vier Planungszellen,
davon je zwei parallel, vier Werktage lang intensiv
gearbeitet. Dabei sind sie von Expertinnen und
Experten informiert worden. Im Folgenden werden
Thema, Anlass und Auftrag, Verfahren und Mitwir-
kende vorgestellt; dann folgt der Ergebnisteil.
Nach diesem ist der Einzelfragebogen mit ersten
Einschätzungen zur Nutzung der Frei- und Hallen-
bäder, der zu Beginn der Planungszellen von den
Teilnehmenden ausgefüllt wurde, dargestellt.
Abschließend sind die Teilnehmenden-Statistik und
die Verfahrensbewertung abgedruckt. Im Anhang,
am Ende des Dokuments, befinden sich die de-
taillierten Aufschlüsselungen der abschließenden
Arbeitseinheiten von 14 und 15.
INTROVERFAHREN
» Hardtbergbad Lageplan (studio GA - studio gollwitzer architekten GmbH)Seite 13 von 67

2524Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
Auftrag und Verfahren | VERFAHREN
Auftrag und Verfahren
Die Frei- und Hallenbäder sind in vielen Kommunen
immer wieder Diskussions- und Streitthema. Viele
sind in die Jahre gekommen, und es geht um die Frage:
instandsetzen – ganz neu bauen – umgestalten?
In Bonn haben zwei Bürgerentscheide stattgefun-
den: 2017 sprach sich eine Mehrheit der Abstim-
menden gegen die Sanierung des Kurfürstenbades
aus, und 2018 wiederum eine Mehrheit gegen das
geplante „Wasserlandbad“ in Dottendorf, das ein
Familien-, Schul- und Sportschwimmbad hätte
werden sollen.
Der Rat hat deshalb am 27. September 2018 die Ver-
waltung beauftragt, einen Vorschlag für eine breite
Bürgerbeteiligung zu unterbreiten, der u. a. folgende
Elemente enthalten soll:
• eine Planungswerkstatt, in der alle rund ums
Schwimmen aktiven, engagierten und entschei-
denden Gruppen-, die aus ihrer Sicht für die
Gestaltung der Bäderlandschaft erforderlichen
Anforderungen bestimmen und entsprechende
Varianten konzipieren.
• Planungsgruppen, in denen nachfolgend ein
repräsentativer Schnitt der Bürgerschaft die
Varianten zu einer entscheidungsfähigen Bäder
landschaft zusammenfasst.
• verschiedene Optionen, wie über die auf den
Ergebnissen der Planungsgruppen beruhenden
Vorschläge zur Gestaltung der Bäderlandschaft
verbindlich abgestimmt werden kann.“ (Bundes-
stadt Bonn)
Das Konzept wurde entwickelt und am 11. Dezember
2018 beschlossen. Ein externes Büro sollte beauf-
tragt werden. Nach einer Ausschreibung und dem
Vergabeverfahren erhielt schließlich die gfb Ge-
sellschaft für Bürgergutachten den Auftrag. Sie hat
schon oft mit der Bergischen Universität Wuppertal,
Institut für Demokratie- und Partizipationsfor-
schung (IDPF) zusammengearbeitet.
Es fanden statt:
1) eine große öffentliche Auftaktveranstaltung
mit anschließender Beteiligungsmöglichkeit über
Postkarten und das Internet
2) eine Planungswerkstatt mit Verbänden, Bürger-
initiativen und Behörden
3) ein Runder Tisch zur Besprechung des Arbeits-
programms
4) vier Planungszellen zu je vier Tagen.
Zur Auftaktveranstaltung am 15. Mai 2019 in der
Bundeskunsthalle war die gesamte Öffentlichkeit
eingeladen. Die Stabsstelle Bürgerbeteiligung lud
außerdem Bonnerinnen und Bonner im Zufallsver-
fahren persönlich mit Briefen ein. Die Veranstaltung
fand öffentliches Interesse, so dass der WDR im Rah-
men der „Lokalzeit“ sogar live berichtete. Zu Anfang
des Abends umriss Oberbürgermeister Sridharan
den politischen Rahmen und Auftrag für die Bürger-
beteiligung. Die gfb stellte das Verfahren vor. Nach
einer ausführlichen Frage- und Diskussionsrunde
konnten alle Anwesenden an neun Stationen Vor-
schläge und Kommentare zu bestehenden und nicht
bestehenden Bädern oder allgemeinen Themen aus
dem Bäderwesen abgeben und auf Karten schreiben.
Die gleichen Karten wurden in den Tagen danach
in verschiedenen städtischen Einrichtungen zur
Mitnahme ausgelegt. Gleichzeitig konnte auf
www.bonn-macht-mit.de jede und jeder Intere-
ssierte Beurteilungen zu den Bädern und Anregun-
gen zu Verbesserungen einsenden. Diese Möglich-
keit wurde auch vielfältig genutzt, wobei die Ein-
sendungen in keiner Form repräsentativ sind. Die
Ergebnisse wurden inhaltlich zusammengefasst und
in die weiteren Beteiligungsschritte eingebracht.
Die Planungswerkstatt am 25. Juni 2019 ermög-
lichte es den vielen Bürgerinitiativen, ihre Anliegen
strukturiert und verdichtet für das weitere Verfahren
bereitzustellen. Nochmals wurde dieses Verfahren
kurz vorgestellt. Dann brachten alle etwa vierzig
Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen, Verbän-
den, Behörden, Schulen usw. in kurzen Stellung-
nahmen ihre Anliegen ein. Diese wurden erfasst
und später für die Vorbereitung der Planungszellen
herangezogen. Außerdem wurde über die Informa-
tionen gesprochen, die den Bürgergutachterinnen
und -gutachtern zur Verfügung gestellt werden
können, und auch über Personen, die diese Aufgabe
übernehmen könnten. Wie bei jedem Bürgergut-
achten gab es auch interessante Themen, die trotz
vergleichsweise viel Zeit (vier Tage) nicht vertieft
behandelt werden konnten. Dazu gehörten bei-
spielsweise genauere finanzielle Fragen.
Der Runde Tisch am 11. Juli 2019 diente dazu, das
Arbeitsprogramm der Planungszellen zu bespre-
chen. Die gfb stellte einen ersten Entwurf vor. Nach
Diskussion und Stellungnahmen zeigte sich, dass
über die offene Beteiligung und die Planungswerk-
statt bereits die relevanten Themen erkannt worden
waren. In der Folge wurden die Planungszellen im
Detail vorbereitet.
Planungszellen durch Bürgergutachten, dieses Be-
teiligungsverfahren wurde Anfang der 1970er-Jahre
an der Bergischen Universität Wuppertal entwickelt.
Professor Peter C. Dienel konzipierte es so, dass es
die Bürgerrolle optimal verwirklichen sollte.
Wesentliche Eigenschaften des Verfahrens sind,
wie schon im obigen Anforderungsprofil der Stadt
dargestellt:
• Die Teilnehmenden werden im Zufallsverfahren
ausgewählt, und zwar aus dem Einwohnermelde-
register der Bundesstadt, ab 14 Jahren und unab-
hängig von Staatsangehörigkeit oder Erstwohn-
sitz. Sie werden eingeladen und dabei unter
stützt, dass sie wirklich mitmachen können.
• Dazu erhalten sie auch entweder eine Aufwands
entschädigung oder Bildungsurlaub. Es handelt
sich nämlich um ernsthafte Arbeit im Dienst des
Gemeinwesens.
• Die Bürgerinnen und Bürger arbeiten in Planungs-
zellen, das sind Gruppen von jeweils ungefähr 25
Personen, die vier Tage zusammenbleiben und ihr
Arbeitsprogramm absolvieren.
• Sie werden von Fachleuten und Interessenver-
tretungen möglichst vielseitig bis kontrovers
informiert, damit die Bandbreite von Sichtweisen,
Erkenntnissen und Interessen spürbar wird.
• Das Arbeitsprogramm ist vorbereitet und so
aufgebaut, dass möglichst effizient und verdich-
tet gearbeitet werden kann. Es enthält die The-
men, genaue Zeitpläne, die Referentinnen und
Referenten, die Fragen und Aufgaben für die
Bürgerinnen und Bürger und Leitfäden für die
Prozessbegleitung und Tagungsassistenzen.
• Die Vorbereitung des Arbeitsprogramms, Verant-
wortung für die Auswahl der Referentinnen und
Referenten, Prozessbegleitung und Tagungsassis-
tenz sowie Auswertung, Verdichtung der Ergeb-
nisse, sowie das Schreiben des Bürgergutachtens
liegt in den Händen einer neutralen Instanz, des
unabhängigen Durchführungsinstituts, hier der
Gesellschaft für Bürgergutachten zusammen
mit dem IDPF Wuppertal.
• Jedes Bürgergutachten wird veröffentlicht.
Bürgerbeteiligung zur Bonner Bäderlandschaft
Gesamtverfahren im ÜberblickSeite 14 von 67

2726Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
Ablaufplan | VERFAHREN
Das Arbeitsprogramm enthält 16 Arbeitseinheiten
von jeweils ungefähr zwei Stunden Dauer.
Diese Arbeitseinheiten sind weiter unten genauer
beschrieben.
Ein typischer Ablauf ist so:
15 bis 30 Minuten Impulsreferate – 10 bis 20 Minu-
ten sachliche Nachfragen in der Planungszelle–
Auslosen der Teilnehmenden auf fünf Kleingrup-
pen zu je ungefähr fünf Personen – Bearbeitung
einer Aufgabe in den Kleingruppen: Diskussion und
Einigung auf die wichtigsten, besten usw. Vorschlä-
ge – Vorstellung der Vorschläge aller Kleingruppen
wieder in der Planungszelle – Bewertung der Vor-
schläge durch jede einzelne Bürgergutachterin und
jeden einzelnen und Bürgergutachter, anonym und
individuell mithilfe von Tablets und einer eigenen
Software.
Auf diese Weise ergänzen sich Großgruppen-, Klein-
gruppen- und Einzelarbeit und haben die Teilneh-
menden Gelegenheit, immer wieder in Austausch zu
treten, aber auch ihre eigenen Gedanken und Willen-
simpulse klar-zu-machen und einzubringen.
Das Verfahren hat sich seit den 1970er-Jahren auf
allen Ebenen von der Kommune bis zur Europäisch-
en Union und zu vielen Fragen von der Gestaltung
einer Straße über viele Planungsfragen bis zur
Gesundheits- und Verbraucherpolitik sowie zur
Zukunft der ländlichen Räume in Europa bewährt.
Ablaufplan
» Auftaktveranstaltung in der Bonner Kunsthalle am 15.05.2019Seite 15 von 67

