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190255-1 ST · Stellungnahme der Verwaltung

Emissionsminderung von Treibhausgasen (alt: 1912773)

Nummer
190255-1 ST
Art
Stellungnahme der Verwaltung
Veröffentlicht
07.11.2019
Letzte Änderung
18.09.2026
  1. Sitzung des Rates 07.11.2019 Entscheidung federführend
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Übergeordnet

  1. 190255 Emissionsminderung von Treibhausgasen (alt: 1912773)

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Stellungnahme der Verwaltung
öffentlich
190255-1 ST
Emissionsminderung von Treibhausgasen
(alt: 1912773)
Beratungsfolge
Rat 07.11.2019 Entscheidung
Inhalt der Stellungnahme:
Zum Punkt „Städtischer Sektor“
Die aktualisierte Fassung des städtischen
Energieberichtes wird im Frühjahr 2020 vorliegen.
Dieser Energiebericht wird neben den Verbrauchsdaten
auch aktuelle Kennwerte nach VDI 3807 (beispielsweise
bezogen auf Fläche und Nutzungsart) enthalten. Wie in
der Vergangenheit werden auch im neuen Bericht für
jede Gebäudekategorie dokumentierte durchschnittliche
Verbräuche von Liegenschaften in Deutschland (ages.
bzw VDI 3807 Verbrauchskennwerte) als Vergleichswerte
enthalten sein. Diese Werte ermöglichen eine erste
Orientierung zur Verhältnismäßigkeit von
Energieverbräuchen und CO2-Emissionen. Damit wird
eine Grundlage für die Priorisierung von Baumaßnahmen
vorliegen.
Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass nicht
allein anhand dieses Datenmaterials über die
Priorisierung von Sanierungsmaßnahmen entschieden
werden kann. Hinzu kommt eine Vielzahl weiterer zu
berücksichtigender Randbedingungen wie beispielsweise
die Notwendigkeit möglichst gleichzeitig
umzusetzender Erweiterungsmaßnahmen im Schul- und
Kindergartenbereich oder aus Maßnahmen aus aktuellen
Schadensereignissen. Am Beispiel „Stadthaus“ wird
deutlich, dass auch die Frage des zeitlichen Ablaufs
der Finanzierung und die Frage möglicher
Interimsmaßnahmen von entscheidender Bedeutung sein
können.
Wenn man davon ausgeht, dass die höchsten
Emissionswerte von den größten Gebäuden und den
Gebäuden älterer Bauart ausgehen dürften, ergibt sich
Federführung:
56 Amt für Umwelt-, Verbraucherschutz und Lokale Agenda Dezernat:
Dez. IIISeite 1 von 6

Seite 2
eine Auflistung der Gebäude mit den höchsten
Emissionswerten bereits aus vorhergehenden
Energieberichten.
Die Sanierung einiger Projekte befindet sich bereits
in der Planungsphase (Robert-Wetzlar-Berufskolleg,
Schulzentrum Tannenbusch, Helmholtz-Gymnasium,
Bertolt-Brecht-Gesamtschule, Michaelschule), bei
einigen Standorten wurden zwischenzeitlich Maßnahmen
durchgeführt (Heinrich-Hertz-Europakolleg,
Theaterwerkstätten, Margot-Barnard-Realschule,
Konrad-Adenauer-Gymnasium, Gesamtschule Beuel), die
Planungskosten weiterer Maßnahmen sind im
Wirtschaftsplan aufgenommen worden (Stadthaus,
Feuerwache I).
Allerdings müssen diese Zahlen durch geeignete
Kennwerte relativiert werden. Zu beachten ist, dass
die Heizenergiebezüge witterungsbereinigt nach VDI
3807, aber die Emissionen absolut angegeben werden.
Des Weiteren sind die Vergleichswerte jeweils auf die
Verbräuche bezogen und nicht auf die Emissionen,
insofern erfolgt die nachfolgende Aufstellung aus
Gründen der Einordbarkeit auch auf Basis der
Verbräuche. Setzt man die Größe der Gebäude (hier:
die Bruttogrundflächen BGF die über anerkannte
Faktoren aus den Reinigungsflächen hochgerechnet
wurden) ins Verhältnis zu den Verbräuchen ergibt sich
eine Rangfolge die in der anliegenden Tabelle
dargestellt ist.
Daraus wird deutlich, dass die Betrachtung dieses
Faktors allein nicht zielführend sein kann.
Die Verwaltung beabsichtigt anhand des aktualisierten
Energieberichtes und anhand weiterer Kennwerte
mittels einer Matrix einen Vorschlag zur weiteren
Vorgehensweise zu machen.Seite 2 von 6

