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190096 · Mitteilungsvorlage

Jahreswirtschaftsbericht 2019 (alt: 1912748)

Nummer
190096
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
09.10.2019
Letzte Änderung
18.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Arbeitsförderung 20.11.2019 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
190096
Jahreswirtschaftsbericht 2019 (alt: 1912748)
Beratungsfolge
Ausschuss für Wirtschaft und Arbeitsförderung 20.11.2019 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Jahreswirtschaftsbericht 2019
Inhalt: Der Jahreswirtschaftsbericht 2019 analysiert die
Stellung des Standortes Bonn im regionalen Wettbewerb und
beschreibt die Veränderungen in allen wirtschaftlich
relevanten Bereichen. Die strategischen Ansatzpunkte der
Bonner Wirtschaftsförderung werden erläutert und die
durchgeführten Maßnahmen aus dem Jahr 2018 werden
dargelegt. Der Jahreswirtschaftsbericht 2019 umfasst
insgesamt 84 Seiten, die Bildsprache mit der Gesamtaussage
„Bonn als dynamischer Wirtschaftsstandort mit
hervorragenden Zukunftspotenzialen“ wurde fortgeführt.
Zielgruppe: Alle am Wirtschaftsstandort Bonn
interessierten Personen aus Wirtschaft, Wissenschaft,
Politik und Verwaltung.
Die Verwaltung wird die wichtigsten Ergebnisse des
Berichtes in der Sitzung vortragen.
Der Bericht wird in der Sitzung am 20.11.2019 zudem von
der IHK Bonn/Rhein-Sieg, der Handwerkskammer zu Köln, der
Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg, der Agentur für
Arbeit Bonn/Rhein-Sieg, dem Jobcenter und dem Deutschen
Gewerkschaftsbund Region Köln/Bonn kommentiert und
diskutiert.
Beratungsfolge Sitzung Ergebnis
Ausschuss für Wirtschaft und
Arbeitsförderung
02.10.2019 1. Lesung
Anlage/n
Federführung:
03 Amt für Wirtschaftsförderung Dezernat:
Dez. OBSeite 1 von 45

Seite 2
1 Jahreswirtschaftsbericht_2019 (öffentlich)Seite 2 von 45

1
Jahreswirtschaftsbericht 2019Seite 3 von 45

2 3
… durch „Beethoven“
1770 wurde Ludwig van Beethoven
in Bonn geboren, beim Jubiläum 2020 werden
viele „250-Jahre-Beethoven-Highlights“ geboten.
… durch „Qualifikation“
29,8% aller Beschäftigten in
Bonn verfügen über einen akademischen
Abschluss – bundesweit sind nur sechs Städte
und Kreise besser.
… durch „Internationalität“
20 UNO-Sekretariate mit etwa
1 000 Beschäftigten machen Bonn zu
DER deutschen UNO-Stadt.
… durch „Politik“
6 Bundesministerien haben ihren ersten Dienstsitz
in Bonn und die Stadt ist nach Berlin das zweite politi-
sche Zentrum in Deutschland.
… durch „Treffpunkte“
7 000 Plätze im neuen Haupt-
und dem Plenargebäude machen die Stadt
mit dem WorldCCBonn zum erstklassigen
Konferenzstandort.
… „Wirtschaftsstärke“
94 325 Euro je Erwerbstätigen
erzielt Bonn, das ist in NRW die zweithöchste
Wirtschaftsleistung (BIP).
1
Bonn besticht ...
… durch „Exzellenz“
6 Exzellenzcluster und der Status als Exzellenz-
universität machen die Bonner Uni zur erfolgreichsten
Universität im bundesweiten Exzellenzwettbewerb.
… durch „DAX-Konzerne“
106,5 Mrd.Euro beträgt die Marktkapitalisierung der beiden
Bonner DAX-Unternehmen Deutsche Telekom und
Deutsche Post DHL Group, das ist Platz
drei in der „Börsenbundesliga“.
… durch „Attraktivität“
1,6 Mio. Übernachtungen markieren einen
neuen Höchstwert, Geschäftsleute, Kongressbesucher und
Städtetouristen kommen immer häufiger nach Bonn.
2 3Seite 4 von 45

54
Die Wirtschaftsförderung …
… berät.
909
Anliegen und Vorhaben hat 2018 das
Service Center Wirtschaft bearbeitet.
… moderiert.
3 500
Personen haben bereits an den Frühstückstreffen
vom Bündnis für Fachkräfte teilgenommen.
… ernennt.
24
Wirtschaftsbotschafter bzw. Wirtschafts-
botschafterinnen wurden bisher ernannt.
… vernetzt.
1 300
Gäste kommen zu den jährlich
stattfindenden Wirtschaftsgesprächen.
… initiiert.
80Mitglieder hat unser 2013 initiiertes Netzwerk
FAMILIENBEWUSSTE UNTERNEHMEN Bonn/Rhein-Sieg.
… informiert.
20 000
Besucher nahmen an der 11. Bonner
Wissenschaftsnacht zum Thema Kreisläufe teil.
… bietet an.
2 200
Gästeführereinsätze gab es alleine
in 2018 für Reisegruppen.
… mobilisiert.
456
Hektar Gewerbeflächen gibt es in Bonn, wir mobilisieren
weitere Flächen gemeinsam in der Region.
… begleitet.
300Millionen Euro werden mit den Projekten
Maximiliancenter und Urban Soul in das
neue Entree von Bonn investiert.Seite 5 von 45

6 7
Inhaltsverzeichnis.
Vorwort.
Oberbürgermeister Ashok Sridharan. S. 8
Wirtschaftsförderin Victoria Appelbe. S. 9
I. Die Standortentwicklung.
I.1 Strukturwandel und Zukunftsperspektiven. S. 12
I.2 Verkehr und Infrastruktur. S. 14
I.3 Demographische Entwicklung. S. 16
I.4 Beschäftigungsentwicklung. S. 18
I.5 Entwicklung der Wirtschaftsbranchen. S. 20
I.6 Unternehmensstrukturen in Bonn. S. 22
I.7 Die DAX-Unternehmen. S. 24
I.8 Das Handwerk. S. 26
I.9 Regionale Kooperationen. S. 28
I.10 Standortmarketing. S. 30
II. Der Wirtschaftsstandort.
II.1 Service für den Mittelstand. S. 34
II.2 Beispiele für Unternehmensvorhaben. S. 36
II.3 Existenzgründungen. S. 38
II.4 Gründungsberatung und -förderung. S. 40
II.5 Gewerbeflächen. S. 42
II.6 Unternehmensbetreuung. S. 44
II.7 Büroflächenmarkt und Immobilienservice. S. 46
II.8 Bundesviertel und Bonner Bogen. S. 48
II.9 Citymanagement und Einzelhandel. S. 50
II.10 Liegenschaften. S. 52
II.11 Der Arbeitsmarkt. S. 54
II.12 Beschäftigungsförderung. S. 56
II.13 Frau und Beruf. S. 58
III. Der innovative und internationale Standort.
III.1 Wachstumspotenziale und Innovationsförderung. S. 62
III.2 Gesundheitswirtschaft. S. 64
III.3 Smart City Bonn. S. 66
III.4 Wissenschaftspotenziale. S. 68
III.5 Wissenschaft - Serviceangebote und Kooperationen. S. 70
III.6 Internationale UNO-Stadt Bonn. S. 72
III.7 Kongresse und Veranstaltungsstätten in Bonn. S. 74
III.8 Tourismus, Kunst und Kultur. S. 76
IV. Die Wirtschaftsförderung Bonn.
IV.1 Angebote und Ansprechpartner. S. 80
IV.2 Bildnachweis und Ansprechpartner. S. 83Seite 6 von 45

8 9
Vorwort.
Sehr geehrte Damen
und Herren,
die wirtschaftliche Entwicklung der
Stadt Bonn fällt seit mehreren Jahren
sehr positiv aus. Festzustellen ist
ein kontinuierliches Beschäftigungs-
wachstum, das nicht nur absolut,
sondern auch in seiner Qualität über-
zeugt. Im vergangenen Jahr wurden
wieder insgesamt etwa 3 150 neue
sozialversicherungspflichtige Arbeits-
plätze geschaffen. Der Anteil der wis-
sensorientierten Dienstleistungen an
der Gesamtwirtschaft liegt mittlerweile
bei 38,4 Prozent und der Akademiker-
anteil unter den Beschäftigten ist auf
einen neuen Höchstwert von 29,8
Prozent gestiegen. Aufgrund der hohen
Attraktivität der Stadt ist Bonn zudem
um etwa 1 750 Einwohner in 2018
gewachsen und nach den neuesten
Prognosen des Statistischen Landes-
amtes wird die Bevölkerung bis 2040
um +12,1% auch in Zukunft deutlich
zunehmen.
Die gute wirtschaftliche Position hat
sich die Stadt Bonn im Rahmen eines
geplanten strukturellen Wandels von
der ehemaligen Hauptstadt zur zu-
kunftsfähigen Bundesstadt über viele
Jahre erarbeitet. Die strategische
Grundlage für die Neuausrichtung der
Region Bonn ist seit 1994 das Berlin/
Bonn-Gesetz. Nun müssen 25 Jahre
später die Weichen für die regionalen
Zukunftsperspektiven erneut mit ei-
nem „Bonn-Vertrag“ nachjustiert wer-
den. Dazu hat die von mir eingesetzte
Arbeitsgruppe Bonn/Berlin einstimmig
ein Leitbild verabschiedet, mit dem
die Region sowie die Bundesländer
Nordrhein-Westfalen und Rheinland-
Pfalz die Verhandlungen mit der Bun-
desregierung aufnehmen werden.
Das Leitbild hat zum Ziel, die am Stand-
ort Bonn in einzigartiger Weise gebün-
delten Stärken im gesamtstaatlichen
Interesse weiterzuentwickeln. Dafür
bieten sich beispielsweise die themati-
schen Bereiche internationale Zusam-
menarbeit, nachhaltige Entwicklung,
Cyber-Sicherheit und Wissenschaft in
hervorragender Weise an. Die beson-
dere Qualität der wissenschaftlichen
Forschung in Bonn wurde im Juli 2019
mit der Auszeichnung unserer Univer-
sität als Exzellenzuniversität in heraus-
ragender Weise bestätigt. Mit den be-
reits eingeworbenen sechs Exzellenz-
clustern hat die Universität damit am
erfolgreichsten im deutschlandweiten
Exzellenzwettbewerb abgeschnitten.
Dieser Erfolg war - und darauf hat der
Rektor der Universität Herr Prof. Dr.
Michael Hoch immer hingewiesen –
das Ergebnis einer gemeinsamen An-
strengung von vielen Akteuren.
Mir als Oberbürgermeister ist dieser
Teamgeist besonders wichtig, da er
Bonn auszeichnet und wir diesen
„Bonn-Spirit“ in weiteren Arbeitsfel-
dern befördern möchten. Ein gutes
Beispiel bildet hier die Gründung des
„Cyber Security Clusters Bonn e.V.“
im Oktober 2018. Der Verein bündelt
alle in der Region Bonn/Rhein-Sieg
ansässigen Security-Einrichtungen aus
Wissenschaft, Forschung und Lehre,
Wirtschaft, Behörden und öffentlichen
Institutionen.
Ich bin zuversichtlich, dass wir mit ge-
meinsamen Kraftanstrengungen wei-
tere Fortschritte erreichen können.
So ist das ungeliebte Bonner Loch be-
reits verschwunden und wir erhalten
mit den Bauprojekten am Hauptbahn-
hof ein ganz neues Entree in unsere
schöne Bonner Innenstadt. Beson-
ders freue ich mich auf das bald be-
ginnende Beethovenjahr 2020.
Ich möchte Sie ermuntern mitzufeiern
und möglichst viele Veranstaltungen
des Beethoven-Jubiläumsjahres zu
besuchen.
Sehr geehrte Damen
und Herren,
im vergangenen Jahr war das Zu-
kunftsthema Digitalisierung ein zen-
traler Schwerpunkt der Aktivitäten
der Bonner Wirtschaftsförderung.
So waren wir Gründungsmitglied des
Vereins Cyber Security Cluster Bonn,
der Bonn zum europäischen Zent-
rum der Cybersicherheit entwickeln
will. Ein Höhepunkt im Veranstal-
tungsjahr des Vereins war der Cyber
Security Tech Summit Europe, zu
dem gemeinsam mit der Deutschen
Telekom in das WorldCCBonn einge-
laden wurde und der von über 1 750
Teilnehmenden besucht worden ist.
Die Wirtschaftsförderung wirkte in
enger Kooperation mit dem Chief
Digital Officer (CDO) der Stadt an der
Entwicklung der Smart City Strategie
mit. Zudem haben wir im Bereich der
Existenzgründung die Bonn-Profits-
initiative gemeinsam mit der Spar-
kasse Köln Bonn weiter entwickelt
und den Digital Hub Region Bonn
gefördert. Der Breitbandausbau wur-
de vorangetrieben und spezifische
Angebote für Unternehmen zum di-
gitalen Wandel wurden im Rahmen der
Innovationsförderung umgesetzt.
Auf Basis der Ergebnisse der ersten
umfassenden Unternehmensbefra-
gung zum Standort Bonn haben wir
konkrete Optimierungsmaßnahmen
eingeführt. Die neue Veranstaltungs-
reihe „Gewerbegebietsgespräche“
wurde etabliert und der Gesprächs-
kreis produzierender Unternehmen
fand mehrfach statt. Die Information
über unsere Angebote konnte mit
dem kompletten Relaunch der städti-
schen Homepage und der Aktuali-
sierung der Internetseiten der Wirt-
schaftsförderung kundenfreundlicher
gestaltet werden.
Unsere Beraterinnen und Bera-
ter waren auch im Jahr 2018 mit
909 Vorhaben und Anliegen wieder
aktiv in der Betreuung von Unter-
nehmen. Dabei handelt es sich um
328 Vorhaben zur Existenzgründung,
194 Ansiedlungs- und Investitions-
vorhaben und 387 Anliegen von Be-
standsunternehmen. Auf den Seiten
36/37 im Bericht werden wieder acht
Beispiele dieser Beratungsfälle be-
schrieben. Dabei geht es etwa um
Neubauvorhaben zur Schaffung von
Büroraum, Erweiterungen der Pro-
duktion oder um Unternehmensgrün-
dungen. Das Highlight unserer viel-
fältigen Netzwerkveranstaltungen,
die Bonner Wirtschaftsgespräche,
fand mit 1 300 Gästen unter dem
Motto „Plattform für Ideen“ statt.
Nachdem bereits vor drei Jahren die
Abteilung Liegenschaften in das Amt
für Wirtschaftsförderung eingegliedert
wurde, ergeben sich nun mit der
Integration der Stabsstelle Wissen-
schaft neue Chancen. So kann die
Wirtschaftsförderung zum strate-
gischen Umbau Bonns zur Stadt der
Wissenschaft und Cyber-Sicherheit,
ein ganz wichtiges Anliegen des
Bonn-Vertrags, mit ihrem Know-
how und den bestehenden Vernet-
zungen beitragen. Die Angebote von
der Regionalagentur Bonn/Rhein-
Sieg und dem Kompetenzzentrum
Frau und Beruf Bonn/Rhein-Sieg zur
Unterstützung des Arbeitsmarktes
haben wieder eine große Breiten-
wirkung erreicht. Die Bonn-Infor-
mation hat zudem neue touristische
Angebote für das beginnende Beet-
hoven-Jubiläumsjahr entwickelt.
Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen
bei der Lektüre des Berichtes, der
den wirtschaftlichen Entwicklungs-
stand der Stadt Bonn umfassend
beschreibt und das breite Spektrum
unserer Aktivitäten darstellt.
Ashok Sridharan
Oberbürgermeister
Victoria Appelbe
Wirtschaftsförderin
Vorwort.Seite 7 von 45