29
Vorbemerkungen zum besseren Verständnis / Arbeitsprogramm-Überischt | VERFAHRENBürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
Vorbemerkungen zum besseren Verständnis
* Mittwoch durch die Politikanhörung gemeinsames Ende um ca. 16.30 Uhr, Beginn um 15 Uhr // AE = Arbeitseinheit · PZ = Planungszelle
Zeit
PZ 1+3
PZ 2+4
Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag
8.00 -
9.30
9.00 -
10.30
AE 01
Einführung
Ziele, Auftrag,
erste Einschätzungen
AE 05
Begehung einiger Bäder
AE 09
Der Betrieb „Bäder“
AE 13
Hardtbergbad-Sanierung
10.00 -
11.30
11.00 -
12.30
AE 02
Übersicht aller Bonner
Bäder und möglicher
Standorte
AE 06
Vorstellung der Bäder
AE 10
Belegung und
Öffnungszeiten
AE 14
Die Bonner Bäderland-
schaft: Standorte und
Grundangebot
11.30 -
12.30
12.30 -
13.30
Mittagspause Mittagspause Mittagspause Mittagspause
12.30 -
14.00
13.30 -
15.00
AE 03
Sanierung und
gestalterische
Maßnahmen
AE 07
Nutzergruppen 1
Vereine und Schulen
AE 11
Offene Arbeitseinheit
und Fragen für das
Politikgespräch
AE 15
Fortsetzung von AE 14
14.30 -
16.00
15.30 -
17.00
AE 04
Konzepte und Visionen
für die Bäderlandschaft
AE 08
Nutzergruppen 2
Öffentlichkeit und
besondere Interessen
AE 12
Politikgespräch*
(Beginn 15 Uhr für beide PZn)
AE 14
Schlussrunde
Verfahrensbewertung,
Statistik
Die Bürgergutachterinnen und -gutachter wurden
durch ein elektronisches Zufallsverfahren aus dem
Einwohnermelderegister der Bundesstadt Bonn
bestimmt. Ziel war es, etwa 100 teilnehmende
Personen zu erreichen (vier Planungszellen zu je
25 Personen). Die angeschriebenen Personen er-
hielten einen persönlichen Einladungsbrief der gfb,
ein Schreiben des Oberbürgermeisters und eine
Antwortpostkarte. Diese konnten sie an die gfb
zurücksenden.
Zeitgleich mit den Einladungen half die Volks-
hochschule Bonn, die Veranstaltung als Bildungs-
veranstaltung einzurichten: zur Freistellung von
Arbeitnehmern zum Zwecke der beruflichen und
politischen Weiterbildung (nach dem Arbeitnehmer-
weiterbildungsgesetz).
Arbeitsprogramm-ÜbersichtSeite 16 von 67

3130Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
Die Planungszellen - AE 01 / AE 02 | VERFAHREN
Die Planungszellen
Arbeitsprogramm und Information
In zwei aufeinanderfolgenden Wochen tagten jeweils
zwei Planungszellen im Abstand von einer Stunde. Die
ersten beiden Planungszellen tagten vom 2. bis zum 5.
und die dritte und vierte vom 9. bis zum 12. September
2019, also von Montag bis Donnerstag, von der Früh bis
zum Abend. Tagungslokal war das Wissenschaftszent-
rum Bonn in der Ahrstraße 45 zwischen Friesdorf und
Plittersdorf. Hier konnten für die Planungszellen not-
wendige technische Infrastruktur und Räumlichkeiten
zur Verfügung gestellt werden: zwei große Plenarsäle,
acht Kleingruppenräume und eine gute Versorgung mit
Speisen und Getränken.
Jede Planungszelle wurde von einer Prozessbegleite-
rin, einem Prozessbegleiter und einer Tagungsassistenz
betreut. Im Tagungsbüro waren weitere Mitarbeiter der
gfb tätig.
AE 01
Ziele, Auftrag, erste Einschätzungen
Zu Beginn der Arbeit begrüßten für die Bundesstadt
Bonn Frau Dr. Birgit Schneider-Bönninger, Herr Ste-
fan Günther und Herr Dirk Lahmann die Teilnehmen-
den der Planungszellen. Sie erläuterten den Bürger-
gutachterinnen und -gutachtern die Bedeutung und
die Gründe, weshalb sich die Stadt entschloss, ein
Bürgergutachten erstmals durch Planungszellen in
Auftrag zu geben. Die Bäderlandschaft insgesamt
und mehrere einzelne Bäder bedürften einer Sanie-
rung bzw. Neuordnung. Sport- und Kulturdezernen-
tin Frau Dr. Schneider-Bönninger betonte, dass die
Planungszellen-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer
„Hoffnungsträger“ in diesem Prozess seien. Sie
wünschte allen Teilnehmenden viele inspirierende
Momente, Erfolg und Spaß.
Nach einer kurzen Einführung in das Verfahren und
die Organisation durch die Prozessbegleitung der
gfb ging es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
schon an die Arbeit: Zunächst füllten sie einen Ein-
zelfragebogen aus, in dem ihre Nutzung der Hallen-
und Freibäder erhoben wurde (Auswertung im Teil
über die Bürgergutachterinnen und Bürgergutach-
ter, ab Seite 88). In der ersten Kleingruppenarbeit
wurden die Teilnehmenden gebeten zusammen-
zutragen, welche Erinnerungen, Erfahrungen oder
Gefühle sie mit Bädern verbinden.
AE 02
Übersicht aller Bonner Bäder und möglicher Standorte
Ein erster Überblick über die Bäderlandschaft Bonns
wurde von Frau Elke Palm, stellvertretende Leite-
rin des Sport- und Bäderamtes, sowie von Herrn
Stefan Günther, dem Amtsleiter des Sport- und
Bäderamtes, gegeben. Das Stadtplanungsamt war
vertreten durch Herrn Guido Schlottmann, der auf
Details möglicher neuer Standorte, zum Beispiel der
Rigal'schen Wiese in Bad Godesberg, einging.
Er beschrieb auch, wie die übliche Vorgehensweise
bei Flächennutzungsplanänderung und Planfeststel-
lungsverfahren sei, und stand den Bürgergutachte-
rinnen und -gutachtern für Fragen zur Verfügung.
Die Bundesstadt Bonn betreibt zwei Hallenbäder, ein
Kombibad und fünf Freibäder, wovon eins nach der
Freibadsaison mit einer Traglufthalle überdacht wird
und dadurch als Hallenbad genutzt werden kann.
Somit stünden der Öffentlichkeit im Herbst, Winter
und Frühling vier Bäder zur Verfügung, so Palm und
Günther. In jedem Stadtteil befindet oder befand
sich ein Hallenbad. In Bonn-Beuel steht das Hallen-
bad Beueler Bütt aus dem Jahr 1969.
Das Frankenbad im Bezirk Bonn hat als einziges Hal-
lenbad ein wettkampftaugliches Schwimmbecken,
das aber bei einer Sanierung die Wettkampftauglich-
keit einbüßen würde, da nach neuen Richtlinien des
Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) dann zwei
Schwimmbahnen fehlen würden; derzeit genieße es
noch „Bestandsschutz“, welcher Wettkämpfe erlau-
be. Das Bad verfügt über ein Mehrzweck- und ein
Lehrschwimmbecken. Das Bad und die unmittelbare
Umgebung stehen unter Denkmalschutz der bei
einer Sanierung oder Gebäudeumnutzung beachtet
werden muss.
Das dritte massive Hallenbad ist das Hardtberg-
bad aus den 70er Jahren, das aber zugleich auch
ein Freibad ist, also ein sogenanntes Kombibad. Es
verfügt über ein Mehrzweckbecken mit fünf Bahnen
und ein Lehrschwimmbecken in der Halle. Ein Rats-
beschluss vom September 2016 sieht eine weitrei-
chende Sanierung des Bades vor. Diese wurde in
sieben Elemente und Bauabschnitte unterteilt, von
denen drei Bauabschnitte, die Sanierung des Hal-
lenbads im Bestand, ein zusätzliches Lehrschwimm-
becken und die Freibadsanierung, nicht mehr zur
Disposition stehen: Sie wurden im Juli 2019 vom
Stadtrat beschlossen.
Die anderen vier Module (4 - 7) sind noch nicht
beschlossen und sind Gegenstand und Thema der
Planungszellen in der Arbeitseinheit 13.
Der Interimslösung für Bad Godesberg dient das
Freibad Friesdorf. Mit Hilfe einer Traglufthalle, die
zunächst für vier Jahre gemietet wurde, konnte
der Ausfall des Kurfürstenbads überbrückt werden.
Das Bad verfügt über ein Mehrzweckbecken und
ein Lehrschwimmbecken und wird vor allem von
Schulen und Vereinen genutzt. Ein möglicher neuer
Standort könnte die Rigal'sche Wiese am Rhein
in Bad Godesberg sein. Das Kurfürstenbad in Bad
Godesberg ist seit Mai 2016 geschlossen. Es gab er-
hebliche Mängel am Lüftungs- und Heizungssystem,
den Sanitär- und elektrischen Anlagen. Das Bad ver-
fügte über ein Mehrzweckbecken und eine Sauna.
Die öffentlichen Freibäder sind das Ennertbad in
Bonn-Pützchen, das Freibad in Friesdorf mit der
Traglufthalle im Winter, das Hardtbergbad, das
Melbbad in Poppelsdorf, das Freibad in Rüngsdorf
und das Römerbad als Erholungszentrum im Sommer.
Neben diesen gibt es auch noch eine Reihe von nicht
öffentlichen Bädern, die der Vollständigkeit halber
erwähnt werden. Die Öffentlichkeit hat dort keinen
Zutritt. Sie dienen ausschließlich dem Schul- und
Vereinsschwimmen. Ein großes Vereinsschwimmbad
liegt im Sportpark Nord, Heimstätte des Bonner
NC. Es wird von den Schwimm- und Sportfreunden
Bonn (SSF) betrieben. Die Schullehrschwimmbecken
befinden sich in der Derletalschule, in der Ludwig-
Richter-Schule, in der Bodelschwinghschule, in der
Rheinschule und am Konrad-Adenauer-Gymnasium.
Im Zufallsverfahren wurden die Teilnehmenden in
Kleingruppen eingeteilt und diskutierten über die
Stärken und Schwächen der Bonner Bäderland-
schaft zum jetzigen Zeitpunkt.Seite 17 von 67

3332Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
AE 03 / AE 04 | VERFAHREN
Es ist eine Abwägungssache, ob saniert oder neu
gebaut wird, meint Tobias Reckert von der Studio
Gollwitzer Architekten GmbH, die sowohl Sanie-
rungen als auch Schwimmbadneubauten begleitet
und umsetzt. Ältere Schwimmhallen hätten für die
Bevölkerung oft einen emotionalen Stellenwert.
Sie liegen häufig an zentralen Orten und sind somit
gut zu erreichen. Eine Sanierung kann kostengüns-
tiger sein als ein Neubau, ist aber dafür häufig im
laufenden Unterhalt kostenintensiver, da sanierte
Schwimmbäder energetisch meist nicht auf den
Stand eines Neubaus kommen. Bei Sanierungen
kommt es zu längeren Schließzeiten, während bei
einem Neubau auf einem anderen Grundstück das
alte Hallenbad weiterbetrieben werden kann. Neu-
bauten könnten besser an den gegenwärtigen und
zukünftigen Bedarf angepasst werden und besäßen
insgesamt eine höhere Lebensdauer als sanierte
Schwimmbäder.
AE 03
Sanierung und gestalterische Maßnahmen
Bei älteren Schwimmhallen, die saniert werden,
könnten unvorhergesehene Kosten anfallen,
da es ausgeschlossen sei, alle möglichen Mängel
im Vorfeld zu entdecken. Eine komplette Neuge-
staltung einer Schwimmhalle sei bei einer Sanie-
rung durchaus möglich, doch je mehr Attraktionen
das Schwimmbad haben soll, desto eher werde
neu gebaut.
Katrin Bisping von der Unteren Denkmalbehörde
thematisierte in ihrem Vortrag das Frankenbad und
stellte in diesem Zusammenhang die verschiedenen
Stufen des Denkmalschutzes vor sowie den zugehö-
rigen denkmalpflegerischen Bindungsplan.
Aufgabe der Kleingruppen war es zu überlegen,
unter welchen Voraussetzungen eine Sanierung der
Bäder sinnvoll sei.
AE 04
Konzepte und Visionen für die Bäderlandschaft
In den beiden Impulsvorträgen wurden die Schwer-
punkte auf die zukünftigen Trends, Wirtschaft-
lichkeit und das Bäderpersonal gelegt. Diether
Vatheuer, Geschäftsführer der PROVA GmbH, führte
zusammen mit Eric Voß von der Bäder Betriebs
GmbH Fulda ins Thema ein; sie berichteten aus ihrer
langjährigen Praxis und Beratung.
Bei den zukünftigen Trends sollte auf die veränder-
ten Rahmenbedingungen Rücksicht genommen wer-
den. Die Zeitfenster, wann eine Familie als Ganzes
etwas unternimmt, sind im Vergleich zur Vergangen-
heit kleiner geworden. Das Freizeitangebot ist aber
zugleich gewachsen. Kurzurlaube werden immer po-
pulärer, es gibt Zooerlebniswelten, verkaufsoffene
Sonntage, mehr Stadtfeste und Fahrradtourismus,
um nur einige Aspekte der möglichen Freizeitaktivi-
täten und Angebote zu nennen. Bäder sind nur ein
Modul der Freizeitbranche insgesamt. Entscheidend
für den wirtschaftlichen Erfolg sind Konsequenz in
Architektur, bei den Mitarbeitern, den angebotenen
Produkten und dem Leitbild des Bades. In Studien
wurde herausgefunden, dass den Badegästen Sau-
berkeit, Sicherheit, Service und Qualität des Ange-
bots am wichtigsten sind. Eintrittspreise, Nähe zum
Wohnort und das Ambiente eines Bades sind eher
als nachrangige Eigenschaften zu betrachten. Die
Zukunftsthemen der Bäder zielen auf die Gesund-
heitserhaltung der Gäste ab. Bewegungsparcours
für Kinder und Kinderbereiche sind weitere wichtige
Bausteine für eine erfolgreiche Bäderlandschaft.
Die Zukunft einer Bäderlandschaft braucht flexible-
re Öffnungszeiten. Es gibt einen Fachkräftemangel
beim Bäderpersonal. Nur ein Drittel der Betriebe
bildet aus, hinzu kommen eine hohe Durchfallquote
von 50 Prozent und ein Wechsel des Berufs nach
circa drei bis vier Jahren.
Wieder wurden Kleingruppen gebildet; sie wurden
gefragt: Stellen Sie sich bitte Ihr ideales Bad in der
Zukunft vor. Was zeichnet es besonders aus?Seite 18 von 67

