190504 · Mitteilungsvorlage
Entwicklung der Baurechtschaffung und Wohnneubautätigkeiten im Jahr 2018: Erläuterung der Verwaltung (alt: 1912457, FF: 61)
Kerndaten
- Nummer
- 190504
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 24.10.2019
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Rates Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage öffentlich 190504 Entwicklung der Baurechtschaffung und Wohnneubautätigkeiten im Jahr 2018: Erläuterung der Verwaltung (alt: 1912457, FF: 61) Beratungsfolge Rat 07.11.2019 Kenntnisnahme Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz 28.11.2019 Kenntnisnahme Mitteilung: Der Rat hatte am 30.3.2017 der Einrichtung von 10,75 Stellen im Dezernat III zur Wohnflächen- und Baulandaktivierung zugestimmt (DS-Nr. 1710731). Die Maßnahme erfolgte mit der Zielsetzung, die Anzahl der parallel bearbeiteten Bebauungsplanverfahren zu steigern und damit die Zahl der Wohneinheiten, für die jährlich Baurecht durch Bauleitplanung geschaffen wird, zu erhöhen. Während bis zum Jahr 2016 durchschnittlich für ca. 250 Wohneinheiten im Jahr Baurecht geschaffen werden konnte, sollte sich diese Zahl durch Personalaufstockungen auf durchschnittlich 500 Wohneinheiten im Jahr erhöhen. Tatsächlich lässt sich feststellen, dass das mit der Personalauf-stockung angestrebte Ziel im Betrachtungszeitraum (2017 bis 2022) erreicht werden kann. Dies gilt umso mehr, wenn man berücksichtigt, dass die neu bereitgestellten Stellen nach Ausschreibung in 2017 und Besetzung in 2018 bei der Erarbeitung von Bebauungsplänen bis zum Satzungsbeschluss aufgrund der Verfahrensdauer erst in den Jahren ab 2020 voll wirksam werden. Dies wird sich dann auch in entsprechenden Fertigstellungszahlen widerspiegeln, die darüber hinaus auch von den bestehenden Baurechten nach §§ 30 und 34 BauGB geprägt sind. Vor diesem Hintergrund stellt die Verwaltung die jüngere Entwicklung der Baurechtschaffung durch Bebauungspläne dar (Betrachtungszeitraum: 2017 bis 2022). Dabei werden auch die wesentlichen Gründe dafür erläutert, dass die jährlich erreichten und erreichbaren Zahlen Schwankungen aufweisen, wobei die Zielerreichung von durchschnittlich 500 Wohneinheiten/Jahr im mehrjährigen Mittel nicht infrage gestellt ist. Auf Grund der hohen Bedeutung der Entwicklung des Wohnungsmarktes in Bonn werden zudem ausführlich die Wohnneubautätigkeiten in 2018 (auch im Vergleich zu 2017) erläutert. Federführung: Ratsbüro Dezernat: Dez. OBSeite 1 von 15 Seite 2 Beratungsfolge Sitzung Ergebnis Ausschuss für Planung, Verkehr und Denkmalschutz 11.09.2019 Kenntnisnahme Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz 10.10.2019 Bei Eintritt in die TO von der TO abgesetzt und vertagt Anlage/n 1 Erläuterung der Verwaltung (öffentlich)Seite 2 von 15 1 Amt 61 06.08.2019 Erläuterung der Verwaltung zu Schaffung von Baurecht durch Bebauungspläne und Wohnneubautätigkeiten im Jahr 2018 Die Verwaltung stellt die Entwicklung der Baurechtschaffung durch Bebauungspläne dar. Auf Grund der hohen Bedeutung der Entwicklung des Wohnungsmarktes in Bonn werden zudem ausführlich die Wohnneubautätigkeiten in 2018 erläutert. 