10 11
I. Die Standortentwicklung.
I. Die Standortentwicklung.Seite 8 von 45

12 13
• Entwicklungspolitik, nationale,
internationale und supranationale
Einrichtungen sowie
• Verteidigung.
Zudem wurde bestimmt, dass sich
Bundesministerien in Berlin und Bonn
befinden, wobei Bundesministerien
in Bonn einen (zweiten) Dienstsitz in
Berlin und Bundesministerien in Ber-
lin einen (zweiten) Dienstsitz in Bonn
erhalten. Heute haben sechs Bundes-
ministerien ihren ersten Dienstsitz
in Bonn, die mit den seinerzeit fest-
gelegten Politikbereichen überein-
stimmen. Insbesondere diese Minis-
terien besitzen enge räumliche Ver-
flechtungen zu den in Bonn vorhan-
denen oder neu angesiedelten Ein-
richtungen. Als Beispiel dafür gilt das
Bundesministerium für Bildung und
Forschung (BMBF), das eng mit den
in Bonn ansässigen Einrichtungen
der Wissenschaftsverwaltung wie der
Deutschen Forschungsgemeinschaft
(DFG) kooperiert. Zudem gibt es enge
Arbeitsbeziehungen zwischen den
Bundesministerien für Umwelt, Natur-
schutz und nukleare Sicherheit (BMU)
sowie für wirtschaftliche Zusammen-
arbeit und Entwicklung (BMZ) und den
in Bonn etablierten 20 UNO-Einrich-
tungen.
Im Berlin/Bonn-Gesetz wurde auch
festgelegt, dass insgesamt der grö-
ßere Teil der ministeriellen Arbeits-
plätze in der Stadt Bonn zu erhalten
ist. Allerdings zeigt der aktuelle Teil-
ungskostenbericht der Bundesregie-
rung, dass am 31. Dezember 2018
nur noch 6 433 Bedienstete in Bonn
gegenüber 13 731 Mitarbeitern in
Berlin verortet sind. Damit sind von
insgesamt 20 164 ministeriellen Ar-
beitsplätzen lediglich 31,9% in Bonn
und mittlerweile 68,1% in Berlin an-
gesiedelt. Bereits seit dem Jahr 2008
ist die Mehrzahl der Arbeitsplätze in
Berlin registriert worden.
Bonn-Vertrag
Auf Initiative von Oberbürgermeister
Sridharan hat sich seit Anfang 2016
eine etwa 50-köpfige Arbeitsgruppe
bestehend insbesondere aus Vertre-
tern der Stadt Bonn, der Kreise Rhein-
Sieg, Ahrweiler und Neuwied sowie
den Europa-, Bundestag- und Land-
tagsabgeordneten getroffen. Als großer
Erfolg der regionalen Arbeitsgruppe ist
zu werten, dass im aktuellen Koalitions-
vertrag der Bundesregierung als Arbeits-
auftrag vermerkt ist: „Wir stehen zum
Bonn/Berlin-Gesetz. Bonn bleibt das
zweite bundespolitische Zentrum. Der
Bund wird mit der Region Bonn sowie
den Bundesländern Nordrhein-West-
falen und Rheinland-Pfalz eine vertrag-
liche Zusatzvereinbarung („Bonn-
Vertrag“) schließen.“
Die Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrwei-
ler/Neuwied hat zur Aufnahme der
Verhandlungen über eine Zusatzver-
einbarung zum Berlin/Bonn-Gesetz
(„Bonn-Vertrag“) ein „Leitbild“
entwickelt, das am 17. Juni 2019
veröffentlicht worden ist. Ziel ist es,
Bonn und die Region in der vom
Berlin/Bonn-Gesetz beschriebenen,
besonderen Funktion als zweites bun-
despolitisches Zentrum, als Standort
der Vereinten Nationen, als Zentrum
für internationale Zusammenarbeit
und als Kompetenzzentrum für nach-
haltige Entwicklung und für Wissen-
schaft, für Cyber-Sicherheit, Informa-
tionstechnologie und Datendienste
sowie für die Kultur zusätzlich zu stär-
ken. Grundlage für das Leitbild ist das
umfangreiche Positionspapier „Bun-
desstadt Bonn –Kompetenzzentrum
für Deutschland, Position der Region
Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler zur
Bonn/Berlin-Diskussion“, das von der
Arbeitsgruppe gemeinsam erarbeitet
wurde (alle Dokumente abrufbar
unter www.bonn.de).
Der Zeitplan der Arbeitsgruppe sieht
vor, dass möglichst bis zum Ende des
Jahres 2019 Einvernehmen mit der
Bundesregierung über die Eckpunkte
erreicht wird. Im Frühjahr kommen-
den Jahres soll dann ein Vertrag mit
dem Bund abgeschlossen werden,
mit dem die Kompetenzen der Region
Bonn langfristig gesichert werden
können. Zur operativen Umsetzung
dieser Vorhaben wurde eine Bonn/
Berlin-Geschäftsstelle bei der Stadt
Bonn eingerichtet.
12 I. Die Standortentwicklung. | Strukturwandel und Zukunftsperspektiven.
I.1
Strukturwandel und
Zukunftsperspektiven.
Erfolgreicher Strukturwandel
Der Deutsche Bundestag hat im Jahr
1991 den Beschluss gefasst, den
Parlamentssitz und Teile der Bundes-
regierung nach Berlin zu verlagern.
Um den in der Region Bonn dadurch
ausgelösten strukturellen Wandel zu
steuern, wurde das sogenannte
„Fünf-Säulen-Modell“ entwickelt:
• Säule 1 „Bonn als Bundesstadt“
• Säule 2 „Zentrum für internationale
Zusammenarbeit“
• Säule 3 „Region der Wissenschaft
und Forschung“
• Säule 4 „Region zukunftsorientierter
Wirtschaftsstruktur“
• Säule 5 „Modell einer umweltgerech-
ten Städtelandschaft und Kulturregion“
Im Berlin/Bonn-Gesetz wurde dieser
strategische Ansatz im Jahr 1994 fest-
geschrieben und ein Förderprogramm
in der Region umgesetzt. Insgesamt
wurden zwischen 1994 und 2004
finanzielle Mittel in Höhe von etwa
1,437 Mrd. Euro in 90 Ausgleichs-
projekte und weitere 210 Einzelmaß-
nahmen verausgabt. Dabei ist der
überwiegende Teil in den Bereich
„Wissenschaft und Forschung“ inves-
tiert worden. Die Projekte und Maß-
nahmen haben insgesamt zu einem
erfolgreichen Strukturwandel geführt.
Bonn ist mit zwei DAX-Konzernen
wirtschaftlich breiter aufgestellt, die
Investitionen in Wissenschaft und
Forschung haben zu umfassenden
Innovationspotenzialen mit einer
hochqualifizierten Beschäftigten-
struktur geführt, die Neuansiedlun-
gen von UNO-Einrichtungen weisen
Bonn weiterhin eine wichtige interna-
tionale Rolle im Bereich der Nach-
haltigkeit zu und letztlich ist Bonn
das zweite politische Zentrum in
Deutschland geblieben.
Die relativ gute wirtschaftliche Posi-
tion der Stadt Bonn wurde in der Ver-
gangenheit auch immer wieder in so-
genannten Städterankings bestätigt.
Zuletzt hat im Juli 2019 der Prognos-
Zukunftsatlas die Zukunftschancen
und -risiken aller 401 Kreise und kreis-
freien Städte Deutschlands beurteilt.
Dabei belegt Bonn Platz 28 und kann
sich gegenüber der Vorgängerstudie
aus dem Jahr 2016 um insgesamt neun
Plätze verbessern. In Nordrhein-West-
falen entwickelt sich insbesondere
das Rheinland zur starken Wachstums-
region. So konnten beispielsweise
Düsseldorf mit Platz 12 und Köln mit
Platz 26 ebenfalls gut abschneiden.
Die Ergebnisse können als eine Be-
stätigung der gemeinsamen wirtschaft-
lichen Stärke der Metropolregion
Rheinland bewertet werden. Insge-
samt sind die aus der Vorgängerstudie
2016 bekannten regionalen Muster
weitgehend unverändert, die meisten
Top-Regionen finden sich in Süddeut-
schland mit München an der Spitze.
Zweites politisches Zentrum
Die dauerhafte und faire Arbeitstei-
lung zwischen der Bundeshauptstadt
Berlin und der Bundesstadt Bonn ist
im Berlin/Bonn-Gesetz von 1994
festgeschrieben worden. Demnach
ist der Erhalt und die Förderung po-
litischer Funktionen in der Bundes-
stadt Bonn in folgenden Politikberei-
chen umzusetzen:
• Bildung und Wissenschaft, Kultur,
Forschung und Technologie,
Telekommunikation,
• Umwelt und Gesundheit,
• Ernährung, Landwirtschaft und
Forsten,
13
Ansprechpartner
Dr. Matthias Schönert
Telefon: 0228 – 77 43 31
E-Mail: dr.matthias.schoenert@bonn.de
Wir stehen zusammen.
Die Region Bonn fordert die
Einhaltung des Berlin/Bonn-
Gesetzes.Veröffentlichung Leitbild zum Bonn-Vertrag am 17.6.2019 (v.l.): Landrat Dr. Jürgen Pföhler
(Kreis Ahrweiler), Chef der Staatskanzlei Clemens Hoch (Rheinland-Pfalz), Landrat Sebastian
Schuster (Rhein-Sieg-Kreis), Oberbürgermeister Ashok Sridharan, Chef der Staatskanzlei
Nathanael Liminski (Nordrhein-Westfalen) und Landrat Achim Hallerbach (Kreis Neuwied)Seite 9 von 45

14 1515I. Die Standortentwicklung. | Verkehr und Infrastruktur.
I.2
Verkehr und Infrastruktur.
Verkehrliche Anbindung
Die Bundesstadt Bonn liegt inmitten
der Europäischen Rhein-Region. Der
Raum Brüssel oder die Rhein-Main-
Region sind innerhalb von 1-2 Stun-
den mit dem Auto oder mit den Hoch-
geschwindigkeitszügen ICE und
THALYS bequem erreichbar.
Zudem ist die Stadt über gleich drei
internationale Flughäfen - Köln/Bonn,
Düsseldorf und Frankfurt/Main –
vernetzt:
• Direkte Verbindungen zu den Flug-
häfen Köln/Bonn (25 Min.), Düssel-
dorf (60 Min.) und Frankfurt/Main
(85 Min.)
• Direkter Anschluss an das europä-
ische Hochgeschwindigkeitsnetz
über den Bonner Hauptbahnhof oder
den ICE-Bahnhof Siegburg/Bonn
(circa 2,5 Std. Brüssel Midi, 1 Std.
Frankfurt/Hbf. von Bonn-Zentrum)
• Direkte Anbindungen an die Auto-
bahnen A 3 und A 61, zusätzliche
Autobahnanschlüsse auf dem Bonner
Stadtgebiet A 555 und A 565
Gutachten: Anbindung in Bonn gut
Das Deutsche Institut für Urbanistik
(Difu) hat im Auftrag der Stadt Bonn
erstmals eine umfassende Befragung
der Bonner Unternehmen zum Stand-
ort Bonn, zur Beurteilung der eigenen
Unternehmensentwicklung sowie zur
Qualität der städtischen Dienstleis-
tungen durchgeführt (Veröffentlichung
Ende 2017). Im Hinblick auf die Ver-
kehrsanbindung insgesamt beurteilen
die Unternehmen den Standort mit
der Schulnote 3,0. Die besten Noten
erhalten die Anbindung an den natio-
nalen beziehungsweise internationa-
len Flugverkehr mit 2,1 und 2,2. Aber
auch die ÖPNV-Anbindung mit 2,7
und die Mobilfunkstrukturen schnei-
den mit 2,5 ordentlich ab.
Aktuelle Herausforderungen
Aufgrund verschiedener Baumaß-
nahmen - Autobahn-Baustellen,
Neu-/Umbau im Bereich der Vikto-
riabrücke, Kanalsanierungen, Sanie-
rung des Bad Godesberger Tunnels,
Bau-/Sanierungsmaßnahmen im
Netz der Deutschen Bahn und am
Bonner Hauptbahnhof, Sanierung
mehrerer Parkhäuser - ist die Ver-
kehrssituation in und um Bonn her-
um teilweise eingeschränkt. Die Pla-
nungen vom Landesbetrieb Straßen.
NRW werden von der Wirtschafts-
förderung im Diskurs begleitet.
Arbeitsplatzzentrum Bonn
Etwa die Hälfte der Erwerbstätigen in
Nordrhein-Westfalen pendelte im Jahr
2017 arbeitstäglich über die Grenzen
ihres Wohnortes hinweg zur Arbeit,
wie IT.NRW als Statistisches Landes-
amt anhand der Pendlerrechnung 2017
ermittelt hat. Nach Bonn kommen täg-
lich 136 497 Berufseinpendler (Vorjahr:
136 105), damit decken die Bonner
Unternehmen ihren Bedarf an Arbeits-
kräften überwiegend aus dem Umland
und den Nachbarstädten: 56,1% aller
in Bonn beschäftigten Erwerbstätigen
sind Einpendler. Das bedeutet Platz
5 unter den 29 NRW-Großstädten bei
der Einpendlerquote, in der Rhein-
schiene erreicht Düsseldorf mit 58,1%
einen noch höheren Wert. Auf der an-
deren Seite ist die Auspendlerquote –
das ist der Anteil der Auspendler an
den Erwerbstätigen am Wohnort – mit
34,7% in Bonn vergleichsweise
gering und entspricht Platz 23 bei den
NRW-Großstädten. Die größten Pen-
delverflechtungen Bonns bestehen
mit der Stadt Köln, von dort pendeln
täglich 15 759 Erwerbstätige zu ihrem
Arbeitsplatz in Bonn, in die Gegenrich-
tung pendeln täglich 14 737 Bonner-
innen und Bonner zu ihrem Arbeits-
platz in Köln. Darüber hinaus gibt es
insbesondere Einpendler aus dem
Rhein-Sieg-Kreis (62 730): Sankt Au-
gustin (7 489), Königswinter (6 648)
oder Bornheim (6 514).
Modernisierung und Ausbau
Um auch in Zukunft eine gute verkehr-
liche Erreichbarkeit sicherzustellen, wer-
den verschiedene Maßnahmen zur
Modernisierung und zum Ausbau
der regionalen Verkehrsnetze umge-
setzt:
- Bau der Verlängerung der S13 von
Troisdorf nach Bonn-Oberkassel, bis
2026 soll die 13 Kilometer lange Stre-
cke in Betrieb gehen.
- Eröffnung des neuen DB-Haltepunktes
„UNCampus“ im Bundesviertel im
November 2017, derzeit Fertigstellung
der Gesamtanlage mit Neubau zahl-
reicher Fahrradabstellmöglichkeiten.
- Neue RRX-Fahrzeuge mit kostenlo-
sen WLAN auf der Linie RE 5 Wesel-
Koblenz (RRX), Betreiber ist National
Express
- Umsetzung des „Lead City“-Projektes:
Bonn wurde im Frühjahr 2018 eine von
bundesweit fünf Modellstädten, in de-
nen testweise größere Maßnahmen
für die Verbesserung der Luftrein-
haltung und zur Vermeidung von
Diesel-Fahrverboten realisiert werden.
Bonn setzt dabei auf ein „Klima-Ticket“
für 365 Euro, ein betriebliches Mobili-
tätsmanagement sowie verbesserte
Angebote bei Bus und Bahn.
- Geplante Umstellung der Busflotte
von etwa 200 Bussen der Stadtwerke
(SWB Bus und Bahn) bis 2030 auf
Elektroantrieb.
Flughafen Köln/Bonn
und Hafen Bonn
Neben der Bereitstellung guter ver-
kehrlicher Verbindungen sind die
Infrastruktureinrichtungen in der
Region ebenfalls wichtige Potenziale
zur Schaffung und Sicherung von
Arbeitsplätzen. So wird beispiels-
weise davon ausgegangen, dass
durch den Flughafen Köln/Bonn etwa
13 400 direkte Arbeitsplätze beste-
hen, davon aktuell 1 931 bei der
Flughafen Köln/Bonn GmbH.
Im Bonner Hafen werden etwa 200
Arbeitsplätze in der hafenbezoge-
nen Logistikbranche bereitgestellt.
Die Bonner Hafenbetriebe GmbH
Bonn (BHB) ist ein Zusammenschluss
der Am Zehnhoff-Söns GmbH und
der Stadtwerke Bonn GmbH (SWB).
Nach Angaben von IT.NRW lag der
Gesamtumschlag 2018 bei 769 000
Tonnen (-10,9% gegenüber dem Vor-
jahr).
KölnBonn Airport in Daten und Zahlen
• Einzugsgebiet von 17 Mio. Menschen in einem Radius von 100 Kilometern
• 128 Unternehmen (z. B. Fluggesellschaften, Frachtbetriebe, Reisebüros,
Caterer, Speditionen)
• 13 400 direkte Arbeitsplätze, davon 1 931 bei der Flughafen Köln/Bonn GmbH
• Passage: 49 Airlines und 132 Destinationen
• Fracht: 12 Airlines und 74 Destinationen
• 2018 – 12 958 200 Flugpassagiere (+4,6% ggü. Vorjahr)
• 2018 – 859 400 Tonnen Fracht (+2,5% ggü. Vorjahr)
• 3 Start- und Landebahnen, darunter die einzige Interkontinentalbahn in NRW
• Täglich 414 Starts und Landungen
• 3 Parkhäuser mit 12 500 StellplätzenSeite 10 von 45