3534Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
AE 05/06 / AE 07 | VERFAHREN
Der zweite Tag begann mit einer Begehung, damit
die Teilnehmenden einen Eindruck von den Bädern
bekommen. Aus Zeit- und logistischen Gründen war
es nicht möglich, mehrere oder gar alle Bäder zu be-
suchen. Daher wurde eine Auswahl getroffen, die die
Vielfalt der Bäderlandschaft abbilden sollte. Dafür
wurde jede Planungszelle in fünf Kleingruppen ein-
geteilt, die jeweils ein Hallen- bzw. Freibad bereis-
ten. Die fünf Bäder waren: die Beueler Bütt in Beuel,
das geschlossene Kurfürstenbad in Bad Godesberg
mit einem Besuch der möglichen Neubaufläche
an der Rigal’schen Wiese, das denkmalgeschützte
Frankenbad im Stadtteil Bonn, das Hardtbergbad in
Westbonn und das Freibad in Friesdorf. Somit sind
viele Arten von Bädern abgedeckt: ein klassisches
Hallenbad, ein Kombibad, ein wettkampftaugliches
Bad, ein Freibad und ein Bad mit Traglufthalle.
Die Teilnehmenden wurden beauftragt, mit den
zur Verfügung gestellten Tablets Fotos zu machen
und davon bis zu insgesamt drei auszuwählen, die
die schönsten, schlimmsten, charmantesten oder
besonderen Merkmale des jeweiligen Bades aufzei-
gen. Sie wurden von Badpersonal durch die Bäder
begleitet und hatten die Möglichkeit, ihnen Fragen
zu stellen.
AE 05 / 06
Begehung einiger Bäder / Vorstellung der Bäder
Zurück im Tagungshaus wurden Plakate mit eben
diesen Fotos ausgedruckt und jeder Kleingruppe
zur Verfügung gestellt, um das jeweilige Bad den
anderen Bürgergutachterinnen und -gutachtern im
Plenum vorzustellen und dessen Vor- und Nachteile
zu beschreiben. Die Begehung erlaubte den Teilneh-
merinnen und Teilnehmern auch einen Blick hinter
die Fassade, von den Personalräumen über die La-
gerräume bis hin zu den Betriebsräumen durften sie
alles besichtigen. Am Ende dieser Referate hatten
alle einen Eindruck von den verschiedenen Arten
und Zuständen der Bäder in Bonn.
AE 07
Nutzergruppen 1: Vereine und Schulen
Der Themenkomplex Nutzergruppen und Bäder
erschien als ein so wichtiger, dass er auf zwei
Arbeitseinheiten ausgedehnt wurde. Beginnend
mit Vorträgen zu den Vereinen und der Deutschen
Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) wurde
die erste Nutzergruppe mit der weiteren wichtigen
Gruppe des Schulschwimmens beendet. Jan Reche,
Vorstandsmitglied der Stadtschulpflegschaft, infor-
mierte über die Bedürfnisse des Schulschwimmens.
Besonders wichtig sei, dass die Wege von den Schu-
len zu den Bädern kurz seien, weil die Wasserzeit
und nicht die Unterrichtszeit bei den Schulkindern
im Vordergrund stehen müsse. Schulschwimmen
sei eine kommunale Pflichtaufgabe, und die Stadt
Bonn solle durch entsprechende Angebote auch
kurzfristige Übergangslösungen für Bad Godesberg
bereithalten, bis ein Neubau bzw. eine Sanierung
erfolgt sei.
Für den Stadtsportbund Bonn e.V., den größten
Sportverein der Region, sprach Ute Pilger und plä-
dierte tendenziell für Neubauten statt Sanierungen.
Es könnten als Lösung ein Schwimmbad neu gebaut
und zwei Bäder saniert werden. Für das (Vereins-)
Schwimmen sei es wichtig, dass Wettkämpfe ausge-
tragen werden können, Sport im und unter Wasser
stattfindet, Schwimmen ohne Barrieren möglich
ist, Gesundheitsangebote vorgehalten und Famili-
enschwimmen in Bonn attraktiv angeboten werden
kann. Klaus-Peter Hentschel schloss mit seinem
Vortrag für die Deutsche Lebensrettungsgesell-
schaft Bezirk Bonn die Runde ab. Für diese Gruppe
sei es wichtig, dass sie ihre primäre Aufgabe erfüllen
könne: die Schwimm- und Rettungsschwimm-Aus-
bildung. Aus dieser Perspektive sei es sinnvoll, ein
zentrales Großbad mit der nötigen Infrastruktur zu
haben, bestehend aus einem Sprungturm, einem
drei bis fünf Meter tiefen Becken in einem Bereich
von mindestens fünf mal fünf Metern sowie einem
25-Meter-Becken, um die notwendigen Prüfungen
durchführen zu können. Darüber hinaus benötigt die
DLRG Unterrichts- und Lagerräume für die Ausbil-
dung und Ausrüstung.
Nach den drei Vorträgen besprachen die Klein-
gruppen die Frage, welche Merkmale ein Hallenbad
aufweisen müsse, um den Nutzergruppen gerecht
zu werden.Seite 19 von 67

3736Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
AE 08 / AE 09 - AE 10 | VERFAHREN
In dieser Arbeitseinheit kamen Bürgerinitiativen,
Fördervereine, ein Behindertenverein und andere
Initiativen zu Wort. Durch die große Zahl von elf
Referentinnen und Referenten konnte jede Gruppe
nur einige Minuten referieren.
Younis Kamil, erster Vorsitzender des Internatio-
nalen SportClubs AlHilal, verwies auf ein Bedürfnis
nach geschlechtergetrenntem Schwimmen in Bonn.
Die Behindertengemeinschaft Bonn, vertreten durch
Johannes Wiedemann, zeigte auf, dass behinderte
Menschen kurze Wege zum und ins Bad bräuchten.
Eine Bereitstellung von Rollstühlen im Schwimmbad
sei sinnvoll. Sportbäder kämen ihren Bedürfnissen
eher als Badelandschaften entgegen. Maren Storck
vom Förderverein „Unser Melbbad“ berichtete, wie
der Verein Geld direkt ins Bad investiert hat, zum
Beispiel in ein Volleyballfeld oder einen Spielplatz,
um das Bad attraktiver zu machen. Ein weiteres
Referat hielt Rafael Rögers von den Freibadfreunden
Friesdorf. Mit 3000 Mitgliedern haben sie es ge-
schafft, den Betrieb des charmanten „Friesi“ durch
finanzielle Zuschüsse aufrechtzuerhalten und das
Bad als Treffpunkt für das Quartier zu nutzen. Sie
haben die Gastronomie übernommen, bieten unter
anderem Schwimmkurse und Filmnächte im Som-
mer an. Der Förderverein Panoramabad Rüngsdorf
hat sich als ein Ziel die Förderung des Schwim-
mens auf die Fahnen geschrieben. Er schafft für die
Bonner Bürgerschaft den Vorteil einer Verlängerung
der Saison und längerer Öffnungszeiten. Die Bürger
könnten sich das Panoramabad auch als Kombibad
für die Zukunft vorstellen. Hildegard Kinzel betonte
in ihrem Vortrag die Bedeutung des Frankenbads
AE 08
Nutzergruppen 2: Öffentlichkeit und besondere Interessen
auch als Kulturstätte. Die Frankenbad-Freunde
könnten sich eine parallele Nutzung des Bads unter
dem Motto: „in Kunst schwimmen“ vorstellen oder
alternativ und etwas weiter gefasst als Bürgerhaus
für Kultur und als Sportstätte.
Übereinstimmend befanden die sechs weiteren
Vereine und Initiativen, die sich in einem Vortrag
versammelten, die Dezentralität der Bäder in den
vier Stadtbezirken an den bewährten Standorten
für wichtig. In Bad Godesberg solle das Kurfürs-
tenbad saniert werden, und das Frankenbad solle
als Schwimmbad erhalten bleiben. Sie befürchten,
dass die Stadt das Grundstück des Kurfürstenbades
verkaufen will, damit dort ein (Hochschul-)Campus
errichtet werden kann. Die Eintrittspreise sollen be-
zahlbar sein und bleiben. Der Sport, die Freizeit und
die Gesundheitsförderung sind wichtige Bestand-
teile, die durch die Bäder gewährleistet würden.
Sie wären ein guter Ausgangspunkt für die Quar-
tiersentwicklung. Vertreten auf dem Podium waren
Klaus Cavalar für die Initiative Familienschwimmen
für Bonn, Jochen Engels für den Förderverein
Panoramabad Rüngsdorf, Birte Kümpel für Bürger.
Bad.Godesberg e. V., Anja Niemeier für die Bürgeri-
nitiative Kurfürstenbad bleibt!, Martin Seiler für die
Bürgerinitiative Frankenbad bleibt Schwimmbad und
Britta von der Lippe für die Beueler-Bütt-Initiative.
Als letzten Arbeitsauftrag für den Tag erhielten die
Bürgergutachterinnen und -gutachter die Frage,
welche Interessen darüber hinaus nicht berücksich-
tigt wurden und Beachtung finden sollen.
AE 09
Der Betrieb „Bäder“
In zwei Vorträgen wurde das Thema Bäderbetrieb
vorgestellt. Dr. Hartwig Carls-Kramp begann mit ei-
nem Referat über Bürgerbäder. In Schwerte betreibt
die Elsebad GmbH seit vielen Jahren ein Freibad.
Bürgerbäder werden neben den städtischen Bädern
immer beliebter. Sie bedürfen aber einer aktiven
Bürgerschaft, die so etwas betreiben möchte. Es er-
fordert viele helfende und mutige Hände. Die Stadt
kann einen solchen Prozess nicht einleiten. Er muss
von „unten“ wachsen. Vorteile gegenüber städti-
schen Betreibern ist bei Bürgerbädern der niedrige-
re Verwaltungsaufwand. Häufig können Sponsoren
für verschiedenste Dinge und Aufgaben gefunden
werden, die den Betrieb in Bädern oder die Instand-
haltungskosten niedrig halten. Diese Möglichkeiten
haben städtische Betriebe nicht.
Der stellvertretende Betriebsleiter des Sport- und
Bäderamtes der Bundesstadt Bonn verwies in
seinem Impulsvortrag auf die Besonderheiten, die
die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigen, um
die technischen und sanitären Anlagen zu warten
und instand zu halten. Es gäbe jetzt schon einen
Engpass beim Fachpersonal. Eine Bündelung der
Arbeitskräfte und Aufgaben in den Bädern sei eine
notwendige Folge. Außerdem könnte durch weitere
Digitalisierungs- und Vernetzungsmaßnahmen das
Fehlen von Fachpersonal ausgeglichen werden.
Für die Kleingruppen galt es nun, zwei Arbeitsauf-
träge zu bearbeiten. Erstens: Welche Möglichkeiten
gibt es für einen kostengünstigen Betrieb? Zwei-
tens: Wie könnte der Engpass beim Bäderpersonal
überwunden werden?
Belegung und Öffnungszeiten wurden von Marc
Wester, dem Bäderbetriebsleiter des Sport- und
Bäderamtes, vorgestellt. Schulschwimmen und Ver-
einsschwimmen nehmen einen Großteil der Wasser-
zeiten in den Hallenbädern in Anspruch. In einigen
Hallenbädern gibt es so gut wie keine Schwimmzeit
für die Öffentlichkeit. Es bedarf planerischer An-
strengungen, den Schulen genügend Wasserzeiten
zur Verfügung zu stellen. In den Hallenbädern gibt
es verschiedene Öffnungszeiten, und in einigen
Bädern können der Öffentlichkeit an einigen Tagen
gar keine Schwimmzeiten angeboten werden. So ist
zum Beispiel die Beueler Bütt montags geschlossen,
dienstags von 6.30 bis 16.45 Uhr, mittwochs von
6.30 bis 8 Uhr und 15 bis 19 Uhr, freitags von 6.30
bis 21 Uhr und sonn- und feiertags von 8 bis 15 Uhr
geöffnet.
Die im Zufallsverfahren zusammengestellten Klein-
gruppen besprachen und bearbeiteten folgende
Frage: Was wären aus ihrer Sicht die wichtigsten
Grundsätze für Öffnungszeiten und Verteilung der
Nutzungsmöglichkeiten?
AE 10
Belegung und ÖffnungszeitenSeite 20 von 67

