190482 · Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich
Bürgerantrag : Erhalt des Rathauses und Bedingungen für den Erhalt von Objekten in der Kurfürstlichen Zeile in Bad Godesberg
Kerndaten
- Nummer
- 190482
- Art
- Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich
- Veröffentlicht
- 14.04.2020
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
Stand im Verfahren i
- Einreichung
- Terminierung
- Sitzung
Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →
Beratungsfolge
- Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg Anhörung
- Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und Lokale Agenda Entscheidung federführend
Dateien
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Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich öffentlich 190482 Der Oberbürgermeister Federführung: Bürgerbüro/Bürgerbeteiligung/Ombudsstelle Dezernat: Dez. OB 21.10.2019 Bürgerantrag : Erhalt des Rathauses und Bedingungen für den Erhalt von Objekten in der Kurfürstlichen Zeile in Bad Godesberg Beratungsfolge Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und Lokale Agenda 19.11.2019 Entscheidung Bezirksvertretung Bad Godesberg 11.12.2019 Anhörung Der Antrag thematisiert den Erhalt des Rathauses und Bedingungen für den Erhalt von Objekten in der Kurfürstlichen Zeile in Bad Godesberg. Einzelheiten zu den Antragsinhalten und zur Begründung ergeben sich aus beigefügtem Bürgerantrag. Die vom Antragsteller beigefügte Anlage enthält Informationen aus nichtöffentlichen Sitzungsunterlagen , sie wird den Beratungsunterlagen nicht beigefügt. Anlage/n 1 Bürgerantrag vom 21.10.2019 (öffentlich) 2 Bürgerantrag vom 21.10.2019 komplett (nichtöffentlich) 3 Stellungnahme Antragsteller vom 07.02.2020 (öffentlich)Seite 1 von 6 1 Bürger.Bad.Godesberg e.V. Herrn 21.10.2019 Oberbürgermeister S r i d h a r a n Stadthaus Berliner Platz 2 53111 Bonn Bürgerantrag gemäß § 24 GO NRW --- Erhalt des Rathauses und Bedingungen für den Erhalt von Objekten in der kurfürstlichen Zeile in Bad Godesberg Im Auftrag des Vereins Bürger.Bad.Godesberg e.V. (B.B.G.) beantrage ich, dass das Rathaus im Stadtbezirk Bad Godesberg (Altbau, Kurfürstenallee 2-3) auch künftig für bürgernahe Bürgerdienste (insbesondere Meldeamt und Trauzimmer) für die Bad Godesberger Bürgerinnen und Bürger erhalten bleibt. Dafür und ebenso für die Nutzung durch die Kommunalpolitik müssen ausreichend Räumlichkeiten vorgehalten und angemessen ausgestattet werden. Für den Fall, dass die Ansiedlung der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) auf Grundstücken der kurfürstlichen Zeile gewünscht wird, darf die Stadt keine Zusagen hinsichtlich der in kommunalem Eigentum befindlichen Standorte Musikschule, Haus an der Redoute und Kurfürstenbad sowie den Redoutenpark machen. Was das Rathaus Kurfürstenallee 2-3 betrifft, so hält der Verein B.B.G. eine integrative Nutzung des Rathauses durch Bezirksverwaltung und -politik mit den o.g. Bürgerdiensten einerseits und durch die H-BRS andererseits für möglich und durchaus sinnvoll. Eine Veräußerung des Gebäudes Kurfürstenallee 2-3 (Altbau) sollte allerdings möglichst nicht und wenn doch, dann nur im Wege einer Erbbauregelung an das Land NRW erfolgen. Sollte Letztere – wider Erwarten – auch nicht umsetzbar sein, ist in einem Kaufvertrag mit dem Land NRW vertraglich sicherzustellen, dass die Immobilie nur an die Stadt Bonn zurückverkauft werden kann und somit ein Verkauf an Dritte ausgeschlossen wird.Seite 2 von 6 2 Begründung: 1. 