16 17
I.3
Demographische Entwicklung.
16 I. Die Standortentwicklung. | Demographische Entwicklung.
Zensus 2011
Aufgrund ihrer Rechtsverbindlichkeit
haben die amtlichen Bevölkerungs-
zahlen weitreichende Konsequenzen,
da von ihnen etwa die Höhe der Fi-
nanzzuweisungen abhängt. Die Fort-
schreibung des Bevölkerungsstandes
in Deutschland wurde mit dem Zensus
2011 auf eine neue Grundlage gestellt.
Vorher basierten die amtlich festge-
stellten Bevölkerungszahlen auf der
Fortschreibung der Volkszählung von
1987 (276 653 Einwohner in Bonn
am 25. Mai 1987). Den meisten deut-
schen Großstädten wurde mit dem
Zensus 2011 eine geringere Einwoh-
nerzahl als vorher zugewiesen.
Die deutlichste Abweichung wurde für
Aachen (-8,4%) festgestellt. Auch Bonn
(-6,2%) war stark betroffen und die Ein-
wohnerzahlen wurden um über 20 000
für das Jahr 2011 gekürzt. Nach „alter“
Zählweise hatte Bonn Ende 2011 ins-
gesamt 327 913 und nach der neuen
Hochrechnung lediglich noch 307 530
Einwohnerinnen und Einwohner.
Neben anderen hatte auch die Stadt
Bonn Verfassungsbeschwerde gegen
das Verfahren eingelegt, das jedoch
vom Bundesverfassungsgericht als ver-
fassungsgemäß eingestuft worden ist.
Bonn wächst
um 1 768 Einwohner
Gemäß Fortschreibung der Zensuser-
gebnisse liegt die amtliche Einwoh-
nerzahl für die Stadt Bonn Ende 2018
bei 327 258 Einwohnern. Gegen-
über Ende 2017 ist die Bevölkerung
demnach um 1 768 beziehungsweise
um 0,5% angewachsen.
Wie in der Vergangenheit auch, kann
sich das Einwohnerwachstum auf
einen positiven Saldo der Zu- und
Fortgezogenen stützen: Bonn konnte
dadurch im Jahr 2018 ungefähr 1 350
Einwohner hinzugewinnen. Die na-
türliche Bevölkerungsbewegung,
also der Saldo aus Geborenen und
Gestorbenen, ist in Bonn seit 1987
durchgehend positiv und auch im
Jahr 2018 ist ein Plus von etwa 450
Einwohnern festzustellen.
Kommunale Daten
Parallel zu der Erhebung der amtli-
chen Zahlen durch IT.NRW generiert
die Statistikstelle der Stadt Bonn auf
der Grundlage des Melderegisters
die „kommunalen“ Einwohnerzah-
len. Zum Jahresende 2018 zählt die
Statistikstelle nach statistischer
Auswertung der Melderegisterdaten
insgesamt 330 224 Bonnerinnen und
Bonner mit Einzigem oder Haupt-
wohnsitz in der Stadt. Gegenüber
dem Vorjahr ist die Bevölkerungszahl
um +2 305 Personen angestiegen,
dies entspricht einem Wachstum in
Höhe von circa +0,7%. In dieser Zahl
nicht enthalten sind insgesamt 2 621
Personen, die zum Stichtag in einer
Übergangs- oder Erstaufnahmeein-
richtung für Flüchtlinge der Stadt
oder des Landes lebten und 4 570
Personen, die einen Nebenwohnsitz
in Bonn innehatten.
Bevölkerungsprognose:
Plus 12,1% bis 2040
Nach der Bevölkerungsprognose des
Statistischen Landesamtes IT.NRW,
die auf der Fortschreibung des Zen-
sus 2011 basiert, wird Bonn auch
längerfristig deutlich wachsen. Dem-
nach wird die Einwohnerzahl zwischen
dem 1.1.2018 und 1.1.2040 von 325 500
auf 364 800 zunehmen, das ent-
spricht einem Wachstum von absolut
39 300 Personen beziehungsweise
prozentual +12,1%. Zusammen mit
Köln (+15,8%), Düsseldorf (+14,0%)
und Münster (+13,9%) gehört Bonn
damit zu den wachstumsstärksten
kreisfreien Städten und Kreisen in
NRW. Dabei wird die positive Ent-
wicklung in Bonn getragen von einem
Überschuss aus Geborenen und Ge-
storbenen von +3,4% und einem po-
sitiven Wanderungssaldo von +8,7%.
Der starke Geburtenüberschuss ist
insofern eine Besonderheit, da nur
die vier genannten Städte und die
Stadt Aachen (+0,2%) über einen po-
sitiven Geburtensaldo in Nordrhein-
Westfalen verfügen. Die Bevölkerung
in NRW insgesamt wird um etwa +0,9%
bis 2040 nur leicht wachsen, da der
positive Wanderungssaldo (+7,1%) die
negativen Entwicklungen aus dem Sal-
do von Geborenen und Gestorbenen
(-6,1%) nur minimal ausgleichen kann.
Der Bonn umschließende Rhein-Sieg-
Kreis wird nach der Prognose von
IT.NRW ebenfalls um +6,0% bezie-
hungsweise um 35 900 auf dann
635 000 Einwohner zunehmen. Das
Wachstum im Rhein-Sieg-Kreis ist al-
lerdings ausschließlich auf die posi-
tive Wanderungsbilanz zurückzufüh-
ren, da der Saldo aus Geburten und
Sterbefällen mit -6,3% deutlich rück-
läufig ist. Demgegenüber fällt nach
der Prognose der Saldo aus Zu- und
Fortgezogenen mit +12,3% in Nord-
rhein-Westfalen am zweitstärksten
aus; nur der Rhein-Kreis Neuss wird
voraussichtlich mit +12,5% eine noch
bessere Wanderungsbilanz vorwei-
sen können.
Privathaushalte nehmen zu
Einer Modellrechnung von IT.NRW
zufolge wird die Zahl der Privathaushalte
in Bonn von 2018 bis 2040 von 171 800
auf 193 400 zunehmen, das ent-
spricht einem Plus von 12,5 % (NRW:
+2,5%). Bei der Betrachtung der
Entwicklung nach Haushaltsgrößen
zeichnet sich in den meisten kreisfrei-
en Städten und Kreisen ein Anstieg
der Zahl der Ein- und Zweipersonen-
haushalte ab, in Bonn liegt der Zu-
wachs hier bei +13,7 % (NRW: +4,9%).
NRW-weit fällt nur in Köln das Wachs-
tum bei dieser kleinen Haushalts-
größe mit +15,7% noch deutlicher als
in der Bundesstadt aus.
Die Zahl der Haushalte mit drei oder
mehr Personen wird in 43 von 53
kreisfreien Städten und Kreisen
Nordrhein-Westfalens niedriger sein
als zurzeit. Bonn bildet auch hier
eine der relativ wenigen Ausnahmen
in NRW, da auch bei dieser Haus-
haltsgröße ein klarer Zuwachs in
Höhe von +8,8% in Bonn erwartet
wird. Ein noch stärkeres Wachstum
wird bei dieser Haushaltsgröße in
den Städten Düsseldorf (+16,7%),
Köln (+14,3%) und Münster (+12,2%)
erwartet.
+17,6%
+12,1%
276 700
Einwohner
325 500
Einwohner
364 800
Einwohner
(Prognose)
1987 2018 2040
Quelle: Volkszählung 25. Mai 1987,
IT.NRW 1. Januar 2018 und Prognose 2040
Wachstumsprognose der Bevölkerung in Bonn
Ansprechpartner
Dr. Matthias Schönert
Telefon: 0228 – 77 43 31
E-Mail: dr.matthias.schoenert@bonn.deSeite 11 von 45

18 19
I.4
Beschäftigungsentwicklung.
1918 I. Die Standortentwicklung. | Beschäftigungsentwicklung.
Beschäftigtenwachstum
Die Bundesagentur für Arbeit hat am
30. Juni 2018 mit 176 689 Beschäf-
tigten einen neuen Höchststand der
sozialversicherungspflichtigen Be-
schäftigung in Bonn registriert. Gegen-
über Juni 2017 haben die Beschäftig-
tenzahlen um +1,8% oder absolut um
3 158 zugenommen. Im selben Zeit-
raum ist im Land NRW die Beschäfti-
gung um circa 2,3% gewachsen und
der Bonn umgebende Rhein-Sieg-
Kreis verzeichnete ein Beschäftigungs-
wachstum in Höhe von 2,5%. Gegen-
über dem Jahr des Bonn/Berlin-
Umzugsbeschlusses im Jahr 1991 mit
134 199 sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten, hat deren Zahl um
42 490 (+31,7%) durch den langfristig
positiven Wachstumstrend in Bonn
deutlich zugenommen.
Bei den Beschäftigtenzahlen ist zu
beachten, dass die Bundesagentur
für Arbeit im Jahr 2017 eine Revision
der Statistik vorgenommen hat.
Dabei wurden etwa Datenprobleme
bei früheren Meldungen von sozial-
versicherungspflichtig Beschäftigten
korrigiert. In ähnlicher Weise sind
die volkswirtschaftlichen Gesamt-
rechnungen (VGR) europaweit nach
den Vorgaben des Europäischen
Systems (ESVG 2010) aufgestellt
worden, aktuell liegen Zahlen rück-
wirkend bis zum Jahr 1991 vor. Nach
den vorliegenden Schätzungen des
Arbeitskreises „Erwerbstätigenrech-
nung des Bundes und der Länder“
liegt die Erwerbstätigenzahl am Ar-
beitsort Bonn für 2017 bei 247 000
(Vorjahr: 243 200). In die Erwerbstä-
tigenrechnung einbezogen sind ne-
ben den sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten auch Beamte, Selbst-
ständige, mithelfende Familienange-
hörige und geringfügig Beschäftigte.
Gegenüber dem Jahr 1991 ist in Bonn
ein Wachstum in Höhe von 59 000
Erwerbstätigen beziehungsweise von
31,4% festzustellen. Im Gegensatz
dazu hat in NRW insgesamt die Zahl
der Erwerbstätigen lediglich um17,0%
zugelegt.
Dienstleistungen wachsen
Die Anzahl der sozialversicherungs-
pflichtig Beschäftigten im Bonner
Dienstleistungssektor hat zwischen den
Jahren 2017 und 2018 mit einem Plus
von 3 088 Beschäftigten beziehungs-
weise 1,9% deutlich zugelegt. Mitte 2018
sind in Bonn 162 610 Beschäftigte im
Dienstleistungssektor tätig; das ent-
spricht einem Anteil von 92,0% an allen
Beschäftigten. Damit ist Bonn, ähnlich
wie Frankfurt/Main oder Potsdam, bun-
desweit einer der größten Dienstleis-
tungsstandorte. Im NRW-Durchschnitt
waren Mitte 2018 insgesamt 72,7% aller
Beschäftigten im Tertiären Sektor tätig.
Der Anteil des industriellen Sektors von
NRW lag bei circa 26,8% aller Beschäf-
tigten. Gegenüber dem Vorjahr hat in
NRW die Zahl der Beschäftigten im Pro-
duzierenden Gewerbe deutlich um 2,0%
zugenommen. In Bonn sind die Beschäf-
tigten in der Produktion weniger stark
um 0,6% (absolut +80) gewachsen. Der
Anteil des Produzierenden Gewerbes
beträgt Mitte 2018 in Bonn noch 7,9%.
Hochqualifizierte
Beschäftigte
Die Bundesagentur für Arbeit hat das
Merkmal „Akademischer Abschluss“
den neuen Ausbildungsmöglichkeiten
angepasst. Mit den Erhebungsin-
halten „Bachelor, Diplom, Magister,
Master, Staatsexamen, Promotion“,
hat die Stadt Bonn am 30. Juni 2018
einen Akademikeranteil an allen
Beschäftigten in Höhe von 29,8%
(absolut 52 591 Beschäftigte). Im
NRW-Durchschnitt liegt dieser Wert
bei 15,1%, im Bundesdurchschnitt
bei 16,2% und im Rhein-Sieg-Kreis
bei 13,0%. Der regionale Vergleich
mit den über 400 bundesdeutschen
Städten und Kreisen zeigt, dass
Bonn auf Platz sieben (Vorjahr:
sieben) liegt und lediglich München
mit 34,3%, Erlangen mit 34,1%, Jena
mit 32,5%, München (Landkreis) mit
32,1%, Darmstadt mit 31,9% und
Stuttgart mit 31,4% noch höhere
Werte aufweisen können. Aus Sicht
des Landes Nordrhein-Westfalen ver-
fügen – neben Bonn mit den höchs-
ten Anteilen – ebenfalls die Städte
Düsseldorf (25,2%), Köln (24,3%) und
Münster (22,2%) über vergleichsweise
hohe Anteile bei diesem, für die
Zukunft in einer innovativen Wissens-
gesellschaft wichtigen, Indikator.
Akademikeranteile an allen
Beschäftigten am Arbeitsort
(Stichtag: 30. Juni 2018, nach Revision)
Bonn, Stadt 29,8%
Bund 16,2%
Nordrhein-Westfalen 15,1%
Rhein-Sieg-Kreis 13,0%
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen
Sozialversicherungspflichtig Beschäf tigte
nach Wirtschaftssektoren in NRW und
Bonn (Stichtag 30. Juni 2018)
Sektoren Land NRW Stadt Bonn
Primär 0,5 % 0,1%
Sekundär 26,8% 7,9%
Tertiär 72,7% 92,0%
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen
Ansprechpartner
Dr. Matthias Schönert
Telefon: 0228 – 77 43 31
E-Mail: dr.matthias.schoenert@bonn.de
134 199
141 480
140 981
0
25000
50000
75000
100000
125000
150000
175000
200000
225000
250000
ErwerbstätigeSvB
134 199 188 000
147 759 213 900
142 049 212 600
144 082 210 600
142 619 211 400
141 480 212 300
140 981 213 900
143 427 217 200
145 820 221 800
149 781 229 700
Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (SvB) (jeweils zum 30. Juni) und der Erwerbstätigen in Bonn
Quelle: Bundesagentur für Arbeit (Revision 2017), Arbeitskreis „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ (Revision 2014), eigene Darstellung
231 300150 752
229 100153 592
229 800158 577
232 200159 052
233 200161 107
233 400163 663
0
25
50
75
100
125
150
175
200
225
250
1991 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
236 100165 617
169 840
173 531
176 689
243 200
247 000Seite 12 von 45

