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190441 · Antrag

Nachhaltiges Bauen (alt: 1912661)

Nummer
190441
Art
Antrag
Veröffentlicht
23.06.2023
Letzte Änderung
18.09.2026
  1. Einreichung erledigt · 23.06.2023
  2. Terminierung erledigt
  3. Sitzung erledigt · zuletzt 27.11.2019

Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →

  1. Sitzung des Rates 07.11.2019 Entscheidung federführend
  2. Sitzung des Ausschusses für Planung, Verkehr und Denkmalschutz 27.11.2019 Empfehlung
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 87,1 KB Öffnen ↗

Untergeordnet

  1. 190441-1 ST Nachhaltiges Bauen (alt: 1912661ST2, FF Dez. III)

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Antrag
öffentlich
190441
Antragsteller/in:
CDU, GRÜNE, FDP
10.09.2019
Nachhaltiges Bauen (alt: 1912661)
Beratungsfolge
Rat 07.11.2019 Entscheidung
Ausschuss für Planung, Verkehr und
Denkmalschutz
27.11.2019 Empfehlung
Inhalt des Antrags
1. Die Verwaltung wird beauftragt, im Rahmen der Regionalplanung, der
Flächennutzungsplanung, der Bauleitplanung sowie bei eigenen
Baumaßnahmen (Hoch- und Tiefbau) das Prinzip der
Nachhaltigkeitsstrategie (entsprechend der DS 1812770) zu stärken.
Der städtischen Bautätigkeit kommt dabei besondere Vorbildfunktion zu.
Der nachfolgende Kriterienkatalog soll als Maßgabe/Orientierung dazu
herangezogen werden.
2. Die Verwaltung stellt ein Konzept vor, wie die Prinzipien der
Nachhaltigkeitsstrategie unter Berücksichtigung des sozial notwendigen
Wohnungsbaus bei zukünftigen Bauprojekten in der Stadt umgesetzt
werden können. Der Maßnahmenkatalog fokussiert sich insbesondere
auf städtische und größere Baumaßnahmen, wie beispielsweise
Investorenbauten.
3. Der Leitbildprozess der Nachhaltigkeitsstrategie (Natürliche Ressourcen
und Umwelt) und seine strategischen Ziele werden operationalisiert. Die
Inhalte des Bonner Baulandmodells sind dabei zu Grunde zu legen.
Um diese strategischen Ziele zu operationalisieren, sollten grundsätzlich
folgende Kriterien, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, zur
Anwendung kommen:
I) Umweltverträgliche Flächenausweisung
a) Innen- vor Außenentwicklung unter Berücksichtigung der Belange des
Verkehrs (mit dem Ziel der Verkehrsvermeidung)
b) Vorrang für die Nutzung von Konversionsflächen
c) In Kernbereichen Vorrang für Mehrfamilienhäuser -
Mehrgenerationenwohnen, Baugemeinschaften und Wohnprojekte
d) Effiziente Nutzung bestehenden Wohnraums unter Berücksichtigung
demographischer Entwicklungen und dadurch veränderter
Flächenansprüche und Nutzung und Nutzungsänderung von Flächen,
die als Wohnraum genutzt werden können (Ausbau von
Dachgeschossen)Seite 1 von 4
Seite 2
e) Vorrang Sanierung oder Neubau durch Abriss - auf der vorhandenen
bebauten Fläche
II) Flächenressourcenschonendes Bauen nach dem Grundsatz „Innen-
vor Außenentwicklung“, um die Erhaltung und Förderung der
Biotopvernetzung zu gewährleisten, Wärmeinseln und Hitzeeffekte zu
vermeiden, eine größtmögliche Regenwasserversickerung zu
ermöglichen und um negative Klimaeffekte zu vermeiden (Durchlüftung,
Frischluft)
f) behutsame Nachverdichtung
g) Prüfung Ausbau- u. Aufstockungsmöglichkeiten im Bestand (auch von
Gewerbebauten)