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Die Darstellung von Emissionsminderungspotentialen
wäre zunächst rein theoretischer Natur. Dieses ist
beispielsweise abhängig von der Bauart und der Nutzung
des Gebäudes, von der Art der Energieversorgung, von
der Art der beabsichtigten Nutzung und von der Art
der Sanierungsmaßnahme. Die Darstellung setzt eine
umfassende vorhergehende Planungsleistung voraus. Aus
dem Grund kann die gewünschte Angabe, sofern sie
realitätsnah sein sollte, nicht kurzfristig vorgelegt
werden.
In der Kläranlage Salierweg wird die erforderliche
extern bezogene Energie nicht für die Gebäudeheizung
sondern für die Abwasser- und Klärschlammbehandlung
eingesetzt. Emissionsmindernde Maßnahmen sind in
diesem Zusammenhang nicht möglich.
Die Beheizung der Gebäude der Kläranlage erfolgt
ausschließlich klimaneutral durch Abwärme aus der
Verbrennungsanlage und durch regeneratives Biogas. Es
wird dementsprechend keinerlei fossile Energie für
die Beheizung der Gebäude der Kläranlage verwendet.
Diese Aspekte sind ausführlich im Geschäftsbericht
des Tiefbauamtes dargestellt.
Zum Punkt „Privater Sektor“ in Abstimmung mit der
Bonner Energie Agentur:
Die Stadt Bonn hat 2012 mit 20 anderen Organisationen
die Bonner Energie Agentur gegründet. Zentrales Ziel
ist die Forcierung einer qualitativen energetischen
Sanierung des Gebäudebestandes, vorrangig im Besitz
privater Eigentümerinnen und Eigentümer. Die
Ergebnisse und Planungen der Bonner Energie Agentur
sind Gegenstand der jährlichen Tätigkeitsberichte,
die auch die Planungen für das Folgejahr beinhalten.
Der letzte Tätigkeitsbericht wurde dem AUV in der
Sitzung am 29.05.2019 vorgelegt (DS1911059).
Die Maßnahmenplanung für 2020 ist noch nicht
abgeschlossen. Ein zentraler Bestandteil, der sich
bereits jetzt absehen lässt, wird der neu gestaltete
Bonner Energietag unter dem Motto „Bonner Energietage
- Für klimabewusstes Bauen, Wohnen und Leben“ sein.
Das Veranstaltungsangebot fokussiert auf denSeite 3 von 6