3938Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
AE 11 - AE 12 / AE 13 | VERFAHREN
AE 11
Offene Arbeitseinheit
In Planungszellen wird anhand eines einheitlichen,
straffen Arbeitsprogramms vorgegangen. Doch gibt
es Themen, die vielleicht den Bürgergutachterinnen
und -gutachtern wichtig erscheinen, die nicht im
Arbeitsprogramm berücksichtigt werden konnten.
Dafür gibt es in aller Regel eine offene Arbeitsein-
heit, in der – angelehnt an die Arbeitstechnik „Open
Space“ („offener Raum“) – eigene Themen vorge-
schlagen und bearbeitet werden.
In den Planungszellen wurden die Themen gesam-
melt, zum größten Teil dann auch in Kleingruppen
bearbeitet, auf eigenen Plakaten der Kleingruppen
dokumentiert und in der Planungszelle vorgestellt.
Nur hier wurden die Kleingruppen nach Interesse
gebildet.
Zusätzlich erarbeiteten wieder nach Zufallsverfah-
ren zusammengestellte Kleingruppen ihre wichtigs-
ten Fragen für das Politikgespräch.
AE 12
Politikgespräch
Das Bürgergutachten ist vom Stadtrat beschlossen
worden, er entscheidet letztlich über die Bonner
Bäderlandschaft und darüber, welche Maßnahmen
getroffen werden und welche nicht. Deshalb soll es
auch eine Verzahnung zwischen Stadtrat und Pla-
nungszellen geben.
Vertreterinnen und Vertreter der meisten Fraktionen
des Stadtrats gaben zuerst eine kurze Stellungnah-
me zur Bonner Bäderlandschaft ab. Dann stellten
die Kleingruppen der Planungszellen in einer festen
Reihenfolge ihre vorbereiteten Fragen.
Die Politikanhörung wird nicht weiter dokumentiert,
sondern diente als Hintergrundinformation für die
Bürgergutachterinnen und -gutachter.
AE 13
Hardtbergbad-Sanierung
In der letzten inhaltlichen Arbeitseinheit, die von
Referaten begleitet wurde, stand die Hardtbergbad-
Sanierung im Fokus. In einer Live-Schaltung nach
Berlin konnte Tobias Reckert vor den Planungszel-
lenteilnehmerinnen und -teilnehmern seinen Vortrag
halten. Dem Studio Gollwitzer Architekten GmbH
wurde vom Stadtrat der Auftrag erteilt, die Hardt-
bergbad-Sanierung zu planen. Diese, so teilte der
Referent den Anwesenden mit, sei in acht Module
untergliedert. Die ersten drei Module stünden nicht
mehr zur Disposition und beträfen vor allem die
Gebäudesanierung des Hallenbads, den Anbau
eines Lehrschwimmbeckens im Hallenbad und die
Sanierung des Freibads. Diese Elemente würden
zeitnah umgesetzt.
Im Projekt seien aber noch weitere fünf Module
angedacht und angerissen. Das Modul 4 kann das
Lehrschwimmbecken um ein Freizeit- und Kursbe-
cken erweitern. Im 5. Modul ist ein Familienbereich
zur Verbesserung des Familienangebots geplant.
Modul 6 erweitert nochmals den Familienbereich um
ein gastronomisches Angebot, während das 7. Modul
eine Hallenrutsche bereithält, die vom Freibad und
vom Hallenbad aus zugänglich ist. Im letzten, dem
Modul 8, ist eine Erweiterung im Untergeschoss als
Kletterwald geplant.
Theodoros Marinos vom städtischen Gebäudema-
nagement erklärte in seinem Vortrag den Bürger-
gutachterinnen und -gutachtern einige Rahmen-
bedingungen der Sanierung und die Ziele aus Sicht
der Stadt. Er ergänzte den Vortrag von Reckert und
stand für Rückfragen zur Verfügung.
Rede und Antwort standen während des
Politikgesprächs:
Rolf Beu, Ratsmitglied, Sportpolitischer Sprecher,
Bündnis 90/Die Grünen
Florian Bräuer, Ratsmitglied, Sportpolitischer
Sprecher, FDP
Tobias Haßdenteufel, Ratsmitglied, Sportpolitischer
Sprecher, Die Linke
Felix Kopinski, Ratsmitglied, Stellvertretender
Fraktionsvorsitzender, Die Sozialliberalen
Gordon Land, Ratsmitglied, Vorsitzender Orts-
verband Bonn-Nordstadt, CDU
Jürgen Lüssen, Freie Wählervereinigung, Bürger
Bund Bonn e.V., BBB (anwesend am 11.09.2019)
Gabi Mayer, Ratsmitglied, Sportpolitische
Sprecherin, SPD
Johannes Schott, Ratsmitglied, Bürger Bund
Bonn e.V., BBB (anwesend am 04.09.2019)Seite 21 von 67

4140Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
AE 14 & AE 15 - AE 16 | VERFAHREN
AE 14 und AE 15
Die Bonner Bäderlandschaft: Standorte und Grundangebot
Die letzte inhaltliche Arbeitseinheit sollte einen
neuen Blick auf die Bonner Bäderlandschaft ermög-
lichen und alle bisherigen Teilergebnisse nochmals
prüfen und abwägen. Dazu sahen sich die Teilneh-
menden alle Plakate ihrer Planungszelle, ihre Pläne
und Fotografien an, diskutierten in Kleingruppen
und stellten schließlich die Bürgerempfehlungen in
einer Prioritätenliste (AE 14) und in Textform, münd-
lich vorgetragen (AE 15), zusammen.
AE 16
Schlussrunde
Ganz zum Schluss der Planungszellenarbeit füllten
die Bürgergutachterinnen und -gutachter mehre-
re Fragebögen anonym aus: zur Statistik und zur
Bewertung des Verfahrens. Es gab außerdem eine
Schlussrunde, in der alle Teilnehmenden noch-
mals zu Wort kamen. Dann wurde der erfolgreiche
Abschluss der Planungszelle bei einem Glas Sekt
oder Saft gefeiert. Dirk Lahmann, der Leiter Koor-
dinierungsstelle Bürgerbeteiligung der Stadt Bonn,
verabschiedete die Teilnehmenden im Namen des
Oberbürgermeisters mit einem herzlichen Danke-
schön und sagte ihnen zu, ihre Ergebnisse gebüh-
rend zu würdigen.Seite 22 von 67

Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
Mitwirkende
MITWIRKENDESeite 23 von 67

4544Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
Die Bürgergutachterinnen und Bürgergutachter | MITWIRKENDE
Sulaiman Al Horda Katrin Görnert Frank Recktenwald
Uwe Baar Manuela Halbekath Ariane Reinecke
Zumrud Baghiyeva Maja Hambuch N.N.
Christel Balik Michael Hartmond Karen Ritter
Thorsten Behrendt Regina Haverkamp Juri Romashkin
Gabriele Belloff Bernd Heer Kjeld Sankuhl
Sarah Bißeling Christine Hemmer Charlotte Schiermeyer
Dr. Weert Börner Andreas Henkel Dr. Barbara Schilling
Dilara Bozdag Rabea Heß Julian Schmickler
Lars Bröcker Michael Hönig Elena Schmidt
Victor Bukar Rebecca Jacobs Tim Schmitz
Sing-Tse Chin Wolfram Kalkreuth Renate Schoenen
Sophie Dappert Dr. Christian Kanig Ingeborg Schubbe
Anne Daufenbach Paula Keller Sheik Fares Sheikho
Ruth Dederichs Moritz Kirchesch Rolf Speidel
Ibrahim Diane Christiane Klencz Lilith Spitta
Moritz Dintera Manuel Knaus Samuel Steinborn
Rolf Dörrstock Oksana Krämling Nicole Stephan
Günter Engel Charlotte Krömer Dr. Tilmann Trebst
Luise Ermert Stefanie Kuban Aleksandra Trkulja
Olivier Essouma Sophie-Charlotte Lejczyk Ketevan Turkadze
Wiltrud Feddeck Regina Macioßek-Isso Michael Vieth
Miles Ferreira Borges Dr. Gisela Maintz Ursula Villwock
Lars Förster Martin Martiny Michael Vogel
Lisa Fournier Kristin Metzen Elisabeth Waldorf
Gabriele Freiwald Hermann-Josef Müller Matthias Wallraf
Leonie Frohn Maryia Nashkevich Franz Witte
Charlotte Gatzmann Tim Niephaus Christian Wößner
Barbara Gaus Astrid Raderschadt Juliane Wrobel
Christoph Goebel Hassan Rasheed Sophia Zavelberg
Die Bürgergutachterinnen und
BürgergutachterSeite 24 von 67