20 21
I.5
Entwicklung der
Wirtschaftsbranchen.
20 I. Die Standortentwicklung. | Entwicklung der Wirtschaftsbranchen.
Die Wirtschaftszweiggliederung (WZ
2008) unterscheidet 21 Wirtschafts-
abschnitte, die häufig zu Analyse-
zwecken weiter zusammengefasst
werden. So verfügt der Bereich der
„Öffentlichen und privaten Dienst-
leistungen (ohne Öffentliche Verwal-
tung)“ mit 57 693 Personen in der
Stadt Bonn über die meisten sozial-
versicherungspflichtig Beschäf-
tigten, das entspricht einem Anteil
von 32,7%. Nicht enthalten sind die
Mitarbeiter in der Öffentlichen Ver-
waltung, die gesondert ausgewie-
sen sind: Mit 11,4% aller sozialver-
sicherungspflichtig Beschäftigten ist
dieser Bereich in Bonn nach wie vor
von hoher Relevanz und umfasst
20142 Beschäftigte. Die freiberuflichen,
wissenschaftlichen und technischen
Dienstleistungen machen 11,1% aller
Beschäftigten aus, das entspricht
19 636 Personen. Mit 17 800 Ange-
stellten ist etwa jeder Zehnte (10,1%)
im Bereich Information und Kommu-
nikation tätig. In der Summe können
alleine diese vier Bereiche etwa zwei
Drittel aller Beschäftigen (absolut
115 271) in Bonn auf sich vereinen.
Informations- und Kommuni-
kationsbranche dynamisch
Zwischen 2017 und 2018 konnte die
Informations- und Kommunikations-
branche prozentual mit +12,0% und
absolut mit 1 901 Beschäftigten - wie
im Vorjahr auch - deutlich zulegen.
Das größte prozentuale Wachstum
konnte darüber hinaus das Gast-
gewerbe mit +8,3% (+523 Beschäf-
tigte) und die Branche der freibe-
ruflichen, wissenschaftlichen und
technischen Dienstleistungen mit
+3,8% (+723 Beschäftigte) realisie-
ren. Der Bereich der öffentlichen
und privaten Dienstleister (ohne öf-
fentliche Verwaltung) konnte aus
der absoluten Betrachtungsweise
mit +1 324 Beschäftigten ebenfalls
deutlich positiv zum Beschäftigten-
wachstum beitragen. Hier sind ins-
besondere das Gesundheitswesen
sowie das Sozialwesen hervorzuhe-
ben, die primär die Beschäftigungs-
impulse geliefert haben. Die größten
Verluste verbuchte der Bereich Ver-
kehr und Lagerei mit -16,6% bzw.
-1 267 Beschäftigten sowie die
sonstigen wirtschaftlichen Dienst-
leistungen mit -4,3% bzw. -491 Be-
schäftigten.
3 150 neue Beschäftigte
in Bonn zwischen 2017/18
Zusammenfassend ist anzumerken,
dass die Entwicklungen in den ein-
zelnen Branchen mit ihren jeweiligen
Gewinnen und Verlusten zwischen
2017 und 2018 zu einer gegenüber
dem Land NRW (+2,3%) leicht unter-
durchschnittlichen Gesamtentwick-
lung von +1,8% oder genau 3 158
sozialversicherungspflichtigen Be-
schäftigten in der Stadt Bonn geführt
haben. Damit setzt sich der positive
Beschäftigungstrend der vergange-
nen Jahre für die Bundesstadt Bonn
fort. So konnten alleine in den letzten
vier Jahren über 13 000 neue sozial-
versicherungspflichtige Beschäftige
gezählt werden (2015: +1 974, 2016:
+4 223, 2017: +3 691, 2018: +3 158).
Die Strukturveränderungen der letz-
ten Jahre zeigen, dass das Beschäftig-
tenwachstum in Bonn insbesondere
durch den Dienstleistungssektor ini-
tiiert worden ist und hier die größten
Wachstumsimpulse beziehungsweise
neuen Arbeitsplätze zu sehen sind.
Deshalb haben sich die Anteile
des Dienstleistungssektors an allen
Beschäftigten in den letzten Jahren
systematisch auf nunmehr 92% ver-
größert. Demgegenüber hat das Pro-
duzierende Gewerbe insgesamt an
Bedeutung in der Wirtschaftsstruktur
eingebüßt, allerdings weniger durch
die absolute Veränderung der Be-
schäftigtenzahlen (diese schwanken
in etwa zwischen 13 500 und 14 000
Beschäftigten), als vielmehr durch
das starke dynamische Beschäf-
tigtenwachstum in ausgewählten
Branchen des Dienstleistungssektors.
Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bonn nach Branchen
(Stichtag 30. Juni 2018)
Öffentliche und private DL (ohne öffentliche Verwaltung) 32,7% 57 693
Öffentliche Verwaltung 11,4% 20 142
Freiberufliche, wissenschaftliche und technische DL 11,1% 19 636
Information und Kommunikation 10,1% 17 800
Handel 8,1% 14 382
Sonstige wirtschaftliche DL 6,3% 11 052
Verarbeitendes Gewerbe 5,4% 9 576
Finanz- und Versicherungs-DL 4,1% 7 276
Gastgewerbe 3,9% 6 805
Verkehr und Lagerei 3,6% 6 344
Baugewerbe 1,9% 3 368
Grundstücks- und Wohnungswesen 0,8% 1 480
Sonstige 0,6% 1 135
Summe 100,0% 176 689
Quelle: Bundesagentur für Arbeit (Revision 2017), eigene Berechnungen
Quelle: Bundesagentur für Arbeit (Revision 2017), eigene Berechnungen
Veränderung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bonn
zwischen Mitte 2017 bis Mitte 2018 in Prozent (und absolut)
12,0 (+1 901)
8,3 (+523)
3,8 (+723)
3,1 (+34)
0,9 (+86)
2,0 (+390)
1,8 (+3 158)
2,3 (+1 324)
0,6 (+83)
Grundstücks- und Wohnungswesen
-16,6 (-1 267)
Information und Kommunikation
Sonstige
Verarbeitendes Gewerbe
ALLE Beschäftigten
Öffentl. u. private DL (ohne öff. Verw.)
-0,7 (-10)
Öffentliche Verwaltung
Freiberuf., wissensch. u. techn. DL
Gastgewerbe
Handel
-10%-20% 0% 10% 20%
Verkehr und Lagerei
-1,2 (-88)
-1,5 (-50)
-4,3 (-491)
Finanz- und Versicherungs-DL
Baugewerbe
Sonstige wirtschaftliche DL
21
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22 23
I.6
Unternehmensstrukturen in Bonn.
2322 I. Die Standortentwicklung. | Unternehmensstrukturen in Bonn.
15 613 Betriebe in Bonn
Nach den derzeit aktuell vorliegenden
Daten für das Jahr 2017, waren in der
Stadt Bonn in 15 613 Betrieben ins-
gesamt 155 501 Personen sozialver-
sicherungspflichtig beschäftigt (ohne
Landwirtschaft und Öffentliche Ver-
waltung). Wie Information- und Tech-
nik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) als
statistisches Landesamt anhand ei-
ner Auswertung des Unternehmens-
registers NRW feststellt, waren das
in Bonn 2 612 Beschäftige mehr als
im Jahr 2016 (+2,7%, NRW: +2,4%)
und 25 593 Personen mehr als 2007
(+22,3%, NRW: +18,6%).
99,4% kleine und mittlere
Unternehmen
Die von IT.NRW vorgenommene Ein-
teilung der betrieblichen Größenklas-
sen differenziert nach den Klassen
0-9, 10-49, 50-249 sowie 250 oder
mehr Beschäftigte. Insgesamt
machen die Betriebe mit weniger als
250 Beschäftigten 99,4% aller Betrie-
be in Bonn aus und in diesen 15 518
Betrieben werden 88 517 Personen
(oder anteilig 56,9%) sozialversiche-
rungspflichtig beschäftigt. Bei allen
anderen 95 Großbetrieben mit 250
oder mehr Beschäftigten sind ent-
sprechend 66 984 Personen (anteilig
43,1%) sozialversicherungspflichtig
beschäftigt. Bei einer Betrachtung
der Bonner Betriebsstrukturen, zeigt
sich eine differenzierte Situation: So
machen Kleinstbetriebe bis 9 Beschäf-
tigte einen Anteil von 87,5% an allen
Betrieben aus und diese stellen 12,7%
der Beschäftigten. Die Gruppe der klei-
nen Betriebe mit 10-49 Beschäftigten
umfasst 18,5% der Beschäftigten und
9,3% der Betriebe, die mittleren Betrie-
be mit 50-249 Beschäftigten machen
25,7% der Beschäftigten und 2,6% der
Betriebe aus. Bei den großen Betrie-
ben mit 250 oder mehr Beschäftigen,
liegt der Beschäftigungsanteil in Bonn
mit 43,1% sehr klar über dem Wert von
NRW insgesamt (33,2%). Allerdings
zeigt sich im Vergleich mit ausgewähl-
ten Städten im Rheinland, dass dort
vergleichbare, oder teilweise deutlich
mehr Beschäftige in größeren Unter-
nehmen registriert sind: So liegt der
Beschäftigungsanteil in den großen
Unternehmen in der NRW-Landes-
hauptstadt Düsseldorf – ähnlich wie in
Bonn – bei 43,3%, in der Nachbarstadt
Köln bei 44,6% und in Leverkusen so-
gar bei 49,5%.
Größte Unternehmen 2018
Im Kammerbezirk der IHK Bonn/
Rhein-Sieg sind im Jahr 2018 die drei
Unternehmen Deutsche Telekom,
Deutsche Post DHL Group und die
Postbank mit etwa 26 600 Beschäftig-
ten die größten privaten Arbeitgeber
am Standort (ohne öffentliche Einrich-
tungen). Allein die beiden börsenno-
tierten DAX-Schwergewichte Deutsche
Telekom und Deutsche Post DHL Group
steuern von ihren Unternehmenssitzen
in Bonn die Strategien für weltweit
über 752 000 Beschäftigte.
Anteil der Betriebe und der Beschäftigten nach Größenklassen im Jahr 2017
Betriebe Beschäftigte
Betriebsgröße Anzahl %-Anteil Anzahl %-Anteil
bis 9 Beschäftigte
(Kleinstbetriebe)
13 669 87,5% 19 721 12,7%
10 bis 49 Beschäftigte
(Kleine Betriebe)
1 448 9,3% 28 802 18,5 %
50 bis 249 Beschäftigte
(Mittlere Betriebe)
401 2,6% 39 994 25,7 %
250 oder mehr
(Große Betriebe)
95 0,6% 66 984 43,1%
Summe 15 613 100% 155 501 100%
Quelle: IT.NRW, Auswertungen des Unternehmensegisters NRW
(ohne Landwirtschaft und Öffentliche Verwaltung), eigene Berechnungen
Die 35 größten privaten Arbeitgeber in der Region Bonn/Rhein-Sieg nach Beschäftigten
Unternehmen Kammerbezirk Deutschland Weltweit
Deutsche Telekom AG, Bonn 14 210 109 248 232 430
Deutsche Post DHL Group, Bonn 9 000 216 000 520 000
Deutsche Postbank AG, Bonn 3 385 20 107 20 217
Stadtwerke Bonn GmbH 2 314 2 328 2 328
Zurich Gruppe Deutschland, Bonn 1 597 4 899 53 000
BWI GmbH, Meckenheim 1 420 3 771 3 771
Aldi Süd, Sankt Augustin 1 277 43 400 138 800
Kreissparkasse Köln 1 172 3 525 3 525
Eaton, Bonn 1 135 4 313 96 000
Siegwerk Druckfarben, Siegburg 1 031 1 168 5 292
Kautex Textron GmbH & Co. KG, Bonn 918 1 690 6 000
Sparkasse KölnBonn 879 3 970 3 970
Reifenhäuser Maschinenfabrik, Troisdorf 863 1 319 1 535
SGL CARBON GmbH, Bonn 843 2 416 5 292
KFW-Bankengruppe Bonn 794 5 102 5 102
Mannstaedt-Werke GmbH & Co., Troisdorf 787 787 790
Haribo, Bonn 728 2 940 7 000
GKN Walterscheid GmbH, Lohmar 694 694 694
ZF Friedrichshafen AG, Eitorf 666 51 152 146 148
Gilgen‘s Bäckerei & Konditorei, Hennef 614 614 614
GKN Sinter Metals Components, Bonn 604 8 700 58 000
apeiron restaurant & retail management, Bonn 596 1 054 1 054
AOK Systems, Bonn 558 974 974
Dirk Müller Gebäudedienste, Bonn 550 700 700
Kautex Maschinenbau GmbH, Bonn 548 738 738
Volksbank Köln Bonn 538 936 936
Fleischhof Rasting GmbH, Meckenheim 532 947 947
United Parcel Service Deutschland, Troisdorf 507 19 000 19 000
TNT Express GmbH, Troisdorf 500 3 650 55 000
Carl Knauber Holding GmbH & Co., Bonn 495 737 737
Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft mbH, Troisdorf 494 494 494
Evonik Industries AG, Lülsdorf 487 21 929 36 112
RSAG AöR, Sankt Augustin 484 484 484
Agfa HealthCare GmbH, Bonn 460 829 10 525
Germania Gebäudedienste GmbH, Bonn 432 1 478 1 478
Quelle: IHK Bonn/Rhein-Sieg und General-Anzeiger Bonn, Daten für 2018Seite 14 von 45