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Klimaschutz, die bewährte Bau- und Sanierungsberatung
wird durch die Themen nachhaltiges Wohnen, Mobilität
sowie Klimaanpassung ergänzt.
Zum Punkt „Verkehr“:
„Bei Annahme des Antrags wird die Verwaltung
entsprechend berichten. Für die drei „Lead City“-
Projekte ist bereits eine Evaluation gemeinsam mit
den Bundesministerien vorgesehen. Da das Ziel der
„Lead City“-Projekte die Reduzierung der
Stickstoffdioxidbelastung durch Reduzierung von Kfz-
Fahrten ist, wird die Evaluation auch Erkenntnisse
zur Wirkung der CO2-Emissionen bringen. Die
Evaluation soll erste Zwischenergebnisse bereits im
Frühjahr 2020 bringen, um Entscheidungen über die
Fortführung der Projekte vorzubereiten. Es kann
allerdings noch nicht zugesagt werden, dass bereits
im März Aussagen zur Entwicklung der CO2-Emissionen
vorliegen werden.“
zu Punkt „Maßnahmen zur Absorption von Kohlendioxid
durch Neuanpflanzungen“:
Im Bonner Stadtwald wird es auf den Flächen, die von
den Sturmfolgen oder aber dem Borkenkäferbefall
betroffen sind, schrittweise zu klimaangepassten
Nachpflanzungen kommen. Bereits Ende Oktober 2019
wurde gemeinsam mit der Schutzgemeinschaft Deutscher
Wald und den Stadtwerken Bonn in einer Großaktion mit
den Pflanzungen am Venusberg begonnen.
Neupflanzungen darüber hinaus sind im Stadtwald nicht
vorgesehen, da aufgrund der Zertifizierung über den
Naturland e.V. die Naturverjüngung zu forcieren ist.
Bei den Stadtbäumen wird in den nächsten Jahren der
Fokus auf Nachpflanzungen der vermehrten Ausfälle im
Baumbestand gelegt werden müssen.Seite 4 von 6

Seite 5
Neupflanzungen wird es verstärkt nur im Bereich von
Neubauprojekten geben können.
Anlage/n
1 Anlage (öffentlich)Seite 5 von 6

Anlage zu DS-Nr. 1912773 - Emissionsminderung von Treibhausgasen
Rang Liegenschaft
2012
Verbrauch
witterungs-
bereinigt
kWh
2012
Emissionen
absolut
kg CO2
Fläche
BGF
m²
Verbrauch /
Fläche
kWh / m²
Zielwert* Abweichung
1 Sportplatz / Umkleide Finkenberg 170.414 29.532 122 1.397 63 2117%
2 Sportplatz / Umkleide Lessenich 121.843 21.115 102 1.195 63 1796%
3 Baseballclub Bonn Capitals e.V. / Umkleide 264.201 45.785 250 1.057 63 1577%
4 Friedhof Poppelsdorf 128.234 30.957 295 435 29 1399%
5 Gärtnerstützpunkt Estermannstraße 154.628 26.796 193 801 57 1306%
6 Andreas-Schönmüller-Sportanlage / Umkleide 94.054 16.299 111 847 63 1245%
7 Friedhof Oberkassel 101.880 17.655 271 376 29 1196%
8 Sportplatz / Umkleide Lengsdorf 115.604 27.908 144 803 63 1174%
9 Nordfriedhof 195.732 44.218 582 336 29 1060%
10 Waldfriedhof Kottenforst 99.514 17.245 306 325 29 1021%
11 Ennerthalle (mit Kiga) 144.290 25.005 186 776 70 1008%
12 Bezirksbibliothek Beuel 421.820 73.100 768 549 50 998%
13 Alter Friedhof 56.207 13.569 177 318 29 995%
14 Sportplatz / Umkleide Roleber 64.645 11.203 94 688 63 992%
15 Zentralfriedhof 117.048 20.284 371 315 29 988%
16 Jugendzentrum / Vereinshaus Ippendorf 207.805 45.492 420 495 46 976%
17 Sportplatz / Umkleide Hardtberg 182.795 44.128 280 653 63 936%
18 Feuerwache III Bad Godesberg 1.311.328 227.248 1.864 704 68 935%
19 Sportanlage Oberkassel / Umkleide 71.651 12.417 117 612 63 872%
20 Spielhaus Waldau 62.183 10.776 142 438 46 852%
* aus ages (Gesellschaft für Energieplanung und Systemanalyse), Verbrauchskennwerte 2005, Anhang 1, Tabelle 13/14
Zielwert = arithmetisches Mittel des besten Viertels (unteres Quartilsmittel)Seite 6 von 6

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Datenstand: 02.11.2026, 23:23 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de