4746Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
Referentinnen und Referenten | MITWIRKENDE
Weitere Mitwirkende
Damit die Bürgergutachterinnen und -gutachter in einer guten Struktur arbeiten können und mit wichtigsten
Informationen versehen werden, bedarf es einer großen Zahl von Menschen, die im Hintergrund oder als Refe-
rentinnen oder Referenten vor- und mitarbeiten. Allen sei herzlich gedankt:
Referentinnen und Referenten
Rolf Beu, Ratsmitglied, Sportpolitischer Sprecher, Bündnis 90/Die Grünen
Katrin Bisping, Stadtkonservatorin Untere Denkmalbehörde, Stadt Bonn
Florian Bräuer, Ratsmitglied, Sportpolitischer Sprecher, FDP
Dr. Hartwig Carls-Kramp, 1. Vorsitzender Netzwerk Bürgerbäder, Geschäftsführer gem. Elsebad GmbH in Schwerte
Klaus Cavalar, Initiative Familienschwimmen für Bonn
Jochen Engels, Kassierer, Förderverein Panoramabad Rüngsdorf
Stefan Günther, Amtsleitung Sport- und Bäderamt, Bundesstadt Bonn
Tobias Haßdenteufel, Ratsmitglied, Sportpolitischer Sprecher, Die Linke
Klaus-Peter Hentschel, Deutsche Lebensrettungsgesellschaft Bezirk Bonn
Younis Kamil, 1. Vorsitzender, Internationaler Sport Club AlHilal
Hildegard Kinzel, Mitglied der Frankenbad-Freunde
Armin Koenen, Stellv. Betriebsleiter Bäder, Sport- und Bäderamt, Stadt Bonn
Felix Kopinski, Ratsmitglied, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender, Die Sozialliberalen
Birte Kümpel, Bürger.Bad.Godesberg e. V.
Theodoros Marinos, Städtisches Gebäudemanagement, Geschäftsbereich Bauunterhaltung und Bäder, Stadt Bonn
Gabi Mayer, Ratsmitglied, Sportpolitische Sprecherin, SPD
Anja Niemeier, Bürgerinitiative Kurfürstenbad bleibt!
Gordon Land, Ratsmitglied, Vorsitzender Ortsverband Bonn-Nordstadt, CDU
Jürgen Lüssen, Stellvertretender Sportpolitischer Sprecher, Bürger Bund Bonn e.V., BBB
Elke Palm, Abteilungsleiterin Sport und Bäder, stellvertretende Leiterin des Sport- und Bäderamtes, Stadt Bonn
Ute Pilger, 1. Vorsitzende, Stadtsportbund Bonn e. V.
Tobias Reckert, Dipl.-Ing. Architekt, Büroleitung StudioGA - Berlin, Studio Gollwitzer Architekten GmbH
Jan Reche, Vorstand, Stadtschulpflegschaft
Rafael Röger, Stellv. Vorsitzender, Freibad Freunde Friesdorf
Guido Schlottmann, Abteilungsleiter im Stadtplanungsamt, Stadt Bonn
Johannes Schott, Ratsmitglied, Bürger Bund Bonn e.V., BBB
Martin Seiler, Bürgerinitiative Frankenbad bleibt Schwimmbad
Maren Storck, 1. Vorsitzende Unser Melbbad
Diether Vatheuer, Geschäftsführender Gesellschafter PROVA GmbH
Eric Voß, Geschäftsführer der Bäder Betriebs GmbH Fulda
Britta von der Lippe, Gründerin Beueler-Bütt-Initiative
Marc Wester, Bäderbetriebsleiter Sport- und Bäderamt, Stadt Bonn
Johannes Wiedemann, Koordinator, Behindertengemeinschaft Bonn
Stadtverwaltung der Bundesstadt Bonn
Dr. Birgit Schneider-Bönninger, Kultur- und Sportdezernentin Bundesstadt
Dirk Lahmann, Leiter Koordinierungsstelle Bürgerbeteiligung
Stephan Wielpütz, Bürgerbüro, Bürgerbeteiligung, Ombudsstelle
Referentinnen und Referenten im VerfahrenSeite 25 von 67

4948Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
gfb und IDPF
Philipp Baumer, B.A.
Prof. Dr. Wolfgang Bergem
Kyra Böhme
Michelle Bube, B.A.
Gerrit Pfau, M.A.
Paul Nick, B.A.
Mark Schwalm, Mag. phil.
Prof. Dr. Hilmar Sturm
Fabian Sturm
Yazgülü Zeybek, M.Sc.MITWIRKENDE
gfb und IDPF | MITWIRKENDESeite 26 von 67

Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
Ergebnisse: Empfehlungen und Anregungen
zur Bonner Bäderlandschaft
ERGEBNISSESeite 27 von 67

52Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
Vorbemerkungen zu den Ergebnissen | ERGEBNISSE
Vorbemerkung zu
Auswertung und Punktzahlen
Vier Planungszellen haben unabhängig vonein-
ander das gleiche Arbeitsprogramm durchlaufen.
Kleingruppen einigten sich auf ihre bis zu drei oder
fünf wichtigsten Aussagen und stellten sie in ihrer
Planungszelle vor. Dort wurden sie erfasst; inhaltlich
gleiche und ähnliche zusammengeführt. Dann hatte
jede und jeder die Möglichkeit, drei bis fünf Punk-
te zu verteilen, und zwar frei. Man konnte einen,
zwei, drei oder auch fünf Punkte auf eine Anregung
vergeben.
Die Punktwerte bedeuten also keine „Stimmen“ wie
bei Abstimmungen oder Wahlen. Daher werden auch
keine Prozente ausgerechnet. Bei 92 Teilnehmen-
den, die bis zum Schluss blieben, können also 92
Punkte bereits Einstimmigkeit bedeuten, und die
absolute Mehrheit könnte schon bei 47 Stimmen
erreicht sein. Allerdings können auch im Extremfall
theoretisch neun Personen 45 Stimmen zusam-
menbringen, wenn sie alle fünf Stimmen auf eine
Aussage geben. In der Praxis kommt das sehr selten
vor; die meisten Bürgergutachterinnen und -gutach-
ter vergeben einzelne, auch zwei oder drei Punkte
auf eine Empfehlung und bedenken immer mehrere
Aussagen mit Punkten.
Die Punkte sind stets nach der Wichtigkeit oder
Zustimmung vergeben worden.
Alle Ergebnisse der Arbeitseinheiten 1 bis 13 sind mit
dem Hinweis zu versehen, dass es im Laufe der vier
Tage hoffentlich zu Meinungsänderungen und Neu-
bewertungen gekommen ist. Die Arbeitseinheiten 14
und 15 bilden das Endergebnis. Von ihnen aus sollte
sozusagen auf die vorbereitenden Arbeitseinheiten
zurückgeblickt werden.ERGEBNISSESeite 28 von 67

5554Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
AE 01 Erste Einschätzungen | ERGEBNISSE
AE 01
Erste Einschätzungen
Ziel der ersten Arbeitseinheit war – neben einer
Einführung in Auftrag, Thema und Verfahren –, einen
ersten Eindruck davon zu gewinnen, welche Erinne-
rungen, Erfahrungen oder Gefühle die Bürgergut-
achterinnen und Bürgergutachter mit den Bädern
verbinden. Denn Schwimmbäder bestehen aus mehr
als Wasser, Wiese und Gebäude für die Gemeinschaft
und jeden Einzelnen. Sie bergen Erfahrungsschätze
für Menschen, sind Räume für Entfaltung und Leben.
Die Bürgergutachterinnen und Bürgergutachter
verbanden mit den Bädern positive Kindheitserin-
nerungen und Erfolgserlebnisse, zum Beispiel beim
Schwimmenlernen. Auch dachten sie dabei an die
Entspannung, die Auszeit vom Alltag oder das Frei-
heitsgefühl. Das Familienerlebnis im Schwimmbad,
die Rutschen und die sportlichen Aktivitäten einer-
seits, aber auch das gastronomische Angebot, dar-
unter das Eisessen oder Pommes rot/weiß wurden
genannt. Einige der Teilnehmenden sprachen aber
auch negative Erfahrungen und Gefühle an, wie das
kalte Wasser, die fehlende Hygiene oder die Angst
vor dem Sprungbrett.
Da sich diese subjektiven Erfahrungen nicht ge-
wichten und bewerten lassen, wurden die genann-
ten Aspekte nicht bepunktet. Sie sind als eine
Sammlung von persönlichen Erlebnissen zu be-
trachten und werden hier ohne bestimmte Reihen-
folge dargestellt.
Pommes essen/Pommes Schranke (rot/weiß)
Eis essen
Im Freibad gute Verpflegung am Kiosk,
eigenes Essen mitbringen
Erinnerung an die Kindheit/Spaß und Gemeinschaft
Positive Kindheitserinnerungen,
die viele Jahre zurückliegen
Früher: knappe Badezeiten
Übernachten mit Kindern im Schwimmbad;
nachts im Schwimmbad
Früher gab es kaum bis keine Angebote an
Schwimmstätten (allgemein)
Erfolg (ich kann's)
Sportliche Aktivitäten und Gesundheit/Wettkampf
Früh- oder Spätschwimmen für Berufstätige als
sportliche Alternative
Schwimmbad als Lernort
Schwimmen lernen/Abzeichen machen und damit
verbundener Stolz
Schulschwimmen (früher weniger Schwimmangebote
in den Schulen als heute)
Schwimmen ist ein gesunder und schöner Sport,
trotz Kälte, Nässe und Lärm
Schwimmen als Freizeitbewegung (springen,
rutschen und bewegen)
Erfolgserlebnisse, z. B. schwimmen lernen,
Überwindung, Mutproben
Pflicht (Schulschwimmkurs, gesellschaftlich,
z. T. sogar versetzungsrelevant)
Spaß, Erholung und alleine mit Freunden ohne Eltern,
Freiheit, Unabhängigkeit
Spaß mit Freunden und Familie/Geselligkeit
Ort für Treffen mit Familie und Freunden,
auch neue Kontakte
Entspannung und Freizeit/hoher Erholungswert vor
allem in den Morgenstunden im Freibad
Auszeit vom Alltag, Urlaubsgefühl
Erschwingliches Ferienprogramm, Abwechslung,
Alternative zum Strandurlaub
Ausflüge mit Großeltern etc.
Alleine ohne Eltern
Freiheitsgefühl
Familienfreundlich, hinsichtlich Größe überschaubar,
kleines Schwimmbad im Ortsteil, man kann Kinder
mal alleine lassen
Ferien- und Urlaubszeit (Urlaubsfeeling)
Freizeitschwerpunkt nach der Schule im Sommer
mit Freunden
Familienerlebnis/Familienausflugsziel (Picknickdecken
auf großen Rasenflächen)
Freibäder als Angstraum/im Hinblick auf aktuelle
Vorfälle mit Jugendlichen
Angst bzw. Adrenalin beim Springen/Ängste überwinden
Mutproben (Turmspringen) und Nervenkitzel
Schamgefühle
Sicherheit und Selbstständigkeit (es hat was mit
Erwachsenwerden zu tun und Vertrauen lernen für die
Eltern und in sich selbst)
Freiheit in der Freizeitgestaltung (kein Vereinszwang)
Erholung, Ausgleich und Entspannung/Gefühl der
Schwerelosigkeit
Schattenplatz im Schwimmbad
Sonne und Wiese
Rutschen und Wasserspiele
Beachvolleyball
Kulturelle Aspekte von Badebekleidung
Frühmorgens bei Nebel über dem Wasser und
herunterfallendem Herbstlaub
Negatives: beinahe ertrinken, Sonnenbrand, Insekten-
stiche, viele Menschen, Lärm, Chlor, Hygiene ...
Kaltes Wasser, Frieren, ungemütlich, kalte Atmosphäre,
keine Sicht auf den Beckenboden
Feucht, laut, nass, kalt, muffig, langweilig
Schmutzige und enge Umkleiden und
unhygienische Sanitäranlagen
Zunehmende Verschmutzung in den Bädern,
Attraktivität hat nachgelassen
Freude am Schwimmen verloren
Aufenthalt im Bad verkürzt
Aufenthalt nur noch als Aufsichtsperson für Kinder
Hygiene (unangenehm)/starker Chlorgeruch und
verschmutzte Toiletten und Umkleiden (vor allem
bei überfüllten Freibädern)
Angst (vor tiefem Wasser, hohem Sprungbrett,
Strömung, ...)
Schlechte Parkplatzsituation
Welche Erinnerung, Erfahrung oder Gefühle
verbinden Sie mit Bädern?Seite 29 von 67