h) Notwendige Parkplätze, wenn möglich als Tiefgarage
III) Berücksichtigung der doppelten Innenentwicklung
i) Dachbegrünung (siehe Beschluss DS 0912064EB10)
j) Fassadenbegrünung unter Berücksichtigung städtebaulicher und
architektonischer Erfordernisse und Rahmenbedingungen
k) Niederschlagswasserversickerung
l) Naturnahe, biodiversitätssteigernde (Pflanzen, Insekten- und
Vogelschutz) Grünflächengestaltung, verstärkte Berücksichtigung
heimischer trockenresistenter Arten
m) Entsiegelung
n) Besondere Berücksichtigung der Frischluftschneisen und
Kaltluftentstehungsgebiete
o) Besondere Berücksichtigung zum Erhalt der heimischen Flora und
Fauna
Begründung
Begründung
Gremium Sitzung Ergebnis Z. *
Ausschuss für Umwelt und
Verbraucherschutz
10.10.2019 Mehrheit gg BBB bei
Enth. Linke, AfB
2
Ausschuss für Planung, Verkehr
und Denkmalschutz
30.10.2019 2
Bonn ist eine wachsende und prosperierende Stadt, die Einwohner- und
Beschäftigtenzahlen nehmen seit Jahren kontinuierlich zu. Ein Ende dieser
Entwicklung zeichnet sich derzeit nicht ab.
Diese positive Ausgangsposition stellt die Stadt vor große Herausforderungen.
Die neuen Bonner Bürgerinnen und Bürger benötigen Wohnungen sowie
Arbeits- und Ausbildungsplätze. Sie wollen in einem lebendigen Quartier
einkaufen und sich dort in einem Café oder Restaurant treffen. In ihrer Freizeit
möchten sie Sport treiben, ein Theater besuchen oder sich im Park erholen.Seite 2 von 4
Seite 3
Kinder und Senioren brauchen Einrichtungen, die auf ihre Bedarfe ausgerichtet
sind. Zwischen all diesen Orten soll der Weg möglichst kurz, sicher und
angenehm sein. Schädliche Auswirkungen auf Natur und Umwelt müssen bei
alldem weitgehend vermieden werden.
Die Stadt Bonn hat deshalb eine Nachhaltigkeitsstrategie mit 6
Handlungsfeldern entwickelt und verabschiedet. Innerhalb des Handlungsfelds
„Natürliche Ressourcen und Umwelt“ sind u.a. folgende beiden strategischen
Ziele formuliert:
A) Eine effiziente Flächennutzung und eine bedarfsgerechte
Siedlungsentwicklung prägen die Stadtentwicklung von Bonn im Jahr
2030. Klimaangepasste Innenentwicklung und Nachverdichtung werden
von den in Bonn lebenden Menschen als Strategien zum Umgang mit
der Bevölkerungsentwicklung akzeptiert. Durch hochwertige
Begrünungskonzepte werden bestehende Bebauungsstrukturen
klimasensibel aufgewertet.
B) Im Jahr 2030 profitieren die in Bonn lebenden Menschen in Bonn von
einer gut entwickelten blau-grünen Infrastruktur. Die blau-grüne
Infrastruktur ist auch im Siedlungsbereich ein durchdringender
Bestandteil. Die biologische Vielfalt hat sich weiterentwickelt, die
Lebensqualität ist gestiegen.
Die verschiedenen Bedürfnisse und konkurrierenden Interessenlagen
verdeutlichen, dass eine nachhaltige Entwicklung der Stadt gleichermaßen
ökonomische, ökologische und soziale Aspekte berücksichtigen muss.
Wohnbau- und Verkehrsentwicklung sich aufeinander abzustimmen, mit dem
Ziel der Verkehrsvermeidung. Das Wachstum soll genutzt werden, um Bonn als
lebenswerte und zukunftsfähige Stadt weiter zu stärken. Dazu muss es aktiv
gestaltet und in sinnvolle Bahnen gelenkt werden, um nicht nur neue
Quantitäten, sondern vor allem neue Stadtqualitäten entstehen zu lassen bzw.
zu erhalten.
Dazu ist es notwendig, einen Entwicklungsrahmen und eine Leitstrategie zu
