190293 · Beschlussvorlage
Aufstellung einer Skulptur von Erwin Wurm „Walking Bag“, Bonn, Ecke Am Hof / Am Neutor
Kerndaten
- Nummer
- 190293
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 19.11.2019
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Kulturausschusses Empfehlung
- Sitzung der Bezirksvertretung Bonn Entscheidung federführend
Dateien
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Beschlussvorlage öffentlich 190293 Aufstellung einer Skulptur von Erwin Wurm „Walking Bag“, Bonn, Ecke Am Hof / Am Neutor Beratungsfolge Bezirksvertretung Bonn 03.12.2019 Entscheidung Kulturausschuss 04.12.2019 Empfehlung Beschlussvorschlag Der Aufstellung der von Erwin Wurm eigens für Bonn geschaffenen Skulptur "Walking Bag" an der Ecke Am Hof / Am Neutor wird zugestimmt. Begründung Die in Bonn ansässige „Stiftung für Kunst und Kultur e. V.“ hat in den vergangenen Jahren bereits 4 Kunstprojekte im öffentlichen Raum in Bonn realisiert: • „Beethoven“ von Markus Lüpertz im Bonner Stadtgarten – 2014, • „Mean Average“ von Anthony Cragg auf dem Remigiusplatz – 2014 • „ARC‘89“ von Bernar Venet, auf dem Helmut-Schmidt-Platz – 2016 • „Hommage an August Macke“ von Stephan Balkenhol, im Bonner Hofgarten. Der Vorsitzende der Stiftung für Kunst und Kultur e. V., Herr Prof. Walter Smerling, hat der Stadt mit Schreiben vom 17.05.2018 das Angebot unterbreitet, die Reihe von Kunstprojekten im öffentlichen Raum 2019 mit der Aufstellung einer Skulptur von Erwin Wurm „Walking Bag“ fortzusetzen. Die Kunstkommission hat in ihrer Sitzung am 16.10.2018 dem Eigentümer des ursprünglich für die Aufstellung der Skulptur vorgesehenen Grundstücks Ecke Friedensplatz / Sternstr. empfohlen, das Kunstwerk dort nicht aufzustellen. Daraufhin haben die Stiftung und die Kulturverwaltung andere Standorte eruiert und geprüft. Im Ergebnis wird nun der Standort an der Ecke Am Hof / Am Neutor für die Aufstellung der Skulptur vorgeschlagen. Eine Projektbeschreibung und eine Fotomontage der Skulptur am Aufstellungsort sind als Anlage beigefügt. Federführung: 41 Kulturamt Dezernat: Dez. IVSeite 1 von 6 Seite 2 Die Skulptur ist 4,00 m hoch, sie besteht aus Bronze, orange patiniert und lackiert. Die Stiftung für Kunst und Kultur e. V. hat sich – bei einem entsprechenden Votum der politischen Gremien – bereit erklärt, in einem Vertrag mit der Stadt Bonn im Wesentlichen Folgendes zuzusichern: • die Skulptur, die nicht in das Eigentum der Stadt übergeht, wird von der Stiftung 2019 für die Dauer von 10 Jahren aufgestellt und anschließend wieder entfernt, sofern die Aufstellungsdauer nicht im gegenseitigen Einvernehmen verlängert werden sollte, • die Kosten für die Aufstellung, inkl. der erforderlichen Klärungen hinsichtlich dort liegender Versorgungs- und Abwasserleitungen, der Statik etc., die Beseitigung von Verschmutzungen und Beschädigungen sowie für den Abbau werden von der Stiftung getragen, • die Stiftung verpflichtet sich zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit (Standsicherheit), lässt diese regelmäßig überprüfen und schließt eine Versicherung für die Folgen mangelnder Verkehrssicherheit für die Dauer der Aufstellung ab. Für die Aufstellung der Skulptur würden der Stadt Bonn keine Kosten entstehen. Die Aufstellung soll im Frühjahr 2020 erfolgen. Beratungs- und Entscheidungsbefugnisse Gem. § 7 Abs. 2 c) und d) der Bonner Bezirkssatzung entscheidet die Bezirksvertretung Bonn über die Aufstellung von Kunstwerken im öffentlichen Raum in eigener Zuständigkeit. Der Rat der Stadt Bonn hat am 07.04.2016 eine Kunstkommission unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters eingerichtet, deren Aufgabe es sein soll, die Entscheidungsgremien (Kulturausschuss, Bezirksvertretung) über die Auswahl und Aufstellung künstlerischer Objekte im öffentlichen Raum und die Auswahl von Standorten zu beraten. Die Kunstkommission ist derzeit aufgrund des Ausscheidens von vier externen Experten nicht beratungsfähig. Die Ermittlung neuer externer Experten erfolgt derzeit und entsprechende Anfragen laufen. Eine zeitnahe Beratung durch die Kunstkommission ist daher nicht möglich. Da viele verschiedene Standorte geprüft wurden und bei jedem evtl. möglichen Standort viele Stellen eingebunden werden mussten, war es nicht möglich, die Vorlage bereits auf eine frühere Sitzung des Kulturausschusses zulaufen zu lassen. Die Entscheidung für die Aufstellung muss jedoch im Jahr 2019 erfolgen, da der Stiftung ansonsten die erforderlichen Mittel nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Vorlage wird daher erst nach der Beschlussfassung in der BV Bonn im Kulturausschuss behandelt werden können.Seite 2 von 6 Seite 3 Anlage/n 1 Anlage 1-Fact-Sheet Wurm (öffentlich) 2 Anlage 2-Simulation Wurm Am Hof (öffentlich)Seite 3 von 6 Kunstprojekt Bonn 2020: Erwin Wurm // Projektskizze Kontakt: Stiftung für Kunst und Kultur e.V. // Viktoriastr. 