5756Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
AE 02 Übersicht aller Bonner Bäder und möglicher Standorte | ERGEBNISSE
AE 02
Übersicht aller Bonner Bäder und möglicher Standorte
Die zweite Arbeitseinheit diente zur Übersicht der
Bonner Bäderlandschaft, der jetzigen Standorte
und möglicher Alternativen. In dieser Arbeitseinheit
sollten die Teilnehmenden den jetzigen Stand der
Bonner Bäderlandschaft und ihre Eigenschaften
näher diskutieren und dabei die verschiedenen
Stärken und Schwächen benennen. Zum ersten Mal
im Verfahren konnten die Teilnehmenden für die
in den Kleingruppen erarbeiteten Aspekte Punkte
vergeben – jeweils drei für die Stärken und für die
Schwächen der Bonner Bäderlandschaft.
Die Dezentralität der Bäder wurde als Stärke der
Bonner Bäderlandschaft besonders hervorgehoben,
denn die Verteilung der Bäder im Stadtgebiet wurde
als sehr positiv bewertet. Dabei bemerkten die Bür-
gergutachterinnen und -gutachter aber auch, dass
diese Stärke der Bonner Bäderlandschaft von der
Funktionsfähigkeit aller Bäder abhängt.
Die Teilnehmenden fanden, dass die günstigen
Eintrittspreise für alle, insbesondere für Schüler und
Studenten, eine attraktive Bäderlandschaft in Bonn
ausmachen.
Die gute Freibäderlandschaft, die wiederum von
schöner Landschaft umgeben ist, und überhaupt
das Freibadangebot wurden als weitere Stärken
bezeichnet. Dabei waren aus Sicht vieler die mehr
als ausreichende verkehrstechnische Erreichbarkeit
der Bäder und die Anbindung an den öffentlichen
Nahverkehr wichtige Vorteile.
Als größte Schwäche der Bäderlandschaft wurde der
Sanierungsstau bewertet, vor allem bei den Sani-
täranlagen, der Technik und im Nutzerbereich. Den
Zustand der Bäder, die marode Substanz bei Technik
und im Nutzerbereich, z. B. in den Umkleidekabinen,
empfinden die Teilnehmenden als klaren Nachteil.
Ein entspannendes Wellness-/Familienbad und
allgemein Angebote für Kinder und Familien in den
Hallenbädern fehlen einem großen Teil der Teilneh-
menden. Sie bemängeln, dass ein Hallenbad mit
attraktiven Angeboten für alle Altersgruppen fehlt.
Das mangelhafte Angebot an Wasserzeiten für
Schul- und Vereinsschwimmen wird ebenfalls als
eine große Schwäche hervorgehoben. Die Bürger-
gutachterinnen und -gutachter sehen dabei Schwie-
rigkeiten beim Schwimmenlernen, da der Bedarf
nicht gedeckt sei und der Unterricht ausfallen
müsse. Für Inklusionsschulen und andere Nutzer-
gruppen hingegen sei die fehlende Barrierefreiheit
eine Beeinträchtigung.
Negativ seien ferner die uneinheitlichen und kurzen
Öffnungszeiten der Bonner Bäderlandschaft sowie
damit zusammenhängend das zu knapp bemessene
Fachpersonal in den Bädern.
AE 02a: Welche Stärken hat die Bonner
Bäderlandschaft zum jetzigen Stand?
Gute Verteilung im Stadtgebiet 83
Günstiger Eintrittspreis für Schüler/Studen-
ten ab 2019 (Senkung)/generell günstige
Eintrittspreise für alle (auch in Relation zu
Spaßbädern)
44
Gute Freibäderlandschaft, schöne Lage 37
Erreichbarkeit der Bäder mehr als ausreichend
(Anbindung an ÖPNV) 27
Sehr gutes Freibadangebot 15
Politischer Wille der Stadt ist vorhanden,
etwas anzustoßen und dabei die Bürger
zu beteiligen
12
Mehrere Freiflächen, mehrere große Wiesen 10
Ausreichende Anzahl an Freibädern 9
Freibäder in relativ annehmbarer Situation
(im Vergleich zu Hallenbädern in Bonn) 7
Einführung einer Saisonkarte für die Freibäder 7
Noch gibt es ein Wettkampfbecken 3
Weitere Aussagen 4
Gesamt 258
AE 02b: Welche Schwächen hat die
Bonner Bäderlandschaft zum jetzigen
Stand?
Sanierungsstau insgesamt/Sanierungsstau
bei den Sanitäranlagen, der Technik und im
Nutzerbereich
65
Fehlen eines Wellness-/Familienbades und
Angebote für Kinder und Familien in den
Hallenbädern
42
Schwierigkeiten für Schul- und Vereins-
schwimmen beim Schwimmenlernen; Bedarf
nicht gedeckt und Unterrichtsausfall
24
Uneinheitliche und insgesamt kurze
Öffnungszeiten 22
Fehlende Barrierefreiheit aller Bäder/
u. a. für Inklusionsschulen 21
Zu wenig Fachpersonal (Bereich Technik)/
zu wenig Fachangestellte für Bäderbetriebe 19
Zu alte und zu marode Bäder (Energie-
effizienz)/keine Spaßbäder 18
Öffnungszeiten nach Wetter und Bedarf
ausrichten 12
Kein Hallenbad in Bad Godesberg 10
Jahrelange Wartezeit auf Schwimmkurse
und zu geringes Schwimmkursangebot 9
Kein öffentlich zugängliches 50-m-Becken
in den Hallenbädern 5
Stadt Bonn hat den Zeitgeist nicht erkannt
und in der Vergangenheit die Situation der
Bäder nicht angepackt
5
Keine Abtrennung von Sport- und Freizeit-
schwimmbecken in den Freibädern 4
Nutzungskonzept für Hallenbäder hinsichtlich
Grundangebot und Spezialisierung fehlt 4
Teilweise nicht funktionsfähig 3
Fehlende Schwimmzeiten wegen hohen
Sanierungsstaus (z. B. für Vereine) 3
Weitere Aussagen 5
Gesamt 258
» Großer Lageplan: Seite 18Seite 30 von 67

5958Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
AE 03 Sanierung und gestalterische Maßnahmen | ERGEBNISSE
AE 03
Sanierung und gestalterische Maßnahmen
Die Sanierung der Bäder und gestalterische Maß-
nahmen waren das Thema der dritten Arbeitseinheit,
mit dem sich die Bonner Bürgerinnen und Bürger am
ersten Arbeitstag befassten. Im Vordergrund dieser
Arbeitseinheit standen die jeweiligen Vor- und Nach-
teile einer Sanierung oder eines Neubaus – hinsicht-
lich gestalterischer Möglichkeiten, des Zustands der
Bäder, aber auch der Kosten.
Die Kleingruppen sollten die Voraussetzungen
benennen, unter denen eine Sanierung sinnvoll
wäre. Dabei stand ganz klar die Kostenfrage für sie
im Vordergrund. Solange die Kosten der Sanierung
die eines Neubaus nicht überschreiten, befanden
die Teilnehmenden eine Sanierung für sinnvoll.
Ausdrücklich wurden die Kosten auf die gesamte
Lebensdauer eines Bades bezogen, also beinhalten
dabei neben den Sanierungskosten auch die Be-
triebskosten.
Bei einem Bad in optimaler Lage, mit guter Anbin-
dung und einem gewissen Flair sprechen sich viele
Teilnehmende für eine Sanierung aus.
Sollte eine sinnvolle, passende Fläche für einen Neu-
bau nicht zur Verfügung stehen oder sollten keine
Alternativen möglich sein, da Flächen anderweitig
besser genutzt werden, dann wäre aus Sicht der
Teilnehmenden eine Sanierung ebenfalls sinnvoll.
Wichtig war außerdem, dass bei einer Sanierung die
Standards eines Neubaus erreicht werden können –
auch mit Blick auf die Barrierefreiheit.
Bei bestehenden Bädern, finden die Bürgergut-
achterinnen und -gutachter, macht eine Sanierung
besonders Sinn, wenn der Bau besonders ästhetisch
ist und hochwertig ausgeführt wurde, wenn dieses
Bad ausbaufähig ist und so Parkplätze, Anbauten,
zusätzliche Schwimmbecken sowie Gastronomie
hinzugebaut werden können oder auch wenn der
Bedarf des bestehenden Bades entsprechend hoch
ist. Die Versorgung des Stadtteils mit einem Bad am
bestehenden Standort war ebenso wichtig.
Unter welchen Voraussetzungen ist eine Sanierung sinnvoll?
Wenn die Sanierung kostengünstiger als ein
Neubau ist einschließlich der Betriebskosten
insbesondere bei gut bekanntem Bauzustand
53
Wenn die Kosten bezogen auf die gesamte
Lebensdauer die eines Neubaus nicht über-
schreiten und überschaubar sind (inklusive
Energieeffizienz)
49
Wenn die Lage und Anbindung gut sind und
das Bad ein gewisses Flair hat 28
Wenn keine sinnvolle passende Fläche für
einen Neubau zur Verfügung steht 23
Wenn die Sanierung Neubaustandards
erreicht und Barrierefreiheit erreicht wird 20
Wenn ein bestehender Bau sehr ästhetisch
und hochwertig ausgeführt wurde 18
Wenn ein Ausbau bestehender Bäder möglich
ist (z. B. Parkplätze, Anbauten, zusätzliche
Schwimmbecken sowie Gastronomie)
16
Wenn die Kosten für Sanierung und für
Neubau in einem vernünftigen Verhältnis
stehen (inkl. Betriebskosten)
16
Wenn nur so ein Stadtteil mit einem Bad
versorgt werden kann/Standort 16
Wenn der Bedarf des bestehenden Bades
entsprechend hoch ist 15
Wenn Sanierung nachhaltig ist/langfristige
Perspektive wie ein Neubau 15
Wenn es möglichst wenig Schließzeit bei
der Sanierung des Bades gibt 15
Wenn dafür keine weiteren öffentlichen
Flächen versiegelt und umgebaut werden,
die bereits einem anderen öffentlichen
Nutzen dienen
14
Weil dann ein Baudenkmal mitsamt seiner
ursprünglichen Funktion erhalten bleibt 14
Wegen mangelnder Alternativen (frei werden-
de Flächen sollten besser für Wohnungsbau
und Grünflächen genutzt werden; Umwelt-
schutz, Bsp. Ennert)
13
Wenn die Ausfallzeit durch andere Bäder
kompensiert werden kann 12
Wenn die Sanierung zeitnah geschehen
kann und wenn sie nicht länger dauert als
ein Neubau
11
Wenn Bedarf an notwendigen Wasserflächen
damit gedeckt werden kann unter Berücksich-
tigung der Lehrschwimmbecken
11
Falls Baugenehmigung, Verfahren usw. für
Neubau unverhältnismäßig lange dauern 10
Wenn dort an gleicher Stelle kein kostengüns-
tigerer Neubau gebaut werden kann 9
Wenn die Sanierungsmittel einer größeren
Öffentlichkeit zugutekommen 8
Bei variierendem Nutzungsplan von z. B.
Sport- zu Familienbad 7
Weitere Aussagen 53
Gesamt 446Seite 31 von 67

