190096 · Mitteilungsvorlage
Jahreswirtschaftsbericht 2019 (alt: 1912748)
Kerndaten
- Nummer
- 190096
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 09.10.2019
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
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Mitteilungsvorlage öffentlich 190096 Jahreswirtschaftsbericht 2019 (alt: 1912748) Beratungsfolge Ausschuss für Wirtschaft und Arbeitsförderung 20.11.2019 Kenntnisnahme Mitteilung: Jahreswirtschaftsbericht 2019 Inhalt: Der Jahreswirtschaftsbericht 2019 analysiert die Stellung des Standortes Bonn im regionalen Wettbewerb und beschreibt die Veränderungen in allen wirtschaftlich relevanten Bereichen. Die strategischen Ansatzpunkte der Bonner Wirtschaftsförderung werden erläutert und die durchgeführten Maßnahmen aus dem Jahr 2018 werden dargelegt. Der Jahreswirtschaftsbericht 2019 umfasst insgesamt 84 Seiten, die Bildsprache mit der Gesamtaussage „Bonn als dynamischer Wirtschaftsstandort mit hervorragenden Zukunftspotenzialen“ wurde fortgeführt. Zielgruppe: Alle am Wirtschaftsstandort Bonn interessierten Personen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Die Verwaltung wird die wichtigsten Ergebnisse des Berichtes in der Sitzung vortragen. Der Bericht wird in der Sitzung am 20.11.2019 zudem von der IHK Bonn/Rhein-Sieg, der Handwerkskammer zu Köln, der Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg, der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg, dem Jobcenter und dem Deutschen Gewerkschaftsbund Region Köln/Bonn kommentiert und diskutiert. Beratungsfolge Sitzung Ergebnis Ausschuss für Wirtschaft und Arbeitsförderung 02.10.2019 1. Lesung Anlage/n Federführung: 03 Amt für Wirtschaftsförderung Dezernat: Dez. OBSeite 1 von 45 Seite 2 1 Jahreswirtschaftsbericht_2019 (öffentlich)Seite 2 von 45 1 Jahreswirtschaftsbericht 2019Seite 3 von 45 2 3 … durch „Beethoven“ 1770 wurde Ludwig van Beethoven in Bonn geboren, beim Jubiläum 2020 werden viele „250-Jahre-Beethoven-Highlights“ geboten. … durch „Qualifikation“ 29,8% aller Beschäftigten in Bonn verfügen über einen akademischen Abschluss – bundesweit sind nur sechs Städte und Kreise besser. … durch „Internationalität“ 20 UNO-Sekretariate mit etwa 1 000 Beschäftigten machen Bonn zu DER deutschen UNO-Stadt. … durch „Politik“ 6 Bundesministerien haben ihren ersten Dienstsitz in Bonn und die Stadt ist nach Berlin das zweite politi- sche Zentrum in Deutschland. … durch „Treffpunkte“ 7 000 Plätze im neuen Haupt- und dem Plenargebäude machen die Stadt mit dem WorldCCBonn zum erstklassigen Konferenzstandort. … „Wirtschaftsstärke“ 94 325 Euro je Erwerbstätigen erzielt Bonn, das ist in NRW die zweithöchste Wirtschaftsleistung (BIP). 1 Bonn besticht ... … durch „Exzellenz“ 6 Exzellenzcluster und der Status als Exzellenz- universität machen die Bonner Uni zur erfolgreichsten Universität im bundesweiten Exzellenzwettbewerb. … durch „DAX-Konzerne“ 106,5 Mrd.Euro beträgt die Marktkapitalisierung der beiden Bonner DAX-Unternehmen Deutsche Telekom und Deutsche Post DHL Group, das ist Platz drei in der „Börsenbundesliga“. … durch „Attraktivität“ 1,6 Mio. Übernachtungen markieren einen neuen Höchstwert, Geschäftsleute, Kongressbesucher und Städtetouristen kommen immer häufiger nach Bonn. 2 3Seite 4 von 45 54 Die Wirtschaftsförderung … … berät. 909 Anliegen und Vorhaben hat 2018 das Service Center Wirtschaft bearbeitet. … moderiert. 3 500 Personen haben bereits an den Frühstückstreffen vom Bündnis für Fachkräfte teilgenommen. … ernennt. 24 Wirtschaftsbotschafter bzw. Wirtschafts- botschafterinnen wurden bisher ernannt. … vernetzt. 1 300 Gäste kommen zu den jährlich stattfindenden Wirtschaftsgesprächen. … initiiert. 80Mitglieder hat unser 2013 initiiertes Netzwerk FAMILIENBEWUSSTE UNTERNEHMEN Bonn/Rhein-Sieg. … informiert. 20 000 Besucher nahmen an der 11. Bonner Wissenschaftsnacht zum Thema Kreisläufe teil. … bietet an. 2 200 Gästeführereinsätze gab es alleine in 2018 für Reisegruppen. … mobilisiert. 456 Hektar Gewerbeflächen gibt es in Bonn, wir mobilisieren weitere Flächen gemeinsam in der Region. … begleitet. 300Millionen Euro werden mit den Projekten Maximiliancenter und Urban Soul in das neue Entree von Bonn investiert.Seite 5 von 45 6 7 Inhaltsverzeichnis. Vorwort. Oberbürgermeister Ashok Sridharan. S. 8 Wirtschaftsförderin Victoria Appelbe. S. 9 I. Die Standortentwicklung. I.1 Strukturwandel und Zukunftsperspektiven. S. 12 I.2 Verkehr und Infrastruktur. S. 14 I.3 Demographische Entwicklung. S. 16 I.4 Beschäftigungsentwicklung. S. 18 I.5 Entwicklung der Wirtschaftsbranchen. S. 20 I.6 Unternehmensstrukturen in Bonn. S. 22 I.7 Die DAX-Unternehmen. S. 24 I.8 Das Handwerk. S. 26 I.9 Regionale Kooperationen. S. 28 I.10 Standortmarketing. S. 30 II. Der Wirtschaftsstandort. II.1 Service für den Mittelstand. S. 34 II.2 Beispiele für Unternehmensvorhaben. S. 36 II.3 Existenzgründungen. S. 38 II.4 Gründungsberatung und -förderung. S. 40 II.5 Gewerbeflächen. S. 42 II.6 Unternehmensbetreuung. S. 44 II.7 Büroflächenmarkt und Immobilienservice. S. 46 II.8 Bundesviertel und Bonner Bogen. S. 48 II.9 Citymanagement und Einzelhandel. S. 50 II.10 Liegenschaften. S. 52 II.11 Der Arbeitsmarkt. S. 54 II.12 Beschäftigungsförderung. S. 56 II.13 Frau und Beruf. S. 58 III. Der innovative und internationale Standort. III.1 Wachstumspotenziale und Innovationsförderung. S. 62 III.2 Gesundheitswirtschaft. S. 64 III.3 Smart City Bonn. S. 66 III.4 Wissenschaftspotenziale. S. 68 III.5 Wissenschaft - Serviceangebote und Kooperationen. S. 70 III.6 Internationale UNO-Stadt Bonn. S. 72 III.7 Kongresse und Veranstaltungsstätten in Bonn. S. 74 III.8 Tourismus, Kunst und Kultur. S. 76 IV. Die Wirtschaftsförderung Bonn. IV.1 Angebote und Ansprechpartner. S. 80 IV.2 Bildnachweis und Ansprechpartner. S. 83Seite 6 von 45 8 9 Vorwort. Sehr geehrte Damen und Herren, die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Bonn fällt seit mehreren Jahren sehr positiv aus. Festzustellen ist ein kontinuierliches Beschäftigungs- wachstum, das nicht nur absolut, sondern auch in seiner Qualität über- zeugt. Im vergangenen Jahr wurden wieder insgesamt etwa 3 150 neue sozialversicherungspflichtige Arbeits- plätze geschaffen. Der Anteil der wis- sensorientierten Dienstleistungen an der Gesamtwirtschaft liegt mittlerweile bei 38,4 Prozent und der Akademiker- anteil unter den Beschäftigten ist auf einen neuen Höchstwert von 29,8 Prozent gestiegen. Aufgrund der hohen Attraktivität der Stadt ist Bonn zudem um etwa 1 750 Einwohner in 2018 gewachsen und nach den neuesten Prognosen des Statistischen Landes- amtes wird die Bevölkerung bis 2040 um +12,1% auch in Zukunft deutlich zunehmen. Die gute wirtschaftliche Position hat sich die Stadt Bonn im Rahmen eines geplanten strukturellen Wandels von der ehemaligen Hauptstadt zur zu- kunftsfähigen Bundesstadt über viele Jahre erarbeitet. Die strategische Grundlage für die Neuausrichtung der Region Bonn ist seit 1994 das Berlin/ Bonn-Gesetz. Nun müssen 25 Jahre später die Weichen für die regionalen Zukunftsperspektiven erneut mit ei- nem „Bonn-Vertrag“ nachjustiert wer- den. Dazu hat die von mir eingesetzte Arbeitsgruppe Bonn/Berlin einstimmig ein Leitbild verabschiedet, mit dem die Region sowie die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland- Pfalz die Verhandlungen mit der Bun- desregierung aufnehmen werden. Das Leitbild hat zum Ziel, die am Stand- ort Bonn in einzigartiger Weise gebün- delten Stärken im gesamtstaatlichen Interesse weiterzuentwickeln. Dafür bieten sich beispielsweise die themati- schen Bereiche internationale Zusam- menarbeit, nachhaltige Entwicklung, Cyber-Sicherheit und Wissenschaft in hervorragender Weise an. Die beson- dere Qualität der wissenschaftlichen Forschung in Bonn wurde im Juli 2019 mit der Auszeichnung unserer Univer- sität als Exzellenzuniversität in heraus- ragender Weise bestätigt. Mit den be- reits eingeworbenen sechs Exzellenz- clustern hat die Universität damit am erfolgreichsten im deutschlandweiten Exzellenzwettbewerb abgeschnitten. Dieser Erfolg war - und darauf hat der Rektor der Universität Herr Prof. Dr. Michael Hoch immer hingewiesen – das Ergebnis einer gemeinsamen An- strengung von vielen Akteuren. Mir als Oberbürgermeister ist dieser Teamgeist besonders wichtig, da er Bonn auszeichnet und wir diesen „Bonn-Spirit“ in weiteren Arbeitsfel- dern befördern möchten. Ein gutes Beispiel bildet hier die Gründung des „Cyber Security Clusters Bonn e.V.“ im Oktober 2018. Der Verein bündelt alle in der Region Bonn/Rhein-Sieg ansässigen Security-Einrichtungen aus Wissenschaft, Forschung und Lehre, Wirtschaft, Behörden und öffentlichen Institutionen. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit ge- meinsamen Kraftanstrengungen wei- tere Fortschritte erreichen können. So ist das ungeliebte Bonner Loch be- reits verschwunden und wir erhalten mit den Bauprojekten am Hauptbahn- hof ein ganz neues Entree in unsere schöne Bonner Innenstadt. Beson- ders freue ich mich auf das bald be- ginnende Beethovenjahr 2020. Ich möchte Sie ermuntern mitzufeiern und möglichst viele Veranstaltungen des Beethoven-Jubiläumsjahres zu besuchen. Sehr geehrte Damen und Herren, im vergangenen Jahr war das Zu- kunftsthema Digitalisierung ein zen- traler Schwerpunkt der Aktivitäten der Bonner Wirtschaftsförderung. So waren wir Gründungsmitglied des Vereins Cyber Security Cluster Bonn, der Bonn zum europäischen Zent- rum der Cybersicherheit entwickeln will. Ein Höhepunkt im Veranstal- tungsjahr des Vereins war der Cyber Security Tech Summit Europe, zu dem gemeinsam mit der Deutschen Telekom in das WorldCCBonn einge- laden wurde und der von über 1 750 Teilnehmenden besucht worden ist. Die Wirtschaftsförderung wirkte in enger Kooperation mit dem Chief Digital Officer (CDO) der Stadt an der Entwicklung der Smart City Strategie mit. Zudem haben wir im Bereich der Existenzgründung die Bonn-Profits- initiative gemeinsam mit der Spar- kasse Köln Bonn weiter entwickelt und den Digital Hub Region Bonn gefördert. Der Breitbandausbau wur- de vorangetrieben und spezifische Angebote für Unternehmen zum di- gitalen Wandel wurden im Rahmen der Innovationsförderung umgesetzt. Auf Basis der Ergebnisse der ersten umfassenden Unternehmensbefra- gung zum Standort Bonn haben wir konkrete Optimierungsmaßnahmen eingeführt. Die neue Veranstaltungs- reihe „Gewerbegebietsgespräche“ wurde etabliert und der Gesprächs- kreis produzierender Unternehmen fand mehrfach statt. Die Information über unsere Angebote konnte mit dem kompletten Relaunch der städti- schen Homepage und der Aktuali- sierung der Internetseiten der Wirt- schaftsförderung kundenfreundlicher gestaltet werden. Unsere Beraterinnen und Bera- ter waren auch im Jahr 2018 mit 909 Vorhaben und Anliegen wieder aktiv in der Betreuung von Unter- nehmen. Dabei handelt es sich um 328 Vorhaben zur Existenzgründung, 194 Ansiedlungs- und Investitions- vorhaben und 387 Anliegen von Be- standsunternehmen. Auf den Seiten 36/37 im Bericht werden wieder acht Beispiele dieser Beratungsfälle be- schrieben. Dabei geht es etwa um Neubauvorhaben zur Schaffung von Büroraum, Erweiterungen der Pro- duktion oder um Unternehmensgrün- dungen. Das Highlight unserer viel- fältigen Netzwerkveranstaltungen, die Bonner Wirtschaftsgespräche, fand mit 1 300 Gästen unter dem Motto „Plattform für Ideen“ statt. Nachdem bereits vor drei Jahren die Abteilung Liegenschaften in das Amt für Wirtschaftsförderung eingegliedert wurde, ergeben sich nun mit der Integration der Stabsstelle Wissen- schaft neue Chancen. So kann die Wirtschaftsförderung zum strate- gischen Umbau Bonns zur Stadt der Wissenschaft und Cyber-Sicherheit, ein ganz wichtiges Anliegen des Bonn-Vertrags, mit ihrem Know- how und den bestehenden Vernet- zungen beitragen. Die Angebote von der Regionalagentur Bonn/Rhein- Sieg und dem Kompetenzzentrum Frau und Beruf Bonn/Rhein-Sieg zur Unterstützung des Arbeitsmarktes haben wieder eine große Breiten- wirkung erreicht. Die Bonn-Infor- mation hat zudem neue touristische Angebote für das beginnende Beet- hoven-Jubiläumsjahr entwickelt. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre des Berichtes, der den wirtschaftlichen Entwicklungs- stand der Stadt Bonn umfassend beschreibt und das breite Spektrum unserer Aktivitäten darstellt. Ashok Sridharan Oberbürgermeister Victoria Appelbe Wirtschaftsförderin Vorwort.Seite 7 von 45 10 11 I. Die Standortentwicklung. I. Die Standortentwicklung.Seite 8 von 45 12 13 • Entwicklungspolitik, nationale, internationale und supranationale Einrichtungen sowie • Verteidigung. Zudem wurde bestimmt, dass sich Bundesministerien in Berlin und Bonn befinden, wobei Bundesministerien in Bonn einen (zweiten) Dienstsitz in Berlin und Bundesministerien in Ber- lin einen (zweiten) Dienstsitz in Bonn erhalten. Heute haben sechs Bundes- ministerien ihren ersten Dienstsitz in Bonn, die mit den seinerzeit fest- gelegten Politikbereichen überein- stimmen. Insbesondere diese Minis- terien besitzen enge räumliche Ver- flechtungen zu den in Bonn vorhan- denen oder neu angesiedelten Ein- richtungen. Als Beispiel dafür gilt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das eng mit den in Bonn ansässigen Einrichtungen der Wissenschaftsverwaltung wie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) kooperiert. Zudem gibt es enge Arbeitsbeziehungen zwischen den Bundesministerien für Umwelt, Natur- schutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie für wirtschaftliche Zusammen- arbeit und Entwicklung (BMZ) und den in Bonn etablierten 20 UNO-Einrich- tungen. Im Berlin/Bonn-Gesetz wurde auch festgelegt, dass insgesamt der grö- ßere Teil der ministeriellen Arbeits- plätze in der Stadt Bonn zu erhalten ist. Allerdings zeigt der aktuelle Teil- ungskostenbericht der Bundesregie- rung, dass am 31. Dezember 2018 nur noch 6 433 Bedienstete in Bonn gegenüber 13 731 Mitarbeitern in Berlin verortet sind. Damit sind von insgesamt 20 164 ministeriellen Ar- beitsplätzen lediglich 31,9% in Bonn und mittlerweile 68,1% in Berlin an- gesiedelt. Bereits seit dem Jahr 2008 ist die Mehrzahl der Arbeitsplätze in Berlin registriert worden. Bonn-Vertrag Auf Initiative von Oberbürgermeister Sridharan hat sich seit Anfang 2016 eine etwa 50-köpfige Arbeitsgruppe bestehend insbesondere aus Vertre- tern der Stadt Bonn, der Kreise Rhein- Sieg, Ahrweiler und Neuwied sowie den Europa-, Bundestag- und Land- tagsabgeordneten getroffen. Als großer Erfolg der regionalen Arbeitsgruppe ist zu werten, dass im aktuellen Koalitions- vertrag der Bundesregierung als Arbeits- auftrag vermerkt ist: „Wir stehen zum Bonn/Berlin-Gesetz. Bonn bleibt das zweite bundespolitische Zentrum. Der Bund wird mit der Region Bonn sowie den Bundesländern Nordrhein-West- falen und Rheinland-Pfalz eine vertrag- liche Zusatzvereinbarung („Bonn- Vertrag“) schließen.“ Die Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrwei- ler/Neuwied hat zur Aufnahme der Verhandlungen über eine Zusatzver- einbarung zum Berlin/Bonn-Gesetz („Bonn-Vertrag“) ein „Leitbild“ entwickelt, das am 17. Juni 2019 veröffentlicht worden ist. Ziel ist es, Bonn und die Region in der vom Berlin/Bonn-Gesetz beschriebenen, besonderen Funktion als zweites bun- despolitisches Zentrum, als Standort der Vereinten Nationen, als Zentrum für internationale Zusammenarbeit und als Kompetenzzentrum für nach- haltige Entwicklung und für Wissen- schaft, für Cyber-Sicherheit, Informa- tionstechnologie und Datendienste sowie für die Kultur zusätzlich zu stär- ken. Grundlage für das Leitbild ist das umfangreiche Positionspapier „Bun- desstadt Bonn –Kompetenzzentrum für Deutschland, Position der Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler zur Bonn/Berlin-Diskussion“, das von der Arbeitsgruppe gemeinsam erarbeitet wurde (alle Dokumente abrufbar unter www.bonn.de). Der Zeitplan der Arbeitsgruppe sieht vor, dass möglichst bis zum Ende des Jahres 2019 Einvernehmen mit der Bundesregierung über die Eckpunkte erreicht wird. Im Frühjahr kommen- den Jahres soll dann ein Vertrag mit dem Bund abgeschlossen werden, mit dem die Kompetenzen der Region Bonn langfristig gesichert werden können. Zur operativen Umsetzung dieser Vorhaben wurde eine Bonn/ Berlin-Geschäftsstelle bei der Stadt Bonn eingerichtet. 12 I. Die Standortentwicklung. | Strukturwandel und Zukunftsperspektiven. I.1 Strukturwandel und Zukunftsperspektiven. Erfolgreicher Strukturwandel Der Deutsche Bundestag hat im Jahr 1991 den Beschluss gefasst, den Parlamentssitz und Teile der Bundes- regierung nach Berlin zu verlagern. Um den in der Region Bonn dadurch ausgelösten strukturellen Wandel zu steuern, wurde das sogenannte „Fünf-Säulen-Modell“ entwickelt: • Säule 1 „Bonn als Bundesstadt“ • Säule 2 „Zentrum für internationale Zusammenarbeit“ • Säule 3 „Region der Wissenschaft und Forschung“ • Säule 4 „Region zukunftsorientierter Wirtschaftsstruktur“ • Säule 5 „Modell einer umweltgerech- ten Städtelandschaft und Kulturregion“ Im Berlin/Bonn-Gesetz wurde dieser strategische Ansatz im Jahr 1994 fest- geschrieben und ein Förderprogramm in der Region umgesetzt. Insgesamt wurden zwischen 1994 und 2004 finanzielle Mittel in Höhe von etwa 1,437 Mrd. Euro in 90 Ausgleichs- projekte und weitere 210 Einzelmaß- nahmen verausgabt. Dabei ist der überwiegende Teil in den Bereich „Wissenschaft und Forschung“ inves- tiert worden. Die Projekte und Maß- nahmen haben insgesamt zu einem erfolgreichen Strukturwandel geführt. Bonn ist mit zwei DAX-Konzernen wirtschaftlich breiter aufgestellt, die Investitionen in Wissenschaft und Forschung haben zu umfassenden Innovationspotenzialen mit einer hochqualifizierten Beschäftigten- struktur geführt, die Neuansiedlun- gen von UNO-Einrichtungen weisen Bonn weiterhin eine wichtige interna- tionale Rolle im Bereich der Nach- haltigkeit zu und letztlich ist Bonn das zweite politische Zentrum in Deutschland geblieben. Die relativ gute wirtschaftliche Posi- tion der Stadt Bonn wurde in der Ver- gangenheit auch immer wieder in so- genannten Städterankings bestätigt. Zuletzt hat im Juli 2019 der Prognos- Zukunftsatlas die Zukunftschancen und -risiken aller 401 Kreise und kreis- freien Städte Deutschlands beurteilt. Dabei belegt Bonn Platz 28 und kann sich gegenüber der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2016 um insgesamt neun Plätze verbessern. In Nordrhein-West- falen entwickelt sich insbesondere das Rheinland zur starken Wachstums- region. So konnten beispielsweise Düsseldorf mit Platz 12 und Köln mit Platz 26 ebenfalls gut abschneiden. Die Ergebnisse können als eine Be- stätigung der gemeinsamen wirtschaft- lichen Stärke der Metropolregion Rheinland bewertet werden. Insge- samt sind die aus der Vorgängerstudie 2016 bekannten regionalen Muster weitgehend unverändert, die meisten Top-Regionen finden sich in Süddeut- schland mit München an der Spitze. Zweites politisches Zentrum Die dauerhafte und faire Arbeitstei- lung zwischen der Bundeshauptstadt Berlin und der Bundesstadt Bonn ist im Berlin/Bonn-Gesetz von 1994 festgeschrieben worden. Demnach ist der Erhalt und die Förderung po- litischer Funktionen in der Bundes- stadt Bonn in folgenden Politikberei- chen umzusetzen: • Bildung und Wissenschaft, Kultur, Forschung und Technologie, Telekommunikation, • Umwelt und Gesundheit, • Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, 13 Ansprechpartner Dr. Matthias Schönert Telefon: 0228 – 77 43 31 E-Mail: dr.matthias.schoenert@bonn.de Wir stehen zusammen. Die Region Bonn fordert die Einhaltung des Berlin/Bonn- Gesetzes.Veröffentlichung Leitbild zum Bonn-Vertrag am 17.6.2019 (v.l.): Landrat Dr. Jürgen Pföhler (Kreis Ahrweiler), Chef der Staatskanzlei Clemens Hoch (Rheinland-Pfalz), Landrat Sebastian Schuster (Rhein-Sieg-Kreis), Oberbürgermeister Ashok Sridharan, Chef der Staatskanzlei Nathanael Liminski (Nordrhein-Westfalen) und Landrat Achim Hallerbach (Kreis Neuwied)Seite 9 von 45 14 1515I. Die Standortentwicklung. | Verkehr und Infrastruktur. I.2 Verkehr und Infrastruktur. Verkehrliche Anbindung Die Bundesstadt Bonn liegt inmitten der Europäischen Rhein-Region. Der Raum Brüssel oder die Rhein-Main- Region sind innerhalb von 1-2 Stun- den mit dem Auto oder mit den Hoch- geschwindigkeitszügen ICE und THALYS bequem erreichbar. Zudem ist die Stadt über gleich drei internationale Flughäfen - Köln/Bonn, Düsseldorf und Frankfurt/Main – vernetzt: • Direkte Verbindungen zu den Flug- häfen Köln/Bonn (25 Min.), Düssel- dorf (60 Min.) und Frankfurt/Main (85 Min.) • Direkter Anschluss an das europä- ische Hochgeschwindigkeitsnetz über den Bonner Hauptbahnhof oder den ICE-Bahnhof Siegburg/Bonn (circa 2,5 Std. Brüssel Midi, 1 Std. Frankfurt/Hbf. von Bonn-Zentrum) • Direkte Anbindungen an die Auto- bahnen A 3 und A 61, zusätzliche Autobahnanschlüsse auf dem Bonner Stadtgebiet A 555 und A 565 Gutachten: Anbindung in Bonn gut Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) hat im Auftrag der Stadt Bonn erstmals eine umfassende Befragung der Bonner Unternehmen zum Stand- ort Bonn, zur Beurteilung der eigenen Unternehmensentwicklung sowie zur Qualität der städtischen Dienstleis- tungen durchgeführt (Veröffentlichung Ende 2017). Im Hinblick auf die Ver- kehrsanbindung insgesamt beurteilen die Unternehmen den Standort mit der Schulnote 3,0. Die besten Noten erhalten die Anbindung an den natio- nalen beziehungsweise internationa- len Flugverkehr mit 2,1 und 2,2. Aber auch die ÖPNV-Anbindung mit 2,7 und die Mobilfunkstrukturen schnei- den mit 2,5 ordentlich ab. Aktuelle Herausforderungen Aufgrund verschiedener Baumaß- nahmen - Autobahn-Baustellen, Neu-/Umbau im Bereich der Vikto- riabrücke, Kanalsanierungen, Sanie- rung des Bad Godesberger Tunnels, Bau-/Sanierungsmaßnahmen im Netz der Deutschen Bahn und am Bonner Hauptbahnhof, Sanierung mehrerer Parkhäuser - ist die Ver- kehrssituation in und um Bonn her- um teilweise eingeschränkt. Die Pla- nungen vom Landesbetrieb Straßen. NRW werden von der Wirtschafts- förderung im Diskurs begleitet. Arbeitsplatzzentrum Bonn Etwa die Hälfte der Erwerbstätigen in Nordrhein-Westfalen pendelte im Jahr 2017 arbeitstäglich über die Grenzen ihres Wohnortes hinweg zur Arbeit, wie IT.NRW als Statistisches Landes- amt anhand der Pendlerrechnung 2017 ermittelt hat. Nach Bonn kommen täg- lich 136 497 Berufseinpendler (Vorjahr: 136 105), damit decken die Bonner Unternehmen ihren Bedarf an Arbeits- kräften überwiegend aus dem Umland und den Nachbarstädten: 56,1% aller in Bonn beschäftigten Erwerbstätigen sind Einpendler. Das bedeutet Platz 5 unter den 29 NRW-Großstädten bei der Einpendlerquote, in der Rhein- schiene erreicht Düsseldorf mit 58,1% einen noch höheren Wert. Auf der an- deren Seite ist die Auspendlerquote – das ist der Anteil der Auspendler an den Erwerbstätigen am Wohnort – mit 34,7% in Bonn vergleichsweise gering und entspricht Platz 23 bei den NRW-Großstädten. Die größten Pen- delverflechtungen Bonns bestehen mit der Stadt Köln, von dort pendeln täglich 15 759 Erwerbstätige zu ihrem Arbeitsplatz in Bonn, in die Gegenrich- tung pendeln täglich 14 737 Bonner- innen und Bonner zu ihrem Arbeits- platz in Köln. Darüber hinaus gibt es insbesondere Einpendler aus dem Rhein-Sieg-Kreis (62 730): Sankt Au- gustin (7 489), Königswinter (6 648) oder Bornheim (6 514). Modernisierung und Ausbau Um auch in Zukunft eine gute verkehr- liche Erreichbarkeit sicherzustellen, wer- den verschiedene Maßnahmen zur Modernisierung und zum Ausbau der regionalen Verkehrsnetze umge- setzt: - Bau der Verlängerung der S13 von Troisdorf nach Bonn-Oberkassel, bis 2026 soll die 13 Kilometer lange Stre- cke in Betrieb gehen. - Eröffnung des neuen DB-Haltepunktes „UNCampus“ im Bundesviertel im November 2017, derzeit Fertigstellung der Gesamtanlage mit Neubau zahl- reicher Fahrradabstellmöglichkeiten. - Neue RRX-Fahrzeuge mit kostenlo- sen WLAN auf der Linie RE 5 Wesel- Koblenz (RRX), Betreiber ist National Express - Umsetzung des „Lead City“-Projektes: Bonn wurde im Frühjahr 2018 eine von bundesweit fünf Modellstädten, in de- nen testweise größere Maßnahmen für die Verbesserung der Luftrein- haltung und zur Vermeidung von Diesel-Fahrverboten realisiert werden. Bonn setzt dabei auf ein „Klima-Ticket“ für 365 Euro, ein betriebliches Mobili- tätsmanagement sowie verbesserte Angebote bei Bus und Bahn. - Geplante Umstellung der Busflotte von etwa 200 Bussen der Stadtwerke (SWB Bus und Bahn) bis 2030 auf Elektroantrieb. Flughafen Köln/Bonn und Hafen Bonn Neben der Bereitstellung guter ver- kehrlicher Verbindungen sind die Infrastruktureinrichtungen in der Region ebenfalls wichtige Potenziale zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen. So wird beispiels- weise davon ausgegangen, dass durch den Flughafen Köln/Bonn etwa 13 400 direkte Arbeitsplätze beste- hen, davon aktuell 1 931 bei der Flughafen Köln/Bonn GmbH. Im Bonner Hafen werden etwa 200 Arbeitsplätze in der hafenbezoge- nen Logistikbranche bereitgestellt. Die Bonner Hafenbetriebe GmbH Bonn (BHB) ist ein Zusammenschluss der Am Zehnhoff-Söns GmbH und der Stadtwerke Bonn GmbH (SWB). Nach Angaben von IT.NRW lag der Gesamtumschlag 2018 bei 769 000 Tonnen (-10,9% gegenüber dem Vor- jahr). KölnBonn Airport in Daten und Zahlen • Einzugsgebiet von 17 Mio. Menschen in einem Radius von 100 Kilometern • 128 Unternehmen (z. B. Fluggesellschaften, Frachtbetriebe, Reisebüros, Caterer, Speditionen) • 13 400 direkte Arbeitsplätze, davon 1 931 bei der Flughafen Köln/Bonn GmbH • Passage: 49 Airlines und 132 Destinationen • Fracht: 12 Airlines und 74 Destinationen • 2018 – 12 958 200 Flugpassagiere (+4,6% ggü. Vorjahr) • 2018 – 859 400 Tonnen Fracht (+2,5% ggü. Vorjahr) • 3 Start- und Landebahnen, darunter die einzige Interkontinentalbahn in NRW • Täglich 414 Starts und Landungen • 3 Parkhäuser mit 12 500 StellplätzenSeite 10 von 45 16 17 I.3 Demographische Entwicklung. 