1. Schaffung von Baurecht Zwischen 2016 und 2018 wurden in Bonn 36 Bebauungspläne erstmalig aufgestellt, geändert oder aufgehoben. Bei etwa der Hälfte der Planverfahren wurde Baurecht für Wohnungen geschaffen, bei den übrigen Verfahren wurden Verwaltungskapazitäten dafür aufgewendet, das Planungsrecht für sonstige bauliche Nutzungen anzupassen. Dabei umfasst das Spektrum Gewerbegebiete, Sondergebiete für Büro- und Verwaltungsnutzungen, Gemeinbedarfsflächen, Infrastruktureinrichtungen aber auch die Steuerung der Ansiedlung von Einzelhandelsbetrieben und Vergnügungsstätten. Die nachfolgenden Grafiken stellen dar, in welchem Umfang zwischen 2016 und 2018 Baurecht für Wohnungen bzw. sonstige bauliche Nutzungen geschaffen wurde. Der Prognosezeitraum für die nächsten Jahre umfasst den Zeitraum bis 2022 und wird fortlaufend um neue Projekte ergänzt. 321 1.856 688 180 890 2.218 805 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Abbildung 1: erreichte bzw. zu erwartende Wohneinheiten durch BebauungsplanverfahrenSeite 3 von 15 2 In den Jahren 2013 bis 2016 konnten durchschnittlich etwa 250 Wohneinheiten pro Jahr durch Bebauungsplanverfahren geschaffen werden. Um diese Anzahl zu erhöhen, wurde 2017 die Zahl der Stellen im Planungs- und Umweltdezernat aufgestockt (siehe Ds.-Nr. 1710731). Dass bereits im selben Jahr und damit vor umfassenden Stellenbesetzungen die Zahl der Wohneinheiten durch Bauleitplanung deutlich erhöht werden konnte zeigt, dass die diesbezügliche „Produktivität“ von vielen Faktoren abhängt und zu starken Schwankungen der Ergebnisse auf Jahresbasis führt. Dabei spielen insbesondere die folgenden, einschränkenden Gesichtspunkte eine Rolle: Die Komplexität von Verfahren zur Aufstellung von Bebauungsplänen nimmt stetig zu, so dass Verfahren, deren Abschluss für ein bestimmtes Jahr kalkuliert wird, nicht selten durch Verzögerungen im Planungsablauf erst im Folgejahr oder sogar noch später zur Rechtskraft gebracht werden kann. Die Ergebnisse von 2017 sind insoweit zum Teil als Resultat einer Bugwelle der Vorjahre zu erklären. In gleicher Weise hat sich der Abschluss verschiedener Verfahren, der für 2019 bzw. 2020 vorgesehen war, nach 2020 bzw. 2021 verschoben. Dies betrifft z.B. die Bebauungsplanverfahren „Am Vogelsang“ (300 Wohneinheiten in 2020 statt 2019), „An den Lappenstrünken“ (350 WE in 2021 statt 2020) oder „Wohnpark II“ (350 WE in 2021 statt 2020). Die wohnbauliche Entwicklung findet schwerpunktmäßig als Innenentwicklung statt. Im Innenbereich steht für Baugebiete jedoch naturgemäß kein großer Raum zur Verfügung, sodass eine hohe Anzahl an Wohneinheiten im jeweiligen Verfahren zunehmend schwierig zu realisieren ist. Es ist festzustellen, dass für Vorhaben, deren Errichtung nach § 34 BauGB möglich wäre oder für die in vergleichbaren Fällen in der Vergangenheit Befreiungen größeren Umfangs von Bebauungsplanfestsetzungen erteilt wurden, zunehmend formelle und langwierige Planaufstellungsverfahren