entwickeln. Ziel ist es, für die Stadt Bonn eine Innenentwicklung zu schaffen,
die Urbanität ermöglicht und Freiräume erhält.
Neben dem oben genannten Kriterienkatalog gehören daher zu einem Leitbild
nachhaltiges Bauen auch die Aspekte der umweltverträglichen Energie, der
umweltverträglicher Einsatz von Baumaterialien (wohngesunde und nachhaltige
Baustoffe), wie auch die Nutzungsmischung in den Quartieren (Stadt der
kurzen Wegen).
Die innerstädtische Bauentwicklung hat auch weitreichende Folgen und
Auswirkungen auf die Stadt in den verschiedensten Bereichen: Lokalklima,
Frischluft, Erholung sowie Wohn- und Lebensqualität.
Das städtische Grün erfährt seit einigen Jahren einen Bedeutungszuwachs.
Hierfür ausschlaggebend ist nicht allein die Ausgleichsfunktion des Grüns mit
Blick auf den Klimawandel, sondern auch die Tatsache, dass Grün die Wohn-
und Lebensqualität und generell die Attraktivität der Städte verbessert. Damit
entsteht in der Stadt ein Spannungsfeld zwischen einerseits baulicherSeite 3 von 4
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Verdichtung und andererseits Erhalt und Entwicklung von städtischem Grün mit
seinen vielfältigen Funktionen.
So sollte eine bauliche Innenentwicklung mit dem Erhalt und einer qualitativen
Aufwertung bis hin zu Neuschaffung von Grünflächen im Innenbereich
einhergehen. Es geht um eine maßvolle bauliche Nachverdichtung und
gleichzeitig darum, Grünstrukturen und innerstädtische Freiräume zu erhalten,
zu entwickeln und miteinander zu vernetzen. Grundlage kann dazu das
Integrierte Freiraumsystem sein.
In der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie hat die Bundesregierung im Jahr
2002 das Ziel verankert, die Inanspruchnahme von Boden für neue Siedlungs-
und Verkehrsflächen bis zum Jahr 2020 auf maximal 30 Hektar pro Tag zu
reduzieren. Um den Flächenverbrauch in der freien Landschaft zu reduzieren,
aber auch aus städtebaulichen, wirtschaftlichen und sozialen Erwägungen
werden vermehrt Strategien und Konzepte zur Innenentwicklung wie
Revitalisierung von Brachflächen, Baulückenschließung, Nachverdichtung
benötigt.
Bauliche Innenentwicklung steht jedoch immer wieder im Konflikt mit dem
Erhalt und der Entwicklung urbanen Grüns. Häufig entwickelt sich auf Brachen
im Verlauf der Jahre eine vielfältige Vegetation mit hoher Biodiversität. Auch
werden brachgefallene Flächen und Baulücken nicht selten als informelle
Grünflächen genutzt. Die begrenzte Flächenverfügbarkeit bei gleichzeitigem
Bedarf an baulicher Entwicklung erhöht den Druck auf das urbane Grün. Nicht
selten kommt es in solchen Konfliktlagen zu Entscheidungen zuungunsten des
Grüns. Dies findet seinen Niederschlag unter anderem in einer
Verschlechterung der Indikatorwerte zur Artenvielfalt in Siedlungsbereichen.
Durch Abwägung und Berücksichtigung der oben aufgeführten und ggf.
weiteren Kriterien findet ein integrierter Ansatz für ein nachhaltiges Bauen und
eine doppelte Innenentwicklung statt, mit dessen Umsetzung zahlreiche
Synergien erreicht werden können.
Anlage/n
KeineSeite 4 von 4

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Datenstand: 02.11.2026, 22:58 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de