16 I. Die Standortentwicklung. | Demographische Entwicklung. Zensus 2011 Aufgrund ihrer Rechtsverbindlichkeit haben die amtlichen Bevölkerungs- zahlen weitreichende Konsequenzen, da von ihnen etwa die Höhe der Fi- nanzzuweisungen abhängt. Die Fort- schreibung des Bevölkerungsstandes in Deutschland wurde mit dem Zensus 2011 auf eine neue Grundlage gestellt. Vorher basierten die amtlich festge- stellten Bevölkerungszahlen auf der Fortschreibung der Volkszählung von 1987 (276 653 Einwohner in Bonn am 25. Mai 1987). Den meisten deut- schen Großstädten wurde mit dem Zensus 2011 eine geringere Einwoh- nerzahl als vorher zugewiesen. Die deutlichste Abweichung wurde für Aachen (-8,4%) festgestellt. Auch Bonn (-6,2%) war stark betroffen und die Ein- wohnerzahlen wurden um über 20 000 für das Jahr 2011 gekürzt. Nach „alter“ Zählweise hatte Bonn Ende 2011 ins- gesamt 327 913 und nach der neuen Hochrechnung lediglich noch 307 530 Einwohnerinnen und Einwohner. Neben anderen hatte auch die Stadt Bonn Verfassungsbeschwerde gegen das Verfahren eingelegt, das jedoch vom Bundesverfassungsgericht als ver- fassungsgemäß eingestuft worden ist. Bonn wächst um 1 768 Einwohner Gemäß Fortschreibung der Zensuser- gebnisse liegt die amtliche Einwoh- nerzahl für die Stadt Bonn Ende 2018 bei 327 258 Einwohnern. Gegen- über Ende 2017 ist die Bevölkerung demnach um 1 768 beziehungsweise um 0,5% angewachsen. Wie in der Vergangenheit auch, kann sich das Einwohnerwachstum auf einen positiven Saldo der Zu- und Fortgezogenen stützen: Bonn konnte dadurch im Jahr 2018 ungefähr 1 350 Einwohner hinzugewinnen. Die na- türliche Bevölkerungsbewegung, also der Saldo aus Geborenen und Gestorbenen, ist in Bonn seit 1987 durchgehend positiv und auch im Jahr 2018 ist ein Plus von etwa 450 Einwohnern festzustellen. Kommunale Daten Parallel zu der Erhebung der amtli- chen Zahlen durch IT.NRW generiert die Statistikstelle der Stadt Bonn auf der Grundlage des Melderegisters die „kommunalen“ Einwohnerzah- len. Zum Jahresende 2018 zählt die Statistikstelle nach statistischer Auswertung der Melderegisterdaten insgesamt 330 224 Bonnerinnen und Bonner mit Einzigem oder Haupt- wohnsitz in der Stadt. Gegenüber dem Vorjahr ist die Bevölkerungszahl um +2 305 Personen angestiegen, dies entspricht einem Wachstum in Höhe von circa +0,7%. In dieser Zahl nicht enthalten sind insgesamt 2 621 Personen, die zum Stichtag in einer Übergangs- oder Erstaufnahmeein- richtung für Flüchtlinge der Stadt oder des Landes lebten und 4 570 Personen, die einen Nebenwohnsitz in Bonn innehatten. Bevölkerungsprognose: Plus 12,1% bis 2040 Nach der Bevölkerungsprognose des Statistischen Landesamtes IT.NRW, die auf der Fortschreibung des Zen- sus 2011 basiert, wird Bonn auch längerfristig deutlich wachsen. Dem- nach wird die Einwohnerzahl zwischen dem 1.1.2018 und 1.1.2040 von 325 500 auf 364 800 zunehmen, das ent- spricht einem Wachstum von absolut 39 300 Personen beziehungsweise prozentual +12,1%. Zusammen mit Köln (+15,8%), Düsseldorf (+14,0%) und Münster (+13,9%) gehört Bonn damit zu den wachstumsstärksten kreisfreien Städten und Kreisen in NRW. Dabei wird die positive Ent- wicklung in Bonn getragen von einem Überschuss aus Geborenen und Ge- storbenen von +3,4% und einem po- sitiven Wanderungssaldo von +8,7%. Der starke Geburtenüberschuss ist insofern eine Besonderheit, da nur die vier genannten Städte und die Stadt Aachen (+0,2%) über einen po- sitiven Geburtensaldo in Nordrhein- Westfalen verfügen. Die Bevölkerung in NRW insgesamt wird um etwa +0,9% bis 2040 nur leicht wachsen, da der positive Wanderungssaldo (+7,1%) die negativen Entwicklungen aus dem Sal- do von Geborenen und Gestorbenen (-6,1%) nur minimal ausgleichen kann. Der Bonn umschließende Rhein-Sieg- Kreis wird nach der Prognose von IT.NRW ebenfalls um +6,0% bezie- hungsweise um 35 900 auf dann 635 000 Einwohner zunehmen. Das Wachstum im Rhein-Sieg-Kreis ist al- lerdings ausschließlich auf die posi- tive Wanderungsbilanz zurückzufüh- ren, da der Saldo aus Geburten und Sterbefällen mit -6,3% deutlich rück- läufig ist. Demgegenüber fällt nach der Prognose der Saldo aus Zu- und Fortgezogenen mit +12,3% in Nord- rhein-Westfalen am zweitstärksten aus; nur der Rhein-Kreis Neuss wird voraussichtlich mit +12,5% eine noch bessere Wanderungsbilanz vorwei- sen können. Privathaushalte nehmen zu Einer Modellrechnung von IT.NRW zufolge wird die Zahl der Privathaushalte in Bonn von 2018 bis 2040 von 171 800 auf 193 400 zunehmen, das ent- spricht einem Plus von 12,5 % (NRW: +2,5%). Bei der Betrachtung der Entwicklung nach Haushaltsgrößen zeichnet sich in den meisten kreisfrei- en Städten und Kreisen ein Anstieg der Zahl der Ein- und Zweipersonen- haushalte ab, in Bonn liegt der Zu- wachs hier bei +13,7 % (NRW: +4,9%). NRW-weit fällt nur in Köln das Wachs- tum bei dieser kleinen Haushalts- größe mit +15,7% noch deutlicher als in der Bundesstadt aus. Die Zahl der Haushalte mit drei oder mehr Personen wird in 43 von 53 kreisfreien Städten und Kreisen Nordrhein-Westfalens niedriger sein als zurzeit. Bonn bildet auch hier eine der relativ wenigen Ausnahmen in NRW, da auch bei dieser Haus- haltsgröße ein klarer Zuwachs in Höhe von +8,8% in Bonn erwartet wird. Ein noch stärkeres Wachstum wird bei dieser Haushaltsgröße in den Städten Düsseldorf (+16,7%), Köln (+14,3%) und Münster (+12,2%) erwartet. +17,6% +12,1% 276 700 Einwohner 325 500 Einwohner 364 800 Einwohner (Prognose) 1987 2018 2040 Quelle: Volkszählung 25. Mai 1987, IT.NRW 1. Januar 2018 und Prognose 2040 Wachstumsprognose der Bevölkerung in Bonn Ansprechpartner Dr. Matthias Schönert Telefon: 0228 – 77 43 31 E-Mail: dr.matthias.schoenert@bonn.deSeite 11 von 45 18 19 I.4 Beschäftigungsentwicklung. 1918 I. Die Standortentwicklung. | Beschäftigungsentwicklung. Beschäftigtenwachstum Die Bundesagentur für Arbeit hat am 30. Juni 2018 mit 176 689 Beschäf- tigten einen neuen Höchststand der sozialversicherungspflichtigen Be- schäftigung in Bonn registriert. Gegen- über Juni 2017 haben die Beschäftig- tenzahlen um +1,8% oder absolut um 3 158 zugenommen. Im selben Zeit- raum ist im Land NRW die Beschäfti- gung um circa 2,3% gewachsen und der Bonn umgebende Rhein-Sieg- Kreis verzeichnete ein Beschäftigungs- wachstum in Höhe von 2,5%. Gegen- über dem Jahr des Bonn/Berlin- Umzugsbeschlusses im Jahr 1991 mit 134 199 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, hat deren Zahl um 42 490 (+31,7%) durch den langfristig positiven Wachstumstrend in Bonn deutlich zugenommen. Bei den Beschäftigtenzahlen ist zu beachten, dass die Bundesagentur für Arbeit im Jahr 2017 eine Revision der Statistik vorgenommen hat. Dabei wurden etwa Datenprobleme bei früheren Meldungen von sozial- versicherungspflichtig Beschäftigten korrigiert. In ähnlicher Weise sind die volkswirtschaftlichen Gesamt- rechnungen (VGR) europaweit nach den Vorgaben des Europäischen Systems (ESVG 2010) aufgestellt worden, aktuell liegen Zahlen rück- wirkend bis zum Jahr 1991 vor. Nach den vorliegenden Schätzungen des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrech- nung des Bundes und der Länder“ liegt die Erwerbstätigenzahl am Ar- beitsort Bonn für 2017 bei 247 000 (Vorjahr: 243 200). In die Erwerbstä- tigenrechnung einbezogen sind ne- ben den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auch Beamte, Selbst- ständige, mithelfende Familienange- hörige und geringfügig Beschäftigte. Gegenüber dem Jahr 1991 ist in Bonn ein Wachstum in Höhe von 59 000 Erwerbstätigen beziehungsweise von 31,4% festzustellen. Im Gegensatz dazu hat in NRW insgesamt die Zahl der Erwerbstätigen lediglich um17,0% zugelegt. Dienstleistungen wachsen Die Anzahl der sozialversicherungs- pflichtig Beschäftigten im Bonner Dienstleistungssektor hat zwischen den Jahren 2017 und 2018 mit einem Plus von 3 088 Beschäftigten beziehungs- weise 1,9% deutlich zugelegt. Mitte 2018 sind in Bonn 162 610 Beschäftigte im Dienstleistungssektor tätig; das ent- spricht einem Anteil von 92,0% an allen Beschäftigten. Damit ist Bonn, ähnlich wie Frankfurt/Main oder Potsdam, bun- desweit einer der größten Dienstleis- tungsstandorte. Im NRW-Durchschnitt waren Mitte 2018 insgesamt 72,7% aller Beschäftigten im Tertiären Sektor tätig. Der Anteil des industriellen Sektors von NRW lag bei circa 26,8% aller Beschäf- tigten. Gegenüber dem Vorjahr hat in NRW die Zahl der Beschäftigten im Pro- duzierenden Gewerbe deutlich um 2,0% zugenommen. In Bonn sind die Beschäf- tigten in der Produktion weniger stark um 0,6% (absolut +80) gewachsen. Der Anteil des Produzierenden Gewerbes beträgt Mitte 2018 in Bonn noch 7,9%. Hochqualifizierte Beschäftigte Die Bundesagentur für Arbeit hat das Merkmal „Akademischer Abschluss“ den neuen Ausbildungsmöglichkeiten angepasst. Mit den Erhebungsin- halten „Bachelor, Diplom, Magister, Master, Staatsexamen, Promotion“, hat die Stadt Bonn am 30. Juni 2018 einen Akademikeranteil an allen Beschäftigten in Höhe von 29,8% (absolut 52 591 Beschäftigte). Im NRW-Durchschnitt liegt dieser Wert bei 15,1%, im Bundesdurchschnitt bei 16,2% und im Rhein-Sieg-Kreis bei 13,0%. Der regionale Vergleich mit den über 400 bundesdeutschen Städten und Kreisen zeigt, dass Bonn auf Platz sieben (Vorjahr: sieben) liegt und lediglich München mit 34,3%, Erlangen mit 34,1%, Jena mit 32,5%, München (Landkreis) mit 32,1%, Darmstadt mit 31,9% und Stuttgart mit 31,4% noch höhere Werte aufweisen können. Aus Sicht des Landes Nordrhein-Westfalen ver- fügen – neben Bonn mit den höchs- ten Anteilen – ebenfalls die Städte Düsseldorf (25,2%), Köln (24,3%) und Münster (22,2%) über vergleichsweise hohe Anteile bei diesem, für die Zukunft in einer innovativen Wissens- gesellschaft wichtigen, Indikator. Akademikeranteile an allen Beschäftigten am Arbeitsort (Stichtag: 30. Juni 2018, nach Revision) Bonn, Stadt 29,8% Bund 16,2% Nordrhein-Westfalen 15,1% Rhein-Sieg-Kreis 13,0% Quelle: Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen Sozialversicherungspflichtig Beschäf tigte nach Wirtschaftssektoren in NRW und Bonn (Stichtag 30. Juni 2018) Sektoren Land NRW Stadt Bonn Primär 0,5 % 0,1% Sekundär 26,8% 7,9% Tertiär 72,7% 92,0% Quelle: Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen Ansprechpartner Dr. Matthias Schönert Telefon: 0228 – 77 43 31 E-Mail: dr.matthias.schoenert@bonn.de 134 199 141 480 140 981 0 25000 50000 75000 100000 125000 150000 175000 200000 225000 250000 ErwerbstätigeSvB 134 199 188 000 147 759 213 900 142 049 212 600 144 082 210 600 142 619 211 400 141 480 212 300 140 981 213 900 143 427 217 200 145 820 221 800 149 781 229 700 Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (SvB) (jeweils zum 30. Juni) und der Erwerbstätigen in Bonn Quelle: Bundesagentur für Arbeit (Revision 2017), Arbeitskreis „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ (Revision 2014), eigene Darstellung 231 300150 752 229 100153 592 229 800158 577 232 200159 052 233 200161 107 233 400163 663 0 25 50 75 100 125 150 175 200 225 250 1991 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 236 100165 617 169 840 173 531 176 689 243 200 247 000Seite 12 von 45 20 21 I.5 Entwicklung der Wirtschaftsbranchen. 