durchgeführt werden. Diese Entwicklung beruht auf verschiedenen Gründen: Kritischer Blick von Nachbarschaften auf Nachverdichtungsprojekte, zunehmender Wunsch nach politischer Steuerung und Interesse von Politik und / oder 15.155 83.300 108.600 9.600 67.500 220.500 125.600 0 50.000 100.000 150.000 200.000 250.000 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Abbildung 2: erreichte bzw. zu erwartende Geschossfläche für Nicht-Wohnnutzungen (in qm) durch BebauungsplanverfahrenSeite 4 von 15 3 Verwaltung an Erreichung stadtgestalterischer Qualitäten, welche ohne ein Bauleitplanverfahren so nicht zu realisieren wären. Investoren stellen die Entwicklung ihrer Bauprojekte zurück, weil Maßgaben der Stadt ihren Interessen entgegenstehen. Beispiele hierfür sind die Projekte o „Langwarthöfe“ (Vorhabenträger möchte aus Kostengründen keine Tiefgarage errichten), o „Wielandstraße“ (Vorhabenträger möchte dort keinen geförderten Wohnungsbau errichten o „Vogelsang“ (Es gibt noch kein Einvernehmen mit den Vorhabenträgern über den Kaufpreis des städtischen Grundstücks. Eine Entscheidung soll hier erst nach Erstellung der Erschließungsplanung erfolgen.) o „Postgrundstück Dorotheenstraße“ (nach erfolgtem Aufstellungsbeschluss mit Maßgaben zur Art der baulichen Nutzung und dem Beschluss zur Durchführung eines komplexen Beteiligungsverfahrens ist zunächst (Stand 6.8.2019) kein Verfahrensfortschritt seitens des Investors kommuniziert worden) o „Landwirtschaftskammer Roleber“ (die Zusammenführung wechselnder politischer Maßgaben, von Investoreninteressen und verwaltungsseitigen Empfehlungen gestaltete sich bisher schwierig) In nicht unerheblichem Umfang werden Verwaltungsressourcen für Planungen eingesetzt, die – aus ganz unterschiedlichen Gründen - nicht zum Abschluss gebracht bzw. zurückgestellt werden. Beispiele hierfür sind die Entwicklung des „Miesen-Geländes“ zu Wohnbauzwecken und die Verfahren „Schwimmbad Wasserland“, „Im Wingert“ und „Max-Braubach-Straße“. Trotz dieser Effekte lässt sich feststellen, dass das mit der Personalaufstockung angestrebte Ziel, die jährlich Zahl der durch Bauleitplanung bereitgestellten Wohneinheiten von durchschnittlich 250 auf 500 zu erhöhen, im Betrachtungszeitraum (2017 bis 2022) im mehrjährigen Mittel sicher erreicht werden kann (6.637 Wohneinheiten, d.h. in diesem Zeitraum 1.100/Jahr). Dies gilt umso mehr, wenn man berücksichtigt, dass die neu bereitgestellten Stellen nach Ausschreibung in 2017 und Besetzung in 2018 bei der Erarbeitung von Bebauungsplänen bis zum Satzungsbeschluss aufgrund der Verfahrensdauer erst in den Jahren ab 2020 voll wirksam werden. Dies wird sich dann auch in entsprechenden Fertigstellungszahlen widerspiegeln, die darüber hinaus auch von den bestehenden Baurechten nach §§ 30 und 34 BauGB geprägt sind.Seite 5 von 15 4 2. Statistik des Wohngebäudebestands und der Bautätigkeit in Bonn (Stichtag: 31.12.18) – Erläuterungen und Ausblick Die Statistikstelle der Bundesstadt Bonn hat im Februar 2019 den Bericht zum Wohngebäudebestand und der Bautätigkeit in Bonn