6160Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
AE 04 Konzepte und Visionen für die Bäderlandschaft | ERGEBNISSE
AE 04
Konzepte und Visionen für die Bäderlandschaft
Einen Blick in die Zukunft der Bonner Bäderland-
schaft warfen die Bürgergutachterinnen und -gut-
achter in der Arbeitseinheit 4. Hier wurden Kon-
zepte und Visionen diskutiert und das zukünftige
Bade- und Freizeitverhalten sowie das Angebot der
Bäderlandschaft etwas vorausschauender betrach-
tet. Die Teilnehmenden sollten sich dabei ihr ideales
Bad vorstellen und dessen besondere Merkmale
aufzeigen.
Am höchsten bewertet wurde das ideale Bad der
Zukunft mit einem attraktiven Angebot für alle Ziel-
gruppen. Dabei sollen alle auf ihre Kosten kommen
können: die Älteren, die Bahnen schwimmen wollen,
Familien im Kleinkindbereich, Jugendliche, Frauen
und Männer. Der Bedarf der Vereine und Schulen
soll dabei mit extra Schwimmzeiten abgedeckt sein.
Die Bürgergutachterinnen und -gutachter befanden
das Modell des Kombibades, in dem Freibad und Hal-
lenbad zusammen bestehen, für eine zukunftsfähige
Lösung für die Bonner Bäderlandschaft.
Baden bei Mondschein lautete eine andere Vision für
Bonn. Damit war gemeint, dass die Öffnungszeiten
flexibler gestaltet werden sollten, sodass auch Be-
rufstätige bei späten Öffnungszeiten, also bei Mond-
schein, das Schwimmangebot wahrnehmen könnten.
Das Schwimmangebot sollte laut den Teilnehmen-
den am besten auch Sauna- und Wellnessangebote
beinhalten. Dazu gehören ein Ruhebereich mit
Wasserbetten, Grotten mit LED-Sternenhimmel und
ein Sole-Bereich.
Daneben hat ein ideales Bad vor allem auch eine
sichere Umgebung und einen hohen Sicherheits-
standard, der durch eine Aufsicht und technische
Hilfsmittel unterstützt wird.
Ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis mit
familiengerechten Eintrittspreisen sowie ein anspre-
chendes, zeitgemäßes Ambiente zeichnen das ideale
Bad der Zukunft aus.
Für Kinder- und Jugendliche soll zukünftiges Baden
in Bonn zum Schwimmenlernen ein multifunktiona-
les Lehrschwimmbecken mit Hubboden enthalten.
Um mehr Spaß zu haben, sollen sie den zeitlosen,
wandelbaren Kinder- und Jugendbereich mit wech-
selnden Attraktionen besuchen können.
Stellen Sie sich bitte Ihr ideales Bad in der Zukunft vor.
Was zeichnet es besonders aus?
Attraktive Angebote für alle Zielgruppen:
Bahnenschwimmen für Ältere, Kleinkindbe-
reich, Jugendliche, für Frauen/Männer sowie
für Vereine und Schulen extra Schwimmzeiten
58
Kombibad oder modulares Bad/Cabriobad 32
Flexibilität bei den Öffnungszeiten für Berufs-
tätige gewährleisten (späte Öffnungszeiten)/
Baden bei Mondschein
31
Sauna und Wellness, Ruhebereich mit Was-
serbetten, Grotten mit LED-Sternenhimmel,
Solebereich
24
Hoher Sicherheitsstandard (Aufsicht und
technische Hilfsmittel), sichere Umgebung 23
Angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis
und familiengerechte Eintrittspreise 21
Ein ansprechendes zeitgemäßes Ambiente:
Helligkeit, Farbe, Ruhebereich 20
Multifunktionales Lehrschwimmbecken
mit Hubboden 17
Zeitloser, wandelbarer Kinder- und Jugend-
bereich mit wechselnden Attraktionen (auf-
blasbare Wasserlandschaften, Rutschen,
mit Kinderbetreuung)
17
Schwimmen ohne Chlor/Naturlandschaft
mit Fluss und See oder hochwertige Wasser-
aufbereitung
16
Klimaneutral und nachhaltig 16
Gute Infrastruktur, ÖPNV Anbindung, Park-
plätze, Stellplätze für Fahrräder/Pedelecs/
Rollstühle/Kinderwagen
15
Für jeden Bedarf getrennte Schwimmbecken
z.B. zum Ausruhen, Kinderbereich oder Kombi
aus Innen- und Außenbecken
14
Sportlichen Aspekt nicht vernachlässigen
(klassische Schwimmbahn und 50-m- Bahn,
Gesundheitsaspekte)
13
Sauberkeit 12
Das Bad als Begegnungsstätte und als Ort
für Kulturveranstaltungen z. B. Kino am
Abend/den Tag verleben mit Wasser
12
Modernes und gesundes Gastronomie-
angebot mit attraktiven Angeboten wie
Kindergeburtstagen
11
Kombi aus Sport und Spaß 9
Kommunikationsinseln im Trockenen
und Nassen 7
24/7-Öffnungszeiten 7
Wenn es viel Programmvielfalt gibt (Kurse) 7
Barrierefreiheit und bessere Inklusion,
z. B. mehr Platz in Umkleiden 7
Weitere Aussagen 45
Gesamt 434Seite 32 von 67

6362Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
AE 05 Begehung einiger Bäder / AE 06 Vorstellung der Bäder | ERGEBNISSE
AE 05
Begehung einiger Bäder
Nachdem sich die Bürgergutachterinnen und
Bürgergutachter am ersten Tag bereits einen
Überblick zu möglichen von der Verwaltung
geprüften Standorten, Sanierungsmaßnahmen
und Visionen für die Bonner Bäderlandschaft
verschafft hatten, konnten sie sich zu Beginn
des zweiten Tages unterschiedliche Bonner
Bäder ansehen.
Die Kleingruppen trafen sich morgens jeweils
direkt an je einem anderen Bad. Besucht wurden
das Frankenbad, die Beueler Bütt, das Hardtber-
gbad, das Kurfürstenbad und das Schwimmbad
Friesdorf. Das Badpersonal stand bereit, um Fragen
zu beantworten und die Teilnehmenden durch das
Bad zu begleiten. Dabei wurden ihnen auch techni-
sche Anlagen und nichtöffentliche Bereiche gezeigt,
damit sie sich ein umfassendes Bild des jeweiligen
Bades machen konnten. Der Arbeitsauftrag bestand
darin, Fotos von den schönsten und schlechtesten
Aspekten der besuchten Bäder zu machen und in
der Kleingruppe über die gesammelten Eindrücke zu
diskutieren. Am Ende sollten sie die drei besten und
schlechtesten Beispielfotos auswählen.
AE 06
Vorstellung der Bäder
Nachdem die einzelnen Kleingruppen von der Bäder-
begehung zurück zum Tagungsort gekommen waren,
wurden die von ihnen ausgewählten Fotos im Groß-
format auf ein Plakat gedruckt, das sie zusätzlich
beschriften konnten. Damit sollten auch andere
als optische Eindrücke festgehalten und geteilt
werden können.
Beueler Bütt:
Nach Ansicht der Bürgergutachterinnen und
Bürgergutachter zeichnete sich die Beueler Bütt
vor allem durch ihre modernen und sauberen
Duschbereiche, einen freundlichen und lichtdurch-
fluteten Schwimmbereich sowie durch ihre weiteren
Sportanlagen aus, darunter eine Ruderanlage und
eine Gymnastikhalle.
Negativ blieben den Kleingruppen, die die Beueler
Bütt besuchten, die ihrer Meinung nach unattrak-
tiv gestalteten Außen- und Eingangsbereiche des
Bades in Erinnerung. Auch die nichtöffentlichen
Arbeitsbereiche des Badpersonals wurden als
renovierungsbedürftig betrachtet.
Frankenbad:
Die Zuschauertribüne des Frankenbades wurde
als positives Alleinstellungsmerkmal betrachtet.
Auch die praktische Aufteilung der separaten
Sport-, Lehr- und Mehrzweckbecken wurde als
positiv empfunden.
Bemängelt wurden vor allem die in Teilen veralteten
technischen Anlagen des Bades.
Freibad Friesdorf:
Das Freibad Friesdorf („Friesi“) blieb den Kleingrup-
pen vor allem durch seine gepflegten und anspre-
chenden Grünanlagen in Erinnerung.
Negativ fiel hingegen der Eindruck eines Teils der
Badausstattung auf, wie etwa der renovierungsbe-
dürftige Sprungturm.
Hardtbergbad:
Am Kombibad im Bonner Stadtbezirk Hardtberg
empfanden die Bürgergutachterinnen und Bürger-
gutachter vor allem die attraktiv gestalteten und
unter anderem mit Strandkörben ausgestatteten
Außenbereiche als besonders positiv.
Eine zu geringe Anzahl an Parkplätzen und der
äußerlich schlechte Zustand der technischen
Anlagen hinterließen einen negativen Eindruck
bei den Teilnehmenden.
Kurfürstenbad:
Das nicht mehr betriebene Kurfürstenbad in
Bad Godesberg überzeugte die Teilnehmenden
vor allem durch seinen Charakter als Heilbad.
Daher wurden unter anderem der Brunnen am
Eingang und das Quellbecken im Außenbereich
als positiv empfunden.
Insbesondere der technisch schlechte Zustand
des Bades sowie der allgemein renovierungsbe-
dürftige Zustand des Gebäudes hinterließen einen
negativen Eindruck.Seite 33 von 67

6564Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
AE 06 Vorstellung der Bäder | ERGEBNISSE
Positivbeispiele Beueler Bütt Negativbeispiele Beueler Bütt
Positivbeispiele Frankenbad
Positivbeispiele Freibad Friesdorf
Positivbeispiele Hardtbergbad
Positivbeispiele Kurfürstenbad
Negativbeispiele Frankenbad
Negativbeispiele Freibad Friesdorf
Negativbeispiele Hardtbergbad
Negativbeispiele KurfürstenbadSeite 34 von 67