20 I. Die Standortentwicklung. | Entwicklung der Wirtschaftsbranchen. Die Wirtschaftszweiggliederung (WZ 2008) unterscheidet 21 Wirtschafts- abschnitte, die häufig zu Analyse- zwecken weiter zusammengefasst werden. So verfügt der Bereich der „Öffentlichen und privaten Dienst- leistungen (ohne Öffentliche Verwal- tung)“ mit 57 693 Personen in der Stadt Bonn über die meisten sozial- versicherungspflichtig Beschäf- tigten, das entspricht einem Anteil von 32,7%. Nicht enthalten sind die Mitarbeiter in der Öffentlichen Ver- waltung, die gesondert ausgewie- sen sind: Mit 11,4% aller sozialver- sicherungspflichtig Beschäftigten ist dieser Bereich in Bonn nach wie vor von hoher Relevanz und umfasst 20142 Beschäftigte. Die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen machen 11,1% aller Beschäftigten aus, das entspricht 19 636 Personen. Mit 17 800 Ange- stellten ist etwa jeder Zehnte (10,1%) im Bereich Information und Kommu- nikation tätig. In der Summe können alleine diese vier Bereiche etwa zwei Drittel aller Beschäftigen (absolut 115 271) in Bonn auf sich vereinen. Informations- und Kommuni- kationsbranche dynamisch Zwischen 2017 und 2018 konnte die Informations- und Kommunikations- branche prozentual mit +12,0% und absolut mit 1 901 Beschäftigten - wie im Vorjahr auch - deutlich zulegen. Das größte prozentuale Wachstum konnte darüber hinaus das Gast- gewerbe mit +8,3% (+523 Beschäf- tigte) und die Branche der freibe- ruflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen mit +3,8% (+723 Beschäftigte) realisie- ren. Der Bereich der öffentlichen und privaten Dienstleister (ohne öf- fentliche Verwaltung) konnte aus der absoluten Betrachtungsweise mit +1 324 Beschäftigten ebenfalls deutlich positiv zum Beschäftigten- wachstum beitragen. Hier sind ins- besondere das Gesundheitswesen sowie das Sozialwesen hervorzuhe- ben, die primär die Beschäftigungs- impulse geliefert haben. Die größten Verluste verbuchte der Bereich Ver- kehr und Lagerei mit -16,6% bzw. -1 267 Beschäftigten sowie die sonstigen wirtschaftlichen Dienst- leistungen mit -4,3% bzw. -491 Be- schäftigten. 3 150 neue Beschäftigte in Bonn zwischen 2017/18 Zusammenfassend ist anzumerken, dass die Entwicklungen in den ein- zelnen Branchen mit ihren jeweiligen Gewinnen und Verlusten zwischen 2017 und 2018 zu einer gegenüber dem Land NRW (+2,3%) leicht unter- durchschnittlichen Gesamtentwick- lung von +1,8% oder genau 3 158 sozialversicherungspflichtigen Be- schäftigten in der Stadt Bonn geführt haben. Damit setzt sich der positive Beschäftigungstrend der vergange- nen Jahre für die Bundesstadt Bonn fort. So konnten alleine in den letzten vier Jahren über 13 000 neue sozial- versicherungspflichtige Beschäftige gezählt werden (2015: +1 974, 2016: +4 223, 2017: +3 691, 2018: +3 158). Die Strukturveränderungen der letz- ten Jahre zeigen, dass das Beschäftig- tenwachstum in Bonn insbesondere durch den Dienstleistungssektor ini- tiiert worden ist und hier die größten Wachstumsimpulse beziehungsweise neuen Arbeitsplätze zu sehen sind. Deshalb haben sich die Anteile des Dienstleistungssektors an allen Beschäftigten in den letzten Jahren systematisch auf nunmehr 92% ver- größert. Demgegenüber hat das Pro- duzierende Gewerbe insgesamt an Bedeutung in der Wirtschaftsstruktur eingebüßt, allerdings weniger durch die absolute Veränderung der Be- schäftigtenzahlen (diese schwanken in etwa zwischen 13 500 und 14 000 Beschäftigten), als vielmehr durch das starke dynamische Beschäf- tigtenwachstum in ausgewählten Branchen des Dienstleistungssektors. Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bonn nach Branchen (Stichtag 30. Juni 2018) Öffentliche und private DL (ohne öffentliche Verwaltung) 32,7% 57 693 Öffentliche Verwaltung 11,4% 20 142 Freiberufliche, wissenschaftliche und technische DL 11,1% 19 636 Information und Kommunikation 10,1% 17 800 Handel 8,1% 14 382 Sonstige wirtschaftliche DL 6,3% 11 052 Verarbeitendes Gewerbe 5,4% 9 576 Finanz- und Versicherungs-DL 4,1% 7 276 Gastgewerbe 3,9% 6 805 Verkehr und Lagerei 3,6% 6 344 Baugewerbe 1,9% 3 368 Grundstücks- und Wohnungswesen 0,8% 1 480 Sonstige 0,6% 1 135 Summe 100,0% 176 689 Quelle: Bundesagentur für Arbeit (Revision 2017), eigene Berechnungen Quelle: Bundesagentur für Arbeit (Revision 2017), eigene Berechnungen Veränderung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bonn zwischen Mitte 2017 bis Mitte 2018 in Prozent (und absolut) 12,0 (+1 901) 8,3 (+523) 3,8 (+723) 3,1 (+34) 0,9 (+86) 2,0 (+390) 1,8 (+3 158) 2,3 (+1 324) 0,6 (+83) Grundstücks- und Wohnungswesen -16,6 (-1 267) Information und Kommunikation Sonstige Verarbeitendes Gewerbe ALLE Beschäftigten Öffentl. u. private DL (ohne öff. Verw.) -0,7 (-10) Öffentliche Verwaltung Freiberuf., wissensch. u. techn. DL Gastgewerbe Handel -10%-20% 0% 10% 20% Verkehr und Lagerei -1,2 (-88) -1,5 (-50) -4,3 (-491) Finanz- und Versicherungs-DL Baugewerbe Sonstige wirtschaftliche DL 21 Ansprechpartner Dr. Matthias Schönert Telefon: 0228 – 77 43 31 E-Mail: dr.matthias.schoenert@bonn.deSeite 13 von 45 22 23 I.6 Unternehmensstrukturen in Bonn. 2322 I. Die Standortentwicklung. | Unternehmensstrukturen in Bonn. 15 613 Betriebe in Bonn Nach den derzeit aktuell vorliegenden Daten für das Jahr 2017, waren in der Stadt Bonn in 15 613 Betrieben ins- gesamt 155 501 Personen sozialver- sicherungspflichtig beschäftigt (ohne Landwirtschaft und Öffentliche Ver- waltung). Wie Information- und Tech- nik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) als statistisches Landesamt anhand ei- ner Auswertung des Unternehmens- registers NRW feststellt, waren das in Bonn 2 612 Beschäftige mehr als im Jahr 2016 (+2,7%, NRW: +2,4%) und 25 593 Personen mehr als 2007 (+22,3%, NRW: +18,6%). 99,4% kleine und mittlere Unternehmen Die von IT.NRW vorgenommene Ein- teilung der betrieblichen Größenklas- sen differenziert nach den Klassen 0-9, 10-49, 50-249 sowie 250 oder mehr Beschäftigte. Insgesamt machen die Betriebe mit weniger als 250 Beschäftigten 99,4% aller Betrie- be in Bonn aus und in diesen 15 518 Betrieben werden 88 517 Personen (oder anteilig 56,9%) sozialversiche- rungspflichtig beschäftigt. Bei allen anderen 95 Großbetrieben mit 250 oder mehr Beschäftigten sind ent- sprechend 66 984 Personen (anteilig 43,1%) sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Bei einer Betrachtung der Bonner Betriebsstrukturen, zeigt sich eine differenzierte Situation: So machen Kleinstbetriebe bis 9 Beschäf- tigte einen Anteil von 87,5% an allen Betrieben aus und diese stellen 12,7% der Beschäftigten. Die Gruppe der klei- nen Betriebe mit 10-49 Beschäftigten umfasst 18,5% der Beschäftigten und 9,3% der Betriebe, die mittleren Betrie- be mit 50-249 Beschäftigten machen 25,7% der Beschäftigten und 2,6% der Betriebe aus. Bei den großen Betrie- ben mit 250 oder mehr Beschäftigen, liegt der Beschäftigungsanteil in Bonn mit 43,1% sehr klar über dem Wert von NRW insgesamt (33,2%). Allerdings zeigt sich im Vergleich mit ausgewähl- ten Städten im Rheinland, dass dort vergleichbare, oder teilweise deutlich mehr Beschäftige in größeren Unter- nehmen registriert sind: So liegt der Beschäftigungsanteil in den großen Unternehmen in der NRW-Landes- hauptstadt Düsseldorf – ähnlich wie in Bonn – bei 43,3%, in der Nachbarstadt Köln bei 44,6% und in Leverkusen so- gar bei 49,5%. Größte Unternehmen 2018 Im Kammerbezirk der IHK Bonn/ Rhein-Sieg sind im Jahr 2018 die drei Unternehmen Deutsche Telekom, Deutsche Post DHL Group und die Postbank mit etwa 26 600 Beschäftig- ten die größten privaten Arbeitgeber am Standort (ohne öffentliche Einrich- tungen). Allein die beiden börsenno- tierten DAX-Schwergewichte Deutsche Telekom und Deutsche Post DHL Group steuern von ihren Unternehmenssitzen in Bonn die Strategien für weltweit über 752 000 Beschäftigte. Anteil der Betriebe und der Beschäftigten nach Größenklassen im Jahr 2017 Betriebe Beschäftigte Betriebsgröße Anzahl %-Anteil Anzahl %-Anteil bis 9 Beschäftigte (Kleinstbetriebe) 13 669 87,5% 19 721 12,7% 10 bis 49 Beschäftigte (Kleine Betriebe) 1 448 9,3% 28 802 18,5 % 50 bis 249 Beschäftigte (Mittlere Betriebe) 401 2,6% 39 994 25,7 % 250 oder mehr (Große Betriebe) 95 0,6% 66 984 43,1% Summe 15 613 100% 155 501 100% Quelle: IT.NRW, Auswertungen des Unternehmensegisters NRW (ohne Landwirtschaft und Öffentliche Verwaltung), eigene Berechnungen Die 35 größten privaten Arbeitgeber in der Region Bonn/Rhein-Sieg nach Beschäftigten Unternehmen Kammerbezirk Deutschland Weltweit Deutsche Telekom AG, Bonn 14 210 109 248 232 430 Deutsche Post DHL Group, Bonn 9 000 216 000 520 000 Deutsche Postbank AG, Bonn 3 385 20 107 20 217 Stadtwerke Bonn GmbH 2 314 2 328 2 328 Zurich Gruppe Deutschland, Bonn 1 597 4 899 53 000 BWI GmbH, Meckenheim 1 420 3 771 3 771 Aldi Süd, Sankt Augustin 1 277 43 400 138 800 Kreissparkasse Köln 1 172 3 525 3 525 Eaton, Bonn 1 135 4 313 96 000 Siegwerk Druckfarben, Siegburg 1 031 1 168 5 292 Kautex Textron GmbH & Co. KG, Bonn 918 1 690 6 000 Sparkasse KölnBonn 879 3 970 3 970 Reifenhäuser Maschinenfabrik, Troisdorf 863 1 319 1 535 SGL CARBON GmbH, Bonn 843 2 416 5 292 KFW-Bankengruppe Bonn 794 5 102 5 102 Mannstaedt-Werke GmbH & Co., Troisdorf 787 787 790 Haribo, Bonn 728 2 940 7 000 GKN Walterscheid GmbH, Lohmar 694 694 694 ZF Friedrichshafen AG, Eitorf 666 51 152 146 148 Gilgen‘s Bäckerei & Konditorei, Hennef 614 614 614 GKN Sinter Metals Components, Bonn 604 8 700 58 000 apeiron restaurant & retail management, Bonn 596 1 054 1 054 AOK Systems, Bonn 558 974 974 Dirk Müller Gebäudedienste, Bonn 550 700 700 Kautex Maschinenbau GmbH, Bonn 548 738 738 Volksbank Köln Bonn 538 936 936 Fleischhof Rasting GmbH, Meckenheim 532 947 947 United Parcel Service Deutschland, Troisdorf 507 19 000 19 000 TNT Express GmbH, Troisdorf 500 3 650 55 000 Carl Knauber Holding GmbH & Co., Bonn 495 737 737 Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft mbH, Troisdorf 494 494 494 Evonik Industries AG, Lülsdorf 487 21 929 36 112 RSAG AöR, Sankt Augustin 484 484 484 Agfa HealthCare GmbH, Bonn 460 829 10 525 Germania Gebäudedienste GmbH, Bonn 432 1 478 1 478 Quelle: IHK Bonn/Rhein-Sieg und General-Anzeiger Bonn, Daten für 2018Seite 14 von 45 24 25 I.7 Die DAX-Unternehmen. Die Bedeutung von Bonn als Stand- ort bedeutender Wirtschaftsunter- nehmen zeigt sich beispielsweise bei einer Analyse der Marktkapitalisie- rung der Aktiengesellschaften, die in den DAX-Indizes (DAX 30, MDAX, TecDAX) gelistet sind und die ihren Firmensitz in Bonn haben. Im Mai 2019 lag die Marktkapitalisierung der DAX-Konzerne Deutsche Telekom und Deutsche Post DHL Group zusammen bei etwa 106,5 Mrd. Euro (Stichtag 16. Mai 2019). Gemessen am Börsen- wert lag die Bundesstadt damit wie im Vorjahr auf dem dritten Platz. Dies ergab die Untersuchung „Börsenliga 2019“ der Strategieberatung Simon- Kucher & Partners, die seit 2005 ein derartiges Ranking durchführt. Unan- gefochten an der Spitze liegt München mit 13 Unternehmen und einem Bör- senwert von 296,5 Mrd. Euro. Diese starke Stellung konnte Mün- chen seit Beginn der Erhebung bei- behalten. Auf dem zweiten Platz liegt, ebenfalls wie im Vorjahr, Wall- dorf als SAP-Standort mit einer Marktkapitalisierung von 138,8 Mrd. Euro. Die Stadt Bonn konnte sich in der Börsenliga von Simon-Kucher & Partners seit vielen Jahren stabil in den Top 3 und ebenfalls seit vielen Jahren als Nummer 1 im Bundesland Nordrhein-Westfalen halten. In der aktuellen Studie holt NRW insge- samt auf, denn „mit den fünf Städten Bonn, Essen, Düsseldorf, Leverkusen und Bochum schafft es das Bundes- land auf einen gemeinsamen Börsen- wert von rund 353 Milliarden Euro“, so der CEO von Simon-Kucher & Partners Dr. Georg Tacke. Deutsche Telekom Die Deutsche Telekom ist mit 178 Mil- lionen Mobilfunkkunden sowie rund 28 Millionen Festnetz- und 20 Millio- nen Breitbandanschlüssen eines der größten integrierten Telekommunika- tionsunternehmen weltweit. Der Kon- zern bietet Produkte und Dienstleis- tungen aus den Bereichen Festnetz/ Breitband, Mobilfunk, Internet und Internet-TV für Privatkunden sowie Lösungen der Informations- und Kom- munikationstechnik für Groß- und Ge- schäftskunden. Die Deutsche Telekom ist in rund 50 Ländern vertreten und beschäftigte im Geschäftsjahr 2018 weltweit rund 216 000 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2018 erzielte der Kon- zern einen Umsatz in Höhe von 75,7 Mrd. Euro; davon wurde 67,8% außer- halb von Deutschland erwirtschaftet. In der jährlichen Zusammenstellung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung „Die 100 größten Unternehmen in Deutschland, Europa und der Welt“ vom 3. Juli 2019 liegt die Deutsche Telekom derzeit auf Platz neun der umsatzstärksten deutschen Unter- nehmen und belegt in der Rubrik „Die größten deutschen Arbeitgeber“ Platz 12. Seit 2014 richtet die Deutsche Telekom ihr unternehmerisches Han- deln an der Strategie „Leading Euro- pean Telco“ aus – mit dem Ziel, der führende Telekommunikationsanbie- ter in Europa zu sein. Die Deutsche Telekom fühlt sich den Zielen der Agenda 2030 für nachhaltige Ent- wicklung der Vereinten Nationen ver- pflichtet. Den Kern der Agenda bilden 17 Ziele für eine nachhaltige Entwick- lung: die Sustainable Development Goals (SDGs). Im Geschäftsbericht 2018 werden die Beiträge der Deut- schen Telekom zu den SDGs kommu- niziert und mit SDG-Symbolen ge- kennzeichnet. Deutsche Post DHL Group Die Deutsche Post DHL Group ist der weltweit führende Anbieter für Logis- tik und Briefkommunikation. 