vorgelegt. Die folgenden Ausführungen dienen der Erläuterung der Wohnbautätigkeit in 2018. Sämtliches zu Grunde liegendes Zahlenwerk und Definitionen entstammen dem Bericht „Statistik des Wohngebäudebestands und der Bautätigkeit in Bonn“ (Stichtag: 31.12.2018). Rechtlich erfolgt die Fertigstellung einer Baumaßnahme mit der Abnahme durch die Bauaufsichtsbehörde. Als Fertigstellungs- bzw. Genehmigungsdatum für die Statistik wird zur Vermeidung von Nachkorrekturen i.d.R. das Datum der Verarbeitung in der Statistikstelle verwendet. Da Baustatistikbögen bei der Statistikstelle gelegentlich mit einiger Verzögerung eingehen, kann dies zu Verschiebungen führen. Fertiggestellte Wohngebäude1 / Neubauwohnungen Im Jahr 2018 wurden 656 Neubauwohnungen in fertiggestellten Gebäuden2 errichtet. Im Vergleich zum Jahr 2017 stellt dies einen Rückgang der Baufertigstellungszahlen bei Neubauwohnungen um 46,36% dar. Die Zahl dieser Baufertigstellungen liegt 2018 in etwa auf dem Niveau der Baufertigstellungszahlen für Neubauwohnungen in den Jahren 2013 und 2014. Abbildung 3: Im Jahr fertiggestellte Neubauwohnungen nach Wohnungsgröße3 1 Als Wohngebäude (WG) gilt jedes Gebäude, das primär zu Wohnzwecken dient 2 Hierin sind fertiggestellte Wohnungen in Wohngebäuden (inkl. Wohnheime) und in Nichtwohngebäuden enthalten. 3 Räume = Wohnräume. Baulich abgetrennte Küchen werden ebenfalls als Raum gezählt. 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 6 oder mehr Räume 194 156 151 113 179 121 152 194 5 Räume 70 95 100 107 148 102 170 62 4 Räume 111 165 125 126 286 214 167 69 3 Räume 146 220 156 116 342 359 263 133 1 oder 2 Räume 100 272 61 213 347 433 471 198 0 200 400 600 800 1000 1200 1400 Im Jahr fertiggestellte Neubauwohnungen nach WohnungsgrößeSeite 6 von 15 5 Abbildung 4: Im Jahr fertiggestellte Neubauwohnungen - Aufteilung auf die Stadtbezirke Betrachtet man die Baufertigstellungszahlen für Neubauwohnungen fällt auf, dass 2018 im Vergleich zu 2017 zwar weniger Neubauwohnungen fertiggestellt wurden, jedoch mehr fertiggestellte Wohngebäude verzeichnet wurden. Im Jahr 2017 lag die Zahl der fertiggestellten Wohngebäude bei 197; 2018 wurden 229 neue Wohngebäude errichtet. Die Abnahme an fertiggestellten Neubauwohnungen bei gleichzeitigem Anstieg der Anzahl an neuen Wohngebäuden ist in der Bauweise der fertiggestellten Wohngebäude in 2018 begründet: 78% der in 2018 fertiggestellten Wohngebäude weisen lediglich 1 bis 2 Wohnungen auf (2017: 56%). 22% der neugebauten Wohngebäude in 2018 haben 3 bis 19 Wohnungen (2017: 37%). 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 Hardtberg 133 120 29 148 120 106 55 78 Beuel 213 174 118 100 148 232 188 213 Bad Godesberg 74 130 312 178 146 200 208 116 Stadtbezirk Bonn 201 484 134 249 888 691 772 249 0 200 400 600 800 1000 1200 1400 Im Jahr fertiggestellte Neubauwohnungen - Aufteilung auf die StadtbezirkeSeite 7 von 15 6 71% der in 2018 fertiggestellten Wohngebäude wurden als Einfamilienhäuser errichtet (2017: 48%); lediglich 29% der in 2018 fertiggestellten Wohngebäude wurden als Mehrfamilienhäuser errichtet (2017: 52%). 