24 25
I.7
Die DAX-Unternehmen.
Die Bedeutung von Bonn als Stand-
ort bedeutender Wirtschaftsunter-
nehmen zeigt sich beispielsweise bei
einer Analyse der Marktkapitalisie-
rung der Aktiengesellschaften, die in
den DAX-Indizes (DAX 30, MDAX,
TecDAX) gelistet sind und die ihren
Firmensitz in Bonn haben. Im Mai
2019 lag die Marktkapitalisierung der
DAX-Konzerne Deutsche Telekom und
Deutsche Post DHL Group zusammen
bei etwa 106,5 Mrd. Euro (Stichtag
16. Mai 2019). Gemessen am Börsen-
wert lag die Bundesstadt damit wie
im Vorjahr auf dem dritten Platz. Dies
ergab die Untersuchung „Börsenliga
2019“ der Strategieberatung Simon-
Kucher & Partners, die seit 2005 ein
derartiges Ranking durchführt. Unan-
gefochten an der Spitze liegt München
mit 13 Unternehmen und einem Bör-
senwert von 296,5 Mrd. Euro.
Diese starke Stellung konnte Mün-
chen seit Beginn der Erhebung bei-
behalten. Auf dem zweiten Platz
liegt, ebenfalls wie im Vorjahr, Wall-
dorf als SAP-Standort mit einer
Marktkapitalisierung von 138,8 Mrd.
Euro. Die Stadt Bonn konnte sich in
der Börsenliga von Simon-Kucher &
Partners seit vielen Jahren stabil in
den Top 3 und ebenfalls seit vielen
Jahren als Nummer 1 im Bundesland
Nordrhein-Westfalen halten. In der
aktuellen Studie holt NRW insge-
samt auf, denn „mit den fünf Städten
Bonn, Essen, Düsseldorf, Leverkusen
und Bochum schafft es das Bundes-
land auf einen gemeinsamen Börsen-
wert von rund 353 Milliarden Euro“,
so der CEO von Simon-Kucher &
Partners Dr. Georg Tacke.
Deutsche Telekom
Die Deutsche Telekom ist mit 178 Mil-
lionen Mobilfunkkunden sowie rund
28 Millionen Festnetz- und 20 Millio-
nen Breitbandanschlüssen eines der
größten integrierten Telekommunika-
tionsunternehmen weltweit. Der Kon-
zern bietet Produkte und Dienstleis-
tungen aus den Bereichen Festnetz/
Breitband, Mobilfunk, Internet und
Internet-TV für Privatkunden sowie
Lösungen der Informations- und Kom-
munikationstechnik für Groß- und Ge-
schäftskunden. Die Deutsche Telekom
ist in rund 50 Ländern vertreten und
beschäftigte im Geschäftsjahr 2018
weltweit rund 216 000 Mitarbeiter. Im
Geschäftsjahr 2018 erzielte der Kon-
zern einen Umsatz in Höhe von 75,7
Mrd. Euro; davon wurde 67,8% außer-
halb von Deutschland erwirtschaftet.
In der jährlichen Zusammenstellung
der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
„Die 100 größten Unternehmen in
Deutschland, Europa und der Welt“
vom 3. Juli 2019 liegt die Deutsche
Telekom derzeit auf Platz neun der
umsatzstärksten deutschen Unter-
nehmen und belegt in der Rubrik
„Die größten deutschen Arbeitgeber“
Platz 12. Seit 2014 richtet die Deutsche
Telekom ihr unternehmerisches Han-
deln an der Strategie „Leading Euro-
pean Telco“ aus – mit dem Ziel, der
führende Telekommunikationsanbie-
ter in Europa zu sein. Die Deutsche
Telekom fühlt sich den Zielen der
Agenda 2030 für nachhaltige Ent-
wicklung der Vereinten Nationen ver-
pflichtet. Den Kern der Agenda bilden
17 Ziele für eine nachhaltige Entwick-
lung: die Sustainable Development
Goals (SDGs). Im Geschäftsbericht
2018 werden die Beiträge der Deut-
schen Telekom zu den SDGs kommu-
niziert und mit SDG-Symbolen ge-
kennzeichnet.
Deutsche Post DHL Group
Die Deutsche Post DHL Group ist der
weltweit führende Anbieter für Logis-
tik und Briefkommunikation. 2018
wurde ein Konzernumsatz von mehr
als 61,6 Mrd. Euro erwirtschaftet. Die
Deutsche Post DHL Group beschäf-
tigt Ende 2018 insgesamt 547 500
Mitarbeiter in mehr als 220 Ländern
und Territorien. Bezogen auf die An-
zahl der weltweit bei deutschen Un-
ternehmen beschäftigten Mitarbeiter,
ist der Konzern Deutsche Post DHL
Group – nach der Volkswagen AG –
der zweitgrößte deutsche Arbeitgeber.
Im Hinblick auf die umsatzstärksten
deutschen Unternehmen hat die
Deutsche Post DHL Group mit Platz
11 abgeschnitten (FAZ 3. Juli 2019).
Mit verantwortungsvollem unterneh-
merischen Handeln sowie dem Enga-
gement für Gesellschaft und Umwelt
leistet der Konzern einen positiven
Beitrag für die Welt. Der Konzern will
bis 2050 seine logistikbezogenen
CO2-Emissionen auf null reduzieren.
Dazu wurden bis 2025 vier Teilziele
gebildet: Als globales Ziel wird die
Steigerung der CO2-Effizienz gegen-
über dem Basisjahr 2007 um 50% an-
gestrebt. Als lokales Ziel gilt es, die
eigene Abholung und Zustellung zu
70% mit sauberen Konzepten durch-
zuführen. Als ökonomisches Ziel
wurde definiert, dass der Anteil des
Umsatzes mit umweltfreundlichen
Produkten und grünen Lösungen auf
über 50% anzuheben ist. Als gesell-
schaftliches Ziel sollen 80% der Mit-
arbeiter zu GoGreen-Experten zer-
tifiziert werden sowie jährlich eine
Million Bäume gemeinsam mit Part-
nerorganisationen gepflanzt werden.
2524 I. Die Standortentwicklung. | Die DAX-Unternehmen.
Bonn
106,48 Mrd./2
Düsseldorf
68,47 Mrd./7
München
296,48 Mrd./13
Walldorf
138,77 Mrd./1
Leverkusen
60,91 Mrd./2
Stuttgart
58,99 Mrd./2
Frankfurt a. M.
75,07 Mrd./6
Ludwigshafen
58,60 Mrd./1
Wolfsburg
75,38 Mrd./1
Hannover
42,46 Mrd./2
Bad Homburg
49,15 Mrd./2
Essen
91,73 Mrd./7
Hamburg
48,73 Mrd./10
Herzogenaurach
59,08 Mrd./2
Erlangen
36,59 Mrd./1
Darmstadt
18,24 Mrd./3
Neubiberg
20,70 Mrd./1
Aschheim
17,12 Mrd./1
Berlin
26,30 Mrd./4Bochum
25,21 Mrd./1
Marktkapitalisierung in Euro
und Anzahl der Unternehmen
nach Städten
Quelle: Analyse Simon-Kucher & Partners; Basis: finanzen.net,
Werte vom 16. Mai 2019; Marktkapitalisierung DAX30, MDAX, TecDAXSeite 15 von 45

26 27I. Die Standortentwicklung. | Das Handwerk.
2 400 Betriebe in Bonn
Das Handwerk bildet mit seiner klein-
und mittelbetrieblichen Struktur einen
wichtigen Bereich der lokalen Wirt-
schaft ab. Zum Jahresende 2018 waren
die Handwerksgruppen „Bau“ mit 566,
„Gesundheit und Körperpflege“ mit
531 und „Elektro/Metall“ mit 515 Be-
trieben am stärksten in der Bundes-
stadt vertreten. Insgesamt gibt es in
Bonn 2 412 eingetragene Betriebe,
die nach Schätzungen der Kreishand-
werkerschaft Bonn/Rhein-Sieg im
Durchschnitt 6 Mitarbeiter je Betrieb
(umgerechnet in Vollzeitbeschäftigte)
einen Arbeitsplatz bieten. Entsprechend
ist in der Summe von rund 15 000 so-
zialversicherungspflichtig Beschäftig-
ten beziehungsweise 17 000 Erwerbs-
tätigen – inklusive Unternehmern und
Familienangehörigen – auszugehen.
Diese erwirtschaften einen Jahres-
umsatz von rund 1,6 Mrd. Euro.
Hervorzuheben ist der Beitrag des
Handwerks zur Ausbildung junger
Menschen. Allein in Bonn absolvieren
circa 1 257 Lehrlinge eine Ausbildung
im breiten Spektrum der handwerk-
lichen Berufsfelder; die Zahl der Aus-
bildungsbetriebe lag im Jahr 2018
bei 446.
Nachwuchswerbung
Das Handwerk wirbt intensiv um Nach-
wuchs. So führte im Februar 2019 die
Handwerkskammer zu Köln in Koope-
ration mit der IHK Bonn/Rhein-Sieg
in der Stadthalle Bad Godesberg ein
Azubi-Speeddating für Handwerks-
berufe und IHK-Berufe durch. 117 Be-
triebe haben sich an dem bewährten
Veranstaltungsformat beteiligt. Auch
in der Stadthalle Bad Godesberg fand
zudem die 22. Ausbildungsbörse im
März 2019 statt. Die Veranstaltung
wurde gemeinsam von der Agentur
für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg, der IHK
Bonn/Rhein-Sieg und der Kreishand-
werkerschaft getragen. Darüber hinaus
stehen zahlreiche Programme bereit,
um Interessenten für das Handwerk zu
begeistern. Dazu gehört auch das Pro-
jekt „Karriereberatung für Studienaus-
steiger“. Dabei können Studentinnen
und Studenten, die unzufrieden mit
ihrer Situation sind erfahren, welche
Möglichkeiten und Chancen sich durch
eine berufliche Neuorientierung im
Handwerk ergeben können.
Frühjahrsumfrage
Bei der Konjunkturumfrage der Hand-
werkskammer zu Köln im Frühjahr
2019 bewerteten die Bonner Hand-
werksunternehmen die Wirtschafts-
lage mit 56,9% als gut, wenn auch
etwas schwächer gegenüber dem
Vorjahr (62,2%). Die Note „befriedi-
gend“ wurde von 39,7% der befragten
Bonner Betriebe vergeben (Vorjahr
32,4%). Zudem erwarteten 35,1% der
Bonner Handwerksbetriebe (Vorjahr:
37,5%) eine Verbesserung der Ge-
schäftslage, 61,4% gingen von einer
gleichbleibenden Entwicklung aus
(Vorjahr: 62,5%) und 3,5% erwartete
eine Verschlechterung (Vorjahr: 0%).
Auch die Arbeitsmarktbilanz ist in
Bonn schwächer ausgefallen: In 8,6%
der Betriebe (Vorjahr: 21,6%) war im
Frühjahr 2019 die Zahl der Beschäf-
tigten im Vergleich zum Herbst 2018
gestiegen, 72,4% der Bonner Unter-
nehmen meldeten eine gleichbleiben-
de Beschäftigtensituation (Vorjahr:
66,2%), während 19,0% eine Ver-
schlechterung sehen.
I.8
Das Handwerk.
Bonner Energie Agentur
Die Bonner Energie Agentur (BEA)
wurde im Jahr 2010 ins Leben ge-
rufen und gründete sich 2012 als
Verein. Zu den 22 Mitgliedern des
Vereins gehören auch die Innungen
der Bau- und Ausbauhandwerke, die
Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-
Sieg sowie die Handwerkskammer
zu Köln. Die BEA bietet für Interes-
sierte eine neutrale und unabhängige
Anlaufstelle zur Information rund
um energetisches Sanieren und Bau-
en sowie zum Einsatz erneuerbarer
Energien für private Immobilieneigner.
Beispielsweise wird mit der Vortrags-
reihe „Bau- und Sanierungstreff“ ein
breites Expertenwissen zu den unter-
schiedlichsten Themen angeboten.
www.bonner-energie-agentur.de
Fachkräfte-Bündnis
Bei der Berufsstarterbörse „Talente
im Dialog“ am 25. September 2018
konnten bereits zum siebten Mal
Schülerinnen und Schüler mit Unter-
nehmen, Institutionen oder Schulen
aus der Region zusammengeführt
werden. Bei der Veranstaltung in der
Stadthalle Troisdorf bot sich den
jungen Menschen die Möglichkeit,
sich mit mehr als 100 Ausbildungs-
berufen vertraut zu machen und
unterschiedliche Wege ins Berufs-
leben kennen zu lernen. Auch für
die 82 ausstellenden Unternehmen
war die Messe erneut ein Erfolg. Sie
gab ihnen die Gelegenheit, mit künf-
tigen Praktikanten oder Auszubil-
denden ins Gespräch zu kommen.
Das Handwerk präsentierte sich
mit engagierten Beiträgen: Innun-
gen stellten ihre Ausbildungsmög-
lichkeiten vor und Auszubildende
berichteten aus ihrem beruflichen
Alltag.
www.buendnis-fuer-fachkraefte.de
Handwerk im Dialog
Gemeinsam mit dem Vergabeamt
hat die Wirtschaftsförderung den
Dialog mit dem regionalen Hand-
werk weiter intensiviert. Im Rahmen
regelmäßiger Gespräche mit Ver-
tretern der Kreishandwerkerschaft
Bonn/Rhein-Sieg und der Hand-
werkskammer zu Köln existiert ein
Austausch zu den Beteiligungsmög-
lichkeiten für das regionale Hand-
werk in Bonn. Am 22. März 2019
fand der Frühjahrsempfang der
Handwerkskammer zu Köln in der
Bonner Geschäftsstelle, Godesber-
ger Allee, statt. Der Empfang dient
dem Dialog zwischen Handwerk
und der Kommunalpolitik. Kammer-
präsident Hans Peter Wollseifer –
ebenfalls Präsident des Zentralver-
bandes des Deutschen Handwerks
(ZDH) – mahnte beispielsweise die
Verbesserung der verkehrlichen Situ-
ation für die Handwerksbetriebe an.
Oberbürgermeister Sridharan hob
besonders die zwischen Stadt Bonn
und der Handwerkskammer zu Köln
entwickelte Mittelstandsinitiative
hervor. Sie stelle ein starkes Sig-
nal für attraktive Rahmenbedingun-
gen vor allem für kleine und mittle-
re Unternehmen auf kommunaler
Ebene dar. Dabei umfasst die Mit-
telstandsinitiative vier relevante
Themenfelder:
1. Arbeits- und Ausbildungsmarkt-
politik
2. Verkehrspolitik
3. Klimaschutz und Energiepolitik
4. Wirtschaftsförderung und Stadt-
entwicklung
Im März 2019 ist der langjährige
Hauptgeschäftsführer Dr. Ortwin
Weltrich aus der Handwerkskammer
zu Köln ausgeschieden. Die Vollver-
sammlung der Handwerkskammer zu
Köln hat auf ihrer Sondersitzung am
22. Juli 2019 den früheren NRW-Wirt-
schaftsminister Garrelt Duin einstim-
mig zum neuen Hauptgeschäftsführer
der Handwerkskammer gewählt.
Handwerksbetriebe in Bonn (am 31.12.2018)
Bau 566
Gesundheit, Körperpflege 531
Elektro, Metall 515
Handwerksähnliche Gewerbe 390
Holz 118
Glas, Papier, Keramik 126
Bekleidung, Textil 112
Nahrung 54
Gesamt 2 412
Quelle: Handwerkskammer zu Köln, Geschäftsbericht 2018
Ansprechpartner
Dr. Ulrich Ziegenhagen
Telefon: 0228 – 77 58 94
E-Mail: dr.ulrich.ziegenhagen@bonn.deSeite 16 von 45