2018 wurde ein Konzernumsatz von mehr als 61,6 Mrd. Euro erwirtschaftet. Die Deutsche Post DHL Group beschäf- tigt Ende 2018 insgesamt 547 500 Mitarbeiter in mehr als 220 Ländern und Territorien. Bezogen auf die An- zahl der weltweit bei deutschen Un- ternehmen beschäftigten Mitarbeiter, ist der Konzern Deutsche Post DHL Group – nach der Volkswagen AG – der zweitgrößte deutsche Arbeitgeber. Im Hinblick auf die umsatzstärksten deutschen Unternehmen hat die Deutsche Post DHL Group mit Platz 11 abgeschnitten (FAZ 3. Juli 2019). Mit verantwortungsvollem unterneh- merischen Handeln sowie dem Enga- gement für Gesellschaft und Umwelt leistet der Konzern einen positiven Beitrag für die Welt. Der Konzern will bis 2050 seine logistikbezogenen CO2-Emissionen auf null reduzieren. Dazu wurden bis 2025 vier Teilziele gebildet: Als globales Ziel wird die Steigerung der CO2-Effizienz gegen- über dem Basisjahr 2007 um 50% an- gestrebt. Als lokales Ziel gilt es, die eigene Abholung und Zustellung zu 70% mit sauberen Konzepten durch- zuführen. Als ökonomisches Ziel wurde definiert, dass der Anteil des Umsatzes mit umweltfreundlichen Produkten und grünen Lösungen auf über 50% anzuheben ist. Als gesell- schaftliches Ziel sollen 80% der Mit- arbeiter zu GoGreen-Experten zer- tifiziert werden sowie jährlich eine Million Bäume gemeinsam mit Part- nerorganisationen gepflanzt werden. 2524 I. Die Standortentwicklung. | Die DAX-Unternehmen. Bonn 106,48 Mrd./2 Düsseldorf 68,47 Mrd./7 München 296,48 Mrd./13 Walldorf 138,77 Mrd./1 Leverkusen 60,91 Mrd./2 Stuttgart 58,99 Mrd./2 Frankfurt a. M. 75,07 Mrd./6 Ludwigshafen 58,60 Mrd./1 Wolfsburg 75,38 Mrd./1 Hannover 42,46 Mrd./2 Bad Homburg 49,15 Mrd./2 Essen 91,73 Mrd./7 Hamburg 48,73 Mrd./10 Herzogenaurach 59,08 Mrd./2 Erlangen 36,59 Mrd./1 Darmstadt 18,24 Mrd./3 Neubiberg 20,70 Mrd./1 Aschheim 17,12 Mrd./1 Berlin 26,30 Mrd./4Bochum 25,21 Mrd./1 Marktkapitalisierung in Euro und Anzahl der Unternehmen nach Städten Quelle: Analyse Simon-Kucher & Partners; Basis: finanzen.net, Werte vom 16. Mai 2019; Marktkapitalisierung DAX30, MDAX, TecDAXSeite 15 von 45 26 27I. Die Standortentwicklung. | Das Handwerk. 2 400 Betriebe in Bonn Das Handwerk bildet mit seiner klein- und mittelbetrieblichen Struktur einen wichtigen Bereich der lokalen Wirt- schaft ab. Zum Jahresende 2018 waren die Handwerksgruppen „Bau“ mit 566, „Gesundheit und Körperpflege“ mit 531 und „Elektro/Metall“ mit 515 Be- trieben am stärksten in der Bundes- stadt vertreten. Insgesamt gibt es in Bonn 2 412 eingetragene Betriebe, die nach Schätzungen der Kreishand- werkerschaft Bonn/Rhein-Sieg im Durchschnitt 6 Mitarbeiter je Betrieb (umgerechnet in Vollzeitbeschäftigte) einen Arbeitsplatz bieten. Entsprechend ist in der Summe von rund 15 000 so- zialversicherungspflichtig Beschäftig- ten beziehungsweise 17 000 Erwerbs- tätigen – inklusive Unternehmern und Familienangehörigen – auszugehen. Diese erwirtschaften einen Jahres- umsatz von rund 1,6 Mrd. Euro. Hervorzuheben ist der Beitrag des Handwerks zur Ausbildung junger Menschen. Allein in Bonn absolvieren circa 1 257 Lehrlinge eine Ausbildung im breiten Spektrum der handwerk- lichen Berufsfelder; die Zahl der Aus- bildungsbetriebe lag im Jahr 2018 bei 446. Nachwuchswerbung Das Handwerk wirbt intensiv um Nach- wuchs. So führte im Februar 2019 die Handwerkskammer zu Köln in Koope- ration mit der IHK Bonn/Rhein-Sieg in der Stadthalle Bad Godesberg ein Azubi-Speeddating für Handwerks- berufe und IHK-Berufe durch. 117 Be- triebe haben sich an dem bewährten Veranstaltungsformat beteiligt. Auch in der Stadthalle Bad Godesberg fand zudem die 22. Ausbildungsbörse im März 2019 statt. Die Veranstaltung wurde gemeinsam von der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg, der IHK Bonn/Rhein-Sieg und der Kreishand- werkerschaft getragen. Darüber hinaus stehen zahlreiche Programme bereit, um Interessenten für das Handwerk zu begeistern. Dazu gehört auch das Pro- jekt „Karriereberatung für Studienaus- steiger“. Dabei können Studentinnen und Studenten, die unzufrieden mit ihrer Situation sind erfahren, welche Möglichkeiten und Chancen sich durch eine berufliche Neuorientierung im Handwerk ergeben können. Frühjahrsumfrage Bei der Konjunkturumfrage der Hand- werkskammer zu Köln im Frühjahr 2019 bewerteten die Bonner Hand- werksunternehmen die Wirtschafts- lage mit 56,9% als gut, wenn auch etwas schwächer gegenüber dem Vorjahr (62,2%). Die Note „befriedi- gend“ wurde von 39,7% der befragten Bonner Betriebe vergeben (Vorjahr 32,4%). Zudem erwarteten 35,1% der Bonner Handwerksbetriebe (Vorjahr: 37,5%) eine Verbesserung der Ge- schäftslage, 61,4% gingen von einer gleichbleibenden Entwicklung aus (Vorjahr: 62,5%) und 3,5% erwartete eine Verschlechterung (Vorjahr: 0%). Auch die Arbeitsmarktbilanz ist in Bonn schwächer ausgefallen: In 8,6% der Betriebe (Vorjahr: 21,6%) war im Frühjahr 2019 die Zahl der Beschäf- tigten im Vergleich zum Herbst 2018 gestiegen, 72,4% der Bonner Unter- nehmen meldeten eine gleichbleiben- de Beschäftigtensituation (Vorjahr: 66,2%), während 19,0% eine Ver- schlechterung sehen. I.8 Das Handwerk. Bonner Energie Agentur Die Bonner Energie Agentur (BEA) wurde im Jahr 2010 ins Leben ge- rufen und gründete sich 2012 als Verein. Zu den 22 Mitgliedern des Vereins gehören auch die Innungen der Bau- und Ausbauhandwerke, die Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein- Sieg sowie die Handwerkskammer zu Köln. Die BEA bietet für Interes- sierte eine neutrale und unabhängige Anlaufstelle zur Information rund um energetisches Sanieren und Bau- en sowie zum Einsatz erneuerbarer Energien für private Immobilieneigner. Beispielsweise wird mit der Vortrags- reihe „Bau- und Sanierungstreff“ ein breites Expertenwissen zu den unter- schiedlichsten Themen angeboten. www.bonner-energie-agentur.de Fachkräfte-Bündnis Bei der Berufsstarterbörse „Talente im Dialog“ am 25. September 2018 konnten bereits zum siebten Mal Schülerinnen und Schüler mit Unter- nehmen, Institutionen oder Schulen aus der Region zusammengeführt werden. Bei der Veranstaltung in der Stadthalle Troisdorf bot sich den jungen Menschen die Möglichkeit, sich mit mehr als 100 Ausbildungs- berufen vertraut zu machen und unterschiedliche Wege ins Berufs- leben kennen zu lernen. Auch für die 82 ausstellenden Unternehmen war die Messe erneut ein Erfolg. Sie gab ihnen die Gelegenheit, mit künf- tigen Praktikanten oder Auszubil- denden ins Gespräch zu kommen. Das Handwerk präsentierte sich mit engagierten Beiträgen: Innun- gen stellten ihre Ausbildungsmög- lichkeiten vor und Auszubildende berichteten aus ihrem beruflichen Alltag. www.buendnis-fuer-fachkraefte.de Handwerk im Dialog Gemeinsam mit dem Vergabeamt hat die Wirtschaftsförderung den Dialog mit dem regionalen Hand- werk weiter intensiviert. Im Rahmen regelmäßiger Gespräche mit Ver- tretern der Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg und der Hand- werkskammer zu Köln existiert ein Austausch zu den Beteiligungsmög- lichkeiten für das regionale Hand- werk in Bonn. Am 22. März 2019 fand der Frühjahrsempfang der Handwerkskammer zu Köln in der Bonner Geschäftsstelle, Godesber- ger Allee, statt. Der Empfang dient dem Dialog zwischen Handwerk und der Kommunalpolitik. Kammer- präsident Hans Peter Wollseifer – ebenfalls Präsident des Zentralver- bandes des Deutschen Handwerks (ZDH) – mahnte beispielsweise die Verbesserung der verkehrlichen Situ- ation für die Handwerksbetriebe an. Oberbürgermeister Sridharan hob besonders die zwischen Stadt Bonn und der Handwerkskammer zu Köln entwickelte Mittelstandsinitiative hervor. Sie stelle ein starkes Sig- nal für attraktive Rahmenbedingun- gen vor allem für kleine und mittle- re Unternehmen auf kommunaler Ebene dar. Dabei umfasst die Mit- telstandsinitiative vier relevante Themenfelder: 1. Arbeits- und Ausbildungsmarkt- politik 2. Verkehrspolitik 3. Klimaschutz und Energiepolitik 4. Wirtschaftsförderung und Stadt- entwicklung Im März 2019 ist der langjährige Hauptgeschäftsführer Dr. Ortwin Weltrich aus der Handwerkskammer zu Köln ausgeschieden. Die Vollver- sammlung der Handwerkskammer zu Köln hat auf ihrer Sondersitzung am 22. Juli 2019 den früheren NRW-Wirt- schaftsminister Garrelt Duin einstim- mig zum neuen Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer gewählt. Handwerksbetriebe in Bonn (am 31.12.2018) Bau 566 Gesundheit, Körperpflege 531 Elektro, Metall 515 Handwerksähnliche Gewerbe 390 Holz 118 Glas, Papier, Keramik 126 Bekleidung, Textil 112 Nahrung 54 Gesamt 2 412 Quelle: Handwerkskammer zu Köln, Geschäftsbericht 2018 Ansprechpartner Dr. Ulrich Ziegenhagen Telefon: 0228 – 77 58 94 E-Mail: dr.ulrich.ziegenhagen@bonn.deSeite 16 von 45 28 29I. Die Standortentwicklung. | Regionale Kooperationen. Regionale Zusammenarbeit Die Stadt Bonn und der Rhein-Sieg- Kreis sowie die kreisangehörigen Kommunen pflegen eine langjähri- ge enge Zusammenarbeit, die von der Bildung und Fachkräfteentwick- lung, über die Kooperation bei der Verkehrsplanung und Flächenent- wicklung bis hin zum Umweltschutz sowie zu gemeinsamen Dienstleis- tungen reicht. In der Region Bonn/ Rhein-Sieg/Ahrweiler besteht eben- falls seit mehr als zwei Jahrzehnten eine, über zwei Bundesländer hinweg reichende, regionale Kooperation. Dabei werden nicht nur gemeinsame Messeauftritte (wie auf der Immo- bilienmesse Expo Real) realisiert, sondern es bestehen zudem seit Jahren erprobte Arbeitsbeziehungen bei der Unterstützung des struktu- rellen Wandels bei Clusteransätzen (wie Gesundheitswirtschaft oder Geoinformation) sowie bei der Zu- sammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft („Wissenschaftsregion Bonn“). Regionale Flächenstrategien Vor dem Hintergrund des anhaltenden massiven Flächendrucks auf die Stadt Bonn, den Rhein-Sieg Kreis so- wie auf den Kreis Ahrweiler sind im Bereich der Siedlungs- und Gewerbe- flächenentwicklung unterschiedliche regional abgestimmte Strategien und Maßnahmen geplant und bereits erste Schritte erfolgt: NEILA Das Projekt NEILA – Nachhaltige Entwicklung durch Interkommunales Landmanagement in der Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler - soll hel- fen, die Flächennutzungskonflikte innerhalb der funktional eng vernetz- ten Region gemeinsam zu lösen und die Folgewirkungen und -kosten der Siedlungsentwicklung von Beginn an zu berücksichtigen. Basierend auf der langjährigen Zusammenarbeit in der interkommunalen Kooperation strebt der Regionale Arbeitskreis Bonn/ Rhein-Sieg/Ahrweiler (:rak) im NEILA- Verbundvorhaben in Kooperation mit der TU Dortmund, dem Institut für Landes- und Stadtentwicklungspla- nung sowie der WWG Königswinter ein nachhaltiges regionales Wachs- tum an. NEILA geht davon aus, dass ein verbesserter Interessenausgleich zwischen der Bundesstadt Bonn, dem engeren städtischen Umland und dem ländlichen Raum nur gelingen kann, wenn Instrumente und Maß- nahmen zum nachhaltigen Landma- nagement und zur Reduzierung von (Flächen-)Nutzungskonflikten inte- griert gedacht und interkommunal („bottom-up“) abgestimmt sind. