190232-04 ST · Stellungnahme der Verwaltung
BBB-Antrag Erreichung des Ziels Klimaneutralität AllRIS Drucksachengruppe 190232 (BoRIS: 1912579)
Kerndaten
- Nummer
- 190232-04 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 25.06.2025
- Letzte Änderung
- 31.10.2026
Orte
- Deutsche Welle Hauptort
- Bonn
Beratungsfolge
- Sitzung des Rates Kenntnisnahme
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
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Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 190232-04 ST Die OberbürgermeisterinDokumentenklasse C (vertraulich) Federführung: Geschäftsbereich OB-2: Strategische Programmsteuerung Dezernat: Dez. OB BBB-Antrag Erreichung des Ziels Klimaneutralität AllRIS Drucksachengruppe 190232 (BoRIS: 1912579) Beratungsfolge Rat 03.07.2025 Kenntnisnahme Inhalt der Stellungnahme: Die Verwaltung empfiehlt, den Antrag des Bürgerbundes Bonn, den Ratsbeschluss von 2019 (Klimaneutralität bis 2035) aufzuheben, abzulehnen. Das Pariser Klimaabkommen mit dem erklärten Ziel die Erderwärmung deutlich unter 2 Grad zu halten, wurde von 198 Staaten beschlossen und von 195 Vertragsparteien, darunter auch von der Bundesrepublik Deutschland, völkerrechtlich verbindlich ratifiziert. Der Bundesstadt Bonn kommt in ihrer Rolle als UN-Stadt und Sitz des Weltklimasekretariats eine Vorbildfunktion zu, die in den vergangenen Jahren sowohl in Deutschland auch als international wahrgenommen wird. Vor diesem Hintergrund beschloss der Rat der Bundestadt Bonn im November 2019 mit einer breiten Mehrheit mit den Stimmen von CDU, SPD, Grüne, FDP und Linke ein ambitioniertes Ziel zur Klimaneutralität Bonns bis 2035. Mit dem Beschluss zum Bonner Klimaplan liegt seit 2023 eine fundierte Strategie vor, was zu tun ist, um Klimaneutralität in Bonn zu erreichen. Der Klimaplan enthält Ziele und Reduktionspfade für alle Handlungsfelder und gleichzeitig ein konkretes Arbeitsprogramm für die Verwaltung, das regelmäßig fortgeschrieben wird. Im Klimaplan ist im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen zusätzlich zum Zeitziel auch der CO2-Budgetansatz zur Eindämmung der Erderwärmung auf unter 1,5 bzw. 1,75 Grad berücksichtigt. Im Rahmen der Umsetzung des Bonner Klimaplans wurde ein transparentes Monitoring- und Controllingsystem für den Klimaplan entwickelt. Über einen jährlichen Klimabericht informiert die Verwaltung regelmäßig über den Fortschritt bei der Zielerreichung. Darüber hinaus stellt der „Bonner Klimakompass“ ein öffentlich zugängliches Online-Dashboard bereit, das neben den Treibhausgasemissionen sukzessive weitere Indikatoren zur Bewertung des Fortschritts in allen Handlungsfeldern integriert. Der zweite Jahresbericht zum Bonner Klimaplan von März 2025 zeigt, dass rund 190 der insgesamt 221 Klimaschutzprojekte der Stadtverwaltung inSeite 1 von 3 Seite 2Dokumentenklasse C (vertraulich) Planung, Umsetzung oder bereits abgeschlossen sind (siehe DS: 252660). Beispielhaft zu nennen sind hier u.a. der Aufbau von Beteiligungsstrukturen wie dem Kompetenznetzwerk Klima und dem Aufbau der Klimaviertel, der stadtweite Ausbau kostenloser Beratungsangebote über die Bonner Energieagentur, die Kooperationsvereinbarungen mit den Stadtwerken zum Heizungstausch und PV-Ausbau auf städtischen Liegenschaften, der Fortschreibung und Ausweitung städtischer Förderprogramme die Erarbeitung des ersten kommunalen Wärmeplans, der eine Orientierung über die zu ergreifenden Maßnahmen für eine Wärmewende in Bonn gibt. Er wurde sowohl für die Zielszenarien 2035 wie auch 2045 erarbeitet. Beide Varianten zeigen auf, dass mit der Umsetzung unmittelbar begonnen werden muss und das Tempo von Planung und Ausbau gesteigert werden muss. Ambitionierter Klimaschutz wird zunehmend auch ein Standortfaktor sein – sowohl für Unternehmen als auch für Fachkräfte, Fördermittelzugänge und Investitionsentscheidungen. Zahlreiche Akteure in Bonn unterstützen bereits aktiv das Ziel der Klimaneutralität. Insbesondere mit der „Klimapartner Wirtschaft“ ist ein starker Verbund betrieblicher Partner entstanden (wie z.B. Deutsche Post DHL, Deutsche Welle AöR, Telekom oder SGL Carbon). Auch die städtischen Töchter (z.B. Stadtwerke Bonn) haben das Klimaziel 2035 fest in der Konzernstrategie verankert. Der Klimaplan formuliert, dass Klimaneutralität bis 2035 möglich, aber voraussetzungsvoll ist. Die Zielerreichung hängt maßgeblich auch von rechtlichen Rahmenbedingungen auf Bundes- und EU-Ebene ab sowie von der Entwicklung verschiedener Technologien. Im Rahmen des Monitoring und Controllings des Klimaplans und seiner Fortschreibung kann eine mögliche Anpassung des Ziels zu einem deutlich späteren Zeitpunkt, etwa nach 2030, sinnvoll sein, wenn dann auf Basis aktueller und realistischer Daten zum Fortschritt der Zielerreichung, zu diesem Zeitpunkt aktuell gegebener gesetzlicher Rahmenbedingungen sowie dem Wissen über verfügbare Technologien eine genauere Prognose verbleibenden Reduktionsnotwendigkeiten möglich ist. Ein Aufgeben der Bonner Klimaziele zum jetzigen Zeitpunkt würde zu hohen Ressourcenverlusten durch wiederholte Strategie- und Konzeptarbeit und damit einhergehend einer verzögerten Umsetzung führen und kann daher nicht empfohlen werden. Anlage/nSeite 2 von 3 Seite 3Dokumentenklasse C (vertraulich) KeineSeite 3 von 3
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 22:01 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de