28 29I. Die Standortentwicklung. | Regionale Kooperationen.
Regionale Zusammenarbeit
Die Stadt Bonn und der Rhein-Sieg-
Kreis sowie die kreisangehörigen
Kommunen pflegen eine langjähri-
ge enge Zusammenarbeit, die von
der Bildung und Fachkräfteentwick-
lung, über die Kooperation bei der
Verkehrsplanung und Flächenent-
wicklung bis hin zum Umweltschutz
sowie zu gemeinsamen Dienstleis-
tungen reicht. In der Region Bonn/
Rhein-Sieg/Ahrweiler besteht eben-
falls seit mehr als zwei Jahrzehnten
eine, über zwei Bundesländer hinweg
reichende, regionale Kooperation.
Dabei werden nicht nur gemeinsame
Messeauftritte (wie auf der Immo-
bilienmesse Expo Real) realisiert,
sondern es bestehen zudem seit
Jahren erprobte Arbeitsbeziehungen
bei der Unterstützung des struktu-
rellen Wandels bei Clusteransätzen
(wie Gesundheitswirtschaft oder
Geoinformation) sowie bei der Zu-
sammenarbeit von Wirtschaft und
Wissenschaft („Wissenschaftsregion
Bonn“).
Regionale Flächenstrategien
Vor dem Hintergrund des anhaltenden
massiven Flächendrucks auf die
Stadt Bonn, den Rhein-Sieg Kreis so-
wie auf den Kreis Ahrweiler sind im
Bereich der Siedlungs- und Gewerbe-
flächenentwicklung unterschiedliche
regional abgestimmte Strategien und
Maßnahmen geplant und bereits erste
Schritte erfolgt:
NEILA
Das Projekt NEILA – Nachhaltige
Entwicklung durch Interkommunales
Landmanagement in der Region
Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler - soll hel-
fen, die Flächennutzungskonflikte
innerhalb der funktional eng vernetz-
ten Region gemeinsam zu lösen und
die Folgewirkungen und -kosten der
Siedlungsentwicklung von Beginn an
zu berücksichtigen. Basierend auf der
langjährigen Zusammenarbeit in der
interkommunalen Kooperation strebt
der Regionale Arbeitskreis Bonn/
Rhein-Sieg/Ahrweiler (:rak) im NEILA-
Verbundvorhaben in Kooperation mit
der TU Dortmund, dem Institut für
Landes- und Stadtentwicklungspla-
nung sowie der WWG Königswinter
ein nachhaltiges regionales Wachs-
tum an. NEILA geht davon aus, dass
ein verbesserter Interessenausgleich
zwischen der Bundesstadt Bonn, dem
engeren städtischen Umland und
dem ländlichen Raum nur gelingen
kann, wenn Instrumente und Maß-
nahmen zum nachhaltigen Landma-
nagement und zur Reduzierung von
(Flächen-)Nutzungskonflikten inte-
griert gedacht und interkommunal
(„bottom-up“) abgestimmt sind.
Das Bundesministerium für Bildung
und Forschung (BMBF) hat das Ver-
bundvorhaben NEILA im Rahmen der
Fördermaßnahme „Stadt-Land-Plus“
in einem bundesweiten Wettbewerb
ausgewählt. Die Projektlaufzeit er-
streckt sich von 2018 bis 2023.
Kooperationsoffensive Bonn/
Rhein-Sieg
Die Industrie- und Handelskammer
(IHK) Bonn/Rhein-Sieg hat im Janu-
ar 2019, gemeinsam mit der Stadt
Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis, eine
Veranstaltung in Bad Godesberg
ausgerichtet. Über 200 Teilnehmen-
de aus Wirtschaft, Politik und Verwal-
tung diskutierten im Plenum sowie
in Workshops zu drängenden Fragen
der regionalen Zusammenarbeit. Im
Ergebnis ist es zu Vereinbarungen
gekommen, die dem Vorbild der regi-
onalen Zusammenarbeit bei den Ge-
werbeflächen ähneln: So sollen auch
Verkehrs- und Mobilitätskonzepte
sowie ein regionales Wohnraumkon-
zept gemeinsam entwickelt werden.
Es wurde angeregt, die Veranstaltung
in einem zweijährigen Turnus durch-
zuführen.
Interkommunale Gewerbeflächen-
entwicklung Bonn/Alfter/Bornheim
Die Region Bonn prosperiert. Bedarfs-
und passgenaue Flächenangebote
an ansiedlungs-, expansions- sowie
verlagerungsinteressierte Unterneh-
men zu vermitteln, gestaltet sich ins-
besondere in der Stadt Bonn immer
schwieriger. Um die Unternehmen
und ihre Arbeitsplätze in der Region
halten zu können und neue Gewerbe-
treibende hinzu zu gewinnen, ist die
I.9
Regionale Kooperationen.
Ausweisung neuer (interkommunaler)
Gewerbeflächen unerlässlich.
Die Gremien von Alfter, Bonn und
Bornheim haben beschlossen, das
etwa 28 ha umfassende Gewerbege-
biet Alfter Nord in interkommunaler
Zusammenarbeit zu entwickeln. Ziel
ist insbesondere eine partnerschaft-
liche Ansiedlungsstrategie mit einem
gemeinsam festgelegten Nutzungs-
konzept, einem frühzeitigen Aus-
tausch von Informationen und Mit-
spracheregelungen insbesondere bei
der Ansiedlung von Unternehmen.
Für die Prozessgestaltung ist eine
„kommunale Arbeitsgemeinschaft“
zur Unterstützung, Beratung und Qua-
litätssicherung vorgesehen.
Interkommunale Gewerbeflächen-
entwicklung zwischen den Städten
Bonn und Rheinbach
Die Fläche „Am Wolbersacker“ ist auf
den künftigen Regionalplan ausge-
richtet, der eine Flächenausweisung
für Gewerbe- und Industrieflächen bis
2035 anstrebt. Grundlage für die in-
terkommunale Zusammenarbeit ist
ein vom Büro Stadt- und Regional-
planung Dr. Jansen GmbH erstelltes
Fachgutachten. Erstmalig wurde ein
Regionales Gewerbeflächenkonzept
entwickelt und die Fläche Am Wol-
bersacker mit einem Letter of Intent
(LOI) in den Dialog mit der Bezirksre-
gierung eingebracht. Eine interkom-
munale Arbeitsgruppe, bestehend
aus Stadtplanung und Wirtschaftsför-
derung der Städte erarbeiten Kriterien
und Verfahren zur Entwicklung und
Vermarktung des Gebietes.
Im Vordergrund steht die Prüfung der
Frage, inwieweit neben den positiven
Struktureffekten, Kosten und Erträge
(Gewerbesteuern) verbindlich geklärt
werden können.
Region Köln/Bonn e.V.
Kooperationen auf der Ebene der
Region Köln/Bonn bestehen aus
einer Zusammenarbeit der drei kreis-
freien Städte Köln, Bonn und Lever-
kusen sowie der Landkreise Rhein-
Sieg-Kreis, Rhein-Erft- Kreis, Rhein-
Kreis-Neuss, Oberbergischer Kreis
und Rheinisch-Bergischer Kreis. Aus
der vielfältigen Arbeit des Vereins,
hat die Erarbeitung eines Agglomera-
tionskonzeptes eine besondere Be-
deutung erlangt. Das Agglomerations-
konzept hat ein räumliches Zielbild
für die Entwicklung der Gesamtregion
bis 2040+ zum Ziel und stellt ein re-
gionales Fachkonzept als Beitrag zur
formellen Regionalplanung dar. Das
Konzept kann als Argumentationshil-
fe für strategische Diskussionen vor
Ort herangezogen werden. Auf Basis
des Konzeptes sollen Kooperationen
und Schlüsselprojekte identifiziert
werden. Aktuell befindet man sich in
der dritten und abschließenden Pha-
se des Prozesses. Das Projekt wird
mit Mitteln der EU und des Landes
Nordrhein-Westfalen im Rahmen des
Europäischen Fonds für Regionale
Entwicklung 2014-2020 (EFRE 2014-
2020) gefördert.
www.region-koeln-bonn.de
Metropolregion Rheinland e.V.
Die Stadt Bonn ist Gründungsmitglied
des Metropolregion Rheinland e.V.
Die Metropolregion zählt rund 8,6
Millionen Einwohner und umfasst 23
Landkreise und kreisfreie Städte so-
wie die Städteregion Aachen in den
Regierungsbezirken Düsseldorf und
Köln in Nordrhein-Westfalen. Nach
Gründung im Jahr 2017 und Aufnahme
der Arbeit hat der Vorstand des Ver-
eins am 22.01.2019 Frau Kirsten Jahn
und Frau Ulla Thönnissen zur neuen
Doppelspitze in der Geschäftsführung
berufen. Ziel des Vereins ist es, durch
geeignete Maßnahmen die Zusam-
menarbeit der kommunalen Gebiets-
körperschaften und Wirtschaftskam-
mern im Rheinland auf politischer,
wirtschaftlicher und der Ebene der
Verwaltung zu intensivieren, hin zu ei-
ner Metropolregion von europäischer
Bedeutung. Oberbürgermeister Ashok
Sridharan leitet die AG Standort-
marketing.
www.metropolregion-rheinland.de
Ansprechpartner
Dr. Ulrich Ziegenhagen
Regionalbeauftragter der Stadt Bonn
Telefon: 0228 – 77 58 94
E-Mail: dr.ulrich.ziegenhagen@bonn.deSeite 17 von 45

30 31I. Standortentwicklung. | Standortmarketing.
Standortmarketing ist für einen
Wirtschaftsstandort von zentraler
Bedeutung wenn es darum geht,
Investoren, Unternehmen und quali-
fizierte Arbeitskräfte am Standort zu
halten oder von einer Ansiedlung zu
überzeugen. Globalisierung, demo-
grafischer Wandel und die durch das
Internet ausgelöste Marketingrevo-
lution stellt die Kommunen vor neue
Herausforderungen. Das Standort-
marketing bewirbt den Wirtschafts-
standort national und international.
Es gilt, den attraktiven Wirtschafts-
und Wissenschaftsstandort bei den
Zielgruppen Investoren, Unternehmen
und Fachkräfte zu positionieren und
nachhaltig ins Gespräch zu bringen.
Internationales
Standortmarketing
Die Aufgabe des internationalen
Standortmarketings besteht darin,
ausländische Unternehmen und
Investoren über die Standortvorteile
Bonns zu informieren und für die
Stadt zu gewinnen, die internationale
Wettbewerbsfähigkeit Bonns zu
fördern und die Wahrnehmung der
Stadt Bonn als Wirtschaftsstandort
im Ausland zu stärken.
„Wirtschaftsbotschafter /
Wirtschaftsbotschafterin“
Die „Wirtschaftsbotschafter /
Wirtbotschafterinnen“ unterstützen
die Wirtschaftsförderung bei Ihrer
Imagewerbung für den internationalen
Wirtschaftsstandort. Ausgewählte
Persönlichkeiten aus Wirtschaft und
Wissenschaft mit hoher Verbunden-
heit zur Stadt Bonn werden zu „Wirt-
schaftsbotschaftern / Wirtschafts-
botschafterinnen“ ernannt. Sie
verfügen über eine herausragende
Reputation und internationale Ver-
netzung. Die Wirtschaftsbotschafter
vermarkten den Standort aus erster
Hand und nutzen dabei ihre umfas-
senden Netzwerke. 24 Persönlich-
keiten des Bonner Wirtschaftslebens
wurden bislang mit dem Ehrentitel
ausgezeichnet. In diesem Jahr er-
nannte Oberbürgermeister Ashok
Sridharan Carolin Schaefer, Inhaberin
des Modelabels CaroLines, Klaus
Uckel, Leiter des Projektträgers im
Deutschen Zentrum für Luft- und
Raumfahrt (DLR) sowie Dirk Back-
ofen, Leiter Telekom Security und
Vorsitzender des Vereins Cyber
Security Cluster Bonn.
Delegationen
Um wirtschaftliche Kooperationen
anzuregen, betreut die Wirtschafts-
förderung ausländische Delegatio-
nen. Beispielsweise informierten sich
im Juli 2019 zwei Wirtschaftslandes-
räte aus den Bundesländern Wien
und Niederösterreich über Themen
der Cybersicherheit und der regiona-
len Zusammenarbeit. Landesrätin Dr.
Petra Bohuslav leitet in Niederöster-
reich das Ressort für Wirtschaft, Tou-
rismus und Sport, und das Bundes-
land Wien war durch den Stadtrat und
Kommerzialrat Peter Hanke, der das
Ressort für Finanzen, Wirtschaft, Digi-
talisierung und Internationales leitet,
vertreten. Für die Bonner Wirtschafts-
förderung sieht Victoria Appelbe hier
I.10
Standortmarketing.
auch die Möglichkeit zu konkreten
Kooperationen: „Als Mitvorstand des
Cyber Security Cluster Bonn werde
ich mich dafür einsetzten, dass diese
beiden Cluster in einen engen Aus-
tausch eintreten werden.“
Alles neu: bonn.de
Ob Smartphone, Tablet oder PC: Der
neue Internetauftritt präsentiert sich
auf allen Endgeräten ansprechend,
übersichtlich, modern und hat noch
weniger Barrieren als bisher. Im
Mittelpunkt der Nutzung steht eine
prominente Suche, von der aus sich
das mehrere tausend Seiten um-
fassende Angebot leicht erschließt.
Auch der englischsprachige Inter-
netauftritt wurde überarbeitet und
bietet internationalen Interessenten
und Investoren besseren Zugang
zu Informationen und den richtigen
Ansprechpartnerinnen und Ansprech-
partnern bei der Bonner Wirtschafts-
förderung.
Regionales
Wirtschaftsmarketing
Das regionale Wirtschaftsmarketing
wird von den drei Gebietskörper-
schaften Stadt Bonn, des Rhein-Sieg-
Kreises und des Kreises Ahrweiler
finanziert und hat die Zielsetzung,
Unternehmensansiedlungen und –in-
vestitionen zu akquirieren und für den
Wirtschaftsstandort Region Bonn zu
werben. Hierbei werden unterschied-
liche Instrumente genutzt, die von
Print-Produkten bis hin zu Messeauf-
tritten und Unternehmensveranstal-
tungen reichen. Damit werden die
unterschiedlichen Facetten der Wirt-
schaftsregion und die Potenziale der
Region präsentiert. Der Grundstein
für die gemeinsame Vermarktung
wurde 1991 mit dem Bonn/Berlin-
Beschluss gelegt. Die Federführung
des regionalen Wirtschaftsmarketings
liegt bei der Wirtschaftsförderung der
Stadt Bonn.
Expo Real
Die Region Bonn präsentiert sich
regelmäßig auf der europäischen Leit-
messe für Gewerbeimmobilien „Expo
Real“ in München. Auf dem Gemein-
schaftsstand der Region Bonn mit
insgesamt sieben Mitausstellern wurde
auch im Jahr 2018 das Fachpublikum
aus der Immobilienwirtschaft ange-
sprochen. Die Angebote reichten von
attraktiven Gewerbegebieten über
Immobilienprojekte bis hin zu Dienst-
leistungsangeboten der Immobilien-
wirtschaft. Im Rahmen des regionalen
Wirtschaftsmarketings wird seit 1999
ein Gemeinschaftsstand auf dieser
Messe organisiert und für die Poten-
ziale der Region Bonn für Immobilien-
investitionen geworben. Darüber
hinaus ist Bonn auf der MIPIM,
einer internationalen Immobilien-
messe in Cannes, vertreten. Seit 2012
ist Bonn Mitaussteller auf dem Gemein-
schaftsstand des Landes NRW.
www.exporeal.de
www.mipim.com
Dynamische Region Bonn
Die Bundesstadt Bonn profitiert
von ihrer zentralen Lage im erwei-
terten Europa der Regionen und
bildet zusammen mit dem Rhein-
Sieg-Kreis und dem Kreis Ahrwei-
ler einen dynamischen Entwick-
lungsraum mit über einer Millionen
Einwohnern. Die Region hat den
strukturellen Wandel von der
Hauptstadtregion zur international
orientierten Wirtschafts- und Wis-
senschaftsregion erfolgreich voran-
getrieben und gilt als dynamischer
Wachstumsraum. So hat die Zahl der
Erwerbstätigen von etwa 402 900
im Jahr 1991 auf 542 400 im Jahr
2017 zugenommen (+139 500 be-
ziehungsweise +34,6%).
Ansprechpartner
Regionales Wirtschaftsmarketing/MIPIM
Thomas Poggenpohl
Telefon: 0228 – 77 57 88
E-Mail: thomas.poggenpohl@bonn.de
Internationales Standortmarketing
Frauke Jenke
Telefon: 0228 – 77 58 40
E-Mail: frauke.jenke@bonn.de
Wachstum der Erwerbstätigen in der Region
(in Tausend)
1991 2017 in %
Bonn 188,0 247,0 +31,4
Rhein-Sieg 175,3 241,8 +37,9
Ahrweiler 39,6 53,6 +35,6
Region Bonn 402,9 542,4 +34,6
NRW 8 053,8 9 423,8 +17,0
Bund 38 790,0 44 269,0 +14,1
Quelle: Arbeitskreis „Erwerbstätigenrechnung des Bundes
und der Länder“ (nach Revision), eigene DarstellungSeite 18 von 45