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat das Ver- bundvorhaben NEILA im Rahmen der Fördermaßnahme „Stadt-Land-Plus“ in einem bundesweiten Wettbewerb ausgewählt. Die Projektlaufzeit er- streckt sich von 2018 bis 2023. Kooperationsoffensive Bonn/ Rhein-Sieg Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg hat im Janu- ar 2019, gemeinsam mit der Stadt Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis, eine Veranstaltung in Bad Godesberg ausgerichtet. Über 200 Teilnehmen- de aus Wirtschaft, Politik und Verwal- tung diskutierten im Plenum sowie in Workshops zu drängenden Fragen der regionalen Zusammenarbeit. Im Ergebnis ist es zu Vereinbarungen gekommen, die dem Vorbild der regi- onalen Zusammenarbeit bei den Ge- werbeflächen ähneln: So sollen auch Verkehrs- und Mobilitätskonzepte sowie ein regionales Wohnraumkon- zept gemeinsam entwickelt werden. Es wurde angeregt, die Veranstaltung in einem zweijährigen Turnus durch- zuführen. Interkommunale Gewerbeflächen- entwicklung Bonn/Alfter/Bornheim Die Region Bonn prosperiert. Bedarfs- und passgenaue Flächenangebote an ansiedlungs-, expansions- sowie verlagerungsinteressierte Unterneh- men zu vermitteln, gestaltet sich ins- besondere in der Stadt Bonn immer schwieriger. Um die Unternehmen und ihre Arbeitsplätze in der Region halten zu können und neue Gewerbe- treibende hinzu zu gewinnen, ist die I.9 Regionale Kooperationen. Ausweisung neuer (interkommunaler) Gewerbeflächen unerlässlich. Die Gremien von Alfter, Bonn und Bornheim haben beschlossen, das etwa 28 ha umfassende Gewerbege- biet Alfter Nord in interkommunaler Zusammenarbeit zu entwickeln. Ziel ist insbesondere eine partnerschaft- liche Ansiedlungsstrategie mit einem gemeinsam festgelegten Nutzungs- konzept, einem frühzeitigen Aus- tausch von Informationen und Mit- spracheregelungen insbesondere bei der Ansiedlung von Unternehmen. Für die Prozessgestaltung ist eine „kommunale Arbeitsgemeinschaft“ zur Unterstützung, Beratung und Qua- litätssicherung vorgesehen. Interkommunale Gewerbeflächen- entwicklung zwischen den Städten Bonn und Rheinbach Die Fläche „Am Wolbersacker“ ist auf den künftigen Regionalplan ausge- richtet, der eine Flächenausweisung für Gewerbe- und Industrieflächen bis 2035 anstrebt. Grundlage für die in- terkommunale Zusammenarbeit ist ein vom Büro Stadt- und Regional- planung Dr. Jansen GmbH erstelltes Fachgutachten. Erstmalig wurde ein Regionales Gewerbeflächenkonzept entwickelt und die Fläche Am Wol- bersacker mit einem Letter of Intent (LOI) in den Dialog mit der Bezirksre- gierung eingebracht. Eine interkom- munale Arbeitsgruppe, bestehend aus Stadtplanung und Wirtschaftsför- derung der Städte erarbeiten Kriterien und Verfahren zur Entwicklung und Vermarktung des Gebietes. Im Vordergrund steht die Prüfung der Frage, inwieweit neben den positiven Struktureffekten, Kosten und Erträge (Gewerbesteuern) verbindlich geklärt werden können. Region Köln/Bonn e.V. Kooperationen auf der Ebene der Region Köln/Bonn bestehen aus einer Zusammenarbeit der drei kreis- freien Städte Köln, Bonn und Lever- kusen sowie der Landkreise Rhein- Sieg-Kreis, Rhein-Erft- Kreis, Rhein- Kreis-Neuss, Oberbergischer Kreis und Rheinisch-Bergischer Kreis. Aus der vielfältigen Arbeit des Vereins, hat die Erarbeitung eines Agglomera- tionskonzeptes eine besondere Be- deutung erlangt. Das Agglomerations- konzept hat ein räumliches Zielbild für die Entwicklung der Gesamtregion bis 2040+ zum Ziel und stellt ein re- gionales Fachkonzept als Beitrag zur formellen Regionalplanung dar. Das Konzept kann als Argumentationshil- fe für strategische Diskussionen vor Ort herangezogen werden. Auf Basis des Konzeptes sollen Kooperationen und Schlüsselprojekte identifiziert werden. Aktuell befindet man sich in der dritten und abschließenden Pha- se des Prozesses. Das Projekt wird mit Mitteln der EU und des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung 2014-2020 (EFRE 2014- 2020) gefördert. www.region-koeln-bonn.de Metropolregion Rheinland e.V. Die Stadt Bonn ist Gründungsmitglied des Metropolregion Rheinland e.V. Die Metropolregion zählt rund 8,6 Millionen Einwohner und umfasst 23 Landkreise und kreisfreie Städte so- wie die Städteregion Aachen in den Regierungsbezirken Düsseldorf und Köln in Nordrhein-Westfalen. Nach Gründung im Jahr 2017 und Aufnahme der Arbeit hat der Vorstand des Ver- eins am 22.01.2019 Frau Kirsten Jahn und Frau Ulla Thönnissen zur neuen Doppelspitze in der Geschäftsführung berufen. Ziel des Vereins ist es, durch geeignete Maßnahmen die Zusam- menarbeit der kommunalen Gebiets- körperschaften und Wirtschaftskam- mern im Rheinland auf politischer, wirtschaftlicher und der Ebene der Verwaltung zu intensivieren, hin zu ei- ner Metropolregion von europäischer Bedeutung. Oberbürgermeister Ashok Sridharan leitet die AG Standort- marketing. www.metropolregion-rheinland.de Ansprechpartner Dr. Ulrich Ziegenhagen Regionalbeauftragter der Stadt Bonn Telefon: 0228 – 77 58 94 E-Mail: dr.ulrich.ziegenhagen@bonn.deSeite 17 von 45 30 31I. Standortentwicklung. | Standortmarketing. Standortmarketing ist für einen Wirtschaftsstandort von zentraler Bedeutung wenn es darum geht, Investoren, Unternehmen und quali- fizierte Arbeitskräfte am Standort zu halten oder von einer Ansiedlung zu überzeugen. Globalisierung, demo- grafischer Wandel und die durch das Internet ausgelöste Marketingrevo- lution stellt die Kommunen vor neue Herausforderungen. Das Standort- marketing bewirbt den Wirtschafts- standort national und international. Es gilt, den attraktiven Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort bei den Zielgruppen Investoren, Unternehmen und Fachkräfte zu positionieren und nachhaltig ins Gespräch zu bringen. Internationales Standortmarketing Die Aufgabe des internationalen Standortmarketings besteht darin, ausländische Unternehmen und Investoren über die Standortvorteile Bonns zu informieren und für die Stadt zu gewinnen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit Bonns zu fördern und die Wahrnehmung der Stadt Bonn als Wirtschaftsstandort im Ausland zu stärken. „Wirtschaftsbotschafter / Wirtschaftsbotschafterin“ Die „Wirtschaftsbotschafter / Wirtbotschafterinnen“ unterstützen die Wirtschaftsförderung bei Ihrer Imagewerbung für den internationalen Wirtschaftsstandort. Ausgewählte Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Wissenschaft mit hoher Verbunden- heit zur Stadt Bonn werden zu „Wirt- schaftsbotschaftern / Wirtschafts- botschafterinnen“ ernannt. Sie verfügen über eine herausragende Reputation und internationale Ver- netzung. Die Wirtschaftsbotschafter vermarkten den Standort aus erster Hand und nutzen dabei ihre umfas- senden Netzwerke. 24 Persönlich- keiten des Bonner Wirtschaftslebens wurden bislang mit dem Ehrentitel ausgezeichnet. In diesem Jahr er- nannte Oberbürgermeister Ashok Sridharan Carolin Schaefer, Inhaberin des Modelabels CaroLines, Klaus Uckel, Leiter des Projektträgers im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie Dirk Back- ofen, Leiter Telekom Security und Vorsitzender des Vereins Cyber Security Cluster Bonn. Delegationen Um wirtschaftliche Kooperationen anzuregen, betreut die Wirtschafts- förderung ausländische Delegatio- nen. Beispielsweise informierten sich im Juli 2019 zwei Wirtschaftslandes- räte aus den Bundesländern Wien und Niederösterreich über Themen der Cybersicherheit und der regiona- len Zusammenarbeit. Landesrätin Dr. Petra Bohuslav leitet in Niederöster- reich das Ressort für Wirtschaft, Tou- rismus und Sport, und das Bundes- land Wien war durch den Stadtrat und Kommerzialrat Peter Hanke, der das Ressort für Finanzen, Wirtschaft, Digi- talisierung und Internationales leitet, vertreten. Für die Bonner Wirtschafts- förderung sieht Victoria Appelbe hier I.10 Standortmarketing. auch die Möglichkeit zu konkreten Kooperationen: „Als Mitvorstand des Cyber Security Cluster Bonn werde ich mich dafür einsetzten, dass diese beiden Cluster in einen engen Aus- tausch eintreten werden.“ Alles neu: bonn.de Ob Smartphone, Tablet oder PC: Der neue Internetauftritt präsentiert sich auf allen Endgeräten ansprechend, übersichtlich, modern und hat noch weniger Barrieren als bisher. Im Mittelpunkt der Nutzung steht eine prominente Suche, von der aus sich das mehrere tausend Seiten um- fassende Angebot leicht erschließt. Auch der englischsprachige Inter- netauftritt wurde überarbeitet und bietet internationalen Interessenten und Investoren besseren Zugang zu Informationen und den richtigen Ansprechpartnerinnen und Ansprech- partnern bei der Bonner Wirtschafts- förderung. Regionales Wirtschaftsmarketing Das regionale Wirtschaftsmarketing wird von den drei Gebietskörper- schaften Stadt Bonn, des Rhein-Sieg- Kreises und des Kreises Ahrweiler finanziert und hat die Zielsetzung, Unternehmensansiedlungen und –in- vestitionen zu akquirieren und für den Wirtschaftsstandort Region Bonn zu werben. Hierbei werden unterschied- liche Instrumente genutzt, die von Print-Produkten bis hin zu Messeauf- tritten und Unternehmensveranstal- tungen reichen. Damit werden die unterschiedlichen Facetten der Wirt- schaftsregion und die Potenziale der Region präsentiert. Der Grundstein für die gemeinsame Vermarktung wurde 1991 mit dem Bonn/Berlin- Beschluss gelegt. Die Federführung des regionalen Wirtschaftsmarketings liegt bei der Wirtschaftsförderung der Stadt Bonn. Expo Real Die Region Bonn präsentiert sich regelmäßig auf der europäischen Leit- messe für Gewerbeimmobilien „Expo Real“ in München. Auf dem Gemein- schaftsstand der Region Bonn mit insgesamt sieben Mitausstellern wurde auch im Jahr 2018 das Fachpublikum aus der Immobilienwirtschaft ange- sprochen. Die Angebote reichten von attraktiven Gewerbegebieten über Immobilienprojekte bis hin zu Dienst- leistungsangeboten der Immobilien- wirtschaft. Im Rahmen des regionalen Wirtschaftsmarketings wird seit 1999 ein Gemeinschaftsstand auf dieser Messe organisiert und für die Poten- ziale der Region Bonn für Immobilien- investitionen geworben. Darüber hinaus ist Bonn auf der MIPIM, einer internationalen Immobilien- messe in Cannes, vertreten. Seit 2012 ist Bonn Mitaussteller auf dem Gemein- schaftsstand des Landes NRW. www.exporeal.de www.mipim.com Dynamische Region Bonn Die Bundesstadt Bonn profitiert von ihrer zentralen Lage im erwei- terten Europa der Regionen und bildet zusammen mit dem Rhein- Sieg-Kreis und dem Kreis Ahrwei- ler einen dynamischen Entwick- lungsraum mit über einer Millionen Einwohnern. Die Region hat den strukturellen Wandel von der Hauptstadtregion zur international orientierten Wirtschafts- und Wis- senschaftsregion erfolgreich voran- getrieben und gilt als dynamischer Wachstumsraum. So hat die Zahl der Erwerbstätigen von etwa 402 900 im Jahr 1991 auf 542 400 im Jahr 2017 zugenommen (+139 500 be- ziehungsweise +34,6%). Ansprechpartner Regionales Wirtschaftsmarketing/MIPIM Thomas Poggenpohl Telefon: 0228 – 77 57 88 E-Mail: thomas.poggenpohl@bonn.de Internationales Standortmarketing Frauke Jenke Telefon: 0228 – 77 58 40 E-Mail: frauke.jenke@bonn.de Wachstum der Erwerbstätigen in der Region (in Tausend) 1991 2017 in % Bonn 188,0 247,0 +31,4 Rhein-Sieg 175,3 241,8 +37,9 Ahrweiler 39,6 53,6 +35,6 Region Bonn 402,9 542,4 +34,6 NRW 8 053,8 9 423,8 +17,0 Bund 38 790,0 44 269,0 +14,1 Quelle: Arbeitskreis „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ (nach Revision), eigene DarstellungSeite 18 von 45 32 33 II. Der Wirtschaftsstandort.Seite 19 von 45 34 353534 II.1 Service für den Mittelstand. II. Der Wirtschaftsstandort. | Service für den Mittelstand. Mittelstand in Zahlen Über 99% aller Bonner Betriebe sind mittelständisch geprägt und beschäf- tigen etwa 57% aller Arbeitnehmerin- nen und Arbeitnehmer in der Stadt. Daher sind die Dienstleistungen der Wirtschaftsförderung besonders auf diese für die lokale Ökonomie so wichtige Zielgruppe ausgerichtet. Zielsetzung des Service Center Wirt- schaft der Bonner Wirtschaftsför- derung ist es, unternehmerische An- liegen an die Stadt intensiv zu ko- ordinieren und zu begleiten. So hat das Service Center Wirtschaft die Funktion als erste Anlaufstelle für alle Fragen bezüglich Existenzgrün- dung, Unternehmensentwicklung oder Neuansiedlung innerhalb der Stadtverwaltung. 2018 hat das Team insgesamt 328 Existenzgründungs- vorhaben begleitet sowie 581 an- siedlungsinteressierte und ansässige Unternehmen bei ihren Vorhaben im Stadtgebiet unterstützt. Insgesamt hat das Service Center Wirtschaft im Jahr 2018 damit 909 Anliegen und Vorhaben bearbeitet, im Vorjahr lag die Gesamtzahl bei 846 (siehe Tabelle). Unternehmensbetreuung Die Service- und Beratungsbausteine im Überblick: • „Lotsenfunktion“ durch die Verwal- tung • Begleitung von bauordnungs- und gewerberechtlichen Genehmigungs- verfahren • Bereitstellung von städtischen Gewerbegrundstücken • Vorklärung planungsrechtlicher und bauordnungsrechtlicher Fragen • Vermittlung von Ansprechpartnern in der Verwaltung, in Kammern und Banken sowie bei Wissenschafts- einrichtungen Existenzgründungsberatung Die Gründungsberaterinnen und -be- rater unterstützen auf dem Weg in die berufliche Selbständigkeit und stehen Start-Ups auch in den ersten Jahren nach der Gründung für Fragen der Un- ternehmensfestigung zur Verfügung. Ein besonderer Fokus in der Förderung von Existenzgründungen liegt auf den wissensintensiven Dienstleistungen. Mit der Initiative „BonnProfits Start-up- Services“ motivieren die Bonner Wirt- schaftsförderung und die Sparkasse KölnBonn Existenzgründerinnen und –gründer professionell an ihren Ge- schäftsideen zu arbeiten und diese erfolgreich umzusetzen. Somit soll die Gründungskultur in Bonn insgesamt gefördert werden. Ergänzt werden die Dienstleistungen durch ein preisgüns- tiges und attraktives Büroangebot im BonnProfits Innovations- und Grün- dungszentrum im Bonner Bundes- viertel. Immobilienservice Der Immobilienservice arbeitet sehr eng mit den Anbietern von Büro- und Gewer- beflächen zusammen, unabhängig da- von, ob es sich um die Eigentümer oder die Maklerunternehmen handelt. An- fragen ansiedlungs- oder verlagerungs- interessierter Firmen und Einrichtungen können so schnell, neutral und bedarfs- orientiert bedient werden. Finanzierungs- und Fördermittelberatung Das