6766Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
AE 07 Nutzergruppen 1 | ERGEBNISSE
AE 07
Nutzergruppen 1
Welche Merkmale muss ein Hallenbad aufweisen, um
den Nutzergruppen gerecht zu werden? Mit dieser
Frage beschäftigten sich die Bürgergutachterinnen
und -gutachter in der ersten von zwei inhaltlich
aufeinander abgestimmten Arbeitseinheiten, die
sich mit den Bedarfen der unterschiedlichen Nutzer-
gruppen der Bonner Bäder beschäftigten.
Für besonders wichtig erachteten die Teilnehmen-
den hierbei vor allem eine kinder- und behinder-
tengerechte Ausstattung der Bäder durch allge-
meine Barrierefreiheit (z. B. breite Eingänge) sowie
leicht zugängliche und nutzbare Schwimmbecken,
etwa durch Lifte oder Hubböden für einstellbare
Wassertiefen.
Wie bereits in den vorhergegangenen Arbeitseinhei-
ten spielten auch beim Thema Nutzergruppen die
Öffnungszeiten der Bäder eine wichtige Rolle. Um
möglichst vielen Nutzern die Möglichkeit zu bieten,
die Angebote der Bonner Bäder in Anspruch nehmen
zu können, sollten diese flexibler, länger und ganz-
jährig geöffnet sein.
Damit ausreichende und schnell erreichbare Was-
serflächen für das Schulschwimmen in Bonn vorhan-
den und auch Sport- und Trainingsmöglichkeiten für
Vereine (etwa die Deutsche Lebens-Rettungs-Ge-
sellschaft) gegeben sind, sollten die Bonner Bäder
über separate Lehr- und Sportbecken verfügen. Zu
dieser Ausstattung sollten weiter auch Sprungtür-
me, Lager- und Schulungsräume sowie genügend
Umkleiden gehören. Besonders bei Sportbecken,
das für Wettkämpfe geeignet sein soll, sollte darauf
geachtet werden, dass es im Hinblick auf Maße und
Ausstattung aktuellen Vorgaben für den offiziellen
Wettkampfbetrieb entsprechen, auch um Bonn als
„Sportstadt“ profilieren zu können.
Neben den eigentlichen Schwimmbereichen sollte
auch das „Drumherum“ ansprechend gestaltet sein.
Dazu zählten für die Teilnehmenden zum Beispiel
eine schön gestaltete Eingangshalle mit gemütli-
chen Sitzmöglichkeiten und gastronomischen Ange-
boten (Kaffee, Snacks etc.).
Welche Merkmale muss ein Hallenbad aufweisen,
um den Nutzergruppen gerecht zu werden?
Lehrschwimmbecken mit Hubboden (kinder-
und behindertengerecht) mit warmer Wasser-
temperatur (80cm tief, 28 Grad Celsius)
sowie vier Gruppenumkleiden
56
Barrierefreiheit (z. B. Lifter, Hubbecken,
Alarmsysteme, breite Eingänge) 41
Öffnungszeiten länger, flexibler und
ganzjährig 39
DLRG/Sprungturm von 3 m Höhe/25 m
langes Schwimmbecken/2 m tief/im weiteren
Verlauf 3 - 5 m tief
38
Ein Sportbecken mit den erforderlichen
Maßen und Tiefen; abtrennbar vom restlichen
Schwimmbad/Schwimmvereinssport sollte
möglich sein
34
Es muss den Richtlinien des Schulsports
entsprechen 28
Ausreichend Personal für den Lehrbetrieb 24
Günstige Entfernung zu möglichst vielen
Schulen/gute Erreichbarkeit vor allem mit dem
ÖPNV
24
Beckenarten: Lehr-, Sport-, Baby-, Außen-,
Sprungturm- (1 m fest und 3 - 5 m höhen-
verstellbar) und Vario-Becken
19
Für die drei Nutzergruppen Schul-, Sport-
und Rettungsschwimmen müssen die
Schwimmbäder ausgelegt sein
17
Vergrößerung der Wasserfläche lokal und
allgemein 17
Acht Sammelumkleiden, Einzel- und Familien-
umkleiden für die Öffentlichkeit 15
Ausreichende Flächen für Sozialräume für
Mitarbeiter, Lager- und Schulungsräume 12
Individualsport und Angebote für Kinder und
Jugendliche sollten harmonisch miteinander
verbunden sein
10
Eine schöne Eingangshalle mit genütlichen
Sitzmöglichkeiten, Kaffeeautomat, Getränke-
automat und Süßigkeiten sowie eine freund-
liche Kassendame
8
Ein Kinder- und Spaßbereich 7
Genügend Platz als Sitzfläche und
Rückzugsort 7
Flexible Wasserparcours: um Sportbecken
temporär umzugestalten in Spaß- und
Bewegungsflächen
7
Einzelduschen 7
Ein Gastronomiebereich 6
Weitere Aussagen 28
Gesamt 444Seite 35 von 67

6968Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
AE 08 Nutzergruppen 2 | ERGEBNISSE
AE 08
Nutzergruppen 2
Im Anschluss an die Arbeitseinheit 07 ging es nun
um die Bedürfnisse jener Gruppen in der Bevölke-
rung, die in der vorausgegangenen Arbeitseinheit
noch nicht berücksichtigt wurden. Einbezogen wur-
den hier zudem auch jene Interessengruppen, die
nicht unmittelbar in den Schwimm- und Badebetrieb
einbezogen sind, sondern für dessen Rahmenbedin-
gungen von Bedeutung sind. Konkret nannten die
Bürgergutachterinnen und -gutachter hier mehr-
heitlich die Bonner Steuerzahlerinnen und Steuer-
zahler, deren Interesse an einer genauen, gewis-
senhaften und angemessenen finanziellen Planung
der Bonner Bäderlandschaft berücksichtigt werden
sollte. Die Idee einer Kooperation von öffentlichen
und privaten Betreibern fand Zustimmung unter den
Teilnehmenden, unter der Voraussetzung, dass ein
solches Betriebsmodell effizient und für die Nutzer
der Bäder vorteilhaft gestaltet werden kann.
Auch der Umweltschutz wurde als eine zentrale
Voraussetzung zukünftiger Sanierungsmaßnahmen
gesehen. Eine nachhaltige und energieeffiziente
Planung und Umsetzung sollte bei Bauarbeiten im
Bereich Bäder stets gewährleistet sein.
Viele Teilnehmende sprachen sich ebenfalls dafür
aus, zusätzlich noch die Meinung der Bademeister in
die weitere Planung mit einzubeziehen, ebenso die
Interessen von Kindern und Jugendlichen. Auch der
Vorschlag festgelegter Zeiträume für getrenntge-
schlechtliches Schwimmen für Frauen und Männer
fand große Zustimmung unter den Bürgerinnen und
Bürgern, wobei diese Idee nicht etwa aus religiösen,
sondern aus Integrationsgründen als vielverspre-
chend betrachtet wurde.
Welche Interessen darüber hinaus wurden nicht
berücksichtigt und sollten Beachtung finden?
Steuerzahler/Bonner Haushalt/Allgemeinwert
des Schwimmens für die Stadtgesellschaft im
Vergleich zu Kultur (Beethovenstadt)
75
Familien- oder Spaßbäder in privater Hand
betreiben, Stadt kann Grundstück zu günsti-
gen Bedingungen zur Verfügung stellen
37
Umweltschutz/Nachhaltigkeit (Materialien,
Energieeffizien, ...) 32
Getrenntgeschlechtliches Schwimmen/
Frauen- und Männerschwimmen aus
Integrations-, nicht aus Religionsgründen
(für ALLE Frauen oder ALLE Männer)
30
Bademeister zur aktuellen Lage, zu Bedürf-
nissen und Lösungen befragen 23
Fehlende Zielgruppen: Schüler/Jugendliche,
Senioren, Eltern mit Kleinkindern, Studenten
und sozial Schwache
22
Seniorenschwimmen (z. B. Aquagymnastik
und angeschlossener Physiobereich) 21
Entscheidungen auf Basis einer Kosten-
Nutzen-Analyse treffen (Kostenfaktor,
Finanzierbarkeit)
21
Interessen der Kinder und Jugendlichen
abfragen (Action- und Erlebnisbereiche) 20
Bezahlbarkeit der Sanierung und der Umbauten 19
Gesundheitsaspekte (Aquagymnastik,
Yoga, Gymnastik, Angebote für schwangere
Frauen ...)
18
Fehlende Sanierungsgutachten 13
Leistungs- und Wettkampfschwimmen/
Wettkampftauglichkeit eines Bades 13
Nutzungszahlen und Bevölkerungsdichte
einbeziehen 11
Schwimmbad in private Trägerschaft mit
städtischen Zuschüssen ist Überlegung wert 11
Saunalandschaft zu bezahlbaren Preisen
anbieten 9
Viktoriabad erhalten, aber einfach strukturie-
ren, z. B. für Frauenschwimmen für alle Frauen,
für Behinderte, für Kinder, für Schulen
8
Machbarkeit der Forderungen der Bürger-
initiativen und Fördervereine 7
1 h Schwimmzeit/Woche jeweils für Männer
und Frauen 7
Weitere Aussagen 31
Gesamt 428Seite 36 von 67

7170Bürgergutachten zur Bonner Bäderlandschaft
AE 09a Der Betrieb „Bäder“ | ERGEBNISSE
AE 09a
Der Betrieb „Bäder“
Die Arbeitseinheit 09 umfasste zwei Arbeitsaufträ-
ge: Möglichkeiten für einen kostengünstigen Betrieb
und Ideen, wie mit dem Mangel an Bäderpersonal
umgegangen werden könnte.
Zu Beginn des dritten Tages setzten sich die Bür-
gergutachterinnen und Bürgergutachter zunächst
damit auseinander, wie Bäder kostengünstig und
effizient betrieben werden können. Besonders
großes Potenzial für Kostenersparnisse sahen sie
in der Erneuerung der vorhandenen technischen
Anlagen, indem ältere mit hohem Energieverbrauch
durch neuere, energiesparende ersetzt werden. Die
benötigte Energie sollte dabei möglichst aus erneu-
erbaren und umweltschonenden Quellen bezogen
werden, zum Beispiel Solarenergie, Geothermie oder
durch die Nutzung von Abwärme.
Auch die Digitalisierung spielte hierbei für die Teil-
nehmenden eine Rolle. Eine zentrale Steuerung der
Technik mehrerer Bäder wurde als eine Möglichkeit
betrachtet, diese effizienter zu betreiben.
Zwei Vorschläge befassten sich mit den Potenzialen
bürgerschaftlichen Engagements im Bäderbetrieb.
Durch ehrenamtliche Tätigkeiten (zum Beispiel
durch Arbeit an der Kasse, als Aufsicht oder in der
Gastronomie) könnten anfallende Aufgaben ohne
große zusätzliche Kosten bewältigt werden. Eine
weitere Möglichkeit, öffentliche Bäder kostengünsti-
ger zu betreiben, besteht nach Aussage der Teilneh-
menden in der Entwicklung und Umsetzung eines
Bürgerbad-Modells für einige der Bonner Bäder.
Dies bedeutet, dass der Betrieb eines Bads von
der Kommune auf eine in der Regel gemeinnützig
orientierte Gruppe von Bürgern übertragen wird, die
sich bereit erklärt, ein Bad mit Unterstützung der
Kommune durch Eigenarbeit in stand zu halten und
zu betreiben.
Neben Modellen zur Kosteneinsparung wurde auch
auf Maßnahmen zur Steigerung von Einnahmen
verwiesen, die aber nicht zu Lasten der Nutzer,
etwa durch eine Erhöhung von Eintrittspreisen,
ausfallen sollten. Darunter fiel zum Beispiel die
Nutzung freier Flächen der Bäder für Werbung oder
Sponsoring. Weitere Einnahmen könnten auch durch
die Steigerung der Attraktivität der Angebote ein-
zelner Bäder generiert werden, etwa durch speziell
auf Kinder und Jugendliche zugeschnittene Events
(„Pool Party“).
Stellen Sie bitte bis zu fünf Möglichkeiten für einen
kostengünstigen Betrieb dar!
Vorhandene Technik gegen energieeffiziente
austauschen; Energiesparmaßnahmen (z. B.
Solartechnik, Photovoltaik, Geothermie,
Abwärme)
54
Neueste Technik/Digitalisierung und
Fernüberwachung mit zentraler Steuerung
mehrerer Bäder
32
Ehrenamtliches Engagement zur Unterstüt-
zung (z. B. Kasse, Aufsicht, Gastronomie,
Reinigung)
30
Sponsoring/Freibadfläche für zusätzliche
Einnahmen nutzen/Werbung 28
Entwicklung eines Bürgerbadmodells durch die
Stadt Bonn; Rahmenbedingungen schaffen 18
Steigerung von Einnahmen durch
zusätzliche Angebote für Kinder/
Jugendliche (Pool-Party)
16
Dauerhafte Wartung und Instandsetzung 9
Outsourcing (Fremdvergabe) und
Bündelung von Dienstleistungen z. B. von
Reinigungspersonal
8
Privatisierung durch Übernahme durch einen
Förderverein 7
Modernisierung durch N

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Datenstand: 03.11.2026, 10:10 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de