32 33
II. Der Wirtschaftsstandort.Seite 19 von 45

34 353534
II.1
Service für den Mittelstand.
II. Der Wirtschaftsstandort. | Service für den Mittelstand.
Mittelstand in Zahlen
Über 99% aller Bonner Betriebe sind
mittelständisch geprägt und beschäf-
tigen etwa 57% aller Arbeitnehmerin-
nen und Arbeitnehmer in der Stadt.
Daher sind die Dienstleistungen der
Wirtschaftsförderung besonders auf
diese für die lokale Ökonomie so
wichtige Zielgruppe ausgerichtet.
Zielsetzung des Service Center Wirt-
schaft der Bonner Wirtschaftsför-
derung ist es, unternehmerische An-
liegen an die Stadt intensiv zu ko-
ordinieren und zu begleiten. So hat
das Service Center Wirtschaft die
Funktion als erste Anlaufstelle für
alle Fragen bezüglich Existenzgrün-
dung, Unternehmensentwicklung
oder Neuansiedlung innerhalb der
Stadtverwaltung. 2018 hat das Team
insgesamt 328 Existenzgründungs-
vorhaben begleitet sowie 581 an-
siedlungsinteressierte und ansässige
Unternehmen bei ihren Vorhaben im
Stadtgebiet unterstützt. Insgesamt
hat das Service Center Wirtschaft im
Jahr 2018 damit 909 Anliegen und
Vorhaben bearbeitet, im Vorjahr lag
die Gesamtzahl bei 846 (siehe Tabelle).
Unternehmensbetreuung
Die Service- und Beratungsbausteine
im Überblick:
• „Lotsenfunktion“ durch die Verwal-
tung
• Begleitung von bauordnungs- und
gewerberechtlichen Genehmigungs-
verfahren
• Bereitstellung von städtischen
Gewerbegrundstücken
• Vorklärung planungsrechtlicher und
bauordnungsrechtlicher Fragen
• Vermittlung von Ansprechpartnern
in der Verwaltung, in Kammern und
Banken sowie bei Wissenschafts-
einrichtungen
Existenzgründungsberatung
Die Gründungsberaterinnen und -be-
rater unterstützen auf dem Weg in die
berufliche Selbständigkeit und stehen
Start-Ups auch in den ersten Jahren
nach der Gründung für Fragen der Un-
ternehmensfestigung zur Verfügung.
Ein besonderer Fokus in der Förderung
von Existenzgründungen liegt auf den
wissensintensiven Dienstleistungen.
Mit der Initiative „BonnProfits Start-up-
Services“ motivieren die Bonner Wirt-
schaftsförderung und die Sparkasse
KölnBonn Existenzgründerinnen und
–gründer professionell an ihren Ge-
schäftsideen zu arbeiten und diese
erfolgreich umzusetzen. Somit soll die
Gründungskultur in Bonn insgesamt
gefördert werden. Ergänzt werden die
Dienstleistungen durch ein preisgüns-
tiges und attraktives Büroangebot
im BonnProfits Innovations- und Grün-
dungszentrum im Bonner Bundes-
viertel.
Immobilienservice
Der Immobilienservice arbeitet sehr eng
mit den Anbietern von Büro- und Gewer-
beflächen zusammen, unabhängig da-
von, ob es sich um die Eigentümer oder
die Maklerunternehmen handelt. An-
fragen ansiedlungs- oder verlagerungs-
interessierter Firmen und Einrichtungen
können so schnell, neutral und bedarfs-
orientiert bedient werden.
Finanzierungs- und
Fördermittelberatung
Das Service Center Wirtschaft bietet
für Existenzgründungen wie auch eta-
blierten mittelständischen Unterneh-
men eine Finanzierungs- und Förder-
mittelberatung an, die die vielfältigen
Möglichkeiten der Finanzierung und
Förderung von unternehmerischen
Investitionen, der Schaffung von
Liquidität oder der Verbesserung der
Energieeffizienz durch öffentliche und
private Finanzgeber beinhaltet.
Unternehmensnetzwerke
Oberbürgermeister und Wirtschafts-
förderung veranstalten verschiedene
Netzwerke und Unternehmerrunden
für die Wirtschaft, sei es für größere
Unternehmen (Rathausrunde Wirt-
schaft), für die Wirtschaft als Ganzes
(Bonner Wirtschaftsgespräche), für
bestimmte Branchen (Gesprächskreis
Produzierende Unternehmen, Cyber-
sicherheit, Informations- und Kom-
munikationstechnologie, Gesundheit,
Geoinformationswirtschaft) oder in
den Gewerbegebieten (Gewerbege-
bietsgespräche).
Weiterreichende und regelmäßige In-
formationen sind über www.bonn.de,
www.bonnprofits.de, den E-Mail-
Newsletter der Bonner Wirtschafts-
förderung sowie das Profil der Bonner
Wirtschaftsförderung im XING-Netz-
werk erhältlich.
Bonner Wirtschaftsgespräche
1997 hatte die Stadt Bonn erstmals
führende Vertreter aus Wirtschaft,
Wissenschaft, Politik und Verwal-
tung zu einem Open-Air-Empfang
in die Innenhöfe des Alten Rathaus
eingeladen. Seitdem ist die Ver-
anstaltung stetig gewachsen und
fand in diesem Jahr zum siebten
Mal auf dem Vorplatz der Bonner
Oper statt. Die Bonner Wirtschafts-
gespräche finanzieren sich fast
ausnahmslos aus den Geld- und
Sachleistungen der vielen Sponsor-
partner und sind vor allem auch ein
Event von Unternehmen für Unter-
nehmen, bei der der Oberbürger-
meister und die Wirtschaftsförderin
die Rollen als Veranstalter über-
nehmen. Dem Veranstaltungsformat
und dem diesjährigen Motto „Platt-
form für Ideen“ folgten rund 1 300
Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft,
Politik und Verwaltung zum Get-
together.
www.bonner-wirtschaftsgespraeche.de
Zeitraum 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Ansiedlungs- und Investitionsvorhaben 163 163 191 213 262 218 194
Anliegen von Bestandsunternehmen 227 235 244 316 319 352 387
Existenzgründungsvorhaben 312 241 328 344 383 276 328
Summe 702 639 763 873 964 846 909
Quelle: Bonner Wirtschaftsförderung
Ansprechpartner
Stefan Sauerborn
Service Center Wirtschaft
Telefon: 0228 – 77 57 54
E-Mail: stefan.sauerborn@bonn.de
Bilanz Service Center Wirtschaft
Unser Unternehmen
expandiert am
Standort und die
Wirtschaftsförderung war für
uns immer ein guter Partner.“
Mathias Düren Transport GmbH & Co. KG
Stefan, Mathias und Thomas Düren, GeschäftsführerSeite 20 von 45

36 3736
II.2
Beispiele für
Unternehmensvorhaben.
37II. Der Wirtschaftsstandort. | Beispiele für Unternehmensvorhaben.
KPE Projektentwicklung
GmbH & Co KG
Das Wiesbadener Immobilienunter-
nehmen KPE Projektentwicklung
plant, erstellt und verwertet seit
1999 mit ihrer Unternehmensgruppe
bundesweit erfolgreich Geschäfts-,
Handels- und Büroimmobilien. Vo-
raussichtlich bis Ende 2019 wird KPE
ein Neubauprojekt in Bonn-Tannen-
busch, Ecke Soenneckenstraße /
Brühler Straße, abschließen. Das Bü-
rogebäude verfügt über insgesamt
6 100 qm und wird für etwa 430
Beschäftigte moderne Büroflächen
bieten. Rund 50% der Liegenschaft
sind bereits an ein Versicherungs-
unternehmen vermietet, die weitere
Vermarktung übernimmt der Bonner
Büroimmobilienberater Larbig &
Mortag. Die Wirtschaftsförderung
hat das Projekt bei der Standort-
beratung, der Markterkundung und
beim Genehmigungsverfahren be-
gleitet und unterstützt.
Gründungen
Vet-Dogs
Mit Vet-Dogs wurde Deutschlands
erster Online Tierarzt eröffnet. Die
Gründerin und Tierärztin Anja Kruse
möchte mit Hilfe einer Gesundheits-
Plattform Hundebesitzern als erste
Anlaufstelle mit tierärztlichem Rat
dienen. Ihre Angebote umfassen da-
bei eine schriftliche sowie eine Video
Beratung, eine individuelle Ernäh-
rungsberatung, als auch verschiedene
Onlinekurse, mit denen von zu Hause
aus gelernt werden kann. Zusätzlich
teilt die Gründerin ihr tierärztliches
Wissen auf ihrem eigenen Hundeblog,
in dem sich alles um Gesunderhal-
tung, Krankheitsbilder und Ernährung
dreht. Die Wirtschaftsförderung be-
treute das Unternehmen in der Grün-
dungsphase und hat die Gründerin im
Rahmen der Businessplanerstellung
beraten.
Alexandra Matzke
Alexandra Matzke ist in eigener Praxis
in Bonn als systemischer Coach, Me-
ditationslehrerin und Psychoonkolo-
gische Beraterin tätig. Sie unterstützt
Einzelpersonen dabei, scheinbar
ausweglose Lebenssituationen erfolg-
reich bewältigen zu können. Für
Gleichstellungsstellen, Personalab-
teilungen und Betriebliches Gesund-
heitsmanagement konzipiert und hält
sie Vorträge und Workshops. Frau
Matzke beteiligte sich in der ersten
Phase ihrer Selbstständigkeit an ver-
schiedenen Veranstaltungen der Wirt-
schaftsförderung.
Unique Fitness
Das Unique Fitness Fitnessstudio in
der Franzstraße 40 steht für funktio-
nelles Gruppentraining. Valentina
Stoyanova, Gründerin von Unique
Fitness, bietet gemeinsam mit ihrem
Team Ganzkörpertraining mit Fokus
auf Rumpf- und Rückenkräftigung an.
In 60-minütigen Einheiten arbeitet
jeder auf seinem eigenen Leistungs-
niveau und führt seinen individuali-
sierten Trainingsplan mithilfe eines
Coaches durch. Ziel des Unterneh-
mens ist ein ganzheitlicher Ansatz
und das Wohlbefinden der Kunden.
Im Unterschied zum herkömmlichen
Fitnesstraining wird mit dem eigenen
Körpergewicht oder freien Gewichten
trainiert, nicht aber an Fitnessgeräten.
Die Gründerin hat in der Gründungs-
phase das Beratungsangebot der
Wirtschaftsförderung genutzt und in
der Folgezeit verschiedene Veranstal-
tungen besucht.
Expansionen
B.A.D Gesundheitsvorsorge und
Sicherheitstechnik GmbH
Das Unternehmen B.A.D wurde vor
43 Jahren in Bonn gegründet und
ist einer der führenden Dienstleister
im Arbeits- und Gesundheitsschutz
an europaweit insgesamt 280 Stand-
orten. Die Dienstleistungen umfas-
sen die Themen Medizin, Technik,
Gesundheitsmanagement sowie
Managementsysteme. Ende 2018
betreute die B.A.D-Gruppe mit 4 551
Experten rund 280 000 Betriebe
mit über 4 Millionen Beschäftigten in
Deutschland und Europa. In dem zu-
künftigen fünften Gebäude am Haupt-
sitz in Bonn-Beuel werden rund 60
neue Mitarbeiter ab 2020 ihre Ar-
beitsplätze einnehmen. Die Wirt-
schaftsförderung begleitete das Un-
ternehmen beim Planverfahren zum
vorhabenbezogenen Bebauungsplan
sowie beim Baugenehmigungsver-
fahren für den Büroneubau.
Mathias Düren Transport
GmbH & Co. KG
Die 1880 gegründete Mathias Düren
Transport GmbH & Co. KG ist ein regi-
onal verwurzeltes mittelständisches
Familienunternehmen, das als Logis-
tikspezialist vielfältige Dienstleistun-
gen für Privat- und Firmenkunden an-
bietet. Das expandierende Unterneh-
men hat sich auf innovative Logistik-
lösungen im Bereich Selfstorage spe-
zialisiert. Der neue „Bonn Storage
Service“ bietet Premium-Einlagerung
in einer voll automatisierten Lagerhal-
le in der Friesdorfer Straße in Bonn-
Bad Godesberg. Hier finden mehr als
150 Container Platz, in denen kurz-
und langfristig Möbel und alle weite-
ren mobilen Gegenstände aus dem
privaten Bereich sowie von Unterneh-
men sicher und geschützt eingelagert
werden können. Die Beladung der zu
mietenden Container erfolgt entwe-
der direkt an der Lagerhalle oder bei
den Kunden vor Ort. Der Strom für
das innovative Kran-System wird über
eine Photovoltaikanlage auf dem
Dach der Halle produziert. Die Wirt-
schaftsförderung begleitete das
Unternehmen beim Neubau in sämt-
lichen genehmigungsrechtlichen Be-
langen sowie bei der Herstellung der
versorgungsrechtlichen Infrastruktur.
Autobahn Tank & Rast Gruppe
GmbH & Co. KG
Die Tank & Rast Gruppe ist ein füh-
render Anbieter von Dienstleistungen
für die mobile Gesellschaft. Mit sei-
nen Franchisepartnern ermöglicht
das Unternehmen jedes Jahr rund
500 Millionen Reisenden eine er-
holsame Pause an seinen bundes-
weit circa 400 Raststätten. Darüber
hinaus entwickelt die Tank & Rast
Gruppe nachhaltige Mobilitäts- und
lnfrastrukturlösungen, die das Rei-
sen effizienter und attraktiver ma-
chen. Zudem bieten die Raststätten
ein vielseitiges gastronomisches
Angebot. Die Franchisezentrale in
Bonn ist Arbeitsplatz für rund 450
Mitarbeiter und weitere 50 Mitarbei-
ter sind in den letzten Jahren hinzu-
gekommen. Der Anspruch ist, allen
Mitarbeitern einen attraktiven Ar-
beitsplatz zu bieten und so wurde in
Nähe zur Zentrale eine zweite Büro-
immobilie in der Godesberger Allee
angemietet. Die Wirtschaftsförde-
rung stellte auf Basis des Anforde-
rungsprofils ein umfängliches Ex-
posé zusammen und lieferte so den
Hinweis auf das nun angemietete
Objekt.
Ansiedlungen
Landmarken AG
Die Landmarken AG gewann im Jahr
2018 den Investorenwettbewerb
zum Bau eines Hotels am Erzberg-
erufer in Bonn. Seit über 30 Jahren
realisiert das Unternehmen Projekte
in den Bereichen Büro- und Spezial-
immobilien, unter anderem Verwal-
tungsbauten, Forschungsimmobilien,
Hotelprojekte, Sonder- und Denk-
malschutzobjekte. Das Konzept des
für 2020 voraussichtlich fertigge-
stellten Hotels soll die Stadt zum
Rhein hin öffnen. Die gläserne „Pa-
norama-Fuge“ im Erdgeschoss des
Hotels, die Lobby und Restaurant in
eine Art „Bel-Etage“ mit Rheinblick
verwandelt, wird die Beziehung der
Stadt Bonn zum Rhein sichtbar ma-
chen. Mit dem Entwurf des Hotels ge-
wann die Landmarken AG den zwei-
ten Platz beim polis Award 2019 in
der Kategorie „Reaktivierte Zentren“.
Die Wirtschaftsförderung führte die
Ausschreibung für die Grundstücks-
vergabe durch und schloss mit dem
Unternehmen den Kaufvertrag.Seite 21 von 45

38 39II. Der Wirtschaftsstandort. | Existenzgründungen.
II.3
Existenzgründungen.
Unternehmensgründungen sind von
großer Bedeutung für die wirtschaftli-
che Dynamik und die Erneuerung der
kommunalen Wissensbasis. Dabei ist
zu unterscheiden zwischen gewerbli-
chen und freiberuflichen Existenz-
gründungen.
Gewerbliche Gründungen
rückläufig
Die Zahl der Gewerbegründungen lag
in Bonn im Jahr 2018 bei 2 295. Damit
sind die Gründungen in Bonn um -12,3%
deutlich rückläufig, in NRW insgesamt
lag die Abnahme bei -3,7%. Die Zahl
der Gewerbeabmeldungen hat sich
in Bonn um 7,2% verringert und lag
im Jahr 2018 bei 2 290, während im
Landesdurchschnitt die Abmeldungen
mit -1,8% mit geringerer Dynamik rück-
läufig waren. Aufgrund der rückläufi-
gen Gewerbeanmeldungen und weni-
ger –abmeldungen im Jahr 2018 ergab
sich in Bonn ein minimal positiver Saldo
der Nettogründungen in Höhe von
plus 5 (Vorjahr: +148).
Bonn attraktiv für frei-
berufliche Gründungen
Mit der Studie „Freiberufliche Existenz-
gründungen in Deutschland und seinen
Regionen im Jahr 2014“ hat das
Institut für Mittelstandsforschung
(IfM) auf der Basis von Daten der
Finanzverwaltung die Anzahl der
Existenzgründungen in den Freien
Berufen erstmals umfassend ermit-
telt. Insgesamt wird die Anzahl der
freiberuflichen Gründungen im Jahr
2014, bundesweit auf 81 100 Grün-
dungen geschätzt. Das Gründungs-
geschehen der Freien Berufe kon-
zentriert sich vor allem auf die
Großstädte, wobei die IfM-Forscher
vermuten, dass diese dann beson-
ders attraktiv für Gründungen der
Freien Berufe sind, „…wenn die
örtliche Nachfrage nach Dienstleis-
tungen durch Regierungs-, beziehungs-
weise Verwaltungseinrichtungen, Un-
ternehmenszentralen und/oder zahl-
reiche kulturelle Institutionen stimu-
liert wird. Zudem generieren ansässige
Hochschulen sowie andere Bildungs-
und Forschungseinrichtungen ein gro-
ßes Arbeitskräftepotenzial für Freie
Berufe mit tendenziell hoher Affinität
zur Selbstständigkeit.“
Nach aktuellen (noch unveröffent-
lichten) Angaben des IfM Bonn liegt
die Zahl der freiberuflichen Grün-
dungen im Jahr 2018 bundesweit
bei 90 376, in Bonn bei 685. Damit
starteten 2018 in Bonn unter 10 000
Personen im erwerbsfähigen Alter
rund 33 Personen eine freiberufliche
Selbstständigkeit, im Landesdurch-
schnitt NRW waren es nur 19 Per-
sonen und im Bundesdurchschnitt
18 Personen pro 10 000 Einwohner
im erwerbsfähigen Alter. Die Stadt
Bonn erreicht mit dieser Gründungs-
intensität für Freie Berufe Rang 10
unter allen Stadt- und Landkreisen
Deutschlands. Die vier ersten Rang-
plätze nehmen Berlin (52 freiberuf-
liche Existenzgründungen/10 000
Einwohner im erwerbsfähigen Alter),
Leipzig (44), Köln (43) und Düssel-
dorf (41) ein. Im Westen Deutschlands
zeichnen sich damit die drei genannten
Großstädte der Rheinschiene als gute
Standorte für freiberufliche Existenz-
gründungen aus.
Weniger Insolvenzen
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen
in Bonn war im Jahr 2018 um -12,0%
gegenüber dem Vorjahr rückläufig, auf
NRW-Ebene gab es ebenfalls weniger
Unternehmensinsolvenzen, allerdings
mit -5,4% nicht so stark ausgeprägt. In
Bonn stellten im Jahr 2018 insgesamt
73 Unternehmen einen Antrag auf
Eröffnung eines Insolvenzverfahrens,
2017 waren es noch 83 Unternehmen.
Die Zahl der von den Unternehmensin-
solvenzen betroffenen Beschäftigten
lag 2018 bei 696 (Vorjahr: 569), die
Forderungen notierten in der Höhe von
circa 193 Millionen Euro (Vorjahr: 962
Mio. Euro).
Selbstständigenquote
rückläufig
Die Selbstständigenquote erfasst den
prozentualen Anteil der Selbstständi-
gen an allen Erwerbstätigen am Arbeits-
ort. Die Zahl der Selbstständigen lag
in Bonn – nach den derzeit aktuell
vorliegenden Daten im Jahr 2017 bei
17 500 Personen (Vorjahr: 17 900);
die der Erwerbstätigen bei 247 000.
Dies entspricht einer gegenüber dem
Vorjahr leicht gesunkenen Selbststän-
digenquote von 7,1% (Vorjahr: 7,4%)
in Bonn. Dabei ist anzumerken, dass
sich die Quote sowohl durch die abso-
lut rückläufige Zahl der Selbstständigen
verändert hat (-400) als auch durch
die Veränderung der Bezugsgröße.
So ist die Zahl der Erwerbstätigen
zwischen 2016 und 2017 um 3 800
gewachsen. Dabei geht das Wachs-
tum vollständig auf Arbeitnehmer -
gemäß der Definition des Statistischen
Bundesamtes Arbeiter, Angestellte,
Beamte, Soldaten und Auszubildende –
zurück. Die Selbstständigenquote für
NRW insgesamt liegt für 2017 bei 9,0%,
sie ist im Vergleich zum Vorjahr damit
um 0,2-Prozentpunkte rückläufig.
Gewerbean- und -abmeldungen in der Stadt Bonn von 2008 bis 2018
Jahr Anmeldungen Abmeldungen Saldo
2008 3 337 2 883 454
2009 3 236 2 813 423
2010 3 323 2 827 496
2011 3 290 2 705 585
2012 3 011 2 693 318
2013 3 040 2 612 428
2014 2 841 2 573 268
2015 2 788 2 600 188
2016 2 724 2 801 -77
2017 2 617 2 469 148
2018 2 295 2 290 5
Quelle: IT.NRW, eigene Berechnungen
Unternehmensinsolvenzen in Bonn
Jahr Insolvenzen
2008 153
2009 194
2010 168
2011 176
2012 144
2013 128
2014 142
2015 113
2016 87
2017 83
2018 73
Quelle: IT.NRW
0
2
4
6
8
10
12
Selbstständigenquote 2007 bis 2017
8,1% 10,1%
7,9% 9,9%
7,7% 9,8%
7,8% 9,8%
7,9% 9,8%
7,9% 9,7%
Quelle: Arbeitskreis „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ (Revision 2015), eigene Berechnungen
NRWBonn
7,7% 9,5%
7,6% 9,4%
7,6% 9,3%
7,4% 9,2%
7,1% 9,0%
2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017
12%
10%
8%
6%
4%
2%
0%Seite 22 von 45