2009 haben die Bad Godesberger Bürger/innen im erfolgreichen Bürgerbegehren „Rettet das Rathaus und die Redoute“ mit über 10.000 Stimmen für den Erhalt ihres Rathauses ihre Unterschrift geleistet. Der Rat hat damals die Verkaufsvorbereitungen eingestellt. Die jahrelange Vernachlässigung des Gebäudes haben die Oberbürgermeister und die Parteien der jeweiligen Ratskoalition sowie die Verwaltung zu verantworten. Es ist daher nicht richtig, dass nunmehr wieder die Bürger/innen die Konsequenzen tragen müssen. Im Leitbildprozess 2018 wurde diese Forderung der Bürger/innen durch eine deutliche Zahl an Nennungen wiederholt. Wir erwarten, dass dieser Bürgerwille ernst genommen und umgesetzt wird. Ein bedingungsloser Verkauf des Rathauses an nicht kommunale Einrichtungen ist abzulehnen, denn es ist das historische Eigentum der Bürger/innen und hat identitätsstiftende Funktion für Bad Godesberger Bürger/innen. Ein solch wichtiges Gebäude darf keine beliebige Verfügungsmasse sein. 2. Die H-BRS und eine große Zahl der Bad Godesberger Bürgerschaft sowie der Bad Godesberger und Bonner Politik wünschen die Ansiedlung einer Dependance dieser Hochschule in Bad Godesberg. Auch der Verein B.B.G. hält eine solche Ansiedlung im Interesse einer davon zu erwartenden zukunftsgerichteten positiven Entwicklung Bad Godesbergs für sehr wichtig und wünschenswert. Er würde daher eine entsprechende positive Entscheidung der dafür zuständigen Landesregierung NRW nachdrücklich begrüßen. Der Verein B.B.G. hält eine integrative Nutzung der Gebäude rund um die Kurfürstliche Zeile durch ein Nebeneinander von einem potentiellen Dependence-Standort der Hochschule Bonn- Rhein-Sieg, bürgernahem Rathaus mit Stadtbezirksverwaltung und Bürgerdiensten, attraktivem Hallenbad und Musikschule für möglich und sieht darin eine wertvolle Entwicklung für den Stadtbezirk. 3. Laut „Gesetz zur kommunalen Neugliederung des Raumes Bonn“ wurde die neue Stadt Bonn damals verpflichtet, für eine „gleichmäßige Entwicklung ihres Gebietes zu sorgen“. Die vier Bonner Stadtbezirke werden jedoch ungleich behandelt, wenn ausgerechnet Bad Godesberg als zweitgrößter Stadtbezirk mit seinen 75.000 Einwohnern sein Rathaus verkaufen oder an diesem für Bad Godesberg wichtigen Standort aufgeben soll, während alle anderen Stadtbezirke ihr Rathaus behalten können und somit auch Räumlichkeiten für vielfältige Veranstaltungen (u.a. auch für Brauchtumsaktionen, wie z.B. Rathauserstürmung an Karneval) zur Verfügung haben und nutzen können - Bad Godesberg aber nicht. Im Rathaus bringt die Bürgerschaft auch ihren Stolz auf ihre Stadt bzw. ihren Stadtbezirk zum Ausdruck. Dies zeigt sich deutlich beim Rathaus der Stadt Bonn, dem Rathaus Hardtberg und dem Rathaus in Beuel. In der überwiegenden Zahl der Städte und Gemeinden in Deutschland verhält es sich ebenso. 4. Ein Rathaus ist mehr als ein Dienstleistungsbüro, das in irgendeinem angemieteten Gebäude untergebracht werden kann; es wird als Identifikationspunkt von der Bürgerschaft und von Gästen wahrgenommen: Es ist nicht nur eine Anlaufstelle für Bürger/innen und Neubürger (einschl. Studenten), sondern auch für auswärtige Gäste.Seite 3 von 6 3 Die Bezirksvertretung soll lt. der GO NRW das politische Verantwortungsbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger erhalten und stärken. Dies ist am besten erleb- und erfahrbar im eigenen Rathaus. „Der Bezirksbürgermeister unterstützt den Oberbürgermeister bei der Wahrnehmung von Repräsentationsaufgaben im Stadtbezirk.“ Dies kommt z. B. auch zum Tragen bei der Pflege der Städtepartnerschaften Bad Godesbergs. Somit hat der Bezirksbürgermeister auch einen Amtssitz, derzeit im Haus an der Redoute, mit einem Empfangssaal für hohe Gäste. Dazu sollten ein Trauzimmer, Sitzungsräume und ein Ratssaal gehören. Es ist für uns Bürger/innen nicht nachvollziehbar, warum die gewählten Vertreter/innen unseres Stadtbezirks auf diesen ihnen selbstverständlich zustehenden Ratssaal verzichten und stattdessen gastronomisch bewirtschaftete Räume anmieten lassen. 