111 38 36 12 197 178 34 15 2 229 0 50 100 150 200 250 WG mit 1 oder 2 Wohnungen WG mit 3 bis 9 Wohnungen WG mit 10 bis 19 Wohnungen WG mit 20 oder mehr Wohnungen Anzahl gesamt WG 2017 2018 56 19 18 6 78 15 7 1 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 WG mit 1 oder 2 Wohnungen WG mit 3 bis 9 Wohnungen WG mit 10 bis 19 Wohnungen WG mit 20 oder mehr Wohnungen 2017 2018 Abbildung 5: Baufertigstellungen Wohngebäude (WG) 2017 und 2018 (absolute Zahlen) Abbildung 6: Baufertigstellungen Wohngebäude (WG) 2017 und 2018 (in %)Seite 8 von 15 7 Abbildung 7: Fertiggestellte Wohngebäude in 2017 und 2018 (Unterteilung EFH und MFH) 82% der in 2018 fertiggestellten Wohngebäude weisen lediglich 1 oder 2 Vollgeschosse auf (2017: 62%)4. 4 Gezählt werden Vollgeschosse im Sinne der Landesbauordnung (§20 Abs. 1 BauNVO i.V.m. § 2 Abs. 6 BauO NRW). Keller und Dachgeschosse werden i.d.R. nicht berücksichtigt. 48 71 52 29 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% 2017 (197 fertiggestellte Gebäude) 2018 (229 fertiggestellte Gebäude) Einfamilienhäuser Mehrfamilienhäuser 19 102 45 19 7 5 197 17 172 28 9 3 229 0 50 100 150 200 250 WG mit 1 VG WG mit 2 VG WG mit 3 VG WG mit 4 VG WG mit 5 VG WG mit 6 oder mehr VG Anzahl gesamt WG 2017 2018 Abbildung 8: Baufertigstellungen Wohngebäude (WG) 2017 und 2018 nach Vollgeschossen (VG) - absolute ZahlenSeite 9 von 15 8 Zusammenfassend lässt sich also festhalten: In 2018 wurden mehr, aber deutlich kleinere Wohngebäude fertiggestellt als im Jahr 2017! Tendenz zu größeren Wohneinheiten Betrachtet man die durchschnittliche Wohnfläche5 (in qm) in Einfamilienhäusern fällt auf, dass die in 2018 fertiggestellten Neubau-Einfamilienhäuser eine um mehr als 30qm größere durchschnittliche Wohnfläche aufweisen, als dies in bestehenden Einfamilienhäusern in Bonn (Gebäudebestand der Bundesstand Bonn zum Stichtag 13.12.2018) der Fall ist (fertiggestellte Wohngebäude in 2018: 167,8 qm durchschnittliche Wohnfläche in Einfamilienhäusern; durchschnittliche Wohnfläche in bestehenden Einfamilienhäusern: 136,7 qm). Ein ähnliches Bild zeigt sich in der durchschnittlichen Wohnfläche je Wohneinheit in Mehrfamilienhäusern (durchschnittliche Wohnfläche je WE in 2018 fertiggestellten Mehrfamilienhäusern: 83qm; in bestehenden Mehrfamilienhäusern: 72,3qm). 5 Die Wohnfläche umfasst im Sinne der Bundeswohnflächenverordnung die Grundfläche der Räume, die ausschließlich zu einer Wohnung gehören. 10 52 23 10 4 3 7 75 12 4 1 0 10 20 30 40 50 60 70 80 WG mit 1 VG WG mit 2 VG WG mit 3 VG WG mit 4 VG WG mit 5 VG WG mit 6 oder mehr VG 2017 2018 Abbildung 9: Baufertigstellungen Wohngebäude (WG) 2017 und 2018 nach Vollgeschossen (VG) – prozentualer AnteilSeite 10 von 15 9 Abbildung 10: Durchschnittliche Wohnfläche: Vergleich Bestand - Neubau Entwicklung des Gebäudebestands in Bonn Der Wohnungsbestand der Bundesstadt Bonn in Wohn- und Nichtwohngebäuden hat 2018 um 834 Wohneinheiten zugenommen. Neben Neubauwohnungen war ein Zuwachs von 178 Wohneinheiten aus