Service Center Wirtschaft bietet für Existenzgründungen wie auch eta- blierten mittelständischen Unterneh- men eine Finanzierungs- und Förder- mittelberatung an, die die vielfältigen Möglichkeiten der Finanzierung und Förderung von unternehmerischen Investitionen, der Schaffung von Liquidität oder der Verbesserung der Energieeffizienz durch öffentliche und private Finanzgeber beinhaltet. Unternehmensnetzwerke Oberbürgermeister und Wirtschafts- förderung veranstalten verschiedene Netzwerke und Unternehmerrunden für die Wirtschaft, sei es für größere Unternehmen (Rathausrunde Wirt- schaft), für die Wirtschaft als Ganzes (Bonner Wirtschaftsgespräche), für bestimmte Branchen (Gesprächskreis Produzierende Unternehmen, Cyber- sicherheit, Informations- und Kom- munikationstechnologie, Gesundheit, Geoinformationswirtschaft) oder in den Gewerbegebieten (Gewerbege- bietsgespräche). Weiterreichende und regelmäßige In- formationen sind über www.bonn.de, www.bonnprofits.de, den E-Mail- Newsletter der Bonner Wirtschafts- förderung sowie das Profil der Bonner Wirtschaftsförderung im XING-Netz- werk erhältlich. Bonner Wirtschaftsgespräche 1997 hatte die Stadt Bonn erstmals führende Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwal- tung zu einem Open-Air-Empfang in die Innenhöfe des Alten Rathaus eingeladen. Seitdem ist die Ver- anstaltung stetig gewachsen und fand in diesem Jahr zum siebten Mal auf dem Vorplatz der Bonner Oper statt. Die Bonner Wirtschafts- gespräche finanzieren sich fast ausnahmslos aus den Geld- und Sachleistungen der vielen Sponsor- partner und sind vor allem auch ein Event von Unternehmen für Unter- nehmen, bei der der Oberbürger- meister und die Wirtschaftsförderin die Rollen als Veranstalter über- nehmen. Dem Veranstaltungsformat und dem diesjährigen Motto „Platt- form für Ideen“ folgten rund 1 300 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung zum Get- together. www.bonner-wirtschaftsgespraeche.de Zeitraum 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 Ansiedlungs- und Investitionsvorhaben 163 163 191 213 262 218 194 Anliegen von Bestandsunternehmen 227 235 244 316 319 352 387 Existenzgründungsvorhaben 312 241 328 344 383 276 328 Summe 702 639 763 873 964 846 909 Quelle: Bonner Wirtschaftsförderung Ansprechpartner Stefan Sauerborn Service Center Wirtschaft Telefon: 0228 – 77 57 54 E-Mail: stefan.sauerborn@bonn.de Bilanz Service Center Wirtschaft Unser Unternehmen expandiert am Standort und die Wirtschaftsförderung war für uns immer ein guter Partner.“ Mathias Düren Transport GmbH & Co. KG Stefan, Mathias und Thomas Düren, GeschäftsführerSeite 20 von 45 36 3736 II.2 Beispiele für Unternehmensvorhaben. 37II. Der Wirtschaftsstandort. | Beispiele für Unternehmensvorhaben. KPE Projektentwicklung GmbH & Co KG Das Wiesbadener Immobilienunter- nehmen KPE Projektentwicklung plant, erstellt und verwertet seit 1999 mit ihrer Unternehmensgruppe bundesweit erfolgreich Geschäfts-, Handels- und Büroimmobilien. Vo- raussichtlich bis Ende 2019 wird KPE ein Neubauprojekt in Bonn-Tannen- busch, Ecke Soenneckenstraße / Brühler Straße, abschließen. Das Bü- rogebäude verfügt über insgesamt 6 100 qm und wird für etwa 430 Beschäftigte moderne Büroflächen bieten. Rund 50% der Liegenschaft sind bereits an ein Versicherungs- unternehmen vermietet, die weitere Vermarktung übernimmt der Bonner Büroimmobilienberater Larbig & Mortag. Die Wirtschaftsförderung hat das Projekt bei der Standort- beratung, der Markterkundung und beim Genehmigungsverfahren be- gleitet und unterstützt. Gründungen Vet-Dogs Mit Vet-Dogs wurde Deutschlands erster Online Tierarzt eröffnet. Die Gründerin und Tierärztin Anja Kruse möchte mit Hilfe einer Gesundheits- Plattform Hundebesitzern als erste Anlaufstelle mit tierärztlichem Rat dienen. Ihre Angebote umfassen da- bei eine schriftliche sowie eine Video Beratung, eine individuelle Ernäh- rungsberatung, als auch verschiedene Onlinekurse, mit denen von zu Hause aus gelernt werden kann. Zusätzlich teilt die Gründerin ihr tierärztliches Wissen auf ihrem eigenen Hundeblog, in dem sich alles um Gesunderhal- tung, Krankheitsbilder und Ernährung dreht. Die Wirtschaftsförderung be- treute das Unternehmen in der Grün- dungsphase und hat die Gründerin im Rahmen der Businessplanerstellung beraten. Alexandra Matzke Alexandra Matzke ist in eigener Praxis in Bonn als systemischer Coach, Me- ditationslehrerin und Psychoonkolo- gische Beraterin tätig. Sie unterstützt Einzelpersonen dabei, scheinbar ausweglose Lebenssituationen erfolg- reich bewältigen zu können. Für Gleichstellungsstellen, Personalab- teilungen und Betriebliches Gesund- heitsmanagement konzipiert und hält sie Vorträge und Workshops. Frau Matzke beteiligte sich in der ersten Phase ihrer Selbstständigkeit an ver- schiedenen Veranstaltungen der Wirt- schaftsförderung. Unique Fitness Das Unique Fitness Fitnessstudio in der Franzstraße 40 steht für funktio- nelles Gruppentraining. Valentina Stoyanova, Gründerin von Unique Fitness, bietet gemeinsam mit ihrem Team Ganzkörpertraining mit Fokus auf Rumpf- und Rückenkräftigung an. In 60-minütigen Einheiten arbeitet jeder auf seinem eigenen Leistungs- niveau und führt seinen individuali- sierten Trainingsplan mithilfe eines Coaches durch. Ziel des Unterneh- mens ist ein ganzheitlicher Ansatz und das Wohlbefinden der Kunden. Im Unterschied zum herkömmlichen Fitnesstraining wird mit dem eigenen Körpergewicht oder freien Gewichten trainiert, nicht aber an Fitnessgeräten. Die Gründerin hat in der Gründungs- phase das Beratungsangebot der Wirtschaftsförderung genutzt und in der Folgezeit verschiedene Veranstal- tungen besucht. Expansionen B.A.D Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH Das Unternehmen B.A.D wurde vor 43 Jahren in Bonn gegründet und ist einer der führenden Dienstleister im Arbeits- und Gesundheitsschutz an europaweit insgesamt 280 Stand- orten. Die Dienstleistungen umfas- sen die Themen Medizin, Technik, Gesundheitsmanagement sowie Managementsysteme. Ende 2018 betreute die B.A.D-Gruppe mit 4 551 Experten rund 280 000 Betriebe mit über 4 Millionen Beschäftigten in Deutschland und Europa. In dem zu- künftigen fünften Gebäude am Haupt- sitz in Bonn-Beuel werden rund 60 neue Mitarbeiter ab 2020 ihre Ar- beitsplätze einnehmen. Die Wirt- schaftsförderung begleitete das Un- ternehmen beim Planverfahren zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan sowie beim Baugenehmigungsver- fahren für den Büroneubau. Mathias Düren Transport GmbH & Co. KG Die 1880 gegründete Mathias Düren Transport GmbH & Co. KG ist ein regi- onal verwurzeltes mittelständisches Familienunternehmen, das als Logis- tikspezialist vielfältige Dienstleistun- gen für Privat- und Firmenkunden an- bietet. Das expandierende Unterneh- men hat sich auf innovative Logistik- lösungen im Bereich Selfstorage spe- zialisiert. Der neue „Bonn Storage Service“ bietet Premium-Einlagerung in einer voll automatisierten Lagerhal- le in der Friesdorfer Straße in Bonn- Bad Godesberg. Hier finden mehr als 150 Container Platz, in denen kurz- und langfristig Möbel und alle weite- ren mobilen Gegenstände aus dem privaten Bereich sowie von Unterneh- men sicher und geschützt eingelagert werden können. Die Beladung der zu mietenden Container erfolgt entwe- der direkt an der Lagerhalle oder bei den Kunden vor Ort. Der Strom für das innovative Kran-System wird über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Halle produziert. Die Wirt- schaftsförderung begleitete das Unternehmen beim Neubau in sämt- lichen genehmigungsrechtlichen Be- langen sowie bei der Herstellung der versorgungsrechtlichen Infrastruktur. Autobahn Tank & Rast Gruppe GmbH & Co. KG Die Tank & Rast Gruppe ist ein füh- render Anbieter von Dienstleistungen für die mobile Gesellschaft. Mit sei- nen Franchisepartnern ermöglicht das Unternehmen jedes Jahr rund 500 Millionen Reisenden eine er- holsame Pause an seinen bundes- weit circa 400 Raststätten. Darüber hinaus entwickelt die Tank & Rast Gruppe nachhaltige Mobilitäts- und lnfrastrukturlösungen, die das Rei- sen effizienter und attraktiver ma- chen. Zudem bieten die Raststätten ein vielseitiges gastronomisches Angebot. Die Franchisezentrale in Bonn ist Arbeitsplatz für rund 450 Mitarbeiter und weitere 50 Mitarbei- ter sind in den letzten Jahren hinzu- gekommen. Der Anspruch ist, allen Mitarbeitern einen attraktiven Ar- beitsplatz zu bieten und so wurde in Nähe zur Zentrale eine zweite Büro- immobilie in der Godesberger Allee angemietet. Die Wirtschaftsförde- rung stellte auf Basis des Anforde- rungsprofils ein umfängliches Ex- posé zusammen und lieferte so den Hinweis auf das nun angemietete Objekt. Ansiedlungen Landmarken AG Die Landmarken AG gewann im Jahr 2018 den Investorenwettbewerb zum Bau eines Hotels am Erzberg- erufer in Bonn. Seit über 30 Jahren realisiert das Unternehmen Projekte in den Bereichen Büro- und Spezial- immobilien, unter anderem Verwal- tungsbauten, Forschungsimmobilien, Hotelprojekte, Sonder- und Denk- malschutzobjekte. Das Konzept des für 2020 voraussichtlich fertigge- stellten Hotels soll die Stadt zum Rhein hin öffnen. Die gläserne „Pa- norama-Fuge“ im Erdgeschoss des Hotels, die Lobby und Restaurant in eine Art „Bel-Etage“ mit Rheinblick verwandelt, wird die Beziehung der Stadt Bonn zum Rhein sichtbar ma- chen. Mit dem Entwurf des Hotels ge- wann die Landmarken AG den zwei- ten Platz beim polis Award 2019 in der Kategorie „Reaktivierte Zentren“. Die Wirtschaftsförderung führte die Ausschreibung für die Grundstücks- vergabe durch und schloss mit dem Unternehmen den Kaufvertrag.Seite 21 von 45 38 39II. Der Wirtschaftsstandort. | Existenzgründungen. II.3 Existenzgründungen. Unternehmensgründungen sind von großer Bedeutung für die wirtschaftli- che Dynamik und die Erneuerung der kommunalen Wissensbasis. Dabei ist zu unterscheiden zwischen gewerbli- chen und freiberuflichen Existenz- gründungen. Gewerbliche Gründungen rückläufig Die Zahl der Gewerbegründungen lag in Bonn im Jahr 2018 bei 2 295. Damit sind die Gründungen in Bonn um -12,3% deutlich rückläufig, in NRW insgesamt lag die Abnahme bei -3,7%. Die Zahl der Gewerbeabmeldungen hat sich in Bonn um 7,2% verringert und lag im Jahr 2018 bei 2 290, während im Landesdurchschnitt die Abmeldungen mit -1,8% mit geringerer Dynamik rück- läufig waren. Aufgrund der rückläufi- gen Gewerbeanmeldungen und weni- ger –abmeldungen im Jahr 2018 ergab sich in Bonn ein minimal positiver Saldo der Nettogründungen in Höhe von plus 5 (Vorjahr: +148). Bonn attraktiv für frei- berufliche Gründungen Mit der Studie „Freiberufliche Existenz- gründungen in Deutschland und seinen Regionen im Jahr 2014“ hat das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) auf der Basis von Daten der Finanzverwaltung die Anzahl der Existenzgründungen in den Freien Berufen erstmals umfassend ermit- telt. Insgesamt wird die Anzahl der freiberuflichen Gründungen im Jahr 2014, bundesweit auf 81 100 Grün- dungen geschätzt. Das Gründungs- geschehen der Freien Berufe kon- zentriert sich vor allem auf die Großstädte, wobei die IfM-Forscher vermuten, dass diese dann beson- ders attraktiv für Gründungen der Freien Berufe sind, „…wenn die örtliche Nachfrage nach Dienstleis- tungen durch Regierungs-, beziehungs- weise Verwaltungseinrichtungen, Un- ternehmenszentralen und/oder zahl- reiche kulturelle Institutionen stimu- liert wird. Zudem generieren ansässige Hochschulen sowie andere Bildungs- und Forschungseinrichtungen ein gro- ßes Arbeitskräftepotenzial für Freie Berufe mit tendenziell hoher Affinität zur Selbstständigkeit.