40 41
Eine Ausweitung der gemeinsamen
Aktivitäten ist geplant.
BonnProfits
Präsentationsworkshop
In diesem eintägigen Workshop erarbei-
ten Unternehmerinnen und Unterneh-
mer unter Anleitung von Coaches und in
einer kleinen Gruppe ihre überzeugen-
den Kurzpräsentationen. Dreimal stell-
ten in 2018 die Wirtschaftsförderung, zu-
sammen mit Sparkasse KölnBonn, sowie
die Uni Bonn eine/n Coach. Pro Work-
shop arbeiten acht Start-Up-Persönlich-
keiten einen Tag lang mit den Coaches
an ihrem eigenen Auftritt und der indi-
viduellen Unternehmenspräsentation.
NUK- Gründerakademie
Die Bonner Wirtschaftsförderung ist seit
2009 Mitglied bei NUK und hat damit
gezielt innovative Gründungsvorhaben
im Blick. Unter dem Motto Netzwerk und
Know-how bietet NUK Begleitung bei
der Gründung mit verschiedenen Forma-
ten. Der NUK-Businessplan Wettbewerb
umfasst drei Stufen und findet jährlich
zwischen November und Mai statt. Es
werden anhand von Expertengutachten
Preisgelder in Höhe von circa 30 000
Euro vergeben. Für den Wettbewerb
2018/2019 fand im November 2017 ein
Kick-Off mit 60 Teilnehmenden, im Feb-
ruar sowie im Dezember 2018 das neue
Format „Meet a Coach | Meetups“ im
Universitätsclub in Bonn statt. In persön-
lichen Coachings stehen dabei individu-
elle Fragen im Mittelpunkt. Mit Patent-
und Rechtsanwälten, Steuerberatern,
Marketingexperten sowie Unternehmens-
und Finanzexperten konnten die jeweils
ca. 30 teilnehmenden jungen Unterneh-
men ihre offenen Fragen beraten. Mit
dem NUK-Forum im April wurde für die
50 anwesenden Unternehmerinnen und
Unternehmer ein in 2018 brisantes Thema
aufgegriffen: Die neue EU Datenschutz-
verordnung.
www.neuesunternehmertum.de
Angebote für Gründerinnen
Zur Erhöhung des Frauenanteils bei den
Selbstständigen wird das Angebots-
spektrum um weitere Formate ergänzt.
Erfahrungsaustausch für
Gründerinnen
Den monatlichen Erfahrungsaustausch
nutzen Frauen in der Gründungs-
und Aufbauphase als Plattform zur
Präsentation ihrer Geschäftsideen und
zum Austausch gründungsrelevanter
Themen. Dieses Angebot nehmen
jeweils zwischen 15 bis 25 Frauen in
der Gründungs- und Aufbauphase ihres
Unternehmens wahr.
BeraterinnenNetzwerk/
Gründerinnentage
Ziel des seit mehr als 20 Jahren be-
stehenden „Beraterinnen-Netzwerk
Bonn/Rhein-Sieg“ ist es, den Anteil
der Frauen am Gründungsgeschehen
(derzeit bei 40 %) zu erhöhen. Der
Zusammenschluss von Expertinnen
aus Institutionen und selbstständigen
Beraterinnen unterstützt Frauen
bei der Gründung und ihrem Unterneh-
mensaufbau und rückt Unternehme-
rinnen in den Blick der Öffentlichkeit.
Dazu organisiert das Netzwerk jährlich
zwei Infoveranstaltungen mit Fachvor-
trägen, Erfahrungsberichten und Be-
ratung an Thementischen zu Steuern,
Finanzierung oder Förderprogrammen.
Diese wurden in 2018 von gut 130 ange-
henden Gründerinnen und Unternehme-
rinnen in der Startphase genutzt.
www.beraterinnennetzwerk.de
40
II.4
Gründungsberatung und -förderung.
II. Der Wirtschaftsstandort. | Gründungsberatung und -förderung. 41
Die kompetente und kostenfreie För-
derung von Unternehmensgründungen
ist ein Schwerpunkt der Bonner Wirt-
schaftsförderung. So werden Grün-
dungsinteressierte zu ihrem Konzept
und über ihre Fördermöglichkeiten
beraten. Während der Businessplan-
erstellung unterstützt das Team mit
individueller Beratung zu Themen wie
Marktanalyse, Standortwahl, Preis-
findung, und Finanzierung. Darüber
hinaus werden notwendige „positive
Stellungnahmen zur wirtschaftlichen
Tragfähigkeit“ von Gründungsvorhaben
zur Vorlage bei der Agentur für Arbeit
beziehungsweise beim Job-Center aus-
gestellt. Im Jahr 2018 wurden insgesamt
328 Gründungsvorhaben individuell
betreut. Mit Informationsveranstal-
tungen, Workshops und Netzwerka-
benden werden die angehenden Unter-
nehmen zudem durch die Gründungs-
phase begleitet. Mit diesen Aktivitäten
wurden mehr als 1 000 gründungs-
interessierte Personen erreicht.
BonnProfits
Start Up Services
Mit der Initiative BonnProfits Start
Up Services setzen die Bonner Wirt-
schaftsförderung und die Sparkasse
KölnBonn gemeinsam seit 10 Jahren
bei den Gründungspotenzialen der
Stadt Bonn an: Die gezielte Förderung
wissensintensiver Dienstleistungen
und die Steigerung der Selbstständi-
genquote von Frauen. Im Jahr 2018
wurde die Fortführung der erfolg-
reichen Initiative beschlossen. Mit
speziellen und auf die Zielgruppen
zugschnittenen Bausteinen, vom Büro-
flächenangebot bis zu den Beratungs-,
Qualifizierungs- und Coaching-Modulen,
berät und begleitet die BonnProfits-
Initiative weiterhin die erfolgreiche
Unternehmensentwicklung von Star-
tups. Um die Wege für Gründerinnen
und Gründer flach, kurz und übersicht-
lich zu halten, wird die Web-und Social
Media Präsenz weiter ausgebaut.
www.bonnprofits.de
Im Jahr 2018 gab es folgende Angebote
von BonnProfits Start Up Services:
Innovations- und
Gründungszentrum (IGZ)
Das BonnProfits – Innovations- und
Gründungszentrum hat sich als wichtige
Adresse für Existenzgründungen mit
Know-how etabliert. Seit seiner Eröff-
nung im Januar 2011 haben 70 Unter-
nehmen das hochwertige und günstig
gelegene Büroflächenangebot genutzt.
Es ist ein gesunder Branchenmix ver-
treten, der Schwerpunkt liegt in den
Informations- und Telekommunikations-
technologien, aber auch Unternehmen
der Entwicklungszusammenarbeit sind
stark vertreten. Zusätzlich zur Beratung
der Wirtschaftsförderung sowie dem An-
gebot von drei Seniorexperten, die eh-
renamtlich und kostenlos als Ratgeber
zur Verfügung stehen, finden regelmäßig
Netzwerkabende vor Ort statt.
„Kompetenzen erweitern“
Speziell an Gründerinnen und Unter-
nehmerinnen richtet sich die Work-
shop-Reihe mit halbtägigen Veranstal-
tungen. Ausgebucht waren alle sechs
Themenworkshops, ob es um die
konkrete Arbeit am individuellen
Unternehmensprofil, die Konkreti-
sierung der Zielgruppen oder um die
Optimierung des Auftritts geht. Die
Teilnehmerinnen, die am Anfang ihrer
Selbstständigkeit stehen oder sich in
einer Neuausrichtung befinden, bau-
en im Rahmen dieser Workshops in
Kleingruppen unternehmerisches
Wissen auf, arbeiten aktiv an ihrer
Unternehmensentwicklung und stärken
ihre Rolle als Unternehmerin. Zudem
dienen die Workshops der Vernetzung
der Unternehmerinnen untereinander.
Zusammenarbeit mit der
Universität Bonn
Die Kooperation mit der Universität
setzte in 2018 an verschiedenen Stel-
len an. Im Rahmen des Karrieretages
am 5.12.2018 haben 20 Studierende
eine Kurzberatung zur Selbstständigkeit
wahrgenommen. Sehr positive Resonanz
bekam auch der Vortrag „Von der Uni in
die Selbstständigkeit – Das kleine 1 x 1
der Freiberuflichkeit“. Unter dem Motto
„Start up your business in Bonn” fand
im Rahmen des Dies Academicus am
Abend die BonnProfits-Talkrunde statt.
Zum fünften Mal engagierte sich die
Bonner Wirtschaftsförderung in der Jury
des Studienmoduls „Unternehmensgrün-
dungen in der Agrar- und Ernährungswis-
senschaft“. Mit einem Coaching werden
die circa 20 angehenden Agrarexperten
bei der Konzepterstellung unterstützt.
Die Teilnahme an Karrieretagen ver-
schiedener Fakultäten mit Informationen
zum Thema Selbstständigkeit rundet die
Kooperation mit der Universität Bonn ab.
Wir unterstützen.
1 000 Personen wurden durch
Gründungsveranstaltungen
erreicht.
Wir begleiten.
Im Jahr 2018 wurden 328
Existenzgründungen begleitet. Meine Geschäftsidee ist
mit der Digitalisierung
möglich und die Wirtschafts-
förderung hat mich gut beraten.“
Vet-Dogs
Anja Kruse, Inhaberin
Ansprechpartner
Gertrud Hennen
Telefon: 0228 – 77 51 49
E-Mail: gertrud.hennen@bonn.de
Markus Heinen
Telefon: 0228 – 77 20 36
E-Mail: markus.heinen@bonn.de
Erdal Yildirim
Telefon: 0228 – 77 26 35
E-Mail: erdal.yildirim@bonn.deSeite 23 von 45

42 434342
II.5
Gewerbeflächen.
II. Der Wirtschaftsstandort. | Gewerbeflächen.
Unternehmen aus dem produzie-
renden Gewerbe und dem Hand-
werk spielen eine zentrale Rolle bei
der Sicherung eines breiten Arbeits-
marktangebotes und bei der wirt-
schaftlichen Entwicklung. Viele Bon-
ner Industrie- und Gewerbebetriebe
zeichnen sich durch eine hochwertige
Produktpalette aus und sind führend
auf nationalen und internationalen
Märkten. Beispielhaft seien die Unter-
nehmen Atlantic, Bonner Magnet-
fabrik, Eaton, GKN Sinter Metals,
Kautex Maschinenbau, Miesen, SGL
Carbon, Stolle und Verpoorten aufge-
führt. Ziel ist es daher, auch künftig
attraktive Gewerbeflächen für Ansied-
lung, Erweiterung und Verlagerung
anzubieten. Allerdings sind verfügba-
re Flächen sowie zukünftige Flächen-
potenziale auf dem Stadtgebiet deut-
lich begrenzt und stehen in Konkurrenz
zu anderen Nutzungen wie Wohnen,
Büros oder Handel. Daher liegt ein
besonderer Fokus auf der Sicherung
vorhandener Gewerbegebiete, der
Erschließung neuer Gewerbeflächen
sowie der Aktivierung von unterge-
nutzten Flächenpotenzialen.
Gewerbeflächenangebot
Die Gesamtgröße aller Bonner Ge-
werbegebiete beträgt rund 456 ha.
Hiervon stehen zurzeit 32,7 ha für
die Ansiedlung oder Verlagerung
von Unternehmen zur Verfügung.
Im städtischen Besitz befinden sich
17,7 ha. Insgesamt sind 5,2 ha Fläche
sofort verfügbar, davon 4,2 ha im
städtischen Besitz. Die übrigen Areale
können aufgrund von notwendigen
Flächenentwicklungen größtenteils
erst mittelfristig einer Vermarktung
zugeführt werden. Hierzu zählt auch
der circa 11,0 ha große Büro- und
Gewerbepark Pützchen.
Gewerbeflächen gutachten
Zur Feststellung zukünftiger Bedarfe
und zur Formulierung von Strategien
der Gewerbeflächenpolitik liegen
Gutachten für die Stadt Bonn se-
parat sowie gemeinsam mit dem
Rhein-Sieg-Kreis, erstellt durch das
Büro Stadt- und Regionalplanung
Dr. Jansen, vor. Das Ergebnis des
gemeinsamen Gutachtens verdeut-
licht, dass sowohl im Bonner Stadt-
als auch im mittleren Kreisgebiet in
absehbarer Zukunft nicht mehr ge-
nügend Gewerbe- und Industrieflä-
chen verfügbar sind und entwickelt
werden können, um den Flächenbe-
darf von an- und umsiedlungswilli-
gen Unternehmen auf lange Sicht
zu decken. Alleine in Bonn wurde
eine Bedarfslage von rund 250 ha
bis 2030 identifiziert. Damit auch
künftig Unternehmen Angebote zur
Bestandssicherung beziehungswei-
se Neuansiedlung gemacht werden
könn

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Datenstand: 02.11.2026, 19:11 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de