Umbautätigkeiten in Bestandsgebäuden zu verzeichnen. Abbildung 11: Entwicklung des Wohngebäudebestandes Schaffung von neuen Wohneinheiten durch Bauleitplanverfahren in 2018 Durch abgeschlossene Bebauungsplanverfahren in 2018 wurde die Genehmigungsgrundlage für ca. 630 Wohneinheiten geschaffen (vgl. S. 1). Wie viele Wohneinheiten hieraus jedoch tatsächlich resultieren, lässt sich erst bei Bauantragsstellung erfassen. Bis jetzt wird jedoch bei der Stadt Bonn 82,5 100,3 67,8 136,7 167,8 174,1 72,3 83 76,7 0 20 40 60 80 100 120 140 160 180 200 Gebäudebestand der Bundesstadt Bonn (Stand: 31.12.2018) Baufertigstellungen Neubau 2018 Baugenehmigungen 2018 Durchschnittliche Wohnfläche (qm) Durchschnittliche Wohnfläche (qm) in Einfamilienhäusern Durchschnittliche Wohnfläche je WE (qm) in MehrfamilienhäusernSeite 11 von 15 10 nicht systematisch erfasst und statistisch ausgewertet, auf welcher Genehmigungsgrundlage die einzelnen Wohneinheiten errichtet wurden (z.B. nach §34 BauGB, „jüngere B-Pläne“, B-Pläne, welche schon länger in Kraft sind). Eine Aussage, wie viele Wohneinheiten im Jahr 2018 auf Grundlage von neuen (in 2017 oder 2018 in Kraft getretenen) Bebauungsplänen genehmigt wurden, lässt sich also nicht treffen. Ausblick auf Bautätigkeiten in 2019 Mit der Erstellung der Baufertigstellung 2019 wurde auch eine Baugenehmigungsstatistik und eine Statistik zu Bauüberhängen veröffentlicht6. Die Statistiken der Baugenehmigungen / Bauüberhänge 2018 verzeichnen einen hohen Anteil an ausstehenden Neubau-Wohngebäuden mit lediglich ein oder zwei Vollgeschossen (Baugenehmigungen 2018: 64%; Bauüberhängen: 62%. Siehe Abbildungen 13 und 15). So ist es nicht verwunderlich, dass dementsprechend die Baugenehmigungen / Bauüberhänge 2018 auch einen hohen Prozentsatz an ausstehenden Neubau-Wohngebäude mit 1 oder 2 Wohnungen umfassen (Baugenehmigungen: 60%; Bauüberhang: 59%. Siehe Abbildungen 12 und 14). Abbildung 12: Baugenehmigungen Wohngebäude 2018 – 173 Neubau-Wohngebäude 6 Die Baugenehmigungsstatistik 2018 umfasst die Gesamtheit aller bewilligten Baumaßnahmen für das Jahr 2018 Die Statistik zum Bauüberhang 2018 umfasst alle bewilligten, aber noch nicht abgeschlossenen Baumaßnahmen (standardmäßig verfallen Baugenehmigungen in NRW nach 3 Jahren ohne Baubeginn, können aber verlängert werden). In der Praxis können formell noch gültige Baugenehmigungen verworfen oder hinfällig geworden sein, oder sich gegenseitig ausschließen (bspw. hat ein Bauherr für ein Gebiet mehrere Planungen genehmigen lassen). Aus diesen Gründen bietet der Bauüberhang kein zuverlässiges Bild der in Kürze zu erwartenden Baufertigstellungen. 