5. Die Bürgerdienste in Bad Godesberg in angemietete Räume zu verlegen, ist für einen so großen Stadtbezirk nicht angemessen. Die Bürgerinnen und Bürger brauchen Ankerpunkte, Identifikationspunkte, um sich heimisch zu fühlen. Es gibt in unserer Gesellschaft den Werteverfall bzw. Werteverlust, auch eine gewisse Orientierungslosigkeit. Dass dies bereits zu erheblichen Problemen in der Gesellschaft geführt hat, ist bekannt (z.B. Verrohung der Sprache, Gewalt, abnehmende Akzeptanz der Autorität von Exekutivorganen, usw.). Auch in diesem Zusammenhang muss die Geringschätzung eines Rathauses gesehen werden, wenn ihm nur noch eine angeblich „stetig abnehmende Verwaltungshandlung“ zugeordnet wird. Die Anmietung von Verwaltungsräumen ist von Mietpreisschwankungen auf dem Immobilienmarkt abhängig und grundsätzlich teurer als die Nutzung eigener Gebäude. Hierzu hat der Verein Bürger.Bad.Godesberg zur Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg im Februar 2019 eine Berechnung vorgelegt (s. Anlage), die dies untermauert.Seite 4 von 6 Vereinsadresse: Bürger.Bad.Godesberg e.V. Sparkasse KölnBonn c/o Joachim Schäfer, In der Kumme 55, 53175 Bonn IBAN: DE33 3705 0198 1934 0770 98 Telefon: 01775761742 oder 0228 3868958 Volksbank Bonn Rhein-Sieg E-Mail: info@buergerbadgodesberg.de IBAN: DE95 3806 0186 1906 3650 10 Internet: www.buergerbadgodesberg.de Freitag, 7. Februar 2020 Betreff: Bürgerantrag „Erhalt des Rathauses und Bedingungen für den Erhalt von Objekten in der Kurfürstlichen Zeile in Bad Godesberg“ Bezug: Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und Lokale Agenda (Bürgerausschuss) am 23.01.2020 Stellungnahme der Verwaltung 190482-1 Sehr geehrte Damen und Herren, wir möchten die Vertagung unseres Bürgerantrags zum Erhalt des Rathauses und Bedingungen für den Erhalt von Objekten in der kurfürstlichen Zeile in Bad Godesberg nutzen, um auf die Stellungnahme der Verwaltung einzugehen und unsere Erwartungen an die politischen Vertreter deutlicher zu machen. Es geht uns bei der Entscheidung zu unserem Bürgerantrag nicht um „Aussagen zu konkreten Planungen“, wie uns das von der Verwaltung wiederholt unterstellt wird, sondern um grundsätzliche politische Rahmenbedingungen für die Nutzung der in städtischem Eigentum befindlichen Kurfürstenallee 2-3 (Kurfürstliche Zeile Rathaus Bad Godesberg). Der Verein Bürger.Bad.Godesberg unterstützt ausdrücklich die Ansiedlung einer Hochschule in Bad Godesberg. Allerdings erwarten wir bei einer beabsichtigten Ansiedlung in der Kurfürstenallee 2-3 eine integrative Nutzung von Hochschule und Kommune, so dass insbesondere Bürgerdienste mit persönlichem Kontakt der Bürger (wie bspw. Meldeamt, Behindertenangelegenheiten, Wohngeldbeantragung oder Trauzimmer) dezentral am bewährten identifikationsstiftenden Standort erhalten bleiben und nach Möglichkeit zeitlich ausgebaut werden. Insofern sprechen wir uns gegen einen bedingungslosen Verkauf städtischen Eigentums zum bestmöglichen Preis aus. Auch wenn Digitalisierung zukünftig den Bedarf für persönliche Bürgerdienste bestimmter Bürgergruppen reduzieren kann, erwarten wir als Bürger, dass die Stadt immer auch im Rathaus des Stadtbezirks persönlich erreichbar ist. Dies ist insbesondere aber nicht nur für ältere Mitbürger, Bürger mit geringem Einkommen oder Bürger mit Gehbehinderungen sehr wichtig. Einen vollständigen Ersatz von dezentralen