“ Nach aktuellen (noch unveröffent- lichten) Angaben des IfM Bonn liegt die Zahl der freiberuflichen Grün- dungen im Jahr 2018 bundesweit bei 90 376, in Bonn bei 685. Damit starteten 2018 in Bonn unter 10 000 Personen im erwerbsfähigen Alter rund 33 Personen eine freiberufliche Selbstständigkeit, im Landesdurch- schnitt NRW waren es nur 19 Per- sonen und im Bundesdurchschnitt 18 Personen pro 10 000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter. Die Stadt Bonn erreicht mit dieser Gründungs- intensität für Freie Berufe Rang 10 unter allen Stadt- und Landkreisen Deutschlands. Die vier ersten Rang- plätze nehmen Berlin (52 freiberuf- liche Existenzgründungen/10 000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter), Leipzig (44), Köln (43) und Düssel- dorf (41) ein. Im Westen Deutschlands zeichnen sich damit die drei genannten Großstädte der Rheinschiene als gute Standorte für freiberufliche Existenz- gründungen aus. Weniger Insolvenzen Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Bonn war im Jahr 2018 um -12,0% gegenüber dem Vorjahr rückläufig, auf NRW-Ebene gab es ebenfalls weniger Unternehmensinsolvenzen, allerdings mit -5,4% nicht so stark ausgeprägt. In Bonn stellten im Jahr 2018 insgesamt 73 Unternehmen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, 2017 waren es noch 83 Unternehmen. Die Zahl der von den Unternehmensin- solvenzen betroffenen Beschäftigten lag 2018 bei 696 (Vorjahr: 569), die Forderungen notierten in der Höhe von circa 193 Millionen Euro (Vorjahr: 962 Mio. Euro). Selbstständigenquote rückläufig Die Selbstständigenquote erfasst den prozentualen Anteil der Selbstständi- gen an allen Erwerbstätigen am Arbeits- ort. Die Zahl der Selbstständigen lag in Bonn – nach den derzeit aktuell vorliegenden Daten im Jahr 2017 bei 17 500 Personen (Vorjahr: 17 900); die der Erwerbstätigen bei 247 000. Dies entspricht einer gegenüber dem Vorjahr leicht gesunkenen Selbststän- digenquote von 7,1% (Vorjahr: 7,4%) in Bonn. Dabei ist anzumerken, dass sich die Quote sowohl durch die abso- lut rückläufige Zahl der Selbstständigen verändert hat (-400) als auch durch die Veränderung der Bezugsgröße. So ist die Zahl der Erwerbstätigen zwischen 2016 und 2017 um 3 800 gewachsen. Dabei geht das Wachs- tum vollständig auf Arbeitnehmer - gemäß der Definition des Statistischen Bundesamtes Arbeiter, Angestellte, Beamte, Soldaten und Auszubildende – zurück. Die Selbstständigenquote für NRW insgesamt liegt für 2017 bei 9,0%, sie ist im Vergleich zum Vorjahr damit um 0,2-Prozentpunkte rückläufig. Gewerbean- und -abmeldungen in der Stadt Bonn von 2008 bis 2018 Jahr Anmeldungen Abmeldungen Saldo 2008 3 337 2 883 454 2009 3 236 2 813 423 2010 3 323 2 827 496 2011 3 290 2 705 585 2012 3 011 2 693 318 2013 3 040 2 612 428 2014 2 841 2 573 268 2015 2 788 2 600 188 2016 2 724 2 801 -77 2017 2 617 2 469 148 2018 2 295 2 290 5 Quelle: IT.NRW, eigene Berechnungen Unternehmensinsolvenzen in Bonn Jahr Insolvenzen 2008 153 2009 194 2010 168 2011 176 2012 144 2013 128 2014 142 2015 113 2016 87 2017 83 2018 73 Quelle: IT.NRW 0 2 4 6 8 10 12 Selbstständigenquote 2007 bis 2017 8,1% 10,1% 7,9% 9,9% 7,7% 9,8% 7,8% 9,8% 7,9% 9,8% 7,9% 9,7% Quelle: Arbeitskreis „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ (Revision 2015), eigene Berechnungen NRWBonn 7,7% 9,5% 7,6% 9,4% 7,6% 9,3% 7,4% 9,2% 7,1% 9,0% 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 12% 10% 8% 6% 4% 2% 0%Seite 22 von 45 40 41 Eine Ausweitung der gemeinsamen Aktivitäten ist geplant. BonnProfits Präsentationsworkshop In diesem eintägigen Workshop erarbei- ten Unternehmerinnen und Unterneh- mer unter Anleitung von Coaches und in einer kleinen Gruppe ihre überzeugen- den Kurzpräsentationen. Dreimal stell- ten in 2018 die Wirtschaftsförderung, zu- sammen mit Sparkasse KölnBonn, sowie die Uni Bonn eine/n Coach. Pro Work- shop arbeiten acht Start-Up-Persönlich- keiten einen Tag lang mit den Coaches an ihrem eigenen Auftritt und der indi- viduellen Unternehmenspräsentation. NUK- Gründerakademie Die Bonner Wirtschaftsförderung ist seit 2009 Mitglied bei NUK und hat damit gezielt innovative Gründungsvorhaben im Blick. Unter dem Motto Netzwerk und Know-how bietet NUK Begleitung bei der Gründung mit verschiedenen Forma- ten. Der NUK-Businessplan Wettbewerb umfasst drei Stufen und findet jährlich zwischen November und Mai statt. Es werden anhand von Expertengutachten Preisgelder in Höhe von circa 30 000 Euro vergeben. Für den Wettbewerb 2018/2019 fand im November 2017 ein Kick-Off mit 60 Teilnehmenden, im Feb- ruar sowie im Dezember 2018 das neue Format „Meet a Coach | Meetups“ im Universitätsclub in Bonn statt. In persön- lichen Coachings stehen dabei individu- elle Fragen im Mittelpunkt. Mit Patent- und Rechtsanwälten, Steuerberatern, Marketingexperten sowie Unternehmens- und Finanzexperten konnten die jeweils ca. 30 teilnehmenden jungen Unterneh- men ihre offenen Fragen beraten. Mit dem NUK-Forum im April wurde für die 50 anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer ein in 2018 brisantes Thema aufgegriffen: Die neue EU Datenschutz- verordnung. www.neuesunternehmertum.de Angebote für Gründerinnen Zur Erhöhung des Frauenanteils bei den Selbstständigen wird das Angebots- spektrum um weitere Formate ergänzt. Erfahrungsaustausch für Gründerinnen Den monatlichen Erfahrungsaustausch nutzen Frauen in der Gründungs- und Aufbauphase als Plattform zur Präsentation ihrer Geschäftsideen und zum Austausch gründungsrelevanter Themen. Dieses Angebot nehmen jeweils zwischen 15 bis 25 Frauen in der Gründungs- und Aufbauphase ihres Unternehmens wahr. BeraterinnenNetzwerk/ Gründerinnentage Ziel des seit mehr als 20 Jahren be- stehenden „Beraterinnen-Netzwerk Bonn/Rhein-Sieg“ ist es, den Anteil der Frauen am Gründungsgeschehen (derzeit bei 40 %) zu erhöhen. Der Zusammenschluss von Expertinnen aus Institutionen und selbstständigen Beraterinnen unterstützt Frauen bei der Gründung und ihrem Unterneh- mensaufbau und rückt Unternehme- rinnen in den Blick der Öffentlichkeit. Dazu organisiert das Netzwerk jährlich zwei Infoveranstaltungen mit Fachvor- trägen, Erfahrungsberichten und Be- ratung an Thementischen zu Steuern, Finanzierung oder Förderprogrammen. Diese wurden in 2018 von gut 130 ange- henden Gründerinnen und Unternehme- rinnen in der Startphase genutzt. www.beraterinnennetzwerk.de 40 II.4 Gründungsberatung und -förderung. II. Der Wirtschaftsstandort. | Gründungsberatung und -förderung. 41 Die kompetente und kostenfreie För- derung von Unternehmensgründungen ist ein Schwerpunkt der Bonner Wirt- schaftsförderung. So werden Grün- dungsinteressierte zu ihrem Konzept und über ihre Fördermöglichkeiten beraten. Während der Businessplan- erstellung unterstützt das Team mit individueller Beratung zu Themen wie Marktanalyse, Standortwahl, Preis- findung, und Finanzierung. Darüber hinaus werden notwendige „positive Stellungnahmen zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit“ von Gründungsvorhaben zur Vorlage bei der Agentur für Arbeit beziehungsweise beim Job-Center aus- gestellt. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 328 Gründungsvorhaben individuell betreut. Mit Informationsveranstal- tungen, Workshops und Netzwerka- benden werden die angehenden Unter- nehmen zudem durch die Gründungs- phase begleitet. Mit diesen Aktivitäten wurden mehr als 1 000 gründungs- interessierte Personen erreicht. BonnProfits Start Up Services Mit der Initiative BonnProfits Start Up Services setzen die Bonner Wirt- schaftsförderung und die Sparkasse KölnBonn gemeinsam seit 10 Jahren bei den Gründungspotenzialen der Stadt Bonn an: Die gezielte Förderung wissensintensiver Dienstleistungen und die Steigerung der Selbstständi- genquote von Frauen. Im Jahr 2018 wurde die Fortführung der erfolg- reichen Initiative beschlossen. Mit speziellen und auf die Zielgruppen zugschnittenen Bausteinen, vom Büro- flächenangebot bis zu den Beratungs-, Qualifizierungs- und Coaching-Modulen, berät und begleitet die BonnProfits- Initiative weiterhin die erfolgreiche Unternehmensentwicklung von Star- tups. Um die Wege für Gründerinnen und Gründer flach, kurz und übersicht- lich zu halten, wird die Web-und Social Media Präsenz weiter ausgebaut. www.bonnprofits.de Im Jahr 2018 gab es folgende Angebote von BonnProfits Start Up Services: Innovations- und Gründungszentrum (IGZ) Das BonnProfits – Innovations- und Gründungszentrum hat sich als wichtige Adresse für Existenzgründungen mit Know-how etabliert. Seit seiner Eröff- nung im Januar 2011 haben 70 Unter- nehmen das hochwertige und günstig gelegene Büroflächenangebot genutzt. Es ist ein gesunder Branchenmix ver- treten, der Schwerpunkt liegt in den Informations- und Telekommunikations- technologien, aber auch Unternehmen der Entwicklungszusammenarbeit sind stark vertreten. Zusätzlich zur Beratung der Wirtschaftsförderung sowie dem An- gebot von drei Seniorexperten, die eh- renamtlich und kostenlos als Ratgeber zur Verfügung stehen, finden regelmäßig Netzwerkabende vor Ort statt. „Kompetenzen erweitern“ Speziell an Gründerinnen und Unter- nehmerinnen richtet sich die Work- shop-Reihe mit halbtägigen Veranstal- tungen. Ausgebucht waren alle sechs Themenworkshops, ob es um die konkrete Arbeit am individuellen Unternehmensprofil, die Konkreti- sierung der Zielgruppen oder um die Optimierung des Auftritts geht. Die Teilnehmerinnen, die am Anfang ihrer Selbstständigkeit stehen oder sich in einer Neuausrichtung befinden, bau- en im Rahmen dieser Workshops in Kleingruppen unternehmerisches Wissen auf, arbeiten aktiv an ihrer Unternehmensentwicklung und stärken ihre Rolle als Unternehmerin. Zudem dienen die Workshops der Vernetzung der Unternehmerinnen untereinander. Zusammenarbeit mit der Universität Bonn Die Kooperation mit der Universität setzte in 2018 an verschiedenen Stel- len an. Im Rahmen des Karrieretages am 5.12.2018 haben 20 Studierende eine Kurzberatung zur Selbstständigkeit wahrgenommen. Sehr positive Resonanz bekam auch der Vortrag „Von der Uni in die Selbstständigkeit – Das kleine 1 x 1 der Freiberuflichkeit“. Unter dem Motto „Start up your business in Bonn” fand im Rahmen des Dies Academicus am Abend die BonnProfits-Talkrunde statt. Zum fünften Mal engagierte sich die Bonner Wirtschaftsförderung in der Jury des Studienmoduls „Unternehmensgrün- dungen in der Agrar- und Ernährungswis- senschaft“. Mit einem Coaching werden die circa 20 angehenden Agrarexperten bei der Konzepterstellung unterstützt. Die Teilnahme an Karrieretagen ver- schiedener Fakultäten mit Informationen zum Thema Selbstständigkeit rundet die Kooperation mit der Universität Bonn ab. Wir unterstützen. 1 000 Personen wurden durch Gründungsveranstaltungen erreicht. Wir begleiten. Im Jahr 2018 wurden 328 Existenzgründungen begleitet. Meine Geschäftsidee ist mit der Digitalisierung möglich und die Wirtschafts- förderung hat mich gut beraten.“ Vet-Dogs Anja Kruse, Inhaberin Ansprechpartner Gertrud Hennen Telefon: 0228 – 77 51 49 E-Mail: gertrud.hennen@bonn.de Markus Heinen Telefon: 0228 – 77 20 36 E-Mail: markus.heinen@bonn.de Erdal Yildirim Telefon: 0228 – 77 26 35 E-Mail: erdal.yildirim@bonn.deSeite 23 von 45 42 434342 II.5 Gewerbeflächen. II. Der Wirtschaftsstandort. | Gewerbeflächen. Unternehmen aus dem produzie- renden Gewerbe und dem Hand- werk spielen eine zentrale Rolle bei der Sicherung eines breiten Arbeits- marktangebotes und bei der wirt- schaftlichen Entwicklung. Viele Bon- ner Industrie- und Gewerbebetriebe zeichnen sich durch eine hochwertige Produktpalette aus und sind führend auf nationalen und internationalen Märkten. Beispielhaft seien die Unter- nehmen Atlantic, Bonner Magnet- fabrik, Eaton, GKN Sinter Metals, Kautex Maschinenbau, Miesen, SGL Carbon, Stolle und Verpoorten aufge- führt. Ziel ist es daher, auch künftig attraktive Gewerbeflächen für Ansied- lung, Erweiterung und Verlagerung anzubieten. Allerdings sind verfügba- re Flächen sowie zukünftige Flächen- potenziale auf dem Stadtgebiet deut- lich begrenzt und stehen in Konkurrenz zu anderen Nutzungen wie Wohnen, Büros oder Handel. Daher liegt ein besonderer Fokus auf der Sicherung vorhandener Gewerbegebiete, der Erschließung neuer Gewerbeflächen sowie der Aktivierung von unterge- nutzten Flächenpotenzialen. Gewerbeflächenangebot Die Gesamtgröße aller Bonner Ge- werbegebiete beträgt rund 456 ha. Hiervon stehen zurzeit 32,7 ha für die Ansiedlung oder Verlagerung von Unternehmen zur Verfügung. Im städtischen Besitz befinden sich 17,7 ha. Insgesamt sind 5,2 ha Fläche sofort verfügbar, davon 4,2 ha im städtischen Besitz. Die übrigen Areale können aufgrund von notwendigen Flächenentwicklungen größtenteils erst mittelfristig einer Vermarktung zugeführt werden. Hierzu zählt auch der circa 11,0 ha große Büro- und Gewerbepark Pützchen. Gewerbeflächen gutachten Zur Feststellung zukünftiger Bedarfe und zur Formulierung von Strategien der Gewerbeflächenpolitik liegen Gutachten für die Stadt Bonn se- parat sowie gemeinsam mit dem Rhein-Sieg-Kreis, erstellt durch das Büro Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen, vor. Das Ergebnis des gemeinsamen Gutachtens verdeut- licht, dass sowohl im Bonner Stadt- als auch im mittleren Kreisgebiet in absehbarer Zukunft nicht mehr ge- nügend Gewerbe- und Industrieflä- chen verfügbar sind und entwickelt werden können, um den Flächenbe- darf von an- und umsiedlungswilli- gen Unternehmen auf lange Sicht zu decken. Alleine in Bonn wurde eine Bedarfslage von rund 250 ha bis 2030 identifiziert. Damit auch künftig Unternehmen Angebote zur Bestandssicherung beziehungswei- se Neuansiedlung gemacht werden könn
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