104; 60% 41; 24% 17; 10% 11; 6% mit 1 oder 2 Wohnungen mit 3 bis 9 Wohnungen mit 10 bis 19 Wohnungen mit 20 oder mehr WohnungenSeite 12 von 15 11 Abbildung 13: Baugenehmigungen Wohngebäude 2018 – 173 Neubau-Wohngebäude Abbildung 14: Bauüberhang (Stichtag: 31.12.18): 528 ausstehende Neubau-Wohngebäude 16; 9% 111; 64% 30; 17% 8; 5% 6; 4% 2; 1% mit 1 Vollgeschoss mit 2 Vollgeschossen mit 3 Vollgeschossen mit 4 Vollgeschossen mit 5 Vollgeschossen mit 6 oder mehr Vollgeschossen 312; 59% 128; 24% 66; 13% 22; 4% mit 1 oder 2 Wohnungen mit 3 bis 9 Wohnungen mit 10 bis 19 Wohnungen mit 20 oder mehr WohnungenSeite 13 von 15 12 Abbildung 15: Bauüberhang (Stichtag: 31.12.18): 528 ausstehende Neubau-Wohngebäude Hier ist kein zuverlässiges Bild der in 2019 zu erwartenden Baufertigstellungen abzulesen. Die Bauüberhänge lassen aber für 2019 nicht auf eine Umkehr des Trends zu kleinen Wohngebäuden schließen. Durch das Bonner Baulandmodell müssen zukünftig bei allen Vorhaben ab einem Schwellenwert von 25 Wohneinheiten, für welche neues Planungsrecht geschaffen wird, 40% der BGF Wohnen im geförderten Wohnungsbau errichtet werden. Bei Vorhaben mit 12 – 24 Wohneinheiten müssen 20% der BGF Wohnen als geförderter Wohnungsbau errichtet werden. Erfahrungen zeigen, dass dieser in der Regel im Geschosswohnungsbau realisiert wird. Zurzeit ist noch kein Planverfahren nach dem Bonner Baulandmodell abgeschlossen worden. So ist nicht zu erwarten, dass das Bonner Baulandmodell bereits bei den Baufertigstellungen 2019 Auswirkungen im Hinblick auf einen höheren Anteil an Geschosswohnungsbau haben wird. In den Folgejahren 2020 bis 2022 wird das Baulandmodell jedoch greifen. Von den für diesen Zeitraum prognostizierten etwa 3.900 Wohnungen durch Bauleitplanung werden etwa 1.400 Wohnungen gefördert zu errichten sein. Dies entspricht nicht der vollen Quote von 40 %, da in einigen Verfahren nur bis zu 24 Wohneinheiten errichtet werden, von denen nur 20 % gefördert zu bauen sind. Darüber hinaus handelt es sich bei dem Bebauungsplan „An den Lappenstrünken“ mit ca. 350 Wohneinheiten um einen Angebotsplan mit anschließendem Umlegungsverfahren. Hier kann nur auf den städtischen Zuteilungsgrundstücken im Rahmen der Grundstücksvergabe die Errichtung geförderten Wohnraums vom Erwerber gefordert werden. Auch die Erstellung und Umsetzung eines Konzepts zur Wohnbaulandaktivierung wird noch keinen Einfluss auf die Baufertigstellungszahlen 2019 haben, weil für die zunächst in den Focus genommenen größeren Wohnbaupotentiale die Verfahren zur Baurechtschaffung erst noch durchgeführt werden müssen. Die amtliche Statistik (it.nrw) geht davon aus, dass die Stadt Bonn ausgehend vom Jahr 2018 um 12,1% auf dann 364.834 Einwohner im Jahr 2040 wachsen wird (vgl. Information und Technik NRW: Bevölkerungsentwicklung in Nordrhein-Westfalen von 2018 bis 2040 – Ergebnisse der Bevölkerungsvorausberechnung 2018 bis 2040/2060, Basisvariante). Vor diesem Hintergrund wird eine wohnbauliche Entwicklung im Innenbereich alleine nicht mehr ausreichend sein. Im laufenden 38; 7% 330; 62% 73; 14% 33; 6% 46; 9% 8; 2% WG mit 1 Vollgeschoss WG mit 2 Vollgeschossen WG mit 3 Vollgeschossen WG mit 4 Vollgeschossen WG mit 5 Vollgeschossen mit 6 oder mehr VollgeschossenSeite 14 von 15 13 Verfahren der Regionalplanfortschreibung werden Erweiterungen des heutigen Allgemeinen Siedlungsbereichs (ASB) diskutiert und erörtert werden.Seite 15 von 15
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