Einrichtungen in den Stadtbezirken durch Digitalisierung beurteilen wir als ebenso unrealistisch wie das vor Jahrzehnten propagierte „papierlose Büro“. Bundesstadt Bonn Dezernat OB Referat Oberbürgermeister und Verwaltungssteuerung BürgerbüroSeite 5 von 6 Vereinsadresse: Bürger.Bad.Godesberg e.V. Sparkasse KölnBonn c/o Joachim Schäfer, In der Kumme 55, 53175 Bonn IBAN: DE33 3705 0198 1934 0770 98 Telefon: 01775761742 oder 0228 3868958 Volksbank Bonn Rhein-Sieg E-Mail: info@buergerbadgodesberg.de IBAN: DE95 3806 0186 1906 3650 10 Internet: www.buergerbadgodesberg.de Die Ansiedlung einer Hochschule an diesem Standort bietet insbesondere verschiedene Vorteile, wenn die Chancen einer integrativen Nutzung realisiert werden. Insbesondere könnte ein Hörsaal so geplant werden, dass er abends sowohl von der Bezirksvertretung als Ratssaal als auch bei Bedarf anderweitig für kommunale oder bürgerliche Belange im Stadtbezirk Bad Godesberg genutzt werden könnte, während er zu anderen Zeiten der Hochschule zur Verfügung steht. Umgekehrt ist ein am Hochschulstandort integriertes Meldeamt für Studenten attraktiv, die typischerweise häufiger Meldeangelegenheiten zu erledigen haben. Der Eindruck aus unseren Kontakten mit der Hochschule bestärkt uns in unserer Auffassung, dass eine integrative Nutzung von Hochschule und Kommune konzeptionell die Vorstellungen der Hochschule unterstützt und die Akzeptanz der Bürger in Bad Godesberg positiv verstärkt. Wir freuen uns über die Klarstellung der Verwaltung, dass mit der Hochschule im Umfeld der kurfürstlichen Zeile nur über Nutzung der Kurfürstenzeile 2-3 gesprochen wird und insbesondere die Musikschule, das Haus an der Redoute, das Kurfürstenbad und der Redoutenpark nicht Gegenstand der Gespräche sind. Allerdings verwundert, welche weiteren Gebäude der Stadt der Oberbürgermeister in die Gespräche mit der Hochschule einbringen will, auf die in der Drucksache 1910052 Bezug genommen wird. Nach unseren Erfahrungen mit der Stadtverwaltung und einzelnen im Rat vertretenen Parteien zum Umgang mit dem Erbbaurecht ist uns die Stellungnahme der Verwaltung, dass auch eine (bedingungslose) Veräußerung in Erwägung gezogen werden kann, nicht präzise genug. Wir vermissen eine eindeutige Festlegung der Stadt, dass das Rathaus letztlich im Eigentum der Bürgerschaft bleibt. Wir brauchen sicherlich nicht daran zu erinnern, dass die Immobilie (neben Godesburg und im Ensemble mit der Redoute, dem Kurfürstenbad und der Ludwig-van- Beethoven-Musikschule inmitten der Bad Godesberger Parks) wesentlich für die Identifikation von Bad Godesberg ist. Zusammenfassend ist uns die Haltung der Parteien im Bonner Stadtrat wichtig, die die Bürger und deren Vorstellungen in der Stadt repräsentieren sollten und in diesem Jahr von Bad Godesberger Bürger wieder gewählt werden wollen. 1. Welche Bedingungen im Zusammenhang mit der Hochschulansiedlung sind für die einzelnen Parteien unverzichtbar? 2. Welche Partei spricht sich (unabhängig von einer gewünschten Ansiedlung einer Hochschule) für eine Nutzung der Immobilie Kurfürstenallee 2-3 als Rathaus für den Stadtbezirk Bad Godesberg aus und welche Partei spricht sich dagegen aus? 3. Welche Partei spricht sich für einen bedingungslosen Verkauf der Immobilie Kurfürstenallee 2-3 aus und welche dagegen? Wir bitten um ziffernweise Abstimmung für die Punkte 2 und 3. Die von jeder einzelnen Partei genannten Bedingungen zu Punkt 1 sowie das Abstimmungsergebnis jeder einzelnen Partei zu Punkt 2 und 3 sind im Protokoll festzuhalten. Mit freundlichen Grüßen Joachim SchäferSeite 6 von 6
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