26 // 53173 Bonn // www.stiftungkunst.de Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Tina Rudolph und Kerstin Weinhold Tel 0228-934 55 -15 (T. Rudolph)/ -18 (K. Weinhold) // presse@stiftungkunst.de // www.stiftungkunst.de/kultur/presse 5. Kunstprojekt Bonn Erwin Wurm: Walking Bag Standort: Martinsplatz, Ecke Am Neutor/Am Hof, Bonn Innenstadt Höhe: 4 Meter Material: Bronze, orange patiniert und lackiert Mit dem international renommierten österreichischen Künstler Erwin Wurm zieht Ironie Wiener Prägung in die Bonner Innenstadt. Erwin Wurm erklärt den Menschen zum Accessoire seiner selbst und lässt die Luxus-Handtasche zum Stellvertreter-Model werden. Lange schlanke Beine stolzieren durch das Bonner Zentrum, bekleidet nur mit Schuhen und so dünn, dass sie den darauf ruhenden Körper gerade so tragen können. Der Körper ist ein reiner Torso, ohne Arme, ohne Kopf und ohne menschliche Züge – eine Handtasche. Sie ersetzt ihre Träge- rin, einfach und konsequent. Nicht irgendeine Tasche, sondern die berühmte Birkin-Bag eines fran- zösischen Luxus-Labels, zeitloser Mode-Klassiker, Statussymbol und Ausweis für die Zugehörigkeit zu einer exklusiven Gemeinde betuchter Stil-Ikonen. Und natürlich Objekt der Begierde vieler Pas- santinnen – nicht nur die Tasche, auch die Beine. Erwin Wurm lässt seine Skulptur gewohnt doppelbödig daherkommen: Vordergründig spaziert eine Handtasche durch die Einkaufsmeile, die jedoch einen faden Nachgeschmack hinterlässt: Rank und schlank ist das Ziel, schön und wohlhabend, modisch und stilsicher. Aber wer entscheidet darüber, was schön ist, wie „man“ zu sein hat, wer dazu gehört und wer nicht? Warum lassen wir uns so gerne und so leicht beeinflussen? Zwischen dem Sieg der Modeindustrie und Medien über unsere Geschmacksbildung und der Unmündigkeit des Kunden liegt eine gewaltige Grauzone mit Assoziati- onen von Kaufrausch bis Magersucht. Und bei alldem bleibt die Skulptur doch das, was sie ist: eine traditionell gefertigte Bronzestatue, eine Handtasche auf Beinen. Konsumkritik ist eines der Themen, zu denen Wurm immer wieder zurückkehrt. Die Suche nach dem Wesen der Gesellschaft steht im Fokus seiner Werke, mit denen er zugleich die Grenzen und Möglichkeiten zeitgenössischer Skulptur auslotet. Mit teils kritischem Blick auf eine paradoxe Welt richtet er diesen besonders gerne auf menschliche Schwächen und Obsessionen. „Ich zeige eine Person, die auf ihre Accessoires reduziert ist: Tasche und Schuhe. Das mag paradox wirken, doch un- sere Realität ist viel verrückter als jede absurde Perspektive es für möglich hält. Nicht die Fantasie ist unser Problem, sondern die Realität.“ Bleibt am Ende die Frage, ob der Taschen-Klassiker mehr Cha- rakter besitzt als seine Träger.Seite 4 von 6 Kunstprojekt Bonn 2020: Erwin Wurm // Projektskizze Kontakt: Stiftung für Kunst und Kultur e.V. // Viktoriastr. 26 // 53173 Bonn // www.stiftungkunst.de Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Tina Rudolph und Kerstin Weinhold Tel 0228-934 55 -15 (T. Rudolph)/ -18 (K. Weinhold) // presse@stiftungkunst.de // www.stiftungkunst.de/kultur/presse Mit Erwin Wurm (geb. 1954) konnte die Stiftung einen der bedeutendsten europäischen Bildhauer der Gegenwart gewinnen, ein Werk für den öffentlichen Raum der Stadt Bonn zu gestalten. Für das Projekt werden keinerlei Steuergelder in Anspruch genommen, die Kosten sind vollständig durch privates Sponsoring der Mitglieder der Stiftung für Kunst und Kultur gedeckt. Verantwortlich für das Kunstprojekt Bonn ist die Stiftung für Kunst und Kultur e.V. Nach den Skulp- turen von Markus Lüpertz (Beethoven, Stadtgarten), Tony Cragg (Mean Average, Remigiusplatz) und Bernar Venet (ARC 89, Trajektkreisel B9) und der Stephan Balkenhol (Hommage an August Ma- cke, Hofgarten) geht das Kunstprojekt Bonn mit Erwin Wurm in die 5. Runde. Dahinter steht das Konzept eines urbanen Museums, für das bis 2030 jährlich ein weiteres Werk für den öffentlichen Stadtraum entstehen soll. Erwin Wurm, Walking Bag für Bonn (Simulation)Seite 5